Presse- und Internetspiegel Dezember 2004

30.12.2004 - Christian Pander ist einer der Shootingstars der Hinrunde. © www.sport1.de

Schon unter Jupp Heynckes etablierte sich der linke Außenverteidiger als Stammspieler und auch unter Ralf Rangnick ist er eine feste Größe bei Schalke 04. Lohn für die tollen Leistungen des 21-Jährigen war die Nominierung für die Asien-Reise der Nationalmannschaft. Doch aufgrund einer Bandscheiben-Verletzung musste er in letzter Minute absagen.

Dennoch zieht Pander im Gespräch mit Sport1 ein positives Jahresfazit und erklärt die Meisterschaft zum Ziel für 2005.

Christian Pander über...

...seinen Höhenflug in den letzten Monaten

Die Pause ist sicherlich gut, um die Dinge noch mal Revue passieren zu lassen. Um einfach mal realisieren zu können, was da alles passiert ist. Eine wirkliche Erklärung kann ich nicht geben. In der letzten Saison habe ich alle Spiele in der Regionalliga gemacht, in der Saison davor war ich auch schon mal knapp dran, habe in der Bundesliga ein paar Mal auf der Bank gesessen. Diesmal habe ich in der Vorbereitung gute Spiele gezeigt und habe immer wieder die Chance gekriegt - auch wenn es nicht so gut lief. Das war der springende Punkt.

...den möglichen Sturz in ein Leistungsloch

Im Moment mache ich mir darüber keine Gedanken. Wobei ich im Hinterkopf habe und natürlich auch weiß, dass so was immer kommen kann und auch kommen wird. Gerade weil ich noch ein ziemlich junger Spieler bin. Schließlich ist das meine erste Saison, in der ich regelmäßig spiele.

...seine Stärken und Schwächen

Die Stärken sehe ich auf jeden Fall in der Offensive, die Schwächen im defensiven Bereich. Das hat auch ein bisschen mit der Erfahrung zu tun. Dass man noch viel dazu lernen muss, aber das kommt mit der Zeit.

...Schalke

Der Wechsel hat sich einfach so ergeben, aber mittlerweile ist Schalke ein Traumverein geworden. Ich fühle mich pudelwohl und will auch noch lange dort spielen.

...diejenigen, die für seine Entwicklung verantwortlich sind

Allgemein gibt es da sehr viele Leute, die damit zu tun haben. Nicht nur in sportlicher Sicht, gerade wenn ich an meine lange Verletzungszeit denke. Dann darf man auch die Menschen, die mich in der Reha betreut haben, nicht vergessen. Einen großen Anteil hat sicher Jupp Heynckes, der mir immer wieder die Chance gegeben hat, zu spielen.

...Ralf Rangnick

Er ist ein Super-Trainer. Auch als Mensch ist er einfach super. Und der Erfolg spricht für ihn. Zur Zeit läuft alles perfekt.

...den Aufschwung nach dem Trainerwechsel

Ich denke der Hauptgrund lag darin, dass Ralf Rangnick eine Stammelf spielen lässt. Bei Heynckes wurde viel rotiert, da hatte man nie wirklich eine feste Mannschaft. Ich persönlich denke, dass man mit einer festen Mannschaft spielen muss, die sich einspielen kann. Gerade auch damit sich die neuen Spieler eingewöhnen können.

...die verpasste "Herbstmeisterschaft"

Nach dem Spiel haben wir uns alle sehr geärgert, waren alle sehr traurig. Aber jetzt, wo man ein bisschen abschalten konnte und die ganze Hinrunde ein wenig betrachten konnte, können wir eigentlich mehr als zufrieden mit sein. Wenn wir in der Rückrunde genauso viele Punkte holen, können wir sogar am Ende noch einen Platz höher stehen.

...die körperliche Belastung nach schon 32 Pflichtspielen der Schalker

Ich habe das auch persönlich an mir gemerkt. Gerade die Verletzung resultiert aus Überlastung. Dass man da nicht so frisch ist beim letzten Spiel hat man gesehen. Eine Mannschaft wie Freiburg ist da vielleicht frischer und kann deshalb die fehlende Spielstärke kompensieren. Man hat gesehen, dass alle wollten, aber nicht mehr so konnten.

...über die Chancen auf die Meisterschaft

Zur Zeit stehen die Chancen gut. Da waren natürlich auch einige Spiele dabei, die wir ein bisschen glücklich gewonnen haben. Ich denke aber, dass wir in der Rückrunde noch mal eine Serie hinlegen können. Ob es dann für ganz oben reicht, werden wir sehen. Das Ziel sollte auf jeden Fall sein, Erster zu werden. Sonst bräuchte man eigentlich gar nicht anzutreten.

Das Gespräch führte Martin Volkmar

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30.12.2004 - Die Sprüche des Jahres 2004 © dpa - Meldung vom 27.12.2004 10:01 Uhr

«Wir haben eine einzigartige Chance, weil wir so anders sind als die anderen.»
(Peter Zühlsdorff, Geschäftsführer der Leipzig 2012 GmbH, zu den Chancen der Stadt für eine Bewerbung um die Olympischen Spiele)

«Es ist kontrollierte Offensive. Das sagen die Fußballer ja, wenn sie die Hosen voll haben.»
(Skirennläufer Florian Eckert zur Fahrweise nach seiner Verletzung)

«Bochum ist im nächsten Jahr in der Champions League und wir spielen im Döner Cup. Da können wir wieder den ganzen Nahen Osten bereisen.»
(Befürchtungen von Schalkes Manager Rudi Assauer)

«Es ist ein extrem schmaler Grat zwischen schnell fahren und abbiegen. Deshalb Arsch ruhig und runter.»
(Rodler David Möller nach dem Mannschafts-Titel bei der WM in Nagano)

«Es gibt meines Wissens keinen Artikel im Grundgesetz, in dem der FC Bayern jedes Jahr zur deutschen Meisterschaft verpflichtet ist.»
(Bayern-Torwart Oliver Kahn)

«Ich wüsste nicht, was wir reden sollten. Ich habe keine 24-jährige Freundin, ich habe ein anderes Leben.»
(Kahn-Rivale Jens Lehmann zum Konflikt unter den Nationaltorhütern)

«So einen Ball kann man ja halten, da kann man ja ohne zwei Arme und zwei Beine spielen.»
(Kahn zu seinem Fehler im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid)

«Wer die Hölle nicht erwarten kann, geht in die Sportpolitik.»
(Klaus Kotter, Präsident des Bob- und Schlittensportverbandes)

«Nicht mehr als Spieler.»
(Manager Andreas Rettig auf die Frage, wie Wolfgang Overath dem 1. FC Köln helfen könne)

«Wir Deutschen schütteln oft solange den Kopf, bis das Haar in der Suppe ist.»
(Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee über die Aussichten der Olympia-Bewerbung)

«Dass der VfL in drei Jahren in der Champions League spielt, ist so realistisch, als wenn ich 2006 für Brasilien auflaufen werde.»
(Stefan Effenberg über die sportlichen Ziele des VfL Wolfsburg)

«Ich steige nicht ein, das ist ein BMW. Da gehe ich lieber zu Fuß.»
(Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher auf das Angebot, ihn im BMW zur Pressekonferenz zu fahren)

«Die Freundlichkeit in Stadelheim draußen war für mich so überwältigend, dass ich am liebsten noch draußen geblieben wäre.»
(1860 München-Präsident Karl-Heinz Wildmoser nach der Haftentlassung)

«Wir sind FC-Fans. Holt uns hier raus!»
(Spruchband von Anhängern des 1. FC Köln)

«Peter, der Friseur ist da!»
(Plakat Schalker Fans beim 2:1 in Bochum. VfL-Trainer Neururer hatte versprochen, sich nach einer Niederlage die Haare kürzen zu lassen)

«Ich gebe zu, das sah aus wie Breakdance für Arme.»
(Neururer über seine Freudentänze am Spielfeldrand)

«Liebe Gäste aus Leverkusen, von Medikamenten habt ihr Ahnung, aber gegen Schalke ist kein Kraut gewachsen.»
(Anzeige in der Stadion-Zeitung des FC Schalke 04)

«Das gibt es in keinem Karnickel-Verein, dass der Vize-Präsident etwas sagt vor dem Präsidenten.»
(1860-Sportdirektor Dirk Dufner zu den Umständen der Entlassung von Trainer Falko Götz)

«Ich sehe überhaupt keine Alarmglocken läuten.»
(Jan Ullrich zu seiner Verfassung vor der Tour de France)

«Wir müssen die Bremer jetzt wegfegen.»
(Bayern-Manager Uli Hoeneß vor dem 1:3 im Bundesliga-Gipfeltreffen)

«Liebe Bremer. Die Schale bitte täglich polieren und auf Kratzer achten. Wir möchten sie wohlbehalten zurück. Eure Bayern»
(Zeitungsanzeige von Bayern München und Hauptsponsor T-Com)

«Das Schlimmste ist: Wenn der Erwartungshorizont abstürzt, dann fällt er auf den Hinterkopf.»
(DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder nach Deutschlands 0:0 bei der EM gegen Lettland)

«Vorne impotent und hinten nicht ganz dicht - aber wir haben euch trotzdem lieb.»
(Der Schweizer «Blick» nach dem 0:3 der Eidgenossen gegen England)

«Notfalls werden wir Sie am Dach des Olympiastadions festbinden.»
(Griechenlands stellvertretende Kulturministerin Fani Palli-Petralia zum umworbenen griechischen Nationaltrainer Otto Rehhagel)

«An Wunder zu glauben, fällt schwer. Lourdes liegt schon hinter uns.»
(Jan Ullrichs Betreuer Rudy Pevenage über den Rückstand seines Schützlings bei der Tour de France)

«Irgendwie habe ich das Wasser nicht so richtig zu fassen bekommen.»
(Schwimmerin Antje Buschschulte nach ihrem 6. Platz über 100 m Rücken bei den Olympischen Spielen in Athen)

«Wir sind nicht Real Madrid, sondern der FC Schalke 04. Hier muss Fußball gearbeitet werden. Zauberei am Schlangenfluss kann man machen, wenn man 6:1 führt.»
(Schalke-Manager Assauer nach der Entlassung von Trainer Jupp Heynckes über dessen Vorstellungen und Arbeitsweise)

«Zu Real Madrid ginge ich nur, wenn ich als Penner auf der Straße leben würde.»
(Trainer Arsene Wenger vom englischen Fußball-Meister FC Arsenal)

«Ich muss jetzt Champions League gucken. Das ist wichtig, denn da sind ja potenzielle Gegner von uns dabei.»
(Jürgen Klopp, Trainer des Bundesliga-Aufsteigers FSV Mainz 05)

«Das war nicht Fußball vom Traumschiff, sondern von der Galeere.»
(Bayer Leverkusens Coach Klaus Augenthaler)

«Wenn Lothar Matthäus Trainer in Ungarn wird, dann werde ich ja wohl auch Trainer sein können.»
(Fußball-Rentner Stefan Effenberg)

«Irgendwann verstehst du die Sender nicht mehr. Sollen sie doch ein Bayern-Studio aufmachen und fetten Gänsen den Arsch schmieren.»
(Assauer zur Entscheidung der ARD, zum Rückrundenstart die Partie Bayern - HSV live zu übertragen)

«Was kümmert es die Eiche, wenn sich die Wildsau dran reibt.»
(Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge dazu)

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30.12.2004 - Glanz und Glamour im Ruhrgebiet - Rudi Assauer und seine schillernden Stars: Schalke 04 polarisiert, provoziert und bietet dabei gute Unterhaltung © Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25.12.2004, Nr. 52 / Seite 12

Frankfurt. Irgendwie ist den Schalker Bossen bei der Wahl des Wintertrainingslagers ein grober Fehler unterlaufen. Statt sich zu Hause im grauen Gelsenkirchen auf die zweite Hälfte des Fußballjahres vorzubereiten, hätten wohl eher andere Ziele in der weiten Welt dem neuen Habitus entsprochen - vielleicht Miami, Rio oder Schanghai. Verein und Knappenelf gehören nicht nur zu den sportlichen Überraschungen dieser Saison, nein, der lange Zeit eher bieder und dröge wirkende ehemalige Meister der Herzen entwickelt sich immer mehr zur wuchtigen Stimmungskanone der Bundesliga. Schalke polarisiert, Schalke provoziert und Schalke produziert - gute Resultate sowie bunte Schlagzeilen für das knallige Unterhaltungsformat mit dem Ball.

Die Erfolgsstory kommt bei professionellen Beobachtern gut an. "Der Klub hat eine große Chance und ist auf dem Weg zu einer Spitzenmarke", sagt Stephan Schröder vom Kölner Marktforschungsinstitut Sport und Markt. Während der FC Bayern nach dem geglückten sportlichen Konsolidierungskurs von Felix Magath vor allem durch Uniformität und Harmonie auffällt und auch andere Spitzenvereine wie Bremen, Stuttgart, Leverkusen oder Wolfsburg nicht unbedingt die Massen elektrisieren, dreht Bayerns neuer Rivale im Kampf um den Titel kräftig am Rad.

Als wenn mit Ailton, Mladen Krstajic und zuletzt Fabian Ernst nicht schon genug hochklassige Profis abgeworben worden wären (ausgerechnet alle vom Meister Bremen), geht man im aufgescheuchten Ligabetrieb weiter auf Jagd nach Verstärkungen, um sich nach 47 Jahren endlich den Traum der deutschen Meisterschaft zu erfüllen. "Wir wollen keine Masse, sondern Klasse", lautet das Motto des Schalker Managers Rudi Assauer, der Bedenken finanzieller Art regelmäßig schroff zurückweist. Angeblich hat man sich in diesen Tagen mit dem 22 Jahre alten Junioren-Nationalspieler Mimoun Azaouagh aus Mainz geeinigt, zum Unwillen des Aufsteigers aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt, der mit juristischen Schritten droht. Man glaubt, durch eine Vertragsklausel den jungen Profi, den man über Jahre aufgebaut hatte, ein weiteres Jahr binden zu können. Das übliche Gemäkel, wenn Klein auf Groß trifft. Aber vielleicht schiebt Assauer über Weihnachten genug Euro über den Tresen, daß der talentierte Techniker mit nordafrikanischen Wurzeln nach Schalke wechselt - und das sofort.

Azaouagh würde bestens in die schillernde Combo von S04 passen. Gerne stellt sich der gebürtige Marokkaner als extrovertiertes Ghetto-Kind dar und verweist auf seine Ursprünge als Straßenfußballer. Daß es die Schalker bei diesem Zukauf nicht bewenden lassen wollen, versteht sich von selbst. Nachdem die Baggerei am Berliner Nationalspieler Arne Friedrich nicht zum Erfolg geführt hatte, richten sich die neuen Begehrlichkeiten Richtung Bielefeld. Mit Patrick Owomoyela, wegen seiner extravaganten Haarpracht "Superlocke" genannt, ist einer der Aufsteiger des deutschen Fußballjahres ins Visier geraten, für den man in Gelsenkirchen aber eine stattliche Ablöse bezahlen müßte. Sein Vertrag bei der Arminia läuft noch bis ins WM-Jahr 2006, das dürfte die Schalker aber nicht abhalten, weiter um den Deutschafrikaner mit dem interessanten Lebenslauf zu buhlen.

Gefragt sind Profis mit positiver Ausstrahlung - und keine Miesepeter wie ein Jörg Böhme, den der Klub weggeschickt hat. Das aufgepeppte Schalker Image prägen jetzt Typen wie der Anführer Bordon, Gute-Laune-Onkel Asamoah, Dribbelkönig Lincoln und Diva Ailton. Im Mittelpunkt des Interesses steht nicht mehr nur Oberguru Assauer. "Schalke hat schon immer eine gewisse Aura gehabt", sagt Ulrich Biene vom Werbepartner Veltins, "aber jetzt sind da mehrere Charaktere mit Ecken und Kanten." Zum Vergleich: Die Bayern haben aus Marketingwarte nur altbewährte Ware wie Ballack und Kahn zu bieten, ansonsten war's das mit neuen, frischen Profilen. "Zum ersten Mal seit Jahren bietet Schalke wirklich Glamour", sagt Stephan Schröder von Sport und Markt.

Der für die sportlichen Belange verantwortliche Trainer Ralf Rangnick nutzt selbst den Schub, um sein in der Öffentlichkeit festgesetztes Image des nickelbebrillten Oberlehrers zu korrigieren. Der Schwabe fordert zwar vehement akkurates Arbeiten ein, setzt aber neuerdings auch auf Laisser-faire. Keine Einwände von ihm zu gelegentlichen Getränkerunden seiner Profis an der Hotelbar, und auch über die Extratouren seines Stars Ailton sieht er hinweg. Als sich der Stürmer dieser Tage in der brasilianischen Heimat zwei Finger beim wilden Rodeo-Ritt brach, folgte nicht als üblicher Reflex die kleinkarierte Androhung einer Geldstrafe. Rangnick zeigt Größe und sieht seine Chance, Großes zu bewegen: "Die Bedeutung von Schalke 04 ist inzwischen europaweit gestiegen", sagte er unlängst dem Fachmagazin "Kicker". Vielleicht schaffen es die neuen Darsteller ja endlich, ihrem unterhaltungssüchtigen Publikum "AufSchalke" ein dauerhaft hochklassiges Programm zu bieten.

Von Michael Ashelm

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28.12.2004 - Königsblauer Kaufrausch - Schalke holt Mainzer Supertalent © www.spiegel.de

Nach Nationalspieler Fabian Ernst hat Fußball-Bundesligist Schalke 04 einen weiteren Neuzugang verpflichtet: Von Aufsteiger Mainz kommt die Nachwuchshoffnung Mimoun Azaouagh. Der Mittelfeldspieler erhält einen Vertrag bis 2009 - und wechselt bereits zur Winterpause nach Gelsenkirchen.

Gelsenkirchen - "Wir freuen uns, dass wir mit Mimoun ein riesgengroßes Talent verpflichten konnten und hoffen, dass er seine positive Entwicklung bei uns verstärkt fortsetzt", erklärte der Schalker Manager Rudi Assauer. Der 22-jährige sechsmalige U21-Nationalspieler spielt ab sofort bei den Königsblauen und wird einen Vertrag über viereinhalb bis zum 30. Juni 2009 unterschreiben. Schalke, zur Winterpause punktgleich mit Bayern München auf Platz 2 in der Bundesliga, hatte seine hohen Ambitionen in den kommenden Jahren bereits mit der ablösefreien Verpflichtung von Nationalspieler Fabian Ernst (aus Bremen) unterstrichen.

Aufgrund des umstrittenen Vertragsverhältnisses von Azaouagh beim Bundesliga-Aufsteiger war Assauer mit seinem Mainzer Kollegen Christian Heidel und Amateurmanager Manfred Lorenz übereingekommen, dass ein sofortiger Wechsel des Noch-Amateurs bei einer angemessenen Transfer-Entschädigung seitens der Schalker für alle die beste Lösung sei. Über die Höhe der Ablösesumme wurde nichts bekannt.

"Eigentlich sollte in der Winterpause kein Spieler mehr zu uns kommen, aber in diesem Fall wollten wir handeln. Denn gerade für den Jungen war es wichtig, dass schnellstmöglich Klarheit in seine Situation kam und sich somit wochenlange Diskussionen, Schlagzeilen und womöglich noch rechtliche Schritte erledigt haben", erklärte Schnusenberg.

Azaouagh, der für Mainz acht Bundesligaspiele und 48 Zweitliga-Partien absolvierte, muss zunächst eine Knieverletzung (Innenband und Meniskus) auskurieren. "Wir gehen aber davon aus, ihn alsbald nach Beginn der Rückrunde für uns am Ball zu sehen", erklärte Assauer.

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27.12.2004 - Schalke verpflichtet Mainzer Azaouagh - Vertrag bis 2009 © dpa

Gelsenkirchen (dpa) - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat den Junioren-Nationalspieler Mimoun Azaouagh vom FSV Mainz 05 verpflichtet. Wie der FC Schalke mitteilte, hat sich der Club am Montag mit dem Ligakonkurrenten auf einen sofortigen Wechsel geeinigt. Der 22 Jahre alte Profi erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2009. Über die Höhe der Ablösesumme wurde Stillschweigen vereinbart.

«Wir freuen uns, dass wir mit Mimoun ein riesengroßes Talent verpflichten konnten und hoffen, dass er seine positive Entwicklung bei uns verstärkt fortsetzt», sagte Manager Rudi Assauer.

Azaouagh hat für den Bundesligaaufsteiger acht Erst- und 48 Zweitligaspiele absolviert. «Er vergrößert unsere Möglichkeiten, zumal er nicht zuletzt wegen seiner Jugend eine große Perspektive hat», meinte Assauer. Doch zunächst muss der deutsche U-21-Nationalspieler und gebürtige Marokkaner die Folgen einer Knieverletzung auskurieren. Die Schalker hoffen, den Neuzugang bald nach Beginn der Rückrunde einsetzen zu können.

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24.12.2004 - Die Deutsche Fußball-Liga GmbH (DFL) hat die Ansetzungen der Bundesligapartien vom 22. bis zum 27. Spieltag bekannt gegeben. Demnach müssen die Königsblauen in dieser Zeit viermal sonntags antreten. © & Quelle leider nicht bekannt

So finden die Partien nach den Auftritten der Knappen im UEFA-Cup gegen Schachtjor Donezk (16./17. Februar in Donezk sowie das Rückspiel am 24. Februar) bei Borussia Mönchengladbach (22. Spieltag, 20 Februar, 17.30 Uhr) und in der Arena Auf Schalke gegen Hannover 96 (23. Spieltag, 27. Februar, 17.30 Uhr) genauso sonntags statt wie das Heimspiel gegen den FC Bayern München (25. Spieltag, 13. März, 17.30 Uhr) und das Auswärtsspiel bei Mainz 05. (26. Spieltag, 20. März, 17.30 Uhr)

Das Gastspiel beim VfL Bochum (24. Spieltag, 05. März, 15.30 Uhr) und das Heimspiel am 27. Spieltag gegen den 1.FC Nürnberg (02. April, 15.30 Uhr) wird dagegen samstags ausgetragen.

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24.12.2004 - "Ich muss nicht mehr jeden überzeugen, ein guter Profi zu werden" - Schalke-Coach Ralf Rangnick über mündige Spieler und englische Härte, seine Lehr- und Wanderjahre und den schleichenden Wandel vom Exoten zum Mainstream-Trainer © www.fr-aktuell.de

Frankfurter Rundschau: Herr Rangnick, wie geht es Ihrer Viktoria Backnang, die Sie vor 20 Jahren als Spielertrainer nach vorne gebracht haben?

Ralf Rangnick: Schlecht. Allen Clubs hier geht es schlecht. Backnang hat sich ins Niemandsland des Fußballs verabschiedet. Die Viktoria ist leider wieder da angelangt, wo ich sie damals übernommen habe: Sie dümpelt in der Bezirksliga herum.

Sie haben die Mannschaft in zwei Jahren zweimal zum Aufstieg geführt...

... dabei hat es keinen Pfennig Geld für die Spieler gegeben.

Auch nicht für Sie als Spielertrainer?

Wenn ich Ihnen das erzähle ....

Erzählen Sie!

Ich war damals 26 und kam vom Zweitligaaufsteiger SSV Ulm 1846. Ich war dort Stammspieler, stand in 33 von 34 Spielen in der Anfangsformation und in der Aufstiegsrunde in sieben von acht Spielen. Für eine Bezirksligisten wie Backnang war ich also damals fast wie ein Geschenk. Sie haben einen Zweitligaspieler im besten Alter bekommen, der darüber hinaus dabei war, seinen Fußballlehrer zu machen.

Wir fragen jetzt nicht nach Ihrem aktuellen Gehalt. Sagen Sie uns ja sowieso nicht. Aber Sie dürfen uns ruhig verraten, wie viel es damals war?

Genau tausend Mark. Der Präsident lag damals mit einem Leistenbruch im Krankenhaus. Ich habe ihn dort besucht. Wir sind unten im Garten herumgelaufen und haben uns schnell geeinigt.

Warum haben Sie den Job in Backnang überhaupt gemacht?

Weil ich nichts anderes hatte. Das glaubte zwar keiner, aber es war so. Die Ulmer ...

... wo Sie im defensiven Mittelfeld gespielt haben ...

... ich musste immer den gegnerischen Spielmacher ausschalten. Jedenfalls steigen wir auf und ich erhalte ein Angebot ...

... das Sie nicht annehmen konnten?

Ich habe bald gemerkt, dass sie mich eigentlich gar nicht mehr wollten. Das Angebot, 800 Mark Grundgehalt, war hanebüchen. Ich bot sogar an, neben der E-Jugend auch noch die D-Jugend zu trainieren. Das war ihnen hundert Mark mehr wert, aber für mich zu wenig zum Leben. Da habe ich das Handeln selbst übernommen.

Als junger Student haben Sie bereits Ihre ersten Trainerscheine gebaut.

Ich habe mir überlegt: Hängst du in den Semesterferien nur faul im Freibad rum oder tust du was Sinnvolles. Das Studium konnte ich mir als Spieler der VfB-Amateure finanzieren, also musste ich in den Ferien nicht jobben. Deshalb habe ich bereits als 19-Jähriger die B-Lizenz und ein Jahr später
die A-Lizenz gemacht.


Als Lehrgangsbester, was sich in Ihr Image für immer eingebrannt hat.

Genau (lacht). Das waren die Vorboten des Professors.

Im Studium galten Sie unseren Informationen zufolge auch als sehr strebsam.

Mir hat es einfach unglaublich viel Spaß gemacht. Ich habe fast jeden Tag an der Uni genossen. Sogar das Geräteturnen...

...macht keinem Fußballspieler Spaß.

Genau. Ich hatte am Anfang Muffe ohne Ende und habe das Geräteturnen lange vor mir hergeschoben. Drei Monate vor der Prüfung habe ich dann jeden Tag vier bis fünf Stunden an den Geräten trainiert und am Ende die Prüfung mit der Note 1,5 bestanden. Das war eines der größten Erfolgserlebnisse, die ich als Sportler hatte. Denn seither weiß ich: Wenn du wirklich willst, kannst du alles lernen. Sogar Salto vorwärts, Salto rückwärts und so weiter.

Herr Rangnick, sagt Ihnen die Adresse Old Barn Way noch etwas?

So hieß wahrscheinlich das Stadion des FC Southwick.

Stimmt. Sie haben dort in der sechsten oder siebten englischen Liga gespielt.

Ich bin in erster Linie ein Jahr lang in England gewesen, um richtig Englisch zu lernen. Ich wusste: Wenn ich mein Studium schaffen und irgendwann mal 800 Seiten Hard Times von Charles Dickens lesen können will, muss ich über einen längeren Zeitraum in England gelebt haben.

Aber Sie haben doch zuvor recht erfolgreich Fußball gespielt - bei den Amateuren des VfB Stuttgart in der dritten Liga.

Ich habe aber nach drei Jahren gespürt: Ganz nach oben schaffst du es nicht. Ich war 22 und mir war klar, dass ich mit dem Fußballspielen nie so viel Geld verdienen würde, um danach ausgesorgt zu haben. Also musste ich mein Studium ernst nehmen.

England gilt inzwischen als Schlaraffenland des Fußballs. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Soll ich Ihnen das wirklich erzählen?

Nur zu.

Also: Mein erstes Spiel - Spielbeginn war 15 Uhr. Als ich um 13.45 Uhr ankam, war noch kein Mensch da. So gegen 14.30 Uhr kamen die ersten Spieler in die Kabine. Ich habe mich dann ganz schnell umgezogen und wollte raus zum Warmmachen. Da kam der Kapitän und fragte: "Hey, wo willst Du hin? Hier führt der Captain die Mannschaft raus." Zehn vor drei sind wir dann alle raus. Der Captain vorne weg.

Und Sie haben sich gleich eine Zerrung zugezogen?

Nein, aber im zweiten Spiel, auswärts in Chichester, habe ich mir drei Rippen gebrochen und einen Lungenflügel durchbohrt. Danach lag ich drei Wochen im Krankenhaus. Es war keine Absicht. Ich glaube sogar, der Ball war danach im Tor. Aber ich konnte danach vier Monate keinen Fußball mehr spielen.

Gibt es etwas, das Sie vom englischen Fußball gelernt haben?

Jede Menge. Erst einmal: das Kopfballspiel; dann: von hinten heraus immer langer Ball. Aber vor allem: Es wird unglaublich viel gesprochen auf dem Platz. Es gibt kaum eine Situation, in der man sich untereinander nicht coacht und anfeuert. Man baut sich ständig gegenseitig auf: "Come on, boys!" und so weiter. Das hat mich total begeistert und geprägt. Noch heute sage ich zu meinen Mannschaften: "Ich will Euch spielen hören, nicht nur spielen sehen."

Ist es für Sie schwieriger gewesen, mit abgezockten Profis klar zu kommen, als für Europameister Matthias Sammer oder den vielfachen Nationalspieler Thomas Doll?

Am Anfang vielleicht schon. Beim VfB habe ich aber auch eine ausgesprochen schwierige Situation angetroffen.

Das kann Sie nicht überrascht haben. Sie kannten den VfB und seinen Präsidenten Gerhard Meyer-Vorfelder aus Ihrer Zeit als Amateurspieler, Amateurtrainer und später als Nachwuchskoordinator.

Ja, das stimmt. Ich wusste zum Beispiel, dass es damals fast keine Durchlässigkeit von den Amateuren zu den Profis gab. Da war der Deckel drauf. Man hatte das Gefühl, du musst der Profiabteilung deine hoch talentierten Spieler anbieten, wie der Krämer auf dem Markt seine Ware. Dazu zählten immerhin Spieler wie Hinkel, Hildebrand oder Kuranyi. War mal Besuch aus dem Ausland da, wurden die Deutschen Meisterschaften der A-Jugend präsentiert wie eine Briefmarkensammlung. Danach hat man sie wieder in die Vitrine zurückgestellt.

Sie sind trotzdem zurück zum VfB, als Chefcoach zu jenem Verein, der Sie einst als Co-Trainer nicht wollte.

Dort bin ich auf eine zerstrittene Mannschaft mit starken und teilweise schwierigen Persönlichkeiten getroffen: Bobic, Verlaat, Berthold, Wohlfahrt, Soldo, Balakov…

... und dann noch ein Präsident, der immer wieder über Bande spielte.

Er hat mit vielen Spielern Doppelpass gespielt. Es waren seine Jungs, die er - wie das Ölbild vom magischen Dreieck Elber/Bobic/Balakov in seinem Büro bezeugt - in sein Herz geschlossen hatte. Wenn wir uns heute treffen und über die damalige Zeit reden, wissen wir beide, was wir falsch gemacht haben.

Sie waren damals noch so was wie ein Novize. Würden Sie mit einer ähnlichen Situation, wie Sie sie 1999 beim VfB vorgefunden haben, heute anders umgehen?

In einzelnen Situationen würde ich einige Dinge sicher anders bewerten. Aber ich kam aus Ulm, wo ich eine Mannschaft hatte, die vom Kollektiv gelebt hat, so wie jetzt Mainz oder Bielefeld. Entsprechend haben mich die Spieler auch gesehen. Dazu kochte beim VfB fast jeder sein eigenes Süppchen - da habe ich Lehrgeld bezahlt, das mir bei meinen weiteren Stationen in Hannover und jetzt auf Schalke sehr hilfreich war.

Sie galten früher als Prinzipienreiter, der den Spielern sogar vorschreibt, was für ein Auto sie fahren sollen.

Ich weiß, worauf Sie anspielen. Ich will Ihnen die Geschichte gern noch einmal erzählen: Wir verlieren das erste Spiel beim VfB unter meiner Regie 0:2 gegen die Bayern. Nach dem nächsten Training sehe ich, wie der zuständige Mann von Daimler Chrysler im Clubhaus mit einem jungen Spieler zusammensitzt, der am Tag zuvor sein Bundesligadebüt gegeben hatte. Da habe ich mal höflich angefragt, was denn hier läuft.

Da wurde gerade die Mercedes-Bestellung für den Jungprofi erledigt.

So war es. Da fehlte die Kontrollinstanz des Clubs, worauf ich Geschäftsführer Ulrich Schäfer und den damaligen Manager Karl-Heinz Förster aufmerksam gemacht habe - missionarisch, wenn Sie so wollen. Es kann doch nicht sein, dass sich ein Jungprofi einen Tag nach seinem ersten Bundesligaspiel damit beschäftigt, ob er sich einen 300er- oder 500er-Mercedes bestellen soll.

Weil es unmoralisch ist?

Nicht unmoralisch, sondern unprofessionell. Wir waren einen Platz von einem Abstiegsplatz entfernt und hatten nur noch vier Spiele. Der Spieler soll sich Gedanken machen, wie wir das nächste Spiel gewinnen können und nicht, mit welchem Auto er hier vorfährt.

Kann das auf Schalke nicht passieren?

Da gibt es Andreas Müller, der genauso wertkonservativ denkt wie ich. Außerdem habe ich mir inzwischen eine gewisse Gelassenheit angeeignet, meine Nase nicht mehr überall hineinstecken zu müssen.

Es heißt, Sie seien einer, der immer alles selbst in die Hand nehmen will.

Ich musste. In Backnang war ich Spieler, Trainer und Manager in Personalunion. So etwas prägt.

Herr Kind hat mal gesagt, Sie hätten sich auch in Hannover um alles gekümmert.

Da hat er nicht unrecht. Aber warum denn? Die Strukturen, die in Hannover heute da sind, habe ich schon bei meinem Dienstantritt gefordert. Es gab sie aber nicht, es war keiner da, der den Verein nach außen oder innen repräsentiert hätte. Das ist auch ein Grund, weshalb es in Hannover jetzt ruhiger geworden ist und es auch sportlich besser läuft.

Herr Rangnick, wie schwierig ist die Zusammenarbeit mit Rudi Assauer, einem machtbewussten Mann, der, genau wie Sie, Konflikte nicht scheut?

Rudi Assauer ist Schalke 04. Ist doch klar, dass er darüber informiert sein will, was in seinem Verein passiert. Wir kommunizieren täglich. Er ruft an, wenn er unterwegs ist, ich gehe zu ihm, wenn er da ist. Natürlich ist Rudi Assauer ein Mann, zu dem ein Spieler auch mal direkt hingeht. Aber das ist kein Problem, wenn die Spieler uns nicht gegeneinander ausspielen können, weil sie dabei vor eine Wand laufen.

Sie ließen in Hannover offensiv spielen und wurden gefeuert, jetzt lassen Sie auf Schalke mit drei Angreifern stürmen und werden gefeiert. Erklären Sie uns das mal.

In Hannover waren wir nach sechs Spieltagen Sechster und wurden für unsere Spielweise bundesweit gelobt, ehe uns Lala mit seiner schweren Leistenverletzung und Simak, der plötzlich nicht mehr wollte, weggebrochen sind. Ausfälle, die ein Verein wie Hannover nicht kompensieren kann. Im offensiven Mittelfeld hatte ich dann nur noch Krupnikovic …

… den Ihr Nachfolger Ewald Lienen dann im Abstiegskampf geopfert hat zugunsten einer spürbar defensiveren Taktik.

Er konnte das, er musste das, um sich möglichst schnell durchzusetzen und mehr Stabilität zu erreichen. Inzwischen ist er zu einer viel offensiveren Spielweise zurückgekehrt, auch weil das Publikum und die Medien sie gefordert haben.

Passen Sie eine Mannschaft den Charakteren an oder müssen die Spieler sich Ihren taktischen Vorgaben anpassen?

Ich weiß inzwischen, dass man vor einer Vierer-Abwehrkette noch mindestens zwei defensiv denkende Spieler haben sollte. Zwei die sagen: "Prima, der Gegner hat den Ball, den nehmen wir ihm ganz schnell wieder weg." Diese Denke darf bei diesen Spielern nicht mühevoll antrainiert sein, sondern muss in ihnen drinstecken. Krupnikovic ist eher ein Spieler, der denkt: "Mist, der Gegner hat den Ball." Wenn du es als Trainer zulässt, verzieht sich so ein Spieler in den freien Raum. Da sieht er gut aus, wenn seine Mitspieler den Ball erkämpfen und er schon in Position steht. Und macht der Gegner ein Tor, kann er sagen: "Habe ich nichts mit am Hut gehabt."

Lincoln denkt auch so.

Weniger als Krupnikovic. Für einen Zehner arbeitet er relativ viel nach hinten.

Fabian Ernst passt also gut. Sie sitzen jetzt wie die Made im Speck, und Assauer kauft Ihnen von den 85 Schechter-Millionen eine Klasse-Mannschaft zusammen.

Ernst kommt ablösefrei. Die Finanzen sind auch nicht mein Thema. Im Übrigen habe ich nicht annähernd das Gefühl, dass Schalke 04 der Speck ist und ich die Made bin.

Sie hätten im Sommer auch bei Eintracht Frankfurt unterschreiben können. Warum haben Sie es nicht getan?

Es wäre wieder Aufbauarbeit gewesen - wie in Ulm, Hannover und zum Teil auch in Stuttgart. Diese Situation kannte ich bereits und habe deshalb auf eine andere Herausforderung gewartet.

Ihr Selbstvertrauen war offenbar so groß, dass Sie annahmen: Da kommt noch jemand, der eine Nummer größer ist.

Ich habe es gehofft und war überzeugt, dass die Leute, die sich im Fußball Gedanken machen, gesehen haben, dass in Hannover nicht alles falsch war, was der Trainer gemacht hat. Allerdings hätte ich dort die Verpflichtung des einen oder anderen Spielers ablehnen müssen.

Die des Portugiesen Abel Xavier?

Zum Beispiel. Meine Zustimmung war deshalb ein Fehler, weil wir den Kader überfrachtet und damit den anderen Spielern signalisiert haben: Wir trauen Euch nicht zu, die Klasse zu halten.

Was hat Sie das gelehrt?

Dass du Qualität im Kader brauchst, aber auch eine Kadergröße, die jedem die Chance auf einen Einsatz lässt. Jeder Einzelne muss eine Perspektive für sich sehen. Mit 25 Feldspielern oder mehr geht das nicht. Egal, ob in Backnang, Hannover oder auf Schalke. Die Atmosphäre, die du täglich in einer Gruppe hast, hat extrem damit zu tun, ob ein Spieler einen Stellenwert hat oder ob er nur kommt, um seine Zeit abzusitzen.

Dieses eher komplexe Denken setzt sich offenbar bei einer neuen Trainergeneration durch. Sie galten früher als Exot. Mittlerweile sind Sie mit 46 der älteste Mainstream-Trainer der Liga.

Stimmt eigentlich und stört mich nicht. Das ist ein Prozess der Reife, den ich durchmachen musste. Ich habe damals nichts Schlimmes darin gesehen, im Sportstudio die ballorientierte Raumdeckung zu erklären. Mittlerweile weiß ich, wie sensibel die Szene ist.

Aber das ist sie doch gar nicht mehr. Der Mainzer Jürgen Klopp und der Bielefelder Uwe Rapolder erklären doch auch ihr modernes System nur allzu gern öffentlich.

Dadurch, dass Jürgen Klinsmann Gummitwist tanzen lässt und einen Sportpsychologen ins Team nimmt, ist es natürlich einfacher geworden. Er hat etwas Neues gewagt und sich durch die Erfolge Respekt verschafft. So war das damals auch in Stuttgart, als wir 1990 von den Minis bis zur A-Jugend mit der ballorientierten Raumdeckung anfangen haben. Zunächst haben uns alle mit Argwohn betrachtet. Da waren wir das kleine gallische Dorf. Aber nachdem wir Bayer Leverkusen und die Bayern-A-Junioren ausgeschaltet hatten, hieß es dann: "Hoppla, da tut sich etwas!" Wir haben in Deutschland nur das eingeführt, was es zum Beispiel in Italien längst gab. Genauso war es 1997 in Ulm. Da haben wir schon mit dem Sportpsychologen Hans-Dieter Herrmann zusammengearbeitet, der jetzt mit der Nationalmannschaft unterwegs ist.

Aha, das wussten wir gar nicht.

Hat ja damals auch niemanden interessiert. Aber es ist doch logisch, dass es so kommen musste. Der mentale Bereich ist ganz entscheidend. Was machen die Spieler mit ihren Ängsten und Sorgen und mit dem öffentlichen Druck? An wen wenden sie sich?

An den Trainer?

Schwierig, denn ein Spieler denkt doch: "Wenn ich dem Trainer alles anvertraue, was mich bedrückt, dann denkt der doch, ich hätte einen an der Waffel und stellt mich nicht mehr auf."

Und der Trainer verliert in endlosen Problemgesprächen die Distanz zum Spieler?

Auch das ist ein Aspekt. Du darfst als Trainer nicht zu viel Nähe zulassen. Sonst kannst Du nicht mehr aus der Gruppe heraustreten und sagen: "Hey, da geht's lang - wir sind vom Weg abgekommen."

Haben Sie keine Angst, dass ein Spieler mit dem Psychologen Dinge besprechen könnte, die Sie nicht mitkriegen?

Überhaupt nicht. Das Teambuilding muss weiterhin der Trainer im Griff haben. Dazu kann er sich einen Coach für sich persönlich nehmen, der ihn berät. Sozusagen einen Coach für den Coach. Der darf aber dann nicht vor der versammelten Mannschaft sprechen und der Trainer sitzt stumm daneben.

Aber mit der individuellen Betreuung ist das etwas anderes?

Ganz genau. Das sollte besser über einen oder sogar mehrere Psychologen laufen. Das hat ja im Gespräch auch etwas mit persönlichen Vibrations zu tun. Da kann ein Psychologe fachlich noch so gut sein, und es klappt mit einem bestimmten Spieler trotzdem nicht.

Sie haben Ailton eine Auszeit gegeben. Er durfte mitten in der Saison eine ganze Woche lang nach Brasilien.

Um das zu entscheiden brauchte ich keinen Psychologen. Toni (Ailton, die Red.) hat bei mir angeklopft, und ich habe einfach nur zugehört. Er war verletzt, gesperrt und sehr frustriert - er hätte also ohnehin nicht spielen können. Wir waren dann schnell einer Meinung, dass wir ihn gehen lassen sollten. Toni hat uns dann viel zurückgegeben. Darauf hatten wir gesetzt.

Das hätten Sie früher nicht gemacht?

Doch, so hätte ich immer schon gehandelt. Ich habe früher nur mehr Kraft vergeudet. Etwa dafür, die Spieler von guter Ernährung zu überzeugen. Heute weiß ich: Nur, weil einer keine Cola trinkt und keine Pommes isst, wird er kein besserer Spieler. Ich habe akzeptiert, dass sich die Essgewohnheiten über Jahre entwickelt haben und nicht so schnell ändern lassen. Ich muss nicht mehr jeden überzeugen, ein guter Profi zu werden. Auf diesem Niveau tragen die Spieler ein gehöriges Maß an Eigenverantwortung.

Aber Sie wollen die Schalker Fans davon überzeugen, dass ein Champions-League-Platz gar nicht viel schlechter ist als die Deutsche Meisterschaft.

Ich wehre mich nur dagegen, einen zweiten Platz als Enttäuschung zu werten. Natürlich würden wieder Tränen fließen, falls wir - wie 2001 - am letzten Spieltag die Meisterschaft verlieren sollten. Aber man muss zur Kenntnis nehmen, woher wir kommen. Vor zweieinhalb Monaten standen wir auf Platz 15, einen Punkt vor einem Abstiegsplatz.

Interview: Wolfgang Hettfleisch, Jan Christian Müller

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23.12.2004 - Frank Rost: "Ich stecke in einer Schublade" © kicker

In der aktuellen Rangliste steht der Schalker ganz oben. Wie denkt eigentlich Frank Rost (31) über die Torwart-Diskussionen? Und wie sieht er seine Chancen für die WM?

kicker: Herr Rost, nach einem turbulenten Halbjahr auf Schalke führen Sie die kicker-Rangliste der deutschen Torhüter an. Welchen Wert hat das für Sie?

Frank Rost: Es ist eine schöne Bestätigung. Es war ein schwieriger Saisonstart für uns alle auf Schalke, aber wir haben es sehr gut gelöst. Es ist schön für einen persönlich, wenn das auch von Außenstehenden so bewertet wird. Allerdings muss man es immer wieder bestätigen, dass man zu diesem Kreis der Torhüter gehört. Darum wird es mir auch in Zukunft gehen.

kicker: Sie sind ein Torhüter, der die Öffentlichkeit spaltet. Wer Frank Rost nicht gut findet, denkt über ihn schlecht. Wissen Sie das?

Rost: Ich stecke in einer Schublade, aus der ich nie mehr rauskommen werde. Dafür mache ich übrigens niemanden verantwortlich außer mich selbst. Ich weiß: Ich bin immer sehr direkt, schlage auch mal verbal über die Stränge. Aber soll ich mich gegen mein Image wehren? Das wäre doch vergeudete Kraft. Ich schmunzel eher, wie ich oft dargestellt werde.

kicker: Gefällt Ihnen denn dieses Bild des kantigen, unnahbaren Torhüters?

Rost: Ich sehe mich selbst überhaupt nicht so. Ich bin ein sehr bodenständiger Mensch, das zeigen die vielen Jahre, die ich in Leipzig und Bremen verbracht habe. Ich kann guten Gewissens in den Spiegel schauen, weil ich nie mit falschen Karten gespielt habe. Und ich bin zum Beispiel überhaupt kein Egoist. Ich glaube ans Kollektiv und an den Fußball als Mannschaftssport. Bei aller Individualität: Ich lege mich mit jedem an, der meint, aus einer Mannschaft ausbrechen zu müssen. Vielleicht ist es das, was einige stört. Ganz sicher bin ich kein schwieriger Typ, sonst hätte ich nicht zehn Jahre bei Werder Bremen gespielt. Das weiß auch jeder, der mich kennt.

kicker: Allerdings reagieren Sie oft sehr aufbrausend, wenn Sie auf das Thema Nationalelf angesprochen werden. Ein Reizthema für Sie?

Rost: Nein, gar nicht. Jeder Fußballer würde gerne für sein Land spielen. Aber alles, was ich zu diesem Thema sage, wird immer extrem bewertet. Ich antworte manchmal mit Ironie oder im Scherz. In manchen Zeitungen steht dann: Rost schimpft auf Klinsmann. Das ist unseriös und totaler Blödsinn. Vielleicht bin ich daran selbst schuld, weil ich mit gewissen Medien nicht kooperiere.

kicker: Warum fehlt Ihnen die Lobby in der Nationalmannschaft?

Rost: Das ist eine Sache, die ich sehr schade finde. Ich denke, dass ich gut und verlässlich gespielt habe. Auch in meinen vier Länderspielen, auch, als es in der EM-Qualifikation um wichtige Punkte ging. Auf mich war immer Verlass. Ich fühle mich auch nicht zu alt oder zu schade für die Bank. Ich bin mir für nichts zu schade. Das beste Beispiel ist doch Sepp Maier: Der hat oft irgendwas über mich erzählt, aber als er mich dann bei der Nationalmannschaft trainierte, kam er zu mir und sagte: Mensch Frank, du bist ja ganz anders. Es ist ein generelles Problem, dass in Deutschland sehr stark in Vorurteilen gedacht wird.

kicker: Andere Torhüter wie Hildebrand oder Jentzsch lächeln bei Fragen nach der Nationalelf in die Kamera und sagen etwas wie: Natürlich wäre es super, dabei sein zu dürfen. Warum sagen Sie manchmal im Spaß einen Satz zu viel, der dann immer ausgeschlachtet wird?

Rost: Etwas Spaß gehört ja dazu, ich werde ja auch oft genug veräppelt. Ich muss und kann damit leben. Aber es ist natürlich auch sehr ärgerlich, wenn die Argumentation in der Torhüterfrage oft nicht stimmig ist.

kicker: Ist das Thema WM 2006 für Sie abgehakt?

Rost: Nein, bei weitem nicht. Bis 2006 kann so viel passieren. Es wäre fatal, sich jetzt schon auf einen Kader festzulegen. Ich würde sehr gerne dabei sein.

kicker: Mit Schalke sind Sie schon sehr gut dabei. Sie haben gesagt, dass Sie in diesem Jahr etwas gewinnen wollen. Welche Trophäe soll es werden?

Rost: Wichtig wäre, dass es für uns überhaupt einen Titel gibt. Das ist noch ein langer Weg. Den UI-Cup oder diese Vier-Minuten-Meisterschaft - das kann sich ein Verein wie Schalke 04 nicht auf den Briefkopf setzen. Wir haben in dieser Saison eine Riesenchance, etwas zu gewinnen.

kicker: Ist es ein Nachteil, dass Schalke nicht als Herbstmeister überwintert?

Rost: Nein, überhaupt nicht. Hauptsache ist, dass wir oben dabei sind. Am Ende entscheiden Kleinigkeiten. Verletzte, das nötige Glück. Aber es stimmt zuversichtlich, dass wir zuletzt auch gewonnen haben, als schon etwas die Kraft fehlte. Etwa in Dortmund.

kicker: Auswärts spielte Schalke ohnehin oft erfolgreicher. Daheim aber gab es 15 Gegentore. Wie erklärt sich das?

Rost: Wir stehen auswärts defensiver. Das geht in der Arena nicht, da wollen und müssen wir offensiver spielen. Aber es stimmt, wir müssen an der Balance arbeiten. Denn es hat sich oft bewahrheitet, dass Spiele vorne gewonnen werden, Meisterschaften aber in der Defensive. Genauso wie große Namen allein keine Tore schießen oder verhindern. Das ist auch wieder eine Phrase, aber es trifft zu. Du kannst große Namen kaufen, und trotzdem gewinnst du keinen Titel.

kicker: Beweist Schalke nicht gerade das Gegenteil: Dass man mit Stars den Erfolg kaufen kann?

Rost: Es gibt nie eine Garantie. Klar, über einen gewissen Zeitraum setzt sich Qualität durch. Aber elf gute Einzelspieler sind noch längst keine gute Mannschaft. Jedoch muss ich sagen: Gegenüber den vergangenen Jahren ist es hier eine richtig gute Atmosphäre geworden.

kicker: Ein Trainerwechsel hat selten so viel bewirkt wie auf Schalke. Wie lässt sich das erklären?

Rost: Der gravierendste Unterschied ist, dass eine Stammformation gefunden wurde mit einem festen Gerüst. Wenn man so viele Spiele absolviert, sind gewisse Automatismen wichtig.

kicker: Die weiteren Änderungen waren simpel. Hinten eine Viererkette, vorne drei Spitzen, Poulsen und Lincoln in die Zentrale. War das nicht früher möglich?

Rost: Unser Trainer macht nun das, was mit der Mannschaft möglich ist. Man kann halt keine Dreierkette spielen, wenn man nicht die Leute dafür hat. Aber es bringt nichts, nachzukarten. Ralf Rangnick hat erkannt, wie man das Effektivste aus der Mannschaft herausholt. Wir haben drei gute Stürmer, also spielen alle drei.

kicker: Keine Mannschaft hat in der Hinrunde so viele Spiele absolviert wie Schalke. Warum geht das ohne Rotation?

Rost: Es ist wichtig, dass wir nicht mehr einen so riesigen Kader haben. Um eine verschworene Gemeinschaft zu bilden, kannst du vier bis fünf permanent unzufriedene Spieler nicht gebrauchen. Ohne Rotation zu spielen, birgt natürlich andere Risiken. Etwa die Verletzungsgefahr. Sicher, es tut einem hier und da was weh. Aber wir haben jetzt die robusten Typen, die auf die Zähne beißen. Spieler, die permanent verletzt sind, kann man in einer Spitzenmannschaft eh nicht gebrauchen.

kicker: Rudi Assauer warnte, Schalke könne auch drei Mal Zweiter werden. Wäre das enttäuschend?

Rost: Zumindest hätten wir dann alle Vorgaben erfüllt und stünden sogar in der Champions League. Aber letztlich ist klar: Jeder hier wünscht sich, ganz oben zu stehen. Es geht für uns nicht mehr um die anderen Plätze, es geht nur noch um die ersten Plätze. Diesen Anspruch müssen wir jetzt an uns selbst erheben - mit der nötigen Lockerheit. Ich habe keine Angst vor einem Absturz. Wir haben die Klasse und die hungrigen Leute.

kicker: Zuletzt vertraten Sie nach anfänglicher Skepsis auch die Schalker Saisonziele sehr selbstbewusst. Weil Ihnen die Stärke der Mannschaft bewusst wurde?

Rost: Ich träume nicht herum, das wäre Blödsinn und würde unnötigen Druck erzeugen. Aber man muss unsere Möglichkeiten sehen: Wir haben gegen München, Stuttgart, Leverkusen, Hamburg und Dortmund gewonnen. Warum sollten wir uns jetzt verstecken? Jeder sollte wissen, dass die Chance nicht so schnell wiederkommt, in drei Wettbewerben etwas erreichen zu können. Ich werte es zum Beispiel als sehr positiv für uns, dass man sich beim FC Bayern Gedanken macht, wie Schalke aus der Winterpause kommt. Früher hätten sich die Bayern darum nicht gekümmert.

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22.12.2004 - Der Sonntag wird zur Schalker Gewohnheit © Buersche Zeitung (Quelle: westline.de)

Gelsenkirchen - Die Deutsche Fußball Liga hat für die Bundesliga-Rückrunde die Spieltage 22 bis 27 terminiert. Dabei müssen die Fußballer von Schalke 04 gleich in vier von sechs Partien am Sonntag antreten.

Die Ansetzungen für die "Königsblauen" im Überblick: 22. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - FC Schalke 04 (Sonntag, 20. Februar 2005, 17.30 Uhr); 23. Spieltag: Schalke 04 - Hannover 96 (Sonntag, 27. Februar 2005, 17.30 Uhr); 24. Spieltag: VfL Bochum - FC Schalke 04 (Samstag, 5. März 2005, 15.30 Uhr), 25. Spieltag: FC Schalke 04 - Bayern München (Sonntag, 13. März 2005, 17.30 Uhr); 26. Spieltag: FSV Mainz 05 - FC Schalke 04 (Sonntag, 20. März 2005, 17.30 Uhr); 27. Spieltag: FC Schalke 04 - 1. FC Nürnberg (Samstag, 2. April 2005, 15.30 Uhr).

Der Großteil der Schalker Anhänger dürfte darüber nicht besonders glücklich sein - wie Boris Liebing, Vorsitzender des Fan-Clubs "Blau-Weiße Flankengötter": "Der Sonntag ist ein ganz schlechter Termin für die Fans."

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20.12.2004 - Ailton droht wegen Rodeo-Verletzung keine Strafe © dpa - Meldung vom 21.12.2004 10:30 Uhr

Düsseldorf - Der brasilianische Stürmer Ailton, der sich beim Rodeo in seiner Heimat zwei Finger gebrochen hat, muss nicht mit einer Strafe seines Arbeitgebers rechnen. Der Manager des Fußball- Bundesligisten FC Schalke 04, Rudi Assauer, will aber das Gespräch mit dem Torjäger suchen.

«Wir werden nach seiner Rückkehr mit ihm reden, ob es nicht günstiger ist, mit dem Rodeo-Reiten erst nach seiner Karriere weiterzumachen», kündigte Assauer in der «Bild»- Zeitung an. «Nicht, dass er sich beim nächsten Mal die Knochen bricht.»

Pferde-Besitzer Ailton hatte während seines Weihnachtsurlaubs in seinem Heimatort Mogeiro am brasilianischen Rodeo «Vaquejada» teilgenommen und sich am Finaltag beim Kampf mit einem Ochsen zwei Finger der rechten Hand gebrochen. Trotz allem kündigte der 31- Jährige an, auch im nächsten Jahr bei diesem Rodeo starten zu wollen. In Ailtons Lizenzspielervertrag mit Schalke gibt es keine Klausel, die ihm das Rodeo-Reiten ausdrücklich untersagt.

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20.12.2004 - Ailton verletzt sich beim Rodeo - © dpa - Meldung vom 20.12.2004 15:34 Uhr

Düsseldorf - Der brasilianische Stürmer Ailton hat sich beim Rodeo in seiner Heimat eine Handverletzung zugezogen, berichteten am 20. Dezember mehrere Zeitungen.

Laut «Bild»-Zeitung zog sich der 31 Jahre alte Torjäger des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 am Finaltag der dreitägigen Veranstaltung Fingerbrüche an der rechten Hand zu, als er nach mehreren gewonnenen Rodeo-Runden an den Vortagen einen Ochsen am Schwanz zog. «Es war auch ein sehr schwerer Ochse», sagte Ailton dem Blatt. Schalke wollte zu dem Vorfall zunächst keine Stellung nehmen.

Darüber hinaus kann Ailton wohl doch noch mit einer Berufung in die brasilianische Nationalmannschaft rechnen. Trainer Carlos Alberto Parreira hat ihm laut der Berliner Tageszeitung «B.Z.» nach dem Benefizspiel in Madrid einen Einsatz beim Konföderationen-Cup im Juni 2005 in Deutschland zugesichert. «Gegen Griechenland in Leipzig stehe ich im Kader», so Ailton.

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16.12.2004 - Schalke bleibt Gruppenzweiter im UEFA-Cup - © dpa - Meldung vom 16.12.2004 23:03 Uhr

Hamburg - Der FC Basel hat sich durch einen 1:0-Sieg über Feyenoord Rotterdam einen der letzten sieben Plätze für die Drittrundenspiele im UEFA-Cup gesichert. Wegen des nur knappen Erfolges blieben die Schweizer in der Gruppe A hinter Rotterdam und dem FC Schalke 04 zurück.

Damit kommt auf die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick bei der Auslosung in Nyon ein schwerer Brocken zu. Als Gruppenzweiter werden die Gelsenkirchener einem «Absteiger» aus der Champions League zugelost. Die Spiele der dritten Runde, in der die Bundesliga außerdem mit dem VfB Stuttgart und Alemannia Aachen vertreten ist, finden am 16./17. und 24. Februar 2005 statt.

Im Wettbewerb ist dann auch noch der zweimalige UEFA-Cup-Sieger FC Parma, der in der Gruppe B am letzten Spieltag Besiktas Istanbul mit 3:2 bezwang und von der Lütticher Niederlage gegen Athletic Bilbao profitierte. Standard kassierte vor heimischem Publikum eine 1:7-Schlappe gegen die Spanier, deren überragender Mann der dreifache Torschütze Santiago Ezquerro war.

Weil in der Gruppe C auch Real Saragossa durch ein 1:1 gegen den damit gescheiterten FC Brügge als Gruppenzweiter die Zwischenrunde erreichte, überwintert Spanien mit insgesamt fünf Teams im UEFA-Cup. Austria Wien sicherte sich durch einen 2:1-Auswärtssieg beim FC Utrecht das letzte Ticket in dieser Gruppe.

In der Gruppe D reichte dem bereits qualifizierten englischen Club Newcastle United ein 1:1 gegen Sporting Lissabon zum Gruppensieg. Die drittplatzierten Portugiesen wurden noch vom FC Sochaux überflügelt, der gegen Panonios Athen mit 1:0 erfolgreich war.

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16.12.2004 - Hinrunden-Statistik: Frisch treffen Schalker besser - © www.westline.de / Buersche Zeitung

Gelsenkirchen - Wären Fußballspiele nach 75 Minuten beendet, würde der FC Schalke 04 in dieser Saison nach der Hinserie noch besser dastehen, als es ohnehin der Fall ist. Die Minuten 76 bis 90 waren die Achillesferse der "Königsblauen" - sechs von 21 Gegentoren fielen in diesem Zeitraum.

In seiner Hinrunden-Statistik präsentiert das Fußball-Fachmagazin "Kicker" einige interessante Fakten und Kuriositäten, in denen auch Schalker Akteure eine Rolle spielen.

Den zahlreichen späten Gegentreffern entsprechend würde eine Tabelle der zweiten Halbzeit die Schalker auch nur auf dem elften Platz sehen. Ginge es nur um die ersten 45 Minuten, würden die Schützlinge von Trainer Ralf Rangnick punktgleich mit dem Hamburger SV an der Tabellenspitze rangieren - denn immerhin kassierten die Schalker beispielsweise in den ersten 15 Minuten nur ein Gegentor.

Und wie sah es mit den eigenen Erfolgserlebnissen aus? Am treffsichersten waren die Schalker Angreifer vor der Pause. Frisch aus der Kabine gekommen, konnten die Fans in den ersten 30 Minuten zwölfmal jubeln, bis zum Halbzeittee kamen dann noch weitere fünf Treffer dazu. Was allerdings auch bedeutet, dass die Kurve bei insgesamt 26 erzielten Toren nach der Pause steil nach unten zeigt. Insgesamt lediglich neun weitere Treffer waren danach zu verzeichnen.

Bei den Torjägern hat trotz seiner kleiner Krisen und Befindlichkeiten immer noch der Brasilianer Ailton die meisten Treffer für die "Königsblauen" in der Hinrunde markiert - insgesamt sechs, wobei er aber nur knapp vor Gerald Asamoah und Lincoln rangiert, die fünfmal selbst für Torjubel sorgten. Was aber den Unterschied zu Ailton ausmacht, verdeutlicht die "Vorarbeiter-Rangliste". Denn dort taucht Ailton vorne gar nicht nicht auf, Asamoah und Lincoln aber können sich jeweils fünf "Scorer-Punkte" gutschreiben lassen. Und die sind ja in vielen Fällen fast genauso wichtig wie die Spieler, die letztendlich den Ball mit dem Fuß über die Linie drücken.

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15.12.2004 - FC Basel entscheidet über den Schalker Gruppenplatz - © www.westline.de

Gelsenkirchen - Gespannt blicken viele Fans des FC Schalke 04 am Donnerstag nach Basel. Denn in der Schweiz entscheidet sich in der UEFA-Cup-Partie zwischen dem FC Basel und Feyenoord Rotterdam, auf welche Gegner die "Königsblauen" in der nächsten Runde dieses Pokalwettbewerbs treffen können.

Nachdem die Schalker ihr letztes Gruppenspiel Anfang Dezember mit 1:2 in Rotterdam verloren, ist ein Gruppensieg nicht mehr möglich. Auf Rang drei kann Schalke nur abrutschen, wenn Basel gegen Feyenoord mit exakt zwei Toren Vorsprung gewinnt. In diesem Fall würde die größere Anzahl erzielter Tore aus allen Gruppenspielen im Vergleich zu Rotterdam und Basel gegen die "Königsblauen" sprechen. Fällt der Baseler Sieg höher als mit zwei Treffern aus, rutscht der bisherige Spitzenreiter Feyenoord Rotterdam hinter die "Königsblauen" auf den dritten Gruppenplatz zurück.

Im Falle eines zweiten Platzes würde dem FC Schalke 04 ein Gruppendritter aus der Champions-League zugelost. Diese Platzierung belegten die Clubs Ajax Amsterdam, FC Valencia, Panathinaikos Athen, Olympiakos Piräus, ZSKA Moskau, Dynamo Kiew, Schachtjor Donezk und Fenerbahce Istanbul. Die Auslosung findet am kommenden Freitag um 13 Uhr in Nyon statt. 32 Mannschaften sind noch im UEFA-Cup-Wettbewerb, in dem es dann im K.O.-System weiter geht.

Als Gruppenzweiter würden die Schalker am 16./17. Februar 2005 zunächst auswärts antreten. Das Rückspiel wäre am Donnerstag, dem 24. Februar, in der Arena "AufSchalke." Als Gruppendritter würde die Elf von Ralf Rangnick dagegen zunächst einen der sieben Sieger der anderen UEFA-Cup-Gruppen empfangen, wobei ein Duell mit einem Bundesligisten nicht möglich ist. Weitere UEFA-Cup-Termine: Achtelfinale 10. und 16./17. März, Viertelfinale: 7. und 14. April, Halbfinale: 28. April und 5. Mai, Endspiel: 18. Mai in Lissabon.

Bisher haben die Schalker die Schalker rund vier Millionen Euro im laufenden UEFA-Cup-Wettbewerb verdient. Finanzchef Josef Schnusenberg hofft, dass noch einiges Geld in diesem Wettbewerb eingespielt werden kann, um den Schalker Kader weiter zu verstärken.

Frank Leszinski

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14.12.2004 - Ernsts Gewissen ist rein - © Buersche Zeitung

Gelsenkirchen - Die Brisanz seines Wechsels vom Deutschen Meister Werder Bremen zum Ligakonkurrenten Schalke 04 ist Fabian Ernst sehr wohl bewusst, ein schlechtes Gewissen plagt den 25 Jahre alten Nationalspieler aber nicht.

"Ich habe mich in erster Linie entschieden, in Bremen nicht verlängern zu wollen. Wegen der WM 2006 in Deutschland wollte ich nicht ins Ausland wechseln", meinte Ernst nach der Ankunft der deutschen Nationalmannschaft in Yokohama, wo morgen im Zuge der Asien-Reise die erste Partie gegen Asienmeister Japan auf dem Programm steht. Der "Fall Ernst" hatte die Gemüter in Bremen in den vergangenen Tagen schwer erhitzt.

Nachdem die Schalker am Samstag den Wechsel des elfmaligen Nationalspielers publiziert hatten, war beim SV Werder kurzzeitig das Internet zusammengebrochen. In den Foren der Homepage warfen zahlreiche Anhänger ihrem Mittelfeldspieler vor, absichtlich bis nach dem letzten Liga-Heimspiel vor der Winterpause mit der Veröffentlichung des Transfers gewartet zu haben, um einem möglichen Spießrutenlauf aus dem Weg zu gehen. Diesen Eindruck konnte Ernst auch in Japan kaum entkräften. "Ein Schelm, der sowas denkt", meinte er vielsagend, der die Verantwortung für die Verhandlungen in den vergangenen Wochen Berater Roger Wittmann übertragen hatte.

Bei Werder brach Internet zusammen

Dennoch hofft der 25-Jährige auf die Unterstützung der Bremer Anhängerschar in der Rückrunde: "Am Ende hängt viel von meiner Leistung ab. Aber ich habe vier Jahre alles für den Verein gegeben. Jetzt möchte ich einfach mal ein anderes Umfeld kennen lernen. Die finanziellen Argumente spielten bei meiner Entscheidung eine untergeordnete Rolle."

Ausschlaggebend seien die sportlichen Perspektiven und der neue Trainer beim ersten Bayern-Jäger gewesen. "Ralf Rangnick war auch mit ausschlaggebend. Und Schalke kann in den nächsten Jahren zur zweiten oder sogar ersten Kraft in der Bundesliga werden", sagte Ernst. Ein Wechsel ins Ausland hätte einen Schnitt bedeutet", meinte Ernst, der in Schalke einen Fünfjahresvertrag unterschrieben hat und bis zu drei Millionen Euro pro Jahr verdienen soll.

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13.12.2004 - Intersaisonaler Vergleich - © sml/Can

Saison Tore Punkte
94/95 22:24 13
95/96 21:23 18
96/97 25:26 13
97/98 20:15 22
98/99 19:29 12
99/00 21:20 18
00/01 35:17 24
01/02 20:20 22
02/03 21:14 22
03/04 23:23 14
04/05 26:21 24

Nur in einer von zehn Spielzeiten haben wir mehr Tore geschossen als in dieser Saison.

In keiner der zehn vergangenen Spielzeiten hatten wir gleich viele Punkte - unsere Vizemeister-Saison mit 33 Punkten war ähnlich erfolgreich.

In sieben von zehn Spielzeiten haben wir weniger Gegentreffer kassiert.

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13.12.2004 - Pander muss zu Hause bleiben - © www.westline.de

Gelsenkirchen - Bis Montagvormittag hatte Christian Pander in der DFB-Zentrale in Frankfurt noch die kleine Hoffnung, die Asien-Reise der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mitmachen zu können. Doch kurz vor dem Abpflug nach Tokio entschieden die Ärzte, das der Schalker besser zu Hause bleibt.

Eine kurzfristig durchgeführte Kernspintomografie ergab einen leichten Bandscheibenvorfall am Lendenwirbel.

"Natürlich bin ich traurig, ich wäre gerne mitgefahren, um in Asien internationale Erfahrung zu sammeln", erzählt Pander im Gespräch mit der BZ. Doch die Verletzung sei kein Grund zur Beunruhigung. Dienstag wird sich Pander mit Mannschaftsarzt Dr. Thorsten Rarreck zusammen setzen, wie er den Heilungsverlauf wirkungsvoll begleiten kann.

Zum Trainingsauftakt am 5. Januar will der Schalker Verteidiger sich pünktlich zurückmelden. Pander: "Meine Bandscheibe ist in Ordnung. Die Beschwerden rühren vielmehr aus dem Gesäßbereich."

Aufstieg im Rekordtempo

In punkto Verletzungen ist Pander ja ein gebranntes Kind. Wegen eines Beckenschiefstandes, der lange Zeit nicht als solcher erkannt worden war, hatte der Schalker viele Monate aussetzen müssen. In dieser Saison blieb er bisher von Verletzungen verschont und hat sich im Abwehrbereich als zuverlässige Größe erwiesen.

Dem verpassten Einsatz in der Nationalmannschaft gewinnt der gebürtige Münsteraner aber auch eine gute Seite ab: "Jetzt habe ich endlich Zeit, die letzten Monate gedanklich zu verarbeiten." Damit hat der Schalker viel zu tun, denn sein sportlicher Aufstieg vollzog sich im Rekordtempo, wo sich ein Höhepunkt an den nächsten reihte.

Der Linksfuß eroberte sich zunächst einen Stammplatz bei den "Königsblauen", um nun schon an der Tür zur Nationalmannschaft zu klopfen. "Das hätte ich mir vor der Saison nicht träumen lassen", gibt Pander zu, der in der Rückrunde der Bundesliga mit dem FC Schalke 04 ein gewichtiges Wort um die Meisterschaft mitsprechen will. "Wenn wir genauso viel Punkte wie in der Hinrunde holen, können wir Deutscher Meister werden. Denn ich glaube nicht, dass die Bayern so viele Zähler holen wie in den ersten 17 Bundesligapartien," wagt Pander eine optimistische Prognose.

Kein Zweifel: Das letzte halbe Jahr hat sein Selbstvertrauen gestärkt. Auf diesem Weg will er weiter machen.

-les

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12.12.2004 - Wenn die roten Lampen glühen... / Müde Schalker müssen sich mit 1:1 begnügen - © www.westline.de

Gelsenkirchen -Wer nicht leise pfiff, schaute betreten nach unten. Der Rest ballte wütend die Faust in der Tasche, es folgte das große Schweigen. Erst Minuten später löste sich die Verkrampfung. Keine ausgelassene Fröhlichkeit, aber freundlicher Beifall für die königsblauen Berufs-Fußballer. Dank für eine großartige Hinrunde, spärlicher Applaus für ein mühsames 1:1 gegen einen ordentlich kickenden SC Freiburg.

Nicht alle Versuche, Gelassenheit zur Schau zu stellen, gelangen. Allen voran Ralf Rangnick mochte seine Enttäuschung nicht verbergen. "Natürlich sind wir alle traurig, denn wir hätten heute sehr gern gewonnen", meinte der Schalker Chef-Trainer, "aber wir wussten schon die ganze Woche, wie schwer diese Partie wird, dass da kein Selbstläufer auf uns wartet."

Es hätte aber dennoch ein bisschen mehr sein können. "Doch wir haben heute klarste Chancen nicht genutzt", bemängelte Rangnick. Und dann sprach er gelassen aus, was bis in den letzten Winkel zu spüren war: "Langsam fangen bei einigen die roten Lämpchen an zu glühen."

Und es sind gleich mehrere, die sich in dieser Liste um Platz eins bewerben. Etwa Lincoln, der eine riesige Runde gespielt hat und am Samstag "so viele Fehler gemacht hat, wie er sie sonst nie macht", wie Rudi Assauer bemerkte. Oder ein Ebbe Sand, der nun seit Monaten einen Gutteil der Ailtonschen Laufarbeit mit übernimmt und schlichtweg ausgebrannt wirkt. Also sprach Rangnick: "Die Ruhepause jetzt haben wir uns verdient, dann werden wir richtig angreifen."

Bis dahin werden sie alle die 90 Minuten verdaut haben. Krstajic hatte die Schalker mit einem Kopfball in Führung gebracht (24.). Doch als dann nacheinander Ailton, Sand und Hanke prima Chancen vergaben, schöpften die Breisgauer frischen Mut und kamen in der 86. Minute zum nicht unverdienten Ausgleich.

Die Herbstmeisterschaft ist verpasst, aber das war an diesem Wochenende die geringste Sorge. "Vielleicht ist es gut, dass wir Zweiter sind", dachte Rangnick laut nach. Und Altintop meinte völlig emotionslos: "Wir müssen einsehen, dass wir noch nicht so weit sind. Wenn wir aber aus diesem Spiel unsere Lehren ziehen, haben wir gute Chancen, deutscher Meister zu werden." Der Traum vom Titel wird weiter unter jedem Schalker Weihnachtsbaum liegen.

Gerd Strohmann

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11.12.2004 - Schalke verspielt Herbstmeisterschaft: 1:1 gegen Freiburg - © www.westline.de

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bundesliga um vier Minuten verpasst. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick kam am letzten Hinrunden-Spieltag trotz spielerischer Überlegenheit gegen den Tabellenletzten SC Freiburg nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus.

Die Königsblauen gingen vor 60 433 Zuschauern durch ein Kopfballtor von Mladen Krstajic (24.) in Führung und wähnten sich bis zur 86. Minute an der Tabellenspitze. Dann schaffte Roda Antar das für den abstiegsbedrohten Sportclub wichtige 1:1 und bewahrte die Freiburger damit vor der achten Niederlage in Folge.

Schalke spielte mit der erwarteten Formation, musste allerdings kurzfristig Christian Pander (Muskelprobleme) ersetzen. Für ihn rückte Levan Kobiaschwili auf die linke Abwehrseite, Niels Oude Kamphuis spielte im defensiven Mittelfeld. Wesentlich mehr Ausfälle musste der Tabellenletzte aus dem Breisgau verkraften. Trainer Volker Finke musste gleich neun Spieler ersetzen, die wegen Krankheit oder Verletzung nicht zur Verfügung standen. Die große Verunsicherung merkte man den Gästen, die vor einer Woche ein 0:6-Debakel gegen Werder Bremen verkraften mussten, von der ersten Spielminute an. Der Tabellenzweite aus dem Revier übernahm sofort das Kommando und hatte durch Spielmacher Lincoln (2.), Gerald Asamoah (13.), Marcelo Bordon (19.) und Hamit Altintop (22.) große Möglichkeiten. Doch SC-Torwart Richard Golz verhinderte zunächst mit einigen Glanzparaden den frühen Rückstand.

In der 24. Minute war Golz allerdings machtlos. Krstajic traf nach einem Lincoln-Freistoß mit einem wuchtigen Kopfball ins Netz. Kurze Zeit später brach erneut Jubel aus, als Stuttgarts Führung bei den Bayern vermeldet wurde. Bis zum Pausenpfiff hätten die hoch überlegenen Schalker durchaus höher in Führung gehen können. Nach dem Wechsel bemühten sich die Freiburger intensiver um den Ausgleich, ohne jedoch viel Torgefahr auszustrahlen. Im Gegenteil: Schalke erspielte sich weitere gute Chancen durch Ebbe Sand (54.), der jedoch knapp an einem Pass von Ailton vorbei rutschte. Der Brasilianer hatte in der 69. Minute selbst das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber am besten Freiburger Golz. In den letzten Spielminuten gelang Antar doch noch der Ausgleich für die Elf aus dem Breisgau. Dennoch ließen sich die Schalker Fans die vorweihnachtliche Stimmung nicht vermiesen.

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11.12.2004 - Schalke verpflichtet Bremer Ernst für fünf Jahre - © dpa - Meldung vom 11.12.2004 22:37 Uhr

Gelsenkirchen - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 wird sich zur nächsten Saison mit Fabian Ernst verstärken. Wie der Verein mitteilte, gab der 25 Jahre alte elfmalige DFB-Nationalspieler, dessen Vertrag beim deutschen Meister Werder Bremen im kommenden Sommer ausläuft, den Gelsenkirchenern eine Zusage bis zum 30. Juni 2010.

«Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, Fabian Ernst zu verpflichten. Er wird eine wesentliche Verstärktung für uns sein», sagte Schalke-Manager Rudi Assauer. Für Trainer Ralf Rangnick ist der Mittelfeldspieler ein wichtiger Mosaikstein für die künftige Schalker Mannschaft. «Er ist in Bremen zum Führungsspieler gereift und im besten Fußballeralter. Es macht uns ein wenig stolz, dass sich Ernst für uns entschieden hat, obwohl es eine große Auswahl an potenziellen neuen Vereinen gab», sagte Rangnick.

Ernst war im Sommer 2000 vom Hamburger SV nach Bremen gewechselt, hatte aber frühzeitig angekündigt, dass er seinen auslaufenden Vertrag an der Weser nicht verlängern wolle und schließt sich zum 1. Juli 2005 ablösefrei dem FC Schalke 04 an. «In der Bundesliga gibt es für mich nur die Alternative Schalke. Es ist gewaltig, was hier wächst», sagte Ernst der «Bild am Sonntag».

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11.12.2004 - Schalke verspielt gegen Freiburg Herbstmeisterschaft - © dpa - Meldung vom 11.12.2004 17:38 Uhr

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bundesliga um vier Minuten verpasst. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick kam am letzten Hinrunden-Spieltag trotz spielerischer Überlegenheit gegen den Tabellenletzten SC Freiburg nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus.

Die Königsblauen gingen vor 60 433 Zuschauern durch ein Kopfballtor von Mladen Krstajic (24.) in Führung und wähnten sich bis zur 86. Minute an der Tabellenspitze. Dann schaffte Roda Antar das für den abstiegsbedrohten Sportclub wichtige 1:1 und bewahrte die Freiburger damit vor der achten Niederlage in Folge.

Schalke spielte mit der erwarteten Formation, musste allerdings kurzfristig Christian Pander (Muskelprobleme) ersetzen. Für ihn rückte Levan Kobiaschwili auf die linke Abwehrseite, Niels Oude Kamphuis spielte im defensiven Mittelfeld. Wesentlich mehr Ausfälle musste der Tabellenletzte aus dem Breisgau verkraften.

Trainer Volker Finke musste gleich neun Spieler ersetzen, die wegen Krankheit oder Verletzung nicht zur Verfügung standen. Die große Verunsicherung merkte man den Gästen, die vor einer Woche ein 0:6-Debakel gegen Werder Bremen verkraften mussten, von der ersten Spielminute an. Der Tabellenzweite aus dem Revier übernahm sofort das Kommando und hatte durch Spielmacher Lincoln (2.), Gerald Asamoah (13.), Marcelo Bordon (19.) und Hamit Altintop (22.) große Möglichkeiten. Doch SC-Torwart Richard Golz verhinderte zunächst mit einigen Glanzparaden den frühen Rückstand.

In der 24. Minute war Golz allerdings machtlos. Krstajic traf nach einem Lincoln-Freistoß mit einem wuchtigen Kopfball ins Netz. Kurze Zeit später brach erneut Jubel aus, als Stuttgarts Führung bei den Bayern vermeldet wurde. Bis zum Pausenpfiff hätten die hoch überlegenen Schalker durchaus höher in Führung gehen können. Nach dem Wechsel bemühten sich die Freiburger intensiver um den Ausgleich, ohne jedoch viel Torgefahr auszustrahlen. Im Gegenteil: Schalke erspielte sich weitere gute Chancen durch Ebbe Sand (54.), der jedoch knapp an einem Pass von Ailton vorbei rutschte. Der Brasilianer hatte in der 69. Minute selbst das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber am besten Freiburger Golz. In den letzten Spielminuten gelang Antar doch noch der Ausgleich für die Elf aus dem Breisgau. Dennoch ließen sich die Schalker Fans die vorweihnachtliche Stimmung nicht vermiesen.

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10.12.2004 - Schalke will 2005 Gewinn erwirtschaften - © dpa - Meldung vom 10.12.2004 20:18 Uhr

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 setzt weiter auf einen mutigen Expansionskurs. «Wir werden bald Gewinne machen. Schon 2005», sagte der Schalker Finanzvorstand Josef Schnusenberg den «Ruhr Nachrichten». Nicht zuletzt deshalb plane der Verein eine weitere Verstärkung des Kaders.

«Wenn wir Geld übrig haben und Gewinne machen, werden wir es ganz sicher gleich wieder in Spieler investieren», kündigte Schnusenberg an. Obwohl der Fußball-Bundesligist Verbindlichkeiten in Höhe von knapp über 100 Millionen Euro ausweist und wegen einer Anleihe beim Investmentbanker Stephen Schechter seine Zuschauereinnahmen über Jahre verpfänden musste, sieht Schnusenberg keinen Grund zur Sorge: «Man nimmt sich bei uns immer nur die Schulden raus statt zu gucken, was dem gegenüber steht. Das ist eine unzulässige Verknappung.»

Für Kritik an der Geschäftspolitik hat Schnusenberg wenig Verständnis. Der FC Schalke 04 hatte das Gelände des alten Parkstadions von der Stadt Gelsenkirchen für einen Symbolpreis von 1 Euro erstanden, es in der Bilanz aber mit einem Wert von 15,6 Millionen Euro ausgewiesen. «15,6 Millionen sind aus unserer Sicht noch zu wenig. Diese Zahl kommt ja nicht von uns, sondern von einem Gutachter. Wir haben nur versucht, unser negatives Kapitalkonto wegzukriegen. Das ist in der freien Wirtschaft ein ganz normaler Vorgang», sagte Schnusenberg.

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09.12.2004 - "Der Verrückte" verlässt den FC Schalke - © www.westline.de

Gelsenkirchen - Am Ende ging alles schnell und schmerzlos. Jörg Böhme wird den FC Schalke verlassen und wechselt zum 1. Januar 2005 zu Borussia Mönchengladbach.

"Jörg sieht hier nicht mehr die Perspektive, Stammspieler zu werden. Und das sicher nicht ganz zu Unrecht", erklärte am Donnerstag Manager Rudi Assauer und meldete den Transfer als perfekt. Über eine etwaige Ablöse wollte er keine Angaben machen - "irgendwann wird schon eine fällig".

Interesse an Owomoyela

Jörg Böhme, der in dieser Saison gerade einmal zwei Partien für die Königsblauen absolvierte, hatte in einem Gespräch mit Ralf Rangnick betont, auf Dauer käme für ihn ein Platz hinter der Stammelf, nicht in Frage. Der Chef-Trainer aber hatte dem 30-Jährigen deutlich gemacht, "dass aktuell und auch in der Zukunft ein Platz in der ersten Elf schwierig wird".

Damit war die Scheidung schon beschlossene Sache, zumal es bei Rangnick auch auf Unverständnis gestoßen war, dass der Linksfuß vor gut einer Woche mit einer Krankmeldung dem Spielbetrieb den Rücken gekehrt hat. Nicht die erste Merkwürdigkeit der Person Jörg Böhme. Auch wenn Rudi Assauer gestern noch einmal die besonderen Verdienste rühmte, "er war einer der besten Einkäufe der letzten Jahre, er hat für Schalke Hervorragendes geleistet" - eine Rauferei mit Frank Rost, der unangemeldete Umzug in seine Heimat Steinhagen, die Disco-Affäre. All das hatte für wenig rühmliche Schlagzeilen gesorgt. So wurde die Luft für ihn immer dünner, der Wechsel war die logische Konsequenz. Sein Vertrag in Gladbach läuft bis 2006, plus einjähriger Option.

Der eine geht, ein anderer soll angeblich kommen. Der Bielefelder "Senkrechtstarter" Patrick Owomoyela steht angeblich auf der Wunschliste, auch wenn Assauer mit betont pointierter Stimme sagte, "wir haben bisher nicht mit ihm gesprochen". Bisher ist morgen schon wieder Vergangenheit, und Ralf Rangnick räumte zumindest ein, er beobachte den Bielefelder, der jetzt sogar im Kader der Nationalelf Aufnahme gefunden hat, schon länger. Und es schien so, als schaue er ganz genau hin.

Die "Baustelle Altintop" ist endgültig geschlossen. Assauer mokierte sich zwar noch einmal über das angeblich "unfaire" Verhalten der Wattenscheider, meinte dann aber abschließend: "Das Geld ist bezahlt, also Schluss mit dem Theater." SG-Boss Rüdiger Knaup bestätigte am Donnerstag den Zahlungseingang.

Gerd Strohmann

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09.12.2004 - Borussia verpflichtet Jörg Böhme vom FC Schalke 04 - © www.borussia.de

Borussia hat Jörg Böhme vom FC Schalke 04 verpflichtet. Der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler unterschrieb einen Vertrag bis 30. Juni 2006 und stößt in der Winterpause zum VfL. Jörg Böhme wechselt ablösefrei zu Borussia. "Jörg bringt viel Erfahrung mit, ich bin sicher, dass wir uns mit ihm im linken Mittelfeld verstärken", so Borussias Sportdirektor Christian Hochstätter. Mit Jörg Böhme führten wir heute Mittag ein kurzes Gespräch über seinen Vereinswechsel.

Jörg, bereits im Sommer gab es Kontakte zwischen Dir und Borussia. Jetzt hat es mit dem Wechsel geklappt. Wie ist das gelaufen?

Stimmt, Christian Hochstätter hat schon im Sommer bei mir angefragt. Ich habe damals mit Schalke 04 gesprochen und wir haben uns darauf verständigt, erst einmal weiterzumachen. Aber der Kontakt zu Borussia ist nie abgerissen, Gott sei Dank. Dass es jetzt geklappt hat, ist natürlich überragend.

Was erhoffst Du Dir durch den Wechsel nach Gladbach?

Ich freue mich darauf, wieder spielen zu können. Borussia ist ein Traditionsverein mit einem tollen neuen Stadion. Ich hoffe, dass ich helfen kann, dass es in der Rückrunde sportlich besser läuft und der Verein seine Ziele erreicht. Momentan steht die Mannschaft unten drin, aber vielleicht gelingt ja am Sonntag gegen Leverkusen schon ein Dreier.

Du hast Dich in der Vergangenheit schon häufiger positiv über Borussia geäußert. Welche Beziehung hast Du zu Deinem neuen Verein?

Als Kind war ich immer Gladbach-Fan. Gemeinsam übrigens mit meinem Kumpel Bernd Schneider von Bayer Leverkusen. Auf dem Sportinternat in Jena waren wir die beiden einzigen Borussia-Anhänger. Alle anderen waren für die Bayern.

Du verlässt Schalke 04 nach viereinhalb Jahren. Insgesamt eine sehr erfolgreiche Zeit, oder?

Absolut. Ich hatte wunderschöne Jahre auf Schalke und es wird bestimmt nicht spurlos an mir vorübergehenden, wenn ich am Samstag vor dem Spiel gegen Freiburg verabschiedet werde. Aber sportlich lief es eben nicht mehr so, wie ich mir das vorstelle und deshalb habe ich mich für das Angebot von Borussia entschieden.

Wann wirst Du zum ersten Mal in Gladbach sein?

Ich war gestern schon zum medizinischen Check da und habe mir nachher von Christian Hochstätter das Stadion zeigen lassen. Am 28.12. zum Trainingsauftakt für die Rückrunde werde ich da sein.

Jörg Böhme bestritt zehn Länderspiele (ein Tor) in der deutschen A-Nationalmannschaft, 167 Bundesligaspiele (26 Tore) und elf Europapokalspiele (ein Tor). Mit Schalke 04 gewann er 2001 und 2002 den DFB-Pokal, bei der WM 2002 gehörte er zum Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft.

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08.12.2004 - Schnusenbergs schwarze Zahlen - © Reviersport

Es war kein einfacher Job für Josef Schnusenberg, als er im vergangenen Jahr die Bilanz des FC Schalke 04 e.V. erklären musste. 4,19 Millionen Euro Miese in 2003, noch geschönt durch die Bewertung des alten Parkstadions dank einer neu gegründeten GmbH, die das Minus halbwegs erträglich aussehen ließen. Auch der Umsatz-Rückgang von über 19 Millionen bei einem Schulden-Stand von satten 102 Millionen Euro tat nicht gut. In diesen sportlich erfolgreichen Tagen sieht das alles etwas erfreulicher aus, obwohl der Schalker Finanz-Vorstand erneut einen Verlust vermelden muss.

Herr Schnusenberg, haben Sie schon Kassensturz gemacht?
Nein, wir haben noch bis zum 31. Dezember Zeit, das ist der Bilanz-Stichtag. Im Februar 2005 werden wir die Ergebnisse dann an die Öffentlichkeit geben können.

Sie wissen doch schon jetzt, was auf der Einnahmen- und Ausgabenseite steht!
Schon. Das Bilanz-Ergebnis wird in diesem Jahr um einiges höher werden als im letzten Jahr, aber noch nicht so, dass wir ein positives Ergebnis haben werden. Es ist weiterhin stark geprägt von Abschreibungen.

Also nochmals ein Minus?
Ja, aber das habe ich auch schon bei der Mitgliederversammlung Ende Juni angekündigt und ist auch nichts, das mich beunruhigt.

Im letzten Jahr ging ein Aufschrei durch die Republik. Schalke sei pleite, das Stichwort vom Schulden-Club à la Dortmund machte die Runde!
Damit mussten und konnten wir gut leben, denn ich bin nicht der Auffassung, dass die wirtschaftliche Situation der beiden Vereine vergleichbar ist. Wir haben unsere Hausaufgaben immer gemacht und sind für die Zukunft bestens aufgestellt.

Obwohl Sie wieder Miese machen?
Jetzt macht sich einfach die Transfer-Politik der vergangenen Jahre bemerkbar. Wir haben in den letzten fünf Spielzeiten 60 Millionen für Spieler-Verpflichtungen ausgegeben. Den höchsten Punkt an Abschreibungen hierfür hatten wir 2003 mit 15 bis 16 Millionen, 2004 sind es etwa zwölf und im nächsten Jahr wird diese Zahl dramatisch abnehmen. Deshalb gehe ich davon aus, dass wir in 2005 schwarze Zahlen schreiben werden.

Wie wirkt sich der sportliche Erfolg der vergangenen Monate auf diese Zahlen aus?
Da ich ein gnadenloser Optimist bin, habe ich immer damit gerechnet habe, dass wir uns sportlich wieder verbessern würden. Der UI- und UEFA-Cup hat uns vier bis viereinhalb Millionen Euro in die Kasse gespült. Auch die bessere Platzierung in der Bundesliga-Tabelle macht sich natürlich positiv bemerkbar, da wir dadurch höhere Ausschüttungen an Fernsehgeldern haben.

Die wiederum durch solche Ausgaben wie die 4,4 Millionen Euro Gebühren für die Arena-Nutzung und -Überwachung, die nach einem Beschluss des Gelsenkirchener Amtsgerichts demnächst fällig werden, egalisiert werden.
Diese Summe ist in der Bilanz bereits erfasst. Sie kam ja nicht überraschend, die Arena ist schließlich seit August 2001 in Betrieb. Für solche Fälle haben wir selbstverständlich Rücklagen gebildet, die als solche in unserer Bilanz auch ausgewiesen waren.

Im Sommer 2005 soll das Reha- und Gesundheitszentrum Auf Schalke eröffnet werden. Eine weitere Einnahme-Quelle für den FC Schalke?
Wir sind nicht Investor, sondern ausschließlich zu 50 Prozent an der Betriebs-Gesellschaft beteiligt. Da können wir uns schön entspannt zurück lehnen und gucken, was die Leute dort so machen. Die Eröffnung muss übrigens verschoben werden, wir rechnen mit einem Termin im Juli oder August. Und spätestens 2007 rechnen wir auch hier mit Erträgnissen.

Wird es noch weitere Projekte rund um die Arena geben, nachdem die Fußball-Erlebniswelt nicht realisiert werden konnte?
Nein. Wir warten erst einmal die WM ab und dann gucken wir weiter.

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06.12.2004 - Fußballer des Monats November: Lincoln - Ein kleiner Zauberer mit großem Erfolg - © kicker

Wohl dem, der diese Schalke-Fans hinter sich hat: Nach Oktober-Gewinner Gerald Asamoah lag auch im November ein Spieler der Königsblauen vorn. Lincoln schoss den Traditionsklub bis auf Platz zwei - und sich zum Fußballer des Monats.

Als Gerald Asamoah vergangenen Monat mit großer Mehrheit Fußballer des Monats wurde, prophezeiten viele auf Schalke, dass Spielmacher Lincoln (25) der nächste sein würde, der diese Auszeichnung erhält. Und weil der Brasilianer in den vergangenen Wochen noch einen Tick spektakulärer spielte als zuvor, ist die Sache nun tatsächlich perfekt: Bei der vom kicker, der DFL und dem DSF organisierten Wahl zum Fußballer des Monats November setzte sich Lincoln mit deutlichem Abstand gegen Sergej Barbarez (HSV) und seinen Landsmann Marcelinho (Hertha BSC) durch.

Also wieder ein Schalker, bezeichnend für den erfolgreichen Beutezug des Revierklubs durch die Bundesliga - angeführt vom kleinen Zauberer Lincoln, dem Neuzugang aus Kaiserslautern, dem kaum einer vor dieser Saison solch beachtliche Leistungen zugetraut hätte. Sein erfolgreiches Schaffen im November begann mit einem 2:1-Sieg beim HSV - nach einem 0:1-Rückstand bereitete er in einem turbulenten Schlussspurt erst den Ausgleich vor und schoss nach prima Solo das Siegtor höchst selbst. Wie auch wenige Tage später, als er per Weitschuss zum 1:0- Sieg im UEFA-Cup bei Heart of Midlothian traf. Noch spektakulärer trieb er es im wiederum darauf folgenden Bundesliga-Auswärtsspiel in Leverkusen: 3:0 stand es nach 90 Minuten für Schalke, und Lincoln hatte ein Tor per Hackentrick eingeleitet, eins direkt vorbereitet und mal wieder per Freistoß selbst getroffen. Längst ist er in Rangnicks Team nicht mehr zu ersetzen.

Fünf Bundesliga-Tore hat Lincoln inzwischen für Schalke erzielt, keiner traf öfter für den S 04; Asamoah und Ailton, der bei drei Feldtoren von der direkten Vorarbeit Lincolns profitierte, trafen ebenfalls fünf Mal. Die Fans haben das belohnt - und dürfen Schalkes brasilianische Nummer zehn feiern, wenn Lincoln geehrt wird, beim letzten Heimspiel 2004 gegen Freiburg.

Jean-Julien Beer

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06.12.2004 - Engel für Schalke - © www.spiegel.de

Erstaunlich schnell führte Trainer Ralf Rangnick den Traditionsclub in die Spitze der Bundesliga. Noch erstaunlicher erscheint sein lockerer Umgang mit dem mächtigen Manager Rudi Assauer. Zur vereinstypischen Gefühlsduselei passt er besser als erwartet.

Von der Coaching-Zone, seinem Arbeitsplatz für die herannahenden 90 Spielminuten, sind es nur ein paar Schritte bis zur Treppe, die ins Tiefgeschoss der Arena führt. Dort unten geht es, am Eingang zu den Mannschaftskabinen vorbei, immer geradeaus bis zur Glastür zu seinem kleinen Refugium.

Es ist die Kapelle im Gelsenkirchener Stadion, die einzige in einer Fußballstätte der Bundesliga. Hierher verdrückt sich der Trainer Ralf Rangnick, 46, seit seinem Dienstantritt vor knapp zehn Wochen bei Schalke 04 vor jedem Heimspiel.

Immer 15 Minuten vor dem Anpfiff, kurz bevor die Spieler vom Aufwärmen auf ihren Stollenschuhen herangestöckelt kommen, steht der Brillenträger aus dem schwäbischen Backnang für drei, vier Minuten vor dem schwarz-weißen Altarbild, das ein wildes Getümmel in der Arena zeigt.

Rangnick ist kein religiöser Mensch. Der Fußball-Lehrer, der zum Einstieg beim Traditionsclub im Ruhrgebiet eine fulminante Serie von sechs Siegen in der Bundesliga hinlegte, Schalke die Spur des Meisterschaftsfavoriten Bayern München aufnehmen ließ und auch in Uefa-Cup und DFB-Pokal im Rennen hielt, will in seinen stillen Momenten dennoch "Danke sagen". Er sieht sich "als Lebenssinnsucher" und wendet sich an eine Instanz, die er jetzt mal der Einfachheit halber "die Schutzengel" nennt. Manchmal sagt er "Fußballgott", er könnte das, was er meint, jedoch auch bloß "Gerechtigkeit" nennen.

Wenn man nur stark genug daran glaube, an diese Fußballgerechtigkeitsengel, und bereit sei, viel zu investieren, meint Rangnick, "dann bekommt man irgendwann etwas zurück, da glaube ich fest dran". Diesen Draht also müsse man pflegen, den "Draht zwischen Himmel und Erde".

Fußballgott, Gerechtigkeit, Himmeldonnerwetter. Die frommen Wünsche schwirren wieder nur so durch das einstige Kohlenrevier. Denn erstmals seit jenem unheilvollen 19. Mai lässt Rangnicks Elf die Fangemeinde vom großen Titel träumen.

Am 19. Mai 2001 wähnten sich Mannschaft und Anhang vier Minuten lang als Deutscher Meister, bis im fernen Hamburg ein spätes Tor für den FC Bayern den Jubel im Gelsenkirchener Parkstadion als gigantischen Irrtum entlarvte. Es war "der schönste Tag meines Lebens", sagte Ebbe Sand, einer der wenigen im Club verbliebenen Profis, die damals die Illusion des Triumphs kosteten, "und der schrecklichste dazu".

An jenem Tag ging der Glaube an Fußballgötter und Gerechtigkeit einstweilen verloren. Sand, 32, ist überzeugt, dass "die Wunde" nur heilen könne, wenn er die Meisterschale in Händen hält.

Es war Rangnick, der oft auf seine Verstandeskraft reduzierte Gefühlsmensch ("Jeder denkt: Nickelbrille gleich Soziologiestudent"), der den Schalkern das Gottvertrauen in die Erreichbarkeit bedeutender Ziele zurückgab. Der als Stratege bekannte Coach hat taktisch gar nicht so viel verändert, doch während sein Vorgänger Jupp Heynckes mit seinem Hang zur Personalrotation den Besten ungewollt ihre Entbehrlichkeit demonstrierte, redet Rangnick seinen Spielerstamm beständig stark.

Heynckes dokterte mit Akribie an den Schwächen und wies den Profis Unzulänglichkeiten beim Passspiel oder bei den Körperfettanteilen nach. Rangnick sieht darüber hinweg. Er erlaubt ein abendliches Gläschen Campari Orange an der Hotelbar, und er "hat uns sofort gesagt, dass wir gut sind", berichtete der Däne Sand.

Das neue Selbstvertrauen hat auch schon die Fanszene erfasst. Unter den Gleisen des Gelsenkirchener Hauptbahnhofs, wo der Becher Bier nur einen Euro kostet, lebt schon das Spielsystem des "Schalker Kreisels" aus der erfolgreichen Ära Fritz Szepans und Ernst Kuzorras in neu entdeckten Evergreens wieder auf: "Wer kreist so wie ein Falke? Der FC Schalke, der FC Schalke." Jedenfalls wollen alle fest an die Schutzengel glauben.

Gott habe ihm zu diesem Wechsel geraten, eröffnete Marcelo Bordon, gläubiger brasilianischer Abwehrchef, der aus Stuttgart kam. Und nicht wenige Beobachter haben den Eindruck, dass in der Schalker Mannschaft tatsächlich irgendetwas Besonderes passiert. Wenn die Spieler sich in den Sekunden vor dem Anstoß gegenseitig anfeuern wollen, dann klatschen sie sich nicht ab wie anderswo die Kollegen, sondern nehmen sich gleich in den Arm. Und wenn der geltungsbedürftige Stürmer Ailton ausgewechselt wird, weil er zuweilen einfach ausgewechselt werden muss, ist zu erkennen: Am Schalker Großprojekt, die brasilianische Diva zu domestizieren, arbeiten rund 60.000 mit großem Eifer mit.

Mitspieler kommen dann herbeigeeilt, um Ailton das Haupt zu streicheln, in der ganzen Arena erheben sich die Besucher von ihren Sitzen, um schmunzelnd dem kapriziösen Star zu huldigen - so wie sie jetzt auch immer in Jubel ausbrechen, sobald sich der Egoist mal im Dienst der Mannschaft an der Kärrnerarbeit in der Defensive beteiligt. Alle wissen, dass ein gut gelaunter Ailton schneller in Form kommt.

Wenn er sich dann trotzdem aus Protest gegen seine Auswechslung kurz an die Stirn tippt, ignoriert das der Trainer: "Da hat er sich wohl am Kopf gekratzt", kommentierte Rangnick jüngst gefasst.

Mit kickenden Diven kennt sich der ausgebildete Sport- und Englischlehrer nach nunmehr 22 Trainerjahren aus. Beim VfB Stuttgart resignierte er noch im Machtkampf mit dem Spielmacher Krassimir Balakow. Der Bulgare, besorgt um seine Sonderrechte wie extrabreite Hotelbetten, warf brüllend seine Kapitänsbinde auf den Kabinenboden.

Rangnick, der Kommunikator, hat seither gelernt, mit Stars noch mehr zu kommunizieren. Und die Pause nach seiner Entlassung bei Hannover 96 im März hat er nicht nur zur Hospitanz bei AS Rom und Arsenal London genutzt. Er hat sich in dieser Zeit auch fest vorgenommen, sich in seinem Beruf "nicht mehr zu ärgern".

Doch wenn der Vater zweier Jungen kurz vor Spielbeginn die Kapelle aufsucht, will er dort "Ruhe tanken". Seine Unerschütterlichkeit muss nämlich trainiert werden. Der Teilhaber eines Reha-Zentrums in Böblingen neigt im Grunde dazu, sich zu verzetteln. "Nimm die Hektik aus deiner Arbeit", rief ihm neulich der allgegenwärtige Manager Rudi Assauer zu. "Wir haben dich nicht eingekauft, um das Hotel zu buchen und den Bus zu bestellen. Das haben wir hier schon im Griff."

Schalke-Macher Assauer, 60, sitzt in seinem verqualmten Büro und blickt vom Schreibtisch auf den kühlschrankgroßen Humidor, in dem seine Davidoffs lagern wie in einem Safe. Wegen Leistenbeschwerden hat er seit ein paar Tagen keinen Sport treiben können, und deshalb ist er schlecht gelaunt.

So hat er neulich Spieler wie Hamit Altintop als "Versager" beschimpft und der ARD wegen angeblicher Bevorzugung des Konkurrenten FC Bayern bei Live-Übertragungen vorgeworfen, sie wolle "fetten Gänsen noch den Arsch schmieren". Nun lobt der Patriarch den Trainer vergleichsweise überschwänglich: "Der Ralf", sagt er jetzt, nachdem er ihn anfangs "Rolf" genannt hat, "der macht es schon ganz gut. Er ist ein schlauer Mensch." Allerdings ist er kürzlich zu spät zur gemeinsamen Pressekonferenz erschienen, und so verfügt Assauer nun, allenfalls halb im Scherz: "Er muss noch einiges lernen, zum Beispiel Pünktlichkeit."

Wo in Schalke ihre Grenzen liegen, erfuhren Rangnick und sein Assistent Mirko Slomka bereits vorigen Monat, als sie die Anbieter eines Computersystems zur Spielanalyse ins Trainingslager einluden. "Das Ding wird eh nicht gekauft", knurrte Assauer, "erst recht nicht, weil ihr mich nicht informiert habt."

Mit derlei sturer Befehlsgewalt kam im zum Konzern expandierten Arbeiterclub nicht jeder zurecht. Heynckes wollte selbst bestimmen, wo das Team vor Heimspielen Quartier bezieht und wer bei der Mannschaftspräsentation zum Saisonstart auf die Bühne darf. Assauer suchte mit dem sperrigen Rangnick-Vorgänger jedoch nie die Konfrontation. Er zog sich schmollend zurück - bis er den Trainer im September überraschend entließ.

Auch wegen der gewollten Distanz zu Heynckes sitzt der Manager seit Saisonbeginn in der Arena nicht mehr am Spielfeldrand, sondern neben Ehrengästen auf der Tribüne. Jetzt, da er sich während der Partie nicht mehr abreagieren kann wie früher, als er sich in Rufweite zum Gegner und Schiedsrichter aufhielt, kommt er manchmal in seltsamer Tobsuchtsstimmung in die Kabine gestürmt. Im Betreuerstab wird deshalb erwogen, den Manager künftig auf eine Entspannungszigarre ins Teamarzt-Zimmer umzuleiten, bevor man ihn auf die Mannschaft loslässt.

Rangnick nimmt auch solche Schrulligkeiten im an Folklore ohnehin nicht armen Club mit erstaunlicher Gelassenheit. Er weiß noch nicht wirklich, wie er Rügen wegen Zuspätkommens einzuschätzen hat, aber er kann auch Niederlagen - nicht zuletzt mit der Belastung durch die Fülle von Aufgaben in drei Wettbewerben - plausibel erklären. Und er trifft beim Chef erstaunlich lässig den richtigen Ton.

Als Assauer polterte, die Partie gegen Budapest sei "das schlechteste Heimspiel" in seiner Managerzeit gewesen, konterte Rangnick kühl: "Du hast aber ein schlechtes Gedächtnis." Und als Assauer drei Tage später den Sieg gegen Bielefeld als besten Auftritt "seit Monaten" pries, fuhr ihm der Trainer über den Mund: "Das hast du vor vier Wochen gegen Stuttgart auch gesagt."

Staunend wie ein Praktikant läuft Ralf Rangnick bisweilen über das riesige Clubgelände, nur dass ihm aus der Qualität der ihm zugewiesenen Mannschaft plötzlich große Verantwortung erwächst: Wenn er grobe Fehler vermeidet, das ahnt er mittlerweile, könnte er das Praktikum vielleicht mit einem kolossalen Erfolg abschließen, den alle ersehnen. "Vielleicht sogar sein Meisterstück", traut ihm Assauer zu.

Der Autodidakt Rangnick, im Jahr der letzten Schalker Meisterschaft (1958) geboren, hat immer schon schneller als andere gelernt. Der neugierige Beobachter, der es als Spieler nur in die Oberliga schaffte, führte einst als Trainer-Überflieger beim Zweitliga-Aufsteiger SSV Ulm Begriffe wie "ballorientierte Raumdeckung" in den Wortschatz deutscher Fußballfans ein. Sein oberlehrerhaftes Gebaren legte er ab, nachdem ihm 1998 ein allzu dozierender ZDF-Auftritt an der Taktiktafel mehr Hohn als Respekt eingetragen hatte.

Er habe "nicht mehr diesen missionarischen Eifer", bekennt er. In Stuttgart regten ihn noch Vereinspartner auf, die Jungprofis in der Kabine Rabatte beim Autokauf anboten. Und als er im Trainingslager im österreichischen Schruns zur Überraschung heimlich die Spielerfrauen im Bus herbeikarren ließ, musste er erkennen: Die Profis, für den anberaumten freien Tag mehrheitlich schon anderweitig verabredet, waren gar nicht so begeistert.

So flitzte der vom Boulevard als "Professor" belächelte Novize im Crashkurs durch die Welt des Profifußballs. Heute will sich Rangnick nicht mehr in Scharmützeln aufreiben wie in Hannover mit dem Präsidenten Martin Kind. In Schalke weiß er immer, in welcher Sakkotasche der Anstecker des Sponsors liegt, den er sich ans Revers heftet, sobald er eine Kamera erblickt. Und er weiß auch, was sein Publikum hören will. Etwas kokett offenbarte er bei seiner Antrittsrede, dass die Spieler sich jetzt vor dem Anstoß mit dem alten Bergarbeitergruß "Glückauf" aufmunterten.

Und nach einem Sponsorentreffen im "Glückauf-Club" in der Arena gab er vor, überrascht zu sein: Nicht nüchterne Geschäftsleute ohne emotionale Bindung zum Verein habe er dort angetroffen, wie er das von früheren Stationen gewohnt war. Sondern: "Das waren alles Schalker - was immer das bedeutet."

Längst ist dem Zugereisten klar, dass es sich da nicht nur um eine Bezeichnung von Herkunft und Gesinnung handelt. Die Leute im Ruhrpott meinen, es sei eine Konfession.

Von Jörg Kramer

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05.12.2004 - Schalke siegt im Revier-Derby in Dortmund - © sid - So 05 Dez, 20:01 Uhr

Ailton lässt Schalke 04 weiterhin von der Herbstmeisterschaft träumen und stößt den Erzrivalen Borussia Dortmund noch tiefer ins sportliche Dilemma. Mit seinem sechsten Saisontreffer in der 17. Minute entschied der Brasilianer das 124. Revierderby mit 1:0 (1:0) zugunsten der Königsblauen, die einen Spieltag vor dem Hinrundenende der Bundesliga nach Punkten zum Tabellenführer Bayern München aufschlossen. Den Dortmundern droht nach der dritten Heim-Niederlage noch vor der Winterpause der Absturz auf die Abstiegsränge.

Nach den vernichtenden Kritiken der vergangenen Wochen versuchten sich die Schwarz-Gelben, die seit nunmehr sechs Jahren oder zwölf Spielen (zuletzt 3:0 am 14. November 1998) auf einen Sieg über den westfälischen Nachbarn warten, mit aggressivem Spiel von der ersten Minute an Respekt zu verschaffen. Doch dem Kampf der Mannschaft von Trainer Bert van Marwijk setzten die Schalker beim neunten Sieg in den vergangenen zehn Bundesliga-Auftritten Qualität und spielerische Klasse entgegen. Nach dem Treffer durch Ailton besaß Nationalspieler Gerald Asamoah (28.) schon vor der Halbzeit die große Möglichkeit, das emotionsgeladene Duell vor 83.000 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion für sich zu entscheiden.

Bis auf jenen Blackout beim 0:1 wirkte die BVB-Defensive sehr konzentriert, was man jedoch bei den Angreifern vermisste. Torchancen der Dortmunder waren Mangelware, bis Coach van Marwijk seine Truppe in der Halbzeit aufweckte. Endlich im Stile einer Heimmannschaft mit großem Angriffsdruck agierend, erspielte sich der BVB mehrere Möglichkeiten, die jedoch Ewerthon und Jan Koller kläglich vergaben.

Fast zwangsläufig ergaben sich für die Schalker Kontermöglichkeiten, die sie jedoch fast fahrlässig ungenutzt ließen. Mit viel Glück überstand Schalke die Drangperiode nach der Halbzeit, zumal der eingewechselte Marcus Steegmann in der 76. Minute mit einem Kopfball nur die Latte traf. Ansonsten waren es die Dortmunder Youngster wie auch der 17 Jahre alte Marc-Andre Kruska, die sich in dieser emotionsgeladenen Partie bestens verkauften. Zumindest in der zweiten Halbzeit feierten die Borussen halbwegs Versöhnung mit den Fans. Einer der treibenden Kräfte nach dem Wechsel war der eingewechselte Florian Kringe, der Initiator einiger brenzeliger Szenen im Schalker Strafraum war.

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05.12.2004 - Schalke 04 jetzt punktgleich mit Bayern München - © dpa - Meldung vom 05.12.2004 19:39 Uhr

Düsseldorf - Der eigentlich wertlose Titel «Herbstmeister» ist umkämpfter denn je und wird erst am letzten Hinrunden-Spieltag der Fußball-Bundesliga entschieden.

Nach dem enttäuschenden 2:2 von Bayern München beim 1. FC Nürnberg im 170. Derby muss der deutsche Rekordmeister aus München wieder um seine Spitzenposition in den Weihnachtsferien fürchten. Der FC Schalke 04 hat mit dem 1:0-Triumph im Revier-Duell bei Borussia Dortmund punktemäßig zu den Bayern aufgeschlossen (je 33), den VfB Stuttgart von Platz zwei verdrängt und den BVB dank Ailtons «Tor des Tages» tiefer in den Tabellen-Keller gestoßen.

Auch die Schwaben können den Münchner Rivalen dank des eigenen 5:2 gegen den VfL Bochum mit einem Sieg im direkten Duell noch abfangen. «Wenn wir so spielen, ist auch in München was drin», meinte VfB-Schlussmann Timo Hildebrand.

Die Stimmung bei Bayerns Führungsriege nach dem unnötigen Remis im Frankenstadion war wenig vorweihnachtlich. «Wenn wir den Anspruch haben, Meister zu werden, müssen wir so ein Spiel gewinnen», nörgelte Trainer Felix Magath nach dem Spiel gegen seinen Ex-Club. Auch Manager Uli Hoeneß war stocksauer, weil die Elf trotz 2:1-Führung den Sieg noch aus der Hand gab. Zumal der «Club» nach «Gelb-Rot» für Andreas Wolf (24.) 50 Minuten lang einen Spieler weniger auf dem Feld hatte, ehe Hasan Salihamidzic («Rot» wegen Notbremse/74.) für personellen Gleichstand sorgte und das 2:2 von Ivica Banovic (Foulelfmeter) ermöglichte.

«Nürnberg war doch schon tot», schimpfte Hoeneß, und Magath erkannte: «Statt des 3:1 haben wir dem Gegner ein Weihnachtsgeschenk gemacht.»

Ungleich schlechter erging es am torreichsten Spieltag der Saison (33) dem neuen Schlusslicht SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach. 0:6 lauteten die niederschmetternden Ergebnisse. Der konsternierte Borussen-Coach Dick Advocaat, der erst vor einigen Wochen Holger Fach abgelöst hatte, konnte sich nach dem «halben Dutzend» bei Hertha BSC nicht an ein ähnliches Debakel in seiner Laufbahn als Vereinstrainer erinnern. Kapitän Christian Ziege sprach nach dem Untergang von «der schlimmsten Klatsche meiner Karriere» und einem «vollkommenen Desaster». Torhüter Darius Kampa flogen die Bälle nur so um die Ohren und konnte einem Leid tun. «Eine Katastrophe», stammelte Kampa.

Nicht minder schlecht erging es dessen Freiburger Kollege Richard Golz. Dabei war der lange Keeper bei der Demütigung durch Meister Werder Bremen noch der beste SC-Spieler. «Wir sind nicht mehr in der Lage, den Ball kontrolliert zu spielen», stellte Golz ernüchtert fest. Die Freiburger Fans, ausgestattet mit «Drei-Punkte-Mützen» im Nikolausstil, bewiesen beim 0:6 wenigstens Galgenhumor. «Das Licht geht aus, wir geh'n nach Haus. Rabimmel, rabammel, rabumm», sangen sie aus Leibeskräften. Die Hoffnung, den abermaligen Bundesliga-Abstieg noch abzuwenden, schwindet zusehends. Dennoch ist eine Trennung von Trainer Volker Finke im Breisgau kein Thema. «Einer, der 14 Jahre lang seine Stärken so einbringt, der hat sie im 15. Jahr nicht verloren», betonte Präsident Achim Stocker.

Bester Laune waren dagegen die Bremer, insbesondere der dreifache Torschütze Angelos Charisteas. Der oft auf der Bank schmorende Grieche vertrat den verletzten Ivan Klasnic vor dem Champions-League-Spiel beim FC Valencia glänzend. «Wir sind gut vorbereitet auf die Partie in Valencia», sagte Coach Thomas Schaaf, der sich am «schönen Fußball» seiner Elf erfreute.

Das tat auch Ewald Lienen beim 2:0 von Hannover 96 beim Hamburger SV. «Man hat schon fast keine Worte mehr, wie super und aggressiv sie spielen», lobte Lienen seine Akteure. Die auf Platz vier gekletterten Niedersachsen (28 Punkte) können nun ebenso auf einen UEFA-Cup-Platz schielen wie die nachfolgenden Teams aus Bremen und Wolfsburg (beide 27), Berlin und Leverkusen (je 25).

Die Bayer-Profis wären noch viel weiter vorn, würden sie sich beim Toreschießen nicht nur auf die zweite Spielhälfte beschränken. Beim 2:1 gegen Ex-Tabellenführer VfL Wolfsburg gelang es ihnen schon zum zwölften Mal in der Saison, einen 0:1-Rückstand noch in einen Sieg umzumünzen. «Das mache ich nicht mehr lange mit. Bei jedem Rückstand ärgere ich mich mehr», stöhnte Leverkusens Coach Klaus Augenthaler.

Ärger stand auch bei Arminia Bielefeld auf dem Programm. Beim 1:1 gegen Hansa Rostock stand Referee Peter Sippel im Fokus, weil er dem Aufsteiger zwei vermeintlich klare Elfmeter verwehrte und eine Tätlichkeit von Ronald Maul an Fatmir Vata übersah. Keine Chance hatte Bundesliga-Neuling FSV Mainz 05 beim 0:2 beim 1. FC Kaiserslautern.

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05.12.2004 - Das Derby - Vorweggenommener Spielbericht - © sml / Westline.de

Sonntag, der 05.12.2004
Ganz Dortmund will den Derbysieg, aber kriegt ihn nicht. Von allen Seiten strömen die Massen ins Stadion, keiner will die erneute Niederlage verpassen.

Der intellektuell meist limitierte Stadionsprecher gibt eine Kostprobe seines Könnens, nur unterbrochen von der Sangesdarbietung einer eilig am Hauptbahnhof zusammengetriebenen Gruppe rumänischer Bettelkinder (hier wird jetzt knallhart gespart). So mancher ahnt, daß dies die beste Dortmunder Darbietung des Abends bleiben wird.

17.30 Uhr
Anpfiff durch Schiedsrichter Fandel, der im Rahmen der Schiedsrichterbetreuung heute die passende Rolex zum Daimler aus dem Vorjahr überreicht bekommt.

17.35 Uhr
Gambino gelingt es in den gegnerischen Strafraum zu schleichen. Ohne Ball und Gegner im Umkreis von fünf Metern stürzt er zu Boden, der gewohnt starke Schiedsrichter Fandel zeigt ohne zu Zögern auf den ominösen Punkt.

17.36 Uhr
Jan Koller will es besser machen, als dreizehn Monate zuvor und donnert das Leder in den Nachthimmel. Uli Hoeness vergießt eine sentimentale Träne.

17.40 Uhr
Eine Kombination über sechzehn Stationen verursacht Schwindelgefühle bei Sebastian Kehl. Nachdem er sich an der Außenlinie übergeben hat, kehrt er auf das Spielfeld zurück um das Schalker Führungstor nach einem Sololauf seines Gegenspieler Lincoln mitzuerleben.

17.45 Uhr
Marcelo Bordon nimmt im eigenen Strafraum eine harmlose Flanke mit der Brust an. Schiedsrichter Fandel zögert keine Sekunde und erkennt auf Handelfmeter für Borussia Dortmund. Ewerthon schnappt sich den Ball, sein Schuß geht hart und platziert zwei Meter am Tor vorbei.

17.48 Uhr
Der erste lange Ball erreicht das brasilianische Kraftpaket Ailton und nach einem kurzen, aber ungleichen Sprintduell mit Christian Wörns, landet der Ball zum 0-2 im Netz.

17.55 Uhr
Tomas Rosicky und Jan Koller stoßen im Schalker Strafraum zusammen. Der konsequente Schiedsrichter Fandel gibt den Elfmeter. Tomas Rosicky läuft an, und trifft immerhin den Pfosten. Die Dortmunder Chancenverwertung nähert sich der Optimierung.

17.59 Uhr
Sebastian Kehl versucht seine Laune nach dem zehnten Beinschuß durch Lincoln zu verbessern, grätscht den Brasilianer an der Seitenlinie brutal um und fliegt vom Platz. Die Fehlpassquote der Schwarz-Gelben nimmt hierauf deutlich ab.

18.01 Uhr
Christian Pander schlägt den anschließenden Freistoß knallhart in den Strafraum. Roman Weidenfeller wirft beim Versuch den Ball zu fangen, diesen zum 0-3 ins eigene Tor und wird fortan von den eigenen Fans, die abgesehen von den ersten fünf Minuten, schweigend das Spiel verfolgen, unbarmherzig ausgepfiffen.

18.05 Uhr
Frank Rost steht beschäftigungslos am eigenen Fünfmeterraum. Schiedsrichter Fandel erkennt auf "faul im Strafraum" und gibt Elfmeter. Christian Wörns tritt beim Schuß in den Boden, so daß Rost keine Mühe hat, den harmlosen Ball aufzunehmen.

18.09 Uhr
Ein dreifacher Doppelpass zwischen Ailton und Ebbe Sand, der die Dortmunder Abwehr wie Slalomstangen aussehen lässt, zwingt Sand aus drei Metern freistehend auf 0-4 zu erhöhen. So richtig will es bei den Schalker Angreifern heute nicht laufen.

18.15 Uhr
Der mitleidige Mladen Kristajic stellt Ewerthon im Strafraum ein Bein. Schiedsrichter Fandel entscheidet nach langer Diskussion mit seinem Assistenten und Krstajic ("Ja, es war ein Foul") auf Elfmeter. Sunday Oliseh schlenzt den Ball knapp am Tor vorbei.

18.16 Uhr
Halbzeit. Angesichts des Spielstandes ist das Pfeifkonzert von der Südtribüne überraschend verhalten. Die Schalker Anhänger bekommen langsam Probleme den Sieg angemessen zu feiern. ("So fiel kann doch keina trinken.")

18.30 Uhr
Die Hinrichtung geht weiter.

18.32 Uhr
Der eingewechselte Dämel spielt einen katastrophalen Rückpass in den Lauf des furiosen Ailton, der Weidenfeller mit einem eleganten Hüftschwung ausspielt und auf 0-5 erhöht.

18.40 Uhr
Torhüter Rost prallt unglücklich mit Christian Poulsen zusammen. Schiedsrichter Fandel entscheidet auf Strafstoß. Dede winkt freundlich zur gegnerischen Bank und knallt den Ball raffiniert weit am Tor vorbei.

18.47 Uhr
Möglicherweise ist die Vorentscheidung gefallen. Der bereits mit gelb vorbelastete Dämel foult Asamoah im Strafraum, was ihm die gelb-rote Karte und den Schalkern einen überraschenden Elfmeter einbringt. Frank Rost verwandelt souverän mit der Hacke zum 0-6.

18.50 Uhr
Frank Rost pflückt einen Eckball sicher herunter, Schiedsrichter Fandel hat es gesehen und pfeift Handelfmeter. Der eingewechselte Lars Ricken drängelt sich zum Elfmeterpunkt und schießt gewohnt unmotiviert in die Arme von Rost.

18.55 Uhr
Trainer Ralf Rangnick hat Mitleid mit dem Gegner und bringt Klaus Fischer und Günter Siebert für Sand, Lincoln und Ailton.

18.56 Uhr
Mit seiner ersten Ballberührung erhöht "Forelle" aus 40 Metern, über den zu einer Fußabwehr aus dem Tor geeilten Weidenfeller hinweg, auf 0-7.

18.57 Uhr
Die Südtribüne beginnt sich zu leeren. Unverständlich, daß man ein spannendes Spiel so früh verlässt um nicht im Stau stehen zu müssen.

19.00 Uhr
Schiedsrichter Fandel stolpert nahe des Schalker Strafraums und entscheidet auf Elfmeter.Der eingewechselte Otto Addo läuft an, erleidet aber kurz vor dem Ball einen Kreuzbandriß. Rost hat keine Mühe den in seine Richtung rollenden Ball anzunehmen.

19.06 Uhr
Christian Poulsen versucht von Rechtsaußen zu flanken, verreißt aber komplett, so daß der Ball direkt ins Toraus fliegt. Schiedsrichter Fandel erkennt auf Eckball.

19.07 Uhr
Klaus Fischer verwandelt den Eckball per Fallrückzieher zum 0-8.

19.15 Uhr
Einen Schuß von Kobiaschwili kann Christian Wörns auf der Linie nur mit der Hand abwehren. Schiedsrichter Fandel gibt Elfmeter für Dortmund. Da keiner der Schwarzgelben den Elfmeter schießen will, legt sich Frank Rost den Ball zurecht und trifft ins Tor. Schiedsrichter Fandel erkennt das Tor nicht an, da ein Dortmunder zu früh losgelaufen ist.

19.16 Uhr
Schlusspfiff. Die Südtribüne ist unter dem Rauch der zahllosen brennenden Fahnen nicht mehr zu erkennen. Auf der Gegenseite analysiert man die mäßige Leistung gegen einen überforderten Gegner. ("an die Schonxenfawertunk müssen se abba noch wat tun.")

Montag 06.12.2004
Vereinspräsident Dr. Rauball gibt die Auflösung des BV 09 Borussia Dortmund bekannt.

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04.12.2004 - Schalke bangt um den Einsatz von Krstajic - © dpa - Meldung vom 04.12.2004 16:33 Uhr

Gelsenkirchen - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 bangt vor dem Revierderby bei Borussia Dortmund um den Einsatz von Abwehrspieler Mladen Krstajic.

Der Ex-Bremer musste nach 45 Minuten das Abschlusstraining wegen muskulärer Verspannungen im Nacken abbrechen. Trainer Ralf Rangnick hofft dennoch, Krstajic in Dortmund einsetzen zu können. Falls der Nationalspieler Serbien und Montenegros dennoch ausfallen sollte, würde der Pole Tomasz Waldoch seine Position in der Innenverteidigung übernehmen.

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04.12.2004 - Moneten, Macht und Missgriffe oder Warum sich das Kräfteverhältnis zwischen zwei Kult-Clubs umkehrt - © www.zdf.de 04.12.2004 11:06:31

Nicht einmal 40 Kilometer liegen zwischen dem Dortmunder Rheinlanddamm und dem Ernst-Kuzorra-Weg in Gelsenkirchen. Doch sportlich und wirtschaftlich sind die dort beheimateten Kultvereine Borussia Dortmund und Schalke 04 derzeit Lichtjahre voneinander entfernt. Am Sonntag (Anstoß 17.30 Uhr) steigt zwischen den beiden Clubs die 124. Auflage des prickelndsten Derby-Klassikers im deutschen Profi-Fußball.

Spätestens seit dem Finanzskandal um den BVB hat der Erzfeind aus Gelsenkirchen die Vormachtstellung im Revier übernommen. Bis dahin galt Borussia Dortmund als Synonym für solide kaufmännische Unternehmensführung und anfangs auch für Weitblick, siehe Börsengang.

Forderung als Bumerang

Was dem Traditionsverein und dessen Führungspersonal mehr als ein Jahrzehnt zur Ehre gereicht und den Respekt der ganzen Branche heraufbeschworen hatte, prallt jetzt wie ein Bumerang auf den krisengeschüttelten Club und die Verantwortlichen zurück.

"Das, was Präsident Niebaum immer gefordert hatte, und sich schließlich in der Gründung der AG mit all ihren Offenlegungspflichten manifestiert hat, bricht ihm jetzt das Genick," sagt Dietrich Schulze-Marmeling, Fußball-Soziologe und -Historiker gegenüber ZDFonline.

"Ein Mythos"

Ganz anders sieht Schulze-Marmeling jetzt die Perspektiven beim königsblauen Nachbarn. Er ist überzeugt, dass sich aus dem lange brach liegenden Vermarktungspotenzial etwas machen lässt: "Schalke 04 ist der Verein für die Autofahrer. Die Zuschauer kommen von weit her und folgen dem Mythos, der sich - quasi als Legendenbildung - vor allem aus der Vorkriegszeit speist und von Generation zu Generation weiter getragen wird."

"Schalke 04 ist der Verein für die Autofahrer."

Wohingegen sich das Kult-Image von Borussia Dortmund erst viel später in den 50er und vor allem 60er Jahren herausbildete und bis heute vorwiegend regional verwurzelt blieb.

Falscher Maßstab

Vor allem letzteres ist ein Fakt, den die BVB-Spitze nach Meinung von Schulze-Marmeling mit fatalen Folgen ignoriert hat. "Der BVB wollte sich mit Vereinen wie Barcelona messen, statt sich zunächst realistischere Ziele zu setzen und eine dauerhafte Marktführerschaft in Deutschland anzustreben. Dabei hat der Verein irgendwann den Kompass verloren." Folgenreicher Wendepunkt in der Erfolgskurve war im Nachhinein betrachtet die verpasste Champions-League-Qualifikation in der Saison 2002/03.

Dass lediglich ein verschenkter Sieg im letzten Spiel gegen Cottbus den notwendigen zweiten Platz - und das anschließende Scheitern im Relegationsspiel gegen den FC Brügge auch den nachträglichen Einzug in die Königsklasse kostete, ist vor allem deshalb so tragisch, weil dadurch ein riesiges Millionenloch in der Vereinskasse klaffte.

Finanzielle Drahtseilakte

Dabei hatte die BVB-Führung nichts anderes getan als das, wofür der Verein zuvor gelobt wurde und Manager Michael "Moneten"-Meier zweimal vom "kicker" zum Bundesliga-Manager des Jahres gewählt wurde: Nämlich durch "Risikobereitschaft und Beharrlichkeit" die sportlich erfolgreichste Zeit der schwarz-gelben Clubgeschichte eingeleitet zu haben, wie die Deutsche Presse-Agentur 1999 schrieb.

Dass der Verein dabei Geld ausgab, das er noch gar nicht besaß, entspricht ja durchaus dem unternehmerischen Kalkül in der freien Wirtschaft. Im Profi-Fußball geht die Rechnung jedoch nur auf, wenn am Ende der sportliche Erfolg steht, der bekanntlich schwer kalkulierbar ist. Den hatte der BVB bis dato erreicht, wodurch finanzielle Drahtseilakte (Stadionfinanzierung, überteuerte Verpflichtungen, überhöhte Gehälter) lange Zeit kaschiert worden sind.

Charakterprüfung als Knackpunkt

Vor allem bei der Personalpolitik beweist Schalke-Manager Assauer "offenbar mehr Fingerspitzengefühl", so Schulze-Marmeling. "Die sogenannten Charakterprüfungen bei Neueinkäufen spielen bei den Knappen eine größere Rolle als beim Reviernachbarn."

Den richtigen Riecher hatte der Schalke-Macher auch schon 2000 mit der Verpflichtung des damaligen Dortmunders Andreas Möller bewiesen, der "mehr Spielkultur in den Schalker Kampf - und Rackerfußball" brachte. Möller war sowohl für Dortmund als auch für Schalke ein vereinsübergreifender Entwicklungshelfer, sagt Schulze-Marmeling.

Auf den Spuren der Dortmunder

Dass die momentane Entwicklung der Schalker durchaus Parallelen zu der von Dortmund aufweist, will Schulze-Marmeling gar nicht verschweigen. "Die Gehälter einzelner Profis stoßen in unrühmliche BVB-Dimensionen vor, und die langfristige Verpfändung von Eintrittsgeldern an Investitionspartner ist nicht ganz unproblematisch. Dass Schalke im Gegensatz zum Börsenverein Dortmund unbehelligter wirtschaften kann, verführt noch stärker zu einer riskanteren Finanzpolitik. Sollten sie jedoch am Ende dieser Saison die internationalen Wettbewerbe erreichen, ist der Verein vorerst aus dem Gröbsten heraus."

Dann hätte Assauer in den Augen der Öffentlichkeit geschafft, was man lange Zeit den Dortmundern gutgeschrieben hatte: Nämlich den erfolgreichen Spagat zwischen solider Unternehmenspolitik und dem Führen eines Fußballclubs mit all seinen emotionalen Unwägbarkeiten.

Das Risiko

Aber was passiert, wenn irgendwann in Schalke die Stürmer nicht treffen und fortwährender Misserfolg die Verantwortlichen zu finanziellem Vabanque-Spiel treibt? Den Beleg dafür haben die Königsblauen schwarz auf gelb nur unweit von der eigenen Haustür.

Dietrich Schulze-Marmeling ...
... lebt in Altenberge bei Münster und arbeitet als Autor und Lektor für den Göttinger Verlag "Die Werkstatt". Seit seiner Kindheit ist der 47-Jährige, der in der Nähe von Dortmund aufgewachsen ist, begeisterter Fußball-Fan. Seine bekanntesten Bücher sind "Der gezähmte Fußball. Zur Geschichte eines subversiven Sports", "Die Bayern. Vom Klub zum Konzern. Die Geschichte eines Rekordmeisters" sowie "Und du stehst immer wieder auf... Die Geschichte von Borussia Dortmund".

Frank Schmidt

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03.12.2004 - "Niederlage nie erlebt" - © www.westline.de

Gelsenkirchen - Wer mag, kann sich seit dem Frühjahr im Schalker Fan-Shop ein T-Shirt kaufen. Aufdruck: "Im August 2004 werden erstmals Kinder eingeschult, die noch nie im Leben eine Niederlage gegen den BVB erleben mussten." Daneben wird in Zahlen und Daten an die letzten 13 Schalker Pflichtspiele gegen Borussia Dortmund erinnert.

Die hat Schalke nämlich allesamt nicht verloren - und weil es unter den S 04-Fans auch gewiefte Statistiker gibt, wurden in dem Protokoll der guten Laune auch DFB-Pokal- und Ligapokalspiele mit aufgelistet. Erinnert wird zum Beispiel an...

...den Schalker 4:0-Sieg in Dortmund am 23. September 2000. Der BVB war so verwirrt, dass Heinrich ins eigene Tor traf. Böhme, Mpenza und Sand erzielten die "richtigen" Tore für eine phänomenal aufspielende S 04-Mannschaft. Mittendrin statt nur dabei: Olaf Thon in seinem letzten großen Spiel für Schalke...

...den 2:0-Erfolg im Ligapokal-Halbfinale 2001. Victor Agali war von Hansa Rostock nach Schalke gewechselt - ein Erfolgs-Transfer war das insgesamt sicher nicht, aber gegen Dortmund wusste Agali gleich, was sich gehört: Er erzielte beide Tore...

...den 1:0-Erfolg am 15. September 2001. Der Beweis dafür, dass auch in der frisch eröffneten Arena Siege gegen den BVB möglich sind. Dass ausgerechnet der Ex-Dortmunder Andreas Möller das Tor erzielte, machte die Sache nicht unsympathischer - aus Schalker Sicht natürlich...

...den 1:0-Sieg am 31. Januar 2004 in Dortmund. Ebbe Sand hatte während der ganzen Hinrunde nicht ein mickriges Törchen erzielt, da kam ihm der BVB im ersten Rückrundenspiel gerade recht. In der 89. Minute schoss der eingewechselte Däne das Schalker Siegtor. Die Dortmunder waren geknickt - schließlich hatten sie durch zwei Elfmeter durch Koller und Frings vorher genug Chancen. Rost hielt beide Elfer - so etwas kommt bei den Schalker Fans an.

Am 14. November 1998 hat Dortmund übrigens zum letzten Mal gegen Schalke gewonnen, ein gutes halbes Jahr später wechselte Gerald Asamoah zum FC Schalke 04. Er gehört - wie die im August eingeschulten Kinder - zu der Generation, die mit Schalke noch nie gegen den BVB verloren haben: "Und das", verspricht Schalkes Stürmer mit einem besonders breiten Derby-Grinsen, "wird auch nicht passieren." Ralf Rangnick hätte nichts dagegen, wenn die Schalker Erfolgs-Story im Revier-Schlager weitergehen würde. Der Trainer weiß, dass die Arbeitsleistungen der S04-Übungsleiter zum großen Teil daran gemessen werden, wie sie mit der jeweiligen Schalker Mannschaft gegen den BVB abschneiden. Udo Lattek beispielsweise hat als Trainer "auf Schalke" nicht unbedingt Maßstäbe gesetzt, was den Erfolg angeht. Aber seit er 1992 mit den "Königsblauen" 2:0 in Dortmund gewann, ist er bei den Schalker Fans Kult - bis heute.

Derby-Premiere für Ralf Rangnick

Rangnick hat mit Stuttgart in Dortmund gespielt, auch mit Hannover. Mit Schalke noch nicht. "Wenn die Atmosphäre dort in diesem Spiel noch besser ist als ohnehin schon, dann kann man sich da wirklich drauf freuen." Allerdings ahnt Schalkes Trainer, dass die Partie trotz oder gerade wegen der prekären Dortmunder Situation kein Selbstläufer wird: Der BVB, vermutet Rangnick, wird seine letzte Chance, sich am Ende einer verkorksten Hinrunde wieder mit den Fans versöhnen zu wollen, unbedingt nutzen wollen. Und was will Rangnick? Einen "Dreier". Denn: "Es wäre schön, wenn wir schon vor dem letzten Hinrundenspiel gegen Freiburg unsere angepeilten 33 Punkte hätten."

Geht dieser Plan auf, wächst die Chance, dass die oben erwähnten Schulkinder auch beim Sprung in die zweite Klasse noch immer nicht wissen, wie das so ist, wenn Schalke gegen Dortmund verliert.

BVB: Weidenfeller - Madouni, Wörns, Brzenska, Jensen - Kehl, Kringe, Dede (Kruska) - Rosicky - Koller, Ewerthon.

Schalke: Rost - Altintop (Kamphuis), Bordon, Krstajic, Pander - Poulsen, Lincoln, Kobiashvili - Asamoah, Sand, Ailton.

Norbert Neubaum

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03.12.2004 - Einstimmung aufs Derby - © www.blutgraetsche.de

Hier das Vorspiel:

So läuft dat dießmal

Es sieht schlecht aus, für das Spiel, das seit gut fünfzig Jahren als das Derby schlechthin gilt, Schalke gegen Dortmund.

Abgesehen davon, daß die Spiele in den letzten Jahren unter der Vorhersehbarkeit der Ergebnisse leiden, haben die Schwarz-Gelben einen raffinierten Weg gefunden, sich für die nächsten zwanzig Jahren vor regelmäßiger Prügel zu drücken, ihr wisst schon... Flucht in die Ober-(oder doch Kreis?) liga.

Vorhersehbar wie das Ergebnis ist für den Insider der gesamte Spielverlauf, darum muß heuer niemand bis zum Sonntag warten. Bitteschön, hier kommt vorab und exklusiv der (Vor- und) Spielbericht zum Derby.

Mittwoch, der 01.12.
Auf dem Borsigplatz treffen sich Dortmunder aller Alterskategorien. Ergraute Herren in nie gewaschenen Kutten erzählen von den alten Zeiten und vom Metzias, der bald eintreffen wird, alleine auf dem Feld stehend die Gegner der Borussia besiegt, die Schulden aus eigener Tasche bezahlt und alles gut werden lässt.

Einige Zuhörer holen sich schnell an der nächsten Bude ein Bier auf Latte und erzählen die alten Geschichten vom Metzias, der in einem längst vergangenen Zeitalter selber gespielt haben soll. Die Jüngeren lachen sie aus, und murmeln mit dem Finger an der Stirn von Aberglauben, Sagen und Legenden.

Donnerstag, der 02.12.
Schalke siegt im UEFA-Cup bei Feyenoord Rotterdam mit 3-0, und zieht als Gruppensieger in die Runde der letzten Zweiunddreißig ein, wo attraktive Gegner mit tollen Reisen und unglaublichen Einnahmemöglichkeiten auf die Gelsenkirchener warten.

Zeitgleich wird in der Dortmunder Innenstadt auf einer Großleinwand das Spiel von Alemannia Aachen übertragen. Da Nahaufnahmen konsequent weggeblendet werden, merkt zunächst niemand, daß da gar nicht Borussia spielt. Erst nach einem 4-0 mit großem Kampf und toll herausgespielten Toren werden viele der Anwesenden misstrauisch.

Freitag, der 03.12.
Die Geschäftsführung der KGaA hat aus alten Fehlern gelernt und beschreitet neue Wege um die Einnahmesituation zu verbessern: im Umkehrschluss der eigenen getätigten Geschäfte kauft man Marcio Amoroso für 20 Millionen Euro von Malaga zurück, um ihn für 15 Millionen im Jahr zurückzuverleasen. Leider sind die Spanier froh den Stinkstiefel los zu sein, und verweigern die Unterschrift unter den Leasingvertrag. Der Brasilianer nutzt die Gelegenheit um sein schmerzendes Knie an der Copacabana zu erholen.

Samstag, der 04.12.
Die konspirative Fangruppierung „Voodoo-Inferno Scharnhorst“ dringt heimlich in die „Arena auf Schalke“ ein, um zur Beendigung der sieglosen Serie drei von tibetanischen Jungfrauen bei Vollmond unter linksgerührtem fließend Wasser rituell geschlachtete Schweine im Mittelkreis zu vergraben. Nach stundenlanger harter Arbeit und dem Verlust mehrerer Schaufeln und Spitzhacken gibt die selbsternannte Priesterschar ihr Vorhaben erschöpft auf. Am nächsten Tag wird die Rasenwanne wieder ins Stadion gefahren und die Kratzer auf dem Betonboden sind nicht mehr auszumachen.

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02.12.2004 - Arena strahlt wieder - Blau-Licht beim Landeanflug - © www.westline.de

Gegen Ende einer Flugreise ging IHK-Geschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing beim Anflug auf Düsseldorf ein Licht auf: "Da unten muss Gelsenkirchen sein. Aber die Arena strahlt ja gar nicht mehr." Bald leuchtet sie wieder, auch wenn Schalke nicht spielt.

Nach der Arena-Eröffnung im August 2001 stand die Arena "AufSchalke" auch dann im weit strahlenden blauen Licht da, wenn Schalke nicht spielte. Rund 400 Neonröhren, die die Arena wie ein blaues Band umspannen, leuchteten am Abend und in der Nacht auf Hochtouren, rund um die Uhr. Nett anzuschauen, aber natürlich auch nicht ganz billig - auch ein Traditionsverein wie der FC Schalke 04 muss auf seine Stromrechnung achten.

Also setzten sich die Verantwortlichen der "Königsblauen" einige Monate nach der Arena-Eröffnung zusammen und entschieden: "Zu teuer." Das blaue Arena-Band leuchtete nun nur noch bei und direkt nach Veranstaltungen in der Arena. Anschließend herrschte rund um das Schalker Schmuckstück wieder tiefe Dunkelheit. Schulte-Uebbing mochte sich damit nie anfreunden. Schließlich, so seine Meinung, habe das blaue Lichtband eine Signalwirkung für ganz NRW gehabt.

Da kam Schulte-Uebbing der Auftritt von Harry Roels gerade recht. Roels, Vorstandsvorsitzender der RWE AG, referierte im November bei der 150-Jahre-Jubiläumsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen in Buer u. a. über die regionale Verantwortung des Energieversorgers.

Idee entstand bei Rede von Roels

Da konnte Schulte-Uebbing nicht mehr anders ("Die Gelegenheit musste ich nutzen"). Als Moderator der anschließenden Gesprächsrunde beim IHK-Feiertag verwarf er seine ursprüngliche Einstiegsfrage, lenkte die Aufmerksamkeit von Roels auf ein Bild von Gelsenkirchen im Dunkeln - und regte an, dass die RWE AG die Energiekosten für das blaue Arena-Lichtband doch eigentlich sponsern könnte. Roels war interessiert.

Er und RWE nahmen Kontakt zum Schalker Vorstand auf, der legte gleich eine Kostenrechnung vor. 1500 Betriebsstunden pro Jahr (also ca. fünf Stunden am Tag) als Basis genommen verursacht das blaue Neon-Band jährliche Stromkosten in Höhe von ca. 7000 Euro. Die übernimmt RWE zunächst für ein Jahr, ab 1. Januar 2005 ist die Arena abends also wieder weiträumig gut sichtbar. Das ist übrigens auch der einzige Sinn des schmucken Leuchtbandes - einen funktionalen Zweck erfüllt es nicht.

Roels und RWE haben Wort gehalten, die Arena strahlt, Schalke freut sich. Der Verein bekommt wieder sein eigenes Blau-Licht beim Landeanflug. Und muss sich trotzdem keine Sorgen mehr wegen der Stromrechnung machen.
Norbert Neumann / Martin Theine

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02.12.2004 - Ohne Randale: Fan-Rivalitäten bei Schalke und BVB - © dpa - Meldung vom 03.12.2004 10:59 Uhr

Dortmund/Gelsenkirchen - Echte Fans von Borussia Dortmund oder von Schalke 04 nehmen den Namen der Nachbarstadt nicht einmal in den Mund. «Schlacke» sagen die einen, «Doofmund» die anderen.

Schalke und der BVB sind nicht nur Traditionsvereine, auch die Rivalität zwischen beiden Fußball-Clubs hat eine lange Geschichte. Warum die Fans des einen Clubs die des anderen seit Jahrzehnten nicht mögen, weiß BVB-Urgestein Norbert Dickel auch nicht so genau. «Vielleicht lag es daran, dass Schalke vor rund 50 Jahren so erfolgreich war und wir nicht», sagt der ehemalige Spieler und heutige Stadionsprecher der Dortmunder. «Könnte sein, dass damals einiges hochgekocht ist.» Heute gehöre das eben zur Tradition der Clubs dazu. «Solange kein echter Hass im Spiel ist, ist das okay», sagt Dickel.

Der ehemalige Schalke-Profi Olaf Thon sieht die Konkurrenz nicht unbedingt negativ: «Ich persönlich habe gegen den BVB immer die besten Spiele geliefert, da konnte ich immer noch das Quäntchen zusätzlich an Leistung abrufen.» Den 4:0-Sieg der Schalker im Dortmunder Westfalenstadion sieht er als «einen Höhepunkt» in seiner Laufbahn. Thon und Dickel können sich aber auch noch daran erinnern, dass vor rund 25 Jahren die Rivalität der Anhänger auch zeitweise in Gewalt umschlug. «Da ging es nur um Randale», sagt Thon.

«Früher waren Jagdszenen rund um die Spiele gang und gäbe, heute ist das moderater», sagt Jürgen Hanspaul, seit 1964 Schalker Fan. «Ich glaube, dass sich das Verhältnis 1997 ein wenig gebessert hat, als beide Clubs ihre großen Erfolge hatten.» In dem Jahr gewann Schalke den UEFA-Pokal, Dortmund die Champions League. Auch Wolfgang Flüchter, Vorsitzender des BVB-Fanclubs Oeventrop-Freienohl bei Arnsberg, sieht das heutige Verhältnis positiv. «Wir sind sogar gemeinsam mit Schalke-Fanclubs gegen Gewalt tätig geworden», sagt er. Zudem hätten auch die Fan-Betreuer beider Vereine in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet.

Eines hat sich aber auch bei Flüchter nicht geändert: «Wenn Schalke verliert, ist die Befriedigung immer sehr groß», sagt er. Und das nicht nur vor dem Derby beider Clubs am 5. Dezember in Dortmund. Gleiches gilt für Hanspaul: «Wenn der BVB in irgendeinem Spiel drei Punkte lässt, ist das schon irgendwie ein gutes Gefühl.» Eine Einschränkung muss aber im Moment sogar der Schalker machen: «Wenn man sich ansieht, was für finanzielle Probleme der BVB im Moment hat, tun die einem schon fast ein wenig Leid.»

Auch Thon hofft, dass der Nachbarverein bald wieder besser da steht: «Ich wünsche dem BVB für die Zukunft, dass er seine Probleme bald beheben kann.» Dickel schickt zwei Wünsche in Richtung Gelsenkirchen: «Ich wünsche den Schalkern für die Zukunft viel Erfolg - und immer mindestens einen Tabellenplatz hinter dem BVB.»

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02.12.2004 - Rangnick zornig: "Hochmut kommt vor dem Fall" - © www.westline.de

Rotterdam - Spät am Abend erhielt Mike Hanke noch eine Kuscheleinheit. Ralf Rangnick nahm seinen jungen Stürmer in den Arm, "er ist mit mir noch einmal die Szenen durchgegangen und hat gelacht", berichtete der 21-Jährige mit unbewegter Miene.

Ihm war gar nicht zum Lachen, und er konnte und wollte nicht getröstet werden. Drei dieser hundertprozentigen Torchancen hatte der junge Mann auf dem Fuß, nicht ein Mal fand der Ball den Weg ins Tor. "Ich bin völlig frustriert", meinte er, er war mehr als der große Pechvogel, Mike Hanke fühlte sich als Loser.

Dabei war er in einer stellenweise gleichgültigen, fast arroganten Schalker Elf einer der wenigen Lichtblicke. Allenfalls Ralf Rangnick schien nach dieser selten überflüssigen Niederlage bekümmert, teilweise sogar zornig. Zwei Dinge müssten kurz erwähnt werden, betonte der Chef-Trainer, "Übermut tut selten gut", grollte er, und "Hochmut kommt vor dem Fall".

Ob diese Weisheiten so stimmen, lassen wir dahingestellt, an diesem Abend hatten sie einen ganz großen Wahrheitsgehalt. Schalke hatte sich schon für die Runde der letzten 32 im UEFA-Cup qualifiziert, da lockt manchen Berufs-Fußballer gern einmal ein kleiner Schlendrian, da spielt man halt einen schlampigen Pass. So fiel das 1:1 nach einem katastrophalen Abspiel von Poulsen, da griff Pander viel zu nachlässig ein. Fertig war die 1:2-Niederlage.

Ebbe Sand hatte nach der Partie eigens seine Brille aufgesetzt, nun war der richtige Durchblick gefragt. Ob er denn sicher sei, dass am Sonntag, im Derby beim Borussia Dortmund, der Schalter einfach so umgelegt werden könne. "Davon bin ich überzeugt", sagte der Däne. Gerald Asamoah weiß offenbar schon mehr. Ob er schon einmal gegen den BVB verloren habe, wurde er gefragt. "Nee", meinte der Nationalspieler, "das wird auch nicht passieren." Dann muss ja am Sonntag kein Schalker getröstet werden.

Gerd Strohmann

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02.12.2004 - Slavia Prag wartet auf Geld von Schalke 04 - © dpa - Meldung vom 02.12.2004 16:41 Uhr

Prag - Der tschechische Fußball-Erstligist Slavia Prag hat dem FC Schalke 04 mangelnde Zahlungsmoral vorgeworfen. Spätestens am 18. August hätte der Bundesligist rund 500 000 Euro für den Tschechen Filip Trojan überweisen müssen, sagte Slavia-Sprecher Alexandr Kliment.

Trojan, der derzeit beim VfL Bochum unter Vertrag steht, war vor vier Jahren von Prag nach Gelsenkirchen gewechselt. Auch wegen der ausstehenden Summe sei Slavia finanziell etwas unter Druck, sagte Kliment. Presseberichten in Prag zufolge droht dem derzeitigen Tabellen-Vierten der tschechischen Liga wegen nicht bezahlter Rechnungen ein Punktabzug.

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02.12.2004 - BVB vor Derby gegen Schalke unter Druck - © dpa - Meldung vom 02.12.2004 13:56 Uhr

Dortmund - Michael Meier spricht vom «wichtigsten Spiel der Saison», Michael Zorc von der größten Chance zur Wiedergutmachung und Bert van Marwijk von einem ultimativen Charaktertest für seine Profis.

Das Derby gegen den FC Schalke 04 birgt für das Bundesliga-Sorgenkind Borussia Dortmund Gefahren und Chancen zugleich. Geht der Revier-Klassiker verloren, droht eine Zuspitzung der ohnehin prekären Lage. Ein Sieg könnte dagegen erheblich zur Deeskalation beitragen. Nicht nur bei Sportmanager Michael Zorc wächst die Anspannung: «Vor einem solchen Spiel braucht man niemanden zu motivieren. Die ganze Stadt lechzt nach einem Sieg gegen Königsblau.»

Nie war der Druck beim BVB vor dem Duell mit dem Erzrivalen größer. Der neue Präsident Reinhard Rauball leitete bereits einen Klimawechsel ein. Zusammen mit Trainer van Marwijk nahm er sich in einer halbstündigen Krisensitzung das zuletzt enttäuschende Team zur Brust. «Dabei haben wir die 50 klarsten Worte gewählt, die die deutsche Sprache hergibt - um alle Dinge zu bereinigen, die es zu bereinigen gibt», sagte der Niebaum-Nachfolger voller Hoffnung auf eine Trendwende.

Doch die scheint in weiter Ferne. Nach wie vor sorgt der wankende Branchenriese fast täglich für negative Schlagzeilen. Die jüngste Absage eines US-Investors, der beim geplanten Rückkauf des Westfalenstadions eine führende Rolle spielen sollte, vergrößerte die Not der Geschäftsführung. Darüber hinaus störte Reservist Lars Ricken mit seiner deutlichen Kritik an van Marwijk die Vorbereitung. Zur Strafe warf ihn der Niederländer aus dem Kader für das Derby. «Das konnte ich nicht einfach so hinnehmen», sagte van Marwijk.

Nicht nur Ricken bekam dessen Verärgerung zu spüren. Der bisher trainingsfreie Mittwoch ist ab sofort gestrichen, die Stammplatzgarantie für diverse Stars in Gefahr. Der Sinneswandel des leidgeprüften Trainers macht Sinn: Nur der erste Sieg gegen Schalke seit dem 14. November 1998 kann verhindern, dass auch seine Arbeit zunehmend in Frage gestellt wird. Manager Meier hofft, dass die prickelnde Derby-Atmosphäre den blutleeren Profis zu mehr Leidenschaft verhilft: «Da kann sich keiner hängen lassen.»

Sicher kann sich der Manager jedoch nicht sein. Allzu oft blieben ähnliche Appelle ohne Wirkung. Selbst die Revolte der BVB-Fans nach der Heimniederlage gegen den Hamburger SV am 23. Oktober riss die hoch bezahlten Profis nur für zwei Spiele aus ihrer Lethargie. Unmissverständlich forderte Mittelfeldspieler Florian Kringe seine Mitstreiter zu mehr Engagement auf. «Gegen Schalke muss der Baum brennen.»

Wesentlich gelassener blickt die Konkurrenz aus Gelsenkirchen der Partie entgegen. Ungeachtet der 1:2-Niederlage im UEFA-Cup-Spiel bei Feyenoord Rotterdam strotzt der Schalker Nationalspieler Gerald Asamoah vor Selbstbewusstsein: «Ich bin optimistisch. Wir haben gegen Dortmund lange keine Niederlage erlebt. Das wird auch am Sonntag nicht passieren.»

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02.12.2004 - Rangnick fordert Besserung ein - © dpa

Vor dem Derby gegen Borussia Dortmund herrscht auf Schalke dicke Luft. Zu sehr hatte sich Trainer Ralf Rangnick über die mangelnde Chancenauswertung seines Teams im UEFA Cup-Spiel gegen Feyenoord Rotterdam geärgert. Der Schalke-Coach fordert Besserung von seinem Team.

"Übermut tut selten gut und Hochmut kommt vor dem Fall", bemühte der Schwabe zwei alte Weisheiten, um die lasche Vorstellung der ersatzgeschwächten Elf auf europäischem Boden zu beschreiben.

Für das Prestige-Duell gegen den BVB wird es auf jeden Fall einige Änderungen in der Anfangsformation geben. Im Gegensatz zum lustlos auftretenden Ailton wird wohl Mike Hanke wieder ins zweite Glied rücken müssen. Der 21-Jährige tat sich gegen Rotterdam trotz eines Tores eher durch das Auslassen selbst größter Chancen hervor.

Wie auch einige andere Profis konnte er seine Einsatzchance nicht nutzen, um sich für weitere Aufgaben zu empfehlen. Ein vernichtendes Urteil über die "Reserve" fällte Manager Rudi Assauer, ohne allerdings Namen zu nennen: "Einige haben gezeigt, dass sie nicht die Klasse haben, die sie zu haben glauben."

So werden beim BVB wieder diejenigen auflaufen, die in den vergangenen Wochen maßgeblich an der Erfolgsserie beteiligt waren und auf europäischer Bühne ganz oder teilweise geschont wurden. Die angeschlagenen Marcelo Bordon und Lincoln sind nach ihrer Verschnaufpause sicher dabei. "Für Sonntag bin ich zuversichtlich", sagte Clubarzt Thorsten Rarreck.

Der Partie gegen den sportlich wie finanziell am Abgrund stehenden Erzrivalen gilt laut Rangnick fortan die "ganze Konzentration". Und auch der Däne Ebbe Sand betonte, dass die Priorität eindeutig dem 124. Ruhrpott-Vergleich gilt. Bei diesem Prestigeduell spiele der gegenwärtige Tabellenstand - Schalke ist Zweiter, der BVB auf Rang 13 - "überhaupt keine Rolle". Allerdings reise man als Favorit zum Nachbarn. Sand: "Wir sind sehr selbstbewusst. Und Dortmund steht stark unter Druck. Das müssen wir ausnutzen."

Unterdessen wird Niels Oude Kamphuis von Feyenoord Rotterdam umworben. "Es ist richtig, wir hatten Kontakt. Feyenoord ist ein großer Club, aber sie wollen mich als rechten Verteidiger. Die Position spiele ich in Schalke auch seit Jahren, sehe mich aber eher im Mittelfeld", sagte Oude Kamphuis der Zeitschrift RevierSport.

Schalke will den zum 30. Juni 2005 auslaufenden Vertrag mit Oude Kamphuis zwar verlängern, doch mit diesem Ansinnen blitzte Manager Rudi Assauer in der vergangenen Woche beim Spieler ab. "Wir haben ihm klar signalisiert, dass wir ihn hier gerne weiter sehen wollen. Niels ist aber ein eigener Typ. Bei ihm fehlt uns ein klares Bekenntnis zum Verein", sagte Team-Manager Andreas Müller. "Ich lasse alles auf mich zukommen. Neben Feyenoord haben sich noch ein paar andere Clubs gemeldet", entgegnete Kamphuis.

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02.12.2004 - Schalke-Coach nach 1:2 in Rotterdam sauer - © www.yahoo.de

Rotterdam (dpa) - Erstmals in seiner Amtszeit beim FC Schalke 04 war Trainer Ralf Rangnick richtig sauer. Vier Tage vor dem Revierderby bei Borussia Dortmund passte dem 46-Jährigen die unnötige 1:2-Pleite im letzten UEFA-Pokal-Gruppenspiel bei Feyenoord Rotterdam nicht in den Kram.

«Übermut tut selten gut und Hochmut kommt vor dem Fall», bemühte der Schwabe zwei alte Weisheiten, um die lasche Vorstellung der ersatzgeschwächten Elf zu beschreiben. Zwar war Schalke bereits vor der Partie für die K.o.-Runde der letzten 32 Teams qualifiziert, doch nach dem feststehenden Verlust der Spitzenposition in der Gruppe A wollte Rangnick nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Zumal nun am 17. Dezember in Nyon ein «Hammerlos» für die nächste Runde im Februar winkt.

«Wenn man aus fünf hochkarätigen Chancen nur ein Tor macht, ist das zu wenig. Nach unserer Führung war Feyenoord spürbar verunsichert, aber wir haben dem am Boden liegenden Gegner wieder in den Sattel geholfen», ärgerte sich der Coach. Beim Auslassen selbst größter Möglichkeiten tat sich ausgerechnet Mike Hanke hervor, der mit dem 1:0 in der 7. Minute den Schalker Europacup-Torrekord von Marc Wilmots (9 Treffer) eingestellt hatte. «Wenn ich direkt nach dem 1:1 die Hundertprozentige verwerte, mache ich sicher noch mehr Tore. Aber ich habe zu lange über die vergebene Chance gegrübelt», gab Hanke selbstkritisch zu. Dennoch gehörte der 21-Jährige noch zu den engagiertesten Knappen im Stadion «De Kuip», wurde sogar von Rangnick in der Kabine in den Arm genommen.

Doch im Gegensatz zum lustlos agierenden Brasilianer Ailton muss Hanke im Westfalenstadion sicher wieder ins zweite Glied rücken. Wie auch andere Profis, die ihre Einsatzchance nicht nutzen konnten. Ein vernichtendes Urteil über die «Reserve» fällte Manager Rudi Assauer, ohne allerdings Namen zu nennen: «Einige haben gezeigt, dass sie nicht die Klasse haben, die sie zu haben glauben.»

So werden beim BVB wieder diejenigen auflaufen, die in den vergangenen Wochen maßgeblich an der Erfolgsserie beteiligt waren und gegen die eigentlich eher harmlose Elf von Ruud Gullit ganz oder teilweise geschont wurden. Die angeschlagenen Marcelo Bordon und Lincoln sind nach ihrer Verschnaufpause sicher dabei. «Für Sonntag bin ich zuversichtlich», sagte Clubarzt Thorsten Rarreck.

Der Partie gegen den sportlich wie finanziell am Abgrund stehenden Erzrivalen gilt laut Rangnick fortan die «ganze Konzentration». Das werde ein «ganz anderes Spiel», versicherte auch Ebbe Sand, der wie Gerald Asamoah in der zweiten Spielhälfte kam, weil der erst 19- jährige Feyenoord-Stürmer Salomon Kalou die Sorglosigkeit der Schalker Defensive bereits zwei Mal (32./41.) eiskalt ausgenutzt hatte. Doch den Ausgleich schaffte Schalke nicht mehr.

«Wir waren zu lässig. Das darf nicht vorkommen», mahnte Sand, der aber auch die «schwierige Motivation» vor der Partie als Ursache für die zweite Niederlage im 15. Pflichtspiel unter Rangnick ausmachte. «Wir waren ja schon durch.» Der Däne betonte, dass die Priorität eindeutig dem 124. Ruhrpott-Vergleich gilt. Bei diesem Prestigeduell spiele der gegenwärtige Tabellenstand - Schalke ist Zweiter, der BVB auf Rang 13 - «überhaupt keine Rolle». Allerdings reise man als Favorit zum Nachbarn. Sand: «Wir sind sehr selbstbewusst. Und Dortmund steht stark unter Druck. Das müssen wir ausnutzen.»

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02.12.2004 - Schalke verspielt den Gruppensieg - © www.sport1.de

Rotterdam - Schalke 04 hat mit einer Niederlage beim Jubiläum auf europäischer Bühne den Gruppensieg in der Zwischenrunde des Uefa-Cups verspielt.

Der bereits für die nächste Runde qualifizierte Fußball-Bundesligist verlor am Mittwoch beim 14-maligen niederländischen Meister Feyenoord Rotterdam 1:2 (1:2) und muss sich jetzt als wahrscheinlicher Gruppenzweiter in der Runde der letzten 32 Teams auf ein Duell mit einem "Absteiger" aus der Champions League einstellen.

Am letzten Spieltag trifft der FC Basel auf Feyenoord - und ein der beiden Mannschaft wird auf jeden Fall vor Schalke stehen.

Im 75. Europapokalspiel der Vereinsgeschichte war der Uefa-Cup-Sieger von 1997, der ohne vier Stammspieler in die Partie gegangen war, zwar durch "Mr. Europacup" Mike Hanke früh in Führung gegangen (7.).

Ein Doppelschlag von Salomon Kalou von der Elfenbeinküste (32. und 41.) brachte dem Team des früheren Europameisters Ruud Gullit den Sieg und das sichere Weiterkommen.

Für Ralf Rangnick war es nach zwölf Siegen in 14 Pflichtspielen erst die zweite Niederlage als Schalke-Coach.

"Wir haben nach der überlegenen ersten Viertelstunde fast schon überheblich gespielt und einen verunsicherten Gegner ins Spiel zurück verholfen. Wir hatten neben dem Tor fünf hundertprozentige Chancen, mehr bekommt man in Rotterdam nicht. Daraus hätten wir mehr machen müssen", analysierte Rangnick.

Vor der Partie, die unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen stattfand, war es indes zu einigen Zwischenfällen gekommen. Die niederländische Polizei nahm dabei 18 Randalierer fest. Ob darunter auch Schalker Fans waren, blieb unklar. Die S04-Anhänger waren allesamt per Zug angereist und wurden von den Sicherheitskräften weitgehend abgeschirmt.

Die Königsblauen erwischten vor 48.000 Zuschauern im Stadion De Kuip einen Start nach Maß. Bereits in der siebten Minute erzielte Mike Hanke die Führung für die Elf von Trainer Ralf Rangnick.

Nach einer Ecke von Sven Vermant und einer Kopfballverlängerung von Christian Poulsen schoss Feyenoord-Verteidiger Patrick Mtiliga Hanke an, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie beförderte.

Für den 21-Jährigen war es in seinem elften Europacup-Spiel bereits das neunte Tor, er zog dadurch mit Marc Wilmots an der Spitze der Schalker Rangliste gleich.

Der frühe Rückstand schockte die Niederländer, die zunächst das Schalker Tor nicht in Gefahr brachten. Torhüter Frank Rost musste nur bei einem Freistoß von Dirk Kuijt eingreifen (16.).

Wie aus heiterem Himmel fiel der Ausgleich in der 32. Minute, als Salomon Kalou den S04-Keeper überwand. Zuvor hatte Poulsen einen Fehlpass gespielt.

Die beste Chance zur erneuten Schalker Führung vergab Hanke, der frei vor dem Rotterdamer Tor an Schlussmann Patrick Lodewijks scheiterte (35.). Stattdessen waren die Gastgeber in der 41. Minute zum zweiten Mal erfolgreich.

Per Kopf war erneut Kalou der Torschütze zum 2:1. Drei Minuten später verhinderte Rost mit einer Fußabwehr gegen Dirk Kuijt das mögliche 3:1.

Auch nach dem Seitenwechsel sorgte Hanke für die Schalker Aufreger. Nach einem Hackentrick von Niels Oude Kamphuis scheiterte er aber erneut an Lodewijks (50.), in der 67. Minute schoss er aus 16 Metern über das Tor.

Rangnick hatte zu Beginn der zweiten 45 Minuten Nationalspieler Gerald Asamoah als dritte Spitze eingewechselt, der vier Tage vor dem 124. Revierderby in Dortmund wie der Däne Ebbe Sand zunächst eine Pause erhalten hatte.

Immerhin war die Partie in Rotterdam für die Schalker bereits das 30. Pflichtspiel der Saison. Sand kam erst in der 64. Minute für Ailton. Die beiden angeschlagenen Brasilianer Marcelo Bordon und Lincoln hatte Rangnick gleich ganz zu Hause gelassen.

Stattdessen gab er aus der zweiten Reihe neben Hanke und Oude Kamphuis auch Tomasz Waldoch und Sven Vermant eine Chance.

Der agile Hanke und Oude Kamphuis nutzten diese auch und waren die besten Schalker. Bei Feyenoord verdienten sich Torschütze Kalou sowie Kuijt die besten Noten.

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02.12.2004 - Schalker 1:2-Niederlage in Rotterdam gänzlich überflüssig - © www.westline.de

Rotterdam – Das musste nun wirklich nicht sein. Mit ein wenig mehr Herz, Leidenschaft und Spielwitz hätte der FC Schalke 04 leicht und locker die 1:2-Niederlage bei Feyenoord Rotterdam verhindern können.

Vielleicht muss es ja so sein, auf jeden Fall war es so: Das Stadion von Feyenoord Rotterdam, im Volksmund auch „die Wanne“ genannt, glich einem Hochsicherheits-Trakt. Überall mindestens zweieinhalb Meter hohe Zäune, oben mitten mit spitzem Stacheldraht verziert. Diesseits und jenseits unzählige Personen, zuständig für Recht und Ordnung, männlich oder weiblich, unverkennbar mit ihren gelben Jacken und ihren meist mächtig finsteren Mienen. Irgendwann schlossen sich die Tore, zum Glück wurden keinen Löwen hereinlassen. Es lebe der Sport!!!

Zum Glück war aber UEFA-Cup-Abend, also wurde dann vor 48 000 Fans auch Fußball gespielt. Die Stimmung war explosiv, insbesondere im niederländischen Lager. Feyenoord unter Zugzwang, vier Punkte aus zwei Partien sind nicht schlecht, aber alles andere als ein Ruhekissen. Schalke hatte es da schon weit komfortabler, sieben Zähler nach drei Spielen bedeuteten schon den Einzug in die Runde der letzten 32.

Rotation

Also, so durfte man vermuten, würden die Männer vom größten Seehafen der Welt mächtig Fahrt aufnehmen. Doch weit gefehlt, die Königsblauen – mit einem sehr dichten Mittelfeld mit gleich vier eher defensiven Akteuren – standen gut. Leicht war das nicht, denn erstmals in seiner gut zweimonatigen Amtszeit hatte Ralf Rangnick zur Rotation gegriffen. Die angeschlagenen Brasilianer Bordon und Lincoln waren gleich zu Hause geblieben, Asamoah und Sand schmückten die Ersatzbank. Doch das schien nicht weiter zu stören, Hanke drückte in der 7. Minute mit gleich mehreren Körperteilen den Ball über die Linie. Mit neun Treffern ist der Angreifer damit zum „Mister Europa-Cup“ avanciert, hat den alten Wilmots-Rekord eingestellt.

Alles erwartete nun ein niederländisches Feuerwerk, doch es krachte nicht. Deutlich fehlten die spielerischen Mittel, eigentlich konnten jetzt nur noch sorglose Gäste helfen. Und die waren so freundlich. Erst erlaubte sich Poulsen einen groben Schnitzer, der flinke Kalou traf zum Ausgleich (33.). Dann stellte sich Pander unbeholfen an, Kalou erzielte die Führung (41.). Die niederländischen Fernseh-Zuschauer sahen diesen Treffer nicht, wegen des Todes von Prinz Bernhard war im TV die Übertragung unterbrochen worden.

Spur zu emotionslos

Gespielt wurde weiter, Schalke nun mit Asamoah und damit drei Stürmern. Hanke hätte den Mut belohnen können, doch entweder klärte Lodewijks in höchster Not oder er ballerte das Leder übers Tor. So war es am Ende nur noch möglich, Feyenoord richtig nervös zu machen, wirklich freischwimmen konnte sich diese eine Spur zu emotionslose Schalker Elf nicht. Aber selten war eine Niederlage so leicht zu verschmerzen.

Gerd Strohmann

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01.12.2004 - Brand im Rohbau des Reha-Zentrums auf Schalke - © Polizei Gelsenkirchen (Pressemappe) - 01.12.2004 - 11:07 Uhr

Gelsenkirchen (ots) - Mittwoch: 01.12.2004, 04:13 Uhr: Eine Streifenwagen-Besatzung der Polizei stellte im Rohbau des Rehabilitations-Zentrums, südlich angrenzend an die Haupttribüne des Parkstadions, ein Feuer fest. Die Feuerwehr löschte den Brand.

Ermittlungen ergaben, dass die Deckenverschalung zum zweiten Obergeschoss vorsätzlich in Brand gesetzt worden ist. Das Feuer breitete sich auf einer Fläche von ca. 100 qm aus. Durch die Hitzeentwicklung verzogen sich im Bereich der Brandstelle mehrere Alustützen.

Der Sachschaden wird auf ca. 10.000,- Euro geschätzt. Konkrete Täterhinweise liegen zur Zeit nicht vor.

Harry Matschat

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01.12.2004 - Hinter feuerfesten Toren: Niederländische Hooligans immer gewaltbereiter - © www.sportschau.de

Nach 80 Minuten hatte René Temmink genug gehört. Da brach der Schiedsrichter das Spiel zwischen ADO Den Haag und dem PSV Eindhoven ab und sorgte für ein Novum in der niederländischen Ehrendivision. Er habe die Hetzparolen und beleidigenden Gesänge der ADO-Anhänger nicht mehr tolerieren können, erklärte Temmink.

Vor allem Hooligans von Den Haag und Feyenoord Rotterdam greifen immer öfter zu verbaler Gewalt. Sie imitieren bei Spielen gegen Ajax Amsterdam mit Zischlauten das Geräusch von ausströmendem Gas.

Hintergrund: Ajax gilt als Klub mit jüdischer Prägung und ist immer wieder Zielscheibe antisemitischer Häme. Sprechchöre wie "Juden ins KZ!" sind in Holland keine Seltenheit.
Beim Spiel gegen Ajax fanden ADO-Hooligans Gefallen daran, die Ehefrau des Top-Stürmers Rafael van der Vaart auf übelste Weise zu beleidigen. Ein paar Jahre zuvor trieb es Ajax-Trainer Louis van Gaal die Tränen in die Augen, als er sich in Rotterdam höhnische Gesänge über seine schwer erkrankte Frau anhören musste.

In der Hooligans-Szene der größten Hafenstadt Europas gibt es seit Wochen nur noch ein Thema: Schalke kommt. Am Mittwoch (01.12.04) müssen die "Knappen" zum UEFA-Cup-Spiel beim Traditionsklub antreten. Der ist proletarisch dominiert, seine Fans stehen tendenziell rechts, der gewalttätige Kern ist weit über die Landesgrenzen berühmt-berüchtigt.

"Wir machen uns Gedanken", sagt Didi Dahmen, Sprecher des Schalker-Fanclub-Verbandes, der die Fahrt der Königsblauen nach Rotterdam organisiert. Die Schalker stehen in engem Kontakt mit der niederländischen Polizei und den Fanbeauftragten von Feyenoord. "Wir sind gut vorbereitet", erklärt der 36-Jährige. "Zu ihrer eigenen Sicherheit, werden unsere Fans isoliert", sagt Dahmen. Kein Schalker kann sich auf eigene Faust auf den Weg zum "Hochsicherheitsspiel" nach Rotterdam machen. "Nur wer in einem der drei Sonderzüge sitzt, bekommt eine Karte", sagt Dahmen.

Die 2.500 Anhänger werden auf einem Sonderbahnhof in Empfang genommen. "Da ist ein großer Zaun drum rum", erklärt Dahmen. "Von dort aus geht es per Bahn direkt ins Stadion. Wir können die Ränge nur durch einen Tunnel erreichen", sagt der Schalker, der sich vor allem um den farbigen Nationalstürmer Gerald Asamoah sorgt. Der Gästeblock ist lukendicht abgesperrt und kann mit feuerfesten Stahltoren verriegelt werden.

Dahmen hätte gern die Innenstadt gesehen oder eine Hafenrundfahrt gemacht. Doch das ist undenkbar. "Eine Auswärtsfahrt im UEFA-Cup stellt man sich anders vor", sagt er. "In Edinburgh hatten unsere Fans zum Beispiel zuletzt jede Menge Spaß." Diesmal wird es nicht lustig werden. Davon können die Fans von Borussia Dortmund ein Lied singen. Nach dem verlorenen UEFA-Cup-Finale gegen Feyenoord in Rotterdam im Mai 2002 wurde ihr Zug auf der Rückfahrt mit einem Luftgewehr beschossen.

Da die Stadien sicher sind, bricht sich die Gewalt woanders Bahn und nimmt perfide Züge an. Im April überfielen Ajax-Rabauken nach einem Spiel der Reserveteams von Amsterdam und Rotterdam die Mannschaft von Feyenoord. Mehrere Spieler wurden geschlagen und getreten, Rotterdams Trainer Mario Been war von einem Fanatiker mit einem Messer bedroht worden. Seitdem traut sich Ajax-Stürmer van der Vaart nur noch mit Leibwächter auf die Straße. Anhänger von Feyenoord hatten "Vergeltung" angekündigt.

Im März 1997 verabredeten sich Hooligans beider Klubs via Internet an einer Autobahn zwischen Haarlem und Amsterdam zur Massenschlägerei - weit abseits von einem Fußball-Stadion. Carlo Picornie, ein berüchtigter Ajax-Hooligan, kam dabei ums Leben. Er war das erste Todesopfer in den Niederlanden im Zusammenhang mit Ausschreitungen.
Die Vereine sind überfordert. Ihnen drohen Platzsperren, Auswärtsspiele ohne Fans, drakonische Geldstrafen und Punktabzüge, doch der Gewalt werden sie nicht Herr. Angst hat Didi Dahmen nicht. Doch er hofft, dass alle Schalker wieder Heil nach Hause kommen.

Frank van der Velden

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01.12.2004 - Rassismus grassiert in Europas Arenen - © dpa - Di 30 Nov, 10:51 Uhr

Frankfurt/Main (dpa) - Der Rassismus grassiert in Europas Fußball-Stadien, in Deutschland sind weniger als zwei Jahre vor der WM derartige Zwischenfälle jedoch eher die Ausnahme.
«Es gibt zwar immer wieder Ausraster, aber deren geringe Zahl wirft insgesamt ein gutes Licht auf die Präventivarbeit in Deutschland», sagt der Pressesprecher des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Harald Stenger. Gleichwohl sehe der DFB laut Stenger die Situation keineswegs überheblich, «sondern ganz bewusst selbstkritisch».

Auch für das internationale Netzwerk «Football Against Racism in Europe» (FARE) stellt Deutschland nach Angaben ihres Mitarbeiters Kurt Wächter «nicht unbedingt einen Problemfall» dar. Stattdessen steht vor allem Spanien im Blickpunkt der Organisation, aber auch England und einige osteuropäische Länder. Was beispielsweise in Polen abgehe, sei nicht zu vergleichen, erklärt Wächter. Gleichwohl will er nicht von einer «Welle des Rassismus reden». Vielmehr sei die Öffentlichkeit mittlerweile stärker sensibilisiert für das Thema.

Die Organisation erstellte 2002 einen von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) unterstützten Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung von Rassismus auf. Dennoch ist zwei Jahre später das Thema allgegenwärtig. «Rassismus bleibt weiterhin das größte Problem im europäischen Fußball», schrieb die UEFA nach dem Skandal im Länderspiel zwischen Spanien und England in Madrid.

So mussten die dunkelhäutigen Gäste-Spieler übelste Schmährufe über sich ergehen lassen. Der Weltverband FIFA leitete eine Untersuchung ein. Am 23. November kam es in Madrid erneut zu rassistischen Zwischenfällen - unter anderem Nazi-Grüßen - beim Spiel Real gegen Bayer 04 Leverkusen. Barcelonas Samuel Eto'o wurde beim Erstliga-Neuling Getafe permanent beschimpft. In England wurde ein Zuschauer zu einer Geldstrafe (1300 Euro) und fünf Jahren Stadionverbot verurteilt, nachdem er mit einem weiteren Anhänger Dwight Yorke von Birmingham City mit Schmährufen bedacht hatte.

Und in Deutschland? «Wir haben nur einen Fall vorgelegt bekommen, aus Berlin», erklärt Wächter. Weitergeleitet vom Zusammenschluss «Flutlicht» (Berlin), einer von zwei deutschen «FARE»-Partnern neben der Schalker Fan-Initiative. Demnach hatten beim Berliner Viertliga- Duell Anhänger des BFC Dynamo die gegnerischen Fans von Türkiyemspor aufs Übelste beschimpft.

«Es ist richtig, dass es in den Amateurklassen zu unliebsamen Zwischenfällen kommt», räumt DFB-Sprecher Stenger ein. «Es wird immer Menschen geben, die Ausländer nicht mögen», sagt der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, René C. Jäggi. Die Pfälzer haben selbst einige dunkelhäutige Spieler in ihren Reihen. «Man sollte über dieses Thema reden, aber auch nicht über Gebühr dramatisieren», meint Jäggi.

Der Verband und die deutschen Vereine beugen weiter mit gemeinsamen Aktionsprogrammen rassistischen Auswüchsen vor. Dazu zählt unter anderen die Ausstellung «Kultort Stadion» in der Essener Zeche Zollverein. «Auch der Fußball in Deutschland steht in der Verantwortung des Grundgesetzes und muss seine gesellschaftliche Rolle wahrnehmen», verdeutlichte der geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Für die WM 2006 im eigenen Land wird ein Katalog zur Fan- und Besucherbetreuung erstellt. «Rassismus ist darin ein wesentlicher Punkt», sagte der Leiter der Abteilung Sicherheit im WM-OK, Helmut Spahn, der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Schließlich lautet das Motto für das nahende Fußball-Spektakel: «Die Welt zu Gast bei Freunden.»

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01.12.2004 - Goldener November: Schalke ist "Welt-Klub-Team" - © sid - Mi 01 Dez, 10:26 Uhr

Schalke 04 kann sich ab sofort mit dem Titel des "Welt-Klub-Teams" des Monats November schmücken. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick sammelte im November mehr Punkte als jeder andere Verein und verbesserte sich in der Rangliste der internationalen Föderation für Fußball-Geschichte und -statistik (IFFHS) von Platz 41 auf Position 27 mit 197,0 Punkten. [...]

Die Top-Position von Manchester United (281,0) übernahm überraschend der spanische Meister und UEFA-Cup-Sieger FC Valencia, Champions-League-Gegner von Doublegewinner Werder Bremen, mit 288,0 Punkten. Dahinter folgen "ManU" und Juventus Turin (273,0) sowie Real Madrid (260,0).

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01.12.2004 - Kein Gefangenen-Transport - © www.westline.de

Gelsenkirchen - Geballte Fäuste, Hass in den Augen, Schüsse auf Polizisten, keine Chance zur Flucht. 16 zum Teil schwer verletzte Personen, Bilder des Grauens, der Fußball hatte erneut ein wichtiges Stückchen Unschuld verloren.

Feyenoord Rotterdam feierte 1999 die niederländische Meisterschaft, die perfekte Plattform für gut 300 Hooligans für brutale Ausschreitungen, für eine blindwütige Strafenschlacht, für Rowdies, die sich auf der Straße austoben wollen. Sie haben längst eine traurige Berühmheit erlangt, diese holländischen Gewalttäter, von denen selbst ein niederländischer Polizist mit einem bitteren Schuss Resignation sagt: "Es ist eine ungemein gefährliche Gruppe, wir können keine absolutes Gewähr für die Sicherheit übernehmen."

Drei Sonderzüge

Mittwoch reisen 2700 Schalker Fans mit drei Sonderzügen in die größte holländische Hafenstadt. Die Königsblauen treten Mittwochabend (20.45 Uhr) im UEFA-Cup bei Feyenoord Rotterdam an, es gibt nur organisierte Fahrten, "sie dienen dem Schutz aller Beteiligten" betont Peter Peters. Und er hätte auch hinzufügen können, "wir haben alle keine andere Wahl".

Der Geschäftsführer der Königsblauen nennt es einen gemeinsamen Ausflug, "sicher kein Gefangenen-Transport", es soll trotz aller Vorkehrungen eine Spaß-Reise werden. Keine Premiere für die Schalker Fans, schon nach Brügge, Anderlecht und Kerkrade war es ähnlich, "und es hatte nie einen negativen Touch".

Sie haben sich perfekt vorbereitet, vermeintlich gerüstet für alle Eventualitäten. In Absprache mit dem Fanclub-Dachverband werden die Fahrkarten erst in den Zügen ausgegeben, alle Teilnehmer müssen Berechtigungsscheine vorweisen. Neben den Fanbetreuern reisen Beamte des Bundesgrenzschutzes und erstmals, in einem Pilotprojekt, auch Angehörige der niederländischen Polizei mit. Stimmung ist trotzdem erlaubt, alle Züge haben einen Bordclub-Waggon mit Musik und Getränken, auch alkoholischen.

Die Züge fahren direkt zum Sonderbahnhof am "Feyenoord-Stadion". Durch eine Röhre werden die Zuschauer in den Gäste-Fan-Block geleitet, ausscheren verboten. "Ein Besuch der Innenstadt und gar ein Zusammentreffen der Anhänger ist nicht möglich" betont Peters. Und sicher auch nicht erwünscht. Am Eingang werden alle durchsucht, Fahnenstangen sind erlaubt, aber nur bis zu einer Länge von 1,50 Meter, der Durchmesser darf maximal fingerdick sein.

Spaß-Reise

Das Fan-Potenzial von Feyenoord sei nach Angeben der holländischen Polizei so schwierig, so unberechenbar, so gewaltbereit, "dass nicht anders gehandelt werden kann", wie Peters bemerkt. Der Geschäftsführer ist dennoch davon überzeugt, dass es eine "Fußball-Reise wird, auf der alle ihren Spaß haben werden". Und auf der das Gemeinschafts-Gefühl unglaublich gefördert würde. Und dieses Fazit wagt Peter Peters schon vorher zu ziehen: "Auf der Fahrt muss keiner Angst haben." Gib` den Hooligans keine Chance.

Gerd Strohmann

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01.12.2004 - Hoeneß-Breitseite: "Schalke ist kapitalistisch wie keiner" - © www.spiegel-online.de

Er kann es einfach nicht lassen. Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß hat im Streit mit seinem Schalker Kollegen Rudi Assauer jetzt noch einmal nachgelegt. Der 52-Jährige wundert sich, dass seine Bayern ausgerechnet vom blau-weißen Revierclub angegriffen werden. Assauer bemüht sich unterdessen um die Glättung der Wogen.

München - "Dass ausgerechnet die Schalker mit dem Klassenkampf anfangen, finde ich schon eigenartig. Die zahlen mit die höchsten Gehälter, haben mit die meisten Schulden - und sind so kapitalistich wie kein anderer Verein", sagte Hoeneß der "AZ". Grundsätzlich wolle er ja kein Theater mit Assauer, "aber an manchen Tagen hat er so seine Ausfälle".

Zuletzt hatte Assauer die seiner Meinung nach zu hohe TV-Präsenz des FC Bayern scharf kritisiert. "Irgendwann verstehst du die Sender nicht mehr. Sollen sie doch ein Bayern-Studio aufmachen und fetten Gänsen den Arsch schmieren", hatte der Manager von Schalker 04 gewütet. Das wiederum brachte Hoeneß und Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auf die Palme. "Wir wussten erst gar nicht, was Assauer von uns will, was er da für einen Schmarrn erzählt", so Hoeneß.

Assauer hatte sich darüber beschwert, dass die ARD am 21. Januar zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga die Partie des FC Bayern gegen den Hamburger SV live überträgt und vergeblich auf eine Live-Übertragung der Partie seines Teams gegen den Deutschen Meister Werder Bremen gehofft.

In einem Telefonat mit Hoeneß hat sich Assauer mittlerweile entschuldigt und laut Rummenigge "auch versichert, dass er mit dem FC Bayern keine Probleme haben will", erklärte der Bayern-Boss in einem Interview mit der "tz".




Presse- und Internetspiegel November 2004

28.11.2004 - Schalke Bayern-Jäger Nr. 1 - Lob für Bielefeld - © dpa - Meldung vom 29.11.2004 13:36 Uhr

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat die Rolle als Bayern-Jäger Nummer 1 angenommen, doch zu einer offenen Kampfansage an den Rekordmeister lassen sich die Verantwortlichen nicht verleiten.

Zu frisch sind die schmerzhaften Erinnerungen an die Saison 2000/2001, als nach der «Vier-Minuten-Meisterschaft» nur der fragwürdige Titel «Meister der Herzen» blieb und die Münchner in Hamburg die Schale jubelnd in die Höhe reckten. Noch heute bricht Ebbe Sand der kalte Schweiß aus, wenn er an die «bitterste Stunde meiner Karriere» denkt. Manager Rudi Assauer wagt sich daher (noch) nicht aus der Deckung: «Ich habe im Fußball schon so viel erlebt. Ich weiß, was alles passieren kann. Ich wäre zufrieden, wenn wir am Ende Fünfter werden.»

Dabei hätten die Knappen nach der beeindruckenden Serie von acht Siegen aus neun Bundesliga-Partien unter Trainer Ralf Rangnick allen Grund, forschere Töne anzuschlagen. Platz zwei - zwei Zähler hinter den Bayern sind eine mehr als solide Basis. Doch bis auf Sand («Ich will Meister werden») ringen sich alle nur nebulöse Andeutungen ab, wenn es um Titelambitionen geht. «Dieser Sieg macht Hoffnung auf mehr», sagte zum Beispiel Kapitän Frank Rost nach dem glücklichen 2:1 über den starken Aufsteiger aus Bielefeld.

Selbst der unterlegene Arminia-Coach Uwe Rapolder geht offensiver mit Schalkes Chancen um und freut sich, «dass sie auf dem richtigen Weg sind, unserem großen Freund aus dem Süden Konkurrenz zu machen». Obwohl er gern drei Punkte geholt hätte, konnte Rapolder damit leben, dass «nicht die spielerisch bessere Mannschaft» gewann. «Wir wollten vor allem ein gutes Spiel machen. Das haben wir getan.» Der attraktive Tempofußball, den die Arminen unter Rapolder praktizieren, hätte bei besserer Chancenverwertung vor 61 524 Fans durchaus zum ersten Sieg nach 33 Jahren in Gelsenkirchen führen können. «Ich hätte nicht geglaubt, dass Bielefeld eine so hervorragende Mannschaft hat», lobte Assauer nach «einem der besten Spiele, die ich in den letzten Monaten gesehen habe».

Dass es für Bielefeld nicht zumindest für einen Punkt langte, lag nicht nur an der mangelnden Chancenauswertung, sondern auch an Schalkes Keeper. Rost bot eine Weltklasseleistung und setzte mit dem gehaltenen Elfmeter von Detlev Dammeier (55.) beim Stand von 2:1 das entscheidende Signal. Letztlich gab die individuelle Klasse der Königsblauen den Ausschlag. Zwar war nach dem 0:1 von Rüdiger Kauf (20.) der Ausgleich durch Lewan Kobiaschwili (28.) vom Glück begünstigt, doch am Siegtor von Ailton (38.) gab es nichts zu deuteln. Selbst Rangnick zeigte sich nach dem 29. Saison-Pflichtspiel vom Leistungswillen seiner Akteure überrascht: «Ich hätte nicht gedacht, dass sie noch in der Lage sind, über 90 Minuten ohne großen Einbruch so zu spielen.»

«Es zählten nur die drei Punkte», betonte Rangnick, der aus den restlichen zwei Ligaspielen vor Weihnachten bei Borussia Dortmund und gegen den SC Freiburg «mindestens drei Punkte» anstrebt. Mit Rücksicht auf das bevorstehende Revierderby im Westfalenstadion wird der Schwabe seinen angeschlagenen Profis im sportlich bedeutungslosen UEFA-Pokalspiel bei Feyenoord Rotterdam eine Pause gönnen: «Es macht keinen Sinn, manche Spieler schon wieder in das nächste Spiel zu jagen.»

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28.11.2004 - Schalke setzt beim 2:1-Sieg gegen Bielefeld seine Erfolgsserie fort - © www.westline.de

Gelsenkirchen - Der Schalker Gabentisch füllt sich immer üppiger. 2:1 besiegten die Königsblauen Sonntagabend eine ungemein starke Arminia aus Bielefeld, Platz zwei in der Tabelle ist der gerechte Lohn für eine bravouröse Siegesserie.

Es war eine Bundesliga-Partie der feineren Art. Der Aufsteiger war gut, richtig gut, aber am Ende vielleicht auch nicht glücklich genug. "Mit Willen und Leidenschaft zum Sieg" hatte Ralf Rangnick von seiner Elf gefordert, das Team tat ihm den Gefallen, auch wenn die Kräfte am Ende schwanden.

Eine kleine Überraschung hatte Ralf Rangnick zum Anpfiff schon parat. Hamit Altintop nahm den rechten Platz in der Viererkette ein, bereit zum Duell mit dem so eminent schnellen Bielefelder Buckley. Und es sollte wirklich munter losgehen. Krstajic, ohnehin reichlich unsicher, verfehlte nach drei Minuten eine Hereingabe, Vata aber zum Schalker Glück auch das Tor.

Die Königsblauen suchten sich, aber fanden sich nur schwer. Die Arminia angenehm selbstbewusst, spielte couragiert nach vorn. Und durfte sich dann bei Torhüter Hain bedanken, der seinen Kollegen Langkamp vor einem Eigentor bewahrte. Richtig ernst wurde es dann aber auf der anderen Seite. Bielefeld bot eine Kombination vom Feinsten, Kauf hatte die Ehre, sie mit einem prima Schuss aus 20 Metern zur gar nicht einmal unverdienten Führung (20.) abzuschließen.

Aber der FC Schalke 04 im Spätherbst 2004 lässt sich von einem solchen Rückstand nicht schocken. Munteres Gestocher im Gäste-Strafraum, Kobiashvili schnappt sich den Ball und trifft in der 28. Minute zum Ausgleich. Sekunden später hatte Lincoln die Chance zum Doppelschlag, aber wenn Techniker es mit Gewalt versuchen, geht das Leder meist daneben. Plötzlich aber hatte Krstajic einen ganz lichten Moment, Ailton, bis dahin reichlich blass, knallte den Ball zum 2:1 ins Tor (38.).

Luft schnappen

Luft schnappen war auch danach verboten. Die Ostwestfalen wiesen eigentlich in jeder Sekunde nach, warum sie bisher in der Bundesliga gerade auswärts so erfolgreich sind. Und dann kam, was nicht kommen sollte. Owomoyela wurde im Strafraum gehalten, Foulelfmeter. Alles kein Problem für Frank Rost: Mit einer prächtigen Parade wehrte er den wahrlich nicht schlecht geschossenen Strafstoß von Dammeier ab (55.).

Wer immer noch nicht mit der Partie zufrieden war, war nun begeistert. Fast schon beängstigend drückte die Arminia aufs Tempo, Rost hatte beide Hände voll zu tun, musste so manches Mal auch den Rest des Körpers zu Hilfe nehmen.

Schalke versuchte sich zu ordnen, aber es fiel sichtlich schwer. Doch es reichte. Der FC Schalke 04 kann so fröhlich wie schon lange nicht mehr Weihnachten feiern.

Gerd Strohmann

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28.11.2004 - Schalke 04 besiegt Bielefeld mit 2:1 - © dpa - Meldung vom 28.11.2004 19:59 Uhr

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat sich zum ärgsten Verfolger des FC Bayern München aufgeschwungen. Mit dem achten Sieg im neunten Bundesliga-Spiel unter der Regie von Trainer Ralf Rangnick stoppten die «Knappen» beim hart erkämpften 2:1 (2:1) den Höhenflug von Arminia Bielefeld und rückten auf den zweiten Tabellenplatz vor.

Vor 61 524 Zuschauern in der ausverkauften Arena AufSchalke hatte Rüdiger Kauf (20.) den zuletzt drei Mal hintereinander siegreichen Aufsteiger in Führung gebracht. Doch Lewan Kobiaschwili (28.) und Ailton (38.) drehten den Spieß zu Gunsten der Gastgeber um.

«Das war eines der besten Spiele, das ich in den letzten Monaten gesehen habe», meinte Schalke-Manager Rudi Assauer zufrieden. Den Bayern wollte er den Kampf aber noch nicht ansagen. «Ich bin sicher, dass wir unter die ersten Fünf kommen. Damit wäre ich zufrieden.» Rangnick, der mit Schalke in der Liga erst einmal verloren hat, sagte kurz und bündig: «Ein wichtiger Sieg in einem sehr guten Spiel.» Dagegen ärgerte sich sein Kollege Uwe Rapolder über die verpassten Einschussmöglichkeiten. «Knackpunkt war heute die Chancenverwertung. Wir hatten in der zweiten Halbzeit fünf Hundertprozentige. Frank Rost hat ganz stark gehalten, das war spielentscheidend. Dieser Spieler hat das Spiel gewonnen, nicht die bessere Mannschaft.»

Beide Mannschaften gingen von Beginn an hohes Tempo und äußerst engagiert zur Sache. Den kombinationssicheren Gästen bot sich durch Fatmir Vata (3.) die erste Einschusschance, doch der Albaner zielte freistehend vor Rost zu hoch. Auf der Gegenseite reagierte Mathias Hain bei Ebbe Sands Schuss (9.) und einem Kopfball von Matthias Langkamp auf das eigene Tor (14.) glänzend. Nach einer tollen Ballstafette über mehrere Stationen traf dann Kauf aus 20 Metern.

Die Gelsenkirchener antworteten mit wütenden Angriffen. Nachdem Ailton (21.) noch an Hain gescheitert war, profitierte Kobiaschwili sieben Minuten später von Langkamps missglücktem Abwehrversuch, der ihm das Leder einschussbereit per Grätsche vorlegte. Schalkes Angriffs-Initiative wurde noch vor der Pause mit Ailtons fünftem Saisontor belohnt, das Mladen Krstajic mustergültig herausspielte.

Nach dem Wechsel rettete der starke Rost den Erfolg, als er einen von Christian Poulsen an Patrick Owomoyela verursachten Foulelfmeter von Detlev Dammeier (55.) glänzend parierte. Die Ostwestfalen ließen sich durch dieses Missgeschick jedoch nicht schocken und blieben am Drücker: Erneut war Rost gegen Vata (59./68.) und Benjamin Lense (60.) gekonnt zur Stelle. Rangnick reagierte auf den Dauerdruck der schnell und ballsicher auftrumpfenden Arminen und opferte Ailton, um durch Sven Vermants Hereinnahme die Defensive zu stärken. Königsblau musste dennoch bis zum Schlusspfiff um den wichtigen «Dreier» bangen.

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27.11.2004 - Bayern-Führung kontert Assauer-Kritik - © www.netzzeitung.de, 27. Nov 20:52

Die Führungsetage von Fußball-Bundesligist Bayern München hat mit einer Reaktion auf die Kritik von Schalke-Manager Rudi Assauer nicht lange gewartet. Assauer betreibe «Populismus», sagte etwa Uli Hoeneß.

Die heftigen Kritik von Schalke-Manager Rudi Assauer an der Live-Übertragung der Partie Bayern München gegen den Hamburger SV hat die Führungsriege der Bayern nicht auf sich sitzen lassen. «Es wäre gut, wenn sich manche Kollegen erst einmal erkundigen würden, bevor sie etwas sagen. Er sollte sich um die Fakten kümmern. Das Spiel kostet uns Geld», erklärte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Samstag.

«Irgendwann verstehst du die Sender nicht mehr. Sollen sie doch ein Bayern-Studio aufmachen und fetten Gänsen den Arsch schmieren», hatte Assauer zuvor gewütet, nachdem sich die ARD am 21. Januar für die Übertragung der Partie des deutschen Rekordmeisters und gegen das Duell von Schalke 04 gegen den deutschen Meister und DFB-Pokalsieger Werder Bremen entschied: «Die Bayern könnten gegen den FC Hemd-Hoch spielen, und schon stellen sie die Kameras auf.»

Übertragung bringt Bayern Miese

Rummenigge («Wenn Assauer das Spiel unbedingt will, schenken wir es ihm») und Manager Uli Hoeneß stellten jedoch klar, dass die Live-Übertragung am Freitagabend zu Einnahmeverlusten führt. Zum einen würden die kompletten TV-Einnahmen in den Topf der Liga wandern, außerdem würde der FC Bayern durch die späte Anstoßzeit (20.30 Uhr) etliche Zuschauer verlieren. Deshalb, so Hoeneß, habe man sich «mit Händen und Füßen gegen dieses Livespiel gewehrt. Das Fernsehen wollte es aber so».

Die Aussagen von Assauer seien «reiner Populismus. Er soll erst einmal seine Hausaufgaben machen». In Bayern gebe es ein Sprichwort, ergänzte Rummenigge: «Was kümmert es die Eiche, wenn sich eine Wildsau daran reibt.» Das Saisonauftaktspiel Werder-Schalke im Sommer war live von der ARD übertragen worden. Damals hatte der Ausfall der Flutlichtanlage im Weserstadion für reichlich Aufregung gesorgt. Die Partie konnte erst mit Verspätung angepfiffen werden.

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27.11.2004 - Bielefeld fährt selbstbewusst zu Schalke 04 - © dpa - Meldung vom 27.11.2004 11:17 Uhr

Gelsenkirchen - Mit dem FC Schalke 04 und Arminia Bielefeld treffen zwei Mannschaften aufeinander, die vor Selbstbewusstsein strotzen.

«Es ist für jeden Spieler ein Traum, in der Arena zu spielen. Ich habe mich selten auf ein Spiel so gefreut wie auf dieses», sagte Arminias Trainer Uwe Rapolder vor dem Westderby des 15. Spieltags der Fußball-Bundesliga.

Die Chancen auf den zweiten Sieg in Gelsenkirchen nach 33 Jahren stehen für den Aufsteiger aus Ostwestfalen diesmal besonders gut. Denn die Arminia ist zurzeit blendend in Form, hat auswärts schon vier von sieben Partien gewonnen. Mit 23 Punkten und Platz sechs ist die Elf schon drei Spieltage vor dem Ende der Hinserie mehr als im Soll. «Wir treten auf Schalke mit breiter Brust an. Warum sollte uns dort nicht auch ein Punktgewinn gelingen», sagte Marco Küntzel, der vor einer Woche beim 2:1 über Werder Bremen das zweite Tor erzielte.

Allerdings wird Küntzel wohl nicht in der Anfangsformation stehen, weil die Offensive der Bielefelder im Moment glänzend besetzt ist. Als Leistungsträger erwiesen sich bisher vor allem der aufgeblühte Ex-Bochumer Delron Buckley (10 Saisontore), Spielmacher Ervin Skela, Fatmir Vata und Patrick Owomoyela.

Der Gastgeber muss drei Tage nach dem 2:0 über Ferencvaros Budapest und dem vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde des UEFA-Pokals noch mal alle Kräfte mobilisieren. Der Einsatz der angeschlagenen Ebbe Sand und Marcelo Bordon ist noch nicht sicher. Sehr fraglich ist das Mitwirken von Thomas Kläsener. Dennoch ist die Stimmung bei den «Königsblauen» dank der Erfolge unter Trainer Ralf Rangnick bestens. «Wir wollen aus den letzten drei Spielen bis zur Winterpause noch mindestens sechs Punkte holen. Aber gegen Bielefeld wir es sicher ein hartes Stück Arbeit», meinte Rangnick, dessen zum Titelfavoriten gereiftes Team den Kontakt zum Spitzenduo Bayern München und VfL Wolfsburg halten will.

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27.11.2004 – Bayern-Studio und fette Gänse – Assauer pöbelt gegen ARD - © unbekannt – Quelle: sml/thomas.teichmann@kaufhof.de 27.11.2004 11:18:10

Eigentlich müsste beim FC Schalke 04 alles im Lot sein. In der Bundesliga sind die Königsblauen aussichtsreicher Dritter und auch im DFB-Pokal sowie im Uefa-Cup noch dabei. Dennoch meckert Manager Rudi Assauer nach dem Sieg gegen Ferencvaros Budapest über aufbegehrende Ersatzspieler - und die ARD.

Gelsenkirchen - "Irgendwann verstehst du die Sender nicht mehr. Sollen sie doch ein Bayern-Studio aufmachen und fetten Gänsen den Arsch schmieren", schimpfte Assa uer heute. Damit monierte er die Entscheidung, dass die Partie Bayern München gegen den Hamburger SV zum Rückrunden-Auftakt der Fußball-Bundesliga um einen Tag vorgezogen und für eine TV-Live-Übertragung ausgewählt wurde. Die Partie am 21. Januar 2005 (20.30 Uhr) wird im Free-TV von der ARD gezeigt.

Am selben Spieltag empfängt Schalke den Meister Werder Bremen. Assauer sieht seinen Club seit längerem benachteiligt, wenn es um Live-Übertagungen von Spielen (auch im DFB-Pokal) und die damit verbundenen Einnahmen geht. In den kommenden Wochen will der 60-Jährige das Gespräch mit dem Intendanten des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Fritz Pleitgen, suchen, weil er Schalke im WDR schlecht repräsentiert sieht.

Doch Heribert Faßbender, Sportchef des gescholtenen Senders, antwortete prompt: "Wenn sich einer nicht beklagen kann, dann ist es Rudi Assauer. Die ARD hat zum Bundesliga-Auftakt das Spiel Werder Bremen gegen Schalke gezeigt und Schalke in diesem Herbst dreimal im Uefa-Pokal", erläuterte Faßbender. Zudem habe der WDR zum 100. Jubiläum von Schalke 04 eine ganze Nacht über den Club berichtet und einen Film über die hundertjährige Geschichte des Vereins ausgestrahlt.

Quer, quer, quer

Auch über einige Angestellte seines Clubs ärgerte sich Assauer maßlos. "Die in der zweiten Reihe sind, die immer das große Mundwerk haben, waren die g rößten Versager", motzte Assauer nach dem Uefa-Cup-Gruppenspiel gegen Ferencvaros Budapest. "Das macht mich unzufrieden. Wir haben gespielt wie vor einigen Wochen - quer, quer, quer." Obwohl der 2:0 (2:0)-Sieg über die Ungarn für den vorzeitigen Einzug in die Runde der letzten 32 sorgte, reagierte er mit ungewöhnlich harter Kritik gegen die zweite Reihe des Schalker Kaders.

Besonders die Jungprofis Hamit Altintop, 21, der nach seiner Einwechslung überhaupt keine Bindung zum Spiel fand und Michael Delura, 19, gerieten ins Visier des temperamentvollen Managers. Möglicherweise hat Assauer im Fall Altintop die Tatsache erregt, dass Schalke für den türkischen Nationalspieler weitere 406.000 Euro an dessen früheren Verein Wattenscheid 09 überweisen muss, weil Altintop in der laufenden Saison sein 15. Pflichtspiel für die Schalker absolviert hatte. Bereits im vergangenen Jahr mussten die Schalke für Altintop, der im Sommer 2003 für 1,8 Millionen Euro aus Wattenscheid kam, weitere 290.000 Euro an die 09er überweisen - Altintop war der Sprung ins türkische Nationalteam gelungen.

Über Delura äußerte sich Assauer abfällig, weil der Stürmer vor einigen Tagen in aller Öffentlichkeit Wechselabsichten verlautbaren ließ. "Wenn er Schalke verlassen will, muss er zu mir kommen, dann kriegt er sofort die Freigabe. Er kann nach Mainz gehen, vielleicht wird er da noch Karnevalsprinz", ereiferte sich Assauer.

Delura, der gegen Budapest nicht zum Einsatz kam und in der Vorsaison Trainer Jupp Heynckes bei den A-Junioren für die Bundesligamannschaft entdeckt wurde, ist beim neuen Coach Ralf Rangnick nur noch Stürmer Nummer fünf und hat angeblich ein Angebot des Aufsteigers FSV Mainz 05. "Ich kann nicht länger warten und darauf hoffen, dass sich einer verletzt und ich dadurch in die Mannschaft komme, so will ich das auch nicht", hatte der Abiturient erklärt, der nach 18 Einsätzen in der vergangenen Spielzeit bislang nur 86 Minuten in dieser Saison spielte.

Halbes Jahr nur Grütze

"Das war eine ganz falsche Reaktion von ihm, mit der Öffentlichkeit zu sprechen, dadurch wird seine Situation nicht besser", konterte Assauer, "es kann nicht sein, dass ihn sein Berater und sein Vater verrückt machen. Er hat vergessen, dass ihn Heynckes hochgezogen und aufgebaut hat. Im letzten halben Jahr hat er nur Grütze gespielt."

Was Deluras Kollegen gegen den ungarischen Rekordmeister boten, war allerdings auch nicht berauschend. Doch gegen den harmlosen Gegner reichte es für die Königsblauen zum insgesamt elften Sieg im 13. Pflichtspiel unter Rangnick. Weil zwei Stunden später der FC Basel überraschend sein Heimspiel gegen Heart of Midlothian 1:2 verlor, stehen die Königsblauen bereits vor dem letzten Gruppenspiel am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr) bei Feyenoord Rotterdam in der Runde der letzten 32.

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26.11.2004 – Schalke-Manager Assauer sauer auf Delura - © dpa - Meldung vom 26.11.2004 15:01 Uhr

Gelsenkirchen - Rudi Assauer, Manager des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, ist auf Jungprofi Michael Delura nicht mehr gut zu sprechen. Der 19 Jahre alte Stürmer hatte öffentlich Wechselabsichten geäußert, weil er zurzeit kaum Einsatzchancen beim Revierclub bekommt.

Nachdem der unzufriedene U 20-Nationalspieler den Aufsteiger FSV Mainz 05 als Interessenten ins Gespräch gebracht hatte, platzte Assauer nach dem 2:0 im UEFA-Cup gegen Ferencvaros Budapest der Kragen: «Von mir aus kann er nach Mainz gehen und dort Karnevalsprinz werden.»

Er habe Delura bislang für «einen intelligenten Jungen» gehalten, sagte Assauer. Aber mit so etwas an die Öffentlichkeit zu gehen, sei die falsche Reaktion. «Damit wird seine Situation nicht besser. Er war zuletzt in einem riesigen Leistungsloch. Und wir haben versucht, ihn wieder aufzubauen. Ich möchte keine Leute hier haben, die nicht gern für Schalke spielen», meinte der Manager, der ein Ausleihgeschäft aber ausschloss. «Das kommt nicht in Frage.» Auch Trainer Ralf Rangnick war wenig erbaut vom Verhalten Deluras. «Ich habe keine Lust, die Gedankengänge meiner Spieler aus der Zeitung zu erfahren.»

Delura war vom ehemaligen Chefcoach Jupp Heynckes in der vergangenen Saison von den Oberliga-Amateuren zu den Profis geholt worden und besitzt noch einen Vertrag bis 2006. In der vorigen Spielzeit hatte er 15 Bundesligaspiele (4 Tore) bestritten. In dieser Saison brachte es der talentierte Angreifer - noch unter Heynckes - nur auf drei Kurzeinsätze. In der kommenden Woche soll es ein Gespräch zwischen Assauer und Delura geben.

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26.11.2004 – Assauer reagiert nach Schalke-Erfolg zornig - © www.netzzeitung.de, 26. Nov 14:26

Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat sich als erster deutscher Vertreter frühzeitig für die nächste Uefa-Cup-Runde qualifiziert. Manager Rudi Assauer war dennoch stinksauer.

Der FC Schalke 04 bastelt unaufhaltsam an seiner Erfolgsgeschichte weiter. Der Fußball-Bundesligist aus dem Ruhrgebiet liegt weiter auf drei Hochzeiten gut im Rennen. Manager Rudi Assauer war nach dem 2:0-(2:0)-Sieg über Ferencvaros Budapest im Uefa-Pokal dennoch in Rage geraten. «Die in der zweiten Reihe sind, die immer das große Mundwerk haben, waren die größten Versager. Das macht mich unzufrieden. Wir haben gespielt wie vor einigen Wochen - quer, quer, quer», schimpfte der 60-Jährige. Auch wenn Assauer keine Namen nannte, war klar, dass vor allem der türkische Nationalspieler Hamit Altintop gemeint war. Der Shootingstar der vergangenen Saison bot zum wiederholten Mal nach seiner Einwechselung nach der Halbzeit eine äußerst schwache Leistung. Auch Jungprofi Michael Delura, der Wechselabsichten geäußert hatte, bekam sein Fett ab. «Wenn er Schalke verlassen will, muss er zu mir kommen, dann kriegt er sofort die Freigabe. Er kann nach Mainz gehen, vielleicht wird er da noch Karnevalsprinz», ereiferte sich Assauer.

Delura schielt nach Mainz

Der 19-jährige Delura, den in der Vorsaison Trainer Jupp Heynckes von den A-Junioren in die Bundesligamannschaft geholt hatte, ist beim neuen Coach Ralf Rangnick nur noch Stürmer Nummer fünf und hat angeblich ein Angebot des Aufsteigers FSV Mainz 05. «Ich kann nicht länger warten und darauf hoffen, dass sich einer verletzt und ich dadurch in die Mannschaft komme, so will ich das auch nicht», hatte der Abiturient erklärt, der nach 18 Einsätzen in der vergangenen Spielzeit bislang nur 86 Minuten in dieser Saison spielte.

«Das war eine ganz falsche Reaktion von ihm, mit der Öffentlichkeit zu sprechen, dadurch wird seine Situation nicht besser», konterte Assauer: «Es kann nicht sein, dass ihn sein Berater und sein Vater verrückt machen. Er hat vergessen, dass ihn Heynckes hochgezogen und aufgebaut hat. Im letzten halben Jahr hat er nur Grütze gespielt.»

Was Deluras Kollegen gegen den ungarischen Rekordmeister boten, war auch nicht berauschend. Doch es reichte gegen den harmlosen Gegner zum insgesamt elften Sieg im 13. Pflichtspiel unter Rangnick. Weil zwei Stunden später der FC Basel überraschend sein Heimspiel gegen Heart of Midlothian 1:2 verlor, stehen die Königsblauen bereits vor dem letzten Gruppenspiel am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr) bei Feyenoord Rotterdam in der K.o.-Runde.

Nicht zufrieden war gegen Budapest auch Torjäger Ailton. Der ehrgeizige Brasilianer trat aus Wut darüber, dass ihm kein Treffer gelang, ein Loch in die Bandenwerbung, das von den Ordnungskräften mit Klebeband geflickt wurde.

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25.11.2004 – Schalke 04 fast weiter, aber Delura will weg - © www.westline.de

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat sein zweites Saison-Zwischenziel so gut wie erreicht. Nachdem sich die Elf von Ralf Rangnick für das Viertelfinale im DFB-Pokal qualifiziert hat, ist nun auch das Überwintern im UEFA-Cup so gut wie sicher.

Denn am Donnerstag Abend gab es einen 2:0 (2:0)-Erfolg gegen Ferencvaros Budapest durch ein Eigentor von Gyepes und einen Treffer von Kobiashvili. "Zu 90 Prozent sind wir durch", freute sich Manager Rudi Assauer.

Damit setzt sich die fast schon unheimliche Erfolgsserie unter Ralf Rangnick bei den "Königsblauen" fort: Im 13. Pflichtspiel unter der Regie des Schwaben gab es nicht weniger als elf Siege, aber nur ein Unentschieden und eine Niederlage. Der Arbeitssieg gegen die längst nicht so defensiv wie erwartet auftretenden Gäste wurde mit einem Eigentor von Gyepes nach einer Viertelstunde eingeleitet. Als die Gäste danach immer besser ins Spiel kamen, fiel zum genau richtigen Zeitpunkt für die Schalker kurz vor der Halbzeitpause das 2:0 durch Kobiashvili, der von Lincoln und Ailton in Szene gesetzt wurde.

Trotz der herausragenden Siegesserie der vergangenen Monate ist die Freude im Schalker Lager nicht ungetrübt. Michael Delura hegt zum Beispiel Abwanderungsgedanken. Der noch vor ein paar Monaten unter Jupp Heynckes groß gefeierte Nachwuchsmann ist offensichtlich unzufrieden mit seiner Reservistenrolle und will in der nächsten Woche das Gespräch mit Manager Rudi Assauer suchen. Nur 86 Minuten kam der 19-Jährige in der Saison 2004/2005 bisher zum Einsatz. Deshalb denkt Delura, der noch einen Vertrag bis 2006 besitzt, darüber nach, sich ausleihen zu lassen. Angeblich soll Mainz 05 schon Interesse an Delura bekundet haben. Angesichts der hochkarätigen Konkurrenz im Schalker Angriff, der momentan hervorragend harmoniert, sind die Einsatzchancen für Delura auch für das nächste Bundesligaspiel gegen Bielefeld nicht gerade groß.

Muskelprobleme stoppen Bordon

Ob gegen die Ostwestfalen Marcelo Bordon mitwirken kann, ist ebenfalls noch offen. Der Schalker Abwehr-Chef wurde kurz vor der Halbzeitpause wegen Oberschenkelbeschwerden ausgewechselt. Die hatten dem Brasilianer auch schon beim Abschlusstraining zu schaffen gemacht, das er am Mittwoch abbrechen musste. Jetzt muss man abwarten, ob Bordon bis zum Sonntag wieder fit ist. Dann ist mit Arminia Bielefeld die Überraschungsmannschaft der Bundesliga in der Arena zu Gast, wo die Schalker sicherlich mehr gefordert werden als beim souveränen Sieg gegen die Ungarn.

Norbert Neubaum

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24.11.2004 - Schalke will im UEFA-Cup überwintern - © dpa - Meldung vom 24.11.2004 12:56 Uhr

Düsseldorf - Fast frei von Verletzungssorgen und voller Vertrauen in die eigene Stärke will sich der FC Schalke 04 nach dem Verbleib im DFB-Pokal seinen zweiten Weihnachtswunsch schon vier Wochen vor der Bescherung erfüllen.

Mit einem Sieg im dritten Spiel der UEFA-Pokal-Gruppenphase gegen den ungarischen Tabellenführer Ferencvaros Budapest könnte der Fußball-Bundesligist bereits für den Einzug in die nächste Runde planen. «Mit einem Erfolg wären wir zu 90 Prozent durch. Dann haben wir auch unser zweites Ziel erreicht und überwintern nicht nur im DFB-Pokal, sondern auch im UEFA-Cup. Die Chance ist sehr groß», sagte Manager Rudi Assauer vor dem Heimspiel in der Schalke-Arena. Mit 4 Punkten liegt der Revierclub in der Tabelle der Gruppe A hinter dem punktgleichen Spitzenreiter Feyenoord Rotterdam auf Platz zwei vor Budapest, FC Basel (beide 1) und Heart of Midlothian (0).

Vor allem die sieben Siege in den letzten acht Meisterschafts-Spielen haben den Bundesliga-Dritten selbstbewusst gemacht. An eine Niederlage gegen die Ungarn, die bei fünf Gastspielen in Deutschland noch nie gewinnen konnten, glaubt bei den in Topform befindlichen «Königsblauen» eigentlich niemand. Allerdings dürfte das 1:1 gegen den FC Basel Warnung genug sein, dem die Schalker ein hart erkämpftes 1:0 bei Hearts of Midlothian folgen ließen.

Daher wird Rangnick nicht müde, vor den Ungarn zu warnen, die wie Schalke (3:0 in Leverkusen) am vergangenen Wochenende in der Liga einen glanzvollen Auswärtssieg (5:1 bei Zalaegerszegi TE) feierten. Ferencvaros sei eine «kämpferisch sehr starke Mannschaft», betonte der Schalke-Coach, der die Ungarn äußerst defensiv erwartet. «Das haben sie selbst beim 1:1 zu Hause gegen Rotterdam gemacht. Vielleicht müssen wir ein wenig Geduld haben.» Bei den Knappen wird sich im Vergleich zum 3:0 gegen Leverkusen in der BayArena personell kaum etwas verändern.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Schalke 04: Rost - Kläsener, Bordon, Krstajic, Pander - Poulsen, Kobiaschwili - Lincoln - Asamoah, Sand, Ailton

Ferencvaros Budapest: Szücs - Balog, Lipcsei, Vukmir, Leandro - Zavadszky, Rosa, Zovath, Tözser - Bajevsky, Penska

Schiedsrichter: Colombo (Frankreich)

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22.11.2004 - "Stars ticken anders“ - Interview mit Ralf Rangnick - © www.spiegel-online.de

Er ist zusammen mit Ewald Lienen der erfolgreichste Bundesligacoach der vergangenen Wochen. Seit Ralf Rangnick den FC Schalke trainiert, geht es für den Revierclub nach oben. Dass einige Spieler schon vom Meistertitel sprechen, stört den 46-Jährigen nicht. Gelassenheit zeigt Rangnick inzwischen auch gegenüber Diven wie Ailton.

Frage: Herr Rangnick, am vergangenen Samstag hat Ihre Mannschaft erstmals nach sechs Bundesligasiegen in Folge verloren. Wie haben Sie und die Mannschaft das Ende der Erfolgsserie verdaut?

Rangnick: Für mich wäre es schlimmer gewesen, wenn wir alle Tugenden, die wir vorher hatten, nicht gezeigt hätten. Das war aber nicht so. Die Mannschaft hat so viel Selbstbewusstsein, so viel Potenzial, dass das Ende der Serie für uns kein Problem ist.

Frage: Wie erklären Sie den plötzlichen Erfolg nach dem Trainerwechsel?

Rangnick: Es ist eine gute Mannschaft. Wenn gute Mannschaften mit einem guten Trainerstab zusammenarbeiten, warum sollen da keine guten Ergebnisse rauskommen? Das ist ganz normal.

Frage: Befürchten Sie, dass der positive Effekt des Trainerwechsel verpufft?

Rangnick: Wenn wir künftig sechs von sieben Spielen gewinnen, werden wir mit großem Abstand deutscher Meister. Davon ist aber nicht auszugehen. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass wir uns da oben festsetzen können - auch wenn wir weiter auf allen drei Hochzeiten tanzen.

Frage: Was macht die Mannschaft so stark?

Rangnick: Die Stärken liegen sicher im großen Offensiv- und Kreativpotenzial, das wir haben. Die Hauptaufgabe ist, die Balance zu finden zwischen dem, was wir nach vorne können, und dem, was wir nach hinten brauchen.

Frage: Was ist mit dieser Mannschaft möglich?

Rangnick: Wir wollen in beiden Cup-Wettbewerben überwintern und uns in der Bundesliga Weihnachten unter den ersten fünf etablieren. Wenn wir es schaffen, mit 30, vielleicht sogar 33 Punkten in die Winterpause zu gehen, hätten wir alle Optionen für die Rückrunde.

Frage: Einige reden schon vom Meistertitel.

Rangnick: Dass Spieler sagen, sie wollen deutscher Meister werden, ist legitim. Das will ich auch. Deswegen heißt es aber nicht, dass alles, was weniger als der Titel ist, am Ende inakzeptabel oder eine Enttäuschung wäre.

Frage: Hat die Mannschaft denn auch das Potenzial dazu?

Rangnick: Das ist auch eine Frage der Konstanz und auch, wie man mit der Dreifachbelastung auf lange Sicht umgeht. Bisher sind wir sehr gut damit zurechtgekommen. Ich gehe davon aus, dass wir im Uefa-Cup weiterkommen. Dann wird sich im Frühjahr zeigen, wie wir damit umgehen. Davon wird abhängen, wie weit vorne wir in der Bundesliga mitspielen.

Frage: Trainieren Sie zurzeit die beste Mannschaft Ihrer Karriere?

Rangnick: In Stuttgart waren sich die Führungsspieler nicht grün, da gab es keine Einigkeit. Wenn man diese Dinge mit hinzuzieht, dann glaube ich schon, dass ich jetzt hier sehr gute Voraussetzungen habe - vielleicht die besten, die ich bisher als Trainer hatte. Die Köpfe der Mannschaft sind Spieler, die mitdenken, die auch mal sagen: Trainer, können wir da noch mal drüber sprechen. So sollte es auch sein.

Frage: Sie haben sich vor kurzem bei Krassimir Balakow bedankt. Hat Ihr Konflikt damals Sie als Trainer verändert?

Rangnick: Es war ja nicht nur Balakow, es waren viele eigenwillige Typen in dieser Mannschaft. Es war für mich ein Schnellkurs, was in der Bundesliga passieren kann. Die Stuttgarter Mannschaft hatte damals alle Symptome einer verhätschelten und verwöhnten Bundesliga-Truppe. Es war nicht einfach, als Trainer mit diesen Egoismen umzugehen. Es gab Momente, da habe ich gedacht: Bist du eigentlich völlig bescheuert, was tust du dir da eigentlich an? Aber im Rückblick waren diese Erfahrungen für meine Entwicklung als Trainer gut.

Frage: Helfen diese Erfahrungen im Umgang mit Spielern wie Ailton?

Rangnick: Na klar. Wenn man Stars hat und dann speziell noch aus Südamerika, muss man sich im Klaren sein, dass die anders ticken. Beim Toni muss man jeden Tag darauf vorbereitet sein, dass etwas passiert. Dem kann man nicht nur mit Strenge oder Sanktionen begegnen. Man muss sich auch damit beschäftigen, warum das jetzt so ist. Das habe ich schon gelernt.

Frage: Ist Ailton denn schon richtig integriert?

Rangnick: Das kann er noch nicht sein, dafür ist er ja noch viel zu kurz hier. Mit einem Spieler wie Toni reibt man sich auch mal, das ist auch okay. Wenn man ihn holt, muss man versuchen, das Optimum aus ihm herauszuholen. Aber auch ihm muss klar sein, dass es sich hier nicht nur um den FC Ailton 04 handelt. Es kann sich nicht alles um Toni drehen. Er muss selber auch seinen Beitrag für die Mannschaft leisten. Darum geht es in der täglichen Auseinandersetzung. Und das hat er verstanden.

Frage: Wie planen Sie über die laufende Saison hinaus?

Rangnick: Wir gehen davon aus, dass wir auf drei, maximal vier Positionen noch etwas machen werden - vom Niveau her ähnlich wie vor dieser Saison. Wir wollen darauf achten, dass die Spieler möglichst keine Ablöse kosten, den Gehaltsrahmen nicht komplett sprengen und der ein oder andere Deutscher ist.

Frage: Fabian Ernst, der seinen Vertrag bei Werder Bremen nicht verlängern wird, passt genau in dieses Anforderungsprofil.

Rangnick: Da kann ich nicht widersprechen, aber in das Profil passt nicht nur einer.

Frage: Welche Ziele haben Sie sich auf Schalke gesteckt?

Rangnick: Wenn wir es schaffen, nächste Saison direkt international dabei zu sein, sind wir zufrieden. Wenn dabei noch ein Titel herausspringt, dann wehren wir uns natürlich auch nicht. Aber es ist schon klar, dass Schalke durch die Transfers zu Beginn dieser Saison zum ersten Mal den Finger gehoben hat. Wenn noch mal zwei, drei gute Spieler hinzukommen, dann wäre das das nächste Mosaiksteinchen auf dem Weg zu einer Mannschaft, die konstant oben mitspielt. Und das ist letztlich das Ziel, dass wir uns da oben auf Sicht festsetzen können."

Die Fragen stellte Thomas Lipinski, sid

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22.11.2004 - Leverkusen vs. Schalke - Noten und Analysen - © Kicker

Bayer Leverkusen: Butt (3) - B. Schneider (3,5), Juan (5), Roque Junior (5), Placente (5) - Ramelow (5) - Freier (5), Ponte (5), Krzynowek (4) - Voronin (4), Berbatov (4) - Trainer: Augenthaler

FC Schalke 04: F. Rost (2) - Kläsener (3,5), Bordon (1,5), Krstajic (2), Pander (3,5) - Vermant (3,5) - Asamoah (3,5), Kobiashvili (3) - Lincoln (1) - Sand (1), Ailton (2) - Trainer: Rangnick

Tore: 0:1 Sand (27., Rechtsschuss, Vorarbeit Ailton), 0:2 Ailton (37., Rechtsschuss, Lincoln), 0:3 Lincoln (71., direkter Freistoß, Rechtsschuss)

Eingewechselt: 62. Babic für Placente, 79. S. Öztürk für Freier - 79. Hamit Altintop für Pander, 79. Poulsen für Lincoln, 86. Hanke für Sand

Chancenverhältnis: 7:8

Eckenverhältnis: 7:6

Schiedsrichter: Stark (Ergolding), Note 4 - leitete die Partie ohne eine Verwarnung, hätte aber nach Foul von Krstajic an Voronin (50.) eine Karte zeigen müssen. Ailton bei Stand von 1:0 wegen Abseits zu rückzupfeifen, war grob falsch.

Zuschauer: 22500 (ausverkauft)

Spielnote: 3

Spieler des Spiels:

Sand, Ebbe
Offensiv wie defensiv überragend, riesiges Lauf- und Zweikampfpensum,Torschütze und Initiator des Schalker 2:0.

Analyse
Nach dem 2:2 bei Meister Bremen veränderte Bayer-Coach Klaus Augenthaler seine Startelf auf zwei Positionen: Kapitän Nowotny und Balitsch rotierten raus, dafür kam der Brasilianer Juan ins Deckungszentrum und Schneider wurde auf die rechte Verteidigerposition zurückgezogen. Mit Ponte kam der zweite Akteur auf der offensiven Mittelfeldposition neu ins Team. Bei Schalke kompensierte Trainer Ralf Rangnick den Ausfall von Oude Kamphuis mit dem Einsatz von Kläsener. Der wiedergenesene Krstajic ersetzte Waldoch, Vermant für Poulsen bedeutete die dritte Änderung nach der 1:3-Heimniederlage gegen Hertha.

Es dauerte zehn Minuten, bis Leverkusen sein bis dorthin fehlerhaftes Pass-Spiel abstellte und sich ein deutliches Übergewicht erarbeitete. Dies äußerte sich in Chancen durch Voronin und Freier binnen einer Minute (11.).

Gegen das zunächst zu passiv agierende Schalke verpasste der Ukrainer die Führung für die Hausherren, als er allein vor Rost im letzten Moment noch von Kläseners Grätsche gestoppt werden konnte. Der Ball prallte bei dessen Rettungsaktion ans Schienbein von Bordon und von dort Zentimeter neben den Pfosten ins Toraus (17.).

Die "Königsblauen" enttäuschten bis dahin auf der ganzen Linie, ließen Leverkusen einfach zu viel Platz - allein, die Augenthaler-Elf machte zu wenig aus ihren Freiheiten. So kam es, wie es kommem musste: Schalke ging mit dem ersten ernstzunehmenden Angriff in Führung: Lincolns Geniestreich mit der Hacke findet Ailton, der sich im Duell mit Juan behauptet und in die Mitte auf Sand spielt. Der tanzt Butt aus und schiebt das Leder aus kürzester Distanz ins leere Tor (27.).

Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt, allerdings verdiente sich Schalke in der Folge die Führung, denn bis zur Pause spielte nur noch die Rangnick-Elf. Bayer war völlig von der Rolle, und der Tabellendritte nutzte dies mit einem klassischen Konter aus: Sand profitiert im Mittelfeld von einem Ausrutscher Roque Juniors und schickt Lincoln rechts auf die Reise. Genau im richtigen Moment kommt der präzise Pass in die Mitte auf Ailton, der aus elf Metern keine Mühe hat, sein viertes Saisontor zu erzielen (37.).

Der Brasilianer hätte noch vor der Pause nachlegen können, scheiterte aber allein vor Butt am Leverkusener Keeper (43.).

Unverändert begannen beide Teams Durchgang zwei. Bayer erspielte sich wie in den ersten 45 Minuten eine optische Überlegenheit. Rost zeigte gegen Krzynowek einmal eine Glanzparade (48.) und wenig später gutes Stellungsspiel (51.).

Aber es war nur ein kurzes Aufflackern Leverkusener Offensivgeistes, denn danach übernahm wieder Schalke das Kommando. Kaum zog der UEFA-Cup-Teilnehmer das Tempo an, geriet die Bayer-Abwehr ins Schwimmen. Kobiashvili und Sand verpassten das dritte Tor nach Ailtons Hereingabe nur ganz knapp (57.).

Ob die Augenthaler-Elf das am Dienstag folgende Champions-League-Spiel in Madrid nicht aus dem Kopf bekam? Symptomatisch jedenfalls für deren Angriffsbemühungen: Voronin säbelt nach schönem Zuspiel von Freier in der Mitte aus fünf Metern über den Ball (68.).

Ganz anders die Gäste, bei denen Lincoln seine tadellose Leistung krönt: Der Regisseur zirkelt einen Freistoß aus 20 Metern über die Mauer ins linke obere Eck - 0:3 (71.)!

Damit war die Partie entschieden - leicht und locker spielten die in allen Mannschaftsteilen prächtig harmonierenden 04er gegen die aufsteckende Augenthaler-Elf danach die Uhr herunter.

Nach der überraschenden Führung nach einer halben Stunde übernahm das dann in allen Belangen überlegene Schalke in einem durchschnittlichem Spiel das Kommando und brachte dem leblosen Leverkusen genauso hochverdient wie ungefährdet die erste Heimniederlage bei.

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22.11.2004 - "Siegen, bis wir Meister sind" - © www.westline.de

Leverkusen - Mitte der zweiten Hälfte strebten die Sangeskünste unaufhaltsam ihrem Höhepunkt entgegen. "Schalke gewinnt, Schalke gewinnt, bis wir Deutscher Meister sind", schmetterte es aus der königsblauen Fan-Kurve.

Da hatte Lincoln gerade mit einem fantastischen Freistoß das 3:0 für den FC Schalke in der BayArena erzielt, der Endstand in einer Partie, in der Leverkusen eine mehr als bittere Pille schlucken musste. Nur 20 Minuten sah es so aus, als hätten die Knappen doch noch ein wenig am 1:3 gegen Hertha BSC zu kauen. "Wir waren viel zu schläfrig", tadelte Ralf Rangnick seine Elf, "wir nahmen am Spiel gar nicht richtig teil, kamen meist gleich mehrere Schritte zu spät in die Zweikämpfe". Schaden richtete dieser Hänger nicht an, "wir haben diese Schwächeperiode mit Glück und Geschick überstanden", meinte Frank Rost. Der Kapitän hätte sich an diesem Tag auch mal an die eigene Brust schlagen können, aber der Cheftrainer hatte ja schon die souveräne Vorstellung seines Schlussmannes gewürdigt.

Mühelos bis elegant

Mitte der ersten Hälfte hatten die Schalker dann ausgeschlafen, ein ganz heller Moment von Lincoln über Ailton bis zum großartigen Ebbe Sand brachte die Führung. "Ein 1:0 aus heiterem Himmel", wie Rangnick registrierte, für Bayer wurde es gleich zappenduster. Ailton schloss die nächste Zucker-Kombination über Sand und Lincoln souverän ab, "danach ist meine Mannschaft in sich zusammen gefallen", wie Klaus Augenthaler grimmig bemerkte.

Entsprechend steigerten sich die Schalker. Vieles sah unglaublich mühelos, manches sogar richtig elegant aus. Bordon und Krstajic ließen in der Abwehr ihre Kräfte sinnvoll walten, Asamoah und Kobiashvili arbeiteten filigran im Mittelfeld, Ailton setzte mit seiner Schnelligkeit die Nadelstiche - und Sand war ohnehin überragend.

Da lag es für die Fans nahe, die Stimmbänder auch nach dem Schlusspfiff noch einmal zu strapazieren. "Wir wollen den Trainer sehen", forderten sie, und Ralf Rangnick eilte herbei, verneigte sich tief vor den Anhängern. "Wir sind auf einem guten Weg", verriet er so wenig Euphorie wie möglich, "aber eine tolle Mannschaft zeichnet es aus, dass sie am Ende der Saison auch etwas vorweisen kann." Spätestens am Samstag hat Schalke die Titeljagd eröffnet.

Gerd Strohmann

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21.11.2004 - Große Momente - © Kölner Stadtanzeiger, 21.11.2004, 20:20 h

Vor dem Anpfiff wurde es pathetisch in der BayArena und sehr eng auf dem Platz: Gut 60 Kinder hatten sich am Mittelkreis versammelt, um eine mittelkreisgroße Bayer-Fahne auf und ab zu bewegen; aus allen vier Ecken bewegten sich je acht weitere Kinder mit je einer weiteren Fahne auf die Mitte zu und als nun ein beträchtlicher Teil der Leverkusener Jugend ohne ersichtlichen Grund auf dem Sportplatz herumstand, kam auch noch Bewegung in die Ränge. Auf der Gegengerade reckten Tausende Menschen Schildchen hoch, die alle zusammen die Zahl 100 bildeten; in der Fan-Kurve wurde ein tribünengroßer Comic entrollt - darauf fanden sich sehr ungefähre Zeichnungen der sieben antiken Weltwunder. Und das Logo von Bayer 04, dem also irgendwie achten Weltwunder.

Über den Sinn dieser Aktion lässt sich trefflich rätseln, aber das Timing war gut. Denn zu diesem Zeitpunkt waren die Tribünen noch dicht besetzt. Das war nach knapp 70 gespielten Minuten ganz nders. Da war die Hälfte der Weltwunder-Bewunderer schon wieder auf dem Heimweg.

Das hatte das Spiel nicht verdient. Denn mit Schalke 04 bot die momentan vielleicht beste deutsche Mannschaft bis zum Schluss immer wieder Belege für ihre überragenden Fertigkeiten. "Endlich sind wir einmal zum Kontern gekommen", freute sich Trainer Ralf Rangnick nach dem Spiel. Und es waren diese Konter, die Bayer 04 an den Rand der Verzweiflung und darüber hinaus gebracht hatten.

Die Szene des Spiels war die 37. Minute. Placente und Roque Junior hatten auf der linken Seite den Ball bereits mehrfach hin und her geschoben. Ratlos. "Und dann", tadelte Bayer-Trainer Augenthaler hinterher, "spielt Placente einen Ball auf Berbatow, der drei Leute um sich herumstehen hat." So war das. Aber es standen, ein mathematisches Wunder, auch um jeden anderen Bayer-Spieler drei Schalker herum. Und es geschah etwas Seltsames: Der Ballbesitz wurde zur Gefahr für das eigene Tor. Denn es war klar, dass jedes Abspiel umgehend zum Ballbesitz des Gegners führen würde und zu einem schnellen Pass von Lincoln auf eine der Spitzen - den überragenden Ebbe Sand, den schnellen Ailton oder den massigen Asamoah, und dann . . . Und dann spielte Placente den Pass, und dann kam Lincoln an den Ball, und dann spielte er steil in die Spitze, und dann traf Ailton zum 2:0.

Es war unvermeidlich, es war höhere Gewalt. Und nur einer von vielen großen Schalker Momenten.

Von Karlheinz Wagner

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21.11.2004 - Schalke träumt - Bayer nach 0:3 desillusioniert - © dpa - Meldung vom 21.11.2004 14:33 Uhr

Leverkusen - Der FC Schalke 04 hat weniger mit Gegnern als mit geweckten Erwartungen zu kämpfen. «Eine tolle Mannschaft sind wir erst, wenn wir am Ende der Saison etwas vorzuweisen haben», warnte Schalke-Coach Ralf Rangnick nach dem 3:0-Sieg bei Bayer 04 Leverkusen vor unrealistischen Träumereien.

«Es liegt alles noch dicht beieinander. Da kann man nicht sagen, wir hätten irgendeine Stufe erklommen.» Dafür wurde Bayers Absturz ins Niemandsland des Bundesliga-Mittelfeldes mit der ersten Niederlage in der BayArena nach zwölf Spielen weiter forciert.

Die «Königsblauen» etablierten sich nach dem siebten Sieg im achten Bundesliga-Spiel unter der Regie Rangnicks dagegen als ernsthafter Rivale für Bayern München, den VfL Wolfsburg und VfB Stuttgart. Dennoch hütet sich Rangnick («Ich nehme mich da nicht wichtig») offensiv den achten Titelgewinn als Ziel an die Wand zu malen. Vielmehr hält er die Hoffnung darauf mit rhetorischem Geschick aufrecht: «Unser ausdrücklicher Wille ist es, unter die ersten Fünf zu kommen, dazu zählen auch die beiden ersten Plätze.» Seinen Spielern und den Fans gesteht er jedoch zu, auch über das Ziel hinauszuschießen: «Dass die Spieler sagen, sie wollen deutscher Meister werden, ist legitim. Auch die Fans dürfen davon träumen.»

Wichtig ist ihm zunächst, bis zur Winterpause die Basis für vermeintlich große Erfolge im kommenden Jahr zu legen. «Wir wollen im UEFA-Cup überwintern», hofft er vor der Partie gegen Ferencvaros Budapest. Außerdem möchte er von den verbleibenden drei Bundesliga-Spielen gegen Bielefeld, Dortmund und Freiburg mindestens zwei gewinnen: «Da wäre ich zufrieden.» Dann kämen die Schalker auf 33 Punkte. «Damit hätten wir alle Optionen für die Rückrunde», glaubt Rangnick, dessen Team auch das Pokal-Viertelfinale erreicht hat.

Seinem Kollegen Klaus Augenthaler scheinen die Zügel dagegen immer mehr aus den Händen zu gleiten. «Die Niederlage war unnötig und bitter», schimpfte er. Schließlich brillierte sein Team in den ersten 25 Minuten, bevor es durch das Tor von Ebbe Sand (27.) nach Vorarbeit von Ailton und das 2:0 zehn Minuten später durch den Brasilianer selbst völlig aus der Bahn geworfen wurde. «Das war der Fangschuss für die Leverkusener», meinte Rangnick.

«Ich hätte auch drei Tore machen können», freute sich Ailton am 14. Spieltag über seinen vierten Bundesliga-Treffer für die Schalker. Für Rangnick war es nur eine Frage der Zeit, wann der Knoten beim Torschützenkönig der vergangenen Saison platzt: «Er hat in der letzten Spielzeit 28 Tore geschossen. Diese Qualität kann nicht in ein paar Monaten verloren gehen.» Für den Schlusspunkt sorgte sein überragender Landsmann Lincoln («Ich bin 1000 Prozent zufrieden») mit einem Freistoß zum 3:0 (71.).

«Am Ende wird abgerechnet», hofft Kapitän Carsten Ramelow, mit der Mannschaft nach dem Larifari-Fußball, der fast die Hälfte der eigenen Fans vor dem Abpfiff aus dem Stadion graulte, bald wieder auf Vordermann zu kommen. Dass die 0:3-Klatsche vor dem Champions-League- Auftritt am Dienstag bei Real Madrid schlecht für die Moral ist, weiß auch er: «Daran werden wir zu knabbern haben. Doch wir müssen das Beste daraus machen.»

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20.11.2004 - Bayer 04 verliert Heimnimbus - © dpa - Meldung vom 20.11.2004 18:32 Uhr

Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen hat seinen Heimnimbus verloren und beim 0:3 (0:2) gegen den FC Schalke 04 die erste Saisonniederlage in der BayArena hinnehmen müssen. Die Nachbarn aus dem Revier festigten vor 22 500 enttäuschten Zuschauern durch die Tore von Ebbe Sand (27.), Ailton (37.) und Lincoln (71.) dagegen ihre Position in der Bundesliga-Spitze.

Für Bayer 04, das sich endgültig Mittelmaß der Liga verabschiedete, war es drei Tage vor dem Champions-League-Spiel bei Real Madrid ein herber Dämpfer. Im 50. Bundesligaspiel auf der Leverkusener Trainerbank musste Klaus Augenthaler einmal mehr die beiden fußballerischen Seiten seiner Mannschaft erleben. Entschlossen, spielfreudig und aggressiv begann die Werkself, die ohne Jens Nowotny und Juan (beide Magendarm-Infekt) antrat, die Begegnung und ließ den Königsblauen kaum Raum zur Entfaltung.

Allerdings konnten die Bayer-Profis aus ihrer Dominanz kein Kapital schlagen. Eine Hereingabe von Robson Ponte, der wieder die Spielmacherrolle übernahm, konnte Dimitar Berbatow (11.) nicht verwerten. Auch ein Schuss von Paul Freier wenige Sekunden später von der Strafraumgrenze verfehlte das Tor knapp. Glück hatten die Schalker zudem, als ein von Keeper Frank Rost abgewehrter Schuss von Andrej Woronin gegen das Bein von Abwehrchef Marcelo Bordon prallte und nur wenige Zentimeter am eigenen Tor vorbeirollte. «Wir haben in den ersten 25 Minuten sehr gut gespielt, doch nach dem 0:2 sind wir dann zusammengebrochen», ärgerte sich Augenthaler.

Auf den Kopf gestellt wurde die Partie, in der die Schalker zuvor eher unsicher wirkten, durch das 0:1 von Sand. Ailton hatte dem Dänen den Ball zugespielt. Nur 10 Minuten später der zweite Schock für die Gastgeber: Diesmal legte Lincoln mit einem Querpass den Ball Ailton vor, der völlig freistehend das 2:0 für Schalke markierte. «Das 1:0 kam wie aus heiterem Himmel», gab Schalke-Coach Ralf Rangnick zu und lobte seine Spieler: «Erstmals haben sie sehr guten Konterfußball gezeigt.»

Die Leverkusener konnten nach der Pause das Steuer nicht mehr wie in vielen Partien zuvor herumreißen - nur 2 von 23 Bayer-Toren fielen bisher in der ersten Halbzeit. Vielmehr übernahmen die Schalker die Initiative und brachten die Platzherren ein ums andere Mal arg in Bedrängnis. So konnte in der 55. Minute Leverkusens Schlussmann Jörg Butt nur mit einer Glanzparade einen Schuss von Lincoln parieren. Zwei Minuten später verfehlte Levan Kobiaschwili nach einer Hereingabe von Ailton den Ball nur knapp und vergab die Möglichkeit, zum 3:0 einzuschießen. Besser machte es in der 71. Lincoln, der mit einem wunderschönen Freistoß aus 20 Metern für die endgültige Entscheidung sorgte.

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19.11.2004 - Schalke bei Bayer ohne Oude Kamphuis und Varela - © dpa - Meldung vom 19.11.2004 18:55 Uhr

Gelsenkirchen - Ohne Gustavo Varela und Niels Oude Kamphuis muss Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 bei Bayer Leverkusen antreten.

Varela zog sich bei seinem Einsatz für die Nationalmannschaft Uruguays im WM-Qualifikationsspiel gegen Paraguay (1:0) einen Anriss des Innenbands im rechten Knie zu. Die Diagnose wurde bei einer Untersuchung im St.-Elisabeth-Krankenhaus in Oberhausen bestätigt. Vermutlich wird der Südamerikaner bis zur Winterpause ausfallen. Oude Kamphuis leidet an einem Faserriss im Gesäßmuskel und steht Chef-Trainer Ralf Rangnick in Leverkusen ebenfalls nicht zur Verfügung.

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18.11.2004 - Schalke muss 4,4 Millionen Euro zahlen - © dpa - Meldung vom 18.11.2004 13:00 Uhr

Gelsenkirchen - Der FC Schalke hat eine Klage seiner Stadion-Beteiligungsgesellschaft verloren gegen eine Genehmigungsgebühr für die «Arena AufSchalke» verloren und muss inklusive einer Bauüberwachungsgebühr rund 4,4 Millionen Euro zahlen.

Diese Etscheidung fällte das Gelsenkirchener Verwaltungsgericht gegen die «FC Schalke 04 Stadion-Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Immobilienverwaltungs KG». Vor Eröffnung des modernsten Stadions Europas am 13. August 2001 waren von der Stadt Gelsenkirchen als Baugenehmigungsbehörde 2,4 Millionen Euro festgesetzt worden. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, muss die Gesellschaft, an der die Stadt mit einer «stillen Einlage» beteiligt ist, weitere 2 Millionen Euro «Bauüberwachungsgebühren» zahlen.

Gegenstand der Klage ist die Einstufung der Arena als «Versammlungsstätte» mit multifunktionalem Nutzen. Zu den bis dato über 100 Veranstaltungen in der gut dreijährigen Geschichte der Arena gehören neben den Bundesligaspielen Events anderer Sportarten wie Handball und Biathlon sowie Opernaufführungen und Konzerte.

Schalkes Geschäftsführer Peter Peters argumentierte vor Gericht, dass die Arena «ein so einzigartiges Bauwerk» sei, dass man es keiner Tarifstelle für Gebäudearten zuordnen könne. Und wenn überhaupt, dann in die Gruppe der Mehrzweck- oder Sporthallen, wobei der Arena noch ein richtiges Dach fehle, um überhaupt als Halle zu gelten. Demnach wäre eine Baugenehmigungsgebühr zwischen 900 000 und 1,5 Millionen Euro fällig.

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16.11.2004 - Schalke und Böhme vertagen Entscheidung - © dpa - Meldung vom 16.11.2004 15:57 Uhr

Gelsenkirchen - Der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat die Entscheidung über die Zukunft von Jörg Böhme bis zum Ende der Hinrunde vertagt.

«Es hat ein Gespräch mit Jörg gegeben, indem wir zu dem Schluss gekommen sind, dass wir die sportliche Entwicklung bis zur Winterpause abwarten. Dann können wir weitersehen», sagte Teammanager Andreas Müller. Entgegen anders lautender Berichte sei aber «keine Rede davon, dass er ablösefrei gehen kann».

Nationalspieler Böhme, der vor vier Jahren von Arminia Bielefeld zum Revierclub gekommen war, ist zurzeit unzufrieden mit seiner Situation. In der laufenden Saison bestritt der frühere Stammspieler, der noch einen Vertrag bis 2006 hat, nur zwei Bundesligaspiele.

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15.11.2004 - Hamit Altintop hat die FIFA WM 2006 fest im Visier - © FIFAworldcup.com

Hamit Altintop schnuppert schon WM-Luft. Seit einem Jahr spielt der 21-jährige Türke beim Bundesligisten FC Schalke 04 in der Arena "AufSchalke", die in zwei Jahren ein Austragungsort der FIFA WM 2006(tm) sein wird. Der Mittelfeldspieler war der Shootingstar der letzten Bundesliga-Saison und sorgte mit tollen Leistungen und fünf Toren gleich für Furore.

Am 8. Dezember 1982 als Sohn türkischer Eltern in Gelsenkirchen geboren, wuchs er zusammen mit seinem Zwillingsbruder Halil, der ebenfalls in der Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern spielt, im Dunstkreis des FC Schalke 04 gleich zweisprachig auf. "In der Schule und im Verein wurde deutsch gesprochen, zuhause nur türkisch", erzählt der heute 21-Jährige im Gespräch mit FIFAworldcup.com. Seine Antwort auf die Frage, ob er sich heute eher als Türke oder Deutscher fühlt klingt deshalb weltmännisch: "Ich fühle mich als Europäer."

Doch trotz der Nähe zum Fussball-Bundesligisten verlief sein Weg zu den "Königsblauen" eher über Umwege, denn zunächst fiel der schnelle Offensivspieler bei den "Knappen" durch die Talent-Sichtung. Die Altintop-Brüder landeten 2000 beim Drittligisten SG Wattenscheid 09 und machten dort schnell auf sich aufmerksam. Im Sommer 2003 gelang den Zwillingen dann der Sprung in die höchste deutsche Spielklasse.

Schalkes damaliger Trainer Jupp Heynckes holte den 20-jährigen Hamit zum FC Schalke und war von dessen Spielweise von Anfang an begeistert. "Ein außergewöhnliches Talent", freute sich der renommierte Coach, der mit Real Madrid 1998 den Weltpokal gewann. Hamit glänzte als intelligenter, kampf- und spielstarker Mittelfeldakteur.

Senkrechtstarter

Seine erste Saison bei den "Knappen" verlief wie im Traum für den jungen Spieler. Heynckes setzte ihn in der Offensive ein, und Altintop bedanke sich für das Vertrauen mit fünf Saisontoren - er wurde zu einem der Shootingstars der Liga. "Ich habe unter Heynckes sehr viel gespielt. Er hat mich sehr gefördert, das hat mich stark gemacht. Und so habe ich auch gespielt, hatte alle Freiheiten", lobt er seinen ersten Profitrainer.

Doch Heynckes ist mittlerweile nicht mehr Altintops Coach bei den Westdeutschen. Er musste nach drei Niederlagen in vier Spielen zu Beginn der Saison seinen Stuhl räumen. Der neue Übungsleiter heißt Ralf Rangnick, und der brachte den Erfolg zurück "auf Schalke". Die Knappen feierten zuletzt sechs Siege in Folge und liegen nun auf Platz 2 der Tabelle.

Dem Jungstar hat der Trainerwechsel bislang allerdings noch keinen neuen Aufschwung gebracht. Rangnick spielt ein anderes System als Heynckes und so findet sich der Angriffsspieler zurzeit auf einer defensiven Position wieder, die ihm eher nicht liegt. "Ich bin einer, der Risikofussball spielt, den riskanten Ball. Da geht's natürlich auch mal in die Hose", erklärt der 21-Jährige, dessen Stärken klar in der Offensive liegen: "Eins gegen Eins, mal ein Dribbling ansetzten oder mal aus 20 Metern schießen", beschreibt er seine Vorzüge, der jedoch mit Leistung wieder überzeugen will: "Ich werde auch meine Spielweise unter Rangnick durchsetzen."

Nationalelf-Debüt gegen Dänemark

Auf internationalem Parkett machte der Schalker einen tollen Weg. In der türkischen U21 erzielte er entscheidende Tore und wurde so zum vielumjubelten Star in seiner Heimat. Die Berufung in die A-Nationalmannschaft ließ deshalb auch nicht lange auf sich warten. Im Freundschaftsspiel gegen Dänemark absolvierte der Mittelfeldspieler am 18. Februar diesen Jahres sein Debüt.

Es folgten bislang fünf weitere Partien und am kommenden Mittwoch steht die nächste Aufgabe für Altintop und Co. an. Im Qualifikationsspiel für die FIFA WM 2006 ist Tabellenführer Ukraine zu Gast in Istanbul. "Das Spiel der Ukraine ist eigentlich nur auf Shevchenko fixiert. Die spielen defensiv und hoffen, dass Shevchenko ein Tor macht", hat sich der Offensivspieler mir dem System der Osteuropäer auseinandergesetzt. Doch Altintop ist zuversichtlich: "Wir sind klarer Favorit, spielen zuhause vor 55.000 Zuschauern im Fenerbahce-Stadion. Ich gehe davon aus, dass wir die schlagen."

Ein Sieg würde die Tabellenführung bedeuten, liegen sie doch derzeit noch zwei Punkte hinter der Ukraine. "Wenn wir in Dänemark oder Griechenland ein bisschen mehr riskiert hätten, hätten wir beide Spiele gewonnen. Wir waren die bessere Mannschaft. Ich hoffe, dass wir den Punkten später nicht hinterher heulen."

Für den Mittelfeldspieler ist die WM in zwei Jahren natürlich das große Ziel. Er spielt bereits in einem WM-Stadion - der Arena auf Schalke - und will auch mit der türkischen Mannschaft unbedingt beim Weltturnier dabei sein. "Wenn das in die Hose geht, würde es mich sehr enttäuschen", erklärt er, "wir sind eine gute Mannschaft, sind sehr motiviert und glauben, dass wir daran teilnehmen und eine gute Weltmeisterschaft spielen werden."

Für das türkische Team könnten die Spiele im Sommer 2006 praktisch zu Heimspielen werden. 1,8 Millionen Türken leben in Deutschland und bilden dort die größte Ausländergruppe. Doch nicht nur auf die zählt der Schalker. "Die kommen aus ganz Europa", prophezeit der Nationalspieler, "das wird dann wie zuhause sein."

"Irgendwann einmal in Istanbul spielen"

Seine Landsleute sind fussballverrückt und haben eine besondere Leidenschaft für den Sport. "Egal was die Karte kostet, die türkischen Fans wollen unbedingt dabei sein. Dann sagen die eher, ich esse mal eine Woche nix, aber Hauptsache ich bin beim Spiel dabei", erklärt er die Faszination, die der Sport in seiner Heimat hervorruft. "Die Türken sind sehr emotional. Manche kennen vielleicht den Bundespräsidenten nicht, aber einen Hakan Sükür kennt dort jeder."

Auch der Schalker könnte sich vorstellen, einmal am Bosporus zu kicken. "Ich bin in Schalke eigentlich sehr gut aufgehoben. Aber wenn ich mal ein bisschen älter bin, würde ich gerne in Istanbul noch ein paar Jahre spielen."

Doch bis dahin ist es für den 21-Jährigen noch ein weiter Weg. Zunächst will sich der Mittelfeldspieler auf Schalke durchsetzen und mit guten Leistungen im Verein und in der Nationalelf auf sich aufmerksam machen. "Der Trainer meint, dass ich bis 2006 sehr wichtiger Spieler für die Mannschaft werde", erzählt Altintop, der das Ziel FIFA-WM 2006 klar vor Augen hat: "Bis 2006 will ich so gut sein, dass ich bei der Weltmeisterschaft Stammspieler bin und eine gute Rolle spielen kann."

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15.11.2004 - Ebbe Sand verlängert Vertrag auf Schalke - © dpa - Meldung vom 15.11.2004 12:29 Uhr

Gelsenkirchen - Publikumsliebling Ebbe Sand hat seinen Vertrag beim FC Schalke 04 bis 2006 verlängert und will seine Karriere beim Revierclub beenden. Wie der Fußball-Bundesligist mitteilte, gab der 32 Jahre alte dänische Stürmer seine Zusage für ein weiteres Jahr.

«Es war immer mein Ziel, meine Karriere beim FC Schalke zu beenden», sagte Sand. Seine Ankündigung bedeutet aber nicht automatisch, dass er im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland seine Schuhe an den Nagel hängt. «Ebbe hat uns signalisiert, dass wir uns dann noch einmal zusammensetzen und von Jahr zu Jahr überlegen, ob er weitermacht», erklärte Manager Rudi Assauer.

Sand kam 1999 von Bröndby IF ins Revier. In 165 Bundesliga-Spielen erzielte er 64 Tore und ist damit nach Klaus Fischer erfolgreichster Schalker Torschütze. Sand war zudem an den DFB-Pokalsiegen 2001 und 2002 beteiligt und wurde in der Saison 2000/2001, in der die Knappen Vize-Meister wurden, mit 22 Treffern Liga-Torschützenkönig. Trainer Ralf Rangnick ist froh, dass ihm Sand erhalten bleibt: «Ebbe ist ein ganz wichtiger Teil unserer Mannschaft.»

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15.11.2004 - Intersaisonaler Vergleich - © sml/Can


Saison Tore Punkte
94/95 14:17 13
95/96 15:16 18
96/97 13:22 13
97/98 14:12 22
98/99 13:20 12
99/00 16:14 18
00/01 29:13 24
01/02 15:13 22
02/03 16:11 22
03/04 15:20 14
04/05 19:19 24

Nur in einer von zehn Spielzeiten haben wir mehr Tore geschossen als in dieser Saison.

In einer von zehn Spielzeiten hatten wir gleich viel Punkte - unsere Vizemeister-Saison.

In sieben von zehn Spielzeiten haben wir weniger Gegentreffer kassiert.

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14.11.2004 - Assauer: Irgendwo, irgendwann bist du dran - © www.westline.de

Gelsenkirchen - Wenige Sekunden vor dem Abpfiff wurde es noch einmal höllisch laut in der Arena "AufSchalke". Im Klatsch-Rhythmus brüllte die geballte Nordkurve "Schalke ist der geilste Klub der Welt", die Fans hüpften sich ein letztes Mal warm.

Wenig später machte Schiedsrichter Fandel dem Treiben auf dem holprigen Rasen ein Ende, noch einmal schwenkten die Anhänger ihre Fahnen, jubelten ihrer Elf zu. Die hatte gerade 1:3 gegen eine überraschend starke Berliner Hertha verloren, doch die Zuschauer mochten nicht schimpfen, nicht klagen.

"Die Jungs haben eben Ahnung vom Fußball", meinte später Gerald Asamoah. Keiner wollte irgendjemandem einen Vorwurf machen, und Ebbe Sand war fast schon gerührt. Es sei schon toll, so etwas mitzuerleben, meinte der Däne, "alle sind so enttäuscht wie wir, und trotzdem bauen sie uns sofort wieder auf".

Entgangen war diese warme Geste keinem, und Rudi Assauer meinte denn auch: "Alle haben gesehen, dass die Truppe alles dafür getan hat, um heute zu gewinnen. Aber es war bis auf die Ränge zu spüren, dass die Kraft fehlte." So war der Aufwand wie gewohnt zwar riesig, aber es fehlte die Spritzigkeit, die Frische. "Im Kopf und in den Beinen", wie Sand später meinte, als es galt, nach dem 1:2 den Schalter noch einmal herum zu legen, da "fehlte der Pep, das Ding zu biegen", wie der Manager betonte.

Vielleicht, nein sicher wäre alles anders gelaufen, wenn der Unparteiische in mindestens zwei Situationen anders gepfiffen hätte: Der Zweikampf zwischen Gerald Asamoah und Fathi hätte auch mit einem Elfmeter gewürdigt werden können, die Führung von Marcelinho, zweifellos ein technisches Sahnestück, war ebenso schön wie abseits.

Ausgekontert

Die Königsblauen kämpften sich zurück, rackerten, liefen sich zwischenzeitlich die Müdigkeit aus den Beinen. Gäste-Torhüter Fiedler hatte ein Einsehen mit dem Gastgeber, ließ eine Flanke von Pander fallen, Asamoah glich aus. "Auf die Hertha mit Gebrüll", hieß es im Überschwang, eine Mannschaft, die knapp zwei Monate lang nur siegte, denkt nicht an Niederlagen. Also rasten die Königsblauen förmlich in die Konter, Rafael traf zum 2:1, Kovac zum 3:1.

Neuendorf kratzte einen Sand-Kopfball von der Linie, Lincoln verfluchte nach einem Schuss die Latte. Dann war es soweit, die Fans besangen ihren "geilen Klub", und Assauer meinte nur: "Das tut irgendwo weh, aber irgendwann bist du dran, das weißt du." Und weil das so ist, war Trauer auch an diesem kühlen Nachmittag verboten.

Gerd Strohmann

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13.11.2004 - Erste Rangnick-Niederlage auf Schalke: 1:3 gegen Berlin - © dpa - Meldung vom 13.11.2004 17:52 Uhr

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat unter dem neuen Trainer Ralf Rangnick im elften Pflichtspiel die erste Niederlage kassiert. Mit dem 3:1 (1:0)-Erfolg feierte Hertha BSC den ersten Bundesliga-Sieg in Gelsenkirchen seit mehr als 34 Jahren und stoppte den Siegeszug der «Königsblauen».

Vor 60 800 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Arena AufSchalke erzielten Marcelinho (42.), Nando Rafael (71.) und Niko Kovac (83.) die Tore zum dritten Saison-Auswärtssieg der Berliner. Gerald Asamoah hatte in der 50. Minute zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich getroffen. Während Schalke den möglichen Sprung an die Tabellenspitze verpasste, fand die Mannschaft von Falko Götz Anschluss an die obere Tabellenhälfte.

«Wir wussten, dass wir auf einen ausgeruhten und aggressiven Gegner treffen. Dann sind wir durch ein Abseitstor in Rückstand geraten. Trotzdem kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen», sagte Schalke-Coach Rangnick nach dem Ende der Serie von sechs Bundesliga-Siegen. Sein Kollege Götz freute sich, dass sein taktisches Konzept aufgegangen war: «Schalke hat harte Wochen hinter sich und war am Ende etwas müde. Wir wussten, dass wir unsere Konter-Chancen bekommen würden.»

Trotz ihrer langen Misserfolgsserie in Gelsenkirchen begannen die Berliner engagiert und schwungvoll. Auch ohne die verletzten Arne Friedrich und Dick van Burik erarbeiteten sie sich schon in den ersten Minuten zwei gute Schusschancen. Doch Marcelinhos Versuch (2.) bekam Schalke-Keeper Frank Rost im Nachfassen unter Kontrolle, eine Minute später parierte er einen Distanzschuss von Yildiray Bastürk.

In der Folgezeit bekamen die «Königsblauen» die kampfbetonte und schnelle Partie immer besser in den Griff und hatten ihrerseits Möglichkeiten zur Führung. Doch im Abschluss waren Ebbe Sand (22./23.), der Brasilianer Ailton (29.) und Asamoah (35.) noch zu unkonzentriert. Prompt gelang den Gästen kurz vor der Pause die nicht einmal unverdiente Führung durch den gut aufgelegten brasilianischen Spielmacher Marcelinho. Allerdings stand der bei der vorausgegangenen Kopfball-Verlängerung von Rafael im Abseits.

Nach dem Wechsel verstärkte der Tabellenzweite aus dem Revier, der lediglich den verletzten Mladen Krstajic ersetzen musste, den Druck und erntete in der 50. Minute den Lohn. Dem 1:1 durch Asamoah ging ein katastrophaler Fehler von Hertha-Schlussmann Christian Fiedler voraus, der eine Flanke von Christian Pander durch die Hände rutschen ließ. Asamoah hatte keine Mühe, den Ball, der ihm direkt vor die Füße fiel, im Berliner Tor unterzubringen. Doch Asamoahs fünftes Saisontor reichte diesmal nicht aus. Der für Bastürk eingewechselte Andreas Neuendorf war Wegbereiter für Herthas ersten Sieg in Gelsenkirchen seit dem 5. September 1970. Einen Schuss von «Zecke» konnte Rost nur abklatschen, und Rafael vollendete zum 2:1. Sieben Minuten vor Schluss gelang Berlin durch den starken Kovac sogar das dritte Tor.

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12.11.2004 - Falsche Biografie - Hertha BSC leidet noch heute unter der Abneigung seiner Anhänger gegenüber dem Wochenend-Gegner Schalke 04
- © leider unbekannt - über thomas.teichmann1@epost.de - sml

BERLIN, 12. November. Der Mann, der einst die anhaltende Rivalität zwischen den Fans von Hertha BSC und Schalke 04 auslöste, ist inzwischen 59 Jahre alt. Zoltan Varga, früher ein Virtuose am Ball, lebt im ungarischen Györ, wo er noch im vorigen Jahr den Erstligisten Eto Györ trainierte. Varga, der zwischen 1970 und 1972 gerade einmal 34 Bundesligaspiele für Hertha BSC bestritt, gilt als Anlass für die tiefe Abneigung der Berliner Anhänger gegenüber Schalke 04. "Die Ereignisse liegen sehr weit zurück,", sagt Andreas Blaszyk, Fanbeauftragter bei Hertha, "aber irgendwie ist diese Rivalität von Generation zu Generation übernommen worden."

Es war im Dezember 1971, als sich beide Klubs, die zuvor in den großen Bestechungsskandal der Liga verwickelt waren, im DFB-Pokal gegenüberstanden. Auf Schalke gewannen die Gastgeber 3:1, im Rückspiel am 15. Dezember 1971 siegte Hertha 3:0. Schalke aber legte Protest ein, weil bei Hertha in Zoltan Varga ein Profi mitgewirkt hatte, der eigentlich nicht spielberechtigt gewesen sei. Varga war vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorläufig wegen Bestechlichkeit gesperrt, aber noch nicht verurteilt worden. Hertha erreichte mit einer einstweiligen Verfügung vor einem Berliner Gericht, dass Varga im Pokal auflaufen durfte. Doch der Schalker Protest führte dazu, dass der DFB später das Spiel für Schalke wertete.

Die Rivalität zwischen den beiden Vereinen erreichte eine neue Dimension. Sowieso waren sich die Anhänger nicht grün, weil Herthas Fans traditionell eine Affinität zu denen des FC Bayern München besaßen, die wiederum bei Schalke nicht gut gelitten waren. Schlägereien zwischen Berliner und Schalke-Fans waren in den 70er Jahren an der Tagesordnung. "Das gibt es längst nicht mehr, die Szene hat sich gewandelt", sagt Fanbetreuer Blaszyk. Trotzdem gilt für jedes Duell zwischen beiden Klubs noch immer eine höhere Sicherheitsstufe als bei anderen Spielen. Für die Partie am Sonnabend in der Arena AufSchalke (Anstoß 15.30 Uhr) werden 2 300 Hertha-Fans erwartet.

"Wir begleiten die Anhänger diesmal mit sechs Fanbetreuern, statt wie sonst üblich, mit drei", sagt Blaszyk. Man beobachtet die Szene, obwohl dieser seit der Entlassung von Trainer Huub Stevens ein beliebtes Feindbild abhanden gekommen ist. Hertha-Manager Dieter Hoeneß glaubte einst, mit Stevens den Mann gefunden zu haben, der den Verein auf eine höhere Ebene bringen kann. Später musste Hoeneß zugeben, "dass wir diese Schalke-Dimension unterschätzt haben." Stevens, den die Schalker Anhänger ob seiner Erfolge (Uefa-Cupsieger, DFB-Pokalsieger) sogar zu ihrem "Trainer des Jahrhunderts" gewählt hatten, war bei den Berliner Fans nur ob seiner Schalker Biografie von Beginn an unbeliebt.

"Dass Stevens ausgerechnet mit Schalke Erfolge gefeiert hatte, brachte ihm starke Antipathien ein", sagt Blaszyk, "er hätte nur mit ebenso großen Erfolgen in Berlin Fuß fassen können, mit Siegen vom ersten Tag an." Die Ära Stevens hat Hertha in seiner Entwicklung zurückgeworfen. Mit der Verpflichtung von Trainer Falko Götz hat Hoeneß diesmal die Bedürfnisse des eigenen Anhangs berücksichtigt. Götz ist gebürtiger Berliner und hat nie für Schalke gespielt. Besser kann eine Biografie kaum sein.

Michael Jahn

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12.11.2004 - Aus für Fanfreundschaften - Amigos auf getrennten Wegen - © www.spiegel-online.de

Es war eine tiefe Freundschaft. Fans von Bayern München und des VfL Bochum gaben sich lange Jahre einander hin. Aber im Fußball ist es manchmal wie im richtigen Leben. Gefühle lassen nach, die Beziehung kriselt. So werden die VfL-Fans am Sonntag beim Aufeinandertreffen wieder skandieren: "Zieht den Bayern die Lederhosen aus!"

An jenem Samstagnachmittag im Jahr 1973 hilft es den Anhängern des Bayern-Fanclubs "Südkurve" wenig, dass ihre Mannschaft im Bochumer Ruhrstadion mal wieder gewonnen hat. Auf dem Weg zum Hauptbahnhof pöbeln enttäuschte VfL-Zuschauer die Fans des bayerischen Serienmeisters an. Beleidigungen und erste Handgreiflichkeiten sind Anzeichen für eine bevorstehende Keilerei - und die Männer mit roten Schals und Trikots sind klar in der Unterzahl.

Aber plötzlich geschieht ein Wunder: Eine vorbeilaufende Gruppe des ältesten VfL-Fanclubs "Bochumer Jungen" geht zwischen die Fronten, weist ihre prügelwilligen Kollegen in die Schranken und fordert die verdutzen Münchner auf: "Kommt mit uns 'inne Kneipe, wir trinken mit euch einen und beschützen euch!" Es entwickelt sich ein feuchtfröhlicher Abend, an dessen Ende die bayerischen Schlachtenbummler betrunken, aber unversehrt in den Zug Richtung Süden steigen. Im Rückspiel laufen die Bochumer Fans mit dem Plakat "Der VfL grüßt München" im Olympiastadion auf. Eine der bekanntesten Fanfreundschaften der Bundesliga hat begonnen.

Ende der achtziger Jahre erreicht die Freundschaft ihren Höhepunkt. Die Fangruppen treffen sich bereits am Morgen vor dem Spiel, frühstücken, trinken zur Einstimmung ein paar Bier und marschieren gemeinsam ins Stadion. Nach der Partie geht die Feier weiter und die Heimreise verschiebt sich meistens bis Sonntagnacht. Spielt der VfL im Süden Deutschlands, wird er von zahlreichen Bayern-Fans unterstützt, gleiches gilt für den FC Bayern im Westen der Republik.

Doch nun ist alles vorbei. "Mit den Bayern hat es nicht mehr geklappt", sagt Dirk Michalowski, seit 2003 hauptamtlicher Fanbeauftragter des VfL Bochum, der am Sonntag um 17.30 Uhr die Bayern empfängt (Liveticker SPIEGEL ONLINE). Schon Ende der neunziger Jahre wurden gemeinsame Aktivitäten immer seltener, mittlerweile hat man die Freundschaft endgültig begraben. "Wir haben einfach gemerkt, dass beide Vereine gar nicht so gut miteinander können. Es gibt zu viele Unterschiede: Wir steigen auch mal ab und sind im Tabellenkeller. Die Bayern spielen Champions League", erklärt Michalowki, "außerdem war und ist es für jeden VfL-Fan das Schönste, gegen Bayern zu gewinnen."

Die Hauptgründe für das Ende der westfälisch-bayerischen Liebesbeziehung liegen jedoch vor allem jenseits des Platzes. "Wir haben aus München, speziell von Uli Hoeneß oder Karl-Heinz Rummenigge, nie etwas Gutes über den VfL gehört. Man sagte, Bochum solle lieber in der zweiten Liga spielen, weil wir zu wenig Zuschauer zu Auswärtsspielen mitbringen", erinnert sich Michaloswki. Seit Peter Neururer 2001 Trainer in Bochum ist und sich regelmäßig mediale Scharmützel mit dem übermächtigen Kontrahenten aus München liefert, hat sich die Situation weiter zugespitzt.

"Außerdem haben neben der Vereinsführung auch viele eingefleischte Münchner Fans von dieser Freundschaft nie viel gehalten", behauptet der VfL-Fanbeauftragte. Als er vor einer Bundesligapartie anfragte, wann und wo vormittags das traditionelle Fußballspiel zwischen Bochum- und Bayern-Fans stattfindet, erhält er die plumpe Antwort: "Wir haben keinen Platz zur Verfügung."

"Alles so Kleinigkeiten und Possen, die am Schluss zusammengekommen sind", resümiert Michalowki. Die Produktion des Freundschafs-Fanschals wurde wegen rechtlicher Streitigkeiten um die Vereinswappen eingestellt. Der Transfer von Vahid Hashemian vor Saisonbeginn vom VfL nach München hat sein Übriges getan: "Viele sahen ihr Bild vom FC Bayern bestärkt: Ein Verein, der aufstrebenden Mannschaften wichtige Spieler wegkauft, obwohl er mit ihnen eigentlich gar nichts anfangen kann." Nach Karlsruhe und Leverkusen hat der FC Bayern mit seiner Transferstrategie nun auch den Bochumer Höhenflug gestoppt: Hashemian, letztes Jahr mit 16 Treffern maßgeblich an Bochums fünftem Platz beteiligt, sitzt in München zwar trotz Verletzungssorgen nur auf der Bank. Beim VfL hat er jedoch eine solch große Lücke hinterlassen, dass der Verein nun gegen den Abstieg kämpft.

Raimond Aumann, langjähriger Bayern-Torwart und seit 1996 Fan-Beauftragter des Rekordmeisters, will auf die Vorwürfe aus Bochum nicht eingehen. Generell sei man in München der Meinung, dass sich Fanfreundschaften "von alleine" ergeben müssen: "Wir haben derzeit 2110 Fanclubs, den können wir nicht vorschreiben, mit wem sie befreundet sind." Dass es keine großen Fanfreundschaften wie in der Boomphase zwischen 1970 und 1990 gibt, liegt Aumann zu Folge "sicherlich auch an der Gesellschaft. Die Menschen wollen heute individuell entscheiden. Da kann man keinem von oben etwas aufzwingen. Jeder entscheidet für sich."

In diesem Punkt herrscht Einigkeit. "Die typischen Fanfreundschaften wie in der siebziger und achtziger Jahren gibt es nicht mehr", beobachtet auch Bochums Ober-Fan Michalowki: "In den vergangenen 10 bis 15 Jahren hat sich die Fanszene in allen Stadien elementar geändert." Jüngere Anhänger fühlen sich an die alten Fanverbindungen nicht mehr gebunden und halten das Ganze für ein nostalgisches Relikt. "Heute gibt es Ultras und viele einzelne Gruppen, die zu ihrem Verein stehen, aber keine Freundschaften wollen", weiß der VfL-Fanbeauftragte.

Und so gehen nicht nur die Fans des FC Bayern und des VfL Bochum getrennte Wege. Auch andere Konstellationen erwiesen sich nicht als dauerhaft. Borussia Dortmund war einst mit 1860 München, Hamburg und Freiburg befreundet, Stuttgart mit Leverkusen und Frankfurt. Der HSV fraternisierte zudem mit Bielefeld, Bremen mit Rot-Weiß Essen. Hertha BSC hielt zum Karlsruher SC, der MSV Duisburg zu Fortuna Düsseldorf. Aktive Fanfreundschaften wie zwischen Nürnberg und Schalke sind inzwischen die Ausnahme. Wenn überhaupt, bestehen noch Kontakte zwischen einzelnen Gruppierungen.

Von Andreas Kröner

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11.11.2004 - Bremen: Allofs wagt keine Prognose - Was alles für Schalke spricht - Fabian Ernst: Hat Werder noch eine Chance? - © Kicker 11.11.2004 12:39 Uhr

Gelingt Schalke auch noch der vierte Streich? Nach Frank Rost (31), Mladen Krstajic (30) und Ailton (31) locken die Königsblauen nun das nächste Werder-Ass: Nationalspieler Fabian Ernst (25), der kommenden Sommer ablösefrei gehen kann.

Nicht nur deshalb passt der defensive Mittelfeld-Stratege optimal ins Schalker Anforderungsprofil. Nach kicker-Informationen ist Ernst ausgerechnet bei Werders Erzrivalen Top-Kandidat für die Rolle der "Nummer 6". Auch Stuttgart soll über den Bremer als potenziellen Soldo-Nachfolger nachdenken. Doch fast alles spricht dafür, dass es Ernst nach Schalke zieht, falls er Werder nach vier Jahren verlässt:

- Fußballerisch ist Ernst prädestiniert für das schnelle, technisch hochtrabende Kurzpass-Spiel unter Trainer Ralf Rangnick. Von seinen tödlichen Pässen aus der Tiefe profitierte Ailton bereits in Bremen ungemein.

- Rangnick-Assistent Mirko Slomka war bereits in Hannover Ernsts Jugendtrainer, ließ den Kontakt nie wirklich abreißen.

- Mit dem Nationalelf-Kollegen Gerald Asamoah (26, ebenfalls früher bei 96) spielt einer von Ernsts besten Freunden auf Schalke.

- Ernst-Berater Roger Wittmann unterhält beste Geschäftsbeziehungen zum Schalker Manager Rudi Assauer (60). Seine Firma wickelte unlängst bereits die Transfers von Ailton und Lincoln nach Gelsenkirchen ab.

Offizielle Stellungnahmen zu diesem Thema sind aktuell von keiner Seite zu bekommen. "Kein Kommentar", blockt Ernst ab. Er will sich erst dann äußern, wenn eine Entscheidung gefallen ist.

Wie groß Werders Chancen überhaupt noch sind, kann auch Sportdirektor Klaus Allofs (47) derzeit "schlecht einschätzen". Klar ist: "Die hohen Garantiesummen wie anderswo sind bei uns nicht zu verdienen." Prompt hat Ernst kürzlich das erste Bremer Angebot abgelehnt. Jetzt muss der deutsche Doublesieger nachbessern. "Noch in diesem Jahr", schätzt der Spieler, werde dann die Entscheidung über Ernsts künftigen Arbeitgeber fallen.

Thiemo Müller

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11.11.2004 - Fachblatt: Bremer Ernst auf Schalker Wunschliste - © dpa - Meldung vom 11.11.2004 12:19 Uhr

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat nach Informationen des Fußball-Magazins «Kicker» großes Interesse an einer Verpflichtung von Fabian Ernst.

Der 25 Jahre alte Nationalspieler von Meister Werder Bremen stehe auf der Wunschliste des Revierclubs ganz oben, berichtete das Blatt. Ernst wäre im kommenden Sommer ablösefrei, da sein Vertrag in Bremen ausläuft. Ein Angebot Werders zur Verlängerung des Kontrakts hatte der defensive Mittelfeldspieler kürzlich abgelehnt. Neben Torhüter Frank Rost, Mladen Krstajic und Ailton wäre Fabian Ernst der vierte Ex-Bremer im Schalker Kader.

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11.11.2004 - Todesfall beim Pokalspiel Frankfurt - Schalke - © dpa - Meldung vom 11.11.2004 11:08 Uhr

Frankfurt/Main - Das Achtelfinalspiel im DFB-Pokal zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Schalke 04 (0:2) ist von einem Todesfall überschattet worden.

Ein 53 Jahre alter Eintracht-Fan erlitt zu Beginn der Partie auf der Gegentribüne des Waldstadions einen Herzinfarkt. Trotz der sofort eingeleiteten Wiederbelebungsversuche zweier Notärzte starb der Mann in der Uniklinik Frankfurt, teilte die Eintracht mit.

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11.11.2004 - Schalke auf Personalsuche - Ernst: Ein Top-Kandidat für S 04 - © Kicker vom 11.11.2004 10:50 Uhr

Schalke 04 im Anflug auf die Spitze. Und die Königsblauen wollen personell weiter aufrüsten. Zum Beispiel mit Fabian Ernst.

Die Frage, warum Ralf Rangnick bei Schalke 04 so erfolgreiche Arbeit leistet, beantwortet Sportmanager Andreas Müller so: "Rangnick setzt bei der Mannschaft Kräfte frei durch seine Philosophie, an das riesige Offensivpotenzial zu glauben." Und auch der anfangs skeptische Rudi Assauer stellt zufrieden fest: "Ralf hat hier richtig Schwung reingebracht."

Sechs Bundesliga-Siege in Folge - Schalke steht punktgleich mit Wolfsburg an der Spitze. "Für uns ist das keine Überraschung", sagt Müller, "ich habe immer gesagt, dass wir das Potenzial haben, unter den ersten Fünf zu stehen. Man muss im Fußball Geduld haben."

Geduld? Wechselte nicht das Management schon nach vier Spieltagen ungeduldig den Trainer? "Nein", sagt Müller, "das hatte nichts mit Geduld zu tun. Wir spürten, dass selbst Jahre nicht ausreichen würden, um mit Jupp Heynckes Erfolg zu haben. Was sich in seinen 15 Monaten angehäuft hatte, war nicht mehr zu lösen. Die Entscheidung war richtig."

Wie auch bei den Transfers. Bordon, Krstajic, Lincoln und Ailton sind Eckpfeiler der aufstrebenden Schalker Mannschaft. Assauer: "Wir haben Klasseleute geholt. Und Klasse setzt sich eben auf Dauer durch. Aber man sollte nicht vergessen, dass wir vor wenigen Wochen noch mit dem Abstieg in Verbindung gebracht wurden."

Seither hat sich viel geändert:
Keine Rotation mehr: Die Stammelf spielt durch. Rangnick tauscht nur aus gesundheitlichen Gründen aus - und die gab es trotz aller Belastung kaum. Verteidiger Niels Oude Kamphuis: "Wir laufen jetzt nicht mehr so ungeordnet herum."

Viererkette: "Wenn man in Bordon und Krstajic zwei der besten Innenverteidiger hat, macht es Sinn, sie auch dort spielen zu lassen", sagt Rangnick. Zu Saisonbeginn verlor Schalke mit Dreierkette drei von vier Spielen. Müller: "Trotz unserer Klasse-Leute ist es leider nie anders probiert worden. Jetzt haben wir eine klare Ordnung."

Der Glaube: Vor Saisonbeginn sprach man auf Schalke von einem Team im Umbruch, das Jahre brauchen würde, um die Spitze zu erreichen. Für Rangnick ist Schalke schon ein Spitzenteam. Ebbe Sand: "Er hat uns sofort gesagt, dass wir gut sind. Er glaubt daran. Das gibt uns Selbstvertrauen und hat eine positive Stimmung erzeugt."

Die Konkurrenz ist gewarnt. Sportdirektor Klaus Allofs von Meister Werder Bremen: "Mit diesem Personal kann Schalke ganz oben mitspielen." Auch Bayern-Präsident Franz Beckenbauer zählt Schalke "zu den Titelkandidaten. Die Frage ist: Wie gehen sie mit Rückschlägen um? Bayern und Bremen sind erfahrener."

Derweil laufen auf Schalke die Zukunftsplanungen: Mit Oude Kamphuis und Sand wird über neue Verträge gesprochen, zudem sollen laut Müller "zwei bis drei neue Spieler kommen", wie zuletzt "internationale Klasseleute" - wenn möglich, ablösefrei. Nach kicker-Informationen zählt Fabian Ernst zu den Top-Kandidaten. Auch der Mainzer Shootingstar Mimoun Azaouagh steht auf der Schalker Liste weit oben.

Jean-Julien Beer

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10.11.2004 - Schalke nach 2:0 in Frankfurt im Viertelfinale - © dpa - Meldung vom 10.11.2004 21:24 Uhr

Frankfurt/Main - Bundesliga-Überflieger Schalke 04 ist auch im DFB-Pokal nicht zu stoppen. Nach sechs Meisterschafts-Siegen in Serie gewann die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick beim Zweitligisten Eintracht Frankfurt verdient mit 2:0 (1:0) und steht damit im Viertelfinale.

Ein Eigentor von Frankfurts Abwehrspieler Markus Husterer in der 32. Minute brachte die Gäste auf die Siegerstraße, der eingewechselte Mike Hanke machte vor 37 000 Zuschauern im ausverkauften Waldstadion alles klar (77.). Die überlegene Revierelf blieb damit auch im zehnten Pflichtspiel unter Rangnicks Regie ungeschlagen.

Der Schalke-Coach ließ Torjäger Ailton diesmal auf der Bank, brachte dafür Gustavo Varela, der hinter den beiden Spitzen Ebbe Sand und Gerald Asamoah ebenfalls offensiv ausgerichtet war. Die jüngste Erfolgsserie motivierte die «Knappen» zusätzlich. Der Bundesliga- Zweite suchte von Anfang an den direkten Weg zum Tor und hatte erste Chancen im Vier-Minuten-Takt: Eintracht-Keeper Markus Pröll rettete vor Ebbe Sand (4.), danach vergab der Däne knapp (8.), und auch Lincolns Schuss ging vorbei (12.).

Als Pröll Schalkes Stürmer Asamoah foulte, lag die Führung der Gäste in der Luft, doch der Strafstoß von Lincoln (18.) war zu schwach geschossen - Pröll konnte seinen Patzer mit einer Parade wieder gut machen. Auch die Gastgeber hatten ihre Möglichkeiten: Schalkes Torwart Frank Rost musste bei einem Schuss von Christopher Reinhard sein ganzes Können aufbieten (13.), bei der folgenden Ecke flog der Kopfball des Brasilianers Chris nur knapp übers Tor. Schon vor der Pause verhinderte der überragende Pröll mehrfach einen höheren Rückstand.

Die Eintracht, die zuletzt mit dem 2:0 gegen Aue nach vier Zweitliga-Niederlagen in Serie wieder Aufwind spürte, blieb immer gefährlich. Allerdings spielte sich der Erstliga-Absteiger zu wenige Chancen heraus. Nach der Pause erhöhte der Zweitliga-13. den Druck, der viermalige Pokalsieger Schalke machte nicht mehr als nötig. Der selten geprüfte Rost konnte sich bei einem Freistoß des eingewechselten Christian Lenze auszeichnen (55.). Ein Kopfball von U21-Nationalspieler Hanke nach Flanke von Sand entschied die Partie.

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09.11.2004 - Rangnick warnt und füttert gern das Phrasenschwein - © www.westline.de

Gelsenkirchen - Diese drei Euro, meint Ralf Rangnick mit einem fröhlichen Schmunzeln, zahle er gern ins Phrasenschwein. "Im Pokal gibt es keine leichten Gegner, und wir müssen auch den Zweitligisten Eintracht Frankfurt total ernst nehmen."

Und diese Warnung, die auch drei Euro wert ist, schickt der Schalker Chef-Trainer gleich noch hinterher: "Wir müssen absolut an unsere Leistungsgrenze gehen, vielleicht brauchen wir auch 120 Minuten."

Er meint 120 Minuten bis zum Sieg, denn so wirklich ernsthaft glaubt derzeit kein Königsblauer, der Bundesliga-Zweite könne am Main tatsächlich straucheln. Neun Spiele unter Rangnick, acht Erfolge, besonders die Auswärtssiege machen mutig. Doch noch einmal hebt Rangnick den Finger: "Es wird in Frankfurt keinen Deut leichter als in Nürnberg, bei Heart of Midlothian oder in Hamburg. Wir müssen alle Kräfte bündeln und mobilisieren." Macht schon neun Euro, aber im DFB-Pokal lässt sich auch eine Menge Geld verdienen.

Und deshalb mag der Schalker Trainer auch heute Abend (19.30 Uhr) von einer größeren Rotation wenig hören. "Es wird sicher nicht heißen, ach, das ist ja nur 2. Liga, da lassen wir halt mal ein paar Spieler draußen und schonen sie."

Keine Aufbauarbeit

Übrigens wäre Rangnick zu dieser Saison beinah bei der Frankfurter Eintracht gelandet. Die Gespräche waren schon sehr konkret, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit sehr konkret, aber dann folgte die Grundsatzentscheidung des Schwaben, "nicht wieder wie in Hannover und Ulm Aufbauarbeit leisten zu wollen".

Die hatten in Schalke längst andere übernommen, und Rangnick freut sich nun über eine Mannschaft, die über wirklich "viel fußballerisches Potenzial verfügt." Und über die richtigen Typen, "die schon darauf achten, dass sich da keiner zurücklehnt und ausruht." Und überhaupt möchte er die neun Euro hoffentlich sinnvoll angelegt haben.

Schalke: Rost - Kamphuis, Bordon, Waldoch, Pander - Poulsen, Lincoln, Kobiashvili - Asamoah, Sand, Ailton

Gerd Strohmann

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8.11.2004 - Schalke in Meisterlaune - Neue Erfahrung für Doll - © dpa - Meldung vom 08.11.2004 13:31 Uhr

Hamburg - «Professor» Ralf Rangnick und Zauberer Lincoln sind das Traum-Duo des FC Schalke 04. Was der Trainer an Ideen, Motivation und Führungsqualitäten einbringt, beflügelt den Mittelfeldspieler zu brillanter Fußball-Kunst.

Seriensieger Schalke ist spätestens seit dem 2:1 beim Hamburger SV zum ernsthaften Meisterschaftsaspiranten in der Bundesliga aufgestiegen. Die Königsblauen, die mit sechs Bundesliga-Siegen am Stück einen neuen Vereinsrekord aufgestellt haben, können mit einem Erfolg über Hertha BSC die punktgleichen Wolfsburger von der Tabellenspitze verdrängen.

Seit Rangnick am 29. September das Kommando bei Schalke übernommen hat, geht es nur noch in eine Richtung: vorwärts und das mit Vollgas. Die Nonstop-Turbo-Fahrt begann auf Platz 15 und hat offenbar mit dem derzeitigen zweiten Rang noch kein Ende gefunden. Dagegen scheint der belebende Effekt des Trainerwechsels beim Hamburger SV verpufft. «Wir sind bitterböse auf den Boden zurückgeholt worden. Dieses Spiel hätten wir nie und nimmer verlieren dürfen», stöhnte Thomas Doll, der in seiner vierten Partie als verantwortlicher Coach die erste Niederlage hinnehmen musste: «Das muss man erst mal sacken lassen.»

Geht es um das Thema Meisterschaft, halten sich die Schalker mit Prognosen zurück. Lediglich Ebbe Sand traut sich auszusprechen, was seine Teamkameraden denken: «Wenn man wie wir nach einem Drittel da oben steht, dann darf man von der Meisterschaft träumen.» Zwar fährt der als Torfabrik verpflichtet Ailton seine Produktion auf Sparflamme, doch dafür erweist sich Spiellenker Lincoln immer häufiger als Vollstrecker. Sein Siegtor in der 81. Minute war bereits sein vierter Bundesliga-Treffer. In UEFA-Cup und DFB-Pokal war er jeweils einmal erfolgreich.

Unter Ex-Trainer Jupp Heynckes war der 25-jährige Brasilianer nur Mitläufer, unter Rangnick ist er die Führungsfigur. Er verteilt die Bälle, gibt das Tempo vor, spielt den «tödlichen Pass» und erzielt in nahezu jedem Spiel ein Tor. «Ich spiele wie der Trainer es will: ein bisschen hinten und schnell nach vorn», erklärte der Ex-Lauterer sein Rezept. «In der Bundesliga gibt es nur wenige Spieler wie ihn, die nach vorn und hinten so stark sind», schwärmte Rangnick. Auch Ailton ist des Lobes voll. «Er ist ein Superspieler mit sehr gutem Auge», schmeichelte ein Brasilianer dem anderen. Manager Rudi Assauer drückte sein Entzücken auf seine Art aus. «Du kleines Arschloch», rief der Zigarrenmann dem Spiellenker zu und herzte ihn.

Beim HSV soll die Niederlage kein Stimmungstief nach sich ziehen. «Wir brauchen uns nicht zu schämen», meinte Torwart Martin Pieckenhagen. Trotz der respektablen Bilanz von sieben Punkten aus vier Spielen sind die Hamburger wieder näher an die Abstiegszone gerückt. «Wir sind auf dem absolut richtigen Weg», behauptete Doll dennoch: «Wir haben alles selbst in der Hand, um bis zur Winterpause nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.»

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8.11.2004 - In der Zukunft angekommen - © www.spiegel-online.de

Viele Jahre dümpelte der FC Schalke vor sich hin. Doch nun scheint der Meister der Herzen das Trauma des verlorenen Titels überwunden zu haben. Das Team spielt berauschenden Fußball, die Fans im Stadion strahlen wie nie. Manager Rudi Assauer ist der Architekt des neuen FC Schalke, Neu-Coach Ralf Rangnick assistiert.

Gelsenkirchen - "Wo die Flutlichtmasten stehn, sah ich unsre Fahnen wehn. Über uns mal Sturm, mal königsblau. Doch nun sehn wir Glas und Stahl, Vip-Logen überall. Doch ich muss hier sein, habe keine andre Wahl. Eine Halle wurd gebaut und die gelbe Schwalbe blau. Alte Schwüre - nur noch Schall und Rauch. Der Tradition ein neues Haus, und wer anders denkt fliegt raus. Eure Herzen sind so gläsern wie der Bau." Diese Zeilen singen viele Schalker Fans im Stadion zur Melodie des irischen Songs "The Fields of Athenrye".

In der Tat. Es war lange kalt in der Arena "Auf Schalke". Um genau zu sein: gut drei Jahre, seit die erste Anfangseuphorie in dem modernen Stadion verflogen ist. Die Offiziellen des Clubs übergingen Nostalgiker wie jene, die die obigen Zeilen gereimt haben, gerne als Minderheit, die irgendwie falsch gewickelt sei. Die modernste Spielstätte Europas kann ja wohl nichts Schlechtes sein. Das Lied berichtet von den Schwierigkeiten, sich mit dem neuen "Arena-Schalke" zu identifizieren. Jetzt, wo es wieder besser läuft, wo die Mannschaft beginnt, einen attraktiven Fußball zu spielen, wird erst erkennbar, wie schlecht die Stimmung wirklich gewesen ist. Denn das Schalker Publikum kann in diesem Stadion eine Atmosphäre schaffen, auf die der Körper mit einer chronischen Gänsehaut reagiert. Ein pures Glücksgefühl.

Solch hinreißende Phasen gab es in den vergangenen Heimspielen gegen Mainz (2:1) und Stuttgart (3:2). Mannschaft und Publikum tragen sich jetzt gegenseitig in atemberaubende Höhen. Nach dem gestrigen 2:1-Sieg beim Hamburger SV ist Schalke nur aufgrund der weniger geschossenen Tore nicht Tabellenführer, sondern immer noch der VfL Wolfsburg. Derzeit erleben die Fans der Gelsenkirchener ihren Club auf jenem Niveau, von dem sie lange nur geträumt hatten: offensiv, aufregend, zu jedem Risiko bereit, individuell überzeugend und erfolgreich - befreit von der Schwere nicht erfüllter Erwartungen.

Vielleicht ist Schalke fündig geworden auf seiner Suche nach Identität, auf der man sich seit dem Verlassen des alten Parkstadions befand. Denn es musste eine neue Identität her. Die alte, in der sehr viel menschliche Wärme steckte, jene vom Arbeiterclub, dessen Spieler zunächst Mal kämpfen, dann ackern und schließlich alles geben, jene Identität also, zu der das Verlieren dazugehörte wie die Arbeitslosigkeit in der tristen Industrielandschaft des Ruhrpotts, entsprach längst nicht mehr der Realität. Und auch nicht mehr den Bedürfnissen eines großen Teils des Umfeldes. "Spaß", lautet das neue Lieblingswort des Trainers Ralf Rangnick und der Spieler. Damit treffen sie die Wünsche und Erwartungen des veränderten Publikums viel exakter als mit dem Begriff "Arbeit", der von Rangnicks Vorgängern - zuletzt Jupp Heynckes, stets zum obersten Credo erklärt worden war.

Spätestens seit der Dortmunder Schlachtruf "Wenn wir wollen, kaufen wir euch auf" auch von den Schalkern hätte vorgetragen werden können, war das Gleichgewicht verloren zwischen dem Schalke der Arbeit, als dessen Teil sich die alten Fans fühlten, und dem modernen, mondänen Schalke des Rudi Assauer. Der Manager arbeitet seit Jahren an der Zukunft des Clubs, der die eigene Vergangenheit so leidenschaftlich verklärt wie kaum ein anderer, und das macht die Arbeit eines Fußballfunktionärs mit Visionen, der veränderten Erwartungen gerecht werden will, nicht gerade leicht.

Die Finanzierung des Ganzen birgt zweifelsohne hohe Risiken, doch gerade jetzt werden die Konturen dessen sichtbar, was Assauer da gekauft hat. Die Konturen des FC Schalke der Zukunft - es sieht ganz schön aufregend aus. Seit der Heynckes-Entlassung ist die Mannschaft vom vorletzten auf den zweiten Platz geflogen. Die teuren Spieler wie Ailton, Lincoln oder Gerald Asamoah zeigten in den vergangenen Spielen - sechs Bundesligasiege glückten nacheinander - große Kunst, das Publikum lässt sich zu großen Gefühlen inspirieren.

Mehr eine "spontane Eingebung" als eine durchdachte Entscheidung sei es gewesen, Rangnick nach Gelsenkirchen zu holen, sagte Assauer bei der Vorstellung des neuen Trainers. Der erfahrene Bundesligacoach (Stuttgart und Hannover) hat es verstanden, einen Stil zu prägen, den dieses neue Publikum vorbehaltlos liebt, das erzeugt eine Energie, mit der sich viel bewegen lassen wird. Zu den rund 20.000 Fans, die sich früher auch den Zweitliga-Abstiegskampf im Parkstadion angetan haben, sind Konsumenten hinzu gekommen, die für ihr gutes Geld eine richtig aufregende Show verlangen. Man kann diese Stadionbesucher als Arena-Touristen verachten, aber ohne diese wird es kein modernes Schalke geben. Und diese Schalker möchten besonders dringend hören, was immer öfter auch ausgesprochen wird. "Wir wollen Meister werden", sagte Jungstürmer Mike Hanke nach dem Coup in Hamburg.

Das alte Verlierer-Schalke zum Anfassen, das aus der Position des Außenseiters ohne Mittel, aber mit viel Leidenschaft den Uefa-Pokal gewann und dem ein besoffener Fußballgott eine sichere Meisterschaft klaute, ist endgültig untergegangen. Das ist auch gut so. Seltsam nur, dass es ausgerechnet Rangnick, dem Fußballlehrer mit dem Ruf des Intellektuellen, einem Trainertypus, der noch nie nach Gelsenkirchen zu passen schien, gelingt, die zerklüftete Schalker Anhängerlandschaft zu einer Einheit zu formen. Vor dem ersten Heimspiel hatte der 46-Jährige in einer Ansprache ans Publikum vom neuen Schlachtruf der Mannschaft berichtet: "Glück auf" - nichts Modernistisches, einfach ein Gefühl aus der Vergangenheit, das die Identifikation von Publikum und Mannschaft und die dem Club eigene Emotionalität hervorhebt. Auch dafür lieben sie auf Schalke jetzt den neuen Trainer.

Noch viel wichtiger ist aber vermutlich, dass jetzt ein Fußball gespielt wird, der riskant und unterhaltsam ist wie gutes Kino. Offensichtlich ist das notwendig in diesem Palast des Entertainments. Assauer hat das gewusst, als er die Mannschaft zusammenstellte, und er hat gemerkt, dass der Vernunftsmensch Heynckes die vorhandenen Kräfte nicht freizusetzen vermag. Nur eines quält noch in Gelsenkirchen. Es ist die Meisterschaft, die unbedingt her muss. Nach dem 2001 in letzter Sekunde verpassten Titel ist der Gewinn der Meisterschale der tiefste, vielleicht der einzig verbliebene große Wunsch, den alle Schalker teilen. Die Bayern haben es also in der Hand, der alten Schalker Identität vom Verliererclub neues Leben einzuhauchen.

Daniel Theweleit

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7.11.2004 - Mintal stoppt Wolfsburg - Schalke bleibt Zweiter - © dpa - Meldung vom 07.11.2004 22:41 Uhr

Düsseldorf - Aufsteiger 1. FC Nürnberg und sein famoser Regisseur Marek Mintal haben den Siegeszug von Spitzenreiter VfL Wolfsburg gestoppt. Die Mannschaft von Trainer Erik Gerets musste am 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim «Club» ein 0:4-Debakel verkraften.

Erster Verfolger der «Wölfe» bleibt der punktgleiche FC Schalke 04 nach dem 2:1-Erfolg beim Hamburger SV. Mike Hanke und Lincoln trafen in der Schlussphase für die Revier-Elf, die durch Stefan Beinlichs Treffer lange 0:1 zurücklag. Der VfB Stuttgart feierte beim 4:0 gegen Schlusslicht Hansa Rostock einen ungefährdeten Sieg durch die Treffer von Silvio Meißner, Kevin Kuranyi, Cacau und Horst Heldt.

Die Nürnberger feierten ihren überragenden Torjäger, der die «Wölfe» praktisch im Alleingang erlegte. «Marek Mintal ist für uns nicht zu ersetzen», sagte «Club»-Trainer Wolfgang Wolf nach der Gala des Slowaken, der die Torjägerliste mit neun Treffern anführt. Am Ende zeigte Wolf sogar Mitgefühl mit seinem ehemaligen Verein, den er fast fünf Jahre lang trainierte. «Das tut mir schon ein Stück weit Leid.» Wolfsburg muss zu allem Überfluss bis auf weiteres auf den des Feldes verwiesenen Spielmacher Andres D'Alessandro verzichten.

Vom Fehltritt der Wolfsburger profitierten auch der FC Bayern München. Der Rekordmeister verkürzte dank des 3:0 über Hannover 96 den Abstand auf einen Punkt und wähnt sich im Titelrennen wieder in der richtigen Spur. Zumal auch Torjäger Roy Makaay nach 782 Pflichtspielminuten ohne Erfolgserlebnis wieder traf. «Dass er ein Tor erzielt hat, macht mich ausgesprochen glücklich», freute sich Bayern-Coach Felix Magath. Glücklich war auch Michael Ballack, weil der Unparteiische Michael Fröhlich (Berlin) eine irrtümlich zunächst ihm zugesprochene Gelb-Rote Karte nach Rücksprache mit seinem Assistenten wieder zurücknahm. «Ich habe das Foul falsch zugeordnet», gestand Fröhlich freimütig, und erntete für die Korrektur großes Lob von Ballack: «Hut ab. Das war eine starke Leistung.»

Weniger stark waren die Vorstellungen von Borussia Dortmund und Werder Bremen. Die Westfalen boten beim 0:1 in Bielefeld eine desolate Partie, und der Meister aus Bremen wirkte beim 1:1 in Berlin müde und schlapp. Der Last-Minute-Treffer von Herthas Alexander Madlung brachte den sonst so besonnenen Werder-Coach Thomas Schaaf auf die Palme, weil Schiedsrichter Hermann Albrecht (Kaufbeuren) die angezeigte Nachspielzeit (eine Minute) überzog und so den späten Ausgleich ermöglichte. Schaaf sprach von «Willkür», wollte den Referee zur Rede stellen, wurde aber abgewiesen. «Wenn man sieht, wie man als Trainer behandelt wird, habe ich keinen Bedarf mehr, mich mit dem Schiedsrichter auseinander zu setzen», moserte Schaaf.

Probleme ganz anderer Art hat der BVB. Im Vorfeld der brisanten Jahreshaupt- und Aktionärsversammlungen hätte der krisengeschüttelte Verein mit dem dritten Sieg in Serie für etwas mehr Ruhe sorgen können. Stattdessen trieb der spielerische Rückfall Trainer Bert van Marwijk die Zornesröte ins Gesicht. «Für die erste Halbzeit müssten wir uns schämen. Einige Spieler haben noch immer nicht begriffen, worum es eigentlich geht.» Frustriert gab sich auch Christian Wörns, der den Arminen-Serientorschützen Delron Buckley nie in den Griff bekam. «Wir waren kein Team, sondern wieder nur Einzelkämpfer.»

So bleibt das Tabellenende für Dortmund ebenso in Sichtweite wie für die Borussen aus Mönchengladbach, die auch unter dem neuen Coach Dick Advocaat beim 1:1 in Mainz die Auswärtsmisere nicht beenden konnten, sowie den VfL Bochum und den 1. FC Kaiserslautern. Die Punkteteilung beim 1:1 im Ruhrstadion hilft keinem so recht weiter, obwohl die Leistung beider Teams über weite Strecken okay war. «Wir müssen bis zur Winterpause unbedingt 20 Punkte holen. Sonst stecken wir mitten im Abstiegskampf», sagte VfL-Trainer Peter Neururer, der immerhin mehr Ruhe zum Arbeiten hat als sein Kollege Kurt Jara. Dem Österreicher helfen nur Siege, um aus der Schusslinie zu kommen.

Die Kritiker verstummen ließ dagegen Paul Freier. Der Ex-Bochumer zeigte beim 4:1 von Bayer Leverkusen über den SC Freiburg endlich die erhoffte Leistungsexplosion. Der Nationalspieler beendete mit zwei Toren und einem «Assist» seine lange Schaffenskrise. Trainer Klaus Augenthaler hofft inständig, dass «dies die Befreiung für ihn war».

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7.11.2004 - Eintracht Frankfurt will im DFB-Pokal Favoriten Schalke 04 ärgern - © dpa/lhe

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Mit Leidenschaft, Einsatz und Kampf will Fußball-Zweitligist Eintracht Frankfurt am Mittwoch (19.30 Uhr) im Achtelfinale des DFB-Pokals den hohen Favoriten Schalke 04 ärgern. «Es gibt zur Zeit keine einfachere Aufgabe», meine am Montag Trainer Friedhelm Funkel zum Duell mit der Mannschaft der Stunde in der Bundesliga. «Von uns erwartet keiner war, nur wir selbst», sieht der 50-jährige Fußballlehrer der Partie gegen den Bundesliga-Zweiten gelassen, aber nicht ohne Hoffnung entgegen. «Im Pokal gewinnt nicht immer die höherklassige Mannschaft.»

Seit Ralf Rangnick am 29. September das Zepter bei den «Königsblauen» von Jupp Heynckes übernommen hat, eilt der Revierclub von Erfolg zu Erfolg. Allein sechs Siege in Serie katapultierten die Schalker in der Bundesliga von Platz 15 auf Rang 2, punktgleich mit Spitzenreiter VfL Wolfsburg. «Eine beeindrucke Bilanz», lobte Funkel den Schalker Aufschwung. Beeindruckt ist der Eintracht-Coach auch vom Brasilianer Lincoln, der sich unter Rangnick vom Mitläufer zum torgefährlichen Ideengeber für die 04-Angriffsreihe um Ailton, Gerald Asamoah und Ebbe Sand mauserte. «Sein Siegtreffer zum 2:1 in Hamburg war absolute Weltklasse», schwärmte Funkel.

Sein Team, das mit einem 2:0 gegen Erzgebirge Aue am vergangenen Freitag die Talfahrt in der 2. Liga nach vier Niederlagen in Serie vorerst stoppte, soll den Spielraum der Schalker «verknappen». «Wir müssen gut in die Zweikämpfe kommen und uns auch mit erlaubter Härte Respekt verschaffen», sagte Funkel. Auf Kapitän Jens Keller muss er dabei verzichten. «Er kann wegen seiner Nackenprobleme nicht trainieren», sagte Funkel. Anschlagen sind zudem Christopher Reinhard (Schlag auf den Spann) und Alexander Meier (muskuläre Probleme). Zum Kader zählen wird dagegen wieder der Brasilianer Chris.

36 800 Zuschauer werden die Baustelle Waldstadion bis auf den letzten Platz füllen und für einen warmen Regen in der nicht üppig gefüllten Eintracht-Kasse sorgen. Zusammen mit den garantierten 250 000 Euro vom Fernsehen rechnet Vorstandschef Heribert Bruchhagen mit rund 500 000 Euro Einnahmen. Das gegen Aue für erhebliche Sichtprobleme sorgende Fangnetz auf der Westtribüne soll bis zum Spieltag wieder verschwunden sein. Zusätzliche Ordner und der noch einmal um 16 Meter verlängerte und zum Spielfeld reichende Tunnel soll Spieler und Offizielle vor Wurfgeschossen wie Feuerzeuge und Kugelschreiber schützen.

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7.11.2004 - Schalke im Siegestaumel - © www.spiegel-online.de

Der Höhenflug des FC Schalke 04 hält an. Im sechsten Spiel unter der Leitung von Trainer Ralf Rangnick blieben die Gelsenkirchener auch beim Hamburger SV erfolgreich. Der VfB Stuttgart dominierte derweil das Tabellenschlusslicht Hansa Rostock und besserte das eigene Torverhältnis gehörig auf.

Hamburg - Dabei wäre die Erfolgsserie des FC Schalke 04 beinahe gestoppt worden. Bis zur 70. Minute präsentierten sich die Gäste kraft- und ideenlos und lagen vor 54.000 Zuschauern in der Hamburger AOL-Arena noch mit 0:1 zurück. Dann jedoch sorgte ein Doppelschlag dafür, dass die Königsblauen auch weiterhin hinter dem VfL Wolfsburg auf Platz zwei rangieren können.

In einer ganz schwachen und ereignisarmen ersten Halbzeit überboten sich Hamburger und Schalker Spieler an Harmlosigkeit. Lediglich zwei Torchancen galt es zu notieren: In der 32. Minute zielte der Brasilianer Lincoln aus Nahdistanz links am HSV-Gehäuse vorbei, neun Minuten später wehrte Christian Poulsen eine Flanke von Sergej Barabarez unglücklich in Richtung eigenes Tor ab - Schalke-Keeper Frank Rost rettete per Faustabwehr. Dann erwischte der Hamburger SV jedoch einen Start nach Maß in den zweiten Durchgang. Gerade mal 70 Sekunden waren gespielt, da passte David Jarolim auf Stefan Beinlich, der aus halblinker Position an Rost vorbei und zu seinem ersten Saisontreffer einschoss.

Erst mit der Einwechslung von Mike Hanke für Ailton (66.) kam mehr Angriffsdruck in das Spiel der Schalker. Hanke war es auch, der aus sechs Metern zum 1:1-Ausgleich einschoss. Nur zwei Minuten später sprintete Lincoln vom eigenen 16-Meterraum mit Ball am Fuß über das gesamte Spielfeld und erhöhte mit einem Schuss aus 18 Metern sogar zum 2:1 - sein vierter Saisontreffer. Wie schon beim 1:0-Sieg im Uefa-Cup-Spiel bei Heart of Midlothian war der Brasilianer der entscheidende Akteur. Das Lob seines Trainers hatte er damit sicher: "Es gibt zur Zeit wenige Spieler in der Bundesliga mit solchen Ballqualitäten", so Rangnick, der mit Schalke weiter ohne Punktverlust bleibt, "wir sind zum ersten Mal, seit ich hier Trainer bin, in Rückstand geraten. Was die Mannschaft dann in der letzten halben Stunde gespielt hatte, war a la bonheur."

Für HSV-Coach Thomas Doll war es dagegen die erste Niederlage als Cheftrainer. "Erstmal müssen wir das Spiel sacken lassen. Wir hatten viele Möglichkeiten die Führung auszubauen. Insgesamt haben wir aber gut gespielt", sagte der frühere Nationalspieler, "die Niederlage ist bitter, das haben wir nicht verdient. Aber im Endeffekt geht der Schalker Sieg wohl in Ordnung."

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7.11.2004 - Schalke setzt Siegesserie fort - 2:1 in Hamburg - © dpa - Meldung vom 07.11.2004 19:41 Uhr

Hamburg - Der FC Schalke 04 setzt seinen unaufhaltsamen Siegeszug in der Fußball-Bundesliga fort und stoppt den Aufwärtstrend des Hamburger SV unter Trainer Thomas Doll.

Mit einem unwiderstehlichen Endspurt sorgten die Gelsenkirchener vor 53 487 Zuschauern in der AOL-Arena nach 0:1-Rückstand durch Tore des eingewechselten Mike Hanke (79.) und Lincoln (81.) für den 2:1 (0:0)-Erfolg. Für Hamburg, das im vierten Spiel zum ersten Mal unter Trainer Doll verlor, hatte Stefan Beinlich (47.) die Führung erzielt. Die «Königsblauen», bei denen Coach Ralf Rangnick im neunten Pflichtspiel unbesiegt blieb, sind durch den Erfolg und dem sechsten Sieg in der Liga nacheinander punktgleich mit Spitzenreiter VfL Wolfsburg. Der HSV bleibt auf Rang 14.

«Ich hätte mir in der ersten Halbzeit ein bisschen mehr Pepp nach vorne gewünscht», sagte Rangnick, dessen Team erstmals unter ihm einen Rückstand aufholen musste. Groß war die Enttäuschung bei den Hamburgern. «Das ist eine Riesenenttäuschung für uns, wir haben alles reingelegt in dieses Spiel», sagte HSV-Torschütze Stefan Beinlich. «Ein Rückschritt war das aber auf alle Fälle nicht.»

Den Gelsenkirchenern, die erst am Freitagmorgen vom UEFA-Pokal-Spiel beim schottischen Vertreter Heart of Midlothian zurückgekehrt waren, fehlte in einer aufregenden Partie anfangs die Spielfreude und Frische der vergangenen Partien. Lediglich der seit Wochen in guter Form auflaufende Brasilianer Lincoln sowie später der für den enttäuschenden Ailton eingewechselte Hanke sorgten für Gefahr und nutzten individuelle Fehler in der HSV-Hintermannschaft. «Es gibt nur wenige Spieler in der Bundesliga, die diese Qualitäten wie Lincoln vereinen», lobte Rangnick den Brasilianer.

Hamburg war die lange Zeit spielbestimmende Mannschaft, Torgefahr strahlten die Platzherren aber erst nach dem Seitenwechsel aus. Emile Mpenza, der vor über einem Jahr im Streit die «Königsblauen» verlassen hatte und gegen seinen früheren Club hochmotiviert war, kam erst mit zunehmender Spieldauer in Fahrt, blieb aber ohne Treffer.

Statt des von HSV-Trainer Doll versprochenen Fußball-Festes boten beide Mannschaften zunächst Magerkost. Zwar lauerten die drei Spitzen Ebbe Sand, Gerald Asamoah und Ailton auf ihre Chance, wurden aber von ihren Mitspielern hängen gelassen. Am zweikampfstarken Hamburger Kapitän Daniel van Buyten gab es zudem bei den wenigen Aktionen kein Vorbeikommen. Die größte Gefahr für das Abwehrbollwerk der Hamburger, das bislang in drei Spielen unter dem neuen Coach nur ein Gegentor kassiert hatte, gab es bei einem 20-Meter-Schuss von Lincoln (32.), der das Tor verfehlte.

Die Hamburger kamen mit viel Schwung aus der Kabine. Nach einem Zuspiel von David Jarolim, der sich vor der Pause noch mehrfach zu spät vom Ball getrennt hatte, traf Beinlich aus halblinker Position zur Führung (47.). In der 64. Minute verfehlte ausgerechnet Mpenza bei einem Kopfball das Tor. Hanke (79.) und Lincoln (81.) drehten den Spieß mit einem Doppelschlag um.

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5.11.2004 - Mpenzas Kampfansage an Schalke - © dpa - Meldung vom 05.11.2004 10:41 Uhr

Hamburg - Für Emile Mpenza ist das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber Schalke 04 auch eine persönliche Abrechnung. «Ich will zeigen, dass es ein Fehler war, mich gehen zu lassen», sagt der 26 Jahre alte Stürmer des Hamburger SV.

Mpenza kämpft immer noch gegen sein Image als unberechenbarer Lebemann an. In dreieinhalb Jahren (2000 - 2003) schoss der athletische Belgier in 79 Bundesliga-Spielen 28 Treffer für die «Königsblauen» - und doch machte er mehr Schlagzeilen durch Spritztouren in seine Heimat, Autounfälle und Verletzungen. «Ich bin nicht mehr der Emile von damals», behauptet der blitzschnelle Angreifer vor der für ihn besonders brisanten Partie in der Hansestadt.

Mpenza ist durch ein tiefes Tal gegangen nach dem Rauswurf durch Manager Rudi Assauer, der die Nase gestrichen voll hatte von seinem Neun-Millionen-Euro-Einkauf. Assauer warf ihm unprofessionelles Verhalten vor, verstand nicht, warum Mpenza zur Behandlung seiner ständigen Blessuren lieber nach Belgien fuhr, als den Vereinsärzten in Gelsenkirchen zu vertrauen. «Es war nicht alles schlecht, aber es gab damals viele Probleme. Man hat mir aber auch nicht richtig zugehört», sagt der Familienvater, der nicht gern über seine Zeit im Ruhrgebiet spricht. Er hat eingesehen, dass es an der Zeit war, Deutsch zu lernen. Und dass er mehr tun musste für seinen anfälligen Körper.

«Er hat sich seine tolle Form hier hart erarbeitet», bestätigt Thomas Doll, der als Toppmöller-Nachfolger erst drei Wochen mit Mpenza arbeitet. Zwei Millionen Euro überwies der HSV im Sommer an Standard Lüttich, wo der Nationalspieler in der vergangenen Saison 21 Mal traf. Die drei Tore für den HSV sind ihm noch viel zu wenig. «Ailton macht aus drei Chancen drei Tore, ich nur eins», gibt er freimütig zu. «Aber ich bin noch jung und kann noch viel lernen.»

Doll weiß genau, wie Mpenza seine Quote erhöhen kann: «Er ist wie Ailton sehr schnell. Aber er kann noch an seiner Schusstechnik feilen und lernen, im richtigen Moment das Tempo herauszunehmen.» Und das Wichtigste: Alle Nebengeräusche ausschalten und sich nur auf sich selbst konzentrieren, lautet die Philosophie von Ex-Nationalspieler Doll. Besonders am Sonntag. «Er muss niemandem etwas beweisen», sagt der HSV-Trainer. Viele Worte wird es auch nicht zwischen Mpenza und Assauer geben. Doch den Handschlag wird er ihm nicht verweigern, sagt der Angreifer: «Wir sind doch Männer.»

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4.11.2004 - Assauer über Mpenza: "Er hat wieder internationale Klasse" - © "Kicker-Sportmagazin" vom 4.11.2004

Die Giftpfeile fliegen nicht vorm Wiedersehen am Sonntag. Weder aus Schalker Richtung, noch von Emile Mpenza. Rechtzeitig zum ersten Aufeinandertreffen seit seiner Flucht aus Gelsenkirchen nach 28 Toren in 79 Bundesligaspielen vor rund einem Jahr ist der Belgier in Form gekommen, traf seit dem Trainerwechsel zwei Mal, bereitete drei Treffer vor.

Und überrascht mit dieser Aussage über seinen Nachfolger im Schalker Dress: "Ailton ist ein sehr guter Stürmer, im Moment noch der Bessere als ich." Die Begründung liefert der 26- Jährige nach: "Er macht aus drei Chancen drei Tore, ich mache eins." Dem stimmt Rudi Assauer zu: "Beide sind schnell, aber Ailton ist der abgeklärtere Torjäger."

Zufrieden ist Mpenza dennoch. Glücklicher als zuvor in Gelsenkirchen sei er in der Hansestadt. Den Hauptgrund dafür sieht er bei sich selbst: "Ich war in Schalke zu verschlossen, jetzt spreche ich Deutsch, habe mehr Kontakt mit den Kollegen, fühle mich wohler, habe mehr Vertrauen in mich."

Das Wiedersehen mit Schalke und Manager Rudi Assauer - "hier versteht keiner, weshalb es auf Schalke immer Theater um mich gab", sagt Mpenza. Trainer Doll startet einen Erklärungsversuch: "Ein Spieler ist mal jung, genießt vielleicht mal, was ihm geboten wird. Aber jetzt ist er Papa, gereift und will seinem Kind mal erzählen, was für ein großer Fußballer er ist."

Daran zweifelt auch Assauer nicht: "Mpenza hat beim HSV wieder die internationale Klasse erreicht, die er bei uns mal hatte. Zuletzt hatte er sie auf Schalke aber nicht mehr." Mpenzas Abgang auf Schalke verärgerte vor allem seinen langjährigen Sturmpartner Ebbe Sand. "Ich war sauer", sagt Sand heute, "weil wir uns toll ergänzt hatten. Aber am Ende konnte ihn keiner mehr erreichen."

Trainer Ralf Rangnick erwartet "einen hoch motivierten Mpenza, der es sicher einigen beweisen möchte". Jedoch: "Wir sind nach fünf Siegen auch topmotiviert." Verteidiger Niels Oude Kamphuis: "Wir wissen ja, was er kann. Jetzt müssen wir erstmals dagegenhalten."

Jean-Julien Beer/Sebastian Wolff

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4.11.2004 - Schalke nach 1:0 in Schottland auf Zweitrunden-Kurs - © dpa - Meldung vom 04.11.2004 22:34 Uhr

Edinburgh - Der Brasilianer Lincoln hat den FC Schalke 04 auf den Weg in die zweite Runde des UEFA-Cups gebracht. Durch den erlösenden Treffer ihres überragenden Spielmachers (73.) feierten die Spieler mit dem 1:0 (0:0) bei Heart of Midlothian ihren ersten Sieg in der Gruppenphase.

Die «Königsblauen» verschafften sich damit zwei Wochen nach dem mageren 1:1 zum Auftakt gegen den FC Basel eine glänzende Ausgangsposition zum Weiterkommen. Mit einem Erfolg am 25. November gegen Ferencvaros Budapest kann der Bundesliga-Zweite das Überwintern im Europapokal endgültig perfekt machen.

Vor 28 000 Zuschauern im Murrayfield-Stadion von Edinburgh kam der Bundesliga-Zweite gegen die robusten Schotten durch den 20 Meter-Schuss von Lincoln allerdings erst zum Erfolg, als die Gastgeber durch die Gelb-Rote Karte gegen Patrick Kisborno (47.) wegen einer «Schwalbe» dezimiert waren. «Es war das erwartet schwere Spiel, aber am Ende haben wir verdient drei Punkte mitgenommen», sagte Ebbe Sand, der in der 54. Minute am Pfosten gescheitert war. Trainer Ralf Rangnick, der auch das achte Spiel als Schalke-Coach ungeschlagen überstand, atmete ebenfalls auf: «Die Schotten haben es uns nicht leicht gemacht. Erst nach dem Platzverweis hatten wir mehr Räume.»

In dem mit Haken und Ösen geführten Kampfspiel in der sonst für Rugby genutzten Arena fanden die Schalker nicht zu jener Form, die sie zuletzt beim Angriffswirbel gegen den VfB Stuttgart ausgezeichnet hatte. Die Gäste leisteten sich zahlreiche Fehler im Aufbau und erleichterte dem zehnfachen schottischen Meister damit die Defensivarbeit. Die «Hearts» gingen nach ihrer Auftaktniederlage gegen Feyenoord Rotterdam leidenschaftlich in jeden Zweikampf.

In einer an Höhepunkten armen ersten Halbzeit bewahrte Frank Rost die Schalker in der 21. Minute vor dem drohenden Rückstand. Der Torhüter reagierte blitzschnell, als Paul Hartley einen Schuss von Jamie McAllister abfälschte und lenkte den Ball zur Ecke. Im übrigen hatte die Gäste-Abwehr, in der Edelreservist Tomasz Waldoch den verletzten Mladen Krstajic ordentlich vertrat, die Schotten sicher im Griff. Die «Königsblauen» ihrerseits versuchten vor allem mit Fernschüssen zum Erfolg zu kommen. Nachdem Torjäger Ailton das Ziel bei seinen drei Versuchen verfehlt hatte, zwang Lincoln (43.) Keeper Craig Gordon aus 18 Metern zu einer spektakulären Parade.

Mit dem Platzverweis gegen Kisborno wegen Unsportlichkeit verhalf der russische Schiedsrichter Nikolai Iwanow dem Team von Ralf Rangnick unmittelbar nach Wiederbeginn zu einer numerischen Überlegenheit, die Sand fast umgehend zur Führung genutzt hätte. Zwei Minuten später parierte Gordon einen Kopfball von Ailton aus kurzer Distanz. Der Schwung der Schalker ließ jedoch nach wenigen Minuten schon wieder nach, so dass sogar eine Nullnummer drohte, ehe Lincoln traf.

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4.11.2004 - Statistik zu Heart of Midlothian - FC Schalke 04 - © dpa - Meldung vom 04.11.2004 22:26 Uhr

Heart of Midlothian - FC Schalke 04 0:1 (0:0)

Heart of Midlothian: Gordon - Neilson, Pressley, Webster, Maybury - Hamill (77. Weir), Hartley, Kisnorbo, McAllister - Pereira (52. McFarlane), McKenna (66. de Vries)

FC Schalke 04: Rost - Oude Kamphuis, Bordon, Waldoch, Pander - Poulsen, Altintop (61. Kobiaschwili) - Lincoln - Asamoah (61. Varela), Sand (88. Hanke), Ailton

Schiedsrichter: Iwanow (Russland) - Zuschauer: 27 727

Tor: 0:1 Lincoln (73.)

Gelbe Karten: Neilson, Hartley / Rost

Gelb-Rote Karte: Kisnorbo (47./Unsportlichkeit)

Beste Spieler: Pressley, Hamill / Oude Kamphuis, Lincoln

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4.11.2004 - Asamoah und das Herz: «Habe keine Angst» - © dpa - Meldung vom 04.11.2004 10:59 Uhr

Edinburgh - Gerald Asamoah hat einen Medienbericht zurück gewiesen, wonach er in ständiger Angst vor dem Herztod lebe und ein hohes Risiko beim Fußballspielen eingehe.

«Das ist totaler Blödsinn und völlig übertrieben dargestellt», sagte der Stürmer des FC Schalke 04 der dpa vor dem UEFA-Cupspiel bei Heart of Midlothian in Schottland. Vor sechs Jahren war beim Ex-Hannoveraner eine angeborene Verdickung des Herzmuskels festgestellt worden. Seitdem steht der deutsche Nationalspieler unter ständiger ärztlicher Kontrolle.

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2.11.2004 - Keine Angst vor schottischem Herbst - © WESTLINE

Gelsenkirchen - An einen schnuckeligen Herbst-Spaziergang glaubt Ralf Rangnick keine Sekunde. "Heart of Midlothian ist eine höchst kampfstarke und harte Mannschaft mit den schottischen Tugenden alter Prägung, da müssen wir extrem wachsam sein", betont Schalkes Coach vormzweiten Spiel in der Gruppenphase des UEFA-Pokals.

Und so erwartet der königsblaue Übungsleiter am Donnerstag (20.30 Uhr) einen typisch britischen Sturmlauf mit "langen und hohen Bällen", immer wieder mit aller Leibeskraft nach vorn geschlagen. Und ein Team, das mit großer Leidenschaft versuchen wird, die 0:3-Pleite aus der ersten Partie in Rotterdam auszumerzen.

Aber wirklich besser geht es dem FC Schalke 04 ja auch nicht. Mit reichlich ehrgeizigen Plänen in den UEFA-Cup gestartet, folgte schleunigst die Ernüchterung. Das 1:1 gegen den FC Basel war nur ein laues Lüftchen, der Weg in die nächste Runde erweist sich sperrig. Und so lässt Rangnick auch keinen Zweifel an der Zielsetzung: "Wir haben gegen Basel zwei Punkte verloren. Die müssen wir jetzt holen, und da es zwei Zähler nicht gibt, müssen wir eben in Schottland drei gewinnen."

Am Selbstvertrauen sollte es nach fünf Erfolgen in Serie nicht mangeln. Allein die ersten zwei Minuten mit den beiden Treffern gegen den VfB Stuttgart haben Rangnick bewiesen, "wie sehr die Jungs an sich glauben".

Und weil Siege keine Müdigkeit erlauben, glaubt der Schwabe auch nicht an einen Kräfteverschleiß, "bis zur Winterpause halten wir das schon durch".

Am liebsten würde der 46-Jährige das heftige Programm ohne wirkliche Rotation durchziehen, aber ganz scheint das nicht möglich. Mladen Krstajic mit Adduktoren-Beschwerden und Kobiashvili mit einer starken Grippe sind fraglich, eine kleine Pause würde nicht schaden, zumal mit Waldoch und Altintop zwei starke "Ersatzleute" bereit stehen. Und so sollte der FC Schalke am Ende den schottischen Herbststürmen trotzen können.

Gerd Strohmann

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2.11.2004 - Schalke bangt um Kobiaschwili und Krstajic - © dpa - Meldung vom 02.11.2004 14:48 Uhr

Gelsenkirchen - Vor dem UEFA-Pokalspiel bei Heart of Midlothian bangt der Fußball- Bundesligist FC Schalke 04 um den Einsatz von Lewan Kobiaschwili und Mladen Krstajic.

Der Georgier Kobiaschwili droht wegen einer Erkältung auszufallen. Abwehrspieler Krstajic plagt sich mit einer Adduktorenverletzung, die ihm schon vor der Partie gegen den VfB Stuttgart (3:2) zu schaffen machte.

«Vielleicht wäre es besser, Krstajic eine Pause zu gönnen. Wir müssen abwarten», sagte Trainer Ralf Rangnick einen Tag vor der Reise nach Edinburgh vom Flughafen Münster/Osnabrück. Sollte Krstajic ausfallen, wäre Tomasz Waldoch erste Wahl in der Innenverteidigung. Für Kobiaschwili könnte Hamit Altintop eine neue Chance von Beginn an bekommen.

Die in der Bundesliga zuletzt fünf Mal erfolgreichen Schalker wollen die Euphorie nutzen und die zum Auftakt der UEFA-Cup-Zwischenrunde in der Gruppe A gegen den FC Basel (1:1) verlorenen Punkte nun in Schottland gewinnen. «Wir haben gegen Basel zwei Punkte verloren. Da es nicht zwei Punkte gibt, müssen wir drei holen», sagte Rangnick, der mit einer kampfbetonten Partie im Murrayfield-Stadion rechnet.

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2.11.2004 - FIFA Confederations Cup 2005 - Ticketverkauf hat begonnen - © unbekannt

Für den FIFA Confederations Cup 2005, der vom 15. bis 29. Juni 2005 in Deutschland stattfindet, sind ab sofort Bestellungen im Karten-Vorverkauf möglich. Für die 16 Spiele in den fünf Stadien in Frankfurt, Hannover, Köln, Leipzig und Nürnberg stehen insgesamt rund 700.000 Tickets zur Verfügung.

Bestellt werden können die Eintrittskarten im Internet auf der Seite www.FIFAworldcup.com. Darüber hinaus können per Telefon unter der Service-Nummer +49-(0)1805-60 66 60 (zwölf Cent pro Minute bei Anrufen aus dem deutschen Festnetz) sämtliche Informationen abgefragt und Ticketbestellungen aufgegeben werden.

Neben den Einzel-Tickets werden auch attraktive Ticket-Serien angeboten. Besonders begehrt dürften die sogenannten „Venue Specific Tickets“ sein, die alle Spiele an einem Spielort beinhalten. Die Käufer solcher Ticketserien erhalten zehn Prozent Rabatt und sehen garantiert jeweils ein Spiel der deutschen oder der brasilianischen Nationalmannschaft. Pro Spiel oder VST-Serie können bis zu vier Eintrittskarten erworben werden.

Die preisgünstigste Eintrittskarte für den FIFA Confederations Cup 2005 kostet 17 Euro. Ein Final-Ticket in der besten Kategorie ist für 99 Euro zu haben. Der Durchschnittspreis liegt bei 42 Euro. In die Preise eingeschlossen sind Bearbeitungsgebühren, Steuern und auch die kostenlose Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs am Spieltag. Hinzu kommen die anfallenden Versandkosten. In der Karten-Kategorie 3 sind zudem weitere Vergünstigen vorgesehen. Kinder, Schüler bis 18 Jahren, Studenten, Wehrpflichtige und Zivildienstleistende sowie Rentner und Personen mit Schwerbeschädigtenausweis erhalten ermäßigte Eintrittskarten.

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1.11.2004 - "Wir spielen am Sonntach in Hamburg" - © www.blutgraetsche.de

Meinen nächsten Sonntach habe ich noch nicht komplett durchgeplant. Ich werde wahrscheinlich früh morgens um 14 Uhr aufstehen, frühstücken, mich ganz langsam fertigmachen, und dann Radio Emscher-Lippe im Internet anschalten und mir das Spiel meiner Schalker in Hamburg anhören. Ganz gewiss jedoch werde ich mich nicht im umbenannten Volksparkstadion befinden und meine Schalker unterstützen, das lassen mein Budget und mein Arbeitspensum schlichtweg nicht zu.

Wie kommt es dann, dass mir im Hinblick auf die nächste Woche immer wieder der Satz "Wir spielen nächsten Sonntach in Hamburg" rausrutscht?

Als ich das letzte Mal an die Blutgrätsche schrieb, da war mein FC Schalke rechtschaffend am Ende. Ich beschrieb meine Gefühle nach vier Spielen, und da waren wir ohne Trainer, ohne Toni, ehrlich gesagt sogar ohne Hoffnung. Heute haben wir den elften Spieltag hinter uns und Schalke 04 steht auf dem zweiten Platz.

Karat sangen einmal: "Über sieben Brücken musst Du geh’n." Heute weiß ich, dass sie recht hatten. In der Liga waren unsere letzten sieben Brücken Gladbach, Hannover, Bochum, Bayern, Mainz, Nürnberg und Stuttgart, und bis auf den einen Ausrutscher in Hanoi haben wir alle gemeistert. Heute habe ich eines der besten Bundesligaspiele meines Lebens erlebt und Schalke hat dabei sogar gewonnen.

Jeder von euch Blutgrätsche-Lesern kennt sicherlich den Blick eines Nicht-Bekloppten, wenn man von der eigenen Mannschaft mit "wir" spricht. Amüsiert blicken sie einen an und erinnern daran, dass man selbst leider nicht zum Lizenzspielerkader zählt, und meistens lacht man selbst und versucht ganz schnell über etwas zu reden, das der andere vielleicht auch versteht.

Vor anderthalb Monaten ging es mir auch so. Aber heute ist das was anderes. Wenn ich an meinen Zustand vor anderthalb Monaten denke, wie fertig ich war, dass ich kaum atmen konnte von dem Tag unserer Trainerentlassung bis zum Sieg über Gladbach, weil ich so angespannt war, ja, dann habe ich heute mal wirklich das Gefühl, als hätte ich es auch verdient, mal "wir" zu sagen, wenn der Duden mir ein "sie" vorschreibt.

Heute war es ein Gefühl absoluter Extase im Stadion. Es kam in der Sportschau einfach nicht richtig rüber, wie gefeiert wurde. Alle, bis hin in die verbonzten Blöcke an der Mittellinie, sprangen nach dem 2:0 auf und hüpften und sangen und waren total in ihren S04 verliebt, genau wie ich. Bei 42.000 Dauerkarten im Stadion ist das auch schön, dass man überall spüren kann, dass der Nachbar in den letzten Wochen genau so leiden musste, wie man selbst. Irgendwie macht das alles ein wenig erträglicher.

Und gelitten haben alle Schalker genug. Darum möchte ich Euch bitten: Wenn Ihr diese Woche auf die Bundesligatabelle guckt und oben Schalke seht, denkt bitte nicht an den Club, der angeblich den Rest der Liga aufkauft, oder an "Stumpen-Rudi", oder an sonst irgendetwas Negatives. Überlegt Euch einfach mal, wieviele Schalker vor ein paar Wochen noch am Ende waren und trotzdem wieder ins Stadion gingen oder vorm Radio hingen, und denkt vielleicht mal zurück an den Tag, als Euer Club auch am Ende war (Bayern-Fans: Platz sechs zählt nicht!).

Denn an so einem Tag, finde ich, sollten nicht nur wir Schalker uns freuen, sondern jeder Fan, dessen Club schon mal hoffnungslos hinter den Erwartungen hintergurkte und der keinen Anlaß hatte, sich noch für's nächste Heimspiel Hoffnungen zu machen. Wenn ein Ailton nach einer Auswechslung noch von der Mannschaft reden kann, wenn ein Christian Poulsen eine defensive Glanzleistung fast ohne Fehlpässe bieten kann, wenn ein Christian Pander sich vom Dunstkreis der Schalker Amateure in den Dunstkreis der deutschen Nationalmannschaft spielen kann, wenn Schalke 04 in sieben Spieltagen von Platz 16 auf Platz 2 rücken kann, dann kann euer Verein das auch.

Also, liebe Hamburger, liebe Berliner, liebe Leverkusener, liebe Bochumer, vor allem liebe Kaiserslauterner und sogar liebe Zecken, unser großer Tag ist auch Euer Tag. Träumt doch mal ein bißchen davon, wie es einmal bei Euch sein wird, wenn das ganze Stadion tobt und ihr in der Stecktabelle oben links zu finden seid. Ich laß Euch jetzt allein und geh die ganze Welt umarmen, denn meine Schalker, meine Mannschaft, mein neuer Trainer, mein Verein, wir alle, ja WIR alle, wir stehen heute Abend ausnahmsweise mal ganz oben, und bis zum nächsten Sonntach bleibts auch so. Denn dann spielen wir ja allesamt in Hamburg…




Presse- und Internetspiegel Oktober 2004

28.10.2004 - Schalke 04 mausert sich zum Titelkandidaten - © dpa - Meldung vom 31.10.2004 10:49 Uhr

Gelsenkirchen - Es waren die wahrscheinlich verrücktesten 99 Start-Sekunden in der Geschichte der Bundesliga. 1:0 durch Ailton nach 38 Sekunden, 2:0 durch Lewan Kobiaschwili nach 1:39 Minuten.

Der FC Schalke 04 und der VfB Stuttgart haben das Kuriositäten-Kabinett der Eliteklasse um ein rekordverdächtiges Schmankerl bereichert, das fast alle Beteiligten auf dem Rasen und die 61 524 Zuschauer in der ausverkauften Arena AufSchalke ins Schwärmen geraten ließ. «Das war ein fantastisches Fußballspiel, das wollen die Leute sehen», stimmte Schalke-Trainer Ralf Rangnick nach dem 3:2 (3:2) gegen seinen früheren Club ein Loblied an.

Und schon reifen königsblaue Träume vom ersten Titel seit 1958. «So ist Schalke ein guter Kandidat für die deutsche Meisterschaft», ließ sich Torjäger Ailton im Überschwang der Glücksgefühle entlocken und war auch überhaupt nicht sauer, dass er in der 67. Minute durch Gustavo Varela ersetzt wurde: «Ich feiere jetzt mit meiner Familie die drei Punkte.» Doch zumindest reden will er mit Rangnick: «Er hat mich zu früh ausgewechselt.» Drei Spiele, drei Tore - allein schon wegen der Quote hätte der Brasilianer gern weiter gemacht.

Doch ob mit oder ohne Ailton: Die Schalker stürmen mittlerweile «im ICE-Tempo» (Rangnick) durch die Liga und sind nach dem fünften Sieg im fünften Bundesligaspiel - Rekord für einen Einsteiger auf der Schalker Trainerbank - unter ihrem neuen Chefcoach schon Tabellen-Zweiter vor dem VfB. Dennoch hebt keiner ab, im Gegenteil: «Wir haben eine Superserie hinter uns, aber natürlich haben wir noch nichts geschafft», warnte Ailton-Sturmpartner Ebbe Sand.

Die Warnung kommt zur rechten Zeit. Denn nach dem 3:0 durch Lincoln (25.) und einem vermeintlich entschiedenen Spiel ließen sich die Schalker von den Schwaben fast noch die Butter vom Brot nehmen. Doch die Treffer von Zvonimir Soldo (30.) und Imre Szabics (33.) konnten die dritte Niederlage des VfB hintereinander nicht mehr verhindern. «Ja, wenn die ersten zwei Minuten nicht wären», rätselte VfB-Trainer Matthias Sammer noch lange nach Spielende über die Ursachen des kollektiven Versagens in der Anfangsphase.

Er habe keine Erklärung, man müsse erst einmal in Ruhe analysieren, meinte Sammer. Lob gab es - aber nur für 88 Minuten: «Die Moral ist in Ordnung, das hat man daran gesehen, dass die Mannschaft ins Spiel zurückgefunden hat.» Doch mit dem 2:3 verspielte der VfB innerhalb von einer Woche neun Punkte, was Torhüter Timo Hildebrand verbal trefflich auf den Punkt brachte: «Es war einfach eine Scheißwoche.» Die Formulierung Krise, die sich der zu Saisonbeginn so selbstbewusste VfB derzeit nimmt, wollte der Nationalkeeper dennoch nicht gelten lassen: «Das ist übertrieben.»

Sammer will das Team wieder zu sich selbst finden lassen. Im UEFA-Pokal gegen Benfica Lissabon und in der Liga gegen Hansa Rostock zwei Siege, «dann sind wir wieder im Plan». Schalke-Keeper Frank Rost möchte nach dem «total verrückten Spiel» den Lauf, den er und seine Mitspieler haben, ausnutzen: «Wir wissen, dass es auch andere Zeiten geben kann.» Den schwachen Saisonstart mit der Entlassung von Trainer Jupp Heynckes hat am Schalker Markt noch keiner vergessen.

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28.10.2004 - Schalke setzt Serie fort - 3:2 gegen Stuttgart - © dpa - Meldung vom 30.10.2004 18:45 Uhr

Gelsenkirchen - Die Fußball-Profis des FC Schalke 04 haben ihre beeindruckende Serie unter Trainer Ralf Rangnick verlängert und etablieren sich als Zweiter unter den Top-Clubs der Bundesliga.

Das 3:2 (3:2) vor 61 524 Zuschauern in der ausverkauften Arena AufSchalke gegen den VfB Stuttgart nach einem rekordverdächtigen Eil-Doppelschlag von Ailton (1.) und Lewan Kobiaschwili (2.) sowie dem dritten Tor durch Lincoln (25.) war für die «Königsblauen» der fünfte Erstligasieg hintereinander und gleichzeitig ein Start-Rekord für einen neuen Schalke-Coach.

Für Rangnicks früheren Club dagegen ist die dritte Niederlage in Serie ein herber Rückschlag. Innerhalb einer Woche verspielte der VfB seine Top-Position und ist jetzt sogar hinter die so schlecht gestarteten Schalker zurückgefallen. Immerhin gestalteten Zvonimir Soldo (30.) und Imre Szabics (33.) das Resultat nach dem schnellen Rückstand noch erträglich. «Wir haben ein fantastisches Fußballspiel gesehen», sagte Rangnick nach den 90 Minuten, von denen sein Kontrahent Matthias Sammer die beiden ersten am liebsten gestrichen hätte: «Ja, wenn die ersten zwei Minuten nicht gewesen wären.» Dennoch hielt der VfB-Coach «eine verdiente Niederlage» fest.

Für den VfB, der zunächst ohne Kevin Kuranyi, Horst Heldt und Silvio Meißner antrat, begann die Partie mit einem Schock. Innerhalb von 100 Sekunden machten die Schalker durch Ailtons dritten Saisontreffer und Kobiaschwili alle taktischen Sicherheitsvorgaben von Sammer zunichte. Als Lincoln gar das 3:0 gelang, schien die Partie gelaufen. Zuvor hatte Christian Tiffert (5.) den Pfosten des Schalker Tores getroffen.

Doch der deutliche Vorsprung schien die Gastgeber, die wieder mit Niels Oude Kamphuis und Mladen Krstajic aufliefen, zu lähmen. Plötzlich spielte fast nur noch der VfB und verkürzte durch Kapitän Soldo mit seinem ersten Saisontreffer und den Ungarn Szabics auf 2:3.

Auch nach dem Wechsel behielt der VfB, jetzt mit Nationalspieler Kuranyi für Szabics, seine totale Offensive bei. Schalke konnte sich nur sporadisch vom Druck der Schwaben befreien, deren Angriffe besonders durch Tiffert und Kapitän Soldo initiiert wurden. Die Gastgeber beschränkten sich zusehends auf das Halten des Vorsprungs, Vorwärtsdrang war bei den «Königsblauen» kaum noch zu erkennen. Erst ab der 70. Minute ließ der VfB in seinen Bemühungen um den eigentlich verdienten Ausgleich etwas nach und gestattete den Schalkern wieder mehr Spielanteile.

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28.10.2004 - Rangnick sieht noch Luft nach oben - © WESTLINE

Nürnberg - Die spöttische Bemerkung machte im Presseraum des 1. FC Nürnberg schnell die Runde. Auslaufen, so unkte ein Journalist vor der Abfahrt des Schalker Mannschaftsbusses, müssten die S04-Fußballer nach dem 2:0-Sieg beim 1. FC Nürnberg ja nicht mehr. Das hätten sie schließlich schon in der zweiten Spielhälfte getan.

Im Gegensatz zu ihrem Trainer Ralf Rangnick. Der erlebte die zweiten 45 Minuten im Frankenstadion weniger entspannt als seine Spieler. Wie Rumpelstilzchen hüpfte Schalkes Coach an der Seitenlinie herum, ermahnte seine Mannen zu mehr Engagement. Vergeblich: Fast desinteressiert wirkend schaukelten die Schalker Fußballer gegen die neun übrig gebliebenen Nürnberger den "Dreier" nach Hause. Die 2:0-Halbzeitführung gegen den dezimierten Aufsteiger hatte die Gäste beinahe im Kollektiv abschalten lassen - während viele "Premiere"- Fernsehzuschauer auf die Konferenzschaltung um- oder ihr TV-Gerät komplett ausschalteten.

Schalkes Manager Rudi Assauer kritisierte diese Form der Ergebnisverwaltung deutlich: "Die zweite Halbzeit war eine unserer schlechtesten Leistungen in dieser Saison. Einen solchen Gegner muss man dann abschießen." Doch Schalke hatte offenbar auch ein wenig Mitleid mit dem befreundeten "Club" - bleibt nur zu hoffen, dass es am Saisonende nicht irgendwie aufs Torverhältnis ankommt.

Doch isoliert durfte die zweite Hälfte natürlich nicht betrachtet werden: Immerhin hatte Schalke im ersten Durchgang durch die Tore von Ailton und Sand schon frühzeitig alles klar gemacht, und wirklich in Gefahr geriet der Sieg ja nicht mehr. Also hatte auch Ralf Rangnick ein wenig Verständnis für den rapiden Leistungsabbau: "Man darf ja nicht vergessen, dass wir ein volles Programm und am Samstag schon wieder ein wichtiges Spiel haben."

Mit "Dreier" den VfB überholen

Und zwar gegen den VfB Stuttgart, den Schalke am Samstag in der Tabelle überholen möchte. Anfang 2001 wurde Schalkes Trainer beim VfB entlassen, und mit einem Sieg gegen den früheren Arbeitgeber wäre Rangnick Schalker Rekordhalter. Denn fünf Startsiege in Folge hat 1971 nicht mal der "auf Schalke" noch immer ungemein populäre Ivica Horvat geschafft. Und den Schalker Seriensiegern ist ein erneuter "Dreier" zuzutrauen - nicht nur, weil die "königsblaue" Brust nach vier Bundesliga-Siegen in Folge breiter sein dürfte als die schwäbische nach zwei Niederlagen.

Bemerkenswert am Schalker Höhenflug (acht Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage in den zehn Pflichtspielen nach der Trennung von Trainer Jupp Heynckes) ist vor allem, dass die Mannschaft bis jetzt noch gar nicht in den Verdacht geraten ist, an ihre Leistungsgrenze gegangen zu sein. Weder beim 1:0- Erfolg in München und schon gar nicht beim Pflicht-Sieg gegen die nach zwei Platzverweisen auf verlorenem Posten stehenden Nürnberger. "Da ist", glaubt Ralf Rangnick, "noch Luft nach oben".

Unter dem gebürtigen Schwaben Rangnick hat Schalke bislang noch gar nicht verloren (fünf Siege, ein Unentschieden im UEFA-Cup gegen Basel), und einen großen Anteil an dieser Bilanz darf er auch für sich verbuchen. Die konditionellen Grundlagen mag Jupp Heynckes gelegt haben, aber als Mannschaft funktioniert Schalke erst jetzt. Rangnick hat seine Stamm-Elf gefunden, ändert nur im Notfall. Und mit seiner angriffslustigen Variante (mit Sand, Ailton, Asamoah, Lincoln und dem auch auf der rechten Verteidiger-Position fast nur offensiv denkenden Varela) beweist Schalkes Trainer Mut, für den er im "goldenen Oktober" bislang belohnt wird.

Übrigens: Auslaufen mussten die Schalker Profis nach dem Nürnberg-Spiel dann doch noch.

Norbert Neubaum

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28.10.2004 - Radek Latals langer Schatten - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Oft genug wurde über ihn geschimpft. Wenn er mal wieder hängenblieb, eine Flanke hinters Tor schlug oder maximal (und das war oft genug der Fall) einen Freistoß herausholte. Doch als er weg war, wusste man, was man an ihm hatte. Denn bis heute tut sich der FC Schalke 04 schwer, einen "richtigen" Nachfolger für Radek Latal zu finden.

Von 1994 bis 2001 beackerte der stille Tscheche die rechte Schalker Seite quasi im Alleingang, wobei er in den letzten Monaten seiner Schalker Zeit nicht mehr allzu oft zum Einsatz kam. Trotzdem: Während Schalke seit Jahren über genügend "Linksfüße" verfügt, ist das "Latal-Erbe" noch nicht nachhaltig geregelt. Kein Wunder also, dass sich die ersten Gerüchte über mögliche Schalker Neuzugänge für die kommende Saison um die Position hinten rechts in
der Viererkette drehen. Im Gespräch sind Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin) und Steven Cherundolo von Trainer Ralf Rangnicks Ex-Club Hannover 96 – beide Spieler haben zwar erklärt, dass ihr erster Gesprächspartner jeweils ihr aktueller Arbeitgeber sei, aber das muss im Profi-Fußball nicht allzu viel bedeuten.

Ein "Alleinunterhalter" auf der rechten Seite, wie es Latal war, ist im heutigen Schalker System zwar ohnehin nicht mehr exakt so vorstellbar. Dennoch ist es bemerkenswert, wie viele Kandidaten sich seit dem Weggang Latals bemühten, auf der rechten Schalker Seite Fuß zu fassen.

Niels Oude Kamphuis: Kam 1999 nach Schalke, auch um in Latals Fußstapfen zu treten. Doch seine stärkeren Spiele machte der Holländer im defensiven Mittelfeld.

Christian Poulsen: Bei ihm lief es umgekehrt wie bei Oude Kamphuis. Wurde als zentraler defensiver Mittelfeldspieler geholt, auf dieser Position begann er 2002 unter Frank Neubarth auch recht gut. Dann verlief die Formkurve nach unten, Jupp Heynckes stellte Poulsen am Ende hinten rechts auf. Ein Irrtum, Poulsen spielte konstant schwach. Zwei-Wochen-Chef Eddy Achterberg stellte Poulsen wieder ins Mittelfeld, wo er auch auch jetzt unter Rangnick spielt – wesentlich besser als auf der rechten Seite.

Sogar Gerald Asamoah verteidigte schon hinten rechts. Das machte "Asa" gar nicht mal so übel, allerdings war Asamoah dort nur eine Notlösung. Seine Stärken liegen nun mal in der Offensive.

Gustavo Varela profitierte nun davon, dass Schalke hinten rechts nach einer optimalen Lösung noch sucht. Gegen Mainz 05 und in Nürnberg setzte Rangnick auf seine stürmische Variante mit Sand, Ailton, Asamoah und Lincoln noch einen drauf und stellte mit Varela einen "Rechtsverteidiger" auf, dessen Begabungen eindeutig in der Offensive liegen. Rangnick hatte sich vor dem Mainz-Spiel für Varela und gegen Oude Kamphuis entschieden, weil er auf die Schnelligkeit Varelas baute.

Der Erfolg gibt Rangnick und Varela recht: Mit dem Uruguayer hinten rechts gewann Schalke gegen Mainz und nun auch in Nürnberg. Ob das eine Dauerlösung bleibt, muss abgewartet werden. Wenn nicht, wird weiter nach einem Spieler gesucht, der aus Latals langem Schatten heraustreten kann. Cherundolo, Friedrich – oder ein neuer interner Kandidat.

Norbert Neubaum

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27.10.2004 - Schalker Siegesserie hält beim dezimierten «Club» an - © dpa - Meldung vom 27.10.2004 21:56 Uhr

Nürnberg - Im Schongang hat der FC Schalke 04 beim stark dezimierten 1. FC Nürnberg den vierten Sieg in Serie gelandet und mit dem 2:0 (2:0) den Anschluss an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga geschafft.

Ailton mit seinem zweiten Saisontreffer per Foulelfmeter (9.) und Ebbe Sand (45.) sicherten den «Königsblauen» im Frankenstadion den zweiten Auswärtssieg hintereinander. Nach der Roten Karte ausgerechnet für den Ex-Schalker Tomasz Hajto und der Gelb-Roten für Verteidiger Thomas Paulus musste der Bundesliga-Aufsteiger bereits früh mit nur noch neun Spielern agieren und konnte gegen die Elf von Ralf Rangnick die zweite Heimniederlage nicht verhindern.

Die Anfangsphase gehörte vor 32 115 Zuschauern im Frankenstadion der Heimelf: Nürnbergs mit sechs Treffern bisher bester Torschütze Marek Mintal vergab in der 3. Minute per Kopf aus kurzer Distanz, wenig später scheiterte Sven Müller mit einem Schuss an Torhüter Frank Rost. Der erste Angriff der Schalker sorgte für die Führung der Gäste: Bei seinem erst zweiten Bundesliga-Einsatz holte der 22 Jahre alte Paulus Nationalspieler Gerald Asamoah im Strafraum von den Beinen. Der ansonsten unauffällige Ailton verwandelte den Foulelfmeter in der 9. Minute zum 1:0.

Tragische Figur des Spiels war der Nürnberger Abwehrchef Hajto, der nach seiner Zwangspause wegen der fünften Gelben Karte bei der jüngsten 1:4-Pleite bei Werder Bremen in die «Club»-Verteidigung zurückgekehrt war. Leichtfertig vertändelte der Routinier kurz nach der Führung seiner Ex-Kollegen als letzter Mann den Ball gegen Lincoln (19.) und konnte diesen nur noch umreißen. Wegen wiederholten Foulspiels musste mit Paulus in der 33. Minute auch der zweite «Club»-Innenverteidiger das Feld verlassen.

«Es kommen wieder bessere Tage und schlechtere Gegner», hatte Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf nach der Niederlage in Bremen noch gehofft. Gegen nur neun Nürnberger hatten die Schalker leichtes Spiel und kamen in der 45. Minute durch Sand nach feiner Vorarbeit von Asamoah zum 2:0. Nach der Pause schalteten die Gäste im Gefühl des sicheren Sieges einen Gang zurück. Die Heimmannschaft kämpfte auch in Unterzahl aufopferungsvoll und erspielte sich einige Chancen. Dennoch war der Sieg der Schalker gegen die dezimierten Nürnberger niemals in Gefahr.

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27.10.2004 - Pander macht's mit links besser als Böhme - Ein junger Schalker Verteidiger drängt in Richtung Nationalmannschaft - © FAZ

Gelsenkirchen - Christian Pander schickt sich an, eine Gelsenkirchener Tradition fortzusetzen: die Tradition berühmter Schalker Profis mit einem starken linken Fuß. Helmut Kremers, Ingo Anderbrügge und Jörg Böhme haben ihre großen Taten auf dem Fußballplatz allesamt mit links vollbracht; jeder von ihnen hat mit dem Klub einen Titel gewonnen. Nun kommt der junge Herr Pander, ein Verteidiger mit Vorwärtsdrang. Der Einundzwanzigjährige verfügt über eine "linke Klebe", die er für präzise Flanken und fulminante Freistöße nutzt. Linke Klebe? Ist das nicht ein Terminus technicus aus der Nachbarschaft? Der umgangssprachliche Fachbegriff gehört doch zu Lothar Emmerich, dem früheren Stürmer von Borussia Dortmund. Aber dank Pander hält die linke Klebe auch Einzug in den aktuellen Sprachgebrauch der Schalker, sogar im Vereinsmagazin "Kreisel".

Nach acht Bundesligaspielen und einigen Berufungen in die "U 21" gilt das Talent schon als Kandidat für die Asien-Reise der A-Nationalmannschaft im Dezember. Joachim Löw, der Assistent des Bundestrainers Jürgen Klinsmann, hat ihm "gute Leistungen auf der linken Abwehrseite" bescheinigt. Panders Chancen stehen um so günstiger, da der Stuttgarter Verteidiger Philipp Lahm am Tag vor dem Länderspiel in Japan noch mit dem VfB im Europapokal antreten muß.

Während Pander es als Nationalspieler in spe mit gleichaltrigen Konkurrenten zu tun bekommt, steht er in Schalke für einen Generationswechsel. Parallel zum Aufstieg des jungen Verteidigers verläuft der Abstieg eines Spielers, der als einer der letzten deutschen Profis das Klischee des verrückten Linksaußen erfüllt. Jörg Böhme, derzeit verletzt, gehört zu den Verlierern des ersten Saisonquartals. Nach nur zwei Kurzeinsätzen im linken Mittelfeld nährt er, nicht zum ersten Mal, Spekulationen über einen Vereinswechsel, obwohl er sich vor ein paar Wochen erst mit dem Vorstand darauf geeinigt hat, seinen bis Juni 2006 datierten Vertrag zu erfüllen. Er werde eine Aussprache mit Trainer Ralf Rangnick suchen, sagt Böhme. "Wenn Rangnick nicht auf mich setzt, schade. Aber dann hätte ich Klarheit und könnte mir im Winter einen neuen Klub suchen."

So beliebt Böhme bei den Fans, trotz seiner Eskapaden, immer noch sein mag: Auf dem Spielfeld ist er bestenfalls eine Zweitbesetzung. Genaugenommen hat Böhme seinen Platz nicht an Pander verloren, auch wenn dessen Aktionsradius größer ist. Seine Position wurde gewissermaßen wegrationalisiert. So kann Schalke mit drei Stürmern spielen und besitzt in Lewan Kobiaschwili eine zusätzliche Spitzenkraft im Mittelfeld, die sich offensiv und defensiv gleichermaßen nützlich macht. Bisher hatte Kobiaschwili nolens volens den linken Verteidiger gegeben, bis Pander ihn beim Vorbereitungsspiel in Rheine so überzeugend ersetzte, daß der damalige Cheftrainer Jupp Heynckes ihm diese Position zunächst vorläufig und schließlich fest zuteilte.

Junge Spieler gefördert zu haben ist Heynckes' größter Erfolg in Schalke. So überholt manche seiner Methoden sein mögen: Heynckes hat den Jugendstil nicht nur propagiert, sondern auch praktiziert. So ist Pander unter den vielen Stars als Jungprofi nicht allein. Das Zusammenspiel mit Altersgenossen wie Altintop, Hanke, Delura und Lamotte hat ihm den Einstieg erleichtert. "Natürlich ist es angenehmer, daß jetzt mehr junge Spieler im Lizenzspielerkader stehen als in meinem ersten Profijahr." Obwohl Pander seit drei Jahren als Profi geführt wird, kannten ihn bis vor kurzem nur Eingeweihte, etwa die regelmäßigen Begleiter der Amateurmannschaft. Ein Beckenschiefstand hatte seine Karriere zunächst in Schieflage gebracht, doch Pander rappelte sich wieder auf. "Es gibt natürlich zu denken, wenn die Ärzte dir sagen, mit deinem Rücken wird das schwer. Aber es ging vorher schon jahrelang, deswegen sagte ich mir, daß es auch später gehen wird." Und wie es ging.

Auf dem Sprung in die Nationalelf gibt Pander sich dennoch vorsichtig. "Diesem Gedanken habe ich einen Riegel vorgeschoben", sagt er. Gerade bei jungen Spielern gebe es "immer Höhen und Tiefen". Er sei froh, in der "U 21" zu spielen, und wolle sich erst einmal in der Bundesliga durchsetzen. "Alles Weitere wird man sehen." Und hören wird man wohl auch noch von ihm.

Richard Leipold

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26.10.2004 - Assauer plädiert für «alten Solidaritätsgedanken» - © dpa - Meldung vom 26.10.2004 15:29 Uhr

Gelsenkirchen - Rudi Assauer macht sich auch angesichts des stark verschuldeten Konkurrenten Borussia Dortmund für eine Wiederbelebung des Solidaritätsgedankens unter den Fußball-Bundesligisten stark.

«Wenn es einem unserer Mitglieder schlecht geht, sollte man sich gegenseitig helfen», sagte der Manager des FC Schalke 04 auf dpa-Anfrage. Man müsse in solchen Situationen den «alten Solidaritätsgedanken» hoch halten, meinte Assauer.

In welcher Form dem mit mehr als 118 Millionen Euro verschuldeten BVB geholfen werden könne, ließ Assauer offen. Der Schalke-Manager denkt offenbar auch an ein Benefizspiel.

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25.10.2004 - Ailton wird zum «echten» Schalker - © dpa - Meldung vom 25.10.2004 13:32 Uhr

Gelsenkirchen - Wochenlang wurde er kritisch beäugt, dann euphorisch gefeiert. Mit seinem Siegtreffer zum 2:1 (1:0) über den FSV Mainz 05 schoss sich Ailton den Frust von der Seele - und sich in die Herzen der Schalke-Fans.

Aus Freude über das erste Erfolgserlebnis der Saison machte der schon als «Toni Torlos» verspottete Brasilianer das Clubmaskottchen Erwin an der Seitenlinie kopflos. Ebenso typisch wie sein eiskalter Abschluss (69. Minute) war sein Kommentar: «Ein Supertor, jetzt ist Ailton wieder glücklich.»

Dass ihm der Name des beim misslungenen Umarmungsversuch «enthaupteten» Maskottchens nicht geläufig war, nahmen ihm die «königsblauen» Fans nicht übel. Nach langer Anlaufzeit mit Sperre und unplanmäßigem Heimaturlaub ist der bisherige Fremdkörper endlich in seiner neuen sportlichen Heimat angekommen. Bei seiner Auswechslung (89.) erhoben sich die meisten der 61 524 Zuschauer in der Arena AufSchalke applaudierend von den Sitzen. Für Ebbe Sand ist die Leidenszeit seines Sturmpartner beendet: «So ein Tor kann unheimlich viel bedeuten. Jetzt geht es bei ihm 100-prozentig aufwärts.»

Lange Zeit schien es jedoch so, als halte der Fluch auch gegen Mainz an. Zwei Mal scheiterte Bundesliga-Torschützenkönig Ailton am starken Schlussmann Dimo Wache, ein Mal traf er nur die Latte. Doch nach famosem Zuspiel seines Landsmanns Lincoln, der zuvor zum 1:0 (25.) getroffen hatte, machte Ailton den brasilianischen Abend perfekt. Anders als drei Tage zuvor, als er nach seinem Kurzeinsatz im UEFA-Cup gegen den FC Basel kommentarlos aus dem Stadion geflüchtet war, ließ sich Ailton diesmal beim Duschen und dem Umgang mit den Medienvertretern Zeit. Der Zuspruch des Trainers, der Familie und von Mitspielern habe sich bezahlt gemacht: «Alle haben mir gesagt, bleib ruhig. Dann kommt das Tor automatisch.»

Ohne den Erfolg des Brasilianers wäre der Mut von Trainer Ralf Rangnick, mit drei Sturmspitzen und dem offensiven Mittelfeldspieler Lincoln anzutreten, nicht belohnt worden. Denn die frechen Mainzer standen kurz davor, ihren Höhenflug fortzusetzen. Deren Trainer Jürgen Klopp fiel die erste Niederlage nach sieben Bundesliga-Spielen nicht allzu schwer: «Wir waren ein starker Gegner. Schließlich haben die Schalker bis zur letzten Sekunde um die drei Punkte gezittert.»

Erneut bewies der Aufsteiger Klasse und Moral. Fünf Mal hatten sie in dieser Saison einen Rückstand aufgeholt und standen nach dem Eigentor von Marcelo Bordon (60.) vor dem nächsten Coup. Das Ende der Erfolgsstory befürchtet Klopp trotz der zweiten Auswärtsniederlage nicht. Nach seiner Einschätzung werden die Spaßfußballer auch weiterhin Spaß an der Bundesliga haben: «Wir sind ja nicht blöde und denken, jetzt gewinnen wir alle Spiele. Wichtig war, dass sich die Mannschaft erneut gezeigt hat.»

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24.10.2004 - Ailtons erster Saisontreffer bringt Sieg für S04 - © www.yahoo.de

Ailton hat seine Bundesliga-Torflaute beendet: Mit seinem ersten Tor für Schalke 04 nach 361 Minuten schoss der Brasilianer die "Königsblauen" zu einem 2:1 (1:0)-Sieg gegen Aufsteiger FSV Mainz 05. Mit dem Siegtor in der 69. Minute sicherte der Torschützenkönig der vergangenen Saison den "Königsblauen" den dritten Bundesliga-Dreier in Folge. Für die Spaß-Fußballer aus Rheinhessen ging dagegen eine Serie zu Ende: Erstmals seit dem 2:4 am ersten Spiel gegen den VfB Stuttgart ging der zuletzt sieben Mal in Folge ungeschlagene Neuling wieder als Verlierer vom Platz.

Vor 61.524 Zuschauern in der ausverkauften Arena AufSchalke brachte Ailtons Landsmann Lincoln die Gastgeber in Führung: Sein 20-Meter-Schuss prallte vom Pfosten an den Rücken des starken Mainzer Torhüter Dimo Wache und von dort ins Netz (25.). Danach verpassten die teilweise begeisternd aufspielenden "Königsblauen" die vorzeitige Entscheidung, als sie gleich reihenweise beste Torchancen vergaben. Nach einem Fehler von Torhüter Frank Rost musste das Rangnick-Team den unglücklichen Ausgleichstreffer hinnehmen. Ausgerechnet Marcelo Bordon, bis dahin fehlerloser Abwehrorganisator, lenkte nach einem Kopfball von Niclas Weiland den Ball ins eigene Tor (60.).

Für den Siegtreffer sorgte Stürmerstar Ailton, der zuvor an seiner neuen Wirkungsstätte schon zu verzweifeln schien. Der "Kugelblitz" hatte am vergangenen Donnerstag beim 1:1 im UEFA-Cup 86 Minuten lang auf der Ersatzbank schmoren müssen und danach seinen Unmut laut geäußert. Er spüre momentan kein Vertrauen auf Schalke, sagte der Brasilianer der Berliner Zeitung und stellte fest "ich habe bei Schalke zu früh unterschrieben."

Gegen Mainz ließ Rangnick "Toni Torlos" an der Seite von Ebbe Sand und Gerald Asamoah wieder von Beginn an spielen. Dem Brasilianer war deutlich anzumerken, dass er es seinen Kritikern beweisen wollte. Bereits in der Anfangsphase hatte er zweimal die Chance zum Führungstreffer, scheiterte allerdings eben so wie kurz nach der Pause, als er knapp das Tor verfehlte (48.). Pech hatte Ailton vier Minuten später, als sein abgefälschter Schuss die Latte traf.

Nicht nur Ailton vergab beste Chancen, auch Sand und Asamoah verpassten eine frühe Vorentscheidung für die Gastgeber. Vor allem dank Torhüter Wache blieb Mainz im Spiel und kam durch Benjamin Auer auch mehrmals gefährlich vor das Schalker Tor.

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24.10.2004 - Ailton trifft für Schalke beim 2:1 gegen Mainz - © dpa - Meldung vom 24.10.2004 19:47 Uhr

Gelsenkirchen - Ausgerechnet der schon als «Toni Torlos» bezeichnete Ailton hat den Höhenflug der Spaßfußballer des FSV Mainz 05 beendet und den FC Schalke 04 zugleich dichter an die Bundesliga-Spitzengruppe herangeführt.

Mit seinem ersten Saisontreffer sorgte der Brasilianer beim verdienten 2:1 (1:0) für den dritten Schalker Sieg unter dem neuen Coach Ralf Rangnick und das Ende der Serie von sieben Spielen ohne Niederlage für den forschen Aufsteiger. Vor 61 524 Zuschauern in der ausverkauften Arena AufSchalke hatte Lincoln (25.) «Königsblau» in Führung gebracht, die Marcelo Bordon (60.) mit einem unglücklichen Eigentor zwischenzeitlich egalisierte.

«Bisher habe ich Probleme gehabt mit der Roten Karte und vier Spielen Sperre. Heute war es ein Klasse-Spiel mit der Mannschaft und ein sehr schönes Tor. Ich widme es meiner Frau und meinem Team», sagte Ailton, der bei seiner Auswechslung (89.) vom Anhang begeistert gefeiert wurde. Rangnick lobte seinen endlich treffsicheren Torjäger und den Gegner: «Wir haben gewusst, dass bei Toni irgendwann der Knoten platzen würde und freuen uns für ihn. Gegen Mainz werden noch einige Punkte lassen.» Kollege Jürgen Klopp meinte: «Wir haben ein gutes Spiel gemacht und mitgehalten, daher bin ich ganz zufrieden.»

Drei Tage nach dem enttäuschenden UEFA-Cup-Heimspiel gegen den FC Basel (1:1) begannen die Schalker im ersten Erstliga-Duell mit den 05ern wieder mit drei Sturmspitzen. Zu Ebbe Sand und Gerald Asamoah gesellte sich der letztjährige Torschützenkönig Ailton, für den Hamit Altintop auf die Bank musste. Und die Knappen machten sofort Dampf: Ailton (5./8.) boten sich gleich zwei gute Einschusschancen. Asamoah (17.) und Sand (21.), dessen scharfen Kopfball 05-Keeper Dimo Wache per Glanzparade entschärfte, hätten die Führung erzielen müssen.

Diese besorgte Lincoln, dessen 20-m-Schuss vom Innenpfosten gegen den in dieser Szene nicht gut aussehenden Wache prallte und dann ins Tor rollte. Bei seinem zweiten Saisontor profitierte der Brasilianer allerdings auch von einer zu kurzen Abwehr des Mainzers Marco Rose. Wie gegen Basel riss bei Schalke nach 30 Minuten der Faden und die Gäste kamen besser zum Zuge. Sie waren aber nur bei Einzelaktionen von Mimoun Azaouagh (24./27.) und Benjamin Auer (41.) gefährlich.

Nach dem Wiederanpfiff öffnete Mainz sein Spiel, den Gastgebern bot sich so mehr Raum. Sie versäumten es aber, den Sack zuzumachen. Der engagierte Ailton (52.) hatte großes Pech, dass sein Schuss an die Latte abgefälscht wurde, anschließend scheiterte Sand (53.). Und das rächte sich: Torwart Rost patzte bei einer hohen Flanke gewaltig, und als Bordon gegen Niclas Weiland retten wollte, prallte das Leder von seinem Fuß ins Netz. Schalke antwortete mit wütenden Angriffen. Den besten leitete der starke Lincoln auf Ailton weiter, der in seiner aus Bremen bekannten Manier eiskalt vor Wache einschoss. Altintop (90.) rettete kurz vor Ende auf der Linie den knappen Sieg.

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23.10.2004 - Schalke ohne Böhme - Ailton-Einsatz ungewiss - © dpa - Meldung vom 23.10.2004 11:44 Uhr

Gelsenkirchen - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 muss im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 erneut auf Jörg Böhme verzichten.

Der Mittelfeldspieler hat nach überstandener Adduktorenzerrung zwar wieder das Training aufgenommen, wird aber gegen den Aufsteiger noch nicht im Kader stehen. Neben Böhme fehlt weiterhin Fabian Lamotte (Kapselanriss im Sprunggelenk). Ob der zuletzt formschwache Torjäger Ailton in der Startelf stehen wird, ließ Schalke-Trainer Ralf Rangnick offen: «Entscheidend ist die Form eines Spielers. Wenn Toni sie noch nicht hat, müssen wir überlegen, was das Beste für die Mannschaft ist.»

Mit der Unterstützung von 6000 Mainzer Fans im Rücken wollen die Gäste ihren unerwarteten Höhenflug fortsetzen. Allerdings muss der Mainzer Erfolgscoach Jürgen Klopp auf die drei Abwehrspieler Marco Walker, Michael Falkenmayer und Tamas Bodog verzichten. Abwehrspieler Mathias Abel ist zwar wieder fit, wird aber wohl mit einem Platz auf der Bank vorlieb nehmen müssen.

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22.10.2004 - DFB-Bundestag: Profis kippen neue Ausländer-Quote - © dpa - Meldung vom 22.10.2004 21:45 Uhr

Osnabrück - Beim Festakt demonstrierte der deutsche Fußball vor Bundespräsident Horst Köhler und Innenminister Otto Schily Eintracht und Geschlossenheit. Hinter den Kulissen lieferten sich zu Beginn des DFB-Bundestages in Osnabrück Profis und Amateurlager eine Kraftprobe.

Mit einem plötzlichen Aufstand gegen die geplante Begrenzung von Nicht-EU-Ausländern stellten die Bundesliga-Vereine den mühevoll ausgehandelten Kompromiss mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) wieder in Frage.

Nachdem die Delegierten der Deutschen Fußball-Liga (DFL) der von ihrer eigenen Spitze ausgehandelten Vereinbarung ihre Zustimmung verweigerten, geriet sogar der frisch ausgehandelte Grundlagenvertrag in Gefahr. Erst nach stundenlangen Verhandlungen einigte man sich auf eine «Ersatzlösung», die in der Praxis kaum Veränderungen bringen wird: Sie sieht wie bisher keinerlei Beschränkung für alle europäischen Spieler vor. Ab der kommenden Saison sollen in beiden Bundesligen maximal vier, ein Jahr später nur noch drei Nicht-Europäer eingesetzt werden dürfen. Derzeit dürfen bis zu fünf Spieler aus anderen Kontinenten auflaufen.

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Die jetzt von der Liga erwirkte Ausländer-Lösung ist eine gravierende Abschwächung gegenüber dem Antrag des DFB. Etliche Vereine wären durch eine Beschränkung von Nicht-EU-Ausländern und damit den Verzicht auf Spieler aus Ländern wie Bulgarien, Georgien, Türkei und den Balkan-Nationen in größte Schwierigkeiten geraten. Derzeit hat beispielsweise Hannover 96 einschließlich der so genannten Fußball-Deutschen 13 Nicht-EU-Spieler unter Vertrag, der SC Freiburg 11 und der VfL Wolfsburg 10. Die von der DFL angestrebte Lösung sieht außerdem einen Bestandsschutz für bestehende Verträge vor.

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22.10.2004 - Frieden in Gefahr: Bankdrücker Ailton schiebt Frust - © www.yahoo.de

Gelsenkirchen (dpa) - Zu Verbalattacken ließ er sich nicht hinreißen, doch der Frust war unverkennbar. Als die Mannschaftskollegen des FC Schalke 04 nach dem enttäuschenden 1:1 (1:0) im ersten UEFA-Cup-Gruppenspiel gegen den FC Basel unter der Dusche standen, trat Ailton die Flucht an.

Seinen Fintenreichtum bewies der erst in der 86. Minute eingewechselte Torjäger diesmal abseits des Rasens. Mit einem kurzen Sprint eine aufwärts fahrenden Rolltreppe hinab schüttelte er besonders hartnäckige Journalisten gekonnt ab. «Er war so schnell weg, so schnell konnte ich nicht gucken. Wenn er am Sonntag genauso schnell ist, ist das in Ordnung», kommentierte Ralf Rangnick.

Mehr amüsiert als besorgt reagierte der neue Trainer auf den markanten Abgang des Brasilianers. Gleichwohl konnte Rangnicks Lächeln nicht davon ablenken, dass beim Revierclub ein neues Problemfeld entstehen könnte. Verbannt der Heynckes-Nachfolger den Bundesliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison auch im Heimspiel gegen den Überraschungsdritten aus Mainz auf die Bank, dürfte es mit dessen verbaler Zurückhaltung vorbei sein. «Fragt den Trainer», entgegnete Ailton all jenen, die Einblicke in sein Seelenleben nehmen wollten.

Für die Beantwortung der vielen Fragen, warum er das fade Angriffsspiel seiner Mannschaft nach der Pause nicht schon eher mit der Einwechslung von Ailton belebt habe, ließ sich Rangnick deshalb viel Zeit. Bis tief in die Nacht hinein erläuterte er in verschiedenen Gesprächsgruppen geduldig seine Beweggründe. «Wenn der Gegner Druck macht, kann man nicht Harakiri spielen. Solange wir 1:0 führen, war es für mich keine Frage, ihn zu bringen.» Von seinem Vorsatz, dem derzeit schwächelnden Neuzugang mit mehr und mehr Spielpraxis wieder zu alter Leistungsstärke zu verhelfen, wich der Trainer deshalb kurzerhand ab. «Fällt das 1:1 früher oder gehen wir 2:0 in Führung, wäre es eine Überlegung gewesen», sagte er.

Vor allem die zweite Option schien zum Greifen nahe. Doch die Chancen zum befreienden zweiten Treffer blieben in einer guten Anfangsphase ungenutzt. Nur in den ersten 30 Minuten knüpften die Schalker dort an, wo sie beim 1:0-Auswärtssieg gegen den FC Bayern aufgehört hatten. Der frühe Führungstreffer von Lewan Kobiaschwili (8.) war der Lohn für einen couragierten Auftritt. Der Rückfall in alte Zeiten nahm Rangnick nach der Pause jedoch schnell alle Freude: Statt zügig nach vorn wurde behäbig in die Breite gespielt. Der Schweizer Meister witterte Morgenluft und riss die Gastgeber mit dem Freistoßtor des eingewechselten Mattias Emilio Delgado (82.) aus allen Träumen.

Damit blieb Rangnick in seinem vierten Spiel auf der Schalker Bank erstmals ohne Sieg. Zweifel an der Klasse seiner Mannschaft hegt er indes nicht. Schon beim zweiten Spiel der Gruppe A in zwei Wochen beim schottischen Club Heart of Midlothian, der 0:3 in Rotterdam unterlag, soll sich die Ausgangslage deutlich verbessern. «Eine Mannschaft, die beim FC Bayern gewinnen kann, ist auch in der Lage, in Schottland zu gewinnen», meinte der Trainer trotzig.

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22.10.2004 - 52 Ingewahrsamnahmen rund ums UEFA-Cup-Spiel - © Quelle sml - leider nicht genauer bekannt

Gelsenkirchen (ots) - Im Rahmen des UEFA-Cup-Spiels FC Schalke 04 - FC Basel nahm die Polizei insgesamt 52 Personen in Gewahrsam. Durch intensive Ermittlungen verhinderten die Beamten am Spieltag eine sogenannte "Drittortauseinandersetzung".

Zur Verhinderung dieser Auseinandersetzung, sie sollte offensichtlich auf den Kirmesplatz in Crange stattfinden, nahmen die Beamten allein in Gelsenkirchen 10 und in Herne 29 männl. Personen in Gewahrsam. Unter ihnen befanden sich auch zahlreiche Niederländer (13), die der westdeutschen Szene zugerechnet werden müssen, sowie Problemfans aus Gelsenkirchen, Bochum, Leverkusen, Köln und Kaiserslautern. Teilweise hatten sie Schlagschutz, Mundschutz und Schlaghandschuhe dabei und waren im Besitz von Eintrittskarten.

Die angekündigte "Baseler Szene" ist aus bisher noch unbekannten Gründen nicht aufgetaucht. Bei Durchsuchungsmaßnahmen wurden zahlreiche Pyrotechnik in Form von Spülmaschinentabs, versteckt in Taschentüchern, Geldbörsen sowie im Genitalbereich, sichergestellt. Im Stadion kam es lediglich Anfang der zweiten Halbzeit und beim Baseler Tor zum Abbrennen von insgesamt 6 pyrotechnischen Gegenstände.

Die Gegenstände wurden alle im Block der selbsternannten "Inferno-Szene" aus Basel abgebrannt. Als die Beamten zwei Tatverdächtige aus diesem Block festnahmen, stellten sich ihnen Mitglieder dieser "Szene" massiv entgegen. Teilweise schlugen sie mit Fahnenstangen auf die Beamten ein. Eine Polizeibeamtin wurde leicht verletzt.

Der Ordnungsdienst stellte insgesamt zahlreiche Pyrotechnik, 77 Messer und 2 Gassprühgeräte sicher. Der An- und Abreiseverkehr verlief auch an der Vinckestr. ohne nennenswerte Störungen.

K. Kordts

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20.10.2004 - Rangnick zuversichtlich vor Heimspiel gegen FC Basel - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Vor fünf Wochen herrschte beim FC Schalke 04 noch Katerstimmung. Die ist vor dem ersten Spiel in der Gruppenphase des UEFA-Cups gegen den FC Basel (Donnerstag, 20.30 Uhr, live in der ARD) längst einer optimistischen Grundeinstellung gewichen, weil die Schalker nach der Trennung von Trainer Jupp Heynckes zurück auf die Erfolgsspur fanden.

Die neue Leistungsstärke der "Königsblauen" soll am Donnerstag auch der FC Basel in der Arena zu spüren bekommen. Das einzige Luxusproblem aus der Sicht der Gastgeber heißt momentan Ailton. Der Brasilianer ist nach abgelaufener Sperre noch längst nicht in Bestform, wie sein Comeback beim 1:0-Erfolg in München nachdrücklich vor Augen führte. Weil die Stürmer Ebbe Sand und Gerald Asamoah im Moment einen "Lauf" haben und der zuletzt gesperrte Lincoln wieder spielen darf, scheint für Bundesliga-Torschützenkönig Ailton gegen den Schweizer Spitzenreiter kein Platz in der Startformation zu sein: "Toni hat selbst gesagt, dass er noch nicht die Form hat, die er braucht. Wir müssen ihn wieder dahin bringen, die Form zu bekommen, die er in Bremen hatte. Wir werden die Mannschaft aufs Feld schicken, die das Spiel gewinnen kann", lässt Rangnick noch offen, ob er erneut mit drei Spitzen beginnen wird.

Bisher ist es dem Schalker Trainer gelungen, seinen exzentrischen Star bei Laune zu halten. Wohl auch deshalb, weil er Ailton glaubhaft versicherte, dass er in seinen Planungen eine zentrale Rolle spielt. Gelingt dessen Eingliederung, könnten die wiedererstarkten Schalker künftig noch mehr von sich reden machen. Rangnick ist zuversichtlich: "Wir haben in München hochverdient gewonnen. Und das, obwohl Toni noch keine Topform hat. Was wird erst, wenn wir weiter so spielen und auch er wieder ganz der Alte ist?"

Heimsiege über Basel und am Sonntag in der Bundesliga gegen das Überraschungsteam aus Mainz sollen für weiteren Rückenwind sorgen. "Wir können gleich zwei, drei Schritte nach vorn machen", betont Rangnick, dessen Team in den bisherigen acht internationalen Auftritten des Jahres acht Mal gewann.

Trotz dieser Bilanz ist beim ersten Spiel in der Gruppe A mit den Gegnern FC Basel, Heart of Midlothian, Ferencvaros Budapest und Feyenoord Rotterdam Vorsicht geboten. Immerhin besiegte das Schweizer Team von Trainer Christian Gross in der Vorbereitung die Schalker mit 3:0. Das weiß natürlich auch Rangnick: "Wir haben eine sehr starke Gruppe erwischt. Da dürfen wir uns keinen Ausrutscher erlauben, sondern müssen erfolgreich starten."

Für Manager Rudi Assauer ist das 0:3 gegen Basel beim 43. Uhren-Cups "Schnee von gestern." Unmissverständlich gibt der Manager, der nach wie vor ein Verfechter des alten Europacup-Systems ist, die Marschroute vor: "Unser Ziel ist es, im UEFA-Cup zu überwintern. Den Kader dafür haben wir. Wir wollen auch 2005 in der Arena tolle Europapokal-Abende erleben."

In finanzieller Hinsicht ist die UEFA-Cup-Teilnahme für die Schalker trotz des neuen Modus mit den Gruppenspielen längst nicht so lukrativ wie die Champions-League-Teilnahme. Dort verdienten die "Königsblauen" trotz dürftiger sportlicher Bilanz aufgrund des frühen Ausscheidens rund 13 Millionen Euro. Für die Gruppenphase des UEFA-Cups plus des Pokalspiels in Frankfurt rechnet "Finanzminister" Josef Schnusenberg nur mit einem Gewinn von 4 bis 4,5 Millionen Euro. Das entspricht also lediglich einem Drittel der Champions-League-Einnahmen und zeigt, dass die "goldenen Zeiten" in finanzieller Hinsicht für die Schalker vorbei sind.

Frank Leszinski

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20.10.2004 - Ailton nur noch «Luxusproblem» auf Schalke - © www.yahoo.de

Gelsenkirchen (dpa) - Noch vor fünf Wochen gab es Sorgen zuhauf, in den vergangenen Tagen nur noch ein Luxusproblem. Wie positiv sich die Stimmung beim FC Schalke nach der Trennung von Jupp Heynckes entwickelt hat, beweist die Diskussion um Ailton.

Vor dem ersten Spiel der Gruppenphase im UEFA-Pokal vor heimischer Kulisse gegen den FC Basel wurde beim Revierclub nicht über Finanzen oder die zurückliegende Trainersuche, sondern über die drohende Verbannung des Bundesliga-Torschützenkönigs auf die Ersatzbank diskutiert. «Ailton hat ja selbst gesagt, dass er noch nicht wieder die Form hat, die er von sich erwartet und die wir brauchen», meinte Coach Ralf Rangnick vielsagend.

Nach dem mit einem 1:0-Erfolg beim FC Bayern veredelten sportlichen Auswärtstrend ist die von Schwierigkeiten begleitete Integration des Neueinkaufs in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Weil sowohl Gerald Asamoah als auch Ebbe Sand derzeit einen guten Lauf haben und der zuletzt gesperrte Regisseur Lincoln wieder zur Verfügung steht, scheint für Ailton gegen Basel kein Platz in der Startformation zu sein. Gut möglich, dass sich der Brasilianer nach seinem einwöchigen Heimaturlaub und dem Comeback beim Spiel in München erneut in Geduld üben muss.

Dennoch ist es Rangnick bisher gelungen, seinen exzentrischen Star bei Laune zu halten. Wohl auch deshalb, weil er Ailton glaubhaft versicherte, dass er in seinen Planungen eine zentrale Rolle spielt. Gelingt dessen Eingliederung, könnte der wiedererstarkte FC Schalke künftig noch mehr von sich reden machen. Der Fußball-Lehrer ist zuversichtlich: «Wir haben in München hochverdient gewonnen. Und das, obwohl Toni noch keine Topform hat. Was wird erst, wenn wir weiter so spielen und auch er wieder ganz der Alte ist.»

Heimsiege über Basel und dann gegen das Bundesliga-Überraschungsteam aus Mainz sollen für weiteren Rückenwind sorgen. «Wir können gleich zwei, drei Schritte nach vorn machen», sagte Rangnick, dessen Team in den bisherigen acht internationalen Auftritten des Jahres acht Mal gewann. Trotz dieser Bilanz ist beim ersten Spiel in der Gruppe A mit den Gegnern FC Basel, Heart of Midlothian, Ferencvaros Budapest und Feyenoord Rotterdam Vorsicht geboten. Immerhin besiegte das Schweizer Team von Trainer Christian Gross in der Vorbereitung den FC Schalke mit 3:0.

Für Rudi Assauer ist das Schnee von gestern. Unmissverständlich gab der Manager die Marschroute vor: «Unser Ziel ist es, im UEFA-Cup zu überwintern. Den Kader dafür haben wir.»

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17.10.2004 - Schalker bezwingen blassen FC Bayern 1:0 - © WESTLINE

München - Wenige Minuten vor dem Ende verließ Rudi Assauer seinen Platz auf der Tribüne und näherte sich langsamen Fußes der Schalker Bank. Mit dem Schlusspfiff ging der Manager noch zwei kleine Schritte weiter und nahm Ralf Rangnick ganz fest in den Arm. Eine innige Geste nach dem ohne Zweifel verdienten Schalker 1:0-Sieg im ausverkauften Münchner Olympiastadion. Ein Zeichen der Erleichterung, der Freude, vielleicht auch der Genugtuung, mit dem Trainerwechsel vom glücklosen Jupp Heynckes zum bisher siegenden Ralf Rangnick trotz aller Kritik alles richtig gemacht zu haben.

Es waren keine bravourösen 90 Minuten, die die Königsblauen da im Süden der Republik boten, aber es war zumindest eine prima Vorstellung. Ohne Furcht vor den Bayern hatte Rangnick mit Ailton, Asamoah und Sand drei Angreifer aufs Feld geschickt, die Hausherren mit Makaay gerade einmal einen. Und hatten zudem mit Deisler einen Mann in ihren Reihen, der völlig ungeordnet über den Platz rannte.

Fortschritte

Also kontrollierten die Schalker die Partie, wurden jedoch auch nur im Ausnahmefall gefährlich, weil der entscheidende Pass häufig zu früh oder zu spät gegeben wurde, "weil wir die Konter nicht konsequent zu Ende gespielt haben", wie Rangnick kritisierte. Mehr mochte er nicht zu rügen, zumal er schon deutliche Fortschritte in der Defensiv-Arbeit gesehen hatte, "und nach einer Stunde haben wir auch zielstrebiger nach vorn agiert". Weh dem, der Böses dabei denkt, dass gerade in dieser Phase Ailton ausgewechselt wurde, Schalke wieder auf ein 4-4-2 umstellte. Plötzlich hatten sie Chancen, plötzlich durfte Asamoah mit einem Kopfball nach einem Freistoß des ungemein laufstarken
Altintop das Siegtor erzielen.

Die Bayern waren schon vorher wenig angenehm aufgefallen und auch jetzt nahmen sie den Spielbetrieb nicht wirklich auf. Ballack, der erschreckend blass blieb, sprach denn auch von einem "Rückfall" in schlechtere Zeiten. Kahn zeigte sich erbost, dass da einige wohl "den Alltag Bundesliga vergessen". Und auch Magath wollte nicht ausschließen, dass manche in ihrer typischen Bayern-Arroganz bereits das Champions League-Spiel gegen Juventus Turin "im Hinterkopf" hatten.

So siegte der Wille über die Gleichgültigkeit, das Engagement über die Passivität. Kein Platz für große oder gar kesse Worte, eher ein zarter Ausblick in die nähere Zukunft. "Dieser dritte Sieg in Folge wird uns Rückenwind und Selbstvertrauen geben", meinte Rangnick.

Am Samstag, im Münchner Olympiastadion, ist er endgültig in Schalke angekommen. Und es scheint, als habe die Saison 2004/05 erst an diesem Wochenende wirklich für die Königsblauen begonnen.

Gerd Strohmann

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16.10.2004 - Asamoah schockt Bayern - Zweiter Schalke-Sieg für Rangnick - © dpa - Meldung vom 16.10.2004 17:31 Uhr

München - Gerald Asamoah hat dem FC Bayern München die erste Heimniederlage seit fünf Monaten zugefügt und mit seinem vierten Saisontor zugleich dem neuen Schalke-Trainer Ralf Rangnick im zweiten Bundesliga-Spiel den zweiten Sieg beschert.

Der überragende Fußball- Nationalspieler traf beim verdienten 1:0 (0:0)-Erfolg der Gelsenkirchener im mit 63 000 Zuschauern ausverkauften Münchner Olympiastadion in der 76. Minute per Kopf nach einem Freistoß. Für die Bayern, die drei Tage vor der Champions-League-Partie bei Juventus Turin eine mit Pfiffen quittierte Leistung boten, war es die erste Heimniederlage seit dem 1:3 gegen den deutschen Meister Werder Bremen am 8. Mai.

Ralf Rangnick zeigte in seinem zweiten Spiel als Schalke-Coach mit der Nominierung von drei Stürmern Mut zur Offensive, der am Ende auch belohnt wurde. Die größte Gefahr ging dabei stets von Asamoah aus. Der agile und ballsichere Nationalspieler war ein steter Unruheherd und sorgte auch mit einem wunderbaren Zuspiel für die größte Chance der ersten Spielhälfte. Doch der Brasilianer Ailton, der in seinem ersten Spiel nach Rot-Sperre wie ein Fremdkörper im Schalker Spiel wirkte und nach 67 Minuten ausgewechselt wurde, scheiterte mit einem Linksschuss am reaktionsschnellen Nationaltorhüter Oliver Kahn.

Bayern-Trainer Felix Magath konnte aus Verletzungsgründen als einzigen Stürmer Roy Makaay aufstellen. Doch das Angriffsspiel der Münchner gegen die aggressiv abwehrenden Schalker litt besonders darunter, dass der offensiven Mittelfeldreihe mit Sebastian Deisler, Michael Ballack und Bastian Schweinsteiger fast alles misslang. Auch von Torsten Frings und Owen Hargreaves kam nichts Brauchbares. Folge: Die Bayern hatten aus dem Spiel heraus nicht eine klare Torchance.

Mit Andreas Görlitz für den indisponierten Deisler wurde das Angriffsspiel des Rekordmeisters auch nach dem Seitenwechsel nicht besser. Auch aus ihren Standardsituationen machten die Münchner ohne den für die Champions League geschonten Zé Roberto zu wenig. Allein ein Freistoß von Makaay strich knapp am Tor vorbei (81.). Die Schalker zogen sich zwar nach der Pause mehr und mehr zurück, hatten aber durch Asamoah immer Konterchancen. Einen Schuss jagte er noch über das Tor (70.), aber dann traf er nach Freistoß von Hamit Altintop.

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14.10.2004 - Ailton einer von drei Schalke-Angreifern gegen die Bayern - © dpa - Meldung vom 14.10.2004 14:49 Uhr

Gelsenkirchen - Schalkes neuer Trainer Ralf Rangnick setzt in der Bundesligapartie beim FC Bayern München auf Offensive. «Wenn du in München punkten willst, musst du nicht nur gut sein, du darfst auch keine Angst haben», sagte Rangnick.

Der Fußball-Lehrer wird daher im Münchner Olympiastadion voraussichtlich die drei Stürmer Ebbe Sand, Ailton und Gerald Asamoah aufbieten. «Ich wäre schlecht beraten, einen von ihnen nicht aufzustellen», sagte der Coach.

Neuzugang Ailton steht nach seiner Rot-Sperre vor seinem Bundesliga-Comeback im Trikot des FC Schalke 04. Rangnick stellte dem Brasilianer nach dessen Heimaturlaub ein gutes Zeugnis aus. «Von der psychischen Seite ist er wesentlich besser drauf», berichtete der Cheftrainer, «der Urlaub hat ihm gut getan».

Der Stürmer war nach einem rund einwöchigen Aufenthalt in Brasilien ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Verzichten müssen die Schalker dagegen auf den gesperrten Mittelfeldregisseur Lincoln sowie Abwehrspieler Fabian Lamotte. Der 21-Jährige wird wegen eines Kapselrisses im rechten Sprunggelenk mindestens zwei Wochen fehlen.

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13.10.2004 - FC Bayern im Sturm erobern? - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Das Schalker Training war am Mittwoch schon zehn Minuten im Gange, als Lincoln im Laufschritt auch endlich eintraf. Seine Mitspieler quittierten die Verspätung des Brasilianers mit freundlichem Applaus. Der "Sünder" zeigte Einsicht und blieb hinterher noch länger auf dem Trainingsplatz, um das Versäumte nachzuholen.

Diese Unpünktlichkeit hätte für den Mittelfeldspieler für das nächste Bundesligaspiel beim FC Bayern München ohnehin keine Konsequenzen gehabt, denn dort ist Lincoln nach seiner "Ampelkarte" gesperrt. Außerdem wird Trainer Ralf Rangnick mindestens noch auf einer weiteren Position gegenüber dem Bochum-Spiel umbauen müssen, weil sich Fabian Lamotte einen Kapselriss im rechten Sprunggelenk zuzog.

Rangnick hatte es nach dem Training eilig, denn am Abend war er in Kopenhagen, wo er sich das WM-Qualifikationsspiel zwischen Dänemark und der Türkei ansah. Dabei gab es auch das interne Duell zwischen den Schalker Spielern Christian Poulsen (im Kader von Dänemark) und Hamit Altintop (im Kader der Türkei). Außerdem wurde Ebbe Sand offiziell aus der dänischen Nationalmannschaft verabschiedet. Sand: "Der Entschluss ist mir nicht so schwer gefallen, weil die Doppelbelastung Schalke und Nationalmannschaft mir auf Dauer zu viel wurde. Schließlich bin ich ja auch schon 32 Jahre alt."

Der Abschied des Mittelstürmers von der dänischen Nationalmannschaft fällt also ohne Wehmut aus. Seit Sand sich nur noch auf Schalke konzentriert, zeigt die Formkurve bei ihm ganz klar nach oben. Das gilt auch für Sturmpartner Gerald Asamoah, der sich seit Wochen in hervorragender Form präsentiert. Ist da überhaupt noch Platz für Stürmerstar Ailton, der nach seiner Sperre am Samstag in der Bundesliga zum ersten Mal wieder spielberechtigt ist? Für Ralf Rangnick ist das keine Frage: "Wenn Ailton sich fit fühlt, wird er spielen." Gerade an das Olympiastadion hat der "Kugelblitz" beste Erinnerungen. Denn dort wurde er am 8. Mai 2004 mit Werder Bremen Deutscher Meister und war selbst mit einem herrlichen Tor zum 3:0 erfolgreich.

In der Bundesliga hat der Brasilianer für die "Königsblauen" dagegen noch nicht getroffen. Diese magere Bilanz will der Stürmer natürlich in den nächsten Wochen erheblich verbessern. "Ich fühle mich wieder fit. Alles andere entscheidet der Trainer", mehr ließ sich Ailton gestern nicht entlocken.

Während Ailton fest in der Bundesliga etabliert ist, träumt Alexander Iakovenko noch von einer solchen Karriere. Der 17-jährige Ukrainer weilt für zehn Tage zum Probetraining in Gelsenkirchen. Der Mittelfeldspieler steht zurzeit noch beim ukrainischen Tabellensiebten Metallist Khrakiv unter Vertrag. "Alexander ist auf Empfehlung von Helmut Schulte zum Probetraining hier. Wir werden sehen, ob und für welche unserer Mannschaften er in Frage kommen könnte", erläuterte Ralf Rangnick.

Frank Leszinski

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13.10.2004 - 100 Tage bei Holstein: Mit Neubarth kamen Erfolg und Spaß - © nordClick/Kieler Nachrichten vom 13.10.2004 01:00

Manchmal sind es vermeintliche Kleinigkeiten, die Rückschlüsse auf das große Ganze erlauben. Wer verstehen will, warum es der Trainer Frank Neubarth geschafft hat, in seinen ersten 100 Tagen in Kiel die KSV Holstein zu einem Spitzenklub der Fußball-Regionalliga Nord zu formen, der muss bei dem Menschen Frank Neubarth auf Spurensuche gehen. Es ist einer jener herrlichen Tage im September.

Termin mit dem Trainer am Holsteinstadion. Bei der Begrüßung nimmt Neubarth seine Sonnenbrille ab und legt sie mit der Begründung beiseite, er empfände es als unhöflich, wenn ein Gesprächspartner nicht seine Augen sehen könne. Eine Geste, die tief blicken lässt, und sie widerspricht dem unter anderem bei Schalke 04 entstandenen Urteil, Neubarth sei ein typischer kühler Norddeutscher, der gerne Distanz wahre.

In Schalke, wo der gebürtige Hamburger am 26. März 2003 nach 268 Tagen als Cheftrainer beurlaubt worden ist, scheiterte er nicht wegen fachlicher Unzulänglichkeiten. Er musste gehen, weil er sich nicht verbiegen ließ. So gradlinig, wie er seine 193 Zentimeter staksig durch die Gegend bewegt, so ist er auch vom Naturell. In Schalke, überhaupt in der Bundesliga, erzählt er, habe man als Trainer fast mehr mit den Medien als mit den eigenen Spielern zu tun. Als Pausenclown will er der Unterhaltungsbranche aber nicht dienen. "Ich bin Fußballer mit Leib und Seele", sagt er, und als solcher missfällt ihm, dass der heutige Bundesliga-Profi sich zuerst als Ich-AG verstehe, dem der eigene Status wichtiger sei als das Wohl der Mannschaft.

In Kiel dagegen, wo Neubarth nach einer 15-monatigen Auszeit am 28. Juni seinen Zweijahresvertrag ohne Ausstiegsklausel antrat, arbeitet er seitdem mit einer Mannschaft zusammen, die diesen Namen verdiene. Außerdem habe er an der Förde, auch das ein Gegensatz zu Schalke, wo Spieler hinter seinem Rücken bei Manager Rudi Assauer auf offene Ohren getroffen seien, ein intaktes Umfeld vorgefunden. Das ist dem Teamarbeiter sehr wichtig.

Die Kieler Spieler schätzen den 97-fachen Torschützen in 317 Bundesliga-Einsätzen für Werder Bremen auch wegen dessen mehrfach ausgelebten Bereitschaft, Teil des Teams sein zu wollen. Als Neubarth nach Torben Tutas' 2:0 gegen Düsseldorf jubelnd auf den Platz stürmte, staunte sich Abwehrchef Sven Boy, "dass plötzlich mein Trainer über mir lag". Am vorletzten Sonntag, nach dem 4:1 bei seinem Heimatklub in Bremen, fuhr Neubarth mit dem Mannschaftsbus nach Kiel und anschließend gleich wieder zurück zu Frau Birgit und den Kindern Katharina und Alexander an die Weser ? eine außergewöhnliche Aktion. "Er denkt noch wie ein Spieler, das tut der Mannschaft gut", behauptet Kapitän André Breitenreiter, der seinen Trainer als "sachlichen Analysierer mit einer gewisse Lockerheit" kennen gelernt hat. Diese Lockerheit resultiert wiederum aus dem Spaß, den Neubarth während der Zusammenarbeit mit der "begeisternd mitziehenden Mannschaft" empfindet.

Co-Trainer Volker Manz schätzt seinen Chef als "akribischen Arbeiter" und bescheinigt ihm einen stets respektvollen Umgang mit seiner Umwelt. Dazu passt, dass Neubarth, der sich als gewissenhaft und zuverlässig einstuft, stets pünktlich zu Verabredungen erscheint. Zu seinen Prinzipien zählt der 42-Jährige außerdem, dreimal wöchentlich je eine Stunde zu joggen ("Was ich als Spieler weniger mochte"), um sich fit zu halten. "Als Trainer sollte man nicht mit so einer Plauze rumlaufen", sagt der gertenschlanke Nichtraucher und wölbt beide Arme über einem nicht vorhandenen Bauch. Ein Trainer sollte Vorbild sein. Logisch, dass er am Spielfeldrand ihre Nikotinsucht auslebende Kollegen "völlig unpassend" findet.

Auch nach dem für ihn "sehr ärgerlichen" 0:1 am Freitag in Braunschweig präsentiert Frank Neubarth sich in Pressekonferenzen absolut professionell und emotionsfrei. Diesbezüglich dient ihm Ottmar Hitzfeld als Vorbild, dessen Sachlichkeit, Verbundenheit und Fairness auch nach schwersten Niederlagen ihn beeindruckt. Gleichwohl ist der Holstein-Trainer kein nüchterner Typ. Zum Lachen muss er keinen Keller aufsuchen, humorvolle Sticheleien wie die, als Werder-Stürmer habe man ihn nie so schnell sprinten gesehen wie jüngst nach dem 2:0 gegen Düsseldorf, steckt der Mann, der es nicht bedauert, dem Profifußball ein Studium geopfert zu haben, mühelos weg.

Erfolg erleichtert vieles. Der "Lange" gibt sich locker. Sollte seine Elf häufiger verlieren, dürfte sein Verstand aber auch über seine Emotionen siegen. "Man sollte in der Erregung keine Dinge sagen, die einem später leid tun", betont Neubarth. So spricht einer, der sich und alles gerne im Griff hat.

Von Gerhard Müller

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12.10.2004 - Strikte Trennung soll Randale verhindern - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Wenn sich die Fans des FC Schalke 04 am 1. Dezember in Richtung Niederlande in Bewegung setzen, geschieht das nur unter stärkster Bewachung. An diesem Tag steht das UEFA-Cup-Gruppenspiel bei Feyenoord Rotterdam auf dem Terminplan, bei einem Zusammentreffen der Anhänger beider Clubs wird mit schlimmen Ausschreitungen gerechnet.

Und aus diesem Grund soll von vorneherein vermieden werden, dass sich die Fans näher kommen, als es irgendwie notwendig ist. So gibt es im Vorfeld keinen freien Kartenverkauf, um aus polizeilicher Sicht jederzeit darüber informiert zu sein, wer denn nun aus Gelsenkirchen mit einem der zwei Sonderzüge oder aus dem restlichen Deutschland mit Bussen anreist. Verkauft werden vom Schalker Fan-Club-Dachverband nur Berechtigungsscheine, die bei der Anreise im jeweiligen Verkehrsmittel in Eintrittskarten umgetauscht werden; mit genauer Überprüfung des Namens und der Passnummer.

"Die Busse, die nicht aus Gelsenkirchen anreisen, werden sich auf einem grenznahen Parkplatz verabreden, von wo es dann mit Begleitung holländischer Polizei Richtung Stadion in Rotterdam geht", beschreibt Martin Krahe, der von deutscher Seite die polizeilichen Maßnahmen koordiniert, das Vorgehen am Spieltag.

Für die Fans, die per Bahn aus Gelsenkirchen anreisen, gibt es im Vergleich zu den Anhängern von Borussia Dortmund, die eine solche "Erlebnisfahrt" nach Rotterdam schon vor einiger Zeit miterlebten, eine positive Neuerung. Mussten die BVB-Fans noch in einer Turnhalle stundenlang warten, um dann ins Rotterdamer Stadion "De Kuip" eskortiert zu werden, profitieren die "Königsblauen" nun vom Bau eines eigenen Bahnsteigs, der die auswärtigen Fans direkt am Gästeblock "in die Freiheit" entlässt.

So dürfte es, außer im Stadion, eigentlich zu keinen direkten Begegnungen der beiden Anhängergruppen kommen, zumal Martin Krahe die Zusammenarbeit mit der niederländischen Polizei als gut bezeichnet: "Das hat sich bei den verschiedensten Anlässen eingespielt." Schalke-Geschäftsführer Peter Peters ist am 26. Oktober zu Gast bei einer "Meckerstunde" zum Thema "Schalke-Reisen zu internationalen Spielen" in der Fan-Kneipe "Auf Schalke" (ab 18 Uhr).

Die Anhänger des FC Schalke 04 können das Spiel ihres Vereins am 25. November gegen Ferencvaros Budapest live am TV-Bildschirm verfolgen. Das ZDF überträgt die Begegnung ab 18.15 Uhr.

Dirk Greisler

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11.10.2004 - Der offene Brief an Marco van Hoogdalem hat interessante Reaktionen hervorgerufen - bei FTC.hu sind diese nachzulesen - © www.ftc.hu

Schalke Fans sind beeindruckt und bedanken sich für unsere Geste

Die Schalke Fans sind sehr dankbar für den Brief, den unser Mannschaftskapitän unserem Gegner schickte, nachdem er über die schwere Krankheit von Marco van Hoogdalem hörte.

Die Anhänger der Königsblauen haben sich in e-mails für diese Geste bedankt und werden vermutlich mit einem großen Beifall unsere Mannschaft am 25. November in der Arena empfangen.

Hier können sie einige von den vielen Briefen, die wir bekamen, lesen: "Hallo zusammen, ich lese gerade Euren Brief an Marco und den FC Schalke 04 ! Ich finde das eine tolle Aktion und möchte mich als Schalker daher ganz herzlich bei Euch bedanken !!! Ich freue mich schon auf die Begegnung gegen Budapest und bin sicher, dass ihr in der Arena mit einem riesem Beifall empfangen werdet. Viele Grüße aus Köln, Andreas"

"Liebes Team von Ferencvaros, soeben habe ich Euren Brief an die Schalker Mannschaft und insbesondere an Marco van Hoogdalen auf Eurer Vereinsseite gelesen und ich bin sehr beeindruckt von dieser sportlichen Geste. Wie schade, dass solche fairen und menschlichen Züge in unserer Zeit auch im Sport selten geworden sind. Umso mehr zeichnet es Euren Sportsgeist aus und das es über den sportlichen Erfolgen noch wichtigere Dinge im Leben gibt, wie Gesundheit und Freunde. Ich bin sicher, Ihr habt Euch mit Eurem Brief viele sportliche Freunde in unseren Schalker Reihen gemacht und ich freue als Fan und Mitglied von SCHALKE ganz besonders darauf, Eure Mannschaft und Eure Fans am 25. November (übrigens mein 40. Geburtstag! Für das Spiel fällt die Geburtstagsparty aus...) in der ARENA AUF SCHALKE zu sehen. Ich wünsche uns allen, die wir Fußball als Sport verstehen und die Menschlichkeit dabei nicht vergessen haben ein schönes Spiel, bei dem am Ende der Bessere gewinnt! Also GLÜCK AUF! herzliche Grüße F. Fiedler"

"Hallo, Ihr lieben Verantwortlichen vom Ferencvárosi Budapest! Das wahr eine sehr liebe nette Geste von Euch,mit den Brief an SCHALKE 04 und den schwer erkrankten Spieler Marco Van Hoogdalem! Wirklich liebe schöne und faire Aktion! Ich hoffe wir erleben auch so ein schönes,friedliches und faires Fußball Spiel zusammen!? Ich freue mich auch schon sehr auf die Fans von Ferencvárosi und auf das Spiel! Wer ich bin??????? "Nur" ein Fan von Schalke 04 der Danke dafür sagen wollte! Freundlicher Gruß Matthias"BONGO"

"Sehr geehrte Damen und herren ich möchte mich bei ihnen einfach nur für diese sportlich faire geste bedanken das ist mir las fussballer und schalkefan noch nie wiederfahren.ich hoffe beide clubs werden die nächste runde erreichen. Dankeschön A. Niebler"

"Hallo, hier meldet sich ein Schalke Fan. So etwas erlebt man in der heutigen Zeit echt selten. Darum vielen dank für eure Genesungswünsche an Marco. Wünsche euch viel Glück bei den Gruppenspielen. (Nur wenn´s gegen uns geht möchten wir die Punkte haben) Ihr könnt euch schon auf das Spiel in der Arena freuen. Es ist wahrscheinlich wie immer ausverkauft mit 53500 Fan´s. Mit freundlichen Grüßen P. Baumeister"

"Euer Brief für Marco: Toll, Ich bin beeindruckt! Merci! Danke! Thank you! Ich wünsche uns ein großes, faires Spiel!! Alles Gute Ein königsblauer Ungarn-Fan"

"Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit möchte ich mich für die netten Worte Ihres Spielers Péter Lipcsei an Marco van Hoogdalem bedanken. Ich hoffe auf tolles Spiel in unserer Arena und auf zahlreiche Fans von Ferencváros, auf dass wir gemeinsam ein Fest der Freundschaft feiern. Mit freundlichen Grüßen, T. Leukel"

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11.10.2004 - Schalker Ailton wieder im Training - © dpa - Meldung vom 11.10.2004 16:43 Uhr

Gelsenkirchen - Ailton ist nach einem rund einwöchigen Heimaturlaub in Brasilien ins Mannschaftstraining des FC Schalke zurückgekehrt. Der Stürmer, der zuletzt für vier Meisterschaftsspiele gesperrt war, ist in der Auswärtspartie bei Bayern München wieder spielberechtigt.

Ob der in dieser Saison noch erfolglose Torjäger zur Startelf gehört, ist ungewiss. Trainer Ralf Rangnick will die Trainingseindrücke in dieser Woche abwarten. In jeden Fall nicht dabei ist Fabian Lamotte. Der 21 Jahre alte Abehrspieler erlitt in der Partie der Schalker «U 23» beim SV Schermbeck einen Kapselriss im rechten Sprunggelenk und wird zumindest in den kommenden zwei Wochen ausfallen.

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08.10.2004 - Streng bewacht nach Rotterdam - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Viele Fans des FC Schalke 04 machen ihre Freizeitgestaltung davon abhängig, wann und wo die "Königsblauen" ihre Spiele bestreiten. Für diesen Personenkreis herrscht bis zum Ende des Jahres Planungssicherheit, denn die Deutsche Fußball-Liga hat die Termine für die letzten acht Bundesligaspiele des Jahres festgelegt. Außerdem stehen die Reisemöglichkeiten für die beiden UEFA-Cup-Auswärtsspiele bei Hearts of Midlothian (4. November) und bei Feyenoord Rotterdam fest (1. Dezember).

Für das Spiel bei den Hearts bietet das First Reisebüro Rüdiger Mengede einen Tagesflug vom Flughafen Köln nach Edinburgh an. Der Preis beträgt 249 Euro zuzüglich Eintrittskarte (35 Euro). Verbindliche Anmeldungen nehmen das Reisebüro Mengede (( 318300) sowie der Schalker Fan-Club Verband (E-Mail: info@sfcv.de oder Fax: ( 9588625) entgegen.

Zur Partie bei Feyenoord Rotterdam stehen dem FC Schalke 04 insgesamt 2 720 Eintrittskarten zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen ist ausschließlich eine organisierte Anreise möglich. Hierbei gibt es Optionen: Zum einen werden - je nach Bedarf - ein oder zwei Sonderzüge von Gelsenkirchen in die niederländische Hafenstadt eingesetzt. Der Preis für Hin- und Rückfahrt beträgt inklusive Eintrittskarte 65 Euro.

Kommt kein zweiter Sonderzug zustande, wird für die dafür angemeldeten Anhänger ein Buskonvoi organisiert. Diesem können sich - als Sonderzug - auch Fans anschließen, die aus größerer Entfernung zu Gelsenkirchen anreisen müssen. Die genauen Modalitäten sind beim Schalker Dachverband zu erfragen. Einen Einzelkartenverkauf wird es nicht geben, ausgegeben werden Berechtigungsscheine. Die Ausgabe der Tickets erfolgt während der Anreise.

In den restlichen acht Bundesligaspiele bis zum Jahresende müssen die "Königsblauen" viermal sonntags, dreimal samstags und einmal mittwochs antreten.

Zu den Sonntagspielen zählt auch das Revierderby bei Borussia Dortmund, das am 5. Dezember um 17.30 Uhr ausgetragen wird (siehe erste Hauptsportseite). Das letzte Bundesligaspiel des Jahres bestreiten die "Königsblauen" am 11. Dezember in der Arena gegen den SC Freiburg. Die Bundesliga-Rückrunde beginnt am 22. Januar 2005.

Gerd Strohmann

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08.10.2004 - Offener Brief der Mannschaft des Ferencváros Budapest - © www.ftc.hu

Levél a Schalke 04-nek [2004-10-06 15:06]
Játékosaink nevében Lipcsei Péter csapatkapitány az alábbi levelet küldte el a Schalke 04 részére:

Lieber FC Schalke 04!

Wir haben vor kurzem die tragische Nachricht über die unheilbare Krankheit von Marco van Hoogdalem erhalten. Wir waren alle sehr schockiert, aus unserem Kader Marek Penksa und Adem Kapic haben auch noch gegen ihn gespielt. Wir wünschen Marco und Euch viel Kraft in diesen Momenten und hoffen auf mögliche Genesung!

Wir wünschen Marco alles gute und falls wir in irgendeine Form helfen können, zögert nicht, meldet Euch!

Im Name der Mannschaft, Péter Lipcsei, Mannschaftskapitän


A levél magyar fordítása:

Kedves Schalke 04!

Röviddel ezelõtt döbbenten értesültünk a sokkoló hírrõl Marco van Hoogdalem tragikus betegségérõl. Csapatunkból Marek Penksa és Adem Kapic még játszottak is ellene. Marcónak és Nektek is sok erõt kívánunk ezekben a nehéz pillanatokban és bízunk az esetleg lehetséges gyógyulásban!

Marcónak minden jót kívánunk és, ha bármilyen formában segíthetünk, akkor kérjük ezt jelezzétek felénk!

Az egész csapat nevében: Lipcsei Péter, csapatkapitány

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08.10.2004 - Ansetzungen DFB-Pokal - Achtelfinale - © dpa - Meldung vom 08.10.2004 20:02 Uhr

09.11.2004:
Hannover 96-Borussia Dortmund 19.00 Uhr
Werder Bremen-Eintracht Trier 19.00 Uhr
Bayern München (A)-Eintr. Braunschweig 19.00 Uhr
Arminia Bielefeld-Karlsruher SC 19.00 Uhr

10.11.2004:
SC Paderborn-SC Freiburg 14.00 Uhr
LR Ahlen-Hansa Rostock 19.00 Uhr
Eintracht Frankfurt-FC Schalke 04 19.30 Uhr
Bayern München-VfB Stuttgart 20.30 Uhr

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08.10.2004 - "Jeder passt in jedes System" - © dpa

Gelsenkirchen - Er hatte mit zwei Siegen einen Einstand nach Maß und ist dennoch gar nicht richtig zum Luft holen gekommen: Ralf Rangnick ist seit elf Tagen neuer Cheftrainer beim FC Schalke 04.

dpa: Ralf Rangnick, wie lange mussten Sie überlegen, um sich für den FC Schalke 04 zu entscheiden?

Rangnick: Nach den ersten Gesprächen hatte ich gleich das Gefühl: Das passt. Und ich hatte darauf gehofft, dass es ein Verein wie Schalke auch so sieht, dass es passt. Es war für mich eine Grundsatzentscheidung, einmal einen Verein zu trainieren, der nicht gegen den Abstieg spielt. Und dazu gehört auch das Selbstbewusstsein, in dem Fall der Richtige zu sein.

Was hat Sie bisher am meisten beeindruckt, vielleicht auch überrascht?

Das gesamte Umfeld ist sehr professionell. Wirklich überrascht aber hat mich die Herzlichkeit, die ich spüre. Da ist sehr viel Menschlichkeit, die mir entgegenschlägt.

Sind Ihre Erwartungen denn auch sportlich bisher erfüllt worden?

Ich hatte natürlich ein Bild von der Mannschaft. Wichtig ist, hier hat jeder Spieler eine Perspektive. Und was besonders auffällt: Jeder passt in jedes System, es gibt keinen, der bei einer bestimmten Taktik außen vor ist. Außerdem ist die Elf körperlich in einer wirklich sehr guten Verfassung.

Aber da gibt es doch die "Experten", die sagen, Ralf Rangnick und Rudi Assauer, diese Verbindung könne nicht gutgehen...

Die Meinung habe ich natürlich auch schon gehört. Ich habe den Eindruck, wir sprechen im Fußball eine Sprache. Und es ist sehr angenehm, mit dem Manager und Sportdirektor Andreas Müller zwei Personen zu haben, die den Verein nach außen und innen präsentieren. Es ist gut, wenn es ein Pendant zum Trainer gibt, wenn Entscheidungen gemeinsam getragen werden.

Gilt das auch im Falle Ailton?

Wir waren einer Meinung, ihm diese Woche zu gewähren. Ganz im Sinne der Sache, Ailton da auch psychisch hinzukriegen, wo er in seinen Bremer Zeiten war. Und in der Bremer Verfassung spielt er in jeder Bundesliga-Elf. Ich kann mir vorstellen, mit drei Stürmern zu spielen.

Welche Saisonziele haben Sie sich denn noch gesteckt?

Wir möchten weiter auf den drei Hochzeiten tanzen, wollen natürlich im DFB- und UEFA-Pokal überwintern. Und wenn wir in der Liga bis Weihnachten diesen Platz halten, vor allem von den Punkten her den Abstand wahren, dann habe ich auch nichts dagegen.

Und wo sind die großen Ziele, die Visionen?

Natürlich wollen wir international vertreten sein. Gerade mit den Neuzugängen sind Erwartungen geweckt worden, auch Ansprüche. Die Verpflichtungen waren Signale. Vielleicht muss man dann auch mal sagen, wir müssen regelmäßig in der Champions League vertreten sein. Aber große Mannschaften brauchen zwei oder drei Jahre zum Zusammenwachsen.

Und bis dahin schreiben Sie noch so manchen Zettel mit der neuen Taktik und stecken ihn den Spielern zu?

Wir wollten die Veränderungen ja erst auf dem großen Video-Würfel anzeigen, aber dann haben wir es doch gelassen. Nein, im Ernst: In ein paar Wochen kennen wir uns so gut, dann reicht es, wenn ich kurze Anweisungen gebe.

Der Vater Ralf Rangnick musste sich wieder von seinen beiden Söhnen trennen. Wie traurig sind die Jungs?

Momentan überwiegen Freude und ein klein wenig auch Stolz, dass der Papa wieder Trainer ist und sie mit einem Verein mitfiebern können. Sie haben auch schon zwei Trikots geordert.

Gerd Strohmann

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07.10.2004 - Ailton: "Japan-Angebot ist schwere Lüge" - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) soll über die sportliche Zukunft von Marco van Hoogdalem beim FC Schalke 04 entscheiden. Darauf einigten sich der Niederländer, der an der unheilbaren Leberkrankheit PSC erkrankt ist, und sein Arbeitgeber in einem Gespräch, an dem am Donnerstag Manager Rudi Assauer, Teammanager Andreas Müller, Clubarzt Thorsten Rarreck sowie van Hoogdalem und dessen Berater Ger Lagendijk teilnahmen.

Zwei von renommierten Medizinern erstellte Gutachten werden der DFL mit der Bitte um Prüfung vorgelegt. Die DFL soll klären, ob die Sporttauglichkeit attestiert werden kann. Auch die Spielerlaubnis und der Lizenzvertrag, den der Verband den Statuten gemäß mit dem Spieler geschlossen hat, stehen auf dem Prüfstand. Van Hoogdalem hat seit dem 7. Mai 2003 kein Punktspiel mehr für die Königsblauen bestritten. Der dienstälteste Schalker Akteur besitzt noch einen Vertrag bis 2006, erhält wegen seiner Krankheit aber derzeit nur das Kranken-Tagegeld der Versicherung.

Ins Reich der Fabel hat derweil Stürmer Ailton Spekulationen über seinen Wechsel nach Japan verwiesen. Es sei "eine schwere Lüge", dass es für ihn Angebote aus der japanischen J-League gebe, sagte der Schalker Stürmer dem Deutschen SportFernsehen (DSF). "Wer das verbreitet hat, ist ein Lügner. Ich habe weder Kontakte zu einem japanischen Club, noch habe ich die Absicht, in Japan zu spielen", erklärte der Brasilianer, der beim FC Schalke einen Vertrag bis 2006 hat.

Nach seinem vom Verein gewährten Heimat-Sonderurlaub will Ailton am kommenden Montag in Gelsenkirchen wieder gemeinsam mit der Mannschaft trainieren, kündigte der Spieler an. Es habe private Probleme gegeben, er hätte zu Hause mit seiner Familie sprechen müssen, begründete Ailton seine Reise.

"Am Montagmorgen um 10 Uhr werde ich wieder mit der Mannschaft auf dem Platz stehen. Diejenigen, die denken, ich hätte finanzielle Probleme oder Stress als Geschäftsmann, sollen ruhig in diesem Glauben bleiben. Ich fühle mich wohl in Gelsenkirchen", betonte Ailton.

Frank Leszinski

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07.10.2004 - Schalke bitte DFL um Prüfung des Falls van Hoogdalem - © dpa - Meldung vom 07.10.2004 18:28 Uhr

Gelsenkirchen - Der Bundesligist FC Schalke 04 hat wegen der schweren Erkrankung von Fußball-Profi Marco van Hoogdalem die Deutsche Fußball Liga (DFL) eingeschaltet.

Manager Rudi Assauer, Teammanager Andreas Müller und Clubarzt Thorsten Rarreck berieten mit van Hoogdalem und dessen Berater Ger Lagendijk über die sportliche Zukunft des Schalker Abwehrspielers. Unklar ist, ob der an primär sklerosierender Cholangitis (PSC) erkrankte 32-Jährige am Spielbetrieb der Königsblauen teilnehmen kann.

Zwei von renommierten Medizinern erstellte Gutachten über die schwere Lebererkrankung van Hoogdalems werden mit dem Einverständnis des Niederländers der DFL vorgelegt. Die DFL soll prüfen, ob die Sporttauglichkeit attestiert werden kann. Auch die Spielerlaubnis und der Lizenzvertrag, den der Verband den Statuten gemäß mit dem Spieler geschlossen hat, stehen auf dem Prüfstand.

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07.10.2004 - Assauer-Interview: "Ich lasse jeden Tag etwas mehr los" - © dpa - WESTLINE

Gelsenkirchen - Die vergangenen Wochen waren nicht einfach für Rudi Assauer (60): Denn nach dem Bundesliga-Fehlstart und der Trennung von Trainer Jupp Heynckes wurde Schalkes Manager zur Zielscheibe heftiger Kritik, die ihm in seiner zweiten Amtszeit "auf Schalke" bis dahin in dieser Form noch nicht begegnet war. Rudi Assauer wirkte angeschlagen. Im Interview mit westline macht Assauer deutlich, dass er sein Ende in Schalke aber noch lange nicht gekommen sieht.

WESTLINE: Am Sonntag standen Sie beim 3:2-Sieg gegen Bochum plötzlich wieder an der Trainerbank - dabei wollten Sie da unten nicht mehr hin. War das ein Zeichen für Ihr Comeback?

Rudi Assauer: Nein, nein. Ich habe nach dem Platzverweis von Lincoln nur gemerkt, dass da unten eine unglaubliche Hektik reinkam. Da habe ich gedacht: ,Verdammte Hacke, da musst du jetzt hin und schlichten.' Schließlich war der Platzverweis so haarsträubend, dass die Nerven da unten blank liegen mussten.

Ihr Auftritt hätte auch als Signal gewertet können: 'Moment mal, ich bin auch noch da.'

Das war nicht meine Absicht. Wieso sollte ich ein solches Signal geben?

Sie lassen sich von Ihrem Aufsichtsrats-Vorsitzenden heftig kritisieren, ohne groß zu protestieren. Und Sie gönnen bei der Verpflichtung von Trainer Ralf Rangnick Teamdirektor Andreas Müller das Erst-Wahlrecht. Man musste glatt glauben, Sie seien entmachtet.

Diese Kommentare habe ich auch mit Interesse gelesen. Dass ich im Alter von jetzt 60 Jahren vielleicht ja auch etwas ruhiger und zurückhaltender geworden bin, trauen mir offenbar die wenigsten zu.

Wir sind uns also einig, dass der "junge" Rudi Assauer auf die Kritik von Clemens Tönnies ganz anders reagiert hätte?

Mag schon sein. Aber was hätte das jetzt gebracht? Wir hatten so viele Baustellen, da wollte ich nicht noch eine aufmachen. Und wir hatten kurz darauf ja auch ein Gespräch über die Geschichte. Clemens hat zugegeben, dass er etwas überreagiert hatte. Für mich war die Sache damit erledigt.

Schwer zu glauben - schließlich hat Tönnies Sie persönlich attackiert.

Dafür hat er sich entschuldigt. Abgehakt.

Der Vorwurf, Sie würden Schalke diktatorisch führen, steht nach wie vor im Raum. Ist er berechtigt?

Einen Verein wie Schalke kann man nicht diktatorisch führen. Und selbst wenn: Dann hätte ich einen guten Job gemacht. Diktatorisch war ich vielleicht von 1993 bis 1997. Aber da war hier auch nichts anderes, da hatten wir nichts. Mittlerweile haben wir doch ganz andere Strukturen aufgebaut.

Trotzdem ist der Eindruck entstanden, Sie könnten nicht loslassen, keine Verantwortung abgeben.

Mit jedem Tag, den ich hier bin, gebe ich mehr Verantwortung ab, lasse ich etwas mehr los. Das ist auch in meinem Interesse.

Unterstützen Sie die Idee von Clemens Tönnies, der den über 60-jährigen Schalker Vorstandsmitgliedern keine längerfristigen Verträge mehr geben will?

Für mich ist das keine Sache des Vertrages. Alt sein heißt ja nicht schwach sein. Mir ist völlig klar, dass unsere jüngeren Vorstandsmitglieder wie Andreas Müller und Peter Peters eine größere Planungssicherheit brauchen als die Leute, die schon eine "6" davor haben, wie unser Präsident Gerd Rehberg, unser Finanzfachmann Jupp Schnusenberg und ich.

Ihr Vertrag läuft bis Ende September 2005. Wie geht es danach weiter?

Man muss wirklich überlegen, ob man sich ein bisschen zurück nimmt. Wir werden mit dem Aufsichtsrat sicherlich darüber reden, in welcher Form die Zusammenarbeit weitergeht. Ich habe da ein paar Ideen, es ist aber noch zu früh, diese jetzt schon öffentlich zu äußern.

Andreas Müller als Fußball-Manager, Sie als Manager für das "Große und Ganze" - eine Möglichkeit?

Vielleicht, Andi Müller ist jedenfalls auf einem guten Weg. Seine Einstellung geschah damals ja genau aus dem Grund, dass er sich um diese sportlichen Dinge kümmern soll.

Weil alles, was rund um die Arena geschieht, doch sehr zeitaufwändig ist. Haben Sie das unterschätzt?

Ich merke in der Tat, dass das hier alles immer mehr wird. Und das ist die Frage, die ich mir stellen muss und stellen werde: Kann man noch zwölf bis 14 Stunden am Tag arbeiten? Macht das noch Spaß?

Und? Macht es noch Spaß?

Macht es. Aber ich überlege mir, ob das alles noch in dem Umfang wie bisher sein muss. Muss das sein, dass ich im Rahmen unserer 100-Jahr-Feier nach Lübeck und sonst wohin fahre?

Mittwochs bei einer Biathlon-Pressekonferenz im Trachtenanzug, donnerstags erst eine Fußball-, dann eine Handball-Pressekonferenz, freitags Gast bei einer Podiumsdiskussion in Recklinghausen. Thema: ,Laufen ohne zu schnaufen.' Wie wollen Sie bei solchen Terminplänen noch den Kontakt zur Mannschaft halten?

Dafür ist ja in erster Linie Andi Müller da. Was soll ich machen? Viele Leute bringen den FC Schalke 04 und die Dinge, die in der Arena passieren, mit Rudi Assauer in Verbindung, ob das nun berechtigt ist oder nicht. Und dann ist es halt auch erforderlich, dass ich da präsent bin.

Wäre für Sie Schalke ohne Rudi Assauer vorstellbar?

Das ginge auch. Für die Arena-Gesellschaften müsste man sich halt andere Gesellschafter oder Geschäftsführer suchen. Und in den anderen Bereichen müsste man die Aufgaben dann eben auch dementsprechend verteilen.

Umgekehrt gefragt - ginge es für Sie ohne Schalke?

Mein Leben würde auch weitergehen, wenn man mich hier abschießen sollte. Aber daran glaube ich nicht. Schalke ist mein letzter Verein, und ich werde, so hoffe ich, noch länger für den Club tätig sein, in welcher Form auch immer.

Für Olaf Thon wäre bei einer möglicherweise neuen Führungsstruktur kein Platz?

Nein. Er hat sich durch die Art und Weise, wie er das gefordert hat, nicht gerade dafür qualifiziert. Und er hat die Unwahrheit gesagt. Wir haben ihm nämlich in der Tat eine realistische Perspektive aufgezeigt. Aber Olaf wäre am liebsten von heute auf morgen Cheftrainer geworden. Da habe ich ihm gesagt: ,Olaf, so geht das nicht.'

Warum ist Thon aus Ihrer Sicht weniger geeignet als beispielsweise Andi Müller?

Weil Olaf generell nicht weiß, was er will. Will er auf den Rasen oder an den Schreibtisch?

Was würden Sie ihm raten?

Seinen Trainerschein zu machen, dann im Ausland zu hospitieren, dann vielleicht durch eine Co-Trainer-Stelle den Einstieg in den Trainer-Job schaffen. Olaf als Verwaltungs-Mensch? Ich habe da meine Zweifel.

Mit Olaf Thon verbindet Sie eine Menge - Sie waren Manager, als er als A-Jugendlicher in die Profi-Elf aufstieg. 1994 holten Sie ihn zurück aus München, 1997 gewann Schalke mit Thon und Assauer den UEFA-Cup. Ist es da nicht enttäuschend, dass man so auseinander geht?

Das wäre es dann, wenn es wirklich dabei bliebe. Aber noch ist die Tür offen. Doch Olaf muss wissen, was er will. Und er muss auch anerkennen, dass nicht nur Schalke ihm, sondern er Schalke auch eine Menge zu verdanken hat.

Statt Olaf Thon wurde nun Ralf Rangnick Cheftrainer - kaum zu glauben, dass er Ihr Wunschkandidat war.

Wir hatten eine Liste mit Namen, Andi Müller hatte den Namen Ralf Rangnick draufgesetzt. Da habe ich gesagt: ,Kommen lassen, reden lassen - und dann entscheiden.' Wir haben uns entschieden - für Rangnick. Er hat jetzt einen großen Club vor der Brust, kann hier sein Gesellenstück, vielleicht sogar sein Meisterstück machen. Und ich traue es ihm zu.

Aber ein Trainer-Typ wie Rangnick - Quereinsteiger und Spitzname "Professor" - wäre Ihnen früher doch eher suspekt gewesen?

Das täuscht. Ich habe mich vorher über Rangnick informiert und dabei erfahren, dass er sich in den letzten Jahren verändert hat - zum Positiven. Das hat mir sogar ein Spieler gesagt, den Rangnick früher mal ,rasiert' hatte. Wenn so einer dann noch was Gutes über den Ex-Trainer sagt - das ist selten. Dann muss da was dran sein.

Ihr beharrliches "Rolf" statt "Ralf" bei Rangnicks Präsentation war also ein Versprecher und keine Provokation?

Ein Versprecher. Wissen Sie, hier sind in der letzten Zeit so viele Leute gekommen und gegangen, da kann man schon mal durcheinander kommen. Ralf Rangnick wird's verkraften.

Norbert Neubaum

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07.10.2004 - Was wird aus Marco van Hoogdalem? - © WAZ

Wie soll es mit Marco van Hoogdalem weitergehen? Das soll heute beim FC Schalke 04 beraten werden.

Der Holländer, seit 1997 in Schalker Diensten, leidet an der schweren Leber-Erkrankung PSC (Primär sklerosierende Cholangitis), die ihm nach Meinung deutscher Ärzte eine Fortsetzung seiner Karriere nicht mehr ermöglicht. Marco van Hoogdalem würde aber gerne auf eigene Gefahr weiter Fußball spielen, seinen bis 2006 laufenden Vertrag erfüllen. Aber die "eigene Gefahr" des Marco van Hoogdalem dürfte den Königsblauen ein zu großes Risiko sein. Die Frage ist, wer haftet, wenn das Training die Gesundheit nachträglich beeinflusst? Und die Frage ist zudem, kann van Hoogdalem sportlich überhaupt noch einmal Anschluss finden?

Bei dieser Entscheidung geht es wohl auch ums Geld, denn das Kranken-Tagegeld scheint geringer als die normalen Profi-Bezüge. Wenn man so will, muss Marco van Hoogdalem schon länger mit diesem Handicap leben, denn eine schwere Hüftoperation im Sommer des vergangenen Jahres warf ihn lange zurück. Wenn man ehrlich ist, hat der zweifache Familienvater diese bis heute nicht so recht überwunden.

Ende der vergangenen Saison glaubte der Innenverteidiger, der sich den linken Schienbeinschoner immer zuerst anzog, wieder fit zu sein. Er ließ sich an Roda Kerkrade ausleihen, war aber dort kaum im Einsatz. In Schalke versuchte er zuletzt wieder am 23. September ein Trainings-Comeback. "Ich möchte eigentlich springen und jubeln, wie schön es ist, wieder auf dem Platz zu stehen", schrieb der Niederländer damals auf seiner Homepage. Jetzt steht Marco van Hoogdalem vor einer eher traurigen Situation.

Der aus Gronichen stammende Fußballer ist der mittlerweile der dienstälteste Schalker Profi. Huub Stevens holte ihn im Januar 1997 von Roda Kerkrade nach Schalke - zu spät für den Uefa-Pokal-Erfolg im gleichen Jahr, denn international war er noch nicht für die Blau-Weißen spielberechtigt. Dennoch absolvierte er aber 151 Bundesligaspiele und später dann auch noch 20 Uefa-Pokal-Einsätze.

Das sind die nackten Zahlen, die natürlich nicht aussagen, dass Marco van Hoogdalem wegen seiner netten Umgangsart und natürlich seiner kämpferischen Einstellung bei den Fans sehr beliebt war und ist. Seine größten sportlichen Erfolge waren die beiden Siege im DFB-Pokal 2001 und 2002 - Jahre in denen er ein ganz fester Bestandteil der Schalker Mannschaft war.

Wolfgang Kerkhoff

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06.10.2004 - Schalke 04 erwartet baldige Rückkehr von Ailton - © dpa - Meldung vom 06.10.2004 13:37 Uhr

Gelsenkirchen - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 erwartet die Rückkehr von Stürmer Ailton aus seiner brasilianischen Heimat am 10. Oktober. «Dies hat er uns in die Hand versprochen», erklärte Schalke- Sprecher Gerd Voß.

Einen Bericht der «Sport-Bild» über angebliche Wechselambitionen Ailtons in die japanische J-League wollte der Verein nicht kommentieren. Ailtons Berater Machado soll ein entsprechendes Angebot erhalten haben. «Machado liegt eine konkrete Anfrage aus Japan für mich vor. Von welchem Club, das kann ich noch nicht sagen. Aber er hat mir Zahlen genannt, die sich wirklich gut anhören», zitiert das Blatt Ailton. Sein Vertrag auf Schalke ist bis 2006 datiert.

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06.10.2004 - Schalke-Profi van Hoogdalem schwer erkrankt - © dpa - Meldung vom 06.10.2004 13:03 Uhr

Gelsenkirchen - Der niederländische Fußball-Profi Marco van Hoogdalem ist schwer erkrankt und muss um die Fortsetzung seiner Karriere beim Bundesligisten Schalke 04 bangen. Wie die «Sport-Bild» berichtete, leidet der 32-Jährige an PSC (Primär sklerosierende Cholangitis).

PSC ist eine seltene, unheilbare Leberkrankheit, die zu Vernarbungen und damit einer mangelhaften Durchblutung des Organs führen kann. Weil sich das Blut in der Milz stauen kann, könnte jeder Schlag lebensbedrohlich sein. «Ansonsten bestünde die Gefahr, innerlich zu verbluten», sagte der Verteidiger. Deshalb hat van Hoogdalem ein ärztliches Spielverbot erteilt bekommen.

Der FC Schalke 04 will nun mit van Hoogdalem, der 151 Bundesliga-Spiele für den Revierclub bestritt und noch einen Vertrag bis 2006 hat, die sportliche Zukunft besprechen. «Es wird an diesem Donnerstag ein Gespräch geben», erklärte Schalkes Pressesprecher Gerd Voß. Daran werden van Hoogdalem, sein Berater sowie 04-Manager Rudi Assauer und Sportdirektor Andreas Müller teilnehmen.

Festgestellt wurde die Erkrankung bei einem Laktat-Test im Juli, bei dem die Blutwerte schlecht ausfielen. Während deutsche Ärzte von einer Fortsetzung der Fußball-Karriere abraten, berichtet die «Sport- Bild», sei ein niederländischer Spezialist von der Erasmus-Klinik in Rotterdam anderer Ansicht. «Er glaubt, dass ich meine Karriere trotz PSC fortsetzen kann. Das Risiko sei nicht größer als im Straßenverkehr», sagte van Hoogdalem. Aus diesem Grund möchte er weitermachen. «Ich unterschreibe gern, dass ich auf eigenes Risiko spiele», so van Hoogdalem.

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06.10.2004 - Traurig auf Schalke - Ailton liebäugelt mit Wechsel nach Japan - © www.spiegel.de

Bundesliga-Torschützenkönig Ailton denkt nach seinem misslungenen Saisonstart im Dress von Schalke 04 über einen Wechsel in die J-League nach. Angeblich liegt dem Berater des Brasilianers ein Angebot aus Japan vor, im Gespräch ist ein Transfer im Winter.

Gelsenkirchen - "Jorge Machado liegt eine konkrete Anfrage aus Japan für mich vor. Von welchem Club, das kann ich noch nicht sagen. Aber er hat mir Zahlen genannt, die sich wirklich gut anhören", sagte Ailton der "Sport-Bild".

Der Stürmer war erst in der Sommerpause vom deutschen Meister Werder Bremen ablösefrei zu den "Königsblauen" gewechselt. In der Meisterschaft ist Ailton, der in der vergangenen Saison mit 28 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig wurde, noch ohne Tor. Zuletzt saß der 31-Jährige nach einer Tätlichkeit im Spiel gegen Hansa Rostock (0:2) eine Sperre von vier Spielen ab.

Nach seiner Rückkehr aus Südamerika - Ailton kuriert eine Muskelverletzung in seiner Heimat aus - soll es ein Gespräch mit der Schalker Vereinsführung geben. "Ich bin sechs Jahre in der Bundesliga. Das ist ganz schön lang. Japan erscheint reizvoll, da hat sich im Fußball in den vergangenen vier Jahren eine Menge bewegt. Viele Landsleute spielen dort", so Ailton weiter. Schon vor seinem Dienstantritt in Gelsenkirchen hatte er Zweifel geäußert, ob sein neuer Arbeitgeber der richtige für ihn sei.

Sollte es zu einem vorzeitigen Wechsel nach Fernost kommen, würde Schalker 04 eine Ablösesumme kassieren: Ailton besitzt noch einen Vertrag bis 2006 auf Schalke.

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06.10.2004 - Denkt Ailton an Abschied?! - © benniprass@t-online.de über sml

Hallo Liste, gerade im RTL-Text gelesen:

Schalke: Ailton denkt an Abschied

Ailton hat ein Angebot aus Japan und denkt daran, Schalke 04 zu verlassen. Das berichtet die 'Sport Bild'. "Ich bin 6 Jahre in der Bundesliga. Das ist ganz schön lang. Japan erscheint reizvoll", sagte der Brasilianer, der sich zurzeit in seiner Heimat aufhält. Schalke hatte dem Stürmer Sonderurlaub gewährt, sein Leibarzt behandelt die Oberschenkel-Verletzung. Ailton nutzt die Gelegenheit, um mit seinem Berater Jorge Machado über den japanischen Klub zu sprechen, der ihn verplichten will.

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06.10.2004 - Der Herr Senator lernt in der belgischen Fußballprovinz - Trainer, Manager, Macher und Politiker: Marc Wilmots übt bei seinem Heimatklub VV St.-Truiden für die große Bühne - © WESTLINE

SINT-TRUIDEN. Der Herr Senator übertreibt es nicht mit den Förmlichkeiten. "Willst 'n Bier?" fragt Marc Wilmots nach dem Händeschütteln. Und öffnet den Kühlschrank. Bar-Atmosphäre am Mittag. Die Sonne wirft nur ein paar schüchterne Streifchen ins dunkle Spieler-Casino im Tribünenschatten des VV St.-Truiden. Die neue, alte Welt des Marc Wilmots. Er war "Willi, das Kampfschwein", Volksheld auf Schalke. Er wurde Politiker, Senator im belgischen Parlament. Doch richtig zu Hause ist er hier: Trainer, das heißt Macher, Manager, Mädchen für alles bei einem belgischen Bauernklub.

Limburg, fruchtbare Provinz: Die Welt ist beschaulich, die Fußballwelt bescheiden. Wenn Wilmots seinen dicken BMW vor der Baracke des Erstligaklubs parkt, fällt Trainers Auto neben denen der Profis noch auf - anders als in Deutschland. Auch Trainers Zweitjob ist ungewöhnlich: Mittwochs und donnerstags sitzt Wilmots für die liberale Mouvement Reformateur im Senat in Brüssel. Einmal ist trainingsfrei, einmal übernimmt der Assistent. Doch auch an Donnerstagen kommt ein Wilmots nach St.-Truiden. Der Vater, Bauer mit 80 Hektar und hundert Kühen, steht um vier auf, um Rinder auf dem Markt feilzubieten. "Er tut das seit vierzig Jahren", sagt der Sohn, der sein Haus hundert Meter von Vaters Gehöft im Dorf Dongelberg hat. "Wenn er nicht mehr arbeitet, fällt er tot um."

Das muß in der Familie liegen. Am liebsten wäre Marc Wilmots wohl beides: Senator in Brüssel und Teamchef in Schalke, zwei Jobs, die ihn in seiner letzten Profisaison im Frühjahr 2003 ereilten. Doch es ging nicht: "Die schwerste Entscheidung meines Lebens", erzählt er im Halbdunkel. Beim Freund und Nachbarn, dem belgischen Außenminister Louis Michel, stand er im Wort mit der Kandidatur; bei der Familie auch. "Doch jetzt ist mein Minister weg", sagt er. Michel wechselt in die Europäische Kommission. Wilmots gab Schalke auf, folgte seinem Minister, nun ist der weg: "So ist das Leben", sagt Wilmots. Darauf einen Schluck. Man hätte doch besser das Bier genommen.

Wilmots mag es so nicht sagen, aber es klingt durch: Wer einmal den Fußball, seine Leidenschaft und Volksnähe erlebt hat, ist für die Politik wohl verdorben. Findet nicht genug Geduld, um Jahrzehnte auf Erfolge zu warten, abhängig von Stimmungen und Allianzen. "Ich will kein Berufspolitiker sein", sagt der politische Amateur. Dabei hat er schon manches bewegt: "Ich wollte für eine Sportpolitik in Belgien sorgen, für mehr Sport in der Schule. Die anderen Parteien haben reagiert und den Sport in ihre Programme aufgenommen." Belgiens Kinder, klagt er, haben in Sachen Mobilität die schlechtesten Tests in Europa. Daß neue Sensibilität für Unbeweglichkeit und Übergewicht von Kindern entstanden sei, ähnlich wie in Deutschland, sieht Wilmots als einen Erfolg seiner Arbeit.

Und doch: kein Ersatz für Fußball. Als am 15. April das Telefon ging, war die Sache unaufhaltsam. Es war Roland Duchatelet, der den VV St.-Truiden retten wollte. "Der Klub war tot", sagt Wilmots. Es ist der Klub, bei dem er mit 14 begann, mit 18 Profi wurde. St.-Truiden hat traditionell eine gute Jugendarbeit, ein kleines, treues Publikum. Doch wie anderen ländlichen Klubs in der "Jupiler League" fällt es schwer, modernen Anforderungen gerecht zu werden. Das Stadion hat drei marode Tribünen und eine moderne. "Und diese neue Tribüne", sagt Wilmots und zeigt auf die dunkle Barwand mit den Siegerfotos, hinter der der verhängnisvolle Neubau steht, "sie hat uns beinahe umgebracht."

Eine Million Euro Schulden, das klingt nach einem Witz in der BVB-Liga, aber nicht auf dem belgischen Land: St.-Truiden stand vor dem Ruin. Dann kam Duchatelet, Geschäftsmann, Politiker, wurde Präsident, beglich die Schulden. Rief Wilmots an. Und der "konnte nicht nein sagen". Aus alter Treue, aus sportlichem Ehrgeiz. Zwölf Feldspieler, das war der Stand Mitte April - zwölf neue hat Wilmots geholt, die meisten billig und jung. Diese Discount-Elf, durchschnittlich 23 Jahre alt, schlägt sich wacker. Dem SC Charleroi trotzte sie zuletzt ein 2:2 ab. Beide Torschützen rannten wie die ganze Elf nach den Treffern auf den Trainer zu. Wilmots ist als Trainer, was er als Spieler überall war: das Herz der Mannschaft.

"Wenn wir in der Liga bleiben", sagt er, "ist das der größte Erfolg meiner Karriere." Und die hatte ja einiges zu bieten: den Uefa-Cup und zwei Pokalsiege mit Schalke; den WM-Auftritt 2002, als Belgien im Achtelfinale die Brasilianer am Rande der Niederlage hatte, hätte nicht der Schiedsrichter das reguläre Führungstor durch Wilmots aberkannt; die Berufung in die Weltauswahl für die Fifa-Gala gegen Real Madrid im Dezember 2002. Ist da die Provinz nicht die falsche Bühne? "Es ist der richtige Anfang für meine Trainerkarriere", sagt Wilmots. "Hier habe ich die Zeit, meinen Beruf zu lernen. In Deutschland wäre das nicht gegangen." Die Bundesliga reizt ihn immer noch. "Aber erst muß ich hier meine Arbeit erledigen." Die gemütliche Heimat scheint zu klein für seine Energie. "Ich vermisse den Druck", sagt er. "Je mehr Druck, desto besser." Das kriegen auch seine Spieler zu spüren, wenn er im Training mitmacht: "Wenn ich merke, daß es zu wenig auf die Socken geht, dann komme ich rein." Marc Wilmots, ganz der alte? Nur ein kleines bißchen rundlicher. Das geht vielen so, die nach Belgien kommen oder zurückkommen: das leckere Bier, das gute Essen. Vier, fünf Kilo in eineinhalb Jahren, sagt er. Er klopft auf die Stelle, wo sich der Pullover ganz leicht vorwölbt. Und lacht laut los, daß man auch nicht anders kann. Jetzt vielleicht doch ein Bierchen, Herr Senator.

Christian Eichler

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05.10.2004 - "Heart", aber machbar - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Einmal so richtig kräftig durchatmen musste Ralf Rangnick schon. "Das ist eine der schwersten, wenn nicht sogar die schwerste Gruppe überhaupt", meinte der neue Schalker Chef-Trainer.

Gerade waren in Lyon die Gruppen im UEFA-Pokal ausgelost worden, und kein Königsblauer war nur eine Sekunde der Meinung, das Glück habe es gut mit ihnen gemeint. Am 21. Oktober empfangen die Schalker den FC Basel, reisen am 4. November zu Hearts of Midlothian, begrüßen am 25. November Ferencvaros Budapest und gastieren am 1. Dezember, einem Mittwoch, bei Feyenoord Rotterdam.

"Ferencvaros und Basel sind die aktuellen Tabellenführer, Feyenoord belegt in Holland Platz zwei und in Schottland kriegt man auch nichts geschenkt", meinte Rangnick und schöpfte neue Zuversicht aus der persönlichen Erfahrung. Bei seinen ersten UEFA-Pokal-Spielen mit dem VfB Stuttgart habe er es auch mit Feyenoord und den Hearts zu tun gehabt, "es waren harte Kämpfe, bis wir die Hürden genommen haben".

So soll es auch diesmal sein, und Rudi Assauer stand nicht gerade der Angstschweiß auf der Stirn. "Das ist sicher nicht leicht, aber machbar. Wir haben Chancen, unter die ersten Drei zu kommen und uns damit für die K.o.-Phase zu qualifizieren." Und macht noch eine weitere Rechnung auf: "Gegen Basel haben wir in der Vorbereitung 0:3 verloren, da haben wir noch einiges wieder gut zu machen."

Nicht nur der Manager, auch Ebbe Sand siedelt Feyenoord ganz weit oben an. "Rotterdam hat sicher einen großen Namen", meint der Däne, aber seinen bekannten Optimismus verliert der Torjäger deshalb nicht: "Bangemachen gilt gar nicht. Die anderen Vereine werden mindestens ebenso viel Respekt vor uns haben wie wir vor ihnen." Und die Anderen sind sicher davon überzeugt, dass der FC Schalke 04 die Gruppenphase im UEFA-Pokal wie auch immer am Ende meistert. - ges

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05.10.2004 - Starke Gegner für deutsche UEFA-Cup-Clubs - © dpa - Meldung vom 05.10.2004 15:06 Uhr

Nyon - Ein attraktives Heimprogramm für den VfB Stuttgart, namhafte Gegner für Schalke 04 und eine «Supersache» für Alemannia Aachen: Die Auslosung zur neu eingeführten Gruppenphase des UEFA-Pokals hat den deutschen Fußball-Clubs einige interessante Aufgaben beschert.

So empfängt der letztjährige Champions-League-Teilnehmer Stuttgart unter anderem den portugiesischen Pokalsieger Benfica Lissabon. Der UEFA-Cup-Gwinner von 1997, der FC Schalke 04, muss beim Titelträger von 2002, Feyenoord Rotterdam, auflaufen. Die Auslosung durch den früheren italienischen Nationalspieler Guiseppe Bergomi im schweizerischen Nyon erbrachte UEFA-Cup-Neuling Alemannia Aachen zum Auftakt ein Heimspiel gegen den OSC Lille, den aktuellen Tabellenzweiten der 1. Liga Frankreichs.

Vom 21. Oktober bis zum 16. Dezember finden die Spiele in den acht Fünfer-Gruppen statt. Jedes Team trifft nur einmal auf ein anderes, hat also zwei Heim- sowie zwei Auswärtspartien. Für den FC Schalke 04 gibt es in der Gruppe A Heimspiele gegen den FC Basel (21. Oktober) und Ferencvaros Budapest (25. November), beide Tabellenführer in ihren Ligen. Dazu stehen Auswärtspartien gegen Hearts of Midlothian (4. November) und Rotterdam (1. Dezember) an. «Das ist für mich eine der schwersten, wenn nicht die schwerste Gruppe», kommentierte Schalkes Trainer Ralf Rangnick die Auslosung. Stürmer Ebbe Sand meinte dagegen zufrieden: «Alle vier Gegner sind bekannte Vereine und gerade Feyenoord hat einen großen Namen. Wir haben sicher gute Möglichkeiten, in die Runde der letzten 32 einzuziehen.»

Als einzige gesetzte deutsche Mannschaft bekam der VfB Stuttgart in der Gruppe G neben dem von Giovanni Trapattoni trainierten Traditionsclub aus Lissabon (4. November) noch ein Heimspiel gegen den kroatischen Pokalsieger Dinamo Zagreb (15. Dezember) zugelost. «Die Heimspiele werden richtige Knaller-Fußball-Abende», versprach VfB-Präsident Erwin Staudt. Auswärts müssen die Schwaben zum Auftakt am 21. Oktober beim SK Beveren und beim SC Heerenveen (25. November) antreten. «Das sind schöne Lose. Ich denke, wir haben eine gute Chance, weiterzukommen», erklärte Stuttgarts Kapitän Zvonimir Soldo.

Während Schalke und Stuttgart Favoriten auf ein Weiterkommen sind, ist die Alemannia in ihrem Premieren-Jahr auf internationaler Bühne krasser Außenseiter. «Es war nicht anders zu erwarten, dass wir schwere Gegner bekommen. Von den Namen her gibt es sicher attraktivere Gegner, doch die wir bekommen haben, sind alle seit Jahren in Europa dabei», sagte Trainer Dieter Hecking. Dagegen jubelte Spieler Willi Landgraf schon jetzt: «Das ist eine Supersache. Was wollen wir mehr.» Die Schwarz-Gelben treten im «heimischen» RheinEnergieStadion in Köln gegen OSC Lille (21. Oktober) und Zenit St. Petersburg (1. Dezember) an sowie beim FC Sevilla (4. November) und dem griechischen Spitzenteam AEK Athen (16. Dezember) an.

Die jeweils ersten drei aus den insgesamt acht Gruppen kommen weiter. Die acht in der Gruppenphase der Champions League drittplatzierten Mannschaften komplettieren dann die Runde der letzten 32, die im Februar kommenden Jahres ausgespielt wird. Von da an wird in Hin- und Rückspiel wieder das K.o.- System angewandt. Das Finale findet am 18. Mai in Lissabon statt.

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05.10.2004 - Stimmen zur Auslosung - © sml - von volker.kunze@thewald.de

Trainer Ralf Rangnick: Das ist für mich eine der schwersten, wenn nicht die schwerste Gruppe. Ferencvaros und Basel sind aktuelle Tabellenführer, Feye-noord belegt in Holland Platz zwei. Und in Schottland kriegt man auch nichts geschenkt. Keine der fünf Mannschaften ist von vornherein aussichtslos im Rennen ums Weiterkommen. Kurios ist, dass wir es damals mit Stuttgart bei meinen er-sten UEFA-Cup-Spielen ebenfalls mit Feyenoord und den Hearts zu tun hatten. Das waren harte Kämpfe, bis wir die Hürden genommen hatten. Positiv ist, dass die Auswärtsspiele uns von der Reiseorganisation her keine Probleme bereiten werden.

Manager Rudi Assauer: Das ist nicht leicht, aber machbar. Wir haben durchaus Chancen, unter die ersten drei zu kommen und uns damit für die K.o.-Phase zu qualifizieren. Für mich ist Feyenoord der stärkste Gegner, aber auch die anderen sind nicht zu unterschätzen. Gegen Basel haben wir etwas gut zu machen, ge-gen die haben wir in der Vorbereitung 0:3 verloren.

Kapitän Frank Rost: Das ist eine sehr interessante Gruppe. Die Spielstärke der Mannschaften kann ich noch nicht so gut einschätzen, aber wir werden uns sicher gut über unsere Kontrahenten informieren. Man kann gegen jeden dieser Gegner gewinnen, aber man kann auch gegen jeden verlieren. Unser Ziel ist es, die ersten drei Plätze zu erreichen. Alles andere zählt ohnehin nicht.

Ebbe Sand: Das war keine schlechte Auslosung, alle vier Gegner sind bekannte Vereine und gerade Feyenoord hat einen großen Namen. Wir haben aber sicher gute Möglichkeiten, in die Runde der letzten 32 einzuziehen. Bangemachen gilt sowieso nicht. Die anderen Vereine werden mindestens ebenso viel Respekt vor uns haben wie wir vor denen.

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05.10.2004 - Spielplan der Gruppenphase = Gruppe A Schalke 04, FC Basel, Heart of Midlothian, Ferencvaros Budapest, Feyenoord Rotterdam - © sml - von thneumann@cityweb.de

1. Spieltag: 21. Oktober
Schalke 04 - FC Basel
Feyenoord Rotterdam - Heart of Midlothian
spielfrei: Ferencvaros Budapest
2. Spieltag, 4. November
Heart of Midlothian - Schalke 04
Ferencvaros Budapest - Feyenoord Rotterdam
spielfrei: FC Basel
3. Spieltag, 25. November
Schalke 04 - Ferencvaros Budapest
FC Basel - Heart of Midlothian
spielfrei: Feyenoord Rotterdam
4. Spieltag, 1. Dezember
Feyenoord Rotterdam - Schalke 04
Ferencvaros Budapest - FC Basel
spielfrei: Heart of Midlothian
5. Spieltag, 16. Dezember
FC Basel - Feyenoord Rotterdam
Heart of Midlothian - Ferencvaros Budapest
spielfrei: Schalke 04

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05.10.2004 - Noch viel Arbeit auf dem Zettel - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Die Spannung war einfach zu groß. Rudi Assauer hielt es nicht mehr auf seinem bequemen Tribünensitz in der Arena aus. Schalkes Manager brach sein Gelübde, sich während der Spiele dort unten nicht mehr aufhalten zu wollen, kehrte zurück an die Trainerbank, schimpfte und gestikulierte putzmunter wie in alten Zeiten.

Trotz einer 3:0-Pausenführung war es für die Fußballer des FC Schalke 04 am Sonntag Abend noch eng geworden - und nach dem ersten Durchatmen fand Trainer Ralf Rangnick sogar Gefallen daran, dass seine neue Mannschaft gegen den VfL Bochum "nur" mit 3:2 gewonnen hatte: "Jetzt weiß wenigstens jeder, woran wir arbeiten müssen." Am Defensivverhalten nämlich - das hätte dem Fußball-Lehrer beinahe die Heimpremiere verdorben.

Denn einer größtenteils furiosen ersten Spielhälfte und einer komfortablen 3:0-Führung folgten zweite 45 Minuten, die Assauer zurück an die Bank trieben und Rangnick zu einer ungewöhnlichen Maßnahme veranlassten: Auf einen Zettel malte er eine neue Taktik auf, drückte diesen Zettel Kobiashvili in die Hand, der den Inhalt der Aufzeichnungen an die Kollegen übermitteln sollte. Für Rangnick war diese Zettelwirtschaft die Konsequenz aus der Atmosphäre an seinem neuen Arbeitsplatz: "In der Arena ist es sehr laut. Bis ich da alle Spieler mündlich erreicht habe, ist das Spiel vorbei."

Als die Partie dann tatsächlich vorbei war, folgte dem ersten Schulterklopfen die gründliche Analyse. Schönreden wollte Rangnick den völlig unverständlichen Leistungseinbruch seiner Mannschaft nämlich nicht. Das Defensivverhalten provozierte bei ihm heftiges Kopfschütteln: "Das erste Bochumer Tor musste ich mir erst einmal im Fernsehen anschauen. Bis dahin habe ich es nämlich nicht möglich gehalten, dass der Torschütze gleichzeitig so frei im Strafraum und nicht im Abseits stehen konnte - aber es war tatsächlich so." Und Rangnick staunte, dass sich seine Defensivstrategen in dieser Szene "gegenseitig die Daumen gedrückt" hätten, anstatt zu attackieren. "Wir haben noch einen Sack voll Arbeit vor uns. Aber mit einem Sieg im Rücken fällt das natürlich leichter", so Rangnick.

Schon vor dem Spiel hatte Rangnick ein erstes Zeichen gesetzt: Ailton, Bundesliga-Torschützenkönig der Vorsaison, bekam nach Absprache mit Management und Trainer aus privaten Gründen einen einwöchigen Heimaturlaub in Brasilien gewährt. Am Sonntag soll Ailton wieder zurückkehren.

Doch weil Ailton sowieso noch gesperrt gewesen war (zum letzten Mal), stand am Sonntag Trainer Ralf Rangnick im Blickpunkt. Ein Journalist sicherte sich den Taktik-Zettel, den Rangnick Kobiashvili überreicht hatte. Und trug ihn bei sich wie eine Trophäe.

Norbert Neubaum

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04.10.2004 - Schalke 04 : VfL Bochum - © kicker

Analyse
Nach dem deutlichen 4:0 im UEFA-Cup bei Metalurgs Liepaja änderte Trainer Ralf Rangnick bei seinem Debüt in der Bundesliga für Schalke seine Mannschaft auf fünf Positionen: Krstajic und Lincoln, die beide auf Grund einer Grippe fehlten, kehrten ebenso in die Startelf zurück wie Oude Kamphuis, Pander und Asamoah, die in Lettland geschont wurden. Kläsener, Rodriguez, Varela, Vermant und Delura mussten auf der Bank Platz nehmen.

Peter Neururer verzichtete gegenüber dem 1:1 im UEFA-Cup gegen Standard Lüttich auf großartige Änderungen. Lediglich der angeschlagene Wosz wurde durch Trojan ersetzt.

Nach dem gelungenen Aufgalopp auf der Trainerbank der "Königsblauen" im UEFA-Cup beim 4:0 bei Metalurgs Liepaja sah Ralf Rangnick auch beim Revier-Derby gegen Bochum eine konzentrierte Anfangsphase seiner Mannschaft.
Bochum schien nach dem unglücklichen Aus im UEFA-Cup gegen Standard Lüttich noch im Schockzustand und überließ Schalke das Kommando. Die "Knappen" wussten daraus erstmals nach zehn Minuten Kapital zu schlagen. Kobiashvili setzte Krstajic auf der linken Außenbahn in Szene, dessen scharfe Hereingabe drückte Asamoah aus kurzer Distanz über die Linie. Bochum hatte sich von diesem Gegentreffer noch nicht richtig erholt, da stand es auch schon 2:0 für Schalke. Nur vier Minuten nach dem Führungstreffer kam Kobiashvili nach einem Pass in die Tiefe von Asamoah an den Ball, umspielte im Strafraum Bochums Kalla und schlenzte den Ball in den rechten Winkel. Schalke druckvoll und treffsicher, von Bochum war in dieser Phase nichts zu sehen. Zudem musste VfL-Trainer Peter Neururer ab der 18. Minute ohne Abwehrchef Knavs auskommen, der sich eine Muskelverletzung zugezogen hatte. Nach einer halben Stunde konnte sich die Neururer-Elf zwar etwas aus der Umklammerung der Schalker befreien, doch fast mit dem Pausenpfiff schlug die Heimelf erneut zu: Nach einem beherzten Solo über den halben Platz bediente Asamoah Lincoln, der den Ball von der Strafraumlinie in den linken Winkel zirkelte.

Mit dem 3:0 im Rücken startete Schalke im zweiten Durchgang ballsicher und hatte durch einen Schlenzer von Lincoln nach 48 Minuten die Chance zu erhöhen - van Duijnhoven war aber auf dem Posten. Fast im Gegenzug kam Bochum zurück ins Spiel. Nach einem gekonnten Zuspiel von Zdebel stand der eingewechselte Misimovic am rechten Strafraumeck sträflich frei und jagte das Leder zum 1:3 ins linke Eck. Bochum in der Defensive auch weiter anfällig, in der Offensive aber mit mehr Zug zum Tor. So hatte Bechmann nach einer knappen Stunde nach einem Konter den Ausgleich auf dem Fuß, doch nachdem er S04-Keeper Rost umspielt hatte, konnte Oude Kamphuis den Schuss aus spitzen Winkel noch ins Eckball-Aus befördern. Die Zuschauer sahen einen offenen Schlagabtausch, der spätestens in der 65. Minute auch an Spannung zunahm. Da gelang nämlich Kalla nach einer Hereingabe von Misimovic das 2:3. Nun offenbarte die Schalker-Defensive Schwächen, der VfL drückte auf den Ausgleich. Den hatte in der 69. Minute Lokvenc auf dem Fuß, doch einen Schuss des VfL-Angreifers konnte S04-Torwart Rost mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten lenken. Auch in der 74. Minute konnte sich Rost auszeichnen, als er einen Kopfball von Bechmann mit den Fingerspitzen über die Querlatte lenkte. Die letzten zehn Minuten musste Schalke dann in Unterzahl bestreiten, da Lincoln Gelb-Rot sah. Der Brasilianer war nach Ansicht von Schiedsrichter Stark bei seiner anvisierten Auswechslung zu langsam vom Feld gegangen und erhielt die zweite Verwarnung. Die Partie nun hitzig, nicht unfair, aber sehr zerfahren. Die spannende Schlussphase überstand Schalke auch mit zehn Spielern.

In einer unterhaltsamen und spannenden Partie gewann Schalke auf Grund der besseren ersten Hälfte nicht ganz unverdient gegen Bochum. Der frühe Doppelschlag verlieh dem druckvollen Spiel der "Königsblauen" die nötige Sicherheit. Schalke legte nach, kam aber nach der Pause durch den Anschlusstreffer aus dem Konzept und musste am Ende um den "Dreier" zittern. Ralf Rangnick startet mit einem Sieg sein Debüt in der Bundesliga als S04-Trainer und verlässt mit seinem Team die hinteren Tabellenregionen.

Tore: 1:0 Asamoah (10., Rechtsschuss, Vorarbeit Krstajic), 2:0 Kobiashvili, (13., Linksschuss, Asamoah), 3:0 Lincoln (44., Linksschuss, Asamoah), 3:1, Misimovic (49., Rechtsschuss, Zdebel), 3:2 Kalla (65., Rechtsschuss, Bechmann)

Chancenverhältnis: 7:6

Eckenverhältnis: 4:8

Schiedsrichter: Stark (Ergolding), Note 4 - bis zum Platzverweis ordentlich, aber überzogen hart bei der zweiten Verwarnung für den Brasilianer, als dieser beim geplanten Wechsel zu langsam vom Platz ging. Dadurch brachte er unnötig Hektik ins Spiel.

Spieler des Spiels: Asamoah, Gerald
Kraftvoll, durchsetzungsstark, mit viel Spielwitz und Übersicht - der Nationalspieler war der überragende Mann.

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04.10.2004 - Schalker Vermant spielt nicht mehr für Belgien - © dpa - Meldung vom 04.10.2004 14:30 Uhr

Gelsenkirchen - Sven Vermant vom FC Schalke 04 hat aus Verärgerung und Enttäuschung über die Nicht-Nominierung seinen Rücktritt aus der belgischen Fußball-Nationalmannschaft erklärt.

Nachdem Trainer Aime Anthuenis den 31 Jahre alten Mittelfeldspieler nicht in das endgültige Aufgebot für das WM-Qualifikationsspiel in Spanien berufen hatte, war Vermant enttäuscht. Zuletzt hatte der 18- malige Nationalspieler stets in der Anfangself der «Roten Teufel» gestanden. «Nachdem ich zwei Jahre lang gar nicht berücksichtigt wurde, sagte Anthuenis, dass es ein Fehler gewesen sei, mich so lange nicht zu berufen - und nun das», sagte Vermant.

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04.10.2004 - Asamoah-Gala beim 3:2 gegen Bochum - © dpa - Meldung vom 04.10.2004 13:07 Uhr

Gelsenkirchen - Gerald Asamoah lachte über das ganze Gesicht, die Augen leuchteten. Glücklich nahm der gebürtige Ghanaer die Gratulationen zum 26. Geburtstag und seinem Galaauftritt im Revierderby gegen den VfL Bochum entgegen und hätte am liebsten die ganze Welt umarmt.

«Ich könnte jeden Tag Geburtstag haben, dann spiele ich immer gut», sagte der Nationalstürmer des FC Schalke 04 nach dem 3:2 (3:0)-Zittersieg, mit dem er und seine Mistreiter dem neuen Coach Ralf Rangnick eine erfolgreiche Heimpremiere auf Schalke bescherten.

Seine Topform begründete Asamoah damit, dass er unter Ex-Trainer Jupp Heynckes kräftig «abspecken» musste und in vorderster Front wegen Ailtons Fehlen derzeit «volles Vertrauen» genießt. Mit Blick auf die Partie bei Bayern München in zwei Wochen scherzte Asamoah: «Ist Toni nicht dann noch im Urlaub?» Ähnlich gut drauf war Rangnick, der zum Einstand fast ein rauschendes Fest vor 61 524 Fans erlebt hätte. Doch nach der klaren 3:0-Führung durch Asamoah (10.), Levan Kobiaschwili (13.) und Lincoln (44.) sah der Schwabe das zweite Gesicht seiner Elf. Rangnicks Gefühle fuhren Achterbahn, als die wie verwandelt aus der Kabine gekommenen Bochumer zum Angriff bliesen. «Man hat gesehen, welch großes Potenzial wir nach vorn haben. Aber es ist auch bemerkenswert, wie wir in der zweiten Hälfte den Zugriff auf das Spiel verloren haben», bilanzierte Rangnick.

Nach den Treffern von Zvjezdan «Zwetschge» Misimovic (50.) und Raymond Kalla (65.) schien Schalke das Spiel aus den Händen zu gleiten. Den Ausgleich verhinderte in der zunehmend turbulenten Schlussphase Torwart Frank Rost, der einen Kopfball von Tommy Bechmann artistisch über die Latte lenkte. So ging es trotz der gelb-roten Karte für Lincoln, der sich bei der geplanten Auswechslung nach Ansicht von Referee Wolfgang Stark (Landshut) zu viel Zeit ließ, nochmal gut. Dennoch hat Rangnick die Gewissheit, im Ruhrpott noch viel «Maloche» vor sich zu haben. «Wir werden besonders am Defensiv- Verhalten und im taktischen Bereich arbeiten.»

Auch Bochum will die zweiwöchige Pause nutzen, um die Abwehr besser abzustimmen. «Die zurückliegenden Wochen werde ich sicher nicht vergessen», sagte Peter Neururer in Anspielung auf die Pokalpleite in Freiburg, das unglückliche UEFA-Pokal-Aus gegen Lüttich und die Derby-Niederlage, die eigentlich schon nach 15 Minuten besiegelt war. «Wir haben Schalke die Tore geschenkt. Da spielen wir hinten 3 gegen 1 und jeder wünscht dem anderen viel Glück», monierte Neururer, der die Beinahe-Wende der Systemumstellung auf 4-4-2 zuschrieb. Am Ende überwog bei ihm aber die Freude darüber, dass sein Team den Psycho-Knacks gegen Lüttich mit Moral und Einsatz erfolgreich bekämpfte.

Der bestens gelaunte Rangnick schlug dem Kollegen wegen der gleichen Trainingsziele vor, die Übungseinheiten in dieser Woche zusammenzulegen, zumal beide Kader wegen der Länderspiele arg ausgedünnt sind. «Ich habe auch nur neun Spieler. Da können wir ja einfach ab und zu gemeinsam trainieren.»

Dem VfL ist die Pause höchst willkommen. Bis zum Heimspiel gegen Rostock am 18. Oktober sind die verletzten Dariusz Wosz und Peter Madsen wieder fit, die Enttäuschung der letzten Tage dürfte aus den Köpfen sein. Torwart Rein van Duijnhoven verspricht, dass sich die Elf danach in altem Glanz präsentiert: «Für uns fängt die Meisterschaft gegen Hansa an. Wir wollen noch viele Punkte holen.»

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03.10.2004 - Asamoah wirbelte – und Lincoln war zu langsam - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Ralf Rangnick atmete tief durch, freute sich natürlich über den Schalker 3:2-Sieg gegen den VfL Bochum, blickte gleichzeitig aber auch nach vorn: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns, besonders im taktischen Bereich. Aber das wusste ich ja vorher – denn sonst säße ich ja wahrscheinlich nicht hier.“

Klar. Wäre mit Schalke alles in Ordnung, wäre ja überhaupt keine Notwendigkeit für einen Trainerwechsel dagewesen. Nun soll „Professor“ Rangnick die „Königsblauen“ lehren, wie man ein Spiel auch souverän über die Bühne bringen kann. Kein leichtes Unterfangen, wie Rangnick am Sonntag feststellen musste. Denn nach einer komfortablen 2:0-Führung „hatten wir keinen Zugriff mehr aufs Spiel, das schöne 3:0 durch Lincoln hat das vielleicht sogar noch ein bisschen kaschiert“, wie Rangnick völlig richtig analysierte. Schalke verlor jedenfalls zusehends die Kontrolle, kassierte noch Gegentore durch Misimovic und Kalla, musste am lange zittern, um dann doch über den zweiten Liga-Heimsieg in Folge jubeln zu können.

Neben Rangnick, der seine Arena-Premiere mit Schalke feierte, hatte der Abend aus Sicht der Gastgeber drei Hauptdarsteller:

– Gerald Asamoah: Wurde vor dem Spiel für seine 150. Bundesliga-Partie geehrt, die er in der Woche davor im Spiel bei Hannover 96 absolviert hatte, und bekam natürlich Glückwünsche zu seinem gestrigen 26. Geburtstag. Das schönste Geschenk machte er sich selbst: In der ersten Hälfte wirbelte er die Bochumer Abwehr so durcheinander, dass den VfL-Verteidigern schwindelig wurde. Die Vorbereitung Asamoahs zum 3:0 durch Lincoln verdient nur ein Wort „Weltklasse“. Nach dem Seitenwechsel tauchte Asamoah zwar etwas unter, blieb aber Schalkes gefährlichster Angreifer.

– Levan Kobiashvili: Angesichts der Schwärmereien über Asamoah kam die prächtige Vorstellung des Georgieers beinahe etwas zu kurz. Dabei war Kobiashvili einer der Schalker Mittelfeld-Motoren, der nie aussetzte. Schaltete Preuß aus, erzielte ein herrliches Tor, übernahm auch in Phasen, in denen es nicht lief (und davon gab es genug) die Initiative. Eine bärenstarke Leistung.

– Lincoln: Machte ein sehr vernünftiges Spiel, erzielte das 3:0, sollte dann zehn Minuten vor Schluss ausgewechselt werden. Sollte. Denn weil Lincoln sich nach Meinung von Schiedsrichter Stark etwas zu langsam Richtung Außenlinie bewegte (was Co-Trainer Eddy Achterberg durch hektisches Winken noch verhindern wollte), zeigte Stark dem vorher verwarnten Lincoln die Gelb-Rote Karte. Eine wohl regelkonforme, aber sehr harte Entscheidung.

Ralf Rangnick hat seinen ersten Abend mit Schalke in der Arena jedenfalls genossen: Er sprach von einem „Gänsehaut-Erlebnis.“ Doch auf die Spannung am Schluss hätte er gerne verzichtet. Aber er ist ja jetzt da, um das zu ändern.

Norbert Neubaum

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03.10.2004 - 3:2 gegen VfL: Erfolgreiche Heimpremiere für Rangnick - © dpa über WESTLINE

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat seinem neuen Trainer Ralf Rangnick eine erfolgreiche Heim-Premiere bereitet. Im ersten Spiel unter dem Heynckes-Nachfolger in der Arena AufSchalke setzten sich die "Knappen" am Sonntag am Ende zu zehnt 3:2 (3:0) gegen den VfL Bochum durch und machten in der Tabelle einen Riesensatz von Rang 16 auf 7. Vor 61524 Zuschauern erzielten Gerald Asamoah (10.), Lewan Kobiaschwili (13.) und Lincoln (44.) die Tore für die eine Halbzeit wie aus einem Guss auftrumpfenden Schalker, die trotz der Gelb-Roten Karte für Lincoln (79./Unsportlichkeit) in der Arena ihren ersten Sieg über den Nachbarn feierten. Der auf Platz 12 abgerutschte VfL, für den Zvjezdan Misimovic (50.) und Raymond Kalla (65.) trafen, muss die zweiwöchige Spielpause nun vor allem zur Regeneration nutzen.

Die Gastgeber, die kurzfristig ihren an einer Erkältung leidenden Abwehrchef Marcelo Bordon ersetzen mussten, legten los wie die Feuerwehr. Nach Niels Oude Kamphuis' erstem Warnschuss (3.) war es sieben Minuten später Asamoah, der eine präzise Linksflanke von Mladen Krstajic zur Führung verwertete. Es war das dritte Saisontor für den Nationalspieler, der auch am 2:0 beteiligt war. Im Zweikampf luchste er dem zu lässig agierenden Alexander Knavs das Leder ab, das Kobiaschwili dann mit einem scharfen Schuss ins Netz beförderte.

Der VfL, der ohne Regisseur Dariusz Wosz (Hüftprellung) auskommen und früh auch Manndecker Knavs (Muskelfaserriss) ersetzen musste, wirkte drei Tage nach dem bitteren UEFA-Pokal-K.o. gegen Standard Lüttich vor der Pause ausgelaugt und psychisch angeknackst. Christoph Preuß (20.) und Vratislav Lokvenc (34.) boten sich zwar gute Chancen, doch allein die Schalker waren effektiv. Lincoln schaffte nach erneut toller Vorarbeit des starken Asamoah noch vor der Wechsel das 3:0.

Nach Wiederanpfiff brachte Peter Neururer "Joker" Misimovic, der für frischen Wind und das 1:3 sorgte. Auch das zweite Tor bereitete der Bosnier gegen die nachlässigen Schalker vor, die im Gefühl des sicheren Sieges mit Unkonzentriertheiten zum Aufschwung des Gegners beitrugen. Bechmann (58.) und Lokvenc (69.) hatten den Ausgleich auf dem Fuß. Doch die Schalker, deren schon verwarnter Regisseur Lincoln wegen Zeitspiels die Ampelkarte sah, zitterten sich zum Erfolg.

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01.10.2004 - Kein Platz mehr für Thon auf Schalke - © www.spiegel.de

Wegen mangelnder Perspektiven plant Olaf Thon spätestens zum Saisonende seinen Abschied vom FC Schalke 04. Nach der Entlassung von Trainer Jupp Heynckes hatte sich der ehemalige Nationalspieler als möglicher Nachfolger ins Spiel gebracht und war dabei von Manager Rudi Assauer zurückgepfiffen worden. Nun gab es eine Aussprache.

Gelsenkirchen - "Ich gehe davon aus, dass am 30. Juni spätestens Schluss ist - vielleicht auch schon früher", erklärte Thon dem DSF nach einer Unterredung mit Manager Rudi Assauer über seine Zukunft bei den Königsblauen. In dem Gespräch hatte Assauer dem zurzeit als Repräsentant des Clubs tätigen Thon dargelegt, dass für das Schalker Urgestein bei dem früheren Uefa-Pokal-Sieger bis auf weiteres kein neues Tätigkeitsfeld vorhanden ist.

Thon, der für Schalke 295 Bundesligaspiel bestritt und dabei 52 Tore erzielte, hatte sich nach der Entlassung von Trainer Jupp Heynckes vor rund zwei Wochen als Nachfolger ins Gespräch gebracht. "Ich will Schalke auf jeden Fall helfen, egal wie. Ich bin schon mehrfach übergangen worden, jetzt will ich endlich eine verantwortliche Position, egal ob als Trainer oder Manager", forderte Thon.

"Wir hatten ein gutes Gespräch und haben über die Situation gesprochen", so Assauer, der Thon eine Vertragsverlängerung über 2005 hinaus als Repräsentant in Aussicht stellte. Mittelfristig jedoch werde für Thon auch an anderer Stelle "etwas zu machen sein".

Dem Schalker Idol scheint das zu wenig. "Ich bin Realist. Manchmal muss man auch gehen und Erfolge woanders sammeln. Und dann kann man auch mal gestärkt zurückkommen, und das ist sicherlich auch mein Ziel", sagte Thon. Dennoch möchte der Weltmeister von 1990, der voraussichtlich Mitte Dezember seine Trainer-Ausbildung beendet, dem Club verbunden bleiben: "Vielleicht lasse ich mich sogar für den Aufsichtsrat aufstellen und wählen."




Presse- und Internetspiegel September 2004

30.09.2004 - Schalke erreicht nach 4:0 UEFA-Cup-Gruppenphase - © dpa - Meldung vom 30.09.2004 18:36 Uhr

Liepajas - Zur Premiere von Trainer Ralf Rangnick ist der FC Schalke 04 im Schongang in die Gruppenphase des reformierten UEFA- Pokal-Wettbewerbs eingezogen.

Nach dem 5:1 vor zwei Wochen in Gelsenkirchen gewann ein vom neuen Coach völlig neu formiertes Schalker Team auch das Rückspiel beim lettischen Vizemeister Metalurgs Liepajas ungefährdet mit 4:0 (1:0). Die Treffer erzielte vor nur etwa 2000 Zuschauern im direkt an der Ostsee liegenden Daugava-Stadion der bereits im Hinspiel drei Mal erfolgreiche Ebbe Sand (44.) und Mike Hanke (63./74./90.).

Obwohl Rangnick tags zuvor noch versichert hatte, «keine Totalrotation» durchführen zu wollen, schickte der 46-Jährige eine auf sechs Positionen veränderte Mannschaft auf den vom Regen aufgeweichten Rasen. «Es war für mich wichtig, vor allem die Jungs 'mal zu sehen, die ich bis jetzt noch nicht so gut kannte», begründete Rangnick seine Entscheidung. Mit dem Richtung weisenden Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Bochum vor der Brust, erschien wohl außerdem die Gelegenheit, dem durch UI-Cup, Bundesliga und DFB-Pokal strapazierten Stammpersonal eine Verschnaufpause zu gönnen, einfach zu verlockend.

Spannung wollte ob des erdrückend deutlichen Hinspielergebnisses zu keinem Zeitpunkt aufkommen, so dass die Partie über weite Strecken den Charakter eines Vorbereitungsspiels hatte. «Es ist erfreulich, dass wir zu Null gespielt haben, aber insgesamt muss man das Ergebnis wohl standesgemäß nennen», lautete auch die Einschätzung des neuen Schalker Trainers, der den Nachmittag dennoch genoss: «Es war ein gutes Gefühl, selber wieder dabei zu sein.»

Seine Mannschaft kontrollierte das Geschehen, ohne sich gegen den international eher drittklassigen Gegner übermäßig verausgaben zu müssen. Nach ersten Torgmöglichkeiten durch Michael Delura (22.) und Dario Rodriguez (24.) war es Routinier Sand, der auf Zuspiel seines dänischen Landsmannes Christian Poulsen kurz vor der Pause den ersten Treffer erzielte. Liepajas' ansonsten guter Schlussmann Viktor Spole war gegen den noch abgefälschten Schuss machtlos.

Während die im Vergleich zur 0:1-Pleite in Hannover am vergangenen Wochenende komplett neu gestaltete Vierer-Abwehrkette mit Fabian Lamotte, Tomasz Waldoch, Thomas Kläsener und Dario Rodriguez beinahe beschäftigunglos blieb, boten die «Knappen» nach dem Wechsel in der Offensive noch einige sehnswerte Szenen.

Nachdem der für Kobiaschwili eingewechselte Hamit Altintop noch am Pfosten gescheitert war (63.), ließ der nach der Pause für Sand gekommene Youngster Hanke die rund 200 mitgereisten Schalker Fans mit einem Hattrick noch drei Mal jubeln.

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30.09.2004 - "Ich finde es schlimm, dass die Verantwortung immer auf Rudi Assauer fokussiert wird." - © Westf. Anzeiger

Der Vorstand des FC Schalke 04 geriet nach der Entlassung von Jupp Heynckes vielerorts in die Kritik. Meist bekam dies Manager Rudi Assauer zu spüren, allseits als starker Mann auf Schalke bekannt. Doch die wichtigen Entscheidungen fällt Assauer zusammen mit Geschäftsführer Peter Peters, Sportmanager Andi Müller und Schalkes Finanz-Chef Josef Schnusenberg.

Mit dem 63-jährigen Schnusenberg unterhielt sich WA-Redakteur Jens Greinke in Liepaja über die derzeitige Situation auf Schalke:

WA: Wie zufrieden sind sie mit der Lösung Ralf Rangnick?

Schnusenberg: Zunächst einmal wäre es mir lieber gewesen, mit Jupp Heynckes weiter zu arbeiten. In meiner Karriere war der Tag seiner Entlassung der schwärzeste, den ich je erlebt habe. Auch, weil ich ein gutes Verhältnis zu ihm aufgebaut habe. Aber die Zusammenarbeit war leider nicht mehr möglich. Mit der Lösung, Ralf Rangnick zu engagieren, bin ich inzwischen sehr zufrieden.

Inzwischen?

Inzwischen ist vielleicht das falsche Wort. Aber ausser den bekannten Schablonen, in die Ralf Rangnick gepresst wird, konnte ich mir unter seiner Person nicht viel vorstellen. Doch das hat sich innerhalb der beiden Gesprächs-Marathons, die wir vom Vorstand mit ihm geführt haben, grunlegend geändert. Wir haben insgesamt acht Stunden zusammengehockt. Und dabei schnell festgestellt, dass er einen grossen Fussball-Sachverstand hat, sehr intelligent ist und auch sehr diskussionsfähig und kommunikativ.

Stimmt das Image des Fussball-Professors?

Totaler Quatsch, ihn als Professor zu bezeichnen, nur weil er eine Brille trägt. Aber schlechter Ruf dauert eben 100 Jahre.

Es hat mit Frank Neubarth nicht funktioniert, mit Marc Wilmots und Jupp Heynckes auch nicht. Wie sehr steht Rudi Assauer nun selbst unter Druck?

Erst einmal finde ich es schlimm, dass sich diese Verantwortung immer nur auf Rudi Assauer fokussiert. Wir haben alle Entscheidungen im Vorstand gemeinsam und einstimmig getroffen. Wenn Fehler gemacht wurden, wurden diese von allen Entscheidungsträgern im Verein gemacht. Dieser Verantwortung muss sich auch der Aufsichtsrat stellen, der ja immer zugestimmt hat.

Also fanden Sie die Kritik des Aufsichsrats-Vorsitzenden Clemens Tönnies an Rudi Assauer nicht so passend?

Doch. Ich fand die Geschichte sogar ganz gut, weil sie zeigte, dass der Aufsichtsrat seine Aufgabe auch ernst nimmt. Es hat danach eine Auseinandersetzung gegeben, die aber den heilenden Charakter eines reinigenden Gewitters hatte.

Was passiert, wenn es nun auch mit Ralf Rangnick nicht hinhaut?

Es gibt auch beim Schief gehen Nuancen. Auf keinen Fall werden wir bei der kleinsten Krise den Trainer in Frage stellen. Es werden diese Situationen kommen, in denen wir vom Vorstand dann den Druck herausnehmen müssen. So, wie wir es schon damals bei Huub Stevens getan haben. Wir wollen mit Ralf Rangnick ebenfalls langfristig zusammenarbeiten.

Was trauen Sie Ralf Rangnick zu?

Viel. Er spricht Probleme an, ist kommunikativ. Wie hoch seine fussballerische Kompetenz ist, wird sich auf dem grünen Rasen zeigen. Wir haben mit ihm übrigens einen sehr leistungsbezogenen Vertrag abgeschlossen. Er bekommt sein Grundgehalt, hinzu kommen Gratifikationen je nach Tabellenstand und Titeln.

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30.09.2004 - Rangnicks "Studienreise" - S04 verzichtet auf Rotation - © WESTLINE

Liepaja - Als Ralf Rangnick am Mittwochnachmittag das erste Training mit seiner Mannschaft leitete, hielt sich der neue Chef-Trainer des FC Schalke noch dezent im Hintergrund. Im "Stadion Daugava", das den Charme einer etwas herunter gekommen deutschen Vororts-Bezirkssportanlage ausstrahlt und wo die Knappen am Donnerstag (16 Uhr) zum UEFA-Cup-Rückspiel gegen den FHK Liepaja Metalurgs antreten, hatten seine Kurzzeitvorgänger Eddy Achterberg und Oliver Reck noch das Sagen. "Die gesamte Reise ist für mich eine gute Gelegenheit, alles kennen zu lernen", gab der 46-jährige Fußballlehrer zu, dass für ihn die beiden Tage als Studienreise dienen.

Abends versammelte Rangnick, der das ihm anhaftende Image eines Professors gerne alsbald korrigieren möchte, das komplette königsblaue Team an der Bar im "Hotel Amrita", um den Plan für den Einzug in die Gruppenphase des UEFA-Cups zu erörtern. "Ich habe das 5:1 im Hinspiel live im TV gesehen und gehe nun fest davon aus, dass wir weiter kommen", weiß Rangnick, dass seine erste Pflichtübung in Diensten der Gelsenkirchener eine dankbare Aufgabe darstellt.

Denn gegen die international drittklassigen Letten, die gleichwohl die heimische Virsliga nach 23 Spieltagen anführen, dürfte Rangnick auch mit der Schalker "B-Elf" ohne Mühe den nächsten Schritt aufs internationale Parkett wagen. An eine Totalrotation, um eventuell Kräfte für das ungleich wichtigere Revierderby in der Bundesliga gegen den VfL Bochum am Sonntag zu schonen, denkt der Schwabe aber nicht. "Ich werde nicht ohne Not fünf, sechs frische Spieler rein werfen", winkt Rangnick ab.

Zu ersetzen sind lediglich die beiden Brasilianer Ailton (Oberschenkelzerrung) und Lincoln sowie Abwehrspieler Mladen Krstajic (beide Grippe). Die zuletzt angeschlagenen Marcelo Bordon (Knieprobleme), Hamit Altintop (Faserriss in der Rückenmuskulatur) und Mike Hanke (Oberschenkelzerrung) stehen wieder zur Verfügung.

Schalke: Rost - Oude Kamphuis, Waldoch, Bordon, Pander, - Varela, Altintop, Poulsen, Kobiashvili - Asamoah, Sand

Heiko Buschmann

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30.09.2004 - Schalke-Coach Rangnick vor Debüt in Lettland - © dpa - Meldung vom 29.09.2004 13:21 Uhr

Gelsenkirchen - Ohne die drei Neuzugänge Ailton, Mladen Krstajic und Lincoln, aber mit einem Trainer-Debütanten voller Tatendrang und Zuversicht hat der FC Schalke 04 die Reise nach Lettland angetreten.

Erst am Vortag hatte der 46 Jahre alte Ralf Rangnick mit «Schmetterlingen im Bauch» seinen Dienst beim Revierclub aufgenommen. 24 Stunden später saß er schon im Flieger Richtung Baltikum und beriet sich eingehend mit den Co-Trainern Eddy Achterberg und Oliver Reck über die bestmögliche Formation für das UEFA-Cup-Rückspiel bei Liepajas Metalurgs. «Es ging alles unheimlich schnell. Aber die Reise ist eine gute Gelegenheit, alles kennen zu lernen: Spieler, Trainer, Vorstand und medizinischen Stab», sagte Rangnick, der nun auch sportlich einen Blitzstart hinlegen will.

Einen «sanfteren Einstieg» hätte sich Rangnick für seine Mission «auf Schalke» kaum wünschen können. Denn das auch aus finanzieller Sicht enorm wichtige Erreichen der Gruppenphase dürfte angesichts des 5:1-Polsters nur Formsache sein. «Ich gehe davon aus, dass wir weiter kommen», sagte der Schwabe, der im Stadion Daugava beim Tabellenführer der lettischen Liga «keine Totalrotation» plant: «Ich werde nicht ohne Not sechs neue Spieler rein werfen.»

Dennoch muss Rangnick bei seiner Premiere als Schalker Coach verletzungs- und krankheitsbedingt einige Profis ersetzen. Der in der Bundesliga noch gesperrte Brasilianer Ailton könnte zwar theoretisch im Europacup mitwirken, fällt aber wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel ebenso aus wie die grippekranken Krstajic und Lincoln. Dafür werden voraussichtlich Tomasz Waldoch und der wieder genesene Hamit Altintop in die Elf rücken.

Die taktische Marschroute und die endgültige Aufstellung werde er erst am Spieltag festlegen, erklärte Rangnick. Nicht nur die Eindrücke aus dem Abschlusstraining werden eine Rolle spielen, sondern auch die Ratschläge der Assistenten. «Eddy und Olli haben hier gute Arbeit geleistet und kennen alles. Es war mein ausdrücklicher Wunsch, mit ihnen weiter zu arbeiten», betonte Rangnick, dem die eigentliche Feuertaufe erst am Wochenende bevorsteht. Dann empfangen die «Königsblauen» die «Blau-Weißen» vom Revierrivalen VfL Bochum vor mehr als 60 000 Fans in der Arena AufSchalke.

Auch formal beendet ist indes die Ära Jupp Heynckes. Der vor zwei Wochen entlassene Cheftrainer einigte sich mit dem Club auf die Auflösung seines bis zum 30. Juni 2005 datierten Vertrages. «Er hat sich uns gegenüber großzügig verhalten», sagte Schalkes Finanzchef Josef Schnusenberg.

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29.09.2004 - Sturmerprobt landet Rangnick auf Schalke - Die Fernanalyse der Mannschaft überzeugt Assauer vom neuen Trainer - © FAZ

Gelsenkirchen - Am Montag mittag geht plötzlich alles ganz schnell, im Stuttgarter Haus des Fußball-Lehrers Ralf Rangnick setzt geschäftiges Treiben ein. Koffer packen, diesmal nicht nur Handgepäck, und auf nach Schalke. Rangnick ist in Stuttgart gelandet, nachdem er am Sonntag ein Sondierungsgespräch mit dem Vorstand des FC Schalke 04 geführt hat. Die Westfalen, allen voran ihr in der Trainerwahl zuletzt nicht erfolgreicher Impresario Rudi Assauer, sind von den kommunikativen wie analytischen Fähigkeiten des Trainers derart begeistert, daß sie es kaum erwarten können, ihn wiederzusehen und als Nachfolger von Jupp Heynckes vorzustellen, der vor zwei Wochen entlassen worden ist. Rangnick habe die Mannschaft im Pokal gegen Kaiserslautern - inkognito auf der Gegentribüne - und in der Bundesliga gegen Mönchengladbach - am Fernseher - "genau unter die Lupe genommen", sagt Assauer. Das Ergebnis habe ihn verblüfft. "Ralf hat die Mannschaft seziert wie mit einem Skalpell. Er hat jeden einzelnen Spieler eingeschätzt, da war hundertprozentige Übereinstimmung, und es hat klick gemacht", sagt der Manager. Und Teammanager Andreas Müller fügt auf gut westfälisch hinzu: "Wir waren platt."

Rangnick war gerade aus dem Flugzeug gestiegen und hatte sein Mobiltelefon wieder eingeschaltet, da meldete sich Müller mit der ersten Dienstanweisung. "Ralf, du gehst jetzt nach Hause, packst deine Tasche und fliegst wieder zurück." Der Vorstand habe beschlossen, ihn sofort unter Vertrag zu nehmen. Rangnick zeigte sich erfreut, aber auch überrascht über den zügigen Entscheidungsprozeß seines neuen Arbeitgebers. So vergewisserte sich der Auserwählte, ob sein schwäbischer Landsmann Müller ihn nicht etwa mit westfälischem Humor konfrontieren wollte, gewissermaßen als Teil eines Einstellungstests. "Meinst du das jetzt ernst?" Müller bejahte und mahnte zur Eile. Rangnicks Ehefrau packte die Koffer, und schon ging es zurück ins Ruhrgebiet. Am Abend regelten die Parteien die Details einer Zusammenarbeit, die fürs erste bis 30. Juni 2006 vertraglich fixiert ist. Rangnick sagte, er sei stolz, in Schalke zu sein. Nach zweieinhalb Jahren Hannover, die im März mit einer vorzeitigen Trennung endeten, sei es sein Ziel gewesen, "für einen Verein zu arbeiten, der mehr erreichen kann, als zwei, drei Jahre gegen den Abstieg zu spielen". Deshalb habe er der Frankfurter Eintracht und anderen Interessenten abgesagt.

Vorbehalten, als intellektuell geprägter Schwabe passe er nicht ins Ruhrgebiet, begegnet Rangnick mit rhetorischem Geschick. "Ich habe zwar keine Vorfahren direkt aus dem Ruhrgebiet, aber ich komme aus einer Arbeiterfamilie. Meine Eltern stammen aus Breslau und Königsberg", sagt er. Sie hätten sich alles "hart erarbeiten müssen wie die Menschen hier". Und er selbst könne nicht auf 350 Bundesligaspiele verweisen. Ohne solch eine Reputation sei es "schwer gewesen, so weit nach oben zu kommen".

An diesem Donnerstag beim Uefa-Pokalrückspiel gegen Liepajas Metalurgs wird Rangnick zum ersten Mal als Cheftrainer auf der Bank des FC Schalke sitzen - neben Eddy Achterberg, der zwei Wochen lang als Übergangstrainer gearbeitet hatte und nun wieder seinen angestammten Platz als Assistent einnimmt. Achterberg war einen Tag vor dem Hinspiel gegen den lettischen Klub zum Cheftrainer auf Zeit befördert worden. Unter seiner Regie hatte die Mannschaft gegen Liepajas ein 5:1 vorgelegt, anschließend in der Bundesliga Mönchengladbach geschlagen und im Pokal beim 1. FC Kaiserslautern gewonnen. Dennoch wollte der Vorstand dem Niederländer, einem klassischen Assistenten, der als loyal und vereinstreu gilt, die Führungsposition nicht auf Dauer anvertrauen. "Das war von Anfang an klar", behauptete Assauer. "Und Eddy wußte das." Rangnick sagt, es stehe für ihn "außer Frage, weiter mit Eddy zusammenzuarbeiten". Ob ein weiterer Co-Trainer dazukommen werde, sei noch offen. Rangnick scheint aber zu beabsichtigen, Mirko Slomka zu verpflichten, mit dem er in Hannover zusammengearbeitet hatte.

Zwanzig Feldspieler, dazu zwei Torhüter - so einen Kader, in dem jede Position doppelt besetzt ist, habe er noch nie gehabt, sagt Rangnick, der einst beim Bundesliga-Aufsteiger SSV Ulm die sogenannte ballorientierte Raumdeckung ins Bewußtsein rief - nicht nur beim Fachpublikum. In Schalke hat er sich vorgenommen, "daß jeder einzelne Spieler besser wird". Die Voraussetzungen dafür seien günstig. Im Aufgebot sei "nicht ein einziger Spieler, der keine Perspektive besitzt".

Am Dienstag mittag, gut 48 Stunden vor der Partie in Lettland, saß Rangnick im Logenraum "Libuda" und erläuterte, was er vorhat. Er wolle die Mannschaft "dahin bringen, wo der Manager sie zu Recht sehen will". Assauer hatte im Prolog - wie bei Rangnicks Vorgängern - verkündet, das Potential der Mannschaft reiche "mit Sicherheit aus, unter die ersten fünf zu kommen". Für den Fall, daß dieser abermals formulierte Anspruch irgendwann Gegenwind erzeugen sollte, sieht Rangnick sich gewappnet. "Ich habe vier Wochen Urlaub in Florida gemacht, am Ende haben wir einen Hurricane erlebt", sagt er. "Ich bin sturmerprobt."

Richard Leipold


Kommentar: Der nächste, bitte!

Nun soll es also Ralf Rangnick richten. Nach Frank Neubarth, Marc Wilmots und Jupp Heynckes ist der 46 Jahre alte Schwabe der vierte Trainer des FC Schalke 04 in den vergangenen zwei Jahren. Keiner seiner Vorgänger hat die Erfolge von Huub Stevens auch nur annähernd erreicht. Der Niederländer sammelte für Schalke zwischen 1996 und 2002 drei Titel und im Jahr 2001 die Ehrenbezeichnung Meister der Herzen, als man von den Bayern erst in letzter Sekunde vom Spitzenplatz verdrängt wurde. Schalke-Manager Rudi Assauer hat es mit verschiedenen Typen versucht: Neubarth, der ruhige, streng logisch agierende Neuling, Wilmots, der mit allen Wassern gewaschene Praktiker und Kumpel, Heynckes, der international erfahrene Analytiker und Taktiker. Das Ergebnis war gleich unbefriedigend. Kann es nun Rangnick schaffen?

Zuerst drängt sich eine Gegenfrage auf. Wenn so viele unterschiedlich strukturierte Fußball-Lehrer scheitern, vielleicht liegt es an etwas anderem? Vielleicht an der Konstanten im Verein? An Assauer? An seiner Einkaufspolitik oder an seiner Persönlichkeit? Kaum jemand dominiert einen Bundesligaklub so eindeutig wie der 60 Jahre alte Fußballkenner. Kein Wunder, er hat sich um den Traditionsklub verdient gemacht, hat ihn von einer skandalumwitterten Skurrilität zu einem international geachteten Profiunternehmen gemacht. Ob sich die Königsblauen auf dem Weg in die erste Liga des Fußballgeschäfts mit der SchalkeArena finanziell übernommen haben oder nicht, wird die Zukunft zeigen und sei erst mal nicht bewertet.

Assauers Strahlkraft wirkt auf alle, auch auf die Spieler. Diese Tatsache hat den Nebeneffekt, daß die Position des Trainers schwächer ist als anderswo. Die allseits präsente, übergeordnete Instanz kann die Autorität des Trainers schnell unterhöhlen, wenn es einmal sportlich schlecht läuft oder es zu atmosphärischen Störungen zwischen Mannschaft und Übungsleiter kommt. Zumal Assauer nicht immer seinen Trainern den Rücken stärkt, sondern nur, wenn er - wie bei seinem Männerfreund Stevens - rückhaltlos von ihnen überzeugt ist. Seine Erfolge mit Schalke verleiten Assauer zur Annahme, mehr vom Fußball zu verstehen als fast jeder andere.

Zu Rangnick: Der 46 Jahre alte Schwabe bringt sicher die nötige Intelligenz, das nötige Fachwissen und das nötige psychologische Gespür für die diffizile Aufgabe mit. Aber ob er der Richtige für die Schalker Verhältnisse ist, darf dennoch angezweifelt werden. In seiner Karriere hatte Rangnick immer dann Erfolg, wenn er eine Mannschaft aufbauen mußte. Es begann mit Reutlingen, setzte sich in Ulm fort, und mit Hannover 96 stieg er in die Bundesliga auf. Als es aber darum ging, gestandene Profis zu führen, beim VfB Stuttgart und im zweiten Bundesligajahr in Hannover, blieb er weitgehend glücklos.

Auch die Schalker Mannschaft gilt nicht als ausgesprochen pflegeleicht. Und wie Fußball-Professor Rangnick und der populistische Volkstribun Assauer miteinander auskommen, wird spannend sein zu beobachten. Einen Vorteil hat Rangnick allerdings gegenüber seinen Vorgängern auf Schalke: Nach den vielen Rückschlägen seit 2002 darf auch Assauer nicht mehr viele Fehler machen. Müßte der neue Trainer bald wieder gehen, könnte er vom alten Manager begleitet werden. Gemeinsame Schicksale schweißen zusammen.

Peter Heß

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28.09.2004 - Rangnick auf Schalke - "Es ging alles dalli, dalli" - © AP

Neuer Schalke-Coach Rangnick, Manager Assauer: "Das wird kein Selbstläufer"

Gelsenkirchen - "Es ging alles dalli, dalli. Nach dem ersten Gespräch am Sonntag waren wir uns schnell einig", sagte Schalke-Manager Rudi Assauer, "ich wusste nach seiner messerscharfen Analyse der Mannschaft gleich, dass Ralf Rangnick genau der Richtige ist." Rangnick, der einen Vertrag bis 30. Juni 2006 unterschrieb und am Dienstag schon das erste Training leitete, formulierte seine Ziele als neuer Schalke-Coach ehrgeizig: "Wir wollen wieder in den Uefa-Cup, aber das tägliche Brot ist die Bundesliga. Die Aufgabe ist eine Herausforderung für mich. Schalke trainieren zu dürfen, erfüllt mich mit Stolz."

Rangnick will die jungen Spieler fördern und sich die Erfahrung der Älteren zu Nutze zu machen: "Es wird keine Totaloperation geben. Wir haben 20 Spieler und zwei Torhüter, das ist genau richtig. Ein weiter aufgeblähter Kader wäre tödlich. Es gibt hier keinen, der keine Perspektive hat."

"Ich will auf Schalke Fußball mit Spaß vermitteln"

Rangnicks erster Auftritt wird am Donnerstag (16 Uhr/live im SPIEGEL-ONLINE-Ticker) das Uefa-Cup-Rückspiel bei Liepajas Metalurgs sein. Der gebürtige Schwabe ist der fünfte Schalker Trainer seit dem 1. Juli 2002 nach Frank Neubarth, Marc Wilmots, Heynckes und Eddy Achterberg, der 38. in der Bundesliga-Geschichte und der 50. insgesamt bei dem mit Verbindlichkeiten in Höhe von über 100 Millionen Euro belasteten Club. Wegen des hektischen Hin und Hers auf der Schalker Trainerbank in den vergangenen zwei Spielzeiten war Assauer von Fans zuletzt stark kritisiert worden.

"Ich habe zwar keine Vorfahren im Ruhrgebiet, aber die Leute sind offen, und das bin ich auch", sagte Rangnick über seinen neuen Arbeitsplatz. Dass die Erwartungen in Gelsenkirchen groß sind, weiß der 46-Jährige nur zu gut. "Das wird kein Selbstläufer, aber ich will auf Schalke Fußball mit Spaß vermitteln", so Rangnick, "auf uns wartet Detailarbeit. Die Mannschaft muss sich wieder unter Kontrolle bekommen."

Achterberg wieder Co-Trainer

Eddy Achterberg, der nach der Entlassung von Heynckes Interimstrainer wurde und eine Bilanz von drei Siegen und einer Niederlage aufweist, rückt als Co-Trainer wieder in die zweite Reihe.

Rangnick hatte seine Trainer-Karriere beim Regionalligisten SSV Reutlingen begonnen, arbeitete dort bis 1997 und führte danach den SSV Ulm in die Bundesliga. 1999 verließ er Ulm und wechselte zum VfB Stuttgart, wo er bis Februar 2001 Cheftrainer war. Im Sommer 2001 wurde er vom damaligen Zweitligisten Hannover 96 verpflichtet, den er ein Jahr später in die Bundesliga führte. Im März 2004 wurde er in Hannover entlassen und durch Ewald Lienen ersetzt. Vor seinem Engagement beim FC Schalke 04 war Rangnick auch als Assistent des neuen Bundestrainers Jürgen Klinsmann im Gespräch gewesen.

Der Niederländer Co Adriaanse, der in den letzten Tagen in den Medien als heißester Anwärter für die Heynckes-Nachfolge galt, soll nach Angaben von Assauer zu keinem Zeitpunkt ein ernsthafter Kandidat gewesen sein. Assauer sieht der Zukunft der Schalker nach der Verpflichtung des neuen Trainers zuversichtlich entgegen. "Ich bin sicher, dass die Mannschaft jederzeit in der Lage ist, in der Bundesliga unter die ersten fünf zu kommen." Über Rangnicks Fähigkeiten als Trainer schwärmte Assauer: "In unserem Gespräch hat er mit dem Skalpell die Stärken und Schwächen jedes Spielers seziert. Das war eine hundertprozentige Übereinstimmung. Wir gehen davon aus, dass er das Riesenpotenzial der Mannschaft ausschöpfen kann."

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28.09.2004 - Rangnick soll Schalke 04 aus der Krise führen - © dpa - Meldung vom 28.09.2004 15:05 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Als 50. Trainer der 100-jährigen Clubgeschichte soll Ralf Rangnick die Talfahrt des FC Schalke 04 stoppen und die Mannschaft im Jubiläumsjahr zurück in die Spitze führen.

Der 46 Jahre alte Schwabe wurde beim Fußball-Bundesligisten in der Arena AufSchalke als Nachfolger des 13 Tage zuvor entlassenen Chefcoaches Jupp Heynckes vorgestellt. «Ich freue mich wahnsinnig auf die Aufgabe und bin auch ein wenig stolz. Ich habe schon nach meiner Zeit in Hannover gesagt, dass ich als nächste Station bei einem Verein mit größerer Perspektive arbeiten will. Und das ist hier mit diesen Fans und dem Umfeld gegeben, auch wenn es zurzeit sportlich nicht so gut läuft», sagte Rangnick, der im März bei Hannover 96 entlassen worden war und zuvor beim Konkurrenten VfB Stuttgart arbeitete. Rangnick unterschrieb einen Vertrag bis 2006.

Seit dem Ausscheiden von Huub Stevens (2002), der als Kandidat für eine Rückkehr nach Schalke galt, ist Rangnick beim Traditionsclub bereits der fünfte Coach. Er war laut Teammanager Andreas Müller der einzige Kandidat. Manager Rudi Assauer lobte den einstigen «Shooting-Star» unter den Trainern, der ihn im abschließenden Gespräch restlos überzeugte. «Da hat er mit dem Skalpell die Stärken und Schwächen jedes Spielers seziert. Das war eine hundertprozentige Übereinstimmung. Wir gehen davon aus, dass er das Riesenpotenzial der Mannschaft ausschöpfen kann.»

Rangnicks erste Aufgabe ist es, die «Königsblauen» im UEFA-Cup-Rückspiel bei FHK Liepajas Metalurgs in Lettland in die finanziell eminent wichtige Gruppenphase des Wettbewerbs zu führen. Angesichts des 5:1-Polsters aus dem Hinspiel dürfte das kein Problem sein. Der erste echte Prüfstein dagegen wird das heiße Revierderby gegen den VfL Bochum in der ausverkauften Arena. «Das wird etwas ganz Besonderes», sagte Rangnick, der als Verfechter des risikofreudigen Offensivfußballs gilt und dies auch auf Schalke umsetzen will: «Ich will ein Team, das Spaß hat und begeisternd nach vorne spielt.»

Viel Zeit, aus einer Ansammlung von erstklassigen Individualisten und teuren Stars wie Sand, Ailton, Bordon, Krstajic oder Lincoln eine funktionierende Einheit zu formen, bleibt ihm nicht. Die Zielvorgabe lautet, in der Liga noch Platz fünf zu schaffen und im Europacup so weit zu kommen wie möglich. Personell und taktisch plant Rangnick zunächst keine großen Veränderungen: «Das wird keine Totaloperation.»

Der seit der Heynckes-Demission vorübergehend verantwortliche Co-Trainer Eddy Achterberg rückt beim derzeitigen Bundesliga-14. wieder ins zweite Glied. «Damit habe ich kein Problem», sagte der Niederländer, der bis zur 0:1-Niederlage in Hannover immerhin drei Pflichtspielsiege in Serie vorweisen konnte.

Rangnick war am 7. März dieses Jahres in Hannover entlassen worden, hatte danach mehrere Angebote abgelehnt. Unter anderem war er als Nachfolger von Teamchef Rudi Völler im Gespräch, der nach der EM in Portugal zurücktrat. Als der später installierte Jürgen Klinsmann ihn als Assistenten vorschlug, lehnte Rangnick ab. «Als Co-Trainer stehe ich nicht zur Verfügung», begründete der ehrgeizige Schwabe seine Absage an den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Auf der Bundesliga-Bühne tauchte Rangnick erstmals am 3. Mai 1999 auf. Den VfB Stuttgart bewahrte er noch vor dem drohenden Sturz in die Zweitklassigkeit. Gut einen Monat zuvor war er als Trainer beim damaligen Zweitligisten SSV Ulm 1846 ausgeschieden, den er 1998 sensationell in die 2. Liga geführt hatte.

Der in Backnang geborene Rangnick gilt als ein akribischer Arbeiter, guter Analytiker und hervorragender Taktiker. Wegen seines äußeren Erscheinungsbildes (randlose Brille), seines intellektuellen Habitus und «missionarischen Eifers» haftete ihm während seiner Zeit beim VfB das Negativimage eines «Professors» und «Oberlehrers» an. Erfolg besteht für ihn «aus vielen Mosaiksteinchen». Dazu gehören geschickte Mannschaftsführung, abwechslungsreiches Training und moderne Trainingssteuerung. Seine Vorstellungen verwirklicht er konsequent, setzt dabei auch auf Disziplin und Ordnung. Gleichwohl bemüht er sich um eine «optimale Mischung aus Vertrauen und Kontrolle». In einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» stellte er einst klar: «Man muss im Profisport nicht übertrieben autoritär sein.»

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28.09.2004 - Schalke: Nachfolger von Jupp Heynckes steht fest - Vertrag bis 2006 - Ralf Rangnick übernimmt S04 - © kicker-online 28.09.2004 14:15

Der FC Schalke 04 hat am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz seinen neuen Trainer präsentiert: Ralf Rangnick. Der 46-jährige Schwabe soll die Schalker, die bisher weit hinter den hohen Erwartungen zurückgeblieben waren, wieder nach oben führen.

"Es ging alles dalli, dalli. Nach dem ersten Gespräch am Sonntag waren wir uns schnell einig", teilte der in die Kritik geratene Manager Rudi Assauer mit: "Ich wusste nach seiner messerscharfen Analyse der Mannschaft gleich, dass Ralf Rangnick genau der Richtige ist." Der neue Mann auf der Trainerbank unterzeichnete ein bis zum 30. Juni 2006 gültiges Arbeitspapier und leitete auch gleich seine erste Übungseinheit beim Gelsenkirchener Bundesligisten.

Gewohnt ehrgeizig formulierte der "Professor" auf der PK seine Ziele: "Wir wollen wieder in den UEFA-Cup." Gleichwohl fügte Rangnick hinzu, dass das "tägliche Brot die Bundesliga" sei. Nach mehreren Monaten Pause freut sich der Fußball-Lehrer auf sein neues Engagement: "Die Aufgabe ist eine Herausforderung für mich. Schalke trainieren zu dürfen, erfüllt mich mit Stolz."

Ein Mentalitätsproblem erwartet der Süddeutsche, der "keine Vorfahren im Ruhrgebiet" habe, nicht: "Die Leute hier sind offen, und das bin ich auch." Erstes Ziel sei, dass die Mannschaft "sich wieder unter Kontrolle bekommen" müsse. Dies will Rangnick mit dem derzeit zur Verfügung stehenden Spielermaterial schaffen ("Es gibt hier keinen, der keine Perspektive hat.").

Rangnick, der auf Schalke "Fußball mit Spaß" vermitteln will, betreute in der Bundesliga bereits den VfB Stuttgart und Hannover 96. Bei den Niedersachsen war der zuvor auch in Reutlingen und Ulm tätige Coach am 7. März dieses Jahres nach nur einem Punkt aus fünf Spielen entlassen und durch Ewald Lienen ersetzt worden. Seitdem war er bei Hertha BSC und bei Eintracht Frankfurt im Gespräch, Vertragsabschlüsse kamen jedoch nicht zu Stande. Auch als Co-Trainer von Jürgen Klinsmann bei der deutschen Nationalmannschaft wurde er gehandelt.

Bereits am Donnerstag wird er im UEFA-Cup-Rückspiel bei Liepajas Metalurgs auf der Bank der "Königsblauen" Platz nehmen. Vorgänger Jupp Heynckes war am 15. September nach dem 0:3 beim VfL Wolfsburg entlassen worden. Interimsweise hatte die Schalker der bisherige Co-Trainer Eddy Achterberg zusammen mit Torwarttrainer Oliver Reck betreut. Achterberg (drei Siege, eine Niederlage als Chefcoach) rückt wieder ins zweite Glied.

Damit nimmt S04 bereits den fünften Trainer seit 1. Juli 2002 unter Vertrag. Zuvor waren Frank Neubarth, Marc Wilmots, Heynckes und eben Achterberg im Amt. Insgesamt ist nun der 38. "Knappen"-Coach in der Bundesliga-Geschichte im Amt.

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28.09.2004 - Interview mit Ralf Rangnick - © FOCUS

Ralf Rangnick freut sich auf die neue Aufgabe als Trainer des Bundesligisten Schalke 04. Allerdings werde es bei seinem Antritt "keine Totaloperation geben", wie Rangnick im Gespräch mit den Journalisten betonte.

FOCUS: "Ralf Rangnick, wie lautet Ihre Zielsetzung bei Ihrem neuen Arbeitgeber Schalke 04?"

Ralf Rangnick: "Wir wollen wieder in den UEFA-Cup, in das internationale Geschäft, aber das tägliche Brot ist die Bundesliga. Die Aufgabe ist eine Herausforderung für mich. Schalke trainieren zu dürfen, erfüllt mich mit Stolz. Ich werde die jungen Spieler weiter forcieren, aber ich brauche auch die erfahrenen. Ich bin sehr neugierig auf diesen Job."

"Wie wollen Sie den Klub wieder auf Erfolgskurs bringen?"

"Es wird hier keine Totaloperation geben. Wir haben 20 Spieler und zwei Torhüter, das ist genau richtig. Ein aufgeblähterer, ein größerer Kader wäre tödlich. Das würde der Atmosphäre im Klub nur schaden. Es gibt hier keinen Spieler, der keine Perspektive hat. Aber auf uns wartet Detailarbeit. Die Mannschaft muss sich wieder über 90 Minuten unter Kontrolle haben. Wir werden das Schritt für Schritt planen und erarbeiten."

"Ralf Rangnick und Schalke 04, passt das wirklich?"

"Davon gehe ich aus. Ich habe zwar keine Vorfahren im Ruhrgebiet, aber die Leute sind offen, und das bin ich auch. Ich bin ein Quereinsteiger, ich bin ein Flüchtlingskind, mir ist die Mentalität der Menschen im Ruhrgebiet alles andere als fremd. Deshalb wird der Job aber kein Selbstläufer. Ich will auf Schalke Fußball mit Spaß vermitteln."

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28.09.2004 - Rangnick neuer Trainer auf Schalke - © www.spiegel-online.de

Der FC Schalke 04 hat überraschend Ralf Rangnick als Nachfolger von Jupp Heynckes verpflichtet. Rangnick war im März dieses Jahres bei Hannover 96 entlassen und zuletzt als Assistent von Bundestrainer Jürgen Klinsmann gehandelt worden.

Gelsenkirchen - Wie Schalke-Pressesprecher Gerd Voss mitteilte, wird Rangnick, 46, heute um 13 Uhr in der Arena AufSchalke als Nachfolger des vor 13 Tagen entlassenen Heynckes vorgestellt. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Ich habe schon nach meiner Zeit in Hannover gesagt, dass ich als nächste Station bei einem Verein mit größerer Perspektive arbeiten will. Und das ist bei Schalke gegeben, auch wenn es zurzeit sportlich nicht so gut läuft", so Rangnick.

Rangnick wird bereits am Donnerstag (16 Uhr, Liveticker bei SPIEGEL ONLINE) im Uefa-Cup-Rückspiel bei Liepajas Metalurgs auf der Trainerbank der Schalke sitzen. Bundesliga-Erfahrung sammelte Rangnick beim VfB Stuttgart (Mai 1999 - Juli 2001) und Hannover 96 (Juli 2001 - März 2004). In diesem Sommer wurde er immer wieder als möglicher Assistent von Bundestrainer Jürgen Klinsmann genannt, doch Rangnick wollte nicht ins zweite Glied rücken. "Als Co-Trainer stehe ich nicht zur Verfügung", begründete der Schwabe seine Absage an den DFB.

Eddy Achterberg, der in Schalke nach der Entlassung von Heynckes Interimstrainer war und eine Bilanz von drei Siegen und einer Niederlage aufweist, wird Co-Trainer von Rangnick. Mit der Vepflichtung von Rangnick und dem dadurch erhofften Aufschwung steht auch das Manageramt von Rudi Assauer auf dem Prüfstand. Assauer hat in den letzten zwei Jahren mit Frank Neubarth, Marc Wilmots und Jupp Heynckes trotz größter Investitionen in Spieler bereits drei Trainer auf der Schalke-Bank verschlissen.

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26.09.2004 - Schalke-Party nach Niederlage gegen Hannover vorbei - © dpa - Meldung vom 26.09.2004 10:38 Uhr

Hannover (dpa) - Die Partystimmung beim FC Schalke 04 ist schon wieder vorbei, die Zeit des lockeren Eddy Achterberg als Chefcoach nähert sich dem Ende. Mit der 0:1-Niederlage bei Hannover 96 zerstob die vage Hoffnung des «Gute-Laune-Eddy», mehr als nur eine Übergangslösung zu sein.

Unmissverständlich kündigte Manager Rudi Assauer an: «Wir werden sicher in den nächsten zwei Wochen einen neuen Trainer präsentieren.» Während Achterbergs Zeit bald abläuft, hat sich Hannovers Fußball-Lehrer Ewald Lienen mit dem späten Tor von Clint Mathis (83.) und den ersten drei Punkten der neuen Bundesliga- Saison wieder Luft verschafft.

Achterberg war nicht mehr zum Spaßen zumute. «Der Gute-Laune-Eddy hat heute keine gute Laune», gab der Niederländer zu, der nach der Entlassung von Jupp Heynckes flugs befördert worden war. Dank einer furiosen Folge von drei Pflichtspielsiegen und zwölf Toren sowie mit seiner witzigen Art hatte er die Schalker Fans für sich eingenommen. Doch Assauer machte nach der Niederlage klar: «Das ist mit Eddy abgesprochen. Es war von vornherein klar, dass es nicht bis Saisonende geht.»

Mit einem weiteren Sieg hätte Assauer Argumentationsprobleme bekommen, aber so konnte der in Gelsenkirchen längst nicht mehr unumstrittene Manager dank der Erfolge der niederländischen Notlösung immerhin sagen: «Wir setzen uns nicht unnütz unter Druck.» Achterberg selber gab sich schicksalsergeben: «Irgendwann bekomme ich einen Anruf, dann ist es vorbei.»

Zuvor hatte der Chefcoach auf Abruf eine Enttäuschung erlebt, nicht nur von Totalausfall Ebbe Sand. Schalke spielte über weite Strecken so wie in den letzten Tagen unter Jupp Heynckes: Plan- und über weite Strecken schwunglos. Dass sein Team nach den vielen Spielen zu müde gewesen sei, wollte er nicht gelten lassen. «Man kann ja nicht sagen, dass wir keine Luft zum Kämpfen gehabt haben», meinte Achterberg. Und Nationalspieler Gerald Asamoah warf ein: «Hannover hat schließlich am Mittwoch auch noch 120 Minuten gespielt.»

Während bei den Gelsenkirchenern wieder der graue Alltag eingekehrt ist, durften die Hannoveraner das Verlassen des letzten Platzes feiern. «Das war wichtig, um gegen Bielefeld nicht noch mehr unter Druck zu stehen», sagte Torwart Robert Enke. Ganz besonders galt das auch für Lienen, der zuletzt in Hannover für seine angeblich destruktive Spielweise kritisiert worden war.

Gegen Schalke spielte er erstmals in dieser Saison mit drei Spitzen und gewann gleich drei Punkte. Ansehnlich und gefährlich war das 96-Spiel aber nur in der Anfangsphase und in wenigen Momenten der zweiten Halbzeit. So etwa beim entscheidenden Treffer des eingewechselten Mathis, der danach wild gestikulierend auf Lienen zulief und auf eine imaginäre Uhr deutete.

«Wir haben drei Punkte geholt und ich habe ein Tor geschossen, alles ist großartig», sagte der Amerikaner und versicherte, dass er keinen Ärger wegen der späten Einwechselung verspürt habe. «Das meine ich ernst.» Er habe damit etwas anderes andeuten wollen: «Seit sieben Monaten habe ich nicht mehr ins Tor getroffen, und das ist die längste Zeit meines Lebens.»

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25.09.2004 - Schalker Serie endet durch 0:1 gegen Hannover - © WESTLINE nach dpa

Hannover (dpa) - Schlusslicht Hannover 96 hat den ersehnten ersten Saisonsieg geschafft. Dank des Treffers des eingewechselten Clint Mathis (83.) holten die Niedersachsen am Samstag im Heimspiel der Fußball-Bundesliga gegen Schalke 04 erstmals drei Punkte in der neuen Spielzeit und haben am Dienstag im Nachholspiel gegen Arminia Bielefeld die Chance, erneut zu punkten. Für die kraftlosen Schalker endete damit die furiose Serie von drei Pflichtspielsiegen mit zwölf Toren unter dem früheren Co-Trainer Eddy Achterberg.

Sein Kollege Ewald Lienen versuchte es nach dem Fehlstart mit nur zwei Punkten aus vier Partien mit einer stürmischen Variante. Erstmals in dieser Saison stellte er drei Stürmer auf, brachte Mohamadou Idrissou und Thomas Christiansen von Beginn an. Insbesondere in der Anfangsphase machte sich dieses Umstellung bezahlt. Hannover spielte zunächst forsch nach vorne und wirbelte die überraschten Gelsenkirchener einige Male durcheinander. Mehr als ein gefährlicher Kopfball von Christiansen (17.) kam dabei aber nicht heraus. Sicher wirkte hingegen die Abwehr, obwohl der rot-gesperrte Dariusz Zuraw und der angeschlagene Michael Tarnat durch Vinicius und Julian de Guzman ersetzt werden mussten.

Der Anfangselan der Gastgeber war freilich schnell vorbei. Vor allem Ricardo Sousa, der als Spielgestalter im zentralen Mittelfeld für Impulse sorgen sollte, fiel genauso wie der bemühte, aber unsichere Altin Lala vor allem durch Fehlpässe auf. Von einem konstruktiven Spielaufbau war der Portugiese weit entfernt und wurde in der 67. Minute ausgewechselt.

Sousas Gegenüber, der Schalker Lincoln, spielte allerdings auch nicht besser. An dem Brasilianer lief die Partie meist vorbei, auch wenn er in der 9. Minute knapp an 96-Torwart Robert Enke scheiterte. Überhaupt agierte der nach der Entlassung von Chefcoach Jupp Heynckes drei Mal wie entfesselt aufspielende Revierclub diesmal in der Offensive schwach. Nur Mitte der zweiten Halbzeit gab es bei einem Kopfball von Marcelo Bordon (73.) und einem Lattentreffer von Asamoah (74.) gute Chancen.

Es schien den meisten Spielern nach den überzeugenden Auftritten wie zuletzt im Pokal gegen Kaiserslautern die Kraft zu fehlen. Der engagierte Ex-Hannoveraner Gerald Asamoah bemühte sich mit viel Einsatz, konnte sich aber nur ganz selten durchsetzen. Sein Sturmpartner Ebbe Sand blieb immer wieder in der 96-Abwehr hängen. Auch Schalkes Millionen-Abwehr mit den Neuzugängen Mladen Krstajic und Bordon überzeugte nicht und fielen einige Male durch überharten Einsatz auf. Vor allem der sichtlich um Bewegung bemühte Christiansen bekam das bei seinem ersten Saisoneinsatz von Beginn an zu spüren.

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25.09.2004 - Assauer: «Werden in zwei Wochen neuen Trainer präsentieren» - © dpa - Meldung vom 25.09.2004 19:01 Uhr

Hannover (dpa) - Eddy Achterbergs kurze Karriere als Chefcoach des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 wird in spätestens 14 Tagen wieder beendet sein.

«Wie werden sicher in den nächsten zwei Wochen einen neuen Trainer präsentieren», sagte Manager Rudi Assauer nach der 0:1-Niederlage der Gelsenkirchener bei Hannover 96. Einen Namen wollte der Manager aber nicht nennen: «Wie setzen uns nicht unnütz unter Druck.» Assauer betonte: «Das ist mit Eddy abgesprochen. Es war von vornherein klar, dass es nicht bis zum Saisonende geht.»

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25.09.2004 - Schalkes Vorstand sprach mit Aufsichtsratsvorsitzendem Tönnies - © www.schalke04.de

Am gestrigen Freitagnachmittag hat sich der komplette Vorstand des FC Schalke 04 – bestehend aus dem Vorsitzenden Gerhard Rehberg, dem stellvertretenden Vorsitzenden Josef Schnusenberg, Manager Rudi Assauer, Geschäftsführer Peter Peters und dem Leiter der Lizenzspielerabteilung Andreas Müller - zu einem Gespräch mit Clemens Tönnies, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, in dessen Fleischwerk in Rheda getroffen.

Vorstand und Aufsichtsratsvorsitzender haben die sportliche Situation nach der Entlassung von Trainer Jupp Heynckes abschließend erörtert. „Die Entscheidung, die Zusammenarbeit mit Heynckes zu beenden, ist einstimmig vom Vorstand getroffen und entsprechend der Satzung durch den Aufsichtsrat bestätigt worden“, erklärte Clemens Tönnies hinterher. „Das Verfahren war so, wie es abgelaufen ist, in Ordnung. Über die Richtigkeit und den Zeitpunkt dieser Entscheidung gab und gibt es keine Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden Vereinsgremien.“

Inhaltlich wurden die von allen Beteiligten in den letzten Tagen geäußerten Meinungen in aller Offenheit diskutiert. Angesprochen wurden insbesondere die verschiedenen Kritikpunkte des Aufsichtsratsvorsitzenden. „Wir haben alles geklärt und uns ausgesprochen. Es war ein sehr gutes Gespräch, geprägt von gegenseitigem Vertrauen“, erklärte Manager Rudi Assauer, „wir haben die bisherige gute Basis unserer Zusammenarbeit gestärkt.“

Erörtert wurde darüber hinaus die derzeitige und zukünftige Entwicklung des FC Schalke 04. „Wir haben dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats unseren ausdrücklichen Wunsch unterbreitet, dass der Vorstand in seiner derzeitigen Zusammensetzung auch über das bisherige Vertragsende am 30. September 2005 hinaus für den Verein tätig bleiben will“, betonte der Vorsitzende Gerhard Rehberg. Darüber wird der Aufsichtsrat in den nächsten Wochen beraten.

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24.9.2004 - PSC! Marco van Hoogdalems langer Leidensweg - © Reviersport

Als Marco van Hoogdalem am Montag dieser Woche erstmals wieder auf dem Schalker Trainingsplatz stand, da schien nicht nur für den 32-jährigen Abwehrspieler ein Wunder geschehen. Seit der ersten Phase der Vorbereitung war der dienstälteste Spieler im S04-Kader, der seit dem 3. Januar 1997 in Gelsenkirchen und noch bis zum 30. Juni 2006 unter Vertrag steht, von der Bildfläche verschwunden. Etwas später hatte Rudi Assauer Fragen nach der Zukunft des mehrfach angeschlagenen van Hoogdalems, der sich am 7. Mai 2003 einer Hüft-Operation unterziehen und im Mai diesen Jahres ein Geschwulst aus dem Hals entfernen lassen musste, bewusst offen gehalten.

Inzwischen ist klar, warum der Manager den einstigen Abwehr-Chef schützen wollte. Van Hoogdalem leidet an einer Leber-Krankheit namens Primär sklerosierende Cholangitis (PSC). „Der Schock kam im Trainingslager. Ich wollte mich schon in den Mannschaftsbus setzen, da sagten mir der Doc, der Manager und der Trainer: Marco, komm’ wieder ‚raus, du darfst nichts machen“, erinnert sich „MvH“ an einen der schlimmsten Augenblicke der letzten Zeit.

Bei der Untersuchung der Laktat-Werte der Profis entdeckte das zuständige Labor in Bochum Unregelmäßigkeiten in dessen Blutbild. Die schlimme Diagnose PSC bestätigte ein paar Tage später Rein van den Hoogenband, Vereinsarzt von PSV Eindhoven und Vater des Schwimm-Olympiasiegers Pieter, den van Hoogdalem geschockt aufsuchte. „Wenn man das zum ersten Mal hört, kommen die Tränen. Aber einfach so aufhören, ist nicht mein Ding. Zum Glück laufen die beiden Kleinen zu Hause rum, die haben mir Kraft und Freude gegeben“, erzählt der Familienvater.

In der vergangenen Woche reiste Kämpfer van Hoogdalem in seine Heimat, konsultierte weitere Spezialisten aus Holland, England und Italien. Die gaben grünes Licht für die Rückkehr auf den Sportplatz. „Vorher wurde mir gesagt, damit kann man nicht Fußball spielen. Das konnte ich nicht akzeptieren. Körperlich fühle ich mich nicht krank, nur meine Leberwerte sind nicht in Ordnung. Es ist ein minimales Risiko da, ich muss jetzt bis an mein Lebensende Medikamente gegen die Entzündung nehmen, darf und kann aber wieder meinen Sport machen“, strahlt der aber immer noch sichtlich magere Schlaks. „Ich habe mich gefühlt wie ein Kind am ersten Schultag.“

Ein erster Hoffnungsschimmer, mehr nicht, denn seine Zukunft auf Schalke ist weiter offen. „Letzten Dienstag hatte ich eigentlich einen Termin mit Rudi Assauer, aber da sind andere Dinge passiert, deshalb hatte der Manager keine Zeit. Wir wollen uns in den nächsten Tagen noch einmal zusammen setzen und überlegen, was mit mir geschieht“, nimmt van Hoogdalem derzeit die kleinen Geschenke des Lebens dankbar an.

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24.9.2004 - Rudi Assauer - Patriarch mit Problemen - © www.spiegel-online.de

Lange galt Rudi Assauer als unumstrittener Alleinherrscher beim FC Schalke 04. Doch finanzielle Drahtseilakte, vier Trainerentlassungen in den letzten zwei Jahren und zunehmende Entrückung isolieren den Manager in "seinem" Verein immer mehr.

Gelsenkirchen - Ein wenig erinnert Rudi Assauer an Helmut Kohl. Wie der einstige Bundeskanzler reagiert der Manager von Schalke 04 schon Mal ruppig, wenn er mit kritischen Fragen konfrontiert wird: "Sie sind ja noch viel zu jung und haben keine Ahnung von diesen Dingen", heißt es dann gern. Auch die Kunst des Aussitzens gehört zum Repertoire beider Autoritäten; viel falsch haben Assauer und Kohl selbstverständlich nie gemacht, schließlich hat jeder sein Reich verschönert. Oder besser: vergrößert. Und das bleibt ja wohl die größte Leistung eines jeden Herrschers. Einen Hang zur Selbstherrlichkeit haben Manager und Altkanzler; beide wirken nach Jahren der Machtfülle bisweilen ein wenig entrückt, im eigenen Empfinden frei von der Pflicht, das Volk über Details zu informieren.

Und so weiß man wenig über die finanzielle Situation der Königsblauen. Nur die Summe von 102 Millionen Euro Schulden ist hinlänglich bekannt, und wenn Assauer vollmundig verkündet, das sei alles halb so schlimm, denn die Arena AufSchalke könne "innerhalb eines Tages für ein Vielfaches des Anschaffungspreises" von 182 Millionen Euro verkauft werden, dann klingt das für Immobilienexperten wie Kohls Rede von den "blühenden Landschaften".
Nur ist Kohls Traum längst geplatzt, während Assauer weiter an seine Vision von einer "Erlebniswelt Schalke" glaubt. 1,7 Kilometer lang und einen Kilometer breit soll dieses florierende Fußballreich irgendwann sein, mit Rehazentrum, Hotel, Museum, modernsten Trainingsanlagen und dem Schloss, der Arena. Vor einiger Zeit fantasierte der Herrscher gar noch einige Quadratkilometer hinzu: "Demnächst gehört uns hier die ganze Stadt. Dann bestimmen wir den Bürgermeister. Wir sagen, was gemacht wird. Und dann geht es wieder bergauf mit dieser Stadt". Großmachtsträumereien.

Zuletzt ging es nur noch bergab mit seinem Club. Keine Champions League, vier Trainerentlassungen in zwei Jahren und ein gigantischer Schuldenberg, so die jüngste Bilanz. Assauer gerät erstmals in Schwierigkeiten. Die einzige Instanz, die den gelernten Stahlbauschlosser und Bankkaufmann kontrollieren kann, ist der Aufsichtsrat, und der segnete lange alles ab, was der Patriarch vorschlug. Doch das scheint jetzt vorbei zu sein. In dieser Woche sagte Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies der "Süddeutschen Zeitung": "Herr Assauer weiß, dass er mit dem Feuer spielt. Wenn er jetzt noch mal daneben greift, kriegt er es schwer" und fügte hinzu: "Er hat es hier und da überzogen. Wir sind hier nicht in einem Fürstentum." Das wird Assauer sich zu Herzen nehmen müssen.

Zwar hat der Manager mit Gerd Rehberg (Vorstandsvorsitzender), Peter Peters (Geschäftsführer), Josef Schnusenberg (Finanzvorstand) sowie Andreas Müller (Leiter der Lizenzspielabteilung) einen fleißigen Stab, das letzte Wort hatte aber stets Assauer. 17 Tochtergesellschaften, die im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro Verlust gemacht haben sollen, hat Schalke 04 - der Manager fungiert bei allen als Geschäftsführer. Mit dem neuen Rehazentrum will er ganz nebenbei das nach Clubangaben "größte Gesundheits- und Rehabilitationszentrum" betreiben, um nur einen der 17 Nebenjobs zu nennen.

Das Unternehmen Schalke 04 ist gigantisch geworden durch den Arenabau und hoch komplex. Im Umfeld des Clubs glauben einige, Assauer sei überfordert als allgegenwärtiger Macher in diesem Konstrukt. "Fußball und Spieler, dieser Zweig nimmt vielleicht noch zehn Prozent der Arbeit ein", sagte der Manager in diesem Sommer selber, und trotzdem fällt es ihm schwer, den Trainer die Aufstellung alleine machen zu lassen. Die Kernkompetenz des 60-Jährigen - der Fußball - liegt brach, während er sich mit Konzerten der Wildecker Herzbuben, Hallenbiathlon oder den Tücken des Gesundheitsmarktes beschäftigen muss. Kompetente Leute für die vielen Jobs hat er offenbar nicht gefunden oder nicht gewollt - kein Wunder, dass die Fußballabteilung darunter leidet.

Als ein Journalist im vergangenen Jahr fragte, ob der Manager das Arbeitsgericht bemühen werde, nachdem Jörg Böhme sich nicht an Absprachen gehalten habe, antwortete Assauer: "Das Arbeitsgericht auf Schalke bin ich." Den Spielern erklärt der Manager vor der Verpflichtung gern eine ganz spezielle Standortregel: "Man kann hier nicht mit dem dicksten Mercedes vorfahren, wenn unten Rentner und arbeitslose Jugendliche stehen." Assauer fährt einen dicken Mercedes. Er beansprucht stets eine Sonderrolle, auch bei der Verteilung von Kompetenzen. Die Abgabe von Verantwortung als Zeichen von Schwäche, da blitzt er durch, der Macho, der Patriarch. Gerne erzählt der in Herten aufgewachsene Ex-Verteidiger von Borussia Dortmund, dass er zu Beginn seiner ersten Amtszeit auf Schalke zwischen 1981 und 1986 für einige Wochen zwei Clubs gleichzeitig managte. Einmal habe er morgens Yasuhiko Okudera für Werder Bremen verpflichtet und nachmittags den Bayern-Profi Norbert Janzon für Schalke unter Vertrag genommen.

Solche Geschichten mag er über sich hören. Geschichten, die das Bild des positiv verrückten, des unkonventionellen Machos mit Gefühlen transportieren. Ein Image, das er in einer Bierwerbung mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Simone Thomalla, pflegt. Der Illustrierten "Bunte", die ihn einmal auf Platz vier der 50 erotischsten Männer Deutschlands führte, sagte er: "Ich kippe gerne ein Bier, genieße das Leben in vollen Zügen. Rauche Zigarre, und dass ich schöne Frauen mag, ist auch kein Verbrechen". Zu seinen besten Zeiten qualmte er 0,5 Prozent der gesamten Auflage der Davidoff "Gran Cru No 3", das hat er mittlerweile etwas eingeschränkt.

Ein Zeichen der Besonnenheit, die im Augenblick dringend nötig ist. Noch einen Fehltritt in der Trainerfrage kann sich Assauer nach den fehlgeschlagenen Experimenten mit Frank Neubarth, Marc Wilmots und Jupp Heynckes nicht mehr leisten; doch die Arbeitsbedingungen auf Schalke gelten nicht zuletzt wegen des allgegenwärtigen Managers als schwierig. Und gerade jetzt ist der Druck besonders groß, denn wenn die sportliche Entwicklung sich nicht den Ansprüchen anpasst, drohen dem Club, der angeblich schon in diesem Sommer nicht alle Rechnungen pünktlich bezahlte, ernste finanzielle Schwierigkeiten. Zu den jährlich zehn Millionen Euro zur Tilgung der Kredite für den Arenabau werden ab der übernächsten Saison weitere sieben Millionen Euro pro Jahr fällig, um eine 85-Millionen-Euro-Anleihe des Londoner Finanzmaklers Stephen Schechter abzustottern.

Ein Club wie der SC Freiburg finanziert eine komplette Mannschaft mit der Summe, die Schalke während des nächsten Jahrzehnts in jeder Saison an seine Kreditgeber überweisen muss. Ohne Champions League ist das kaum realisierbar, zumal mit dem Düsseldorfer Rheinstadion ein ernster Konkurrent beim Buhlen um Großveranstaltungen jenseits des Fußballbetriebs auf die Bühne tritt. Assauer lebt auf Kosten all jener, die länger auf Schalke bleiben als er selber. Zum Beispiel die Fans, die für Assauer mittlerweile eher folkloristische Kulisse sind als Leute, deren Wohlbefinden von seinem Handeln abhängt. "Mannschaft ohne Leidenschaft, Management, das Leiden schafft", hatten die Anhänger vergangene Woche zum Uefa-Cup-Spiel gegen Liepaja auf ein Plakat gepinselt. "Das ist doch wunderbar, dann leiden die eben ein bisschen", ließ er die Kritik abperlen wie ein frisch gewachster Ski den Regentropfen.

Er hat ja schon viel Gutes für die Leute draußen getan, hat Schalke vom hoch verschuldeten Skandalclub zum Europapokalsieg, zu DFB-Pokalerfolgen und in die moderne Arena geführt - da ist solcherlei Kritik doch unfair, oder? "Entweder schaffe ich Schalke, oder Schalke schafft mich", hat er 1981 gesagt und damit das große Spiel eröffnet, das er mit dem Revierclub spielt. "Die Geschichte geht weiter, wer wen geschafft hat, das wird sich noch herausstellen", sagte er im vergangenen Jahr. Er muss aufpassen, dass er Schalke 04 nicht so verlässt, wie er es übernommen hat. Derlei Szenarien hält Assauer natürlich für abwegig und sagt: "Ich weiß, dass ich irgendwann die Schale in der Hand halten werde. Und das wird nicht mehr allzu lange dauern." Helmut Kohl glaubt auch immer noch, dass er ein wunderbar funktionierendes Land hinterlassen hat.

Von Daniel Theweleit

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24.9.2004 - Vorstand sucht klärendes Gespräch mit Aufsichtsrat - © www.schalke04.de

Die Presse wartete gespannt auf die Reaktion von Rudi Assauer zu den Aussagen von Aufsichtsrat-Boss Clemens Tönnies, der zu Beginn der Woche in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung die Arbeit des Managers kritisiert hatte. Assauer wollte sich jedoch zum Inhalt nicht äußern und verwies auf ein klärendes Gespräch zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, das in den nächsten Tagen auf seine Initiative hin stattfinden soll.

"Dabei wird es um die Inhalte gehen, die Schalke 04 betreffen. Vorher werde ich jedoch dazu keine Stellungnahme abgeben", sagte Assauer, der überrascht war, dass Tönnies mit seiner Kritik an die Öffentlichkeit ging. "Wer ihn aber kennt, der weiß auch, dass er ab und zu mal einen raushaut. Ich bin lediglich enttäuscht über den Zeitpunkt. Wir haben nun einmal gerade eine oder mehrere nicht unerhebliche Baustellen im Verein. Und dann ist es nicht hilfreich, wenn eine neue aufgemacht wird." Assauer betonte, er wisse, dass es an seiner Person überall Kritik gebe, "doch man kann es nicht allen recht machen".

Vorstandsmitglied Josef Schnusenberg: "Der Vorstand wird immer loyal hinter Rudi Assauer stehen", so Schalkes Finanzvorstand, der am Dienstag im Nachhinein von Tönnies über dessen Gespräch mit der SZ informiert worden war, "mit einigen Passagen des Interviews bin ich nicht einverstanden".

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23.9.2004 - Kommentar: Bei Schalke 04 knirscht es im Gebälk - © WESTLINE

Der Konflikt ist mindestens drei Jahre alt. Damals wurde Clemens Tönnies, Fleischwarenfabrikant aus Rheda-Wiedenbrück, in einer Kampfabstimmung gegen den inzwischen verstorbenen Assauer-Intimus Jürgen W. Möllemann zum Schalker Aufsichtsratschef befördert.
"Wurst-Heini", schäumte "Assi" seinerzeit - und eben jener lässt seither kaum eine günstige Gelegenheit aus, um den von Allmachtsphantasien angehauchten Manager wechselweise gelbe oder orangene Karten zu zeigen. Doch den Roten Karton, sprich die Nicht-Verlängerung des Vertrages, - das weiß der bauernschlaue Tönnies - würde ihm die königsblaue Klientel derzeit trotz allem nicht verzeihen.

So gesehen sind die neuesten Äußerungen von Tönnies nicht einmal überraschend, haben vielmehr präventiven Charakter: Zweifel säen und so die mächtige Assauer-Allianz sprengen, zum Beispiel.

Was bleibt also von dieser Brandrede übrig: Bei Schalke 04 knirscht es, ungeachtet aller zur Schau gestellten Gelassenheit, mächtig im Gebälk.

Das Problem: Angesichts persönlicher Ressentiments der beiden Kontrahenten wird vermutlich eher gekeilt als eine ergebnisoffene Debatte über die Aussagen per se geführt. Patriarchat? Gefahr der zu späten Abdankung? Über diese Vorwürfe muss diskutiert werden dürfen - denn die Marke Schalke 04 hat längst Schaden genommen.

Dirk Graalmann

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23.9.2004 - Assauer will mit Aufsichtsrat Tönnies sprechen - © dpa - Meldung vom 23.09.2004 15:08 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Schalke-Manager Rudi Assauer will in den kommenden Tagen ein Gespräch mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Bundesligisten, Clemens Tönnies, führen.

Der Fleischfabrikant hatte Assauer unter anderem wegen der Entlassung von Trainer Jupp Heynckes in einem Interview stark kritisiert («Er spielt mit dem Feuer»). «Der Zeitpunkt hat mich etwas überrascht», sagte Assauer auf einer Pressekonferenz vor dem nächsten Bundesligaspiel bei Hannover 96. «Es gibt immer kritische Stimmen, jedem kann man es nicht recht machen.»

Gelassenheit demonstrierte er auch in der Trainerfrage. «Wir stehen nicht unter Druck und müssen vorläufig nichts tun», meinte Assauer. Gleichzeitig lobte er Interimstrainer Eddy Achterberg, unter dessen Regie Schalke 04 im UEFA-Cup gegen Liepajas Metalurgs (5:1), in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach (3:2) und im DFB- Pokal beim 1. FC Kaiserslautern (4:3 im Elfmeterschießen) gewonnen hat. «Eddy macht gute Arbeit», sagte Assauer.

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23.9.2004 - Königsblaues Räderwerk - © WESTLINE

Kaiserslautern - Eddy Achterberg war nach dem Pokal-Krimi viel zu aufgewühlt, um sofort schlafen zu gehen. Also fuhr er in der Nacht noch in seine niederländische Heimat, sprach noch lange mit seiner Frau. Unglaublich, meinte er am Donnerstag, und da wirkte er schon wieder quicklebendig, sei diese letzte Woche gewesen, "dass wir das Ganze so schnell drehen konnten, das ist unheimlich schön".

Miserabel in die Saison gestartet, überraschend TrainerJupp Heynckes gefeuert, nun mit Eddy Achterberg drei Siege in Folge, der 8:7-Pokaltriumph nach Elfmeterschießen in Kaiserslautern der vorläufige Höhepunkt. Eine Woche wie aus dem sportlichen Bilderbuch, aber sie haben dem 57-Jährigen nicht den Atem geraubt.

Also verteilt er den Anteil am Erfolg gerecht unter allen Beteiligten. Er sei es sicher nicht allein, die Mannschaft ziehe prächtig mit, ein Rad greife ins nächste, und der Manager sei noch näher an die Mannschaft gerückt. In Lautern habe die Elf "noch ein wenig tiefer gehen müssen, um dort etwas zu erreichen", lobte er seine Truppe, die ihren Rhythmus finde und mit einer Spielfreude bei der Sache sei, die auch ihm viel Spaß mache.

Er genießt es offensichtlich auch selbst, "diesen Lauf", und wie das Ganze für seine Person auslaufe, "das bestimmt allein der Manager". Aber es ist zu spüren, Eddy Achterberg hat Geschmack an seiner neuen Aufgabe gefunden, ohne irgendetwas für sich zu beanspruchen. Diese Art gefällt Rudi Assauer sehr, und deshalb sagt er auch völlig entspannt: "Eddy macht sehr gute Arbeit", natürlich sei es auch möglich, dass der Holländer länger auf dem Chefsessel bliebe. Der FC Schalke stehe nicht unter Druck, "vorläufig werden wir in der Trainerfrage nicht aktiv".

Aber Achterberg würde auch so gut schlafen.

Manager Rudi Assauer wird in den nächsten Tagen ein Gespräch mit Clemens Tönnies führen. Der Vorsitzende des S04-Aufsichtsrates hatte Assauer heftig attackiert.

Gerd Strohmann

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23.9.2004 - Schalkes Spaß-Fußballer strahlen nach Elfmeter-Krimi - © dpa - Meldung vom 23.09.2004 13:33 Uhr nach WESTLINE

Kaiserslautern (dpa) - Spaßmacher Eddy Achterberg entwickelt sich immer mehr zur ernsthaften Trainer-Alternative beim FC Schalke 04 - Kollege Kurt Jara ist das Lachen beim 1. FC Kaiserslautern dagegen gründlich vergangen.

«Ich bin stinksauer. Buhrufe, Pfiffe von den Fans. Es geht die ganze Zeit gegen mich. Das, was hier abgeht, kann ich nicht mehr akzeptieren», schimpfte Jara, nachdem FCK-Anhänger seine Auswechslungen beim 3:4 im Elfmeterschießen gegen Schalke im Fritz-Walter-Stadion lautstark mit Unmutsbekundungen quittiert hatten. Am Morgen danach stellte Jara allerdings per Presseerklärung des FCK klar: «Es gibt bei mir keine Gedanken an einen Rücktritt.»

Gefühlsschwankungen erlebten auch die Schalker in dem lange Zeit wenig fesselnden und erst am Ende hochdramatischen Pokal-Krimi, der nach 120 Minuten 4:4 stand. 2:0 und 3:2 lag der viermalige Cup- Gewinner jeweils in Führung. «Das war ein traumhaftes Spiel für die Zuschauer, einfach unglaublich», meinte der Interimscoach: «Wir können ein oder zwei Tore kriegen, wir versuchen dann halt drei oder vier zu schießen.» Bleibt Achterberg nun Trainer auf Schalke? «Wir schauen von Woche zu Woche», meinte er selbst.
Dass ausgerechnet Lincoln - von 2001 bis zu diesem Sommer in Diensten des FCK - den entscheidenden Strafstoß verwandelte, sorgte für den Ausbruch zusätzlicher Emotionen. Der Brasilianer wurde vom Großsteil der 22 365 Zuschauer über die gesamte Spielzeit gnadenlos ausgepfiffen. «Die Pfiffe haben mich extrem motiviert», meinte er nach einer guten Vorstellung. Als der Sieg dank seines Elfmeters perfekt war, fiel die Anspannung vom Spielmacher ab: Minutenlang rannen ihm die Tränen über das Gesicht, Ex-Kollege Halil Altintop tröstete ihn. «Ich habe geweint, weil das ganze Stadion gegen mich war», bekannte Lincoln, dessen Augen auch eine Stunde nach dem Match noch immer wässrig und rot erschienen.

Doch sonst strahlten die Gäste vor Freude. Die Moral der Mannschaft sei einfach super, verkündete das Sturm-Duo Gerald Asamoah und Sand unisono. Richtig vermisst wird derzeit der in der Liga gesperrte und leicht verletzte Neuzugang Ailton offensichtlich nicht. «Die Spielfreude ist wieder zurück», betonte Sand, der unter Ex-Coach Jupp Heynckes sogar auf die Tribüne verbannt worden war und in Lautern seine Treffer Nummer fünf und sechs binnen sechs Tagen erzielte. Nach einem Torverhältnis von 12:7 in den vergangenen drei siegreichen Spielen brachte der Däne die Devise der Achterberg- Schützlinge auf den Punkt: «Scheiß egal, die Null muss nicht mehr stehen, Hauptsache wir gewinnen.»

In Kaiserslautern wird das vorrangige Ziel sein, die Fans endlich auf die Seite von Jara zu ziehen. Teile der Anhänger hatten beispielsweise die Einwechslung von Ferydoon Zandi minutenlang vehement gefordert, ehe der Trainer dann handelte. «Was hier abgeht, ist unglaublich. Alles, was Kurt Jara macht, wird kritisiert. Ich kann das nicht nachvollziehen», erklärte der Vorstandsvorsitzende René C. Jäggi und stellte sich damit klar hinter seinen Coach. Volle Rückendeckung erhielt Jara auch von der Mannschaft. «So behandelt man den eigenen Trainer nicht», betonte Kapitän Timo Wenzel.

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23.9.2004 - Lincolns letzter Schuss trifft ins Lauterer Herz - © WESTLINE

Kaiserslautern - Was für ein Krimi auf dem Betzenberg: Ausgerechnet der Ex-Lauterer Lincoln sicherte dem FC Schalke 04 am Mittwochabend um 21:34 Uhr den Einzug in die dritte Runde des DFB-Pokals. Der Brasilianer verwandelte den entscheidenden Strafstoß im Elfmeterschießen zum 8:7-Erfolg beim 1. FC Kaiserslautern. Nach 120 Minuten hieß es 4:4 (3:3, 0:1).

Die 22 365 Zuschauer erlebten eine Achterbahnfahrt der Gefühle. So schnell wird niemand dieses Spiel vergessen. Zunächst hatten die Gäste im Fritz-Walter-Stadion ein klares Übergewicht. Schon nach fünf Minuten hatten die mitgereisten Schalker Fans das erste Mal den Torjubel auf den Lippen. Nach glänzender Vorarbeit von Lincoln hatte Ebbe Sand jedoch Pech, dass sein Schuss vom Lauterer Verteidiger Timo Wenzel noch kurz vor der Linie geklärt wurde.

Diese große Möglichkeit wirkte auf die Platzherren keinesfalls wie ein "Weckruf." Im Gegenteil: Auch in der Folge hatten die Schalker mehr vom Spiel. In der 32. Minute war es dann soweit: Über die Stationen Sand, Oude Kamphuis, Varela und schließlich noch einmal Ebbe Sand hieß es 1:0 für die Gäste. Sand gelang damit sein fünftes Tor im dritten Spiel innerhalb einer knappen Woche. Wie reagierten die Lauterer? Sie fanden zunächst keine Antwort. Nur Halil Altintop hatte unmittelbar im Anschluss an die Schalker Führung eine gute Möglichkeit. Der Elf von Trainer Jara waren die vielen Umstellungen deutlich anzumerken. Der Coach verzichtete gegenüber dem 2:1-Sieg gegen den Hamburger SV am vergangenen Samstag auf Spielmacher Zandi, Riedl und Kosowski. Zudem fehlten Jara Torwart Wiese (Grippe), der von Thomas Ernst ersetzt wurde, und Stürmer Jancker (Oberschenkelprobleme). Von den nominell drei aufgebotenen Stürmern Seitz (links), Halil Altintop (Mitte) und Mikic (rechts) ging kaum Gefahr aus.

Doch als Seitz und Mikic ausgewechselt wurden, überschlugen sich die Ereignisse. Innerhalb von zwei Minuten hieß es 2:1 für die Gastgeber durch den eingewechselten Teber und ein Eigentor von Krstajic.

Doch Schalke bewies Moral. Lincoln schaffte den Ausgleich, und als Sand in letzter Minute das 3:2 gelang, schien die Partie entschieden. Doch ein Verzweiflungsschuss von Hertzsch brachte das nicht mehr für mögliche gehaltene 3:3 für die Pfälzer, denen in der Verlängerung durch Teber sogar das 4:3 gelang. Das war jedoch längst nicht der Schlusspunkt. Krstajic gelang per Kopf (116.) das 4:4, so dass das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen musste. Hier triumphierten die Schalker dank Torhüter Rost (hielt zwei Elfmeter) und Lincoln.

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21.9.2004 - Schalke 04 gewinnt 11-m-Krimi in Kaiserslautern - © dpa - Meldung vom 22.09.2004 21:40 Uhr

Kaiserslautern (dpa) - Dank Elfmetertöter Frank Rost hat der FC Schalke 04 die Erfolgsserie unter Interimscoach Eddy Achterberg fortgesetzt. Mit zwei gehaltenen Strafstößen rettete der Schlussmann den «Königsblauen» den 4:3-Erfolg im Elfmeterschießen beim 1. FC Kaiserslautern.

Nach regulärer Spielzeit hatte es 3:3, nach Verlängerung 4:4 gestanden. Vor 22 365 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion hatten Ebbe Sand (32./90.), der Ex-Lauterer Lincoln (78.) und Mladen Krstajic (116.) für Schalke getroffen. Selim Teber (59./95.), Krstajic (61./Eigentor) und Ingo Hertzsch (90./+1) waren auf Seiten der Pfälzer erfolgreich.

Die Lauterer, die nach Stammtorhüter Tim Wiese (Angina) auch noch Torjäger Carsten Jancker (Oberschenkelprobleme) ersetzen mussten, kamen fast eine Stunde lang überhaupt nicht zum Zuge. Die Gäste waren tonangebend und hatten durch Sand (5./21), Gerald Asamoah (17./26.) und Gustavo Varela (14.) schon eine Reihe guter Einschusschancen, ehe Sand nach Varelas Vorlage die sechste Möglichkeit zum überfälligen Führungstor nutzte. Die Vorarbeit leistete ausgerechnet der bis dahin starke Hervé Lembi, der Varela den Ball unfreiwillig vorlegte.

Der FCK tat sich im Aufbauspiel sehr schwer und bot vor allem in der Offensive lange eine dürftige Leistung. Fünf Umstellungen gegenüber dem Bundesliga-Spiel gegen den Hamburger SV (2:1) taten ihr übriges. Einzige nennenswerte Chance vor der Pause für die blassen Pfälzer war ein Schuss von Thomas Drescher (18.) ans Außennetz.

Nach Wiederanpfiff rächte es sich, dass die Gäste so fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen waren. Der erst wenige Sekunden zuvor eingewechselte Teber sorgte gleich mit seinem ersten Ballkontakt für den Ausgleich, zwei Minuten später köpfte dann Krstajic eine Zandi- Flanke ins eigene Netz. Die Gäste erholten sich jedoch schnell von diesem Doppelschock. Der ständig ausgepfiffene Ex-Lauterer Lincoln und Sand schienen Schalkes Sieg schon perfekt gemacht zu haben, ehe Hertzsch per 25-m-Schuss die Hausherren in die Verlängerung rettete.

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22.9.2004 - Assauer spielt mit dem Feuer - © Westfälische Rundschau

Gelsenkirchen. Clemens Tönnies, Vorsitzender des Aufsichtsrates des FC Schalke 04, hat Manager Rudi Assauer nach der Entlassung von Jupp Heynckes kritisiert und ihm mit Konsequenzen gedroht.

"Wenn er jetzt noch mal daneben greift, dann kriegt er´ es schwer - mit dem Aufsichtsrat und mit den Vorstandskollegen, weil er immer stur seine Meinung vertreten hat", sagte Tönnies der Süddeutschen Zeitung: "Wir sind uns einig, dass wir das jetzt noch mittragen, weil es auch sachliche Gründe für den Trainerwechsel gab. Aber er weiß, dass er mit dem Feuer spielt und jetzt Erfolg haben muss, sonst sehe ich ihn in Gefahr."

Der Fleischfabrikant bestritt außerdem, dass einige Spieler Heynckes’ Entlassung vorangetrieben hätten. "Das Problem Heynckes war kein Problem der Mannschaft, sondern eines von Rudi Assauer. Die beiden sind miteinander nicht klar gekommen", erklärte Tönnies.

Man müsse sich jetzt gemeinsam mit Assauer überlegen, wie es weitergeht: "Er ist 60 Jahre alt, und für einen Patriarchen kann es schlimm sein, zu spät abzudanken." Am 13. Oktober soll bei einer Vorstands- und Aufsichtsratssitzung die Situation erörtert werden. Tönnies wies außerdem mit Nachdruck darauf hin, dass der Aufsichtsrat über die Zukunft Assauers entscheiden. Er betonte: "Niemand ist unentbehrlich." Assauers Vertrag läuft am 30. September 2005 aus.

Finanziell stehe der Traditionsklub, der 60 Millionen Euro für Spielereinkäufe in den vergangenen fünf Jahren ausgegeben hat und einen Schuldenstand von über 100 Millionen Euro aufweist, vorerst nicht unter Druck. "Wir haben genügend Liquidität, um das Tagesgeschäft abzuwickeln. Mit dem Erreichen der Gruppenphase im Uefa-Pokal sind wir für dieses Jahr durch", sagte Tönnies. Der Unternehmer bezeichnete Assauer als "bienenfleißig und hochloyal. Aber er hat es hier und da überzogen, wir sind ja nicht in einem Fürstentum."

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22.9.2004 - "Assauer spielt mit dem Feuer" - © www.sport1.de nach einem Bericht der SZ

München - Clemens Tönnies, Vorsitzender des Aufsichtsrates des FC Schalke 04, hat Manager Rudi Assauer nach der Entlassung von Trainer Jupp Heynckes kritisiert und dem starken Mann im Klub bei ausbleibenden sportlichen Erfolgen mit Konsequenzen gedroht.

"Wenn er jetzt noch mal daneben greift, dann kriegt er's schwer - mit dem Aufsichtsrat und mit den Vorstandskollegen, weil er immer stur seine Meinungvertreten hat", sagte Tönnies im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

"Wir sind uns einig, dass wir das jetzt noch mittragen, weil es auch sachliche Gründe für den Trainerwechsel gab, aber er weiß, dass er mit dem Feuer spielt und jetzt Erfolg haben muss, sonst sehe ich ihn in Gefahr."

Der Fleischfabrikant aus Rheda-Wiedenbrück bestritt außerdem, dass einige Spieler Heynckes' Entlassung vorangetrieben hätten. "Das Problem Heynckes war kein Problem der Mannschaft, sondern eines von Rudi Assauer. Die beiden sind miteinander nicht klar gekommen", erklärte Tönnies.

Man müsse sich jetzt gemeinsam mit Assauer überlegen, wie es weitergeht: "Er ist 60 Jahre alt, und für einen Patriarchen kann es schlimm sein, zu spät abzudanken. Ich war nicht glücklich über diese Trainerentlassung, das gebe ich zu."

Am 13. Oktober soll bei einer Vorstands- und Aufsichtsratssitzung die sportliche Situation erörtert werden.

Tönnies wies außerdem mit Nachdruck darauf hin, dass der Aufsichtsrat auch in der Lage wäre, über die Zukunft Assauers bei den "Königsblauen" zu entscheiden. "Die letzte Entscheidung trifft formaljuristisch nur einer: der Aufsichtsrat", sagte der Chef des Gremiuns und fügte hinzu: "Niemand ist unentbehrlich."

Finanziell stehe der Traditionsklub, der 60 Millionen Euro für Spielereinkäufe in den vergangenen fünf Jahren ausgegeben hat und einen Schu ldenstand von über 100 Millionen Euro aufweist, vorerst nicht unter Druck.

"Wir haben genügend Liquidität, um das Tagesgeschäft abzuwickeln. Mit dem Erreichen der Gruppenphase im Uefa-Pokal sind wir für dieses Jahr durch", sagte Tönnies.

Der Unternehmer bezeichnete Assauer als "bienenfleißig und hochloyal. Aber er hat es hier und da überzogen, wir sind ja nicht in einem Fürstentum. Er ist in den vergangenen Jahren teamfähiger geworden, nach außen mimt er den Macho, das soll er auch."

Tönnies sieht "insgesamt den Erfolg auf Schalke, und wir haben einen Manager, der Schalke nach außen repräsentiert wie es ist, ein bisschen verrückt, aber liebenswert."

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22.9.2004 - "Assauer weiß, dass er mit dem Feuer spielt" - © Süddeutsche Zeitung

Clemens Tönnies ist Vorsitzender des Aufsichtsrats beim FC Schalke 04, dem er seit 1995 angehört. Im SZ-Interview nimmt er Stellung zur Entlassung von Trainer Jupp Heynckes und spricht über unruhige Zeiten bei Schalke 04 und die Risikopolitik von Rudi Assauer.

SZ: Herr Tönnies, Schalke hat Schulden, keinen Cheftrainer mehr und steht vor den Wochen der Wahrheit. Wie gefährlich ist die Situation?

Clemens Tönnies: Die finanzielle Situation drückt nicht. Wir haben genügend Liquidität, um das Tagesgeschäft abzuwickeln. Dieses Jahr kommen wir durch.

Manager Rudi Assauer ist nach der Entlassung von Trainer Jupp Heynckes in die Kritik geraten und scheint viel zu grübeln, aber nach außen gibt er sich kämpferisch.

Er hat sehr damit zu kämpfen, was abgelaufen ist. Für mich ist dieser Trainerwechsel auch keine Sache, die nur von der Mannschaft ausgegangen ist, sondern auch von Assauer selbst, mit welchen Methoden auch immer, das will ich nicht kommentieren. Rudi Assauer hat erkannt, dass er jetzt nur noch Erfolg haben kann. Wenn er jetzt noch mal daneben greift, dann kriegt er's schwer.

Mit wem?

Mit dem Aufsichtsrat und mit den Vorstandskollegen, weil er immer stur seine Meinung vertreten hat. Wir sind uns einig, dass wir das jetzt noch mittragen, weil es auch sachliche Gründe für den Trainerwechsel gab, aber er weiß, dass er mit dem Feuer spielt und jetzt Erfolg haben muss, sonst sehe ich ihn in Gefahr.

Rudi Assauer sagt, seine Bilanz beim FC Schalke 04 sei unter dem Strich noch immer positiv.

So eine persönliche Aufrechnung ist nicht wertfrei. Der Erfolg der Arena und die Erfolge auf Schalke sind nicht allein ihm zuzuschreiben. Er macht seine Aufgabe hervorragend, aber man muss die Arbeit eines Teams bewerten.

Was hat er erreicht auf Schalke?

Das hieße jetzt, Eulen nach Athen zu tragen. Rudi Assauer ist bienenfleißig und hochloyal, aber er hat es hier und da überzogen, wir sind ja nicht in einem Fürstentum. Er ist in den vergangenen Jahren teamfähiger geworden, nach außen mimt er den Macho, das soll er auch.

Ich sehe insgesamt den Erfolg auf Schalke, und wir haben einen Manager, der Schalke nach außen repräsentiert wie es ist, ein bisschen verrückt, aber liebenswert. Eigentlich gibt es gar nicht viel zu kritisieren, wir müssen nur darüber nachdenken, wie wir in Zukunft mit Rudi Assauer umgehen, denn im nächsten Jahr stehen Wahlen an, und wir müssen die Vertragsverlängerungen machen, das sind Fragen, die wir beantworten müssen.


Rudi Assauers jüngere Bilanz auf Schalke beinhaltet vier Trainerwechsel in zwei Jahren, 60 Millionen Euro für Spielereinkäufe in fünf Jahren, über 100 Millionen Euro Schulden.

Das sind genau die Dinge, über die wir diskutieren müssen. Aber das hat er nicht allein zu verantworten, sondern der gesamte Vorstand. Wir sind zum Erfolg verdammt, wir werden diesen Erfolg einfahren, das kriegen wir hin. Wir sind finanziell nicht in Gefahr, wenn wir vernünftig kicken.

Der Verein ist durchaus in Gefahr. Was, wenn es im UI-Cup schief gegangen wäre, was, wenn Schalke am Mittwoch im DFB-Pokal in Kaiserslautern ausscheidet?

Wenn wir im UI-Cup nicht weitergekommen wären, hätten wir Marcelo Bordon vom VfB Stuttgart nicht geholt, den haben wir in letzter Sekunde verpflichtet. Wir sind kein Sparklub. Wir nehmen die Mittel, die wir zur Verfügung haben, und setzen sie ein, um oben mitzuspielen. Unsere Bilanz
kann nur der sportliche Erfolg sein. Wir haben eine Finanzplanung, die vom Wirtschaftsrat geprüft wird, und mit dem Erreichen der Gruppenphase im Uefa-Pokal sind wir für dieses Jahr durch.


Die Kritik an Assauer wird lauter. Ist er noch der Richtige für Schalke?

Wir müssen uns jetzt mit ihm zusammen Gedanken machen, wie es weitergeht. Er ist 60 Jahre alt, und für einen Patriarchen kann es schlimm sein, zu spät abzudanken. Ich war nicht glücklich über diese Trainerentlassung, das gebe ich zu.

Rudi Assauer wusste, was für ein Typ Jupp Heynckes ist - wie kann er sich hinterher beschweren, dass der altmodisch ist?

Das "Problem Heynckes" war kein Problem der Mannschaft, sondern eines von Rudi Assauer. Die beiden sind miteinander nicht klar gekommen.

Wenn der Trainer keinen Erfolg mit der Mannschaft hat, wird er vom Manager zur Verantwortung gezogen. Wenn der Manager aber mit seinen Trainern keinen Erfolg hat, muss der Aufsichtsrat reagieren.

Das ist normal, aber wir müssen jetzt noch drei, vier Spiele abwarten. Wenn wir die gewinnen, brauchen wir den Manager nicht in Frage zu stellen.

Sie haben gesagt, es stehen Gespräche an. Wann?

Wir haben am 13. Oktober Vorstands- und Aufsichtsratssitzung, da besprechen wir die sportliche Situation.

Rudi Assauer sagt: "Wann ich aufhöre, entscheide nur ich!"

Dann muss er in die Satzung gucken, da steht drin, wer zu sagen hat, wann er aufhört.

Warum ignoriert er, dass es mit dem Aufsichtsrat ein Kontrollgremium gibt, das auch für ihn gelten sollte?

Weil er das vielleicht noch nicht verstanden hat.

Er entscheidet also nicht allein, wann er aufhört?

Nein. Wir werden einem verdienten Mitarbeiter wie Rudi Assauer immer das letzte Wort gönnen, aber die letzte Entscheidung trifft formaljuristisch nur einer: der Aufsichtsrat.

2005 laufen die Verträge der vier Vorstandsmitglieder aus, gehen sie davon aus, dass sie verlängert werden?

Wir haben im Augenblick eine Diskussion im Aufsichtsrat, wonach wir darüber nachdenken, die Verträge bei Vorstandsmitgliedern, die über 60 sind, nicht mehr um fünf Jahre zu verlängern, sondern nur ein oder zwei Jahre. Das hat aber nur mit dem Alter zu tun und nichts mit der Qualität der Arbeit.

Wundern Sie sich über die Diskussion in den Medien über Assauer?

Ich wundere mich in dieser Branche über gar nichts mehr. Wenn ich insbesondere den guten Kontakt von Rudi Assauer zu bestimmten Teilen der Presse sehe, und lese jetzt die Geschichte eines Schwächeanfalls, dann leisten die eine gute Arbeit für ihn.

Wie konnte es überhaupt zu Assauers Allmacht auf Schalke kommen?

Die gibt es so auch nur in der Außendarstellung und liegt in der Person begründet. Seinem neuen Trainer in der Pressekonferenz gleich unwirsch über den Mund zu fahren, würde mir nicht passieren. Aber das ist Rudi Assauer. So lieben ihn die Fans, so kodderig wie er ist.

Es geht aber nicht nur um Image und Liebenswürdigkeit. Assauer fungiert bei allen 17 Schalker Tochtergesellschaften als Geschäftsführer...

...dafür bekommt er kein Geld...

...aber wenn mal ein neuer Manager kommt, braucht der Monate, um sich in diesem Konstrukt zurecht zu finden, das macht einen Wechsel schwierig.

Überhaupt nicht. Die Dinge sind sehr übersichtlich. Auf so etwas wären wir vom Aufsichtsrat oder vom Wirtschaftsbeirat auch nicht hereingefallen, dass sich einer dadurch unaustauschbar macht.

Assauer ist für Schalke also nicht unentbehrlich?

Niemand ist unentbehrlich.

Interview: Ulrich Hartmann

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21.9.2004 - "Wir haben den Trainer nicht entlassen" - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Ebbe Sand atmet tief durch. "Das waren die wohl turbulentesten Tage während meiner Zeit beim FC Schalke 04", meint der dänische Torjäger. "Die Entlassung von Jupp Heynckes ging Ruck-Zuck, wir sind seitdem unglaublich gefordert."

WESTLINE: Ebbe Sand, Sie sind vorgeprescht und haben gesagt, die Beurlaubung sei richtig gewesen. Warum?

Sand: Es gehört in meine Verantwortung, die Entscheidung zu unterstützen. Aber es war auch meine ehrliche persönliche Meinung. Es ging auch darum, wieder Ruhe in den Klub zu bringen. Denn wir wussten ja, dass es heißt, das Team braucht ein Alibi, es hat wieder einen Trainer entlassen. Aber wir haben ihn nicht entlassen, ich hätte mir gewünscht, er hätte vielleicht etwas geändert.

Aber zieht denn irgendeiner in Zweifel, dass Jupp Heynckes ein absoluter Fachmann ist?

Nein, aber es fehlte an anderen Dingen. Wir waren keine eingespielte Truppe, es wurde zuviel rotiert, auch beim System. Und nicht jeder hat auf seiner idealen Position gespielt. Christian Poulsen gehört vor die Abwehr und nicht auf Rechtsaußen.

Und plötzlich ist alles vergessen, spüren alle eine regelrechte Aufbruchstimmung?

Es ist schon verrückt, wie schnell das alles geht. Innerhalb von 48 Stunden ist alles in Ordnung, alle sind gut gelaunt, auch die Reservisten kommen mit einem Lachen. Es besteht wieder ein Vertrauensverhältnis.

Und das alles soll in wenigen Tagen bewirkt worden sein? Müssen nicht alle auch ein schlechtes Gewissen haben, wenn jetzt wieder soviel von Charakter und Moral die Rede ist?

Wir alle wussten natürlich, dass wir jetzt sehr stark unter Druck stehen. Der Manager hat uns aufgefordert, jetzt ganz eng zusammenzurücken. Aber es ist enorm wichtig, dass du Vetrauen spürst, keine Angst vor Fehlern hast. Und schon blühen einige auf, schon kommt die Spielfreude.

Wie wichtig ist Eddy Achterberg in dieser Situation?

Schon wichtig. Er ist immer ein lockerer Typ, versucht Dinge zu machen, die uns zum Lachen zu bringen.

Also bleibt Eddy Achterberg auf dem Cheftrainer-Sessel?

Ich kann mir hier alles vorstellen, wenn es so weitergeht. Aber ich glaube, dass in ein paar Wochen ein anderer Trainer kommt.

Was ist denn sportlich nun noch möglich? Sie wollten doch immer mit Schalke mal Meister werden?

Alles ist möglich, ich sage doch nicht nach dem 5. Spieltag, es ist unmöglich, Meister zu werden. Wir haben den besten Kader der letzten Jahre, man muss immer an große Ziele glauben.

Gerd Strohmann

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20.9.2004 - "Jetzt geht die Saison richtig los" - © Sport1.de

Gelsenkirchen - Die Worte der Woche auf Schalke: "Spaß" und "Lockerheit". Unter Trainer Eddy Achterberg scheinen beide zurückgekehrt zu sein. Nach der Demission von Jupp Heynckes sind die königsblauen Kicker plötzlich aufgeblüht - auf dem Rasenviereck und außerhalb.

"Jetzt bin ich ein fröhlicher Bankdrücker", scherzte Jörg Böhme gegenüber Sport1. Kämpferisch fügt der Nationalspieler hinzu: "Meine Spiele werden noch kommen." Kommen auch weitere Spiele unter der Regie von Eddy Achterberg hinzu?

Abwehrspieler Niels Oude Kamphuis bekennt sich im Sport1-Interview klar zum neuen Trainer. Der Niederländer spricht auch über die Methoden von Jupp Heynckes, warum er in der Mannschaftssitzung als einziger alles versteht und natürlich über die Renaissance von "Spaß" und "Lockerheit".

Sport1: Wie erklären Sie sich die Schalker Verwandlung innerhalb einer Woche - vom indiskutablen 0:3 in Wolfsburg über den Sieg im Uefa-Cup bis zum 3:2-Erfolg gegen Gladbach?

Niels Oude Kamphuis: Nach dem Wolfsburg-Spiel war klar, dass man etwas ändern musste. Der lettische Gegner im Uefa-Cup war natürlich kein richtiger Maßstab. Vor dem Spiel gegen Gladbach haben wir uns gesagt, dass wir eigentlich eine gute Truppe sind und das jeder für jeden kämpfen muss. Das hat sich ausgezahlt.

Geht die Saison für den FC Schalke 04 jetzt erst richtig los?

Das kann man so sagen.

Was macht denn Eddy Achterberg anders als Jupp Heynckes? Ist die vielbeschworene neue Lockerheit ein Erfolgsgeheimnis?

Die Disziplin, die unter Heynckes geherrscht hatte, hat sich ein bisschen geändert. Auf dem Platz hat man gesehen, dass wir wieder füreinander gekämpft haben. Das wollten wir vorher auch, aber es klappte einfach nicht so. Gegen Gladbach war mehr Zusammenspiel und Konzept zu sehen. Wir haben einfach besser gespielt... .

...geht das denn so schnell und einfach?

Wir haben unter Heynckes viel Doppelpässe, das Spiel mit ein bis zwei Kontakten, das schnelle Spiel trainiert. Das hat man in den letzten Spielen, wo er noch da war, nicht mehr gesehen. Das Selbstvertrauen war weg.

Aber Eddy Achterberg war ja vorher auch da. Hat er da überhaupt Einfluss gehabt?

Jupp Heynckes hat das letzte Wort gehabt. Das ist häufig so, wenn ein neuer Trainer auf der Bank sitzt - auf einmal läuft's.

Macht denn Fußballspielen mehr Spaß, wenn da einer mit nicht so einer verkniffenen Miene auf der Bank sitzt.

Es macht sicherlich mehr Spaß. Das merkt man der Truppe auch an. Auch für die Fans haben wir eine gute Antwort gegeben. Denn, als wir die Spiele alle verloren haben, wurde es natürlich immer schlimmer. Auch die UI-Cup-Spiele, die wir irgendwie gewonnen haben, waren ja nicht gut.

Also kam der Wechsel vom deutschen Disziplinfanatiker zum, salopp gesagt, niederländischen Spaßvogel genau zur richtigen Zeit.

(lacht): Ich glaube, ich bin der einzige, der in der Mannschaftssitzung etwas versteht. Es ist jetzt einfach etwas anderes. Aber wenn man jetzt zwei Jahre einen hätte, der nur Spaß vermittelt, dann braucht man wieder einen, der Disziplin reinbringt. So ist das im Fußball. Man sieht jetzt auf dem Platz, dass die Lockerheit wieder da ist. Man kann noch so gut Fußball spielen - wenn das Selbstvertrauen bei jedem einzelnen fehlt, hilft es nichts.

Hat Eddy Achterberg so eine Art mentale Blockade im Team gelöst?

Schon vor dem Spiel gegen Gladbach habe ich gemerkt, dass eine andere Stimmung herrschte. Ich stand mit Ebbe Sand auf dem Platz, und wir haben gesagt, das gewinnen wir heute. Alle Spieler waren zu hundert Prozent dabei.

Können Sie sich eine längerfristige Zusammenarbeit vorstellen?

Es läuft gut, wir holen die Punkte. Was will man mehr?

Das Gespräch führte Alex Westhoff

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20.9.2004 - "Hühnerfell" für alle - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Und schon war der "Eddy-Shuffle" geboren. In eher unsortierter Schrittfolge hüpfte Eddy Achternberg auf den Rasen, umarmte alle und jeden, drückte manche besonders Atem raubend an die holländische Brust, ließ mit den Fans die Welle fließen und warf ihnen Kusshändchen zu.

Das pure Vergnügen nach reichlich harter Arbeit. Dieser 3:2-Erfolg des FC Schalke 04 gegen eine gute Borussia aus Mönchengladbach war so erfrischend erspielt und so schwer erkämpft, da durften die Feierlichkeiten schon mal ein wenig intensiver ausfallen.

"Hühnerfell", sollte Eddy Acherberg später sagen, einfach nur "Hühnerfell" habe er gespürt. Der Ausdruck unserer niederländischen Nachbarn für Gänsehaut, an diesem Nachmittag die Bezeichnung für grenzenlose Erleichterung, für die schiere Freude, für manche auch Genugtuung. Rudi Assauer glaubte sich sogar bei den Journalisten bedanken zu müssen.

Mehr als heftig sei die Truppe in den letzten Tagen kritisiert und beschimpft worden, "die Jungs haben viel um die Ohren gekriegt, heute haben sie die richtige Antwort gegeben, Charakter und Moral bewiesen". Im allgemeinen Freudentaumel wollte lieber keiner fragen, wo sie diese selbstverständlichen Tugenden vorher versteckt hatten.

Am Samstag zumindest boten zwei Mannschaften eine jederzeit unterhaltsame, stellenweise sogar packende Partie. "Wir haben zweimal fünf Minuten schlecht gespielt", sagte Achterberg, jeweils zu Beginn beider Hälften. Da durfte Korzynietz reichlich ungehindert zum 1:0 einschießen, da durfte Neuville gleich nach dem Pausentee treffen. Zwischendurch hatte Pander mit einem prächtigen Freistoß den Ausgleich erzielt, hatte insbesondere Varela sein privates Duell mit Kampa eröffnet. Zweimal siegte der Gladbacher Schlussmann, in der 59. Minute jubelte nur noch der schnelle Mann aus Uruguay.

"Wir haben heute gekämpft wie die Verrückten", sagte Achterberg. Einer war besonders verrückt. Ebbe Sand drohte schon über seine Füße zu fallen, da schnappte er sich noch einmal beherzt den Ball, sein Linksschuss passte genau ins Eck zum 3:2.

Später, als Achterberg noch sein "Hühnerfell" pflegte, sandte Rudi Assauer schon wieder neue Botschaften. Er habe schon vor der Partie gespürt, die Truppe habe "gebrannt, die Bremse sei gelöst", aber warum, wisse er auch nicht. Wenn die Elf so weiterspiele, "dann haben wir eine schöne Zeit vor uns. Die Saison beginnt eigentlich erst jetzt für uns". Schade, dass sie vier Spieltage verschenkt haben.

Gerd Strohmann

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19.9.2004 - Schalke zeigt große Moral - Assauer-Lob - © dpa - Meldung vom 19.09.2004 10:33 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Nur 48 Stunden. Wie in dem gleichnamigen Film haben die Fußball-Profis des FC Schalke 04 unter der Regie von Eddy Achterberg ihre Mission erfüllt, eine erstaunliche Wandlung vollzogen und mit zwei überzeugenden Siegen die Hoffnung auf bessere Zeiten genährt.

Dem 5:1 im UEFA-Cup gegen Liepajas Metalurgs am Tag nach der Entlassung von Jupp Heynckes ließen die Königsblauen einen mit Leidenschaft und Moral erkämpften 3:2-Heimerfolg über Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga folgen.

«Diese zwei Siege in zwei Tagen sind unglaublich wichtig für uns und den Verein. Wir haben gezeigt, dass wir eine super Mannschaft sind, die jeden schlagen kann», sagte Ebbe Sand erleichtert. Der von einer Hirnhautentzündung genesene Däne avancierte wie gegen die Letten, als er gleich drei Mal erfolgreich war, auch gegen Gladbach zum Matchwinner. In der 66. Minute verwandelte der 32 Jahre alte Torjäger mit dem Siegtor die mit 61 524 Zuschauern ausverkaufte Arena AufSchalke in ein blau-weißes Tollhaus.

Zuvor hatten Sand und seine Mitstreiter zwei Mal einen Rückstand durch Bernd Korzynietz (5.) und Oliver Neuville (47.) verkraften müssen. Doch der Schock zu Beginn beider Spielhälften wurde rasch verdaut. Abwehrspieler Christian Pander mit einem herrlichen direkt verwandelten Freistoß (34.) und der überragende Gustavo Varela (60.) konnten jeweils ausgleichen und den Grundstein zum Sieg legen. «Wir waren heute als Mannschaft gefordert, sind zwei Mal zurückgekommen und haben die richtige Antwort gegeben», frohlockte Sand - und genoss den Augenblick: «Schöner kann man nicht gewinnen.»

Auch Rudi Assauer hat man seit Wochen nicht so erleichtert gesehen. Harsche Kritik von Fans und Medien hatte er einstecken müssen, weil die Heynckes-Ablösung für viele nicht nachvollziehbar war. Nun sprang das Team dem Manager mit der «besten Leistung seit einen Dreivierteljahr» beiseite und bestätigte im Nachhinein die Richtigkeit seines Handelns.

Wie von Fesseln befreit wirkte die Elf, in der Gerald Asamoah den in der Liga gesperrten Ailton vertrat. Auch wenn Schalke vor allem bei den Gegentoren noch einige Abwehrprobleme offenbarte, scheint die Blockade gelöst. «Eddy hat seine Arbeit hervorragend getan. Aber das größte Lob gilt der Truppe. Sie hat eindrucksvoll bewiesen, welchen Charakter sie hat. Das Drehbuch hätte niemand besser schreiben können», sagte Assauer voller Genugtuung.

Er sei kein Psychologe, meinte er, und lieferte gleichwohl Ansätze schlüssiger Erklärungen für die Leistungsexplosion. «Irgendwo war eine Bremse drin», meinte Assauer, der Heynckes' Fachkompetenz zwar nicht generell in Frage stellte, ihm aber knallhart Defizite im Umgang mit den Profis attestierte. Als Parade-Beispiel nannte er Christian Poulsen, den der Ex-Coach «runtergezogen» habe. Assauer: «Heynckes ist ein guter Trainer. Aber was er durchsetzen wollte, hat hier nicht funktioniert. Man darf die Spieler nicht kaputt reden, sondern muss ihnen den Rücken stärken und Vertrauen schenken.»

Da Achterberg dies offenbar gelingt, könnte die Interims- sogar zur Dauerlösung werden. Assauer betonte, er habe das dicke Paket von Bewerbungen auf seinem Schreibtisch noch nicht angeschaut. Bis auf weiteres setzt er auf den kumpeligen Niederländer, der optimalen Zugang zum Team findet. Der 57-Jährige weiß das Vertrauen von Fans, Vorstand und Spielern zu schätzen, doch die Chef-Rolle ist ihm nicht ganz geheuer: «Wenn nächste Woche ein anderer käme, wäre das okay. Dann bin ich eben wieder Co-Trainer. Ich bleibe der Eddy.»

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19.9.2004 - Rudi Assauer: "Ich habe ans Aufhören gedacht!" - © BaMS

BILD am SONNTAG: Eddy Achterberg sagte, dass er bei weiteren Siegen vielleicht doch Appetit bekäme, Cheftrainer zu werden...

Schalke-Manager Rudi Assauer (60): Er ist jetzt der Chef, macht Taktik und Aufstellung. Wenn es mit ihm weiter so fluppt wie gegen Gladbach, hätte ich nichts gegen ihn.

Sie haben rund 20 Bewerbungen für den Cheftrainer-Posten vorliegen...

Die liegen ungelesen in meinem Büro. Ich schwöre, ich habe bisher nicht eine Sekunde über einen Mann von draußen nachgedacht.

Haben Sie vor dem Spiel zur Mannschaft gesprochen?

Ja, und wie! Ich habe ihr eingebläut - ihr habt Charakter. Jetzt zeigt es den Fans!

Nach dem Schlusspfiff haben Sie nur ganz kurz gejubelt.

Ich bin einfach müde. Ich habe auch schon darüber nachgedacht, ob ich überhaupt noch genügend Kraft habe oder ob ich aufhören soll. Nach dem Sieg glaube ich aber, dass ich doch noch eine Weile hier bin.

Haben Teile der Mannschaft gegen Jupp Heynckes gespielt?

Dazu will ich keinen konkreten Kommentar abgeben. Aber so viel muss erlaubt sein, den Poulsen hat der Jupp zum Beispiel immer nur runtergeredet und hat ihm permanent Fehler vorgehalten. Der Junge war am Ende doch ganz ohne Leben. Gegen Gladbach war er sicherlich auch noch weit von seiner Bestform entfernt. Aber er hat gefightet, er hat gezeigt - ich lebe noch. Genau das war die richtige Antwort!

Ebbe Sand hat gesagt, dass die Entlassung von Heynckes richtig war.

Ebbe hat sich wahnsinnig weit aus dem Fenster gelehnt. Aber ich muss ihm ein Kompliment machen: Er hat sich einen Brocken aufgeladen, von dem man erschlagen werden kann. Das zeugt von Charakter und Willensstärke. Überhaupt ein Kompliment für die Mannschaft: Die Leistung gegen Gladbach war die beste seit einem Dreivierteljahr.

Was wird aus "Problemfall" Ailton?

Mit ihm werde ich bald ein langes Gespräch führen. Bei dem kriege ich auch noch aus der Birne, dass er glaubt, nur an seinen Toren gemessen zu werden.

Bernd Weber

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18.9.2004 - Schalke ringt Gladbach 3:2 nieder - © dpa - Meldung vom 18.09.2004 18:04 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Der FC Schalke 04 hat drei Tage nach der Entlassung von Trainer Jupp Heynckes in die Erfolgsspur zurück gefunden. Trotz zweimaligen Rückstandes bezwang der Revierclub Borussia Mönchengladbach dank einer tollen Moral mit 3:2 (1:1).

Vor 61 524 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Arena AufSchalke ging Gladbach durch Bernd Korzynietz (5.) und Oliver Neuville (47.) zwei Mal in Front. Doch Christian Pander (34.), Gustavo Varela (60.) und Ebbe Sand (66.) machten in einem mitreißenden Bundesligaspiel den zweiten Saisonsieg perfekt.

Interimstrainer Eddy Achterberg, der seit der Heynckes-Entlassung in der Verantwortung steht, lobte vor allem die tolle Einstellung seiner Elf. «Sie hat sich auch nach dem Rückstand nicht aufgegeben und ist zwei Mal zurück gekommen», sagte der 57-Jährige, der sich über den zweiten Erfolg innerhalb von zwei Tage0n freute. Fach stand dagegen der Schrecken ins Gesicht geschrieben: «Wir hätten nach dem 1:0 nachlegen müssen. In der 2. Hälfte haben wir zwei Gegentore wegen mangelhaften Zweikampfverhaltens bekommen. Doch Schalkes Sieg geht in Ordnung.»

Achterberg hatte der selben Startformation wie beim 5:1 im UEFA-Cup gegen Liepajas Metalurg nur 45 Stunden zuvor vertraut. Doch noch ehe die Königsblauen sich richtig sortiert hatten, stand es bereits 0:1. Gladbachs Rechtsverteidiger Korzynietz hatte sich im Mittelfeld den Ball geschnappt, einige Schalker umkurvt und aus rund 16 Metern Schalke-Keeper Frank Rost mit einem haltbar scheinenden Schuss überrascht. Die Gastgeber waren so konsterniert, dass sie nur zwei Minuten später beinahe sogar das 0:2 durch Oliver Neuville hinnehmen mussten. Dabei fehlte es in der Vierer-Abwehrkette an der richtigen Abstimmung.

Erst danach fand Schalke besser ins Spiel und setzte die Borussen, die mit Thomas Broich für Ivo Ulich antraten, stark unter Druck. Im Mittelfeld führte der Brasilianer Lincoln Regie und leitete gefährliche Angriffe ein. Nur im Abschluss haperte es zunächst: Weder der agile Uruguayer Varela (9./10./37.) noch Marcelo Boron (16.) und der dreimalige Torschütze vom Donnerstag, Ebbe Sand, vermochten den starken Darius Kampa im Tor zu überwinden. Erst der junge Pander brachte die Schalke-Fans zum Jubeln. Nachdem Bordon zwei Mal aus ähnlicher Position scheiterte, zirkelte der 21 Jahre alte Abwehrspieler das Leder mit einem direkten Freistoß zum hoch verdienten Ausgleich in den Winkel. Für Pander war es das erste Tor im vierten Bundesligaspiel.

Nach dem Wechsel wurde Schalke wieder kalt erwischt. Erneut schien Rost nicht mit einem Fernschuss zu rechnen, Neuville nahm Maß und traf flach ins Eck. So mussten die Schalker, die sich spielerisch wie kämpferisch verbessert zeigten, erneut eine Kräfte zehrende Aufholjagd starten. Die Borussia war vor allem bei Kontern stets brandgefährlich. Dennoch reichte es am Ende nicht zum ersten Sieg auf Schalke seit 12 Jahren, weil Varela nach einer Stunde seine gute Leistung mit dem 2:2 krönte und Schalkes Publikumsliebling Sand den 3:2-Siegtreffer markierte.

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18.9.2004 - Als Rudi den Jupp überzeugte - © www.blutgraetsche.de

"Dass wir scheiße waren, dass es Mist und blamabel war, das wissen wir selbst. Was soll ich jetzt machen? Mir die Kleider vom Leib reißen und Schalke, Schalke brüllen?" Nein, Herr Rost, das ist nicht mehr nötig. Aber als Denkansatz wurde die Idee aufgegriffen. Trainer Jupp Heynckes durfte zumindest die Schalke-Klamotten abgeben und das mit dem „Schalke, Schalke“-Brüllen hat in bester Gewohnheit der Manager übernommen. Ach was red ich, Manager… pffft. Assauer ist ja nicht ein Manager, wie viele andere Sterbliche der Bundesliga, er ist der Kiez-König von Gelsenkirchen. Mein Haus, mein Stadion, mein Verein… meine Entscheidung? Wie schon die Entscheidung vor der Saison nicht mehr auf der Trainerbank zu sitzen. „Ich habe immer gesagt…“ (Warum fangen solche Aussagen eigentlich immer mit demselben Verweis auf vergangen-vergessene, ähnlich nichtige Aussagen an?) „Ich habe immer gesagt, wenn ich mal 60 bin, dann sitze ich nicht mehr auf der Trainerbank.“

Grundlage dieses vorbildlichen und selbstlosen Verhaltens sollte der Rückzug aus dem eher operativen Geschäft sein. Der Trainer ist ja schließlich auch nicht nur zum „Schalke, Schalke“-Brüllen geholt worden… dann kann er ja vielleicht auch mal alleine ne Aufstellung machen. Bereits am ersten Spieltag wurde diese hehre Maxime aber wieder verworfen. Rudi, in Bremen sprichwörtlich im Dunkeln gelassen, stellte fest, dass man bei Werder plötzlich auch kein Bier mehr für lau bekommt, und außerdem war es im Stadion so duster, da muß man besser wieder runter und aufpassen, dass Klein-Jupp nicht noch einen Fehler macht.

Und jetzt, nach vier Spieltagen schaute Rudi mal wieder in die Bücher, was ja sein eigentlicher Job neben Trainer-Nanny ist, und ihm wurde langsam etwas mulmig. 102 Mio. €uro Verbindlichkeiten, die „Millionenelf“ funktioniert genauso wenig wie in seiner aktiven Zeit 1971/72, und alle zehn Minuten rufen noch immer potentielle Käufer für sein Stadion an, die seine Aussage etwas mißinterpretiert hatten… Wenn man jetzt nicht gegen Liepajas Metalurgs den Vergleich im UEFA-Cup gewinnt, wird’s langsam eng. Leverkusener Finanzberater und das Internationale Bankhaus Bodensee scharren bereits mit den Hufen… „Genau der richtige Zeitpunkt um auf den Co-Trainer umzustellen“, dachte sich Rudi, und bat Heynckes zu einem Gespräch.

Trotz des Einfühlungsvermögens eines Presslufthammers, hat er ganz offensichtlich sein gesamtes diplomatisches Geschick zusammengerauft. Denn sein „eigentliches Ziel war es, den Trainer umzustimmen“. Sicher! Deshalb redete er mit Engelszungen auf ihn ein, beschwor ihn gar. Aber wie genau? "Er ist ein Trainer alter Schule. Er wollte sein Ding weiter durchziehen und ließ sich nicht überzeugen, gewisse Dinge anders zu machen. Aber wir haben es ja mit einer Generation von Fußballern zu tun, die nicht mehr in die sechziger und siebziger Jahre passen.“ Ja, ich kann mir bildlich vorstellen wie sehr Assauer bemüht war umzustimmen und ihm, ganz nebenbei, vorwarf Fußball wie zur Gründerzeit der Liga spielen zu lassen…

Und nach außen? Wie wurde das Thema so kurz vor einem der wichtigsten Spiele der jungen Saison verkauft? „Wir…“ Wir ist hierbei als königliches Wir zu verstehen! “Wir haben dabei in vielen Gesprächen mit allen Beteiligten den Eindruck gewonnen, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nicht so intakt war, um auf absehbare Zeit Besserung herbeizuführen. Dies sah Jupp Heynckes, mit dem wir unsere Erkenntnisse diskutiert haben, in unserer abschließenden Unterredung ähnlich.“ Und wie der das ähnlich sah! Wo Rudi es ihm doch so einfühlsam beigebracht hat… Da konnte sich selbst der sture Heynckes, der sich sonst „nicht überzeugen ließ“ der Assauerschen Logik nicht verwehren.

Sowohl Thomas Schaaf als auch Bremens Amateurtrainer Thomas Wolter haben jedenfalls zur Zeit den Stecker ihres Telephons gezogen und das Handy ausgeschaltet. Irgendwann wurden die Anrufe einfach lästig.

Ja, findet auch,

Euer Beck’s

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17.9.2004 - Fan-Protest, Sand-Sturm und ein Thon-Ultimatum - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Als er nach 65 Minuten ausgewechselt wurde, begleitete ihn ein lang anhaltender Applaus: Ebbe Sand war der Spieler des Abends beim Schalker 5:1 (1:1)-Erfolg im Hinspiel der ersten Runde des UEFA-Cups gegen das lettische Team von Liepajas Metalurgs.

Ausgerechnet Sand, der wohl keine unwesentliche Rolle bei der Entlassung von Jupp Heynckes gespielt hatte. Denn als selbst der sonst immer freundlich und besonnen daher kommende Däne Trainer Heynckes nach der 0:3-Schlappe in der Bundesliga in Wolfsburg kritisiert hatte, weil dieser ihm nach seiner Hirnhautentzündung nur einen Tribünenplatz zugewiesen hatte, waren Unstimmigkeiten zwischen Trainer und Team offenkundig.

Doch mit drei Toren in seinem 41. Europacupspiel (so viele gelangen ihm in einem internationalen Spiel noch nie) trug der 32-Jährige wesentlich dazu bei, dass der FC Schalke 04 so gut wie sicher die Gruppenphase des UEFA-Cups erreicht hat. Die Tore Nummer vier und fünf gingen auf das Konto von Kobiashvili und des erst in der zweiten Halbzeit eingewechselten Asamoah, der über sein spätes Mitwirken offenkundig gar nicht glücklich schien.

Im Rückspiel in Lettland dürfte für die "Königsblauen" nichts mehr anbrennen, doch überzeugend war die Leistung der Schalker vor allem in der ersten Halbzeit längst nicht. Für die Bundesliga kann die Vorstellung kein Maßstab sein, um die unteren Tabellenregionen schnell zu verlassen. Das spüren auch die eigenen Anhänger, die schon vor dem Anpfiff mit einem großen Transparent "Mannschaft ohne Leidenschaft - Management, das Leiden schafft!" die Stimmung treffend auf den Punkt brachte.

Beim Abpfiff war dann noch ein Plakat zu sehen mit der Aufschrift "Stevens, Neubarth, Wilmots, Heynckes. Gleich vier Alibis, schämt euch!" Das richtete sich ganz offensichtlich an die Adresse der Schalker Spieler, die bei den eigenen Anhängern weiterhin in der Kritik stehen.

Ebenfalls schon vor dem Spiel brachte sich Olaf Thon in Position. Der Schalke-Repräsentant fordert mehr Kompetenzen im Club, sonst droht er mit seinem Abschied. Am Freitag gibt es ein Gespräch zwischen Thon und Manager Assauer. Eins ist sicher: Auf Schalke bleibt es spannend.

Norbert Neubaum

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16.9.2004 - Neuer Ärger bei Schalke: Thon fordert Assauer heraus - © dpa - Meldung vom 16.09.2004 20:53 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Die Entlassung von Jupp Heynckes hat beim Bundesligisten FC Schalke 04 für neuen Ärger gesorgt. Einen Tag nach der Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Trainer forderte Olaf Thon mehr Kompetenzen.

«Die Zeit ist reif. Ich möchte eine verantwortliche Position übernehmen, ob als Trainer oder Manager ist egal», sagte der ehemalige Fußball-Profi kurz vor dem Anpfiff der UEFA-Cup-Partie gegen FHK Metalurgs. Weil er sich nicht mehr mit der Rolle als Vereinsrepräsentant begnügen will, hat er Manager Rudi Assauer um ein klärendes Gespräch gebeten.

Grund für diesen Schritt sei die fehlende Bereitschaft der Vereinsspitze, ihn in wichtigen Entscheidungen einzubeziehen. «Ich wurde nicht eingeweiht, ich wurde übergangen. Deshalb muss ich jetzt diesen Weg gehen», sagte er in Bezug auf die für ihn überraschende Entlassung von Heynckes. «Heynckes kam mir mit dem Auto entgegen. Ich wollte ihm die Hand geben, aber er ist einfach weiter gefahren.»

Damit ist die Zukunft von Thon beim Revierclub offen. «Das kann dazu führen, dass ich schon bald nicht mehr für Schalke arbeite», meinte der ehemalige Nationalspieler. Eine Trennung von seinem Heimatclub würde ihm nach eigenen Aussagen allerdings sehr schwer fallen: «Lieber möchte ich mithelfen, Schalke wieder nach oben zu bringen.»

Assauer reagierte auf Thons öffentliche Forderungen verstimmt. «Diese Art und Weise ist inakzeptabel. Damit hat er sich geschadet. Ein Mann von seiner Größe macht so etwas nicht.»

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16.9.2004 - Dreifach-Schütze Sand sorgt für Schalkes Neuanfang - © dpa - Meldung vom 16.09.2004 20:42 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Ausgerechnet Ebbe Sand hat beim FC Schalke 04 einen Tag nach der Entlassung von Jupp Heynckes für den ersehnten Befreiungsschlag im UEFA-Cup gesorgt.

Beim 5:1 (1:1)-Sieg im Erstrunden-Hinspiel gegen Lettlands Vize-Meister Metalurgs Liepaja gab der von einer Hirnhautentzündung genesene Däne mit drei Toren in der 20., 52. und 60. Minute die passende Antwort darauf, dass er vom gefeuerten Coach in Wolfsburg auf die Tribüne verbannt worden war.

Der Georgier Lewan Kobiaschwili (67.) und Nationalspieler Gerald Asamoah (89.) sorgten mit den Treffern zum 4:1 und 5:1 dafür, dass die Schalker schon vor dem Rückspiel in zwei Wochen fest mit dem Einzug in die Gruppenspiele und damit garantierter Millionen-Einnahmen planen können. Die 50304 Zuschauer in der Arena bejubelten nach 90 Minuten den Neuanfang. In der Halbzeit hatten sie die Hausherren, die zuvor durch den Russen Alexander Katasonow (34.) das zwischenzeitliche 1:1 kassiert hatten, noch gnadenlos ausgepfiffen.

«Das war ein unglaublich wichtiges Spiel. Wir haben gesagt, dass wir neu anfangen müssen, dass wir füreinander kämpfen und laufen müssen. Das ist uns gelungen», sagte Matchwinner Sand. Auch Manager Rudi Assauer fiel ein Stein vom Herzen: «Es war wichtig, dass wir das Spiel auch in dieser Höhe gewonnen haben, auch wenn nicht alles rund lief.»

Denn die nicht unwesentlich am Trainer-Rauswurf beteiligte Mannschaft hatte ihr Versprechen, mehr Leidenschaft zu zeigen, erst nach dem Seitenwechsel umgesetzt. Wie auch in den letzten Spielen unter Heynckes produzierte der Bundesliga-Drittletzte zunächst nur Stückwerk, entwickelte keinen Zug zum Tor und schaffte es nicht, den krassen Außenseiter unter Druck zu setzen.

Dafür zahlte sich die von Co-Trainer Eddy Achterberg vorgenommene Rückkehr der Sturm-Asse schon in der 20. Minute aus: Nach einem langen Ball und bedrängt vom in der Bundesliga gesperrten Ailton verloren Liepaja-Torhüter Viktors Spiele und Abwehrchef Darius Gvildys die Übersicht, und Sand markierte im ersten Pflichteinsatz der Saison das erste Tor.

Doch die gute Ausgangsposition geriet schon 14 Minuten später in Gefahr, ausgerechnet die Neuzugänge Marcelo Bordon mit einem kapitalen Fehlpass und Mladen Krstajic mit einem Stellungsfehler waren für das 1:1 verantwortlich. Der Russe Alexander Katasonow nahm die Geschenke dankend an und schoss den Ball durch die Beine von Torhüter Frank Rost zum Ausgleich ein.

Nach dem Seitenwechsel löste Schalke endlich die Handbremse und machte Druck, dem die Letten schon früh nicht mehr standhielten. Binnen acht Minuten beendete Sand mit einem Flugkopfball und einem abgefälschten Linksschuss alle Zweifel am Sieger und wurde danach in der 64. Minuten mit tosendem Beifall verabschiedet. Schalkes Torhunger aber war erst nach dem tollen Heber von Kobiaschwili und dem Schlusspunkt des eingewechselten Asamoah gestillt.

Vor dem Spiel hatte Olaf Thon neuen Ärger programmiert indem er mehr Kompetenzen einforderte und sich «als Trainer oder Manager anbot». Assauer forderte den Ex-Profi auf, erst den Trainerschein zu machen und sich zu gedulden. Morgen ist ein Gespräch zwischen den Beiden anberaumt.

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16.9.2004 - Statistik zu Schalke - Metalurgs Liepaja - © dpa - Meldung vom 16.09.2004 20:20 Uhr

FC Schalke 04 - FHK Metalurg Liepaja 5:1 (1:1)

Schalke: Rost - Oude Kamphuis, Bordon, Krstajic, Pander (57.Böhme) - Poulsen - Varela, Lincoln (74. Altintop), Kobiaschwili - Ailton, Sand (65. Asamoah)

Metalurgs: Spole - Zirnis, Gvildys, Skinderis (46. Ivanovs), Lukosevicius - Rinkus (76. Kalns) , Danilovs, Panferow, Solonicins - Katasonow, Dobrecovs

Schiedsrichter: Ingvarsson (Schweden)

Zuschauer: 50 304

Tore: 1:0 Sand (20.), 1:1 Katasonow (34.), 2:1 Sand (52.), 3:1 Sand (60.), 4:1 Kobiaschwili (67.), 5:1 Asamoah (89.)

Gelbe Karten: / Panferow

Beste Spieler: Sand, Lincoln / Katasonow


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16.9.2004 - "Jupp wollte sich nicht ändern" - © kicker

Turbulente Tage auf Schalke. Noch am Sonntag gab Manager Rudi Assauer Trainer Jupp Heynckes volle Deckung, jetzt muss er erklären, warum er den Coach doch entließ. Im kicker tut er dies.

kicker: Herr Assauer, am Sonntag wollten Sie Jupp Heynckes bis zum zehnten Spieltag weitermachen lassen. Jetzt haben Sie ihn beurlaubt. Warum diese Wendung?

Das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft war nicht so intakt, um auf absehbare Zeit Besserung herbeizuführen. Es gab viele Gespräche darüber in den vergangenen Wochen. Wir waren trotzdem nicht auf die Entwicklung vorbereitet. Wir wollten Jupp in einem abschließenden Gespräch am Mittwoch davon überzeugen, dass er gewisse Dinge vielleicht etwas anders machen muss. Dinge, die uns seit Wochen aufgefallen sind. Es war von unserer Seite nicht unberechtigt, sie zu hinterfragen.

Aber Jupp Heynckes wollte nichts ändern?

Jupp wollte sich nicht ändern. Er hat klar gesagt, dass sein Stil und seine Sicht unverändert bleiben. Das war ein Gespräch ohne Hass oder Zorn. Er ist ein Trainer der alten Schule, das wollte er beibehalten. Aber wir haben es nicht mehr mit einer Generation von Spielern zu tun, die in die 60er oder 70er Jahre passt. Aber er beharrte auf seinem Standpunkt. Es war die Erkenntnis des gesamten Vorstandes, dass es so aber nicht weitergeht. Die Kluft war zu groß.

Was hätte er ändern sollen?

Darüber möchte ich nicht in der Öffentlichkeit reden. Es waren viele Dinge, die sich angehäuft haben. Wir haben schon vor einem Jahr mit ihm gesprochen, vor einem halben Jahr, in den vergangenen Wochen.

Die gesamte Situation ist ja nicht neu. Warum haben Sie jetzt erst gehandelt?

Weil er ein guter Fachmann ist und man nicht einfach so einen Trainer entlässt. Jetzt haben wir versucht, uns einzubringen und einem Leitenden Angestellten Hilfestellung zu geben. Das ist nicht nur unser gutes Recht, sondern unsere Pflicht. Wir können nur helfen. Er muss sich aber auch helfen lassen. Die Kluft zwischen dem, was erreichbar ist, und dem, was erreicht wurde, war zu groß. Wir können ihm nicht vorwerfen, dass er nicht genug gearbeitet hat. Aber einiges war nicht zeitgerecht.

Zudem gingen drei der ersten vier Saisonspiele verloren.

Es ging nicht nur um die Punkte, ob sechs oder neun. Es ging um grundsätzliche Dinge, die er glaubte, nicht umsetzen zu müssen. Aufgrund diverser Gespräche zuletzt hat sich die Situation so entwickelt, dass wir nicht länger warten konnten. Wir und die Mannschaft sind nicht zufrieden mit der Tabelle und der Spielweise. Da muss mehr rauskommen. Nicht ein Spieler war zufrieden mit der Situation, im Gegenteil.

Welchen Einfluss hatte die Sitzung mit der Mannschaft am Dienstag?

Keinen. Wir hätten auch so mit dem Trainer gesprochen. Jupp hätte etwas ändern sollen. Ich habe am Dienstag an die Mannschaft appelliert.

Oft werden Co-Trainer mit entlassen - Sie aber nehmen Eddy Achterberg und Oliver Reck in die Verantwortung. Warum?

Weil es auch im Zusammenspiel zwischen Cheftrainer und Co-Trainer nicht immer hundertprozentige Übereinstimmung gab. Jupp Heynckes hat immer für sich entschieden und keinen gefragt. Entsprechend haben wir auch gespielt. Ich kannte nie die Aufstellung. Ob das gut war, ist eine andere Frage.

Nach Neubarth nun auch Heynckes entlassen. Ist das eine persönliche Niederlage für Sie?

Einen Trainer zu beurlauben, ist immer eine Niederlage. Ich stehle mich nicht aus der Verantwortung, aber ich werfe die Brocken auch nicht hin.

Nach welchen Kriterien wird ein neuer Trainer gesucht?

Dazu kann ich noch nichts sagen, weil ich die Trennung von meinem alten Kumpel Jupp erst verkraften muss. Das schüttelt man nicht einfach so ab. Vielleicht brauchen wir auch gar nicht zu suchen, weil es jetzt fluppt.

Reck und Achterberg könnten eine Dauerlösung sein?

Absolut. Eddy ist erfahren, Oli ist nah an der Spielegeneration. Wir warten die nächsten drei Spiele ab und kontaktieren vorher keinen Trainer. Vorerst stehen vier Mann in der Verantwortung: Achterberg, Reck, Andy Müller und ich. Wir werden alles gemeinsam besprechen, auch die Aufstellung, und versuchen, die Kurve zu kriegen.

Interview: Jean-Julien Beer

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16.9.2004 - Auf Schalke wollten viele das Chaos nicht wahrhaben - © kicker - 16.09.2004 - 10:06 Uhr

Einwurf von Jean-Julien Beer, kicker-Redakteur und Schalke-Experte

Was war das für ein Hurra, als Jupp Heynckes nach Schalke kam. Der Trainer von Welt als neuer Lenker des erfolgshungrigen S 04. Die Euphorie erreichte witzige Ausmaße - und niemand, das sei nicht vergessen, kam damals auf die Idee, Rudi Assauer für diese Verpflichtung zu kritisieren.

Heynckes und Schalke: Das schien zu passen. Und auch der kicker schrieb an dieser Stelle, dass der Fachmann Heynckes den ins Chaos gestürzten Verein zu Erfolgen führen könne.

Allerdings war nach dem ersten Hurra früh zu erkennen, dass Heynckes mit seiner eigenwilligen Art und seinen unberechenbaren Entscheidungen ein Reizklima erzeugte. Schon nach den ersten Spielen hatte der Trainer nicht nur alle sportlichen Erwartungen unterboten, sondern auch intern ein heilloses Durcheinander angerichtet. Alle Probleme, die nun zur Beurlaubung führten, gab es schon damals. Doch ohne Erfolg schaffte es Heynckes bis zuletzt, sich auf Schalke über alles und alles andere in Frage zu stellen.

Kritischere Begleiter wurden bis zuletzt mit größerem Argwohn beäugt als der sportliche Niedergang. Zu groß waren offenbar die Hoffnungen, zu blendend der Ruf des Trainers. Dabei waren Heynckes und die Mannschaft nie eine Gemeinschaft. Taktik und Aufstellungen waren viel zu oft fragwürdig, die Rotation ungleicher Spieler nahm aberwitzige Formen an. Doch die Jugendförderung, die allerdings übertrieben dargestellt wurde, schützte Heynckes vor großflächiger Kritik.

Seit einem Jahr (!) versuchte Assauer auf Heynckes einzuwirken. Vergebens. Trotzdem hielt er länger zu ihm, als es andere getan hätten. In einem verklärten Umfeld freilich, in dem bis zuletzt viele das Chaos nicht wahrhaben wollten. Vermutlich wäre Assauer für ein früheres Handeln gar scharf kritisiert worden. Ein anderer Vorwurf stimmt: Wäre er näher am Team, statt sich ständig um die Arena kümmern zu müssen, hätte es den Spuk in dieser finanziell wie sportlich schädigenden Form nicht gegeben.

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16.9.2004 - Schalke erneut vor mühseliger Trainersuche - © dpa - Meldung vom 16.09.2004 13:51 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Auf der Suche nach dem Weg in die Zukunft wird beim FC Schalke 04 ein Name aus der Vergangenheit gehandelt. Kaum hat sich die Aufregung über die erste Trainerentlassung der Saison gelegt, blühen im Umfeld des Revierclubs die Spekulationen.

Schenkt man den Schlagzeilen des Tages Glauben, gilt Huub Stevens als erster Anwärter auf die Nachfolge von Jupp Heynckes. Das dokumentiert vor allem eines: Nach den drei fehlgeschlagenen Versuchen mit Frank Neubarth, Marc Wilmots und Heynckes sehnen sich alle Beteiligten nach mehr Kontinuität. «Stevens war ein Glücksfall, das hat fast sechs Jahre gepasst. Danach habe ich kein glückliches Händchen mit den Trainern gehabt», gestand Rudi Assauer.

Aus seiner Wertschätzung für den Coach, der am 9. Oktober 2002 gehen musste, macht der Schalke-Manager keinen Hehl. Auf kaum einer Vereinsfeier fehlt der Niederländer, längst ist die zwischenzeitlich kriselnde Männerfreundschaft wieder intakt. Dass Stevens derzeit beim Zweitligisten 1. FC Köln unter Vertrag steht, nehmen die Fans offenbar nur am Rande zur Kenntnis. Liebend gern hätten sie den Vater des UEFA-Cups-Erfolges von 1997 wieder.

Eine angebliche Ausstiegsklausel im Kontrakt mit dem FC soll den Weg zurück nach Schalke ebnen. Doch für Andreas Rettig, Sportmanager der Kölner, ist das lediglich Wunschdenken der Schalker Anhänger: «Über Vertragsinhalte rede ich prinzipiell nicht. Aber wer sieht, mit welcher Begeisterung Stevens bei uns arbeitet, wie gut sein Verhältnis zu Wolfgang Overath ist und wie wir uns Schritt für Schritt weiter entwickeln, wird schnell erkennen, dass es keine Grundlage für solche Gerüchte gibt.»

Vielmehr deutet alles darauf hin, dass dem Revierclub erneut eine mühselige Trainersuche bevorsteht. Die üblichen Verdächtigen wie Christoph Daum, Jürgen Röber und Ralf Rangnick sowie Ottmar Hitzfeld, DFB-Trainer Michael Skibbe und der ehemalige Schalker Profi Olaf Thon komplettieren die Liste mit den vermeintlichen Kandidaten. Einen weiteren Fehlgriff kann sich Assauer kaum leisten. Schließlich erfordert die angespannte finanzielle Situation sportliche Erfolge. Sollten sich diese rasch einstellen, könnte laut Assauer die derzeitige Not- zur Dauerlösung werden. Zumindest in den nächsten drei Partien genießen die Interims-Trainer Oliver Reck und Eddy Achterberg sein Vertrauen: «Diese Spiele warten wir ab und kontaktieren vorher keinen Trainer.»

Vom Stil des entlassenen Heynckes wollen sich alle Beteiligten schnell verabschieden. Den Wünschen der Spieler nach Veränderungen in den Tagesabläufen und im taktischen Bereich soll mehr Rechnung getragen werden. Tief sitzt der Frust, dass auch die Zusammenarbeit mit dem arrivierten Fußball-Lehrer nicht zur erhofften Rückkehr an die Spitze geführt hat. Vor allem die Beratungsresistenz von Heynckes war dem «auf» Schalke allmächtigen Assauer ein Dorn im Auge: «Wir haben versucht, einem Leitenden Angestellten Hilfestellung zu geben. Das ist nicht nur unser Recht, sondern auch unsere Pflicht. Er muss sich aber auch helfen lassen.»

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16.9.2004 - Schicht für den Lehrherrn - Kommentar zur Schalker „Scheidung“ - © FAZ

Nach der Scheidung "auf" Schalke können alle Beteiligten aufatmen: die Spieler, weil sie ihren Trainer schon lange nicht mehr verstanden; Jupp Heynckes, weil er zu diesem ganz besonders volkstümlichen Klub von vornherein nicht paßte.

Was Manager Rudi Assauer im Juni 2003 schmiedete, erwies sich als Mesalliance. Dies beiderseits anzuerkennen fiel nach einem Jahr ohne Aufschwung und Aufbruchstimmung nicht mehr allzuschwer. Heynckes, ein Fußballehrer der alten Schule, konnte seine Lehrinhalte nicht mehr zeitgemäß vermitteln; die Spieler respektierten die fachliche Autorität ihres Trainers nur in Maßen, weil Heynckes nichts an sich hat, was junge Leute auch mal begeistern könnte.

Der Mönchengladbacher gehört zu jenen Fußballfuhrmännern, die ein bißchen zu oft den Blick zurück auf die vermeintlich heile Welt von gestern oder vorgestern richten. Die Schalker aber brauchten keinen Trainer, der den Spielern zum Selbstschutz schon mal deutlich zu verstehen gab, daß er Real Madrid einst zum Champions-League-Sieg geführt habe. So beschleunigte sich noch der Entfremdungsprozeß zwischen diesem stets seltsam angespannt wirkenden, prinzipienfesten Fußball-Lehrherrn und seiner Multikulti-Spielerschar, die auch mal bei guter Laune gehalten werden wollte.

Da der Trainer nichts Mitreißendes hatte und die Mannschaft trotz teurer neuer Stars wie Ailton, Krstajic und Bordon alles andere als hinreißend kickte, drohte der FC Schalke 04 wie schon im Vorjahr im langweiligen Mittelmaß zu versinken - eine Perspektive, welche die Verantwortlichen des westfälischen Volkstheaterbetriebs schaudern ließ. Schließlich drücken den Klub Verbindlichkeiten von rund hundert Millionen Euro - eine Last, die angesichts der miesepetrigen Stimmung rund um die Schalker Arena von Tag zu Tag als schwerer empfunden worden sein dürfte.

Spätestens nach der 0:3-Niederlage in Wolfsburg wurde das Maß der Schalker Zerrüttung für jedermann spürbar. Heynckes kam mit den Egoismen einzelner Spieler und den konkurrierenden Gruppen innerhalb seines Teams nicht mehr so zu Rande, daß das große Ganze hätte intakt bleiben können. Er nahm auch keine guten Ratschläge mehr an. Eine alarmierende Situation für einen Klub mit hohen Ambitionen, die schon zu Beginn dieser Saison auf dem Spiel stehen.

So war die am Mittwoch verkündete Scheidung "auf" Schalke die richtige Konsequenz zwischen Partnern, die sich nicht mehr viel zu sagen hatten. Für Heynckes könnte Schalke der letzte Anlauf gewesen sein, sich noch einmal in der Bundesliga heimisch zu fühlen. Die Zeiten haben sich geändert, Heynckes aber nicht. Die Show geht weiter, der Pädagoge zieht sich resigniert zurück. Neue Schüler zu finden, die lernwillig zuhören, wird für Jupp Heynckes in Zukunft nicht leichter.

Roland Zorn

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16.9.2004 - Stevens-Alarm in Köln - Schalke träumt von Huubs Rückkehr, und der sagt kein klares "NEIN" - © Kölner Express

Köln - Jupp Heynckes musste gehen. Wer wird nun neuer Chef-Trainer auf Schalke? Ein ganz heißer Kandidat: Huub Stevens! Richtig gelesen, FC-Fans. Stevens, der in sechs Jahren auf Schalke unter anderem den UEFA-Pokal gewann, soll auf der Liste von Manager Rudi Assauer ganz oben stehen.

EXPRESS hakte nach: Herr Stevens, gab es schon einen Anruf von Assauer? „Nein. Das letzte Mal habe ich mich ihm über einen möglichen Transfer von Jörg Böhme nach Köln unterhalten.“ Und wenn das Telefon klingelt? „Dann gehe ich natürlich ran. Natürlich ist es reizvoll, wenn der alte Verein anruft.“

Was soll das heißen? Denkt Stevens tatsächlich über eine Rückkehr nach? Der Holländer weicht aus. „Darüber habe ich keine Sekunde nachgedacht. Die Frage stellt sich nicht für mich. Ich habe genug Probleme beim FC zu bewältigen.“

Stevens sagt nicht Ja. Er sagt aber auch nicht Nein. Unterdessen machte beim Schalker Krisenklub ein heißes Gerücht die Runde.

Aus dem Spielerkreis sickerte durch, dass Stevens beim FC eine Ausstiegsklausel im Vertrag verankert habe. Bei einer Anfrage aus Schalke dürfe er sofort gehen, hieß es.

Stevens-Berater Kees Ploegsma (kennt ihn seit über 20 Jahren) dementierte gegenüber dem EXPRESS heftig: „Ich kenne die Gerüchte, aber Huub Stevens hat definitiv keine Ausstiegsklausel während der laufenden Saison. Und wer Stevens kennt, weiß, dass er keine Verträge bricht. Die einzige Ausnahme wäre, wenn Köln ihn ziehen lassen würde. Aber das kann ich mir nicht vorstellen.“

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16.9.2004 - Zwei Kommentare zur Trainerentlassung auf Schalke - © SZ

Fortsetzung der Glücklosigkeit - Mit Heynkes verlässt der vierte Trainer in zwei Jahren Schalke 04 - Eine Nachbetrachtung von Christoph Biermann

"Big Boss" heißt die Fernsehsendung mit Reiner Calmund, und demnächst wird er allein dort entscheiden, welcher Kandidat als nächster aus seiner Show fliegt. Big Boss ist Rudi Assauer beim FC Schalke 04, er braucht keine Fernsehsendung. Denn der Manager weiß auch so, wer als nächster fliegt: der Trainer.

Zwar hält es Assauer angeblich für eine persönliche Niederlage, einen Coach rauszuwerfen, aber Jupp Heynckes’ Abschied bedeutet den vierten Trainerwechsel auf Schalke in den vergangenen zwei Jahren.

Bei Assauers aktueller Niederlage überrascht eher der Zeitpunkt: ein Tag vor dem ersten Spiel im Uefa-Pokal. Dass hingegen Schalke und sein Trainer nie wirklich warm miteinander geworden sind, war schon länger zu spüren. Einerseits gab es die Distanz zwischen Assauer und dem Trainer, der sich nach gut 25 Berufsjahren auch vom Boss nichts mehr sagen lassen wollte.

Andererseits tat sich der Trainer mit einer Mannschaft schwer, der man einen inneren Abstand zu ihrem Vorgesetzten stets anmerkte. So entwickelte sich das Team zwar spielerisch weiter, zugleich verlor es zunehmend an emotionaler Ausstrahlung.

Man könnte nun achselzuckend konstatieren: Heynckes und Schalke, es hat halt nicht gepasst. Dass der Trainer von Assauer jedoch als sowohl im guten wie im schlechten Sinne altmodisch bezeichnet wird, verblüfft hingegen schon. Denn selbstverständlich ist Heynckes altmodisch. Eines Etikettenschwindels kann man ihn deshalb nicht bezichtigen: Wo Heynckes drauf stand, war auch Heynckes drin.

Es ist in Gelsenkirchen kein geheimnisvoll verwandelter Coach seiner Arbeit nachgegangen – er hatte bekannte Qualitäten und Macken mitgebracht. Dass die seltsame Glücklosigkeit bei der Besetzung des Schalker Trainerjobs wieder eine Fortsetzung gefunden hat, ist jedoch kein Zufall.

Sie passt zur Personalpolitik der vergangenen Jahre, in denen Schalke 04 Millionen und Abermillionen für Spieler ausgegeben hat, deren Qualität die Mannschaft nicht weitergebracht hat. Zugleich wurde deren Potenzial notorisch überschätzt, die Arbeit der Trainer an diesen Erwartungen gemessen – bis dann die Stunde des Big Boss kam.

Aber vielleicht findet sich demnächst auch für Rudi Assauer mal ein schönes Fernsehformat, wo er Leute rauswerfen kann, ohne gleich einen ganzen Fußballklub durcheinander zu bringen.

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Abschied mit Hexenschuss - Schalke 04 entlässt Jupp Heynckes und zieht damit die Konsequenz aus einem zerrütteten Verhältnis zwischen Team und Trainer - Von Ulrich Hartmann

Um 10.12 Uhr an diesem Mittwochvormittag setzen sich die Fußballer des FC Schalke 04 in Bewegung. Sie wirken beim Aufwärmen weder verstört noch erregt, dabei wissen sie zu diesem Zeitpunkt bereits, dass der Trainer Jupp Heynckes entlassen ist.

Eineinhalb Stunden später ist die Übungseinheit unter dem Co-Trainer Eddy Achterberg vorbei, und jetzt passieren zwei Dinge, die darauf hindeuten, dass etwas Gravierendes geschehen sein muss.

Erst rennt der unter Heynckes zum frustrierten Ersatzspieler degradierte Linksaußen Jörg Böhme grinsend vom Platz und lässt ein paar Fans unter Zuhilfenahme seines erhobenen Daumens wissen, er habe in der Nacht endlich einmal wieder gut geschlafen; dann fährt der Stürmer Ebbe Sand eine halbe Stunde später auf dem Parkplatz den Metallkoffer eines Radioreporters zu Klump.

Was eigentlich wirklich los und wo der Trainer Jupp Heynckes ist, wird in diesem Moment noch nicht offiziell mitgeteilt. Der Trainer habe Hexenschuss, heißt es.

„Er hat wirklich einen Hexenschuss“, sagt der Manager Rudi Assauer eine Stunde später und grinst. Mittlerweile ist spontan eine Pressekonferenz einberufen worden, in der Manager Assauer die Trennung von Trainer Heynckes mitteilt. Dabei ist das orthopädische Malheur des abwesenden Übungsleiters fast noch das Positivste, was der Manager über seinen entlassenen Cheftrainer zu berichten weiß.

14 Monate und zwei Wochen war Heynckes, 59, Trainer bei Schalke 04, seit Mittwoch ist er es nicht mehr, weil er sich, wenn man die Ausführungen des Klubmanagers zusammenfasst, einfach nicht hat helfen lassen wollen.

Dabei ist die Sache ganz einfach. Josef Heynckes, genannt Jupp, hat den FCSchalke04 im Laufe seiner kurzen Amtszeit zwar zweimal über den Umweg UI-Cup in den Uefa-Pokal geführt, aber in der vergangenen Saison nur auf den siebten Platz der Fußball-Bundesliga und in der laufenden binnen vier Spielen sogar nur auf den 16., das ist der drittletzte.

Wenn die Saison zu Ende wäre, müsste Schalke in die Zweite Liga absteigen. Die Saison ist noch längst nicht zu Ende, aber sie ist bereits spannend und Nerven aufreibend für die Schalker, denn in den kommenden sieben Tagen haben sie drei wichtige Spiele in drei wichtigen Wettbewerben, und weil man dem Trainer Heynckes nicht mehr zutraut, dass er die Mannschaft rechtzeitig zu Leidenschaft und Erfolg führen kann, hat man ihn nun entlassen.

Der FC Schalke 04, zu Jahresbeginn mit 102 Millionen Euro verschuldet, hat weder Zeit noch Geld und will am Saisonende unbedingt mindestens Fünfter sein. Deshalb ist Heynckes wie ein Schädling entfernt worden. „So ist das Geschäft“, sagt Schalkes neuer, teurer Verteidiger Marcelo Bordon nach dem Training unaufgeregt. Rudolf Assauer, genannt Rudi, sagt etwas später: „Der Jupp ist ein Fußballer der alten Schule, aber wir haben das Jahr 2004.“

Wie er das im Detail meint, will er nicht verraten, aber es sei nun so gewesen an diesem Mittwoch vor dem Training, dass er dem Trainer Heynckes (Trainer seit 1979, neun Vereine, Champions-League-Sieger mit Real Madrid 1998) in einem persönlichen Gespräch Hilfestellung habe gewähren wollen, „dass er das eine oder andere ein bisschen anders macht – aber der Trainer war nicht bereit dazu, er hat seine Philosophie, und von der weicht er nicht ab“.

Es sei eine Kluft offensichtlich geworden „zwischen dem, was wir glauben, was richtig wäre, und dem, wie er es macht“. Weil sich der Trainer Heynckes mit seinen 59 Jahren aber nicht mehr verändern kann und will, muss er nun gehen.

Bereits am Dienstagnachmittag hatte Rudi Assauer mit der Mannschaft zusammengesessen. Obwohl es dabei, wie Assauer sagt, „nicht unmittelbar“ um den Trainer gegangen sei, ist über die Dauer und den Inhalt dieses Gesprächs offensichtlich Stillschweigen vereinbart worden.

Die Spieler mögen partout nichts sagen über dieses Treffen, sie bedauern die Entlassung oder zucken mit den Schultern, oder sie laufen schnurstracks zu ihrem Auto wie der Torwart Frank Rost, der am vergangenen Samstag nach der 0:3-Niederlage in Wolfsburg den Trainer Heynckes noch übel angegriffen hatte, aber jetzt, wo sich die Sache erledigt hat, mag er nicht mehr Auskunft geben.

Nur der Mittelfeldspieler Hamit Altintop sagt etwas auf die Frage, ob Heynckes die Mannschaft nicht mehr erreicht habe. „So ist es!“, sagt er.

Von Heynckes dringt am Mittag ein Zitat über die Nachrichtenagenturen. Die Mannschaft habe offensichtlich Vorbehalte gegen ihn gehabt. Die Trennung, sagt Assauer, sei schiedlich miteinander verabredet worden.

Wenn es für Schalke am heutigen Donnerstag im Hinspiel der ersten Uefa-Pokal-Runde gegen das lettische Team Liepajas Metalurgs geht (18.15 Uhr, ZDF) und am Samstag in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach und am kommenden Mittwoch in der zweiten Runde des DFB-Pokals zum 1. FC Kaiserslautern, wenn sich also binnen sieben Tagen zeigen wird, wohin der Weg nun führt, dann werden auf der Trainerbank die Herren Eddy Achterberg (Co-Trainer), Oliver Reck (Torwarttrainer) und Andreas Müller (Sportlicher Leiter) sitzen.

Und weil Rudi Assauer befürchtet, dass es auch dann ohne seine Hilfestellungen schief gehen könnte, wird er sich mit einreihen in dieses Gremium, „das ab sofort gemeinsam diskutiert und gemeinsam entscheidet“.

Zum Schluss seiner Erklärungen übernimmt Assauer auf Nachfrage gerne die Verantwortung für das Scheitern von Jupp Heynckes sowie dafür, dass bei Schalke der vierte Trainerwechsel binnen zwei Jahren vollzogen wurde. Aber Konsequenzen wird es keine geben. „Das reicht nicht, um zu sagen, ich werfe die Brocken hin“, sagt Assauer. Für den Manager ist schließlich niemand da, der Hilfestellung leisten will.

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15.9.2004 - Assauer zur Trennung von Heynckes: Es tat weh - © www.schalke04.de

Zur Trennung von Jupp Heynckes nahm Manager Rudi Assauer heute Nachmittag ausführlich Stellung. Am Morgen hatte es ein Gespräch zwischen Vorstand und Chef-Trainer gegeben, bei dem trotz einer langen Diskussion keine Einigung über grundsätzliche Fragen im sportlichen Bereich erzielt werden konnte.

Die Ausgangslage der Unterredung skizzierte Assauer so: „Unser Ziel war, mit dem Trainer weiterzuarbeiten. Wir wollten ihn davon überzeugen, dass man gewisse grundsätzliche Dinge anders handhaben muss, um Erfolg zu haben. Aber dazu war Jupp Heynckes nicht bereit. Er wird an seinem Stil nichts verändern.“ Um welche Kritikpunkte es ging, dies mochte Assauer nicht in der Öffentlichkeit ausbreiten.

Die Atmosphäre beschrieb Assauer als „normales Gespräch. Es gab kein böses Wort, aber es wurden Meinungsverschiedenheiten offenbar.“ Diese erwiesen sich als unüberbrückbar, darüber waren sich beide Seiten einig. „Wir haben die Entscheidung gemeinsam mit Jupp Heynckes getroffen.“

Eine schleichende Entwicklung habe es schon über einen längeren Zeitraum gegeben. Bislang hatten die Verantwortlichen gehofft, dass sich alles noch einrenken werde. „Wir haben gewartet, weil Jupp Heynckes ein guter Trainer ist. Wir haben viele Dinge an ihm schätzen gelernt, aber einige Dinge waren nicht mehr zeitgerecht. Diese machten ein klärendes Gespräch notwendig. Man tut einen solchen Schritt nicht aus Spaß, sondern man muss sich reiflich überlegen, ob es Sinn macht.“

Gleichzeitig unterstrich Assauer die Berechtigung der Vorgehensweise. „Wenn wir versuchen, einem leitenden Angestellten Hilfestellung zu geben, ist das unser gutes Recht.“ Zudem habe es in der Vergangenheit auch andere Resultate solcher Maßnahmen gegeben. „Mit Huub Stevens haben wir ebenfalls solche Dinge besprochen. Und mit ihm sind diese dann erfolgreich umgesetzt worden. Jupp hingegen hat seine Philosophie vom Fußball. Hin und wieder könnte man auch in dieser einen kleinen Schlenker machen. Dazu war er nicht bereit.“

Dennoch merkte man, dass den Verantwortlichen der Schritt nicht leicht gefallen ist. „Der Spaßfaktor bei einem solchen Schritt ist nicht so groß. Es tut mir weh, weil er ein sehr guter Fachmann ist, als Person absolut integer und profihaft.

Am gestrigen Dienstag hatte der den kompletten Profikader zu einem Gespräch auf die Geschäftsstelle geladen. Energisch verwahrte sich der Manager gegen Interpretationen, dass dieses Treffen der Anstoß für die nun erfolgte Trennung gewesen sei. „Das Gespräch mit der Truppe hatte einen ganz anderen Titel. Ich habe die Jungs in die Pflicht genommen, denn sie stehen auf dem Platz. Die Mannschaft ist nicht zufrieden mit dem Tabellenstand und dem eigenen Spiel – und wir sind es auch nicht. Da muss mehr rauskommen!“ Sind die Worte auf offene Ohren gestoßen? „Ich hoffe, das wird man morgen beim Spiel sehen!“ Ohne dieses Meeting hätte es aber heute ebenso das Gespräch mit Trainer Heynckes gegeben.

Über das Anforderungsprofil eines möglichen Nachfolger mochte Assauer nicht sprechen. „Wir müssen erst einmal verarbeiten, was heute passiert ist. Mit Sicherheit werden wir in den nächsten eineinhalb Wochen keinen neuen Trainer präsentieren.“ Also leiten nun Eddy Achterberg und Oliver Reck die tägliche Trainingsarbeit und sitzen bei den Spielen als Verantwortliche auf der Bank. Bei den wichtigen Entscheidungen – etwa der Aufstellung – werde es ein „Vierergespann“ geben. Assauer: „Teammanager Andreas Müller und ich stehlen uns nicht aus der Verantwortung.“

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15.9.2004 - Schalke trennt sich von Trainer Jupp Heynckes - © dpa - Meldung vom 15.09.2004 13:02 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Der FC Schalke 04 hat sich von Trainer Jupp Heynckes getrennt. Wie der Fußball-Bundesligist bestätigte, wurde die am 17. Juni 2003 begonnene Zusammenarbeit sofort beendet.

«Wir haben in vielen Gesprächen mit allen Beteiligten den Eindruck gewonnen, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nicht so intakt war, um auf absehbare Zeit Besserung herbeizuführen», teilte Manager Rudi Assauer in einer Erklärung des Vereins mit. Damit zog der Revierclub die Konsequenzen aus dem schwachen Saisonstart. Vorerst sollen die Co-Trainer Eddy Achterberg und Oliver Reck das Team betreuen.

Einen Tag vor dem UEFA-Cup-Heimspiel gegen den lettischen Club Metalurgs Liepaja brach Assauer seinen geleisteten Treueschwur für den 59 Jahre alten Fußball-Lehrer. Ausschlaggebender Grund für den Stimmungswandel war ein Gespräch des Managers mit der Mannschaft. Danach einigte er sich in einem Gespräch mit Heynckes auf das Ende der Zusammenarbeit.

Bei der Suche nach einem Nachfolger für den vermeintlichen Heilsbringer Heynckes will sich Assauer Zeit lassen: «Wir setzen uns nicht unter Druck, sondern werden in Ruhe nach Lösungen für die Zukunft suchen.» In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz um 13.00 Uhr wollte Assauer Stellung nehmen.

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13.9.2004 - Gardinenpredigt in der Kabine - © DIE WELT

Wolfsburg/Gelsenkirchen - - Ursprünglich war das Auslaufen nach dem Spiel in Wolfsburg für elf Uhr angesetzt, aber die Trainingseinheit begann für Schalkes Profis gestern schon um 10.10 Uhr - in der Kabine. Manager Rudi Assauer und Teamdirektor Andreas Müller statteten der Mannschaft einen Besuch ab.

Um 11.15 Uhr kamen die Spieler aus dem Umkleideraum - schweigend und mit ernsten Mienen. Einige sogar mit besonders ernsten Mienen, denn Assauer führte entgegen seiner Gewohnheit, in Krisenzeiten Brandreden zu halten, diverse Einzelgespräche. Das gab direkt Anlass für Spekulationen: Stellte er den Stammspielern die Trainerfrage?

Nach der 0:3 (0:2)-Pleite in Wolfsburg und den ersten vier Bundesliga-Spielen ist die Schalker Bilanz erschreckend: Drei Niederlagen, nur ein Sieg, Tore, in drei Spielen keinen Treffer erzielt. Und die Tendenz ist fallend: Nach teils guten Vorstellungen im UI-Cup hat Schalke 04 keine brauchbare Leistung mehr abgeliefert. "Keine Frage", bilanziert Finanzvorstand Josef Schnusenberg: "Dieser Saisonstart ist beschissen."

Bei der Suche nach Gründen stochert Schalke im Nebel - allen voran Jupp Heynckes. Angesichts der in Wolfsburg fabrizierten Fehler im Defensivverhalten zeigte sich der Trainer ratlos und stellte konsterniert fest: "So kann man einfach nicht Fußball spielen."

Beinahe gebetsmühlenartig bittet der Trainer angesichts der neuformierten und mit Stars wie Ailton (fehlte nach Rot-Sperre), Bordon und Krstajic verstärkten Mannschaft um Geduld und Zeit - doch mittlerweile stellt sich die Frage: Wie viel Zeit hat Heynckes in Gelsenkirchen noch? Schnusenberg glaubt sich zwar streng auf Vorstandslinie, wenn er betont, dass der Trainer "absolut nicht zur Debatte steht", aber auch er hat schon miterlebt, dass Rudi Assauer letztlich weitgehend selbstständig entscheidet. Frank Neubarth, Vor-Vorgänger von Heynckes, wurde entlassen, nachdem Assauer "die Entscheidung in der Nacht von Samstag auf Montag gefällt hatte".

Ob Assauer bei Heynckes lange fackelt, darf bezweifelt werden. Treueschwüre des Managers - wie früher bei Huub Stevens - sind an die Adresse von Heynckes noch nicht überliefert. Außerdem ist davon auszugehen, dass Assauer neben der sportlichen Stagnation seit einem Jahren unter Heynckes auch von vielen Äußerungen des Trainers nicht besonders angetan ist.

So kritisierte Heynckes in einem Interview mit der "Buerschen Zeitung" die Bedingungen, die er bei seiner Amtsübernahme im Sommer 2003 vorgefunden habe ("Uns drohte der Super-GAU"), außerdem habe er, Heynckes, Schalke überhaupt erst mal die Augen öffnen müssen dafür, dass der Klub auch eine Jugendabteilung habe. Als Heynckes in der Pressekonferenz die Qualität der Wolfsburger Spieler lobte, schaute ihn Assauer mit großen Augen an - und verließ Minuten später den Saal, um draußen Interviews geben zu müssen. Der Trainer sei ja "nicht allein schuld", urteilte Assauer und lässt damit die Interpretation zu, dass er ihn für mitschuldig an der Misere hält.

Bei den Fans scheint der Respekt vor Heynckes noch groß zu sein. In Wolfsburg gab es zwar erstmals nachhaltige "Heynckes raus!"-Rufe, eine Mehrheit ließ sich aber nicht ausmachen - Schalkes Fans gelten auswärts als geduldiger als in der Arena. Die Spieler bekamen trotzdem ihr Fett weg: Als sie sich nach dem Debakel von ihren Anhängern verabschieden wollten, flogen ihnen zum Teil noch gefüllte Getränkebecher entgegen. Mit einer Blockade verhinderten Fans dann die Abfahrt des Busses und riefen: "Wir wollen die Mannschaft sehen." Da hatten sich die Spieler aber schon hinter den getönten Scheiben verschanzt.

Dass es mit ihrem Nervenkostüm derzeit ohnehin nicht zum Besten bestellt ist, bewies Frank Rost. Der Torhüter, der das 0:1 durch Hristov verschuldet hatte, verstrickte sich in einer wirren Wutrede, in der er so ziemlich jeden anklagte, nur nicht sich selbst. Er kam zu dem bemerkenswerten Schluss: "Wir können es nicht besser. Dafür sind Trainer und das Management verantwortlich. Die müssen sich jetzt was einfallen lassen." Nur Heynckes scheint der schlechteste Start seit elf Jahren nicht aus der Ruhe zu bringen: "Für mich kommt das alles nicht überraschend", sagte er.

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13.9.2004 - Assauer hält am Saisonziel fest - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Mit Ausnahme von ein paar Reservisten ruhte beim FC Schalke 04 gestern der Trainingsbetrieb. "Das ist die Belohnung für die tolle Leistung in Wolfsburg", flüchtete sich ein königsblauer Anhänger in Sarkasmus.

Der hatte offensichtlich nach der desolaten Schalker Vorstellung in der Volkswagen-Stadt mit einer verschärften Trainingseinheit gerechnet. Seine Begründung: "In Wolfsburg haben sich viele Spieler längst nicht so angestrengt, wie man es von einem Bundesligaspieler erwarten darf."

Solche Aussagen - ob zurecht getroffen oder nicht - machen deutlich, wie tief der Frust bei den Schalker Anhängern nach dem völlig verpatzten Saisonstart in der Bundesliga ist. Zwar sind erst vier Spieltage absolviert, doch der Absturz auf den 16. Tabellenplatz trotz der Millionen-Investitionen hat viele Fans alarmiert, die mit der neuen Saison so große Hoffnungen verbunden hatten.

Manager Rudi Assauer sieht nach dem Fehlstart jedoch noch keinen Grund zum Handeln. "Nach zehn Spieltagen werden wir einen Strich ziehen und sehen, was zu tun ist", erklärte der 60-Jährige in einem WDR-Interview. Das Saisonziel sieht Assauer trotz des schwachen Saisonbeginns noch nicht gefährdet: "Wir kommen in den UEFA-Cup." Zugleich nahm der Manager Trainer Jupp Heynckes, der in Wolfsburg von Schalker Fans erstmals "Heynckes raus"-Rufe hörte, etwas aus der Schusslinie. Nicht der Coach habe die Mannschaft alleine zusammengestellt, "die letzte Entscheidung über neue Spieler hat immer noch Rudi Assauer".

Doch bisher ist die Personalpolitik nicht aufgegangen. Die hochkarätigen Neuverpflichtungen Ailton, Krstajic und Bordon haben sich bislang noch nicht als die erhofften Verstärkungen herausgestellt. Im Erstrunden-Heimspiel des UEFA-Cups am Donnerstag (18.15 Uhr/live im ZDF) gegen Metalurgs Liepaja erwartet der Manager jedoch eine Trendwende: "Wir kommen eine Runde weiter." Frank Rost hat sich derweil auf seiner Homepage für seinen Ausraster in Wolfsburg (wir berichteten) entschuldigt: "Ich bin immer mit Haut und Haaren im Spiel. Ganz sicher hätte ich nach dem Schlusspfiff keine Interviews mehr geben sollen. Inhaltlich hätte ich wohl auch später ähnliches gesagt, aber niemanden persönlich angegriffen und einen anderen Ton gewählt."

Frank Leszinski

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8.9.2004 - Schalke braucht einen Torjäger - © www.kicker-online.de - 13.09.2004 15:47

So unerfreulich die Situation bei meinem langjährigen Verein Schalke 04 auch ist - ich werde an dieser Stelle nicht auf die Arbeit von Jupp Heynckes eingehen, da es nicht mein Niveau ist, als Trainer über einen Kollegen zu urteilen. Ich erlebe selbst in Belgien im Tagesgeschäft, von wie vielen Faktoren Erfolg abhängen kann.

Ohnehin ist es zu einfach, anhaltenden Misserfolg wie bei Schalke allein an einem Trainer festzumachen, denn auf dem Feld stehen Spieler, und eben nicht der Trainer. Auf Schalke hätte ich nach dem 0:2 gegen Rostock eine Reaktion der Mannschaft erwartet, nun erwarte ich sie um so mehr nach dem 0:3 in Wolfsburg. Der lettische Gegner im UEFA-Cup am Donnerstag könnte zum richtigen Zeitpunkt kommen - mit ein paar Toren könnten sich die Spieler den Frust von der Seele schießen und Selbstvertrauen tanken. Allerdings ist es schwierig, eine solche Reaktion zu zeigen, wenn es im Gesamtgefüge einer Mannschaft noch nicht stimmt. Auch hier kann man an die Spieler appellieren, sich anders zu zeigen, auch wenn das nicht einfach ist: Das Trikot von Schalke kann viel wiegen, das weiß ich aus Erfahrung. Die Erwartungen sind hoch - und man muss der Typ sein, damit umzugehen.

Es war noch nie ein gutes Zeichen, wenn Zuschauer auf Schalke rufen, die Mannschaft solle kämpfen. Ich habe Schalke immer kämpferisch und mit Herz erlebt. Dies verkörpert vor allem Ebbe Sand, dessen Ausfall wegen einer Meningitis sicher so gravierend ist wie die Rot-Sperre von Ailton. Schalke braucht einen Torjäger - wenn Ailton es jetzt nicht zeigen kann, traue ich einem gesunden Sand zu, die Mannschaft durch Leistung und Tore aus dem Tal zu führen.

Nur durch positive Ergebnisse wird das Gerede über Geld und Verbindlichkeiten verstummen. Der Fußball sollte im Vordergrund stehen - zumal die Mannschaft in dieser Saison sehr gut verstärkt wurde. Seit meiner Zeit als Teamchef sind viele Spieler gegangen und viele gute Leute geholt worden. Es braucht Zeit, bis diese neue Mannschaft zusammenwächst. Wichtig ist dafür, keine negative Dynamik aufkommen zu lassen.

Marc Wilmots (57 Länderspiele für Belgien)

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12.9.2004 - Versager Rost flippt nach dem Abpfiff aus - © BamS, S. 68

Mit seinem Vorbei-Flug beim 0:1 leitete Schalkes Keeper Rost die 3. Saisonpleite ein. Doch anstatt den Fehler nach Spielschluss einzugestehen, lief er verbal Amok. Im Interview mit Premiere-Reporter Patrick Wasserzieher lederte Rost los: 'Was wollt ihr eigentlich? Wollt ihr mir die Schuld an der Niederlage geben?'

Nachfrage vom Premiere-Reporter: 'Aber man sagt doch, wenn der Torwart raus kommt, muss er den Ball auch haben.'

Rost kochte: 'Jaja, ihr superschlauen Journalisten immer mit euren Sprüchen. Stellt euch doch selber in den Kasten, da kann man leicht Geld verdienen und dummes Gelaber von Journalisten hören!'

Und in den Katakomben brodelte Rost weiter: 'Wir können es nicht bessser. Dafür sind Trainer und das Management verantwortlich. Die müssen sich jetzt was einfallen lassen...'

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8.9.2004 - Cohn-Bendit will Ehepaar Mayer-Vorfelder nicht mehr sehen - © Tageszeitung München - über sml Volker Kunze

Berlin (AP) Daniel Cohn-Bendit, Europaabgeordneter der Grünen, hat sich abfällig über das Aussehen von DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und seiner Frau Margit geäußert. Der 59-Jährige sagte der Tageszeitung «taz» (Mittwochausgabe): «Es ist mir ein ästhetisches Bedürfnis, dass das Ehepaar Mayer-Vorfelder von der Ehrentribüne verbannt wird.»

Lobende Worte fand der Hobbyfußballer dagegen für Bundestrainer Jürgen Klinsmann. «Klinsi kann auch uns Linke gewinnen», sagte Cohn-Bendit. «Wenn er sich vom DFB emanzipiert. Und wenn er eine Spielweise entwickelt, die uns begeistert.» Cohn-Bendit ist seit vielen Jahren Fan des französischen Fußballs. Aber: «Selbst ich war schon mal für Deutschland: 1972.»

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7.9.2004 - Schalke-Musical kommt in die Arena - © WAZ

Das Musical über den Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 soll auch in der Arena Auf Schalke gezeigt werden. Im Sommer 2005 solle eine Arena Fassung mit dem gesamten "null-vier" Ensemble aus dem MiR präsentiert werden, kündigte Manager Assauer an.




Presse- und Internetspiegel August 2004

31.08.2004 - Pokalspieltage 2004/2005

14./15.9.2004 - (Di./Mi.)
UEFA Champions-League Gruppenphase 1. Spieltag

16.9.2004 - (Do.)
UEFA-Pokal Runde Hinspiele

21./22.9.2004 - (Di./Mi.)
DFB-Vereinspokal Herren 2. Runde mit 32 Mannschaften

28/29.9.2004 - (Di./Mi.)
UEFA Champions-League Gruppenphase 2. Spieltag

30.9.2004 - (Do.)
UEFA-Pokal 1. Runde Rückspiele

19./20.10.2004 - (Di./Mi.)
UEFA Champions-League Gruppenphase 3. Spieltag

21.10.2004 - (Do.)
UEFA-Pokal Gruppenphase 1. Spieltag

2./3.11.2004 - (Di./Mi.)
UEFA Champions-League Gruppenphase 4. Spieltag

4.11.2004 - (Do.) UEFA-Pokal Gruppenphase 2. Spieltag

9./10.11.2004 - (Di./Mi.)
DFB-Vereinspokal Herren 3. Runde mit 16 Mannschaften

23./24.11.2004 - (Di./Mi.)
UEFA Champions-League Gruppenphase 5. Spieltag

25.11.2004 - (Do.)
UEFA-Pokal Gruppenphase 3. Spieltag

1./2.12.2004 - (Mi./Do.)
UEFA-Pokal Gruppenphase 4. Spieltag

8./9.12.2004 - (Mi./Do.)
UEFA Champions-League Gruppenphase 6. Spieltag

14./15.12.2004 - (Di./Mi.)
UEFA-Pokal Gruppenphase 5. Spieltag

16./17.2.2005 - (Mi.)
UEFA-Pokal Zwischenrunde Hinspiele

22./23.2.2005 - (Di./Mi.)
UEFA Champions League Achtelfinale Hinspiele

24.2.2005 - (Do.)
UEFA-Pokal Zwischenrunde Rückspiele

1./2.3.2005 - (Di./Mi.)
DFB-Vereinspokal Herren Viertelfinale

8./9.3.2005 - (Di./Mi.)
UEFA Champions League Achtelfinale Rückspiele

10.3.2005 - (Do.)
UEFA-Pokal Achtelfinale Hinspiele

16./17.3.2005 - (Mi./Do.)
UEFA-Pokal Achtelfinale Rückspiele

5./6.4.2005 - (Di./Mi.)
UEFA Champions League Viertelfinale Hinspiele

7.4.2005 - (Do.)
UEFA-Pokal Viertelfinale Hinspiele

12./13.4 2005 - (Di./Mi.)
UEFA Champions League Viertelfinale Rückspiele

14.4.2005 - (Do.)
UEFA-Pokal Viertelfinale Rückspiele

19.4.2005 - (Di./Mi.)
DFB-Vereinspokal Herren Halbfinale

26./27.4.2005 - (Di./Mi.)
UEFA Champions League Halbfinale Hinspiele

28.4.2005 - (Do.)
UEFA-Pokal Halbfinale Hinspiele

3./4.5.2005 - (Di.)
UEFA Champions League Halbfinale Rückspiele

5.5.2005 - (Do.)
UEFA-Pokal Halbfinale Rückspiele

18.5.2005 (Mi.)
UEFA-Cup Finale

25.5.2005 - (Mi.)
UEFA Champions League Finale

28.5.2005 - (Sa.)
DFB-Vereinspokal Endspiele in Berlin

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31.08.2004 - Ailton fällt lange aus - 8:1-Erfolg beim VfB Hüls - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Alles andere als überzeugend präsentierte sich der FC Schalke 04 Dienstag Abend im Freundschaftsspiel beim VFB Hüls in der ersten Halbzeit. Nach 45 Minuten hieß es vor 2 700 Zuschauern lediglich 1:1. Doch nach der Pause drehten die "Königsblauen" auf und gewannen noch standesgemäß mit 8:1.

Für die Tore sorgten Hanke (3), Kobiashvili (2), Kläsener, Varela und Hesse. Kobiashvili war nach seiner Zahnoperation das erste Mal wieder am Ball. Als Schalker Kapitän lief übrigens Jörg Böhme auf, der vor allem im zweiten Durchgang einige gute Aktionen hatte und sich spielfreudig wie schon lange nicht mehr präsentierte.

Nicht dabei am Badeweiher war Stürmerstar Ailton, der am Dienstag für vier Bundesligaspiele gesperrt sowie mit einer Geldstrafe von 15 000 Euro belegt worden ist. Die Gesamtstrafe wurde wegen zweifachen Vergehens ausgesprochen. Zum einen wurde der Torschützenkönig der vergangenen Saison wegen seines Platzverweises beim 0:2 der Schalker gegen Hansa Rostock verurteilt, zum anderen wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Richtlinien.

Ailton war nach seiner Roten Karte aus der Arena AufSchalke geflüchtet, ohne zu wissen, dass er zur Dopingkontrolle gelost worden war. Erst nach einem Telefonanruf von Teammanager Müller war der 31-Jährige zurück ins Stadion gekehrt und hatte sich dem Test unterzogen. Zuvor hatte er im Spiel nacheinander den Rostockern Persson und Möhrle eine Ohrfeige verpasst und deswegen die Rote Karte erhalten. Von Vereinsseite muss der Schalker Neuzugang, der den "Königsblauen" erst am 16. Oktober im Auswärtsspiel bei Bayern München wieder zur Verfügung steht, wohl auch noch mit einer Geldstrafe rechnen.

Das nächste Freundschaftsspiel bestreiten die Schalker am Freitag in Erfurt. Dort möchte Ebbe Sand sein Comeback feiern, der nach seiner Hirnhauterkrankung gestern ins Mannschaftstraining zurück kehrte.

Schalke 04: Heimeroth - Talarek (46. Hoogland), Kläsener (46. Pander), Bordon (46. Waldoch), Lamotte (72. Petereit), Kobiashvili, Böhme, Oude Kamphuis, Varela, Hanke, Hesse (72. Asamoah)

Frank Leszinski/Olaf Krimpmann

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31.08.2004 - Ailton: Vier Spiele Sperre und 15.000 Euro Geldstrafe - © www.schalke04.de

Nach seinem Platzverweis im Heimspiel gegen Hansa Rostock legte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) heute das Strafmaß für Ailton fest. Der Schalker Stürmer wird für vier Spiele gesperrt und muss 15.000 Euro Geldstrafe zahlen.

Auf das Strafmaß wirkten sich drei Faktoren aus: eine Tätlichkeit gegen den Gegner in einem leichteren Fall nach einer zuvor an ihm begangenen sportwidrigen Handlung, einer weitere Tätlichkeit gegen den Gegner in einem leichteren Fall sowie ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Richtlinien des DFB. Der FC Schalke 04 hat das Urteil akzeptiert.

Damit wird der 31-Jährige den Knappen in den kommenden Bundesligaspielen beim VfL Wolfsburg, gegen Borussia Mönchengladbach, bei Hannover 96 und gegen den VfL Bochum fehlen. Im DFB-Pokal, im UEFA-Cup sowie in Freundschaftsspielen darf er hingegen eingesetzt werden.

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31.08.2004 - Bundesligen: Vier Spiele Sperre und Geldstrafe für Ailton - © www.dfb.de

Goncalves Ailton-da Silva vom Bundesligisten FC Schalke 04 wurde am 31. August 2004 vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Einzelrichter-Verfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen einer Tätlichkeit gegen den Gegner in einem leichteren Fall nach einer zuvor an ihm begangenen sportwidrigen Handlung sowie einer weiteren Tätlichkeit gegen den Gegner in einem leichteren Fall und eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Richtlinien des DFB, begangen durch drei rechtlich selbstständige Handlungen, mit einer Gesamtsperre von vier Meisterschaftsspielen und einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro belegt.

Darüber hinaus ist Goncalves Ailton-da Silva bis zum Ablauf der Sperre auch für alle anderen Meisterschaftsspiele seines Vereins gesperrt.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Goncalves Ailton-da Silva hatte am 28. August beim Spiel zwischen Schalke 04 und Hansa Rostock in der 45. Minute von Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) die Rote Karte gezeigt bekommen.

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31.08.2004 - Großeinsatz rund ums Revierderby - © N24.de, ddp

Derby im Zeichen der Gewalt - 108 Festnahmen nach A-Jugend Fußballspiel in Dortmund

Nach tätlichen Auseinandersetzungen vor einem A-Jugend Fußballspiel zwischen dem BVB und dem FC Schalke 04 in Dortmund hat die Polizei am Montag insgesamt 108 Personen vorläufig in Gewahrsam genommen. Wie die Polizei mitteilte, hätten mehrere BVB-Anhänger gegen 17.30 Uhr eine Gruppe Schalke-Fans auf dem Anmarsch abgefangen und in Richtung Stadion verfolgt. Bei dem Aufeinandertreffen seien drei Personen leicht verletzt worden.

Durch den Einsatz starker Polizeikräfte seien die Auseinandersetzungen unterbunden worden. Auf der Strobelallee habe die Polizei insgesamt 108 Personen aus Dortmund unter dem Verdacht des Landfriedensbruchs und zur Verhinderung weiterer Straftaten vorläufig festgenommen. Die Personen seien ab 20.30 Uhr wieder entlassen worden.

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31.08.2004 - Acht Schalker für ihre Nationalteams im Einsatz - © www.schalke04.de

Aufgrund der anstehenden WM-Qualifikationsspiele muss Cheftrainer Jupp Heynckes in den kommenden Tagen sowohl bei den Trainingseinheiten als auch bei den Freundschaftsspielen auf acht Spieler aus dem aktuellen Profikader verzichten.

Levan Kobiashvili und Hamit Altintop vertreten ihre Landesfarben gleich zweimal in fünf Tagen. Am kommenden Samstag (19 Uhr) spielt die georgische Nationalmannschaft zunächst in der Türkei, wo es dann zum direkten Aufeinandertreffen der Schalker Vereinskollegen kommt. Am darauf folgenden Mittwoch ist dann die Auswahl Albaniens in Georgien zu Gast (18 Uhr). Am selben Tag spielt die türkische Auswahl in Piräus gegen Europameister Griechenland um wichtige Punkte auf dem Weg zur WM 2006.

Ebenfalls am Samstag sind auch Mladen Krstajic, Christian Poulsen und Sven Vermant im Einsatz. Krstajic tritt mit Serbien und Montenegro um 20 30 Uhr bei San Marino an. In der gleichen Qualifikationsgruppe empfängt die belgische Auswahl mit Sven Vermant um 20.15 Uhr in Charleroi die Elf aus Litauen. In Kopenhagen spielt Christian Poulsen mit der dänischen Nationalmannschaft gegen die Ukraine (20 Uhr).

Dario Rodriguez wurde vom Fußballverband Uruguays für das Qualifikationsspiel in Montevideo am Sonntag gegen Ecuador nominiert.

Des weiteren sind noch U23-Spieler Stephan Bork und der Schalker Profi Michael Delura für die deutsche U-20 Auswahl nominiert. Die Mannschaft von Trainer Uli Stielike trifft morgen um 19 Uhr in Frauenfeld auf die Auswahl der Schweiz.

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31.08.2004 - Schalke 04 gegen Liepajas Metalurgs am Donnerstag, den 16. September, um 18.15 Uhr - © www.kicker.de

Schalke 04 wird sein Heimspiel in der ersten Runde des UEFA-Pokals gegen den lettischen Vizemeister Liepajas Metalurgs am Donnerstag, den 16. September, um 18.15 Uhr austragen.

Im Vorverkauf wurden bislang knapp 39.000 der 53.975 Tickets abgesetzt.

Das Rückspiel in Lettland wird am 30. September ausgetragen. Die Anstoßzeit steht noch nicht fest.

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30.08.2004 - Schalke lässt Böhme nicht ziehen - © dpa - Meldung vom 30.08.2004 12:09 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Fußball-Profi Jörg Böhme wird seinen bis 2006 laufenden Vertrag beim Bundesligaclub FC Schalke 04 erfüllen, teilte der Revierverein mit.

Am Sonntag hatten sich Böhme und Berater Jürgen Milewski sowie Schalke Manager Rudi Assauer und Teammanager Andreas Müller auf eine weitere gemeinsame Zusammenarbeit geeinigt. Damit wird Schalke bis zum Ende der Transferperiode keinen Spieler mehr abgeben.

Böhme, der zur Zeit bei Trainer Jupp Heynckes nicht erste Wahl ist, hatte zuletzt Angebote aus der Bundesliga. Borussia Mönchengladbach wollte den zehnmaligen Nationalspieler bis zum Saisonende ausleihen. Beim 0:2 gegen Hansa Rostock hatten die Schalker Fans in der Arena lautstark, aber vergeblich, die Einwechslung Böhmes gefordert.

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29.08.2004 - Schalker Liebe: Das Dach in Blau und Weiß gedeckt - Die Fellenbergs: Fans mit Leidenschaft - © WAZ

Langenbochumer Straße 261. Passanten bleiben stehen. Lächelnd, manchmal auch kopfschüttelnd, zeigen sie auf ein Hausdach.Blaue und einige weiße Pfannen glänzen im Sonnenlicht. Die weißen bilden das Signet des FC Schalke 04. Da wohnen wohl Fans.

Beim Gang in die Wohnung bestätigt sich die Vermutung. Im Wohnzimmer quellen zwei dreistöckige Holzregale über von Schalker Fanartikeln. Neben der Schalke-Knappen-Fan-Salami, Mindesthaltbarkeitsdatum 25.11.1996, liegen Schalke-Uhren, Wimpel, leere Schalker-Würstchengläser, Schalke-Bierflaschen, Schalke-Autogrammbälle, Schalke-Spiegel, Schalke-Sticker... Blau und Weiß, wo das Auge hinschaut.

"Wir haben 14 Schalke-Bettwäschegarnituren zum Wechseln", sagt Rentner Hans Fellenberg (66) stolz, läuft mehrfach ins Schlafzimmer und schleppt Berge von Schalke-Shirts an, die extra in einem Schrank gelagert werden. Dazu gehört, neben Schalke-Bademänteln, etlichen Schals, Mützen und Kappen, einer riesigen Fahne, selbstverständlich das teure Schalke-Hemd mit Schalke-Schlips für gehobene Anlässe. Mit zwei dieser Binder wurde bereits einmal der Weihnachtsbaum dekoriert. Die Schalke-Tapete fanden die Fellenbergs erst nach langem Suchen in Baumärkten. Die Miniatur-Arena ist bestellt. Man wartet sehnsüchtig.

"Ein bisschen verrückt sind wir schon", kommentiert Ehefrau Heidi lächelnd die Sammelleidenschaft. Von ihrem Hansi habe sie zum Geburtstag schon mal 80 Rosen bekommen, erzählt sie. 40 blaue und 40 weiße. Vorsichtig nimmt die gelernte Verkäuferin einen Fußballschuh vom Regal, den sie extra hat schalkegerecht verzieren lassen. "Den hat keiner."

Dabei hatte die Verkäuferin bis zum 19.Dezember 1985 für Fußball und Schalke überhaupt kein Interesse. Bis sie just an diesem Tag dem Ex-Bergmann und Montagearbeiter Hans in einer Langenbochumer Kneipe begegnete. Er war gerade vom letzten Spiel vor der Winterpause aus dem Parkstadion gekommen. "Erst gab er eine Flasche Sekt aus. Dann schenkte er mir seinen Schalke-Schal." Das Schalke-Virus sprang auf Heidi über. Und die Liebe. Oder umgekehrt? Seit zehn Jahren sind die beiden jedenfalls in zweiter Ehe verheiratet und Leben in dem Zweifamilienhaus unter einem blau-weißen Dach.

Ein Schalker-Dach-Foto in der Mitgliederzeitschrift Schalker Kreisel brachte Hans Fellenberg auf die Idee, seine Verbundenheit zu den Knappen, deutlich sichtbar, zu verewigen. Im Sommer 2003 wurde sein Haus mit königsblau und weiß glasierten Pfannen gedeckt. Pikante Note: Ein Dachdecker aus Lünen-Brambauer verrichtete die Arbeit. Sozusagen ein Handwerker aus "Feindesland", sprich Dortmunder Einzugsgebiet. "Man merkte, dass er sich nicht so für Fußball interessiert", beschreibt Hans Fellenberg die Reaktion des Unternehmers. Es gibt nur eine Dauerkarte im Schalke-Dach-Haus. Man wechselt sich ab, beim Besuch in der Arena. Doch das Bezahlfernsehen hilft, wenn der Ehepartner im Oberrang der Nordkurve die Königsblauen lautstark anfeuert.

Tochter Sabrina aus Heidis erster Ehe nimmt die Schalke-Leidenschaft der Eltern gelassen hin. Sie profitiert meist von einem kleinen Schalke-Sparschwein, in das Mutter und Stiefvater einzahlen. 5 Euro beim Schalker Sieg, 2 Euro beim Unentschieden und einen Euro muss sie selbst zahlen, wenn Schalke verloren hat. Einen großen Wunsch haben die Fellenbergs: "Einmal mit Rudi Assauer ein Bierchen trinken". Na, wenn der das Dach sieht, spendiert er doch sicherlich eine Runde. Oder?

Detlef Niemand

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28.08.2004 - Ailton: "Ich muss mich bei allen entschuldigen!" - © www.schalke04.de

Nach seinem Platzverweis wollte Ailton zunächst keine Interviews geben. Dann aber sprach der Brasilianer doch noch in die TV-Kameras und suchte nicht nach Ausflüchten.

"Das war heute sch..., Ailton", fasste er sein Verhalten in der 45. Minute zusammen. "Ich war wie ein Amateur auf dem Platz und muss mich bei allen entschuldigen: bei der Mannschaft, bei den Fans, beim Verein. Das darf mir nicht passieren."

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28.08.2004 - Manager Rudi Assauer: Momentan fehlt der Risikopass! - © www.schalke04.de

Manager Rudi Assauer zog nach der Niederlage gegen Hansa Rostock ein Fazit, welches nicht den Platzverweis von Ailton in den Mittelpunkt stellte.

"Wir haben die meisten Ballkontakte, spielen nach rechts, links, nach vorne und hinten. Aber der entscheidende Pass fehlt. Man muss erst dezent spielen und dann einen Risikopass suchen. Dieser fehlt uns momentan." Ähnlich sah dies Hamit Altintop: "Uns hat der entscheidende Pass, der präzise Schuss gefehlt."

Zum Platzverweis von Ailton meinte der Manager ebenso wie Heynckes, dass dies Dinge sind, die passieren, aber eigentlich nicht passieren dürfen. Im gleichen Atemzug wehrte sich der Manager gegen die Bewertung der Aktion als grobe Tätlichkeit. "Ailton hat nicht geschlagen." Nachdem der Brasilianer den Platz verlassen musste, startete Gerald Asamoah ein wütendes Rededuell mit den Rostocker Kontrahenten. "Mich hat geärgert, dass Schober wieder einmal aus seinem Tor gekommen ist und mitdiskutiert hat. Das hat er schon öfter gemacht."

Befragt zum möglichen Auslöser der Kurzschlussreaktion meinte Assauer: "Ailton ist frustriert." In der Bundesliga ist dem Torschützenkönig der letzten Saison noch kein Treffer gelungen - ganz im Gegenteil zum UI-Cup, an dessen Gewinn der 31-Jährige mit vier Toren entscheidenden Anteil besaß. Assauer: "Aber UI-Cup ist etwas Anderes als die Bundesliga. Die ist deutlich härter."

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28.08.2004 - Rote Karte für Ailton - Di Salvo beschert Rostock 2:0 auf Schalke - © WESTLINE

Gelsenkirchen - UI-Cup-Sieger FC Schalke 04 hat in der Fußball-Bundesliga einen herben Rückschlag erlitten. Die 45 Minuten lang dezimierte Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes blamierte sich am Samstag gegen ihren "Angstgegner" Hansa Rostock und unterlag völlig verdient mit 0:2 (0:1).

Der zweifache Torschütze Antonio di Salvo bescherte den Hanseaten vor rund 60 790 überwiegend enttäuschten Zuschauern in der Arena "AufSchalke" mit seinen Treffern in der 34. und 77. Minute den ersten "Dreier" der Spielzeit. Kurz vor der Pause hatte Schalke-Stürmer Ailton die Rote Karte erhalten, als er sich zu Tätlichkeiten gegen die Hansa-Abwehrspieler Joakim Persson und Uwe Möhrle hinreißen ließ.

Auch ohne die fehlenden Ebbe Sand, Lewan Kobiaschwili und Lincoln nahmen die Schalker zunächst das Heft in die Hand. Der Tabellen-15. aus Rostock, der den verletzten Abwehrspieler Damon Hill durch Kim Madsen ersetzte, zog sich wie erwartet zumeist weit in die eigene Hälfte zurück und machte geschickt die Räume eng. So waren die "Königsblauen", bei denen zündende Ideen im Mittelfeld Mangelware blieben, eigentlich nur nach Standards gefährlich. Gute Möglichkeiten vor der Pause hatte Marcelo Bordon mit einem Freistoß (8.) aus 28 Metern, den der Ex-Schalker Mathias Schober im Hansa-Tor mit Mühe entschärfte, und in der 22. Minute, als er freistehend verzog.

Auch der für Lincoln als Spielgestalter aufgebotene Hamit Altintop hatte mehrfach die Führung auf dem Fuß, hatte aber Pech im Abschluss oder fand in Schober drei Mal seinen Meister (27./28./39.). Wie so häufig wurde das Auslassen der Chancen durch den Gegner eiskalt bestraft. Einen Pass von Marcus Lantz nahm Antonio di Salvo auf, der bereits im Pokal zwei Mal erfolgreich war, und erzielte das erste Bundesliga-Saisontor für Hansa (34.). Kurz zuvor musste SchalkeKeeper Frank Rost gegen Möhrle (30.) in höchster Not retten.

Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff "krönte" Schalkes Neuzugang seine indiskutable Leistung und ließ sich wohl aus Frust gleich zu zwei Tätlichkeiten hinreißen. Erst verpasste er Persson eine Backpfeife, dann "watschte" der in der Bundesliga noch erfolglose Brasilianer auch Möhrle. Mit nur noch neun Feldspielern bemühte sich der UEFA-CupTeilnehmer nach dem Wechsel fast verzweifelt um den Ausgleich. Doch es gelang gegen die gut gestaffelten Rostocker fast nichts mehr. Lediglich die jungen Christian Pander und Michael Delura hatten noch Chancen zum Ausgleich. Nach di Salvos zweitem Tor war die Partie entschieden.

Ulli Brünger, dpa

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27.08.2004 - Schalke 04 zum ersten Mal in Lettland zu Gast - © WAZ

Der FC Schalke 04 kann seine mittlerweile schon zahlreichen Kenntnisse über Osteuropa erweitern, denn in der ersten Runde des Uefa-Pokals geht es erstmals für die Königsblauen nach Lettland.

Liepajas Metalurgs, seines Zeichens lettischer Vizemeister und derzeit Tabellenführer der lettischen Virsliga, ist der Gegner der Königsblauen. Manager Rudi Assauer "sagt der Vereins nichts", aber Trainer Benjaminas Zelkevicius hat zwei Nationalspieler in seinen Reihen. Verteidiger Dzintars Zimis kam sogar bei der Europameisterschaft in Portugal zum Einsatz, und Stürmer Viktors Dobrecovs ist ebenfalls Nationalspieler.

Um sich für den Uefa-Pokal zu qualifizieren mussten die Letten durch zwei Qualifikationsrunden in denen sie gegen B 36 Torshavn von den Faröer-Inseln mit 8:1 und 3:1 sowie gegen den schwedischen Klub Östers Vaxjö mit 1:1 und 2:2 die Oberhand behielten.

Die Auslosung ergab, dass Schalke am 16. September zunächst Heimrecht hat und am 30. September auswärts spielt. Das sind aber noch keine endgültigen Termine.

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27.08.2004 - Das Gruselkabinett von der Ostsee / Schalker Schreckensbilanz gegen Rostock - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Noch heute treibt die Erinnerung an diese bittere Szene Schalker Fans den Schock ins Gesicht: 22. November 2003, Minute 52, Arena AufSchalke. Razundara Tjikuzu spaziert durch die löchrige Schalker Deckung und verlädt Torwart Frank Rost - 0:1, Hansa Rostock nimmt drei Punkte mit an die Ostsee.

"Klar erinnert man sich gerne an das Spiel zurück", sagt Hansas Marcus Lantz vor dem erneuten Duell in Gelsenkirchen (Samstag, 15.30 Uhr), "das vergisst man nicht so schnell."

Motivationsspritzen haben die Rostocker gegen Schalke ohnehin genügend in der Schublade. Acht Mal haben sie in der Bundesliga bereits gegen Königsblau triumphiert. Gegen kein anderes Team hat die Elf von Trainer Juri Schlünz eine bessere Bilanz vorzuweisen. Dennoch stapelt er tief. "Schalke hat sich unheimlich verstärkt, die wohl beste Abwehr der Bundesliga und eine der besten Sturmformationen", sagt er.

Dennoch reist Hansa nicht mutlos ins Ruhrgebiet: "Gegen Schalke ist etwas machbar, wenn man selbst offensiv agiert", so Schlünz. Das habe auch das UI-Cup-Spiel in Liberec gezeigt. Ohne Torjäger Martin Max weht jedoch bisher im Rostocker Sturm eher ein laues Lüftchen. Die Quittung: Die rote Laterne der Fußball-Bundesliga.

Ganz anders der FC Schalke. Sechs Siege im UI-Cup haben der Heynckes-Elf Selbstvertrauen eingeimpft, Ailton oder Gerald Asamoah - mindestens einer von beiden trifft in jedem Spiel. Zudem scheint der Arena-Fluch bezwungen - zuletzt gab es sechs Heimsiege in Serie. Doch Jupp Heynckes mahnt: "Wir haben im vergangenen Jahr gegen Rostock alle Punkte gelassen. Da haben wir etwas gutzumachen."

Verzichten müssen die Schalker vor erwarteten 60.000 Fans weiter auf Stürmer Ebbe Sand (Urlaub in Dänemark), Spielmacher Lincoln (Oberschenkelzerrung) und Levan Kobiashvili (Zahn-OP). Dafür werden vermutlich der zuletzt wegen Erkältung fehlende Christian Pander und der Uruguayer Gustavo Varela in den Kader zurückkehren. Auch der angeschlagene Abwehrchef Marcelo Bordon (Knieprobelme) meldete sich am Freitag einsatzbereit. Heynckers nahm es erfreut zur Kenntnis.

Ebenso wie Keeper Frank Rost das erste UEFA-Cup-Los Metalurgs Liepaja (Lettland): "Es hätte schlimmer kommen können. Es ist eine gute Chance für uns, die Gruppenphase zu erreichen." Doch Liepaja ist morgen, heute ist Rostock...

Schalke: Rost - Krstajic, Bordon, Waldoch - Rodriguez, Altintop, Vermant, Oude Kamphuis, Poulsen - Asamoah, Ailton

Sascha Klaverkamp

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27.08.2004 - UEFA-Cup-Gegner FHK Liepajas Metalurgs ist noch "ein unbeschriebenes Blatt" - © www.schalke04.de

Ein neues Land lernt der FC Schalke 04 auf seinen Reisen im Europapokal kennen: Die Knappen, die sich wie schon im Vorjahr als UI-Cup-Sieger erneut für den UEFA-Pokal qualifizieren konnten, treffen in der ersten Runde dieses Wettbewerbs auf den lettischen Vizemeister FHK Liepajas Metalurgs. Dabei wurde so ausgelost, dass das erste Spiel am 16. September in der Arena AufSchalke stattfindet, während das Rückspiel am 30. September im Stadion Daugava in Liepaja stattfindet.

Die Mannschaft von Trainer Benjaminas Zelkevicius ist nach 18 Spieltagen mit 41 Punkten Tabellenführer vor dem Abonnements-Meister Skonto Riga. Im UEFA-Cup überstanden die Blau-Roten zwei Qualifikationsrunden. Zunächst schaltete man B 36 Torshavn von den Faröer deutlich aus (8:1, 3:1), ehe man gegen den schwedischen Club Östers IF Växjö (1:1, 2:2) dank der mehr erzielten Auswärtstore den Sprung in die erste Runde schaffte.

Ein Spieler von FHK Liepajas Metalurgs gehörte zum Aufgebot Lettlands bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal. Verteidiger Dzintars Zirnis kam dabei zu einem Einsatz. Ebenfalls Nationalspieler ist Stürmer Viktors Dobrecovs.

Stimmen zur Auslosung:

Trainer Jupp Heynckes: Es ist ein unbeschriebenes Blatt. Wir müssen uns sicher sehr gut über den Verein informieren. Da wir das Spiel sehr ernst nehmen, werden wir dies sicherlich tun. Die Letten haben bei der Europameisterschaft in Portugal gezeigt, dass auch ein kleines Land über sehr gute Fußballer verfügen kann.

Kapitän Frank Rost: Es hätte schlimmer kommen können. Wir müssen das Los so nehmen wie es ist. Es ist eine gute Chance für uns, die Gruppenphase zu erreichen. Das ist das Ziel, das sich die ganze Mannschaft gesteckt hat. Wenn jeder Einzelne in den Spielen gegen Liepaja eine gute Einstellung zeigt, wird uns dies auch gelingen.

Manager Rudi Assauer: Der Verein sagt mir nichts, aber das haben wir in den letzten Jahren des Öfteren gehabt. Allerdings hat unser Gegner in der Qualifikation eine schwedische Mannschaft rausgeboxt. Es wird also kein Spaziergang.

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27.08.2004 - Schalke spielt zuerst zuhause gegen Metalurgs Liepaja - © Macka/sml - 27.8.2004 - 12:48 Uhr / Jörg/sml - 12:56 Uhr


ФХК "Лиепаяс Металургс" (FHC "liepajas Metalurgs")

Der Sponsor



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27.08.2004 - UEFA-Pokal: Erste Runde wird heute Mittag ausgelost - © www.dfb.de - 27.8.2004 - 09:07 Uhr

Im Grimaldi-Forum in Monaco werden heute ab 13 Uhr die Paarungen der ersten Runde im UEFA-Pokal ermittelt.
Für die Erstrundenspiele, die am 16. und 30. September ausgetragen werden, haben sich der VfB Stuttgart, der VfL Bochum und Pokalfinalist Alemannia Aachen qualifiziert. Über den UI-Cup hat zusätzlich noch der FC Schalke 04 den Sprung in den Wettbewerb geschafft.

Ab der Saison 2004/2005 wird der UEFA-Pokal nach einem neuen Modus ausgetragen. Insgesamt gehen in der ersten Runde 80 Mannschaften an den Start. Davon waren 32 Mannschaften für die erste Runde gesetzt, 32 weitere Teams kommen aus der UEFA-Pokal-Qualifikation und dem UI-Cup hinzu. Die restlichen 16 Plätze nehmen die Mannschaften ein, die in der Qualifikation zur UEFA-Champions-League gescheitert sind.

Die erste Runde im "neuen" UEFA-Pokal wird im klassischen K.o.-Modus mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. Danach werden die 40 qualifizierten Mannschaften in acht Fünfer-Gruppen aufgeteilt. Dort bestreitet jede Mannschaft in einer Einfach-Runde zwei Heim- und zwei Auswärtsspiele.

Rückspiele gibt es nicht, das jeweils fünfte Team ist spielfrei. Nach Ende der Gruppenphase qualifizieren sich die jeweils drei besten Mannschaften jeder Gruppe für die Runde der letzten 32 Teams. Zu den 24 qualifizierten Teams stoßen auch noch die insgesamt acht Vorrunden-Dritten der Champions-League-Gruppenphase.

Im K.o.-Modus werden in den vier weiteren Runden dann die beiden Finalteilnehmer ermittelt.

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26.08.2004 - Assauer: Abgänge? Nicht auszuschließen! - © www.schalke04.de

Am 31. August endet die Transferperiode für die Hinrunde. Manager Rudi Assauer deutet aber an, dass auch beim FC Schalke 04 in den nächsten fünf Tagen noch personelle Veränderungen geben könnte.

"Auszuschließen ist eine Neuverpflichtung", so Assauer. "Nicht auszuschließen ist, dass der ein oder andere Spieler noch transferiert wird." Obwohl die Knappen weiterhin in drei Wettbewerben beschäftigt sind, könnte sich der Chef-Trainer ebenso mit diesen Maßnahmen anfreunden. "Da herrscht zwischen Jupp Heynckes und mir Einmütigkeit." Einen Transfer werde es aber nicht gegen den Willen eines Profis geben: "Wir kommen immer den Wünschen der Spieler nach", betonte Assauer.

Namen nannte der Manager nicht, bestätigte aber Angebote anderer Vereine für Schalker Spieler. "Die sind mir aber im Moment nicht hoch genug. Das kann bedeuten, dass der ein oder andere Spieler trotzdem bleibt."

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26.08.2004 - Ebbe Sand: Rückkehr in der nächsten Woche? - © www.schalke04.de

Ebbe Sand hat Anfang dieser Woche in Dänemark wieder mit dem Lauftraining begonnen und wird aller Voraussicht nach in der nächsten Woche wieder in Gelsenkirchen eintreffen.

Wie Trainer Jupp Heynckes in zwei Telefonaten mit dem dänischen Ex-Nationalspieler vor und nach dem UI-Cup-Finale gegen Liberec erfuhr, befindet sich der Schalker Stürmer nach seiner Virus-Meningitis und der daraus resultierenden körperlichen Erschöpfung wieder auf dem Weg der Besserung.

Trotz alledem ist "mit so einer Krankheit nicht zu spaßen", erklärte Jupp Heynckes. Aus diesem Grund liegt die Entscheidung bei Sand selbst, da "Ebbe auch kein Spieler ist, der die Situation ausnutzt. Er will zur Mannschaft zurück." Für die beiden vorangegangenen Partien hatte Sand seinen Mannschaftskameraden durch den Trainer viel Glück und Erfolg ausrichten lassen.

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26.08.2004 - Schalke ohne Kobiaschwili, Lincoln und Sand - © dpa - Meldung vom 26.08.2004 14:39 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Der FC Schalke 04 muss im Bundesliga-Spiel gegen Hansa Rostock weiterhin auf Ebbe Sand, Lewan Kobiaschwili und Lincoln verzichten.

Der Brasilianer Lincoln hat nach seiner Oberschenkelzerrung zwar wieder mit dem Lauftraining begonnen, steht aber ebenso wie Kobiaschwili (Kiefer-Operation) nicht im Kader der Königsblauen.

Wann Sand wieder zurückkehrt, ist im Moment noch offen. Der 32 Jahre alte Angreifer befindet sich nach seiner Virus-Meningitis derzeit auf Heimaturlaub in Dänemark.

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26.08.2004 - Tickets für Erstrunden-Heimspiel im UEFA-Cup bereits erhältlich - Montag startet Tageskartenverkauf für alle BL-Heimspiele der Hinrunde - © CAN/sml (www.schalke04.de/WESTLINE)

Am kommenden Montag (30.8.) beginnt ab 9 Uhr beim FC Schalke 04 der Vorverkauf für die Tageskarten der verbleibenden sieben Bundesliga-Heimspiele der Hinrunde. Bis Weihnachten empfangen die Knappen Borussia Mönchengladbach (18./19.9.), den VfL Bochum (2./3.10), den FSV Mainz 05 (23./24.10.), den VfB Stuttgart (30./31.10.), Hertha BSC (13./14.11.), Arminia Bielefeld (27./28.11.) und den SC Freiburg (11./12.12.) in der Arena AufSchalke.

Erworben werden können maximal vier Karten pro Spiel und pro Person im S04 Service-Center auf der Geschäftsstelle der Knappen, ebenso sind Bestellungen beim TicketTelefon unter der Rufnummer 01805-150810 (0,12 EUR/min) oder im Internet unter www.arena-aufschalke.de möglich. Nicht bearbeitet werden hingegen Anfragen per Fax oder E-Mail.

Am morgigen Freitag (27.8.) wird im Grimaldi Forum in Monaco die erste Runde im UEFA-Pokal ausgelost, die am 16. bzw. 30. September ausgetragen wird. Der Vorverkauf für das Heimspiel in der Arena AufSchalke läuft bereits seit dem gestrigen Mittwoch (25.8.).

Für Dauerkarten-Inhaber des FC Schalke 04 in Form einer Chipkarte, die die UEFA-Cup-Spiele bei ihrer Bestellung im Abonnement gebucht haben, werden die Karten ohne zusätzliche schriftliche Benachrichtigung für diese Partie freigeschaltet. Der fällige Betrag wird vom Konto abgebucht.

Kartenblock-Besitzer mit gültigem Abo erhalten ihre Tickets automatisch zugeschickt. Auch hier wird der fällige Betrag abgebucht.

Dauerkarten-Inhabern ohne Europapokal-Abo reserviert der FC Schalke 04 ihren gewohnten Stammplatz für diese Partie bis zum kommenden Donnerstag, den 2. September. Anschließend gehen die Tickets in den freien Verkauf. Das Fassungsvermögen der Arena AufSchalke im UEFA-Cup beträgt 53.975 Zuschauer.

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24.08.2004 - Schalke dank Rost und Ailton im UEFA-Pokal - © dpa - Meldung vom 24.08.2004 21:05 Uhr

Liberec (dpa) - Der FC Schalke 04 hat erneut über den Umweg UI-Cup den Sprung auf die UEFA-Pokal-Bühne geschafft und darf wieder von Europapokal-Millionen träumen.

Dank des überragenden Torhüters Frank Rost und des Stürmers Ailton kam der Fußball-Bundesligist im Rückspiel des UI-Cup-Finales zu einem glücklichen 1:0 (0:0) beim tschechischen Vertreter Slovan Liberec und erreichte nach dem 2:1 im Hinspiel vor zwei Wochen sein erstes Saisonziel.

Ausgerechnet der ansonsten schwache Ailton (87.) ließ die Schalker mit seinem vierten Treffer im UI-Cup aufatmen. Die Gelsenkirchener feierten damit im sechsten UI-Cup-Spiel den sechsten Sieg und wiederholten damit ihr Künststück aus dem Vorjahr, als sie ebenfalls über den «Strohhalm-Cup» in den Europapokal nachgerückt waren.

Vor 7880 Zuschauern durfte sich der UEFA-Pokal-Sieger von 1997 bei seinem Schlussmann bedanken. «Frank Rost ist für mich ein Weltklasse-Torhüter», lobte Trainer Jupp Heynckes seinen Keeper. Rost vereitelte in der zweiten Halbzeit zahlreiche Chancen der Tschechen, die noch vor der Pause harmlos agiert hatten. Die Schalker Deckung wirkte in den zweiten 45 Minuten unsicher wie lange nicht mehr. Am Ende stand das Glück auf der Seite der Schalker, die nun neben dem VfB Stuttgart, VfL Bochum und Pokalfinalist Alemannia Aachen als vierte deutsche Mannschaft im Lostopf sind.

«Für uns war das ein wichtiger Schritt», blieb Rost bescheiden. «Wir haben die Tschechen erst stark gemacht. Ohne Frank Rost wären wir nicht mehr dabei», bedankte sich Nationalspieler Gerald Asamoah bei dem «Helden des Spiels». Auch Torschütze Ailton gestand: «Das war ein ganz schweres Spiel.»

Der Bundesligist war mit Personalsorgen nach Liberec gereist. Christian Pander meldete sich vor dem Spiel mit einer Erkältung ab. Zuvor hatte Trainer Jupp Heynckes schon auf Stürmer Ebbe Sand, Lewan Kobiaschwili, Gustavo Varela und Lincoln verzichten müssen. Immerhin konnte der Coach auf den zuletzt angeschlagenen Brasilianer Marcelo Bordon zurückgreifen, der die Deckung der Schalker verstärken sollte.

Liberec hatte in der ersten Halbzeit keine Chance. Die Tschechen, gegen die sich die Schalker schon im vergangenen Jahr im UI-Cup-Halbfinale durchgesetzt hatten, agierten überraschend zurückhaltend und zeigten znächst kaum Ambitionen, die Niederlage aus dem Hinspiel wettzumachen. So waren die deutschen Gäste von Beginn an Spiel bestimmend. Aus ihren Vorteilen machten die Gelsenkirchener zu wenig. Nationalspieler Gerald Asamoah hatte noch die besten Möglichkeiten: In der 25. Minute scheiterte er per Kopf. Zehn Minuten später traf Asamoah. Doch beim Zuspiel von Sven Vermant stand er im Abseits.

Nach der Pause wurde das Spiel lebendiger, weil die Tschechen mehr wagten. Liberec setzte Schalke mehr und mehr unter Druck. Josef Valachovic (47.) und Michael Posposil (56.) hatten als erste gute Möglichkeiten, ihr Team in Führung zu bringen. Juraj Ancic (62.) prüfte wenig später Schalkes Torhüter Rost mit einem gefährlichen Schuss. Auch in der Folgezeit musste Rost immer wieder eingreifen. Ailton beseitigte drei Minuten vor dem Ende mit seinem Kontertor alle Zweifel.

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24.08.2004 - Statistik zu Slovan Liberec - Schalke 04 - © dpa - Meldung vom 24.08.2004 20:50 Uhr

Slovan Liberec - Schalke 04 0:1 (0:0)

Slovan Liberec: Hausr - Singlar (77. Zapotocny), Valachovic, Lukas, Hamouz - Kisel, Polak, Hodur (82. Lange), Papousek - Ancic, Posposil (69. Slepica)

FC Schalke 04: Rost - Waldoch, Bordon, Krstajic - Poulsen, Altintop, Oude Kamphuis, Vermant, Rodriguez (81. Kläsener) - Asamoah (81. Hanke), Ailton (90.+3 Delura)

Schiedsrichter: Baskakow (Russland) - Zuschauer: 7880

Tor: 0:1 Ailton (87.)

Gelbe Karten: Lukas / Rodriguez, Vermant

Beste Spieler: Ancic, Kisel / Rost, Vermant

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23.08.2004 - Schalke in Liberec auch ohne Lincoln - © dpa - Meldung vom 23.08.2004 13:06 Uhr

Liberec (dpa) - Trotz einiger Personalsorgen hat sich der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 auf den Einzug in den UEFA-Cup eingeschworen.

«Wir haben die Möglichkeit, uns für den Europapokal zu qualifizieren. Unabhängig vom wirtschaftlichen Wert muss es unser Ziel sein, diese große Chance wahrzunehmen», betonte Trainer Jupp Heynckes vor dem Final-Rückspiel im UI-Cup beim tschechischen Vertreter Slovan Liberec. Der UEFA-Cup-Sieger von 1997 ist fest entschlossen, wie vor einem Jahr durch das «Hintertürchen» auf die europäische Fußball-Bühne zu gelangen.

In Vertretung von Manager Rudi Assauer, der nach einem einwöchigen Kurzurlaub auf Sylt vom Pokalspielort Berlin mit der Mannschaft nach Liberec reiste, hob Teammanager Andreas Müller die immense Bedeutung der Partie hervor. «Das ist für den FC Schalke hinsichtlich der Zukunft ein sehr wichtiges Spiel. Jeder Spieler weiß, worum es geht», meinte Müller, der die Elf nach dem 2:1 in Gelsenkirchen in die Pflicht nimmt: «Wir haben es im Hinspiel versäumt, für klare Verhältnisse zu sorgen.»

Das soll nun nachgeholt werden. Doch ausgerechnet jetzt häufen sich beim Revierclub die Ausfälle. Neben Ebbe Sand, der sich in der dänischen Heimat von den Folgen einer Virus-Meningitis erholen soll, sowie Lewan Kobiaschwili (Kiefer-Operation) und Gustavo Varela (Muskelfaserriss) muss Heynckes auch auf den neuen Spielmacher Lincoln verzichten. Der Brasilianer zog sich im Training am Sonntag eine Oberschenkelzerrung zu. Zudem war am Montag noch der Einsatz von Abwehrchef Marcelo Bordon (Kapselreizung im Knie) fraglich, der beim 2:0 im DFB-Pokal bei den Amateuren von Hertha BSC wie weitere Stammkräfte geschont wurde. Sollte Bordon ausfallen, würden Tomasz Waldoch oder Mladen Krstajic ins Abwehrzentrum rücken.

Nach fünf Siegen in fünf UI-Cup-Spielen könnte ein Scheitern kurz vor dem Ziel fatale Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein und den weiteren Saisonverlauf der Schalker haben. «Wir müssen diese Chance einfach nutzen. Wir sind die bessere Mannschaft und das wird den Ausschlag geben», sagte Niels Oude Kamphuis. Oberstes Gebot im Stadion «U Nisy», das mit knapp 10 000 Fans ausverkauft sein wird, ist ein eigener Treffer. «Am besten, wir schießen früh ein Tor», sagte Waldoch.

Obwohl auch ein Remis genügen würde, will Heynckes sein Team offensiv ausrichten. «Der Gegner muss kommen, daher werden wir unsere Chancen bekommen», sagte der Schalke-Coach. Die Hoffnungen ruhen insbesondere auf den schnellen Stürmern Gerald Asamoah und Ailton. Der Brasilianer wartet in der Bundesliga zwar noch auf sein erstes Tor für Schalke, doch im UI-Cup war er immerhin schon drei Mal für seinen neuen Arbeitgeber erfolgreich.

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20.08.2004 - Herthas Amateure: Schalke so richtig ärgern - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Samstag am frühen Abend (18.30 Uhr) sind die Schalker Fußball-Profis beinahe schon da, wo sie auch im nächsten Jahr sein wollen - auf dem Gelände des Olympia-Stadions in Berlin.

Doch am Samstag gilt es erst einmal, die Amateure von Hertha BSC Berlin in der ersten Runde des DFB-Pokals im Amateur-Stadion aus dem Weg zu räumen, um die Chancen auf das Finale des traditionellen Wettbewerbes zu wahren.

2700 Karten für den 4500 Besucher fassenden Spielort sind bereits verkauft, 400 davon an den 900 Zuschauer fassenden Schalke-Fanblock.

Mit Nationalspieler Marko Rehmer wollen die Amateure von Hertha BSC den großen Favoriten so richtig ärgern. Neben dem Abwehrspieler sollen auch Andreas Schmidt, Sofian Chahed, Malik Fathi und Ashkan Dejagah aus der Profi-Riege bei den Amateuren zum Einsatz kommen. "Ich würde mir wünschen, dass wir in der nächsten Runde noch einmal einen Doppelstart mit Profis und Amateuren hätten", sagt Hertha-Manager Dieter Hoeneß.

Um das zu verhindern, will Schalke-Trainer Jupp Heynckes kein Risiko eingehen und mit seiner "A-Elf" antreten, so auch mit Ailton. Zweimal hat er die Berliner beobachten lassen, "denn wir wollen nichts dem Zufall überlassen."

Neben den fehlenden Ebbe Sand und Gustavo Varela stehen auf Gästeseite hinter den Einsätzen von Levan Kobiashvili (Zahnprobleme) und Marcelo Bordon (Kniereizung) noch Fragezeichen.

Dirk Greisler

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19.08.2004 - Schalke bei Hertha-Amateuren ohne Kobiaschwili - © dpa - Meldung vom 19.08.2004 15:09 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Ohne Lewan Kobiaschwili muss der FC Schalke 04 beim Erstrundenspiel um den DFB-Pokal bei den Amateuren von Hertha BSC Berlin auskommen.

Der georgische Nationalspieler, der beim 0:1 im Länderspiel in Moldawien 90 Minuten spielte, klagte über zunehmende Zahnprobleme und musste sich einem kleinen Eingriff unterziehen. Ungewiss ist noch der Einsatz von Marcelo Bordon. Der brasilianische Abwehrchef leidet unter einer Kapselreizung im Knie.

Beide Profis werden aber mit der Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes den fünftägigen Kurztrip über Berlin nach Tschechien antreten. Dort tritt Schalke zum Final-Rückspiel im UI-Cup bei Slovan Liberec an. Heynckes wird Bordon möglicherweise im DFB-Pokal schonen, um kein Risiko für die wichtige Partie in Liberec einzugehen. Dennoch betonte Schalkes Cheftrainer, dass man bei den Hertha-Amateuren keinesfalls mit einer B-Elf auflaufen werde.

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15.08.2004 - Schalke siegt 2:1 durch Asamoahs «Doppelpack» - © dpa - Meldung vom 15.08.2004 09:45 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Mit dem ersten Bundesliga-«Doppelpack» seiner Karriere bewahrte Gerald Asamoah den FC Schalke 04 beim 2:1 (1:1)-Heimerfolg über den 1. FC Kaiserslautern nicht nur vor einem Fehlstart in die Saison, sondern stellte auch Publikumsliebling Ailton in den Schatten.

Die Klasseleistung des 25 Jahre alte Stürmers vor 60 956 Zuschauern, mit der er dem frisch gekürten «Fußballer des Jahres» die Show gestohlen hatte, war zudem eine Empfehlung an Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

Zuletzt hatte Vize-Weltmeister Asamoah, der bislang 18 Länderspiele bestritt und zum letzten Mal am 30. April 2003 das deutsche Trikot trug, keine Rolle mehr im DFB-Team gespielt. Nach längerer Durststrecke und Gewichtsproblemen ist der Schalker Stürmer aber wieder topfit. «Gerald ist körperlich in einer sehr guten Verfassung. Ich freue mich, dass er zwei Tore gemacht hat. Das ist der Lohn für sein großes Engagement und harte Arbeit», meinte Schalke-Trainer Jupp Heynckes.

Der Matchwinner selbst strahlte vor Freude und genoss das Lob. «Mich hatte doch keiner mehr auf der Rechnung, nachdem man Ailton geholt hatte», sagte Asamoah, der so beweglich und spritzig wirkte wie lange nicht mehr. Beweis dafür war sein Ausgleichstreffer: einen von Mladen Krstajic Richtung Torauslinie geköpften Ball gab er nicht verloren, setzte nach und schob im Fallen aus spitzem Winkel ein (25.). Dass Asamoah, der nicht gerade als «eiskalter Vollstrecker» à la Ailton gilt, auch den Siegtreffer (65.) erzielte, rundete seine tolle Vorstellung ab.

Asamoah ist entschlossen, den Kampf um den zweiten Stürmerplatz neben Ailton aufzunehmen, der vor dem Anpfiff als «Fußballer des Jahres» ausgezeichnet worden war. Obwohl dem Ex-Bremer und Torschützenkönig der Vorsaison erneut die Bindung zum Spiel fehlte, er wenig gute Szenen hatte und missmutig in die Kabine stampfte, lässt Asamoah auf seinen Nebenmann nichts kommen: «Die Abwehrspieler konzentrieren sich auf Toni. Davon profitiere ich.» Dennoch müsse man Ailton noch besser einsetzen und mit den richtigen Vorlagen füttern. «Aber Toni soll ruhig bleiben, irgendwann macht er die Dinger rein», meinte Asamoah.

Für die Pfälzer lohnte sich die Fahrt nach Schalke einmal mehr nicht. Zwar zeigte sich der FCK im Vergleich zur 1:3-Auftaktpleite gegen Nürnberg vor allem in der Defensive stark verbessert. Unter dem Strich stehen aber null Punkte nach zwei Spielen. Dimitrios Grammozis sah in seinem ersten Spiel seit März auch noch «Rot» (72.) und zog sich wegen des «dummen Fouls» den Zorn seines Trainers Kurt Jara zu.

Keine Freude kam beim Ex-Schalker Jochen Seitz trotz seines Führungstreffers (18.) auf: «Ein Sieg wäre mir lieber gewesen.» Kurz nach seinem 1:0 am Oberschenkel verletzte sich Seitz und musste ausgewechselt werden sowie später auch noch Bill Tchato wegen einer Hüftprellung. Trotz des Fehlstarts hatte FCK-Coach Jara Fortschritte ausgemacht: «Außerdem haben wir nicht gegen irgendwen gespielt, sondern gegen Schalke, die den Anspruch haben, im nächsten Jahr in der Champions League zu spielen.»

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14.08.2004 - Schalkes Arbeitssieg: 2:1 gegen Kaiserslautern - © dpa - Meldung vom 14.08.2004 18:46 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Gerald Asamoah hat den FC Schalke 04 im ersten Heimspiel der Saison vor einem Fehlstart bewahrt. Der deutsche Fußball-Nationalstürmer verwandelte mit seinem «Doppelpack» (26./65.) einen 0:1-Rückstand gegen den 1. FC Kaiserslautern in einen 2:1-Arbeitssieg.

Vor 60 956 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Arena «AufSchalke» hatte der ehemalige Schalker Jochen Seitz die Gäste aus der Pfalz in der 18. Minute in Führung gebracht. Von der 72. Minute an mussten die lange tapfer kämpfenden Kaiserslauterner mit nur 10 Spielern auskommen, weil Dimitrios Grammozis wegen groben Foulspiels die rote Karte sah.

«Ich bin froh, dass ich die beiden Tore gemacht habe. Das war der erste Doppelpack meiner Karriere in der 1. Liga», sagte Asamoah, der seinem Sturmpartner Ailton somit die Show gestohlen hat. FCK-Trainer Kurt Jara sah eine klare Leistungssteigerung gegenüber der 1:3- Auftaktpleite gegen Nürnberg vor einer Woche: «Insbesondere in der Defensive haben wir gut gestanden und wenig Chancen zugelassen. Es ist ärgerlich, dass wir beide Gegentore nach Standard-Situationen bekommen haben.»

Schalke-Coach Jupp Heynckes stellte sein Team im Vergleich zum 0:1 in Bremen vor einer Woche auf einigen Positionen um. Nach seinem Debüt im UI-Cup am Dienstag gegen Liberec war Marcelo Bordon erneut Abwehrchef einer Dreierkette. Neben ihm verteidigten Tomasz Waldoch und Mladen Kristajic. Neu in die Anfangsformation rückten zudem der Brasilianer Lincoln sowie Asamoah und Dario Rodriguez. Auch bei den Pfälzern wurde nach der Auftakt-Niederlage gegen Nürnberg kräftig durchgewechselt, zumal Trainer Jara große Personalprobleme hatte. Neben dem rot-gesperrten Marco Engelhardt fehlten weitere sechs verletzte Spieler. Zu seinem ersten Einsatz nach einer Knieoperation im März kam Grammozis.

Der bei Schalke ausgemusterte Seitz spielte neben Carsten Jancker als zweite Sturmspitze. Der Einsatz des ehemaligen Schalker zahlte sich bereits in der 18. Minute aus, als Seitz die «Roten Teufel» überraschend mit 1:0 in Front brachte. Vorausgegangen war ein katastrophaler Fehlpass von Hamit Altintop, der Jancker mustergültig «bediente». Der lange Stürmer setzte Seitz gut in Szene. Kurz darauf musste der Torschütze allerdings wegen einer Oberschenkelverletzung vom Platz. Aufgerüttelt durch den Rückstand entwickelten die Hausherren mehr Druck, ohne jedoch restlos zu überzeugen. Vor allem das Flügelspiel lahmte zu sehr.

Dennoch hatten Asamoah (20.) und Ailton (25.) gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Den erzielte wenig später Asamoah, der eine Kopfballvorlage von Kristajic aus spitzem Winkel mit letzter Kraft zum 1:1 einschob.

Mit der Hereinnahme von Niels Oude Kamphuis und Christian Pander zehn Minuten nach dem Wechsel wurde das Schalker-Spiel über die Außen belebt. Dennoch taten sich die Hausherren gegen die massive und gut postierte Lauterer Defensive weiterhin schwer. So dauerte es bis zur 65. Minute ehe wiederum dem starken Asamoah nach Vorarbeit von Kristajic der ersehnte Siegtreffer gelang. In der Schlussphase hätte der Sieg gegen die dezimierten Pfälzer dann durchaus noch höher ausfallen können.

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12.08.2004 - Geldstrafe für Schalker Jörg Böhme - © dpa - Meldung vom 12.08.2004 18:45 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat gegen Nationalspieler Jörg Böhme wegen eines Discotheken-Besuchs eine Geldstrafe verhängt. Über die Höhe der Summe wurde nichts bekannt.

Der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler soll in einer Bielefelder Discothek zudem einen Besucher gewürgt haben. Die Bielefelder Polizei ermittelte wegen des Verdachts der Körperverletzung, wie Polizeisprecher Martin Schultz bestätigte. Nach Informationen des FC Schalke ist die Anzeige gegen Böhme mittlerweile aber zurückgezogen worden.

Der Club begründete die Geldstrafe für den Profi damit, dass er sich nicht an die Regeln gehalten habe. Böhme, dessen Familie in Bielefeld lebt, sei entgegen aller Absprachen nach dem Samstag-Training nach Ostwestfalen gefahren, obwohl ihm dies nur an freien Tagen erlaubt ist.

«Außerdem ist ein Disco-Besuch in einer englischen Woche und drei Tage vor einem wichtigen Spiel grundsätzlich unprofessionell - unabhängig davon, ob man dabei in eine blöde Situation gerät oder nicht», sagte Manager Rudi Assauer nach einem Gespräch mit Böhme, Trainer Jupp Heynckes, Teammanager Andreas Müller und Spielerberater Jürgen Milewski am Donnerstag. Für den Club sei der Fall damit erledigt.

Es ist es nicht das erste Mal, dass Böhme Ärger mit seinem Verein hat. Im Dezember 2002 stand der ehemalige Bielefelder kurz vor dem Rauswurf bei den Königsblauen, nachdem ihn Assauer wegen «unprofessionellen Verhaltens» verwarnt hatte. Böhme war zu spät zur Arbeit erschienen, weil er täglich 150 Kilometer von seinem Haus im ostwestfälischen Steinhagen zum Training zurücklegte.

Aus diesem Grund gab es die Absprache, die Strecke nur an trainingsfreien Tagen auf sich zu nehmen und an den anderen Tagen in der Gelsenkirchener Wohnung zu bleiben. Zudem war Böhme beschuldigt worden, vor dem Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen am 9. November 2002 Interna an Leverkusens Mittelfeldspieler Bernd Schneider verraten zu haben. Die Vorwürfe konnte der Nationalspieler allerdings ausräumen.

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11.08.2004 - Erneute Zitterpartie für Schalke - © dpa - Meldung vom 11.08.2004 13:51 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - 60 Minuten bot der FC Schalke 04 brasilianischen Fußball-Zauber, dennoch wird das Erreichen des UEFA-Pokals für den Revierclub erneut zu einer Zitterpartie.

«Das Ergebnis stimmt nicht und ist gefährlich», sagte Manager Rudi Assauer nach dem 2:1-Sieg im Final-Hinspiel des UI-Cups gegen Slovan Liberec. Assauer hat das Horrorszenario schon im Kopf: «Ein Sonntagsschuss in den Winkel in zwei Wochen, und du bist draußen.»

Dabei hatten die «Königsblauen» vor 54 136 Fans in der nicht ganz voll besetzten Arena «AufSchalke» vor allem dank der drei brasilianischen Neuzugänge Marcelo Bordon, Ailton und Lincoln alles im Griff, tanzten Samba mit den Tschechen und hätten schon vor dem Rückspiel am 24. August alles klar machen können. Doch gleich die einzige Torchance der Gäste sowie der erste grobe Fehler der vom Schalker Debütanten Bordon ansonsten umsichtig organisierten Hintermannschaft führte zum Gegentor. «Das ist natürlich schon ein kleines Ärgernis», kommentierte Trainer Jupp Heynckes den Treffer von Tomas Zapotocny (75.), bei dem Niels Oude Kamphuis keine glückliche Figur abgab. «Wenn eine Mannschaft 2:0 führt, muss sie nicht nur daran denken, das Ergebnis höher zu schrauben, sondern auch zu Null zu spielen.»

Trotz des vermeidbaren Gegentreffers und einer Vielzahl eigener vergebener Torchancen blickt Heynckes vor den beiden Bundesliga-Heimspielen gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstag und Hansa Rostock am 28. August sowie dem zweiten UI-Cup-Finale in Tschechien optimistisch in die Zukunft: «Das Rückspiel ist offen, aber wir sind natürlich in der Lage, auch in Liberec zu gewinnen.»

Der 4 Millionen Euro teure Neuzugang Bordon zeigte bereits in seinem ersten Einsatz für Schalke, dass er die erwartete Verstärkung ist und gemeinsam mit Mladen Kristajic eine erstklassige Abwehr bilden wird. Der aus Kaiserslautern gekommene Lincoln überzeugte über 90 Minuten als Spielmacher ebenfalls und bereitete das 1:0 von Ailton (26.) vor. Der von Werder Bremen gewechselte Torjäger gefiel beim Führungstreffer, zeigte viel Lauffreude sowie Engagement und war Wegbereiter zum 2:0 durch Gerald Asamoah (42.). Sowohl der frisch gekürte «Fußballer des Jahres» Ailton als auch Asamoah ließen aber weitere gute Chancen aus. «Da fehlte die Kaltschnäuzigkeit, Abgebrühtheit und Cleverness», monierte Assauer.

«Das Ergebnis ist schmeichelhaft für uns», gab Gäste-Trainer Stanislav Griga zu. «Wenn ich mir die Qualität der einzelnen Spieler anschaue, ist Schalke weiterhin Favorit.» Auch die Profis des UEFA- Pokal-Siegers von 1997 mochten sich nicht über das leichtfertig verschenkte Polster beklagen. «Wir sind besser als in der vergangenen Saison und da haben wir in Liberec 0:0 gespielt. Deshalb glaube ich fest daran, dass wir jetzt dort gewinnen», sagte Asamoah, der bei seiner Auswechslung (74.) von den Anhängern gefeiert wurde.

Vor einem Jahr standen sich beide Teams bereits im Halbfinale des UI-Cups gegenüber. Damals zog Schalke ins Finale ein und qualifizierte sich mit dem 2:0 beim SV Pasching und dem 0:0 im Rückspiel für den UEFA-Pokal. Für Bordon gibt es noch ein weiteres gutes Omen: «Mit Stuttgart habe ich schon zwei Mal im UI-Cup-Finale gestanden und noch keins verloren.»

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11.08.2004 - «Fußballer des Jahres» - Ailton setzt Maßstäbe - © dpa - Meldung vom 11.08.2004 13:45 Uhr

Hamburg (dpa) - Vom «Millionen-Missverständnis» zu Deutschlands «Fußballer des Jahres» - der außergewöhnliche Weg von Ailton in der Fußball-Bundesliga hat einen neuen Höhepunkt erreicht.

Zum ersten Mal verleihen die deutschen Sportjournalisten und der «kicker» den Titel des besten Fußballers an einen ausländischen Spieler. Mit 216 Stimmen setzte sich der Brasilianer, der in der vergangenen Saison mit Werder Bremen Meister, Pokalsieger und Torschützenkönig wurde, gegen Philipp Lahm (VfB Stuttgart/172 Stimmen) und Michael Ballack (Bayern München/ 63 Stimmen), den «Fußballer des Jahres» 2002 und 2003, durch.

Zum «Trainer des Jahres» wurde mit großer Mehrheit Werder-Coach Thomas Schaaf (375 Stimmen) vor Peter Neururer (VfL Bochum/91) gewählt. «Fußballerin des Jahres» wurde Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt/221) vor ihrer Team-Kollegin Nia Künzer (110).

Neben Schaaf, dem Baumeister der Bremer Erfolge, hatte Ailton mit 28 Toren und neun Assists entscheidenden Anteil an der herausragenden Saison der Hanseaten. Mehr Tore hatte seit den 29 Treffern von Karl- Heinz Rummenigge in der Saison 1980/81 kein Spieler mehr in der Bundesliga erzielt. «Ailton gut, Werder gut, alles gut», lautete das Credo des 31-Jährigen, der mit seiner Spielfreude und seinem unwiderstehlichen Antritt das Aushängeschild des Bremer Offensiv-Fußballs in der vergangenen Spielzeit war.

Dabei hatte das Deutschland-Abenteuer denkbar ungünstig begonnen: Im Oktober 1998 noch unter Wolfgang Sidka für 5,5 Millionen Mark an die Weser geholt, fristete der bis dahin teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte unter dessen Nachfolger Felix Magath ein eher trauriges Dasein: Ailton drückte zumeist die Ersatzbank und wäre am liebsten zurück in die Heimat geflüchtet. Der sensible Stürmer galt bereits als «Millionen-Missverständnis», ehe sich unter Schaaf sowohl für Werder als auch für Ailton alles zum besseren wendete.

Insgesamt brachte Ailton es in 169 Bundesliga-Spielen auf 88 Treffer für die Bremer, bevor er zur neuen Spielzeit zum FC Schalke 04 wechselte. Nachdem der Transfer Anfang Oktober 2003 bekannt geworden war, brachte Ailton die Skeptiker mit absoluter Professionalität und weiteren Toren zum Verstummen. An seinem Status als Publikumsliebling in Bremen änderte der Wechsel genau so wenig wie seine gelegentlichen Eskapaden. Ob als «Kugelblitz», «Null-null- Ailton» oder «Scheich vom Deich», der für die Auswahl Katars spielen wollte - Ailton lieferte stets die bunten Geschichten, die das Publikum wollte.

Der sachliche Schaaf bildet den Gegensatz zum Paradiesvogel Ailton. In Bremen ergänzten sich die beiden Naturelle bestens. Der gebürtige Mannheimer, der im Mai 1999 die Nachfolge Magaths antrat, schaffte es durch kontinuierliche Arbeit, Werder vom Beinahe- Absteiger zum Double-Gewinner zu machen. Mittlerweile gilt er als legitimer Nachfolger von «König Otto» Rehhagel. «Wir schätzen seine Ruhe und Ausgeglichenheit», meinte Clubchef Jürgen L. Born über Schaaf, der mit der Champions-League-Teilnahme die Früchte des Bremer Erfolgs im Gegensatz zu Ailton noch ernten darf.

Ganz andere Ziele verfolgt derzeit die «Fußballerin des Jahres» Birgit Prinz. Beim olympischen Fußball-Turnier von Athen steht bereits die Vorrundenpartie gegen den Mitfavoriten China an. Für Prinz, die 2003 Weltmeisterin, WM-Torschützenkönigin und «Weltfußballerin des Jahres» wurde, ist der Olympiasieg der letzte große Titel, der noch in der Sammlung fehlt.

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10.08.2004 - Schalke bangt um Einzug in UEFA-Pokal - © dpa - Meldung vom 10.08.2004 22:10 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Der FC Schalke 04 muss um den Einzug in das Millionen-Geschäft UEFA-Pokal bangen. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes besiegte Slovan Liberec im Final-Hinspiel des UI-Cups mit 2:1 (2:0).

Vor 57 000 Zuschauern erzielten Ailton (26.) und Gerald Asamoah (42.) die Tore für die Gelsenkirchener, Tomas Zapotocny (75.) für Liberec. Die «Königsblauen» setzten zwar ihre eindrucksvolle Serie mit dem fünften Sieg im fünften UI-Cup-Spiel fort, doch selbst ein starker Abwehrchef Marcelo Bordon konnte nicht den ersten Gegentreffer in der Arena «AufSchalke» verhindern. Im Rückspiel am 24. August in Tschechien wollen die «Knappen» den Einzug in den UEFA-Pokal dennoch perfekt machen.

«Wir mussten erst ein bisschen ins Spiel finden, nach den zwei Toren hatten wir Rückenwind», sagte Schalkes Team-Manager Andreas Müller nach der souveränen Vorstellung in der ersten Spielhälfte. Nach der Pause erlebte er eine über weite Strecken überlegene Schalker Mannschaft, die sich mit einer Unkonzentriertheit selbst um einen klareren Erfolg brachte. Zufrieden zeigte sich Müller mit der Leistung von Bordon, der zum ersten Mal für seinen neuen Club auflief. «Er organisiert die Abwehr hervorragend», kommentierte den Müller seine ersten Eindruck über den 4 Millionen Euro teuren Zugang.

Der neue Abwehrchef der Schalker sorgte nicht nur in der Defensive für Stabilität, sondern schaltete sich gegen den tschechischen Meister von 2002 auch in die Offensive ein. Ein 25-Meter-Freistoß des Brasilianers wurde in der zehnten Minute aber zur Ecke abgewehrt. Für mehr Gefahr sorgte sein Landsmann Ailton. Der Bundesliga-Torschützenkönig hatte zunächst Pech mit einem Schlenzer aus 20 Metern an die Latte (5.) und in der 19. Minute vergab er aus fünf Metern freistehend mit dem Kopf.

Gegen die sehr robust zu Werke gehenden Tschechen schalteten die Schalker oftmals zu langsam von der Defensive in die Offensive um, waren dennoch deutlich feldüberlegen. In der 26. Minute wurden die Bemühungen des Uefa-Cup-Siegers von 1997 belohnt. Nach sehenswerter Vorarbeit von Niels Oude Kamphuis und Lincoln schob Ailton aus vier Metern zum verdienten 1:0 ein. Vor der Pause versuchten es die Gastgeber immer wieder mit Steilpässen. So auch in der 42. Minute als Asamoah nach Zuspiel von Ailton auf 2:0 erhöhte.

Nach der Pause bestimmten die Schalker weiter das Geschehen. Wirklich zwingend waren die «Knappen» aber nicht. Die Gäste aus Nordböhmen lauerten auf ihre Chance und nutzten 15 Minuten vor dem Schlusspfiff einen Fehler in der Gelsenkirchener Hintermannschaft zu dem für sie wichtigen Auswärtstor.

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10.08.2004 - Schalke im UI-Cup-Finale unter Druck - © YAHOO.de - 10. August 2004, 09:17 Uhr

Der FC Schalke 04 ist im UI-Cup-Finale zum Erfolg verdammt: Im ersten Endspiel gegen Slovan Liberec am heutigen Dienstag (20.15 Uhr/live bei Premiere) soll Stürmerstar Ailton mit seinem Torriecher dazu beitragen, die extrem angespannte Wirtschaftslage des Traditionsvereins zu verbessern. Die Königsblauen wollen als "letzter Mohikaner" nach dem vorzeitigen Scheitern des Trios VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund sowie Hamburger SV die totale Pleite der Bundesliga im "Strohhalm-Cup" verhindern und ins Millionengeschäft UEFA-Pokal einziehen.

Finanzchef Josef Schnusenberg nahm die Profis jedenfalls in die Pflicht, nachdem sie in der vergangenen Saison als enttäuschender Tabellensiebter das internationale Geschäft verpasst hatten. "Eine weitere Spielzeit wie letzte kann sich der Verein nicht mehr leisten. Die Spieler sollen gefälligst dafür sorgen, dass der sportliche Erfolg da ist. Je später der Erfolg kommt, umso schwieriger für uns", erklärte der 63 Jahre alte Steuerberater aus Rheda.

Schalke drücken rund 102 Millionen Euro Schulden, wobei Schnusenberg die echten Verbindlichkeiten auf gut 80 Millionen relativiert. In den drei UI-Cup-Heimspielen mit rund 170.000 Zuschauern macht Schalke nur ein kleines finanzielles Plus, richtig verdienen kann der Klub erst, wenn er die UEFA-Pokal-Teilnahme schafft, die erste Runde übersteht und die für den Wettbewerb 2004/2005 ins Leben gerufene erste Gruppenphase mit drei Partien in der Arena erreicht. Manager Rudi Assauer: "Je mehr Spiele wir haben, desto mehr klingelt es in der Kasse. Da freut sich auch der Schatzmeister. Und eventuell auch die Spieler, da gibts auch mal Prämien."

Derweil hat Trainer Jupp Heynckes Respekt vor Liberec: "Ich habe mir die Mannschaft am Sonntag per Video angeschaut. Sie ist läuferisch stark, steht kompakt und spielt einen guten Offensiv-Fußball. Wir müssen eine sehr gute Leistung abrufen, um uns ein gutes Polster für das Rückspiel zu schaffen", sagte Heynckes mit Blick auf das erste Finale, für das bis Montag rund 53.000 der 58.498 Tickets abgesetzt worden waren.

Allerdings muss der Chefcoach um den Einsatz des zuletzt überragenden Hamit Altintop bangen. Der Türke klagt über Adduktorenprobleme. Ein Abschlusstest am Dienstagmorgen soll Klarheit bringen, ob der 21-Jährige spielen kann. Dagegen fallen Jörg Böhme (Magen-Darm-Grippe), "Uru" Gustavo Varela (Adduktorenprobleme) und Ebbe Sand (Hirnhautentzündung) aus. Mike Hanke plagt eine Oberschenkelprellung.

Vor seinem Debüt im königsblauen Trikot steht offenbar der für vier Millionen Euro vom VfB Stuttgart verpflichtete Brasilianer Marcelo Bordon. Laut Heynckes wird der neue Abwehrchef definitiv im Aufgebot sein. "Am Dienstag treffe ich die Entscheidung, ob er von an Anfang spielt. Er hat seit einer Woche zweimal täglich trainiert. Er ist ein Topmann, der über kurz oder lang eingegliedert werden muss", meinte Heynckes.

Finalgegner Liberec konnte am Wochenende eine vom Verband zugestimmte Verschnaufpause einlegen, da das Punktspiel gegen Chmel Blsany kurzfristig vom Spielplan abgesetzt wurde. Dennoch hat Trainer Stanislav Gryga Verletzungssorgen. Verzichten muss der Slovan-Coach im Angriff auf Stepan Holosko wegen eines im UI-Cup-Rückspiel beim FC Nantes erlittenen Kreuzbandrisses. Auch der Einsatz des Stürmers Milan Ancic (Muskelprobleme) ist fraglich.

Dennoch will sich Slovan eine gute Ausgangsposition für das zweite Finale am 24. August (18.45 Uhr) schaffen und Revanche an Schalke nehmen. Denn im Vorjahr scheiterte Liberec im UI-Cup-Halbfinale mit 1:2 und 0:0 an den Königsblauen.

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06.08.2004 - Stromausfall verzögerte Bundesliga-Start - © dpa - Meldung vom 06.08.2004 21:55 Uhr

Bremen (dpa) - Ein lauter Knall und ein folgender Stromausfall hat den pünktlichen Start der Fußball-Bundesliga in ihre 42. Saison verhindert.

Drei Minuten bevor die Eröffnungs-Partie des deutschen Meisters Werder Bremen gegen den FC Schalke 04 vor 42 500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion um 20.30 Uhr beginnen sollte, gingen die Lichter aus. Mit 65-minütiger Verspätung wurde die Partie schließlich angepfiffen.

Der Grund für den bislang einmaligen Fehlstart in eine Bundesliga-Saison war ein offenbar bei Bauarbeiten beschädigtes Stromkabel in einer Wohnstraße nahe des Weserstadions. Nur das Flutlicht blieb davon zunächst unbeschadet. Doch ohne Fernsehbilder sowie Strom für die Überwaschungssysteme und andere Einrichtungen des Stadions wurde die Partie nicht angepfiffen. Für die Beseitigung des Schadens war das Elektrizitätswerk Bremen zuständig.

Während sich die Verantwortlichen der Deutschen Fußball Liga (DFL), der Polizei sowie beider Vereine zu einem Krisengespräch trafen, kamen die Teams um 20.43 Uhr auf den Platz und bereiteten sich auf den Anpfiff vor. Die Zuschauer vertrieben sich die Wartezeit mit La-Ola-Wellen und skandierten «Fußball geht auch ohne Strom», das Fernsehen zeigte Konserven und informierte die TV-Zuschauer via Telefonleitung.

Nachdem sich auch Schalke-Manager Rudi Assauer damit einverstanden erklärt hatte, die Partie ohne TV-Bilder beginnen zu lassen, gab es die nächste Panne. Drei der vier Flutlichtmasten fielen kurz vor dem für 21.15 Uhr geplanten Anpfiff aus. Schon vor fünf Jahren hatte das Weserstadion unrühmliche Geschichte geschrieben: Beim Länderspiel gegen Schottland (0:1) war das Flutlicht am 28. April 1999 wegen einer durchgebrannten Sicherung in der Pause ausgefallen. Die zweite Halbzeit konnte erst mit 20-minütiger Verspätung beginnen.

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05.08.2004 - Torwart Rost neuer Schalke-Kapitän - © dpa - Meldung vom 05.08.2004 17:24 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Torhüter Frank Rost ist neuer Kapitän des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04. Der 31-Jährige wurde von seinen Mannschafts-Kollegen gewählt, teilte der Verein mit.

Der bisherige Spielführer Tomasz Waldoch legte nach vier Jahren sein Amt nieder. Stellvertreter bleibt Stürmer Ebbe Sand. Die Schalker müssen im ersten Bundesliga-Punktspiel der neuen Saison bei Rosts Ex-Club Werder Bremen antreten.

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05.08.2004 - "Wir brauchen den Erfolg" - Schatzmeister Josef Schnusenberg macht klar: Mittelmaß kann sich der Verein finanziell nicht mehr leisten - © NRZ - aus sml nata1101

GELSENKIRCHEN. Wenn der Fortschritt tatsächlich eine Schnecke bleibt, müssen sie sich auf Schalke warm anziehen. Um genau einen Punkt und ein Tor haben sich Königsblau und "Welt-Trainer" Jupp Heynckes im letzten Jahr gegenüber der verkorksten Saison mit Neubarth und Wilmots gesteigert. Die Abschluss-Tabelle der Bundesliga zu Grunde gelegt, würde dies bedeuten: Verbessert sich der Traditions-Klub in ähnlichem Tempo weiter, könnte er in 25 Jahren den nächsten Titel feiern...

So lange kann Josef Schnusenberg (63) nicht warten. Der Schatzmeister und "Finanzminister" des Vereins sorgte bereits Ende Mai bei der Jahreshauptversammlung für Feuer unterm Dach, als er die nahezu komplett anwesende Mannschaft frontal anging und direkt in die Pflicht nahm. Eine weitere Spielzeit wie die letzte könne sich Schalke nicht mehr leisten, meinte der Steuerberater aus Rheda seinerzeit ungewöhnlich deutlich. Gegenüber der NRZ sah er vor der morgigen Auftaktpartie in Bremen (20.30 Uhr/ARD) keinen Anlass, in irgendeiner Form zurückzurudern.

"Die Spieler sollen gefälligst dafür sorgen, dass der sportliche Erfolg da ist", so Schnusenberg. "Dann können sie auch entsprechend verdienen." Und auf die Frage, ob Schalke ohne internationalen Wettbewerb im nächsten Jahr pleite sei: "Je später der Erfolg kommt, umso schwieriger für uns." Wobei das verbindliche Lächeln keinesfalls darüber hinwegtäuscht, dass hier jemand spricht, der keinen Spaß mehr versteht.

Die Zahlen liegen auf dem Tisch, auch wenn sie offenbar interpretiert werden können. So relativiert Schnusenberg die insgesamt 102 Millionen Euro Schulden auf gut 80 Millionen echte Verbindlichkeiten. Nichts zu deuteln ist allerdings an der jährlichen Rate von 17,7 Millionen Euro für die Schalker Arena und der hinlänglich bekannten Anleihe des Finanzmaklers Stephen Schechter. Für Josef Schnusenberg hilft in der jetzigen Situation nur eins: "Den Fans offen und ehrlich sagen, was Sache ist."

Angesichts der prekären Gesamtsituation und der sportlich unbefriedigenden Bilanz stellt sich ohnehin die Frage, wieso es auf Schalke im abgelaufenen Jahr noch relativ beschaulich zuging, während beispielsweise beim schwarz-gelben Revier-Rivalen, der mit ähnlichen Sorgen zu kämpfen hatte, über Monate hinweg der Baum brannte. Vielleicht spielte dabei auch eine Rolle, dass Schalke mit Heynckes einen Trainer besitzt, der bisher auch in schwierigen sportlichen Situationen die Nerven behielt. Sicher aber geriet der BVB durch seinen Börsengang deutlich stärker in den Focus des Medieninteresses als der ungeliebte Nachbar.

Immerhin jedoch machte die "Süddeutsche" unlängst auf einen Trick aufmerksam, mit dem der Jahresverlust bei Königsblau von 19 auf rund 4 Millionen Euro gedrückt werden konnte. Die Stadt hatte dem Verein zum symbolischen Preis von einem Euro das alte Parkstadion überlassen, das dann vom Klub kurzerhand als Bauerwartungsland und außerordentlicher Ertrag mit 15,6 Millionen Euro verbucht wurde.

Inzwischen sucht vor allem Josef Schnusenberg "die Flucht nach vorn", weil es für den Finanzfachmann "der einzig richtige Weg ist", um den Kritikern im Umfeld zu begegnen. "Wir haben immer selbst gesagt, die Bilanz ist nicht schön, sie ist sogar auf gut Deutsch beschissen", räumt Schnusenberg ein, und seine Lösungs-Vorschläge klingen ebenso einfach wie schlüssig. "Entweder müssen wir die Ausgaben senken oder die Einnahmen steigern."

Die Kosten für die Lizenzspieler-Abteilung sollen inzwischen von einst 44 Millionen Euro auf 36 Millionen für das aktuelle Jahr reduziert worden sein. Aber das allein dürfte kaum reichen. Weil die Einnahmen durch Sponsoren, TV-Gelder und die notorisch ausverkaufte Arena nicht mehr zu steigern sind, bleibt für den Finanzvorstand nur ein einziger Ausweg: "Wir brauchen sportlichen Erfolg, den internationalen Wettbewerb, am besten gleich das Triple."

Natürlich kommt die letzte Forderung mit durchaus humorigem Unterton daher, aber schaden könnte ein richtiges Knaller-Jahr natürlich keineswegs. Auf Kante zu nähen, scheint jedenfalls nicht nur beim Bundeshaushalt schwer in Mode, denn auch auf Schalke geraten die Anhänger immer mehr ins Grübeln. Und läuft alles schief, werde man demnächst im Zweifel sogar auf Spielerverpflichtungen verzichten müssen, fürchtet Schnusenberg, der gleichzeitig einräumt, "nicht so schrecklich viel vom Fußball zu verstehen".

Muss er nicht, denn dafür kam schließlich Jupp Heynckes ins Ruhrgebiet, der es nun endlich richten soll. Wobei selbst eine Uefa-Cup-Teilnahme mit knapp kalkulierten sechs bis sieben Millionen Euro den Braten kaum fett machen würde. Das Ziel kann nur Champions League heißen, wobei die Fans dem Trainer eine Saison im Bundesliga-Mittelfeld kein zweites Mal verzeihen würden. Zumal den Neuverpflichtungen ein Ruf wie Donnerhall voraus eilt.

Mit Ailton, Mladen Krstajic, Marcelo Bordon, vielleicht auch Lincoln haben die Gelsenkirchener eingekauft wie eine europäische Spitzenmannschaft und diesen Ansprüchen wollen sich die Stars auch ganz augenscheinlich stellen. "Ein Punkt bei Werder ist zu wenig, wir müssen dort gewinnen", meinte Bordon nach dem 3:0 gegen Esbjerg im UI-Cup. Und Ailton ging gegenüber Sport-Bild sogar noch einen Schritt weiter: "Wir wollen Meister werden und haben die Spieler dafür."

Die Fans werden aufmerksam zugehört haben. Besonders in der heimischen Arena gab es in der abgelaufenen Spielzeit viel zu oft lange Gesichter. Kein Spaß, keine Begeisterung, kein Funke, der überspringt. Ösi-Stürmer Edi Glieder, der inzwischen für Pasching wieder wie am Fließband trifft, beschwerte sich vor ein paar Wochen noch in der Bild-Zeitung heftig über den freudlosen Heynckes, unter dem Fußball lediglich gearbeitet worden sei.

Das Nachtreten eines ausgemusterten Ex-Schalkers? Mag sein, denn natürlich ist Jupp Heynckes als Trainer angestellt und nicht als Stimmungskanone. Auf der anderen Seite aber hat ein wenig Freude bei der Arbeit auch noch nie geschadet, und falls der Ex-Gladbacher sich nicht die Pappnase aufsetzen will: Beste Laune schafft man noch jederzeit mit einer ausreichenden Zahl von Siegen.

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04.08.2004 - Schalke beim Saisonauftakt ohne Bordon - © dpa - Meldung vom 04.08.2004 17:02 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Der FC Schalke 04 wird zum Bundesliga-Start beim deutschen Fußball-Meister Werder Bremen definitiv ohne seinen Neueinkauf Marcelo Bordon antreten.

Der Brasilianer war nach dem Gewinn der Südamerika-Meisterschaft erst zu Wochenbeginn in Gelsenkirchen eingetroffen und hatte die Vorbereitung bei seinem neuen Club mit über einmonatiger Verspätung aufgenommen.

«Er war vier Wochen im Urlaub und danach vier Wochen bei der Copa America, wo er kein Spiel gemacht hat», sagte Trainer Jupp Heynckes. Bordon habe erst drei Mal mit der Mannschaft trainieren können. «Soll ein Trainer ihn dann sofort ins Rennen schicken oder auf die Bank setzen?» meinte der Coach. «Unabhängig davon, ob ein Spieler Weltklasse ist oder nicht, muss er erst einmal fit werden und sich die nötige Spielfähigkeit erarbeiten.»

Wahrscheinlich wird der ehemalige Stuttgarter Bordon am 10. August im ersten UI-Cup-Endspiel sein Debüt für die Schalker feiern.

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03.08.2004 - Schalke im UI-Cup-Finale: 3:0 gegen Esbjerg - © dpa - Meldung vom 03.08.2004 22:10 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Der FC Schalke 04 steht wie im Vorjahr im UI-Cup-Finale und ist für den Bundesliga-Saisonstart bei Werder Bremen gerüstet. Gegen den fünfmaligen dänischen Meister Esbjerg fB setzte sich die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes souverän mit 3:0 (1:0) durch.

Damit meisterten die Schalker nach dem 3:1 im Hinspiel problemlos die vorletzte Hürde auf dem Weg zum UEFA-Cup. Nun allerdings wartet mit dem FC Nantes oder Slovan Liberec (Hinspiel 0:1) ein weitaus stärkerer Kontrahent als die harmlosen Dänen.

Vor Europacup-reifer Kulisse von 56 320 Zuschauern beseitigte Junioren-Nationalspieler Mike Hanke, der für den an einer Hirnhautentzündung erkrankten Ebbe Sand ins Team gerückt war, in der 11. Minute früh alle Zweifel am Weiterkommen. Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie mehr und mehr zu einem Trainingsspielchen, in dem sich die Schalker nicht übermäßig verausgabten und dennoch durch Hamit Altintop (54.) und Gerald Asamoah (63.) das Resultat in die Höhe schraubten. Die Fans bejubelten die einseitige Vorstellung mit «Oh, wie ist das schön»-Gesängen.

Schalkes neuer Abwehrchef Marcelo Bordon, der erst am Wochenende von der Südamerika-Meisterschaft zurückgekehrt war, durfte sich von der Tribüne die Pflichterfüllung seiner Kollegen auf dem Platz anschauen. Dort avancierte Junioren-Nationalspieler Hanke zum Gewinner des Abends. Der schon im Hinspiel erfolgreiche 20-Jährige empfahl sich nicht nur wegen seines erneuten Tores für den vakanten Platz im Angriff und wurde nach gut einer Stunde unter großem Applaus verabschiedet.

Sturmpartner Ailton agierte hingegen drei Tage vor dem für ihn besonders brisanten Duell bei den früheren Bremer Kollegen glücklos. Immerhin aber bereitete der Brasilianer den dritten Treffer durch einen Pfostenschuss vor, den Abpraller staubte Asamoah ab. Zuvor hatte in Altintop der beste Mann auf dem Platz mit einem trockenen 16-Meter-Schuss ins Schwarze getroffen.

Weitere gute Chancen zur Ergebniserhöhung hatten Jörg Böhme, Nils Oude Kamphuis und der souveräne Mladen Krstajic. Auf der Gegenseite musste Schalkes Torhüter Frank Rost nur einmal in der 71. Minute ernsthaft eingreifen, um die «null» zu sichern.

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02.08.2004 - Das Projekt FC Ailton 04 - © www.spiegel.de

Ailton ist immer lustig und immer auf Draht. So schoss der exzentrische Brasilianer Werder Bremen sensationell zum Meistertitel. In dieser Saison soll der 31-Jährige die Expansion des Schalke-Konzerns absichern.

Rund um das Spielfeld des Mettnaustadions von Radolfzell haben sie ausklappbare Holzbänke aufgestellt, damit die Zuschauer nahe am Geschehen sitzen. Von der Außenterrasse der angrenzenden Kreissporthalle hat, unrasiert in der prallen Sonne stehend, Manager Rudi Assauer den besten Überblick, unten schaut Trainer Jupp Heynckes alle 15 Sekunden auf seine Armbanduhr, als werde gleich ein großes Finalspiel angepfiffen.

Die Bundesliga-Mannschaft von Schalke 04 tritt beim sechstklassigen FC 03 Radolfzell an, doch an diesem schwül-warmen Juli-Abend am Bodensee geht es eigentlich nur darum, Ailton Gonçalves da Silva in Königsblau zu bestaunen.

Der stämmige Brasilianer, prominentester von vier gut verdienenden Neuzugängen beim Revierverein, gilt als exzentrisch und im Zweifel halsstarrig. Das nehmen Assauer und Heynckes in Kauf, weil der Club seine Tore braucht. Ailton, 31, der "Toni", soll mit seinem Torriecher die Expansion des Schalke-Konzerns und dessen mittlerweile 14 Tochterfirmen absichern, und er soll jene personalpolitische Operation in Gang halten, die der Trainer "das Projekt" nennt.

Vor einem Jahr haben sie in Gelsenkirchen begonnen, eine neue Mannschaft zu formen - eine, die bald so weit sein soll, den Club dauerhaft unter den ersten fünf Bundesligisten zu etablieren, vielleicht sogar ganz oben. Damit unterwegs das Geld nicht ausgeht, müssen im Uefa-Pokal oder in der Champions League Einnahmen erzielt werden, durch Tonis Tore. Deswegen muss der Torelieferant bei Laune gehalten werden.

Zum Beispiel haben alle zu lachen, wenn der Spaßvogel in einer Pressekonferenz neben seinem plappernden Landsmann Lincoln müde den Kopf auf den Tisch legt. Ailton ist immer lustig und immer auf Draht: "Jeder muss mich mögen, wie ich bin", befiehlt er, und wenn ihn im Gespräch eine Frage langweilt, hält er sein Handy ans Ohr und horcht in die Mailbox. "Man muss sich mit seiner Mentalität arrangieren", sagt Torwart Frank Rost.

Ailton trägt die Nummer 9, seine Hose sitzt wie maßgefertigt, neben ihm rennt beim Auflaufen mit der Nummer 14 Gerald Asamoah, die zu weite Hose schlackert um die Knie. Asamoah, 25, repräsentiert das alte Schalke, jenen Rest der beliebten Mannschaft, die sich vor drei Jahren am letzten Spieltag vier Minuten lang als neuer Meister wähnte, bis sie doch noch von Bayern München abgefangen wurde. Viele von den damaligen "Meistern der Herzen" sind aussortiert; allein diesen Sommer gab der Club zehn Spieler ab, um Platz auf der Gehaltsliste zu schaffen.

Asamoah, bislang als Mannschaftsclown konkurrenzlos, ist noch da. "Ich denk mal", sagt der gebürtige Ghanaer über den neuen Gefährten Ailton, "dass er so 'n Typ ist wie ich."

Da irrt er. Ailton schleudert schon mal abfällig seine Faust durch die Luft, wenn der junge Baumjohann den Ball verliert. Er hebt gönnerhaft den Daumen, wenn die Zuschauer seinen Namen rufen. Und als Asamoah ihn anschaut und auf das übliche Zeichen des Dankes wartet, weil er ihm einen Flankenball überließ, kommt nicht der Hauch einer Geste.

Das erste Stürmertor in Radolfzell schießt jedoch Asamoah, er verwandelt den ersten Steilpass - etwas holprig, weil er den Torwart erst im zweiten Versuch überwindet. Die nächsten zwei Treffer besorgt der neue Torjäger jeweils auf Vorlage von Neuzugang Lincoln, der als Zuarbeiter wie für ihn geschaffen scheint: Kunstvoll nimmt Ailton dessen Zuspiele aus der Luft. Am Ende hat Ailton beim 13:1 vier Tore erzielt.

Anderntags sitzt Heynckes auf der Hotelterrasse im Trainingslager und stellt fest: "Toni ist ja nicht der Typ, der im Urlaub viel an sich gearbeitet hätte." Unentwegt streicht der Trainer über einen winzigen Webfehler in der Tischdecke und fasst zusammen: "Er muss die körperliche Verfassung wiederfinden. Und er muss ganz spezifisch ins Spiel gebracht werden."

Heynckes eilt der Ruf voraus, ein strenger Trainer zu sein, seit er vor neun Jahren bei Eintracht Frankfurt die Zauberfußballer Anthony Yeboah, Maurizio Gaudino und Augustine Okocha suspendierte, die aus Verärgerung über ein Straftraining in den Streik getreten waren. Und da Ailton in Bremen gern verspätet aus dem Heimaturlaub zurückkehrte, fragte "Bild" in froher Erwartung: "Wann explodiert Heynckes?"

Ailton kam nicht zu spät, und Heynckes hat dazugelernt. "Wenn Ailton nicht ein etwas anderer Spieler wäre, würde er nicht so viele Tore machen", sagt er. Ein etwas anderer Spieler? "Vom Persönlichkeitsprofil: Er steht ja gern im Mittelpunkt."

Um bei der Operation "Ailton 04" nicht zu scheitern, hat der FC Schalke ein paar Sicherungen eingebaut. Neben Lincoln, der in Kaiserslautern als verletzungsanfälliges Sensibelchen galt, hat Manager Assauer einen weiteren Brasilianer verpflichtet, der Ailton versteht: Marcelo Bordon, in Stuttgart Innenverteidiger. Und dazu Mladen Krstajic, einen Weggefährten Ailtons aus Bremen. "Die Spieler, die ihn kennen, werden Toni zurechtweisen, wenn er mal überzieht", so hat sich Assauer das ausgedacht.

Und so hat Schalke schon jetzt ein namhaftes Ensemble beisammen, das nach zwei erfolglosen Jahren Hoffnungen weckt. "Wenn nicht alles schief läuft, kommen wir unter die ersten fünf", sagt Assauer gelassen.

Platz fünf ist unbedingt geboten. Die jüngsten Bilanzzahlen waren alarmierend. Umsatzrückgang von 118,6 auf 93 Millionen Euro; 102 Millionen Euro Verbindlichkeiten, ein Minus aus dem Geschäftsbetrieb von 19 Millionen. Die Überschuldung von eigentlich 17,4 Millionen konnte nur durch eine akrobatische Transaktion gedrückt werden: Das Grundstück des alten, teils abgerissenen Parkstadions war für einen Euro von der Stadt Gelsenkirchen erworben, dann von einem Gutachter auf 15,6 Millionen Euro taxiert worden - und über eine der Schalke-Töchter als wahrhaft "außerordentlicher Ertrag" wieder in die Bilanz gesickert.

"Für das, was wir investiert haben, ist in den letzten Jahren sportlich zu wenig rausgekommen", räumt Schalkes Finanzvorstand Josef Schnusenberg ein. Mit 55 Millionen Euro hat der Verein in den letzten vier Jahren Spieler aus anderen Vereinen herausgekauft, auch viel versprechende Torjäger und komplizierte Typen wie Emile Mpenza und Victor Agali. Sie scheiterten und wurden schnell abgeschrieben.

Wird in dieser Saison erneut die direkte Qualifikation für den Uefa-Cup verpasst, wird die neue Mannschaft zur Investitionsruine. "Dann müssten wir uns von dem Spielerkader lösen und versuchen, einen anderen Weg zu gehen", sagt Schnusenberg. Dann wäre Heynckes gescheitert, dessen Vertrag noch ein Jahr läuft und der schon jetzt ahnt, dass seine akribische Nachwuchsschulung "nicht richtig bewertet wird". Auch der Vorstand besitze "keinen Persilschein", verlautete aus dem Aufsichtsrat.

Auf derlei Anwürfe reagiert Macher Assauer gewohnt dünnhäutig ("Wer hat denn Schalke da oben hingebracht?"), aber schicksalsergeben: "Wenn's nicht funktioniert, nimmst du den Hut und sagst: Tut mir Leid." Auch der 21-jährige Mittelfeldmann Hamit Altintop, noch ein Hoffnungsträger, kennt die Macht der Zahlen: "Zwei Jahre ist es auf Schalke nicht gut gelaufen. Jetzt muss was passieren."

Altintop, der in Gelsenkirchen geborene Türke, ist ein wichtiger Mann in Heynckes' Konzept von Ailton & Friends. Das große Talent, in seinem zweiten Profijahr schon fast ein Routinier, soll nun trainieren, wie man Ailton mit Steilvorlagen beliefert. Er ist lernwillig, sagt aber auch: "Ich werde meine Spielart nicht wegen eines Spielers ändern."

Die Fans jedenfalls liegen schon auf den Knien vor Ailton. Sie haben ihm verziehen, dass er im Frühjahr über seine neue Wahlheimat Gelsenkirchen sagte, das Leben dort sei "ein Desaster".

Die Schalker Fan-Initiative e. V. schrieb damals dem "Sehr geehrten Herrn Gonçalves da Silva" einen offenen Brief. "Wir haben uns Gelsenkirchen nicht ausgesucht und Schalke auch nicht. Wir sind es." Sie empfahlen: "Komm ma lecker bei uns bei - und nach der ersten Meisterfeier mit uns wirst du am nächsten Morgen gar nicht mehr wissen, wo Bremen überhaupt liegt."

Der Mitautor des Briefes, der 50-jährige Bodo Berg, gerade nach nächtlicher Busfahrt von der Fußball-WM der Fans aus Italien in den Gelsenkirchener Fan-Laden zurückgekehrt, erzählt, auf der Heimreise habe der harte Kern der Schalker Fans einen neuen Ailton-Anfeuerungsruf kreiert: mit ganz lang gezogenem "Aaaaa", so dass er an den Torschrei ("Goooool") südamerikanischer Fußballreporter erinnert.

"Wir mögen hier auch Mistkerle", konzediert Berg - das ist wie ein Ritterschlag. Die ewige "Heulsuse" Andreas Möller etwa, vor vier Jahren aus Dortmund über die Schalker gekommen, mochten sie in Gelsenkirchen nie. Nach Möllers Abschied feierten sie im Fan-Laden ein Fest mit viel Bier und Heintje-Karaoke. Ailton hat beim 5:0 gegen den UI-Cup-Gegner Vardar Skopje sein erstes Pflichttor gemacht, und er hat sich in einem Video auf der Club-Homepage sein Wort vom "Desaster" zurechtgerückt: "Das Problema is nich so gut spreche Deutsch, ne?"

Auch um solche Pannen künftig zu vermeiden, empfiehlt Assauer dem Brasilianer "wenigstens einmal pro Woche" Deutschunterricht. Ratschläge, die wie Vorschriften klingen, hört Ailton jedoch gar nicht gern. Er winkt ab und stellt klar: "Tore sind wichtiger als Vokabeln."

Und wenn er die Tore nicht machen sollte, ist es sowieso besser, nicht viel Deutsch zu verstehen.

Jörg Kramer

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02.08.2004 - UI-Cup: Euphorie bei Schalke, Skepsis beim HSV - © dpa - Meldung vom 02.08.2004 14:29 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Auf der einen Seite wächst die Euphorie, auf der anderen die Skepsis. Vor den Halbfinal-Rückspielen im UI-Cup ist die Ausgangslage der beiden im Wettbewerb verbliebenen deutschen Clubs höchst unterschiedlich.

Derweil die Fans des FC Schalke 04 nach dem 3:1 im Hinspiel bei Esbjerg fb weiter vom Einzug in den UEFA-Cup träumen können, hat der Anhang des Hamburger SV allen Grund zur Sorge. Nicht nur das 0:1 im ersten Duell mit dem FC Villarreal, sondern auch der überraschende Verkauf von Kapitän Tomas Ujfalusi haben mächtig auf die Stimmung gedrückt.

Von einem solchen Tief ist der Revierclub derzeit weit entfernt. Obwohl der Einzug in das UI-Cup-Endspiel als ausgemachte Sache gilt, wird in der voraussichtlich mit über 50 000 Zuschauern gefüllten Arena AufSchalke am 3. August echte Europacup-Atmosphäre herrschen. Selbst Neuzugang Ailton, der noch vor wenigen Wochen keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen den «Döner-Cup» gemacht hatte, verspürt neue Lust: «Der Zuspruch ist unglaublich. Das ist Motivation pur, so etwas habe ich in Bremen nie erlebt.»

Einen Blick auf die Idealformation von Trainer Jupp Heynckes werden die Fans dabei jedoch noch nicht werfen können. Nach langem Warten ist Neuzugang Marcelo Bordon zwar aus Südamerika zurückgekehrt, soll aber noch nicht zum Einsatz kommen. Zumindest absolvierte der Brasilianer bereits sein erstes Training im Kreise seiner neuen Mitstreiter. «Ich will mich erst vergewissern, in welchem körperlichen Zustand er sich befindet», sagte der Coach. Auch Ebbe Sand fällt aus, der wegen einer Erkältung im Training fehlte.

Dennoch zweifelt niemand ernsthaft an der erneuten Finalteilnahme: Zu deutlich war die Überlegenheit des Bundesligisten im Hinspiel. Wie im vorigen Jahr, als Schalke im Endspiel gegen den SV Pasching die Oberhand behielt, soll sich der Umweg über den UI-Cup bezahlt machen. Von einem Spaziergang ins Finale, wo Schalke auf den Sieger der Partie FC Nantes gegen Slovan Liberec (Hinspiel 0:1) treffen würde, will Heynckes jedoch nichts wissen: «Egal ob Champions League, UEFA- oder UI-Cup. Es verbietet sich, einen internationalen Gegner zu unterschätzen.»

Ungleich schlechter stehen die Aktien für den HSV. Das 0:1 im Hinspiel beim FC Villarreal lässt dem HSV zwar noch alle Chancen auf den Einzug ins Finale, doch nach der enttäuschenden Vorstellung in Spanien ist die Skepsis unter den Fans groß. Dazu trug auch der überraschende Verkauf von Kapitän Tomas Ujfalusi für 7,5 millionen Euro an den AC Florenz am Wochenende bei. Zwei Tage vor dem Rückspiel am 4. August war der Transfer noch immer Thema Nummer 1. «Wir haben einen ganz wichtigen Spieler verloren», sagte Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Mehdi Mahdavikia fehlt ebenfalls, da er mit der iranischen Nationalmannschaft das Halbfinale beim Asien- Cup in China erreicht hat.

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02.08.2004 - Peter Peters in DFL-Vorstand gewählt - Abstimmungssiege im Kampf um Stehplätze - © www.schalke04.de

Das hat es in der Bundesliga-Geschichte noch nie gegeben. Zum ersten Mal sitzt ein Vertreter des FC Schalke 04 im höchsten Gremium der deutschen Eliteklasse. Geschäftsführer Peter Peters wurde auf der Mitgliederversammlung des Liga-Fußballverbandes in Berlin von den Vertretern der ersten und zweiten Liga in den Vorstand der DFL gewählt. Zudem stärkten zwei erfolgreiche Anträge der Knappen die Position des deutschen Fußballs im Kampf um den Erhalt der Stehplätze.

Bei der Versammlung der 36 Profivereine, die am Samstag im Hotel Interconti in Berlin abgehalten wurde, ging es spannend zu. Zu besetzen war ein von ehemals zwölf auf acht Personen reduzierter Vorstand, für den sich ursprünglich 16 namhafte Vertreter aus den Clubs beworben hatten, unter ihnen auch Schalkes Vorstandsmitglied Peter Peters.

Nach internen Beratung der ersten und zweiten Liga reduzierte sich dieser Kandidatenkreis auf elf Personen. Nach diversen Urnengängen setzt sich der achtköpfige Vorstand wie folgt zusammen: Werner Hackmann (Vorsitzender), Wolfgang Holzhäuser (Stellvertreter), Peter Peters, Harald Strutz (von den 36 Profivereinen gewählt), Karl-Heinz Rummenigge, Michael Meier (von der ersten Liga entsandt), Andreas Rettig, Kurt Gaugler (von der zweiten Liga entsandt).

Für Peter Peters, seit 1993 als Geschäftsführer für den FC Schalke 04 tätig und seit 1994 hauptamtliches Vorstandsmitglied der Knappen, ist die Berufung eine große Ehre, doch Neuland betritt der 42-Jährige nicht. Zuvor hatte er bereits als Mitglied in der TV-Kommission der DFL gearbeitet, war Mitglied des Arbeitskreises Finanzen und zudem im DFB-Sicherheitsausschuss vertreten.

Darüber hinaus wurde Peters bei der Versammlung in Berlin der Lizenzierungsausschuss gewählt, der über die Lizenzvergabe entscheidet. Satzungsgemäß setzt sich dieser aus dem DFL-Vorsitzenden und seinem Stellvertreter, also Werner Hackmann und Wolfgang Holzhäuser, sowie zwei Vertretern der Bundesliga zusammen. Hier wurden für die erste Liga Karl-Heinz Rummenigge und für die zweite Liga Andreas Rettig nominiert. Als Ersatzmitglieder wurden Peter Peters und Michael Meier von allen 36 Clubs auserkoren.

Zudem brachte der FC Schalke 04, diverse Anträge ein, die meist von Erfolg gekrönt waren. Die in den Statuten der DFL bisher vorhandene Sollvorschrift, dass Stehplätze nicht mehr als 20 Prozent der Gesamtkapazität umfassen sollen, wurde etwa ebenso ersatzlos gestrichen wie die Empfehlung, dass internationale Spiele nur mit Sitzplätzen ausgetragen werden sollen. Peters: "Das war uns wichtig, weil wir so die Verhandlungsposition des deutschen Fußballs im Kampf um den Erhalt der Stehplätze gestärkt sehen. Wir wollen darum kämpfen, dass Stehplätze wieder zugelassen werden." Diskussionen mit dem europäischen Fußballverband UEFA können nun anders geführt werden, da diese Selbstbeschränkungen entfallen sind.

Ebenso geändert wurde der Modus der Abrechnung der Auswärtskarten. Peters: "Das war uns schon länger Dorn im Auge." Späte Rückgaben der Karten hatten dazu geführt, dass mitunter nicht alle Tickets in der Arena verkauft werden konnten, obwohl es eine rege Nachfrage nach Tickets gab. Die Vereinsvertreter verständigten sich darauf, dass die Abrechnung nun in der Regel zwei Wochen vor einem Spiel erfolgt.

Außerdem stellte der FC Schalke 04 einen Antrag, die Verpflichtung des Unterhaltes einer Amateurmannschaft für Bundesligisten zu streichen. Dieser wurde von den 36 Clubs abgelehnt.

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02.08.2004 - Der Wettlauf für Bordon beginnt - © WESTLINE

Um zehn Uhr versammelt Jupp Heynckes seine Spieler am Parkstadion zum Training. Erstmals in der Vorbereitung wird Schalkes Chefcoach den kompletten Kader begrüßen können. Denn nach dem Eintreffen der Uruguayer Gustavo Varela und Dario Rodriguez, die beim Test in St. Truiden (1:1) bereits zum Einsatz kamen, wird Montag auch mit dem Trainingseinstand von Marcelo Bordon gerechnet.

Der 28-jährige Verteidiger ist eigentlich fest für die Stamm-Elf vorgesehen, der Bundesliga-Auftakt am Freitag in Bremen wird für ihn allerdings zum Wettlauf mit der Zeit. Am Dienstag spielt Schalke im UI-Cup gegen Esbjerg, da wird Heynckes Bordon aller Voraussicht nach noch nicht einsetzen - schließlich hätte der Ex-Stuttgarter dann erst eine Trainingseinheit mit seinen neuen Mannschaftskollegen hinter sich.

Bleiben noch die Übungsstunden am Mittwoch und Donnerstag (dann fährt Schalke allerdings schon Richtung Bremen), um Bordon und den "Rest" der Abwehr aufeinander einzustimmen. Jupp Heynckes hat zwar immer betont, dass Defensivspieler leichter einzubauen sind als Offensivakteure, dennoch würde das Debüt von Bordon in Bremen ein gewisses Risiko beinhalten.

Heynckes hält sich diese Option noch offen, will sie weder ausschließen noch voreilig ankündigen, sie zu ziehen. Für Bordon spricht, dass der 1,88 m große Brasilianer als so stark gilt, dass er möglicherweise schon nach der extrem kurzen "Schnupperphase" ins Team eingebaut werden kann. Gegen einen Einsatz von Bordon bereits am Freitag in Bremen spricht, dass es den anderen S 04-Profis wohl nur schwer vermittelbar wäre, wenn beim Bundesliga-Start ein Spieler in der ersten Elf steht, der fast während der kompletten Vorbereitung gefehlt und nicht eine Minute lang (sollte Heynckes gegen Esbjerg tatsächlich auf Bordon verzichten) gespielt hat. Immerhin hat Bordon, weil er bei der Südamerika-Meisterschaft nicht für Brasilien zum Einsatz kam, schon seit fast zweieinhalb Monaten kein Pflichtspiel mehr bestritten.

Für Bordon beginnt also heute der Wettlauf mit der knappen Zeit, für die anderen Spieler ist die Vorbereitung quasi beendet. Denn mit den Partien gegen Esbjerg und am Freitag in Bremen ist nun der Ernst des Fußballer-Lebens angesagt - dementsprechend ließ Heynckes am Samstag in Belgien auch viele Fußballer auflaufen, die am Mittwoch in Dänemark nicht von Beginn an gespielt haben.

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01.08.2004 - Hanke trifft beim 1:1 in St. Truiden - © WESTLINE

Beim von dem "Eurofighter" Marc Wilmots trainierten und gemanagten Erstligisten VV St. Truiden kam Schalke zu einem 1:1, Hanke glich zum 1:1 aus (66.), nachdem der Ex-Schalker Tamas Hajnal sein neues Team fünf Minuten vorher durch einen Foulelfmeter in Führung gebracht hatte.

Die wichtigsten Erkenntnisse auf Schalker Seite waren, dass Hanke erneut ein Tor erzielte und dass Varela und Rodriguez nach ihren Engagements bei der Südamerika-Meisterschaft sowie Poulsen nach seiner Verletzung wieder einsatzbereit sind.

Norbert Neubaum




Presse- und Internetspiegel Juli 2004

31.07.2004 - Schalker Reserve-Team erreicht 1:1 in St. Truiden - © dpa - Meldung vom 31.07.2004 20:44 Uhr

St. Truiden/Belgien (dpa) - Drei Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel im UI-Cup gegen FB Esbjerg hat Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 bei VV St. Truiden ein 1:1 (0:0) erreicht.

Nachdem der ehemalige Schalker Profi Tamas Hajnal den belgischen Erstligisten vor 5000 Zuschauern mit einem Foulelfmeter in Führung gebracht hatte (61.), gelang Mike Hanke (76.) der Ausgleich. Trainer Jupp Heynckes hatte gegen die vom früheren Schalker Spieler und Trainer Marc Wilmots betreuten Belgier allerdings nur ein Reserve-Team aufgeboten.

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30.07.2004 - Ansetzungen DFB-Pokal - 1. Runde - © dpa - Meldung vom 30.07.2004 18:46Uhr

Freitag, 20.08.2004
Werder Bremen (A)-MSV Duisburg - 18.30 Uhr

FC Teningen-1. FC Nürnberg - 18.30 Uhr

FC St. Pauli-Energie Cottbus - 19.00 Uhr

Kickers Offenbach-LR Ahlen - 19.00 Uhr

Jahn Regensburg II-SpVgg Unterhaching - 19.00 Uhr

Eintr. Braunschweig-Wacker Burghausen - 19.30 Uhr

Samstag, 21.08.2004
1. FC Saarbrücken-1. FC Köln - 14.30 Uhr

SC Paderborn-Hamburger SV - 15.00 Uhr

VfL Osnabrück-FC Erzgebirge Aue - 15.00 Uhr

FC Schönberg-1. FC Kaiserslautern - 15.00 Uhr

Jahn Regensburg-Werder Bremen - 15.00 Uhr

Hannover 96 (A)-Rot-Weiß Oberhausen - 15.00 Uhr

1. FC Union Berlin-SC Freiburg - 15.00 Uhr

VfB Lübeck-Borussia Dortmund - 15.00 Uhr

Fortuna Düsseldorf-VfL Bochum - 15.00 Uhr

Rot-Weiß Erfurt-Eintracht Frankfurt - 15.00 Uhr

TSV Völpke-Bayern München - 17.00 Uhr

TuS Mayen-VfB Stuttgart - 18.00 Uhr

TSG Hoffenheim-Hansa Rostock - 18.30 Uhr

FSV Mainz 05 (A)-Bayer Leverkusen - 18.30 Uhr

Hertha BSC (A)-FC Schalke 04 - 19.00 Uhr

Carl Zeiss Jena-SpVgg Gr. Fürth - 19.00 Uhr

Sonntag, 22.08.2004

Dynamo Dresden-Karlsruher SC - 15.00 Uhr

1. FC Köln (A)-VfL Wolfsburg - 15.00 Uhr

Germania Schöneiche-TSV 1860 München - 15.00 Uhr

Bayern München (A)-Bor. Mönchengladbach - 15.00 Uhr

TSV Aindling-Hertha BSC - 15.00 Uhr

VfR Neumünster-Hannover 96 - 15.00 Uhr

SG Wattenscheid 09-Eintracht Trier15.00 Uhr

Rot-Weiß Essen-Alemannia Aachen - 15.00 Uhr

VfR Aalen-FSV Mainz 05 - 15.00 Uhr

VFC Plauen-Arminia Bielefeld - 15.30 Uhr


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30.07.2004 - Schalke wartet auf Bordon - © dpa - Meldung vom 30.07.2004 15:17 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 muss weiter auf Marcelo Bordon warten. Der Neuzugang des VfB Stuttgart wird frühestens am 1. August in Gelsenkirchen erwartet und wird erst das Mannschaftstraining aufnehmen.

Bordon hatte mit Brasilien die Copa America gewonnen, war bei den Südamerika-Meisterschaften aber keine Minute zum Einsatz gekommen. Nach diversen Ehrungszeremonien in der Heimat wird sich der Abwehrspieler am Samstag auf den Weg in Richtung Deutschland machen.

Dort eingetroffen sind bereits Dario Rodriguez und Gustavo Varela. Die beiden Uruguayer, die bei der Copa America mit ihrem Nationalteam Platz drei erreichten, könnten am Samstag im Testspiel beim belgischen Erstligisten VV St. Truiden zum Einsatz kommen. Bordon dürfte sein Debüt für die «Knappen» im UI-Cup-Halbfinal-Rückspiel gegen den dänischen Vertreter Esbjerg fB geben.

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29.07.2004 - Profis feiern mit Charly Neumann 73. Geburtstag - © www.schalke04.de

Die letzten Wochen hatte er aufgrund von gesundheitlichen Problemen in einer Reha-Klinik verbringen müssen, doch an seinem Geburtstag zeigte er sich soweit erholt, eine große Schar königsblauer Gratulanten zu empfangen: Mannschaftsbetreuer Charly Neumann wurde heute 73 Jahre alt und feierte nicht zuletzt im Kreis der Profis.

Angeführt von Manager Rudi Assauer und Chef-Trainer Jupp Heynckes machte eine große Gruppe von Schalker Lizenzspielern im Restaurant Waldschänke in Gelsenkirchen ihre Aufwartung. Zu den Gratulanten gehörten etwa Kapitän Tomasz Waldoch, Torhüter Frank Rost, die Nationalspieler Jörg Böhme und Gerald Asamoah, Sven Vermant, Christian Poulsen, aber jüngere Profis wie Christofer Heimeroth, Christian Pander oder Simon Talarek. Die Profis schenkten Charly zu dessen Ehrentag einen hochwertigen Füllfederhalter und einen Kugelschreiber.

Noch mehr freute sich der Jubilar allerdings über das Geschenk des Vereins. Manager Assauer überreichte Charly nämlich die Skulptur des „rauchenden Rudi“. Dieser war bei der 100-Jahr-Feier verdienten Mitarbeitern des Vereins überreicht worden. Halb im Scherz, halb ernsthaft hatte sich Neumann beklagt, dass er nicht in den Genuss des Preises gekommen war. „Ab heute steht sie in meinem Trophäenschrank“, zeigte sich der Jubilar sichtlich gerührt.

Bereits am Morgen hatte Neumann, der im Kreise seiner engsten Familie feierte, gute Nachrichten erhalten. „Der Arzt in der Reha-Klinik hat mir gesagt, dass meine Werte klasse sind. Es ist gut möglich, dass ich in wenigen Tagen wieder nach Hause kann.“

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28.07.2004 - Schalke vor Einzug ins UI-Cup-Finale - © dpa - Meldung vom 28.07.2004 21:49 Uhr

Herning/Dänemark (dpa) - Der FC Schalke 04 steht so gut wie sicher im UI-Cup-Finale. Der Fußball-Bundesligist setzte sich im Halbfinal-Hinspiel beim fünfmaligen dänischen Meister Esbjerg fB mit 3:1 (1:1) durch.

Die Treffer für das Team von Trainer Jupp Heynckes erzielten vor 8500 Zuschauern in Herning der brasilianische Neuzugang Ailton (40. Minute), der nach einer Stunde eingewechselte Mike Hanke (71.) und Hamit Altintop (87.). Die Gastgeber waren früh durch Jerry Lucena (8.) in Führung gegangen. Das Rückspiel findet am 3. Juli in der Arena AufSchalke statt.

Heynckes hatte seine Elf im Vergleich zum 2:1-Sieg im Viertelfinal-Rückspiel bei Vardar Skopje auf zwei Positionen verändert. Niels Oude Kamphuis kehrte nach seiner Grippe ebenso in die erste Elf zurück wie Kapitän Tomasz Waldoch. Lincoln und Thomas Kläsener saßen zunächst auf der Bank. Wegen der Renovierung des eigenen Stadions war Esbjerg für die Partie in das rund 90 Kilometer entfernte Herning ausgewichen.

Ohne die Copa-America-Teilnehmer Marcelo Bordon, Gustavo Varela und Dario Rodriguez verschlief der Revier-Club die erste Viertelstunde der Partie. Trotz der Warnungen von Heynckes («Esbjerg hat ein anderes Niveau als Skopje») ermöglichten die «Königsblauen» dem Vorjahres-Dritten der dänischen Liga mehrere gefährliche Torchancen. Gleich die erste nutzte Lucena zum 1:0. Der Amerikaner überwand Schalkes Keeper Frank Rost mit einem Flachschuss.

Danach wachte der UEFA-Pokal-Sieger von 1997 auf und wurde im Verlauf des Spiels immer stärker. Noch vor der Pause kamen die Schalker durch eine schöne Direktabnahme des ehemaligen Bremers Ailton zum Ausgleich. In den zweiten 45 Minuten waren die Gäste das eindeutig bessere Team und kamen verdient zu zwei weiteren Treffern.

Mögliche Finalgegner der Schalker sind der FC Nantes oder der tschechische Vertreter Slovan Liberec. Nach dem 1:0-Hinspielsieg von Liberec gegen die Franzosen könnte es somit zu einer Neuauflage des UI-Cup-Halbfinales vom vergangenen Jahr kommen. Damals hatten sich die Schalker gegen die Tschechen durchgesetzt.

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27.07.2004 - Schalke und HSV vor nächster UI-Cup-Hürde - © dpa - Meldung vom 27.07.2004 13:01 Uhr

Düsseldorf (dpa) - Nach dem peinlichen Ausscheiden von Dortmund und Wolfsburg wollen der Schalke 04 und der HSV im UI-Cup das angekratzte internationale Renommee des deutschen Fußballs wieder etwas aufpolieren und die vorletzte Hürde in Richtung UEFA-Pokal überspringen.

Am 28. Juli treten die Schalker im Halbfinal-Hinspiel beim dänischen Verein Esbjerg fB an, der HSV muss sich zu fast nächtlicher Anstoßzeit (22.00 Uhr) beim spanischen Club FC Villarreal eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche schaffen.

«Der internationale Vergleich mit Spanien ist eine Herausforderung für den HSV und jeden einzelnen Spieler», sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Bei den in den vergangenen Jahren schwächelnden Hamburgern ist eineinhalb Wochen vor dem Start in die Bundesliga-Saison die Euphorie so groß wie lange nicht. «Die Spiele gegen Villarreal werden eine klare Standortbestimmung für uns», sagte Beiersdorfer. Zumindest in Spanien wird allerdings Stürmer Sergej Barbarez (Adduktorenzerrung) fehlen. Sollte der HSV bis in die Finalrunde des UI-Cups vorstoßen (10./24. August), könnte der Gegner Atletico Madrid heißen. HSV-Trainer Klaus Toppmöller warnt: «Wir müssen die Euphorie bremsen. Wir sind noch kein deutscher Meister geworden und haben noch nichts erreicht.»

Das Finale dicht vor Augen hat auch der FC Schalke. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes will sich wie im Vorjahr durch die lästige Pflicht UI-Cup die Kür im UEFA-Pokal sichern. Mögliche Finalgegner wären der FC Nantes oder Slovan Liberec/Tschechien. Schalke, UEFA-Cup-Sieger von 1997, hat bislang nichts dem Zufall überlassen. Das Team von Esbjerg fB wurde mehrmals beobachtet. «Wenn im Europapokal deutsche und dänische Mannschaften aufeinander getroffen sind, waren das oft sehr interessante Duelle auf einem hohen Niveau», sagte Heynckes. Esbjerg sei viel stärker einzuschätzen als Viertelfinal- Gegner Skopje und habe «seine Qualitäten in der Vorwärtsbewegung».

Gegen den fünfmaligen dänischen Meister kehren Niels Oude Kamphuis (Grippe) und Christian Poulsen (Innenbanddehnung im linken Knie) in die Mannschaft zurück, die Copa-America-Teilnehmer Marcelo Bordon, Gustavo Varela und Dario Rodriguez stehen dagegen noch nicht zur Verfügung. Zu einem Einsatz von Beginn an in seinem Heimatland dürfte Ebbe Sand kommen. Der dänische EM-Teilnehmer ist seit gut einer Woche im Training und hat am Samstag im Rückspiel bei Vardar Skopje rund 70 Minuten mitgewirkt. Mit dem brasilianischen Neuzugang Ailton soll Sand in der kommenden Spielzeit den neuen Schalker «Traumsturm» bilden - und auch im internationalen Wettbewerb für Tore sorgen.

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23.07.2004 - Ailton bietet sich deutschem WM-Team an - © dpa - Meldung vom 23.07.2004 19:51 Uhr

Hamburg (dpa) - Der brasilianische Fußball-Profi Ailton bietet der deutschen Nationalmannschaft für die WM 2006 seine Torschusskünste an.

«Ich würde sofort für Deutschland spielen. Ich wäre sogar richtig stolz, den Adler auf der Brust zu tragen! Für die WM würde ich dann den deutschen Pass beantragen», erklärte der von Meister Werder Bremen zum FC Schalke 04 gewechselte Torschützenkönig gegenüber der «BILD». Im März führte Ailton bereits in Katar Gespräche über eine Einbürgerung.

Ailton: «Damals gings um Kohle. Jetzt spricht mein Herz! Ich spiele seit 1998 in diesem Land Fußball. Ich liebe die deutschen Fans - und sie mich.»

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22.07.2004 - Premiere für Ailton/Sand? - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Die für Schalker Verhältnisse geringe Anzahl von 60 Schlachtenbummlern (40 im Mannschaftsflieger, 20 mit Pkw) ist natürlich leicht zu erklären: Nach dem klaren 5:0-Hinspielsieg gegen Vardar Skopje hat der FC Schalke 04 das UI-Cup-Halbfinale so gut wie erreicht. Das Rückspiel in Mazedonien am Samstag ist eigentlich nur noch eine "Formalität".

Sogar ein aus Erfahrung vorsichtiger Trainer wie Jupp Heynckes spricht von einem "komfortablen Ergebnis" und will damit eigentlich sagen: Da kann nichts mehr anbrennen - ganz gleich, wer am Samstag spielen wird. Und eine allzu abenteuerliche Formation wird Heynckes ohnehin nicht aufbieten. Im Gegensatz zur Vorsaison, als der Schalker Cheftrainer kräftig "rotieren" ließ, sind nun eher gediegene Personalwechsel angedacht. Mehr als vier Veränderungen, so Heynckes, wird es gegenüber dem Hinspiel nicht geben.

Und eine davon wird aller Voraussicht nach den Sturm betreffen: Heynckes hält es für denkbar, dass Ailton und Ebbe Sand am Samstag gemeinsam stürmen - es wäre das erste Mal. Weil Ebbe Sand nach seinem EM-Sonderurlaub erst am vergangenen Montag wieder ins Training einstieg, ging sein neuer Mannschaftskollege Ailton bislang wechselweise mit Asamoah und Hanke auf Torejagd.

Und als Ebbe Sand am Dienstag zum ersten Mal "richtig" ins Geschehen eingriff und beim 3:0-Sieg in Aachen auch prompt ein Tor erzielte, hatte Heynckes Ailton schon ausgewechselt. Schalkes zweitbester Bundesliga-Stürmer aller Zeiten (hinter Klaus Fischer) gemeinsam mit dem Torschützenkönig der vergangenen Saison - für viele Schalker Fans ist diese Kombination bei allem Respekt vor Asamoah und Hanke der "Traumsturm" - vergleichbar mit Emile Mpenza und Ebbe Sand, die die "Königsblauen" in der Saison 2000/01 zur Meisterschaft der Herzen und zum Pokalsieg schossen.

Ob Sand mit Ailton genauso harmoniert wie damals mit Mpenza, muss allerdings noch abgewartet werden. In Skopje werden beide wohl die erste Gelegenheit bekommen, sich zu "finden". Jupp Heynckes geht jedenfalls davon aus, "dass es nach einem 5:0-Hinspielsieg kein großes Risiko ist", Ailton und Sand die Premiere zu ermöglichen. Demnächst soll diese Kombination dann eher ein Risiko für die Gegner werden.

"Seriös und konzentriert" werde seine Mannschaft am Samstag spielen, so Heynckes - schließlich sei die Partie ein Teil der Vorbereitungsphase, und der Kampf um die Plätze ist "auf Schalke" voll entbrannt. "Es wird sicher einige Härtefälle geben", weiß Thomas Kläsener, der selbst zu den "Opfern" zählen kann. Da im Hinspiel gegen Skopje Sand, Poulsen (fehlt wegen seiner Innenbandverletzung auch im Rückspiel), Lincoln, Delura und Bordon nicht dabei waren und auf dem Platz schon Schalker Spieler standen, die (bis auf Pander vielleicht) allesamt Stammplatz-Ambitionen haben, ist leicht vorstellbar, dass beim Bundesliga-Start am 6. August in Bremen auch einige "Promis" mit der Ersatzbank Bekanntschaft machen müssen.

Erreicht Schalke wie erwartet das Halbfinale, geht es danach Schlag auf Schlag: Bereits am kommenden Mittwoch (28. Juli) steht entweder in Litauen oder Dänemark das UI-Cup-Halbfinal-Hinspiel auf dem Programm, das Rückspiel ist am 3. August in der Arena "AufSchalke". Drei Tag später ist der Liga-Start bei Werder Bremen, UI-Cup-Finaltermine sind der 10. und 24. August. Diese "Überstunden" würde Schalke gerne in Kauf nehmen - denn dann winkt der UEFA-Cup.

Norbert Neubaum

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20.07.2004 - Der Grund für Sands Rücktritt heißt Schalke - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Nur Ailton bekam ähnlich viel Beifall: Als Ebbe Sand am Sonntag überraschend beim "Tag der offenen Tür" in der Arena "AufSchalke" vorbeischaute, flogen ihm (wie immer seit 1999) die Herzen der S 04-Fans zu. Alleine schon deshalb hatte es sich für den seit Montag 32-Jährigen gelohnt, einen Tag früher vom EM-Sonderurlaub zurückzukehren.

Aber auch aus einem anderen Grund gilt es für Sand, keine Zeit zu verlieren. Seit zwei Tagen ist er wieder im Training, und für den Dänen steht in dieser Saison viel auf dem Spiel: Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, aber es soll nicht die letzte Vorbereitung sein, die Sand "auf Schalke" mitmacht. Der Publikumsliebling hofft auf einen neuen Vertrag bei den "Königsblauen". Und das ist auch der eigentliche Grund für seinen Rücktritt aus der dänischen Nationalmannschaft, den Sand nach dem EM-Aus und 66 Länderspielen angekündigt hatte. Die Doppelbelastung, die Sand in den letzten Jahren oft zu schaffen machte, wäre seinem Ziel, "so lange wie möglich in Schalke zu bleiben", wohl nicht förderlich. Sand gibt zu, dass Schalke der eigentliche Grund für seinen Rücktritt war: "Natürlich habe ich spekuliert, dass mir das ein Jahr mehr bei Schalke bringen kann."

Die Konzentration auf seinen Arbeitgeber wird dringend erforderlich sein. Mit Ailton, Asamoah, Hanke und dem "gelernten" Stürmer Delura hat Sand mindestens vier ernstzunehmende Konkurrenten - Ailton dürfte gesetzt sein, um den zweiten Platz im Sturm dürfte sich ein interessanter Kampf entwickeln. Sand kann dabei mit seiner Erfolgsbilanz wuchern: In seinen bislang fünf Schalke-Jahren (1999 war er von Bröndby Kopenhagen gekommen) erzielte er 62 Bundesliga-Tore - nur Klaus Fischer (182) traf in der höchsten Spielklasse häufiger für Schalke ins Schwarze.

Wenn sich Sand seine Träume von einem neuen Vertrag und einem Karriere-Ende "auf Schalke" erfüllen kann, würde das nicht nur ihn, sondern auch das Schalker Publikum freuen: Selbst als Sand während der kompletten Hinrunde der Vorsaison ohne Torerfolg blieb, gehörte das Trikot mit der Rückennummer "11" im Fan-Shop zu den Verkaufsschlagern. Die "11" trägt Ebbe Sand. Und er denkt nicht daran, dieses Trikot in einem Jahr an den Nagel zu hängen.

Norbert Neubaum

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20.07.2004 - Aachen verliert Test gegen Schalke mit 0:3 - © dpa - Meldung vom 20.07.2004 21:54 Uhr

Goch (dpa) - Der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat dem Zweitliga-Club Alemannia Aachen die erste Testspiel-Niederlage in der Vorbereitung auf die Saison 2004/2005 zugefügt.

Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes gewann in Goch gegen den UEFA-Cup-Teilnehmer aus Aachen mit 3:0 (0:0). Für die «Königsblauen» trafen vor 3587 Zuschauern Mike Hanke (57. Minute), Lincoln (75.) und in seinem ersten Testspiel-Einsatz nach der EM der dänische Nationalspieler Ebbe Sand (87.).

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19.07.2004 - 80.000 feiern bei der Saisoneröffnung in der Arena - © www.schalke04.de

Ein Ailton zum Anfassen, der seine eigenen Trikots beflockt, Frank Rost, der sich von 20 Kids warm schießen lässt, Gerald Asamoah im Rasenmäher-Duell mit Levan Kobiashvili und die nahezu komplette Profiabteilung der Königsblauen, die im Akkord Autogramme schrieben. Das waren Attraktion in der Arena AufSchalke, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Beim Schalke-Tag im XXL-Format, der offiziellen Saisoneröffnung der Knappen, kamen gut 80.000 Menschen in die multifunktionale Spielstätte und egalisierten damit die Bestmarke aus dem Jahr 2002.

Bereits mit Öffnung der Stadiontore herrschte reger Betrieb auf dem Stadiongelände. Bei natürlich kostenlosem Eintritt machten viele den Sonntag zum Familientag auf Schalke. An zahlreichen Modulen kamen vor allem die Youngster auf ihre Kosten. Regelmäßig mischten sich die Profis unter die Fans und stellten ihre Fähigkeiten unter Beweis. Allerdings gelang es auch einem Routinier und Könner wie Niels Oude Kamphuis nicht, einen Treffer bei der drehenden Torwand von Erdgas zu erzielen.

Umso beeindruckender waren die Künste von Neuzugang Lincoln und Levan Kobiashvili auf der Jonglieranlage von Veltins. Keine Chance ließ Levan Kobiashvili seinem Mitspieler Gerald Asamoah, als sich beide Profis ein Wettrennen auf Rasenmähern von Wolf Garten lieferten. Zur Freude des Publikums riskierte „Asa“ trotzdem alles und wäre einige Male beinahe aus der Kurve geflogen.

Das Trikot, das Ailton eigenhändig beflockte, sicherte sich der Schalker Fan-Club Verband. Ein grünes Bremen-Trikot mit der Aufschrift Ailton war als Tauschobjekt gefordert. Als dies nicht gefunden werden konnte, handelte Rolf Rojek. Der SFCV-Vorsitzender ergatterte ein grünes Poloshirt des in der Arena mit Ordnungsdiensten betrauten Wachdienstes Bremen und schrieb mit einem Filzstift Ailton drauf. „Wir haben alle Bedingungen erfüllt“, schmunzelte Rojek nach dem geglückten Coup. Das begehrte Shirt wird nun vom lokalen Radiosender Radio Emscher Lippe für einen guten Zweck versteigert. Auch das Wetter hatte an diesem Programm großen Gefallen, denn alle Aktive wie Besucher mühten sich zwar bei schwülen Witterungsbedingungen, der große Regen blieb jedoch aus.

Parallel dazu schrieb der Schalker Profitross im 30-Minuten-Takt an zwei Standorten bis 14.45 Uhr pausenlos Autogramme und arbeitete die unendlichen Schlangen, die sich natürlich vor den Tischen gebildet hatten.

Sehr viel Beifall gab es da bereits im Innenraum für Frank Rost. Und zwar, weil der Nationaltorhüter im Innenraum beim Torschusstraining von 8 bis 12-jährigen Jungen und Mädchen den Youngstern auch ab und zu einen Treffer gönnte.

Ab 15.30 Uhr konzentrierte sich das Geschehen in den Innenraum der Arena. Einzeln wurde der Schalker Profikader, bei dem die Copa-America-Teilnehmer Bordon, Rodriguez und Varela, U19-EM-Fahrer Michael Delura und den zur U23 abgestellten Youngstern Fabian Lamotte, Christian Petereit, Volkan Ünlü und Simon Talarek fehlten, den gut gefüllten Rängen vorgestellt. Mit großem Beifall begleitet liefen die Spieler zur Nordkurve, vor der sie auf einer großen Bühne von den Stadionsprechern Frank Piontek und Bernd Scheffler befragt wurden.

Großen Beifall gab es für die Neuzugänge Ailton und Mladen Krstajic, aber auch Ebbe Sand wurde an seinem ersten Arbeitstag ebenso stürmisch begrüßt wie Jörg Böhme, Gerald Asamoah. Frank Rost und Hamit Altintop. Die meisten Lacher hatte Gerald Asamoah auf seiner Seite. Befragt nach seinem Vorschlag für einen Bundestrainer, meinte der Ghanaer schmunzelnd: „Mein Vater ist ein guter Trainer – und ich wäre dann Kapitän!“ Den meisten Beifall sicherte sich indes Kapitän Tomasz Waldoch: „Ich möchte einmal mit Schalke 04 Deutscher Meister werden“, bekräftigte der Innenverteidiger.

Ihr Showtraining beschlossen die Profis mit einem Trainingsspiel mit Kids. Der abschließende Siegtreffer gelang der achtjährigen Jenny aus Mönchengladbach, die unter großem Beifall der Fans an der Hand von Sven Vermant das 3:1 für ihr Team erzielte. Schade, dass es für gute Stimmung auf Saisoneröffnungsfeiern keine Punkte in der Bundesliga gibt...

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18.07.2004 - UI-Cup: Deutsches Trio mit guten Aussichten - © dpa - Meldung vom 18.07.2004 12:42 Uhr

Düsseldorf (dpa) - Das deutsche Bundesliga-Trio im UI-Cup strebt der Qualifikation für den UEFA-Pokal entgegen. Der Hamburger SV, Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 haben sich eine gute Ausgangsposition für den Sprung in die Halbfinal-Runde verschafft.

Die besten Voraussetzungen dafür haben die Gelsenkirchener nach ihrem 5:0-Erfolg über Vardar Skopje. Aber auch der BVB (1:0 in Genk) und der HSV (2:2 in Thun) stehen vor lösbaren Aufgaben im Rückspiel. Theoretisch können sich alle drei deutschen Clubs für die erste Hauptrunde im UEFA-Cup qualifizieren, da sie in den letzten beiden Runden nicht aufeinander treffen können.

Der neue Schalke-Star Ailton hat schon mit dem ersten Auftritt in der Arena die Herzen der Fans im Sturm erobert. Ebenso wie Neuzugang Mladen Krstajic erzielte der Bundesliga-Torschützenkönig einen Treffer zum klaren Sieg, den Hamit Altintop und Thomas Kläsener sowie ein Eigentor von Zlato Tanevski abrundeten. «Es macht viel Spaß mit diesen Fans und diesem Stadion. Ailton wird viele Tore für Schalke schießen», sagte der Brasilianer, der vom Double-Gewinner Werder Bremen kam, nach seiner guten Vorstellung. Rudi Assauer verfolgte das Spiel von der Tribüne aus. Der Schalke-Manager hat seinen Platz auf der Bank neben Trainer Jupp Heynckes geräumt. «Der Trainer wollte mich da nicht mehr sehen», scherzte Assauer.

Auch Revier-Rivale Borussia Dortmund steht vor dem Sprung in die nächste Runde des Wettbewerbs. Ein Treffer von David Odonkor und ein von Torhüter Guillaume Warmuz gehaltener Elfmeter retteten dem BVB den 1:0-Erfolg gegen den KRC Genk. Erst kurz vor Spielbeginn hatte Dortmunds neuer Trainer Bert van Marwijk den französischen Schlussmann zur Nummer eins im Tor gemacht. «Das ist das beste Ergebnis, das wir auswärts erreichen konnten», sagte der BVB-Coach nach dem Erfolg. Möglicher Gegner in der nächsten Runde ist wohl der portugiesische Vertreter Uniao Leiria nach dem 4:1-Auswärtssieg in Jaroslawl.

Ausgerechnet der schon fast ausgemusterte Mittelstürmer Bernardo Romeo hat dem Hamburger SV beim FC Thun ein 2:2 gerettet. Nach einem 0:2 Rückstand gegen die Schweizer, die sich in der Runde zuvor gegen Wolfsburg durchgesetzt hatten, erzielte der Argentinier beide Treffer für die Norddeutschen. Trainer Klaus Toppmöller blickt dem Rückspiel in einer Woche optimistisch entgegen. «Wir werden mit Sicherheit die nächste Runde erreichen», meinte der HSV-Coach. Dort wartet im Sieger aus der Partie FC Villareal gegen Spartak Moskau allerdings ein Gegner von einem anderen Kaliber.

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17.07.2004 - Schalke ohne Mühe: 5:0-Sieg gegen Skopje - © dpa - Meldung vom 17.07.2004 19:33 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Der FC Schalke 04 steht so gut wie sicher im Halbfinale des UI-Cups. Der Fußball-Bundesligist setzte sich im Viertelfinal-Hinspiel mühelos mit 5:0 (2:0) gegen den mazedonischen Vertreter FK Vardar Skopje durch.

Vor 56 054 Zuschauern in der Arena AufSchalke erzielten die beiden Bremer Neuzugänge Mladen Krstajic (19. Minute) und Ailton (50.) sowie Hamid Altintop (40.) und Thomas Kläsener (81.) die Treffer für den hoch überlegenen Revier- Club; den Endstand markierte Zlatko Tanevski per Eigentor (90.+2). Das Rückspiel findet in einer Woche beim sechsmaligen mazedonischen Meister Skopje statt.

Schalkes Trainer Jupp Heynckes konnte von den namhaften Neuzugängen nur die beiden ehemaligen Profis von Meister Bremen, Krstajic und Ailton, einsetzen. Der einstige Stuttgarter Marcelo Bordon ist für Brasilien noch bei der Südamerika-Meisterschaft aktiv, sein vom 1. FC Kaiserslautern gekommener Landsmann Lincoln fehlte wegen einer Grippe. Außer den beiden standen auch Dario Rodriguez, Gustavo Varela, Michael Delura sowie die beiden EM-Teilnehmer Christian Poulsen und Ebbe Sand nicht zur Verfügung.

Doch auch ohne diese Spieler präsentierte sich Schalke von Beginn an spielfreudig und engagiert. Von den Strapazen der harten Vorbereitung war nichts zu spüren. Das druckvolle Spiel wurde fast schon in der 4. Minute belohnt, als Bundesliga-Torschützenkönig Ailton den ersten Schuss auf das von Velimir Zdravkovic gehütete Tor abgab. Mit seinem ersten Treffer für Schalke führte sich in der 19. Minute Krstajic hervorragend ein. Er brachte die Knappen mit 1:0 in Führung, nachdem ein Kopfball von Kapitän Tomasz Waldoch vom Pfosten zurückgeprallt war. Auch in der Folgezeit blieben die Schalker dominant, und das 2:0 durch Altintop war der verdiente Lohn. Kurz vor der Pause hätte Ailton sogar noch auf 3:0 erhöhen können, doch sein Schuss strich knapp am Tor vorbei.

Fünf Minuten nach Wiederbeginn machte es der Brasilianer besser und erzielte aus fast identischer Position das vorentscheidende 3:0. Danach erspielten sich der in allen Belangen überlegene Bundesligist gute Torchancen und zeigte ansehnliche Kombinationen. Doch sowohl Lewan Kobiaschwili (52.) als auch Ailton (52./53./78.) ließen weitere Gelegenheiten ungenutzt. Der eingewechselte Kläsener per Kopf und Zlatko Tanevski mit einem Eigentor (90.+2) stellten den Endstand her.

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17.07.2004 - Auslosung DFB-Pokal 1. Runde - © dpa - Meldung vom 17.07.2004 19:08 Uhr

Hertha BSC (A)-FC Schalke 04

SC Paderborn-Hamburger SV

VfL Osnabrück-FC Erzgebirge Aue

TSV Völpke-Bayern München

FC St. Pauli-Energie Cottbus

FC Schönberg-1. FC Kaiserslautern

Kickers Offenbach-LR Ahlen

TSG Hoffenheim-Hansa Rostock

Dynamo Dresden-Karlsruher SC

Eintr. Braunschweig-Wacker Burghausen

Jahn Regensburg-Werder Bremen

1. FC Köln (A)-VfL Wolfsburg

Jahn Regensburg II-SpVgg Unterhaching

Hannover 96 (A)-Rot-Weiß Oberhausen

Germania Schöneiche-TSV 1860 München

Werder Bremen (A)-MSV Duisburg

1. FC Union Berlin-SC Freiburg

TuS Mayen-VfB Stuttgart

VfB Lübeck-Borussia Dortmund

1. FC Saarbrücken-1. FC Köln

VFC Plauen-Arminia Bielefeld

Bayern München (A)-Bor. Mönchengladbach

TSV Aindling-Hertha BSC

VfR Neumünster-Hannover 96

FSV Mainz 05 (A)-Bayer Leverkusen

SG Wattenscheid 09-Eintracht Trier

Fortuna Düsseldorf-VfL Bochum

FC Teningen-1. FC Nürnberg

Rot-Weiß Essen-Alemannia Aachen

Rot-Weiß Erfurt-Eintracht Frankfurt

VfR Aalen-FSV Mainz 05

Carl Zeiss Jena-SpVgg Gr. Fürth

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17.07.2004 - Strafe für Trikotausziehen verschärft - © dpa - Meldung vom 17.07.2004 14:25 Uhr

Altensteig (dpa) - Das Trikotausziehen beim Torjubel wird in der Fußball-Bundesliga ab sofort noch härter bestraft werden als bisher. Eine Gelbe Karte erhält der Spieler künftig bereits dann, wenn er das Hemd über den Kopf zieht.

Das erklärte Eugen Strigel, Schiedsrichter-Lehrwart des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), beim Vorbereitungslehrgang der Bundesliga- und Zweitligareferees im Schwarzwald-Ort Altensteig-Wart. Der DFB setze eine Regel des Weltfußballverbandes FIFA um. Bisher hatte erst das vollständige Ausziehen des Trikots eine Verwarnung nach sich gezogen.

«Die neue Trikot-Regel besteht wegen der kulturellen Verschiedenheiten in den Ländern der FIFA-Mitglieder», begründete der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, Volker Roth, den Beschluss. «In islamischen Staaten gibt es in dieser Hinsicht Probleme.» Zudem sei es in Südamerika wegen des Entkleidens zu Sicherheitsproblemen gekommen. «Nachdem Spieler ihre Trikots in Fan-Blöcke geworfen hatten, kam es zu Tumulten und in deren Folge zu Todesfällen.» Roth wurde laut DFB für weitere vier Jahre als Chef der FIFA-Schiedsrichter-Kommission bestätigt.

Im Trainingslager im Schwarzwald bereiten sich 44 Bundesliga- und Zweitliga-Schiedsrichter auf die kommende Saison vor. Dazu gehört auch eine Prüfung ihres Leistungsstands.

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16.07.2004 - Pflichtspiel-Debüt für Ailton auf Schalke - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Wiederholt sich die Geschichte? Im letzten Jahr schaffte der FC Schalke 04 über den Umweg UI-Cup die Qualifikation für den UEFA-Cup. Das wollen die "Königsblauen" auch diesmal realisieren, zumal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten jede zusätzliche Einnahme höchst willkommen ist. Der erste Gegner auf diesem Weg ist Vardar Skopje (Anstoß 17.15 Uhr/Premiere).

Dessen Leistungsstärke ist zwar schwer einzuschätzen, doch das warnende Beispiel VfL Wolfsburg zeigt eindeutig, dass auch im UI-Cup kein Gegner unterschätzt werden darf. Deshalb werden die Gastgeber am Samstag auch mit allen verfügbaren Stars auflaufen. Ailton, Krstajic und wohl auch Lincoln werden ihr Pflichtspiel-Debüt für den FC Schalke 04 geben. Mit Lincoln geht Heynckes ganz besonders behutsam um, denn: "Er war lange verletzt, so dass ihm noch die Spielpraxis fehlt. Aber im Training ist Lincoln sehr fleißig, so dass ich ihn manchmal schon bremsen muss. Bisher hat er seine Sache aber sehr gut gemacht", lobt der Trainer.

Noch mehr im Blickpunkt steht natürlich Ailton, von dem die Schalker Fans viele Tore erwarten. Der Torschützenkönig der letzten Saison (28 Treffer) hat sich nach eigenen Worten mittlerweile schon gut eingelebt. In den ersten Testspielen klappte das Zusammenspiel mit seinen neuen Mitspielern jedoch nicht immer nach Wunsch. Das ist aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit jedoch auch kaum anders zu erwarten gewesen. Dabei spielt natürlich auch eine Rolle, dass bei den Gastgebern noch sechs Spieler fehlen. "Deshalb weiß ich nicht genau, wo wir leistungsmäßig stehen. Ich musste in den Testspielen viel improvisieren. Das relativiert die Ergebnisse in der Vorbereitung", betont Jupp Heynckes, der vor allem sauer darüber ist, dass Neuzugang Bordon in der Copa America noch nicht einmal Spielpraxis erhält.

Neun Plätze in der Anfangsformation gegen die Mazedonier sind bereits vergeben, ließ Heynckes durchblicken. Dabei handelt es sich um die Spieler, die beim letzten Test in Kassel nicht mit dabei waren, nämlich Rost, Kobiashvili, Altintop, Krstajic, Vermant, Oude Kamphuis, Waldoch, Asamoah und Ailton.

Frank Leszinski

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16.07.2004 - Ein großes Talent mit großen Zielen - Der Hammer Mike Hanke will sich einen Stammplatz im Schalker Sturm erobern - und danach in die A-Nationalmannschaft - © Westfälischer Anzeiger

HAMM - Der Trainer war nach der Sommerpause voll des Lobes über Mike Hanke: "Er kam in hervorragender Verfassung aus dem Urlaub, hat überdurchschnittliche Werte und anscheinend hart an sich gearbeitet", sagte Jupp Heynckes nach dem Trainigsauftakt des FC Schalke 04.

Tatsächlich hatte der Hammer seinen Urlaub nicht nur zur Erholung genutzt, sondern auch dazu, sich für die kommende Bundesliga-Saison in Form zu bringen. Während seiner Ferien auf Gran Canaria hielt er strikt den Trainingsplan ein. "Und ich machte noch etwas mehr als gefordert", sagt Hanke.

Der Trainingsfleiß des Hammers hat seine guten Gründe. Hanke will in der kommenden Saison endgültig den Durchbruch beim FC Schalke 04 schaffen. Seine Ziele sind hoch gesteckt: "Ich will Stammspieler in Schalke werden. Und ich will in die A-Nationalmannschaft." Neben einem großen Ehrgeiz mangelt es Hanke auch nicht an Selbstvertrauen: "Weil ich weiß, was ich kann."

Vor eineinhalb Jahren hatte der heute 20-Jährige einen Profivertrag in Schalke unterschrieben. Seitdem kam er auf 34 Bundesliga-Einsätze für die Blauweißen. Sein großes Manko bis zur letzten Saison war, dass er in der Bundesliga nicht ins Schwarze traf. Während er im Europapokal (7 Spiele/5 Tore) und in der U 21-Nationalmannschaft (13 Spiele/5 Tore) auf hervorragende Quoten kam, litt Hanke in der Liga unter Ladehemmung. Am 9. November 2003 erzielte er dann sein erstes Bundesliga-Tor, als er in Leverkusen bei der 1:3-Niederlage der Schalker zum zwischenzeitlichen 1:1 traf. Und gegen Bayer gelang ihm im Rückspiel am 17. April dann auch sein zweiter Treffer, mit dem er ganz nebenbei Bundesliga-Geschichte schrieb: Als er aus dem Anstoßkreis den Ball über Leverkusens Torwart Jörg Butt zum 2:3-Anschlusstreffer ins Tor schoss.

Durch die Verpflichtung des Bundesliga-Torschützenkönigs Ailton sind die Chancen von Mike Hanke auf einen Stammplatz nicht gerade gestiegen. Der Brasilianer ist gesetzt als eine von zwei Spitzen, mit denen Heynckes künftig agieren will. Und die Konkurrenz um den zweiten Platz ist groß: Ebbe Sand, Gerald Asamoah und Michael Delura machen sich neben Hanke ebenfalls Hoffnungen auf einen Stammplatz im Angriff. Doch der Hammer weiß: "Der Trainer steht hinter mir, wenn ich meine Leistung bringe." Selbst dann, wenn er in den ersten Meisterschaftsspielen nicht zum Einsatz kommen würde, könnte ihn das von seinen hohen Zielen in der kommenden Saison nicht abbringen.

Am Samstag steht für die Schalker das erste Pflichtspiel der neuen Saison an. Dann kommt der mazedonische Klub Vardar Skopje zum UI-Cup-Hinspiel in die Arena auf Schalke. "Wir müssen uns einen komfortablen Vorsprung erarbeiten", fordert Hanke "zwei oder drei Tore". Denn im Rückspiel eine Woche später würde es "wohl schwer werden, mit einem 1:0 aus dem ersten Aufeinandertreffen über die Runden zu kommen".

Vielleicht erhält Hanke gegen Skopje ja seine erste Chance in der neuen Saison, seinen Zielen ein Stück näher zu kommen. Die Sehnenentzündung, die ihn während der bisherigen Vorbereitung plagte, hat der Hammer jedenfalls so gut wie auskuriert. Im Testspiel bei Hessen Kassel am Mittwoch ließ Heynckes Hanke 90 Minuten lang spielen. - gre

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15.07.2004 - Heynckes: Fehlendes Niveau vor UI-Cup-Auftakt - © dpa - Meldung vom 15.07.2004 14:49 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Vor dem Drittrunden-Hinspiel im UI-Cup gegen Vardar Skopje aus Mazedonien hat Jupp Heynckes den Leistungsstand seiner Profis von Schalke 04 bemängelt.

«Das ist von der Vorbereitung her nicht zufrieden stellend. Wir hatten bisher nicht das Niveau, das wir uns wünschen», sagte der Trainer in Gelsenkirchen. Für die Partie in der Arena AufSchalke sind von den 58 498 Eintrittskarten nur noch 3800 im freien Verkauf.

Heynckes setzt gegen den mazedonischen Meister von 2003 nicht auf spielerischen Glanz. «In solchen Partien muss man einiges über Konzentration und Motivation wett machen.» Die Dänen Ebbe Sand und Christian Poulsen treffen nach ihrem verlängerten EM-Urlaub erst am Spieltag in Gelsenkirchen ein und stehen nicht zur Verfügung. Auch auf die Südamerikaner Marcelo Bordon, Dario Rodriguez und Gustavo Varela, die alle für die «Copa America» in Peru abgestellt sind, sowie U 19-Nationalspieler Michael Delura muss Heynckes verzichten.

Schalke-Manager Rudi Assauer unterstrich die finanzielle Bedeutung des Wettbewerbs: «Wir haben kein Geld zu verschenken. Es wäre nicht verkehrt, wenn wir über den UI-Cup wieder in den UEFA-Pokal kommen würden», sagte er. In der vergangenen Saison waren die Schalker in der 2. UEFA-Pokalrunde an Bröndby Kopenhagen gescheitert.

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15.07.2004 - Knappes 1:0 bei Hessen Kassel - © www.schalke04.de

Große Kulisse, geringe Torausbeute: Beim Oberligisten Hessen Kassel kam Schalke 04 heute in einem weiteren Testspiel zu einem knappen 1:0 (0:0)-Erfolg. Vor 8000 Zuschauer erzielte Kai Hesse in der 86. Minute das Tor des Tages.

Vor 8000 Zuschauern im Auestadion erspielten sich die Knappen von Beginn an Chancen, doch in der ersten halben Stunde ließ das Zusammenspiel noch zu wünschen übrig. Nach Christian Panders Zuspiel zielte Kai Hesse aus elf Metern vorbei (8.), dann verhinderte ein Abwehrbein nach einer guten Flanke von Mike Hanke eine weitere Möglichkeit für den 19-Jährigen (15.). Auf der anderen Seite konnte sich Torhüter Christofer Heimeroth bei einem Kopfball aus kurzer Distanz mit einem guten Reflex auszeichnen (18.). Dann versuchte es Tim Hoogland aus 25 Metern, Kassels Torhüter Zoran Zeljko lenkte den Ball mit Mühe zur Ecke (20.).

Ein gefühlvoller Heber von Jörg Böhme, der sich von der Strafraumgrenze auf das Tornetz senkte (29.), leitete die beste Phase der Mannschaft von Jupp Heynckes ein. So boten sich Mike Hanke zwei erstklassige Einschussmöglichkeiten: Doch als er nach einem Konter über den 17-jährigen Alexander Baumjohann frei vor Zeljko stand, wollte es der U21-Nationalspieler zu gut machen und passte quer auf Böhme, der den Ball jedoch vertändelte (32.). Drei Minuten später stand Hanke erneut vor Zeljko, doch wieder blieb der Keeper der Hausherren Sieger. Und schließlich verpasste der Schalker Angreifer eine Hereingabe von Thomas Kläsener nur knapp, so dass es zur Halbzeit beim 0:0 blieb.

Nach dem Wechsel begannen die Knappen ähnlich druckvoll: Hanke traf unmittelbar nach dem Wiederanpfiff nach Pass von Lincoln die Querlatte, dann zielte Hesse auf Zuspiel des Brasilianers aus 16 Metern genau auf Torhüter Zeljko (51.) und köpfte drei Minuten später eine Flanke von Pander über das Tor (54.).

Doch der Oberligist versteckte sich zu keiner Zeit und erarbeitete sich ab der 70. Minute eigene Torchancen. So stürmte Nima Lapifiahvas in den Schalker16-Meter-Raum zielte knapp am langen Pfosten vorbei (70.). Auf der anderen Seite verfehlte Hanke aus 15 Metern (72.). Dann konnte sich Schalkes Torhüter Heimeroth gleich zweimal auszeichnen. Zunächst wehrte er einen Schuss von Tobias Nebe ab (75.), dann zeigte sich bei einem abgefälschten Schuss von Slavomir Chalaskiewicz auf dem Posten (81.). In der 84. Minute hatte Heimeroth das Glück des Tüchtigen, als Nebe frei vor dem Keeper auftauchte, jedoch zu stark in Rückenlage geriet und den Ball aus 14 Meter übers Tor schoss (84.). Und dann doch noch das Schalker Siegtor: Eine Flanke von Lamotte köpfte Hesse aus fünf Metern zum 0:1 ins linke Eck (86.).

Heimeroth – Lamotte, Petereit (77. Talarek), Kläsener, Pander – Baumjohann (78. Beckmann), Hoogland, Lincoln, Böhme – Hesse, Hanke

Tor: 0:1 Hesse (86.)

Zuschauer: 8000

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14.07.2004 - Sven Kmetsch: Die Leidensgeschichte eines Fußballers - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Die Journalisten staunten nicht schlecht, als bei der Vorstellung des neuen Schalker Kaders plötzlich ein Spieler auf Krücken in die Arena humpelte, um sich für das Mannschaftsbild fertig zu machen. Sven Kmetsch kämpft um sein Comeback - mit faszinierender Hartnäckigkeit.

Wo andere Fußballer wohl schon längst das Handtuch geworfen hätten, gibt der 33-Jährige nicht auf. Keine Sekunde hat der gebürtige Bautzener in der letzten Bundesligasaison gespielt, weil sich seine Kniebeschwerden einfach nicht bessern wollten.

"Doch so will ich nicht abtreten. Mein ganzes Leben war und ist auf den Fußball ausgerichtet. Ich will einfach alle Möglichkeiten ausschöpfen, um wieder fit zu werden und mir hinterher nicht vorwerfen müssen, nicht alles getan zu haben", betont der Routinier, der seit 1998 beim FC Schalke 04 unter Vertrag steht. Deshalb fasste er den Entschluss, auf Anraten von Dr. Rolf Walter sich noch einmal bei dem Kniespezialisten Dr. Wolfgang Nebelung in Düsseldorf operieren zu lassen. Der arbeitet mit einer neuen Methode ("Umstellungs-Osteomie"), um die Beinachse von Kmetsch zu begradigen. Der Schalker musste in den letzten Wochen quasi wieder neu laufen lernen.

Mittlerweile kann der 261-fache Bundesligaspieler wieder ohne Krücken gehen und hat die Rehabilitation aufgenommen. Im Rehazentrum Comeback am Nordring macht Kmetsch unter Anleitung von Doris Rekas gute Fortschritte. "Sven ist nach der Operation voll im Soll", drückt Rekas ihrem Patienten die Daumen, dass der bald wieder Fußball spielen kann."

Dazu gehört ohne Zweifel ein hohes Maß an Selbstdisziplin, denn der Schalker musste wieder ganz von vorn anfangen, nachdem er in der Saison 2002/2003 noch ein wichtiger Eckpfeiler in der Mannschaft der "Königsblauen" war und auf 22 Bundesligaeinsätze kam.

Kmetsch weiß selbst nur zu genau, dass er weiterhin Geduld haben muss. "Ich setze mich nicht unter Druck, sondern befolge die Ratschläge der Ärzte. Mein Ziel ist es, in der Winterpause wieder mit der Mannschaft trainieren zu können."

Dabei ist der zweifache Nationalspieler dankbar dafür, dass die"Königsblauen" seinen in diesem Jahr ausgelaufenen Vertrag bis 2005 verlängert haben. Kmetsch: "So etwas ist im Profifußball nicht selbstverständlich."

Vom Club gibt es das Angebot, auf anderer Position weiter für Schalke zu arbeiten. Damit hat sich Kmetsch (noch) nicht beschäftigt. Eins weiß er allerdings schon: "Ich bin sicherlich kein Büromensch."

Zu seinen Mitspielern hält er so oft es geht Kontakt. "Doch Einzelschicksale zählen nicht, es geht immer um den Erfolg der Mannschaft", kennt der Routinier die Gegebenheiten im Profigeschäft ganz genau.

In der neuen Saison hofft Sven Kmetsch natürlich, dass die "Königsblauen" in der Bundesliga vorne mitspielen werden. "Schlechter als im letzten Jahr kann es doch nicht werden. Der Kader hat durch die Transfers an Qualität gewonnen, und Jupp Heynckes ist ein erfahrener Trainer. Ich denke, ein Platz unter den ersten fünf Mannschaften ist realistisch."

Liebend gern würde der Ex-Hamburger in der Rückrunde für dieses Ziel mithelfen. Ob es klappt, weiß zu diesem Zeitpunkt niemand. Doch eines ist jetzt schon sicher: Sven Kmetsch versucht alles, um auf die Fußball-Bühne zurückzukehren.

Frank Leszinski

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11.07.2004 - Lösbare UI-Cup-Aufgaben für *** und Schalke - © dpa - Meldung vom 11.07.2004 10:50 Uhr

Düsseldorf (dpa) - Die Fußball-Bundesligisten *** und Schalke 04 stehen im UI-Cup vor lösbaren Aufgaben.

(...) Schalke bekommt es mit dem mazedonischen Vertreter Vardar Skopje zu tun.

(...) Die «Königsblauen» empfangen ebenfalls am 17. Juli Skopje in der Arena AufSchalke und treten am 24. Juli zum Rückspiel an.

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09.07.2004 - Schalke und Lautern verlieren beim Uhren-Cup - © dpa - Meldung vom 09.07.2004 22:39 Uhr

Grenchen (dpa) - Der FC Schalke 04 ist eine Woche vor dem UI-Cup-Auftakt noch auf der Suche nach seiner Form. Der Revierclub unterlag beim Uhren-Cup in Grenchen dem Schweizer Meister FC Basel klar mit 0:3 (0:1).

Damit verpassten die Knappen nach dem 2:2 gegen die Young Boys Bern den möglichen Turniersieg. Vor 8122 Zuschauern offenbarten die Schalker noch viele Abstimmungsprobleme. Zudem sah der Ex-Bremer Mladen Krstajic in seinem ersten Spiel für Schalke in der 83. Minute die Gelb-Rote-Karte. Die Tore für Basel erzielten Gimenez (33.), Smiljanic (49.) und Delgado (55.).

Zuvor hatte der 1. FC Kaiserslautern den möglichen Gewinn beim Uhren-Cup in letzter Minute verspielt. Durch zwei Gegentore in den letzten 120 Sekunden unterlagen die Pfälzer dem späteren Turniersieger Bern mit 2:3 (0:0). Nach dem 3:0-Sieg gegen Basel hätte Kaiserslautern schon ein Remis zum ersten Platz genügt. Vor 5000 Zuschauern hatte Ioannis Amanatidis die «Roten Teufel» (62./64.) in Führung gebracht. Doch in der Schlussphase drehten Neri (75.), Carreno (89.) und Rochat (90.) den Spieß noch um.

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09.07.2004 - Ailton hofft auf Berufung in die Nationalmannschaft - © dpa - Meldung vom 09.07.2004 14:11 Uhr

Hemmenhofen (dpa) - Fußball-Profi Ailton vom FC Schalke 04 hofft weiter auf die Berufung in die brasilianische Nationalmannschaft, schließt einen Einsatz für Deutschland aber nicht aus.

«Man weiß ja nicht, wer Bundestrainer wird. Wenn Felix Magath kommt, dann auf keinen Fall», sagte der 30 Jahre alte Torschützenkönig der abgelaufenen Bundesliga-Saison schmunzelnd im Schalker Trainingslager in Hemmenhofen am Bodensee.

Ob Ailton ernsthaft einen Einsatz für die DFB-Auswahl erwägt, ließ er offen. Wie einst der Brasilianer Paulo Rink, der Südafrikaner Sean Dundee oder der in der Schweiz geborene Oliver Neuville bräuchte er einen deutschen Pass, um für den Vize-Weltmeister auf Torejagd gehen zu können. «Ich kann mich nur durch gute Leitungen und Tore empfehlen», meinte Ailton, der für Brasilien noch kein Länderspiel bestritten hat und seit sechs Jahren in Deutschland lebt. In diesem Frühjahr waren Ailtons Pläne, für den Wüstenstaat Katar zu spielen, am Veto des Fußball-Weltverbands (FIFA) gescheitert.

Im Oktober 1998 war Ailton nach Bremen gekommen, wo ihn der damalige Trainer Felix Magath allerdings kaum berücksichtigte. Erst unter Thomas Schaaf blühte der Brasilianer auf und entwickelte sich zum Erfolgsgaranten der Werder-Elf.

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09.07.2004 - Schalkes neuer Angriff auf die Spitze - © dpa - Meldung vom 09.07.2004 14:04 Uhr

Hemmenhofen (dpa) - Der FC Schalke 04 plant mit dem «runderneuerten» Kader den abermaligen Angriff auf die Bundesliga- Spitze, doch nach sportlichen wie finanziellen Rückschlägen halten sich die Verantwortlichen mit optimistischen Prognosen zurück.

«Mit dieser Mannschaft müssten wir unter die ersten Fünf kommen, wenn nichts Gravierendes passiert», sagte Manager Rudi Assauer eher vorsichtig als forsch im Trainingslager der «Knappen» in Hemmenhofen am Bodensee. Exakt vier Wochen sind es noch bis zum Saisonstart mit dem brisanten Auftaktmatch des Revierclubs beim Titelverteidiger Werder Bremen am 6. August.

Im idyllisch gelegenen Seehotel «Höri» und dem nahen Trainigsgelände bereitet Jupp Heynckes sein Team auf die anstehenden Aufgaben vor. Mit dem Verlauf der Vorbereitungen nach fünf Übungstagen ist der Trainer sehr zufrieden. «Die Laktatwerte sind um 25 Prozent besser als vor einem Jahr. Und die Mannschaft zieht gut mit», berichtete Heynckes.

Der 59-Jährige konnte sich anders als beim Dienstbeginn 2003 den Kader diesmal nach eigenem «Gusto» zusammenstellen, bekam trotz finanziell angespannter Lage fast alle Wünsche erfüllt. Im Gegensatz zu den Vorjahren setzt man auf Qualität statt Quantität: Ailton, der beste Torjäger der Liga, kam gemeinsam mit Mladen Krstajic, einem der begehrtesten Verteidiger, von Meister Bremen. Brasiliens Abwehr-Ass Marcel Bordon wurde für rund vier Millionen Euro wie gewünscht vorzeitig aus Stuttgart losgeeist.

Dazu holte Assauer Mittelfeldspieler Lincoln ablösefrei aus Kaiserslautern, der den jungen und zuweilen als alleiniger Kreativspieler überforderten Hamit Altintop entlasten und Ailton optimal einsetzen soll.

Die vier Neuzugänge wecken große Hoffnungen, aber ebenso große Erwartungen. Die Finanzierung der Hochkaräter war nur deshalb möglich, weil gleich zehn zum Teil gut bezahlte Akteure aussortiert wurde. Stattdessen wurde der Profikader mit einigen vielversprechenden und «günstigen» Talenten wie Alexander Baumjohann, Christian Pander oder Kai Hesse aufgefüllt. Heynckes ist überzeugt, dass die Jungen den Arrivierten Druck machen. «Sie bringen viel Bewegung.» Der Trainer, der eine System-Umstellung von 4-4-2 auf 3-5- 2 plant, ist sicher, die richtige Mischung zu finden: «Wir wollen anspruchsvollen Fußball spielen.»

Dass der Revierclub beim «Tanz auf der Rasierklinge» in diesem Jahr praktisch zum Erfolg verdammt ist, räumen die Verantwortlichen sogar selbst ein. «Ihr könnt am ehesten dazu beitragen, dass wir wieder schwarze Zahlen schreiben», sagte Finanzchef und Vizepräsident Josef Schnusenberg ohne Umschweife auf der Jahreshauptversammlung, als er einen Umsatz-Rückgang von 118 auf 93 Millionen Euro und ein Minus von 19 Millionen Euro im angelaufenen Geschäftsjahr präsentieren musste. Die Elf muss wieder auf internationalem Parkett mitspielen. So bekommt bereits das UI-Cup-Hinspiel am 17. Juli gegen Skopje oder Gent große Bedeutung, weil der UEFA-Pokal zusätzliche Einnahmen bescheren soll.

Die Spieler sind zuversichtlich. Vor allem Ailton und Krstajic bringen aus Bremen die zuletzt schmerzlich vermisste Siegermentalität mit. «Die Meisterschaft mit Schalke wäre das Größte», sagte Ailton, der in seinem ersten Testspiel für Schalke beim 13:1 in Radolfzell gleich vier Mal traf und sich noch lange nicht in Bestform wähnt. Und auch Krstajic macht die Erwartungshaltung nicht zu schaffen: «Ich liebe es, den positiven Druck zu haben. Wir kommen als Siegertypen.»

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00.07.2004 - Schalke unterwegs: 590.000 Menschen feierten bislang bei mobiler Geburtstagsparty - © www.schalke04.de

Die königsblaue Jubiläumstour "Schalke unterwegs" - die vom Hauptsponsor Victoria präsentiert wird - übertrifft alle Erwartungen. Bei bislang 51 Veranstaltungen konnten die Knappen rund 590.000 Besucher begrüßen. Bemerkenswert ist hierbei, dass die Knappen nicht nur bei den "Heimspielen" im Westen richtig gut ankommen, sondern auch in anderen Teilen der Republik die Besucher begeistern.

Schon der Auftakt der Tour hätte besser nicht sein können. 60.000 Menschen kamen am 4. April in die Gelsenkirchener Innenstadt, um mit den Schalkern zu feiern. Aber auch im Verlauf der darauffolgenden Wochen zeigte sich, dass "Schalke unterwegs" eine Erfolgsgeschichte ist. Egal, ob beim Altstadtfest in Erfurt, beim Stadtfest in Kempten oder bei den Besuchen in Hannover oder Brandenburg - "Schalke unterwegs" erreichte vor Ort etliche tausend Menschen.

Besonders begehrt sind natürlich bei den Fans und Besuchern die Spieler der Profiabteilung. So schrieben etwa Tomasz Waldoch in Lünen, Gerald Asamoah in Hannover, Hamit Altintop in Duisburg, Jörg Böhme in Bielfeld oder Thomas Kläsener in Stendal unzählige Autogramme, beantworteten die Fragen der Fans und standen für Erinnerungsfotos natürlich gerne bereit. In vielen Städten begrüßten die Knappen zudem hochrangige Vertreter der Stadt. Richtig prominent wurde es zum Beispiel in Magdeburg als neben Sven Kmetsch auch noch Ex-FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann und der Vize-Präsident des DFB Dr. Hans-Georg Moldenhauer gemeinsam mit Spielern des 1. FC Magdeburg auf der Bühne von "Schalke unterwegs" standen.

Neben den Profis der Knappen waren aber auch weitere prominente Gäste der Königsblauen unterwegs. Besonders gefragt war Rudi Assauer bei seinem Besuch der Jubiläumstour in Lübeck. Auf dem Schrangen versammelten sich insgesamt über 5000 Menschen, um vom Manager die neuesten Neuigkeiten über den Club zu erfahren.

Ebenfalls begeistert empfangen wurden die Knappen im niederbayrischen Deggendorf. Dort feierten über 3500 Besucher mit "Schalke unterwegs" ein königsblaues Volksfest. Der Obere Stadtplatz war blau-weiß geflaggt und Olaf Thon begeisterte die Besucher als prominenter Gast. Neben Olaf Thon war aber auch städtische Prominenz auf der Bühne. Die Oberbürgermeisterin Anna Eder zeigte sich begeistert vom Auftritt der Knappen in Niederbayern. "Ich freue mich wirklich sehr, dass der FC Schalke hier Station macht. Das ist eine einmalige Sache." Die "erste Bürgerin" der Stadt hatte auch gleich ein Präsent für Olaf Thon mitgebracht. Einen Krug mit Deggendorfer Knödeln überreichte sie dem Weltmeister von 1990.

Ein anderes königsblaues Idol stellte bei seinen Besuchen im Osten Deutschlands unter Beweis, dass er von seiner Popularität überhaupt nichts eingebüßt hat. Klaus Fischer begeistert nicht nur die Schalke Fans im Osten, In Halle/Saale und Erfurt war Klaus Fischer der uneingeschränkte Star bei "Schalke unterwegs". Viele Fan-Clubs waren extra wegen des ehemaligen Torjägers der Knappen nach Halle unmd Erfurt gekommen. Auf der Bühne stellte sich Fischer natürlich den Fragen der Anhänger, zum Beispiel nach der Perspektive der Schalker Mannschaft in der neue Saison. "Mit solchen Verstärkungen müssen wir um die Meisterschaft spielen. Da kannst Du nicht mit dem fünften Platz zufrieden sein." Nach seinen beiden ersten Auftritten bei "Schalke unterwegs" zog der Bundesliga-Rekordtorschütze der Knappen ein positives Fazit. "Die Resonanz war super und es hat richtig Spaß gemacht."

Neben den prominenten Gäste sind die beiden inoffiziellen Deutschen Meisterschaften, die die Knappen während der Jubiläumstour durchführen, absolute Publikumsmagnete. An der VICTORIA SpeedControl suchen die Knappen den härtesten Schuss der Republik und an der KARSTADTsport-Torwand ermitteln sie den besten Torwandschützen Deutschlands. Die 20 besten Schützen eines jeden Wettbewerbs werden zu einem großen Finale eingeladen, das im Rahmen eines Heimspiels in der Arena AufSchalke stattfinden wird. Dort werden in einem großen "Shoot-Out" die Sieger ermitteln, denen eine Reise für zwei Personen ins Trainingslager der Schalker Profis winkt.

Die Tour zieht weiter und wird am 5. September zum großen Abschluss in Gelsenkirchen-Buer zum letzten Mal Station machen. Die weiteren Termine von "Schalke unterwegs" im Juli: Samstag, 10. Juli, Schwerin, Sieben-Seen-Center; Mittwoch, 14. Juli, Marl, Creiler Platz, Donnerstag, 15. Juli, Recklinghausen, Altstadtmarkt, Freitag, 16. Juli, Iserlohn, Schillerplatz, Samstag, 17. Juli, Meschede, Von-Stephan-Platz, Donnerstag, 22. Juli, Saarbrücken, Reichsstraße am Brunnen, Freitag, 23. Juli, Kaiserslautern, Auf dem Karstadt-Vorplatz, Samstag, 24. Juli, Viernheim, Stadtplatz am Rhein-Neckar-Zentrum, Mittwoch, 28. Juli, Cottbus, Platz vor dem Heron-Buchhaus, Donnerstag, 29. Juli, Gera, Am Elster Forum, Freitag, 30. Juli, Bitterfeld, Grüne Lunge, Samstag, 31. Juli, Gotha, Reinhardsbrunner Straße.

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08.07.2004 - Schalker Vorbereitung läuft nicht optimal - © Quelle: WAZ/sml-Can

Im Schalker Trainingslager in Gaienhofen am Bodensee fließt der Schweiß in Strömen, weil Trainer Jupp Heynckes mit seinen Spielern dort die Grundlagen für Anfang August beginnende, neue Bundesligasaison erarbeitet.

Gefordert sind die Königsblauen aber schon vorher, so schon in zehn Tagen im ersten Spiel im UI-Cup. Diese Situation kennen die Schalker ja schon aus der Vorsaison, nur kann Jupp Heynckes nicht so arbeiten wie im vergangenen Jahr.

Sein Ziel, in der Vorbereitung quasi mit zwei Mannschaften zu arbeiten - die eine spielt jeweils und die andere trainiert mehr - ist in diesem Jahr nicht zu realisieren, weil durch die Europameisterschaft und die in Südamerika (Copa America) gleich eine Reihe wichtiger Spieler fehlen. Zudem sind die angeschlagenen Mike Hanke, Mladen Krstajic und Marco van Hoogdalem nicht einsatzfähig.

Dennoch versucht es der Schalker Coach im Mooswaldstadion mit einer Art Gruppentraining. Die 16 Spieler, die er zum Beispiel für das Spiel am Dienstag gegen Young Boys Bern (2:2) vorgesehen hatte, fuhren in ein Tageshotel im Spielort Grenchen - die anderen blieben um Trainingslager und trainierten vor Ort.

Frühestens nächste Woche wird sich der im Moment noch dünne Schalker Kader wieder auffüllen. Denn die dänischen EM-Spieler Ebbe Sand und Christian Poulsen werden dann wieder in Gelsenkirchen erwartet. Natürlich sind beide direkt nach ihrem Urlaub noch nicht sofort einsatzfähig. Und das heißt, dass Jupp Heynckes die Mannschaft für die ersten UI-Cup-Spiele aus den Spielern formen muss, die jetzt mit im Trainingslager sind. Ende Juli, also rund eine Woche vor Bundesligabeginn, wird es dann noch einmal einen weiteren Umbruch im Schalker Team geben, denn dann erst kommen Marcelo Bordon, Gustavo Varela und Dario Rodriguez von der Südamerika-Meisterschaft zurück.

Wolfgang Kerkhoff

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08.07.2004 - Stürmer Victor Agali kehrt zu Hansa Rostock zurück - © dpa - Meldung vom 08.07.2004 09:20 Uhr

Rostock (dpa) - Stürmer Victor Agali kehrt vom FC Schalke 04 zum Bundesliga-Rivalen FC Hansa Rostock zurück. Der nigerianische Nationalspieler erhält bei den Mecklenburgern einen Zweijahresvertrag.

«Ja, es ist alles klar. Wir sind uns einig geworden», bestätigte der 25 Jahre alte Angreifer der «Ostsee- Zeitung». Agali hat sich bei seinem neuen Arbeitgeber bereits einem medizinischen Check unterzogen und kündigte an, «voraussichtlich am 9. Juli» nach Rostock zurückzukommen.

Victor Agali spielte bereits von 1998 bis 2001 in 66 Bundesliga-Spielen (17 Tore) für den mecklenburgischen Traditionsverein.

Danach wechselte er für rund 5,1 Millionen Euro zu Schalke 04. Dort wurde der Nigerianer im Frühjahr dieses Jahres suspendiert, nachdem er eine Rehabilitationsmaßnahme unentschuldigt versäumte.

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07.07.2004 - UI-Cup-Viertelfinale am 17. Juli in der Arena AufSchalke - © www.schalke04.de

Das Heimspiel des FC Schalke 04 im Viertelfinale des UEFA Intertoto Cups findet am Samstag (17. Juli) in der Arena AufSchalke statt.

Der genaue Anstoßtermin für das Spiel gegen den Sieger der Partie zwischen dem belgischen Vertreter AA Gent und dem mazedonischen Team von Vadar Skopje steht noch nicht fest.

Das Viertelfinal-Hinspiel des UI-Cups werden die Knappen wieder vor sehr gut gefüllten Rängen austragen, denn neben den Dauerkarten, in denen der Eintritt für die UI-Cup-Spiele enthalten ist, sind mittlerweile bereits 8.400 Tageskarten verkauft worden, so dass knapp 50.000 der insgesamt 58.480 Tickets vergriffen sind.

Die Karten für den ersten Auftritt im UI-Cup sind im S04 Service-Center auf der Geschäftsstelle des FC Schalke 04 zu Preisen zwischen 9 und 33 € zu erhalten. Ebenso können die Karten telefonisch beim TicketTelefon unter der Rufnummer 01805-150810 (0,12 €/Min.) oder im Internet unter www.arena-aufschalke.de geordert werden.

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07.07.2004 - Ailton knipst die ersten Male - © WESTLINE nach Buersche Zeitung

Radolfzell - Beim 2:2 (1:1) gegen die Young Boys Bern hatte ihn Trainer Jupp Heynckes noch geschont. Doch am Mittwoch durfte Ailton das erste Mal in einem Schalke-Spiel mitmischen. Der Brasilianer tat es in der Partie gegen den Landesligisten FC Radolfzell so, wie es sich die Schalke-Fans zukünftig auch in Punktspielen wünschen. Beim standesgemäßen 13:1 (6:0)-Erfolg knipste Ailton gleich vier Mal.

Bei dem mit Spannung erwarteten Auftritt wurde der Neuzugang von den 4 963 Zuschauern begeistert gefeiert. Nachdem Ailton seine erste Chance per Kopf noch vergab, traf er innerhalb von zwei Minuten (13. und 15.) dann zwei Mal nach guter Vorarbeit von Lincoln. Solche erfolgreichen Zusammenspiele wird sich Jupp Heynckes auch für den Punktspielbetrieb wünschen.

Die "Königsblauen" waren per Foulelfmeter durch Vermant (4.) in Führung gegangen. Zwei weitere Treffer in der ersten Halbzeit gingen auf das Konto von Asamoah (30. und 46.).

Nach der Pause ging das muntere Toreschießen für den Bundesligisten durch die Treffer von Altintop (56.), Ailton (61.), Lincoln per Foulelfmeter (63.), Baumjohann (66.), Ailton (70.), Baumjohann (85.) und Lincoln (87.) weiter. Die Gastgeber schafften mit einem sehenswerten 25-m-Schuss ihren Ehrentreffer (85.), der kräftig bejubelt wurde.

Insgesamt setzte Trainer Jupp Heynckes in dieser Begegnung 14 Spieler aus seinem Kader ein. Nicht zum Einsatz kamen Neuzugang Krstajic, der wegen einer leichten Fußverletzung pausierte und Stürmer Mike Hanke. Bei dem sind die Probleme schon gravierender, denn er laboriert an einer schmerzhaften Sehnenentzündung unter dem linken Fuß, so dass für den U 19-Nationalspieler momentan nur leichtes Lauftraining drin ist.

Am Freitag bestreiten die "Königsblauen" ihr nächstes Testspiel im Rahmen des "Uhren-Cups" in Grenchen gegen den Schweizer Meister FC Basel ab 20.30 Uhr.

Schalke 04: Ünlü - Hoogland, Petereit, Talarek (58. Böhme), Lamotte, Vermant (46. Altintop), Kobiashvili, Lincoln, Asamoah (46. Hesse), Ailton

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06.07.2004 - Fünf Wochen Zeit zur Bewährung - © dpa

Gelsenkirchen - Für Marco van Hoogdalem war es ein "komisches Gefühl." Denn als der dienstälteste Schalker in der letzten Woche zum Trainingsstart eintraf, war nichts mehr so wie früher. "Ich hatte keine Sachen mehr in der Kabine, mein Name war vom Platz entfernt worden", fühlte sich der 32-Jährige schon aussortiert.

Doch ein Gespräch mit der Schalker Vereinsführung brachte zumindest eine punktuelle Wende. Der Niederländer soll nun die gesamte Vorbereitung mitmachen und ist somit auch im Trainingslager am Bodensee dabei.

Nach den fünf Wochen Vorbereitung soll dann die Entscheidung fallen, ob sein bis zum 30. Juni 2006 laufender Vertrag aufgelöst wird oder es beim FC Schalke 04 weiter geht. In Hemmenhofen ist van Hoogdalem allerdings noch nicht voll belastbar und kann nicht das gesamte Vorbereitungsprogramm mitmachen, dass neben den intensiven Trainingseinheiten auch noch vier Freundschaftsspiele beinhaltet. Dennoch überwiegt bei van Hoogdalem momentan die Erleichterung, dass er sich noch einmal beweisen darf.

Dass die Schalker Vereinsführung ihn in der Öffentlichkeit nach seiner Hüftoperation quasi schon als Sportinvalide deklarierte, hat den Routinier sehr nachdenklich gestimmt: "So ist es natürlich besonders schwer, irgendwo anders einen Verein zu finden. Das hat mich ziemlich traurig gemacht", spricht van Hoogdalem auf seiner Internetseite Klartext über seine Befindlichkeit. Doch diese schwierige Phase ist nach dem Gespräch mit dem Schalker Management mittlerweile überwunden. Der Niederländer blickt wieder optimistischer nach vorne.

Die nächsten Wochen will der Verteidiger nun intensiv nutzen, um zu beweisen, dass er seine Bundesliga-Tauglichkeit noch nicht verloren hat. "Nun heißt es für mich, schnell wieder Anschluss zufinden. Die kommenden Wochen sind für mich von besonderer Bedeutung. Ich werde alles daransetzen, um wieder in die Mannschaft zu kommen", betont der Defensivspezialist, der in der Winterpause nach Kerkrade ausgeliehen worden war, aber auch dort fast nur noch auf der Ersatzbank saß.

So will Marco van Hoogdalem, der seit dem 3. Januar 1997 bei den "Königsblauen" unter Vertrag steht, seine sportliche Karriere jedoch nicht beenden. Doch darüber entscheidet wahrscheinlich nicht nur er allein, sondern auch die Signale seines Körpers.

Frank Leszinski

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04.07.2004 - Anibal Matellán verläßt Schalke 04 - © www.schalke04.de

Anibal Matellán hat gegenüber Schalke 04 den Wusch geäußert, dass sein bis 2005 laufender Vertrag vorzeitig aufgelöst wird. Aufgrund von andauernden Rehamaßnahmen, die der 27jährige nach seiner Verletzung der linken Achillessehne nach wie vor besuchen muß, glaubt er nicht mehr an einen Stammplatz in der Elf der Königsblauen. Um weiterhin regelmäßig spielen zu können, bat er den Verein um die sofortige Freigabe. Seinem Wunsch wurde seitens Schalke 04 entsprochen.

Anibal Matellán wird nach dreijähriger Spielzeit für die Knappen in seine Heimat Argentinien zurückkehren, wo mehrere argentinische Erstligisten ihr Interesse an dem Abwehrspieler bekundet haben.

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03.07.2004 - Schalke gewinnt ersten Saisontest in Rheine mit 9:0 - © dpa - Meldung vom 03.07.2004 20:56 Uhr

Rheine (dpa) - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat sein erstes Testspiel in der Vorbereitung auf die nächste Saison gewonnen.

Die Mannschaft vorn Trainer Jupp Heynckes kam beim westfälischen Oberligisten Eintracht Rheine zu einem 9:0 (1:0)- Erfolg.

Vor 3124 Zuschauern erzielte Gerald Asamoah in der 39. Minute die 1:0-Pausenführung für den Bundesligisten. Nach dem Seitenwechsel waren Mike Hanke sowie Kai Hesse mit je drei Toren erfolgreich, Christian Pander und der A-Jugendliche Alexander Baumjohann steuerten die weiteren Treffer bei.

Am Montag fahren die Gelsenkirchener, bei denen die Neuzugänge Mladen Krstajic und der Brasilianer Lincoln ihr Debüt gaben, in ein achttägiges Trainingslager an den Bodensee.

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02.07.2004 - Schalke-Fans empfangen Ailton - © dpa - Meldung vom 02.07.2004 15:58 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Mit Applaus ist der Brasilianer Ailton bei seinem ersten Training von den Fans des FC Schalke 04 begleitet worden.

Rund 2000 königsblaue Anhänger und zahlreiche Medienvertreter sahen dem besten Bundesliga-Torschützen der Vorsaison (28 Treffer) bei dessen erster Übungseinheit unter Trainer Jupp Heynckes zu. Der Neuzugang von Meister Werder Bremen, der am Donnerstagabend nur wenige Stunden später als verabredet aus seiner Heimat in Gelsenkirchen eingetroffen war, freut sich auf die neue Spielzeit. Er fühle sich gut, nach dem langen Flug sei er nur ein «bisschen müde».

Ailton versprach, sich nach den erfolgreichen Jahren in Bremen nun voll auf seinen neuen Club zu konzentrieren. «Noch ist alles neu. Aber die Kollegen sind sehr sympathisch und es gibt viele gute Neuzugänge», sagte Ailton. «Es wissen alle, dass ich schnell bin. Wenn die Pässe schnell kommen, dann mache ich ein, zwei Tore pro Spiel», versprach der 30-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Dass er im Vorfeld mit einigen kritischen Äußerungen über die Stadt Gelsenkirchen und seinen neuen Arbeitgeber für Irritationen gesorgt hatte, tat er als Missverständnis ab. «Ich spreche ja nicht so gut deutsch. Jetzt ist das hier mein neues Zuhause», meinte der Brasilianer und verabschiedete sich: «Nun muss ich schlafen.»

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02.07.2004 - "Wir brauchen unbedingt Erfolg!" - Interview mit Josef Schnusenberg, Finanzvorstand des FC Schalke 04 - © WESTLINE

Gelsenkirchen - Es gab schon schönere Augenblicke im Leben des Josef Schnusenberg. Der Finanzvorstand redete Klartext, als er den Mitgliedern des FC Schalke 04 bei der Jahreshauptversammlung am Dienstag Abend den Geschäftsbericht des Jahres 2003 präsentierte - mit zum Teil erschreckenden Zahlen (wir berichteten). "Das Vergnügen hält sich in Grenzen", begann der Steuerberater aus Rheda seinen Vortrag. Im Interview spricht der 63-Jährige über Gründe für die schlechte Bilanz, fehlenden sportlichen Erfolg und drohende Sparmaßnahmen.

WESTLINE: Die Verträge der Schalker Vorstandsmitglieder laufen bis Ende September 2005 - haben Sie für die Zeit danach Angst um Ihren Job?

Schnusenberg: Nein, weil ich der Meinung bin, dass wir insgesamt einen guten Job machen, und das seit Jahren. Wäre das nicht der Fall, würde die Bilanz noch viel schlechter aussehen.

Immerhin hat das Aufsichtsrats-Mitglied Peter Lange öffentlich geäußert, dass auch dieser Vorstand keinen Persilschein besitzen würde. So Herz erfrischend hat sich "auf Schalke" ja schon lange niemand aus der Deckung getraut.

Schnusenberg: Stimmt. Ich weiß auch nicht, was er sich dabei gedacht hat. Andererseits muss man in Situationen wie dieser mit solchen Aussagen immer rechnen. Es ist ja auch völlig legitim, dass unsere Arbeit hinterfragt wird.

Können Sie die Zweifel an der Arbeit des Vorstandes angesichts von 19 Millionen Euro Verlust im operativen Geschäft innerhalb eines Jahres nachvollziehen?

Schnusenberg: Wir sagen doch selber, dass diese Bilanz auf deutsch gesagt beschissen ist, da gibt es überhaupt keine Diskussion. Und ich sage auch ganz offen, dass wir im zweiten Halbjahr 2004 unbedingt sportlichen Erfolg brauchen - sonst müssen wir ein erhebliches Sparkonzept durchziehen. Aber wir müssen dabei auch berücksichtigen, dass uns im Jahr 2003 diverse hohe Einnahme-Ausfälle trafen, weil der sportliche Erfolg nicht wie gewünscht da war.

Einspruch - so übel war 2003 nicht. Die Arena war ständig ausverkauft, Schalke spielte im UI-Cup und sogar zwei Runden UEFA-Cup. Hatten Sie am Ende wagemutig mit einem Schalker Champions-League-Sieg kalkuliert?

Schnusenberg: Nein, aber im Vergleich zu den erfolgreicheren Vorjahren haben wir 2003 halt wesentlich weniger eingenommen. Im UI-Cup konnten wir froh sein, dass wir nicht draufgezahlt haben. Aus dem UEFA-Cup sind wir rausgeflogen, als der Wettbewerb finanziell interessant wurde. Und dramatisch machen sich ungefähr 20 Millionen Euro bemerkbar, die uns durch die reduzierten TV-Gelder fehlen.

Trotzdem haben Sie dem Kauf von Bordon für geschätzte vier Millionen Euro zugestimmt, obwohl Ihnen die Verlustzahlen bekannt waren und obwohl der Spieler in der kommenden Saison ablösefrei zu haben gewesen wäre. Entspricht das noch Ihrem Charakter als vorsichtiger Kaufmann?

Schnusenberg: Die von Ihnen genannte Zahl kommentiere ich nicht. Und zur sofortigen Verpflichtung von Bordon stehe ich absolut: Hauptgrund ist, dass wir ihn jetzt unbedingt brauchen, um unsere Ziele zu erreichen. Außerdem haben wir ein Finanzierungsmodell gefunden, durch das unser laufender Etat nicht belastet wird.

Eine Ursache für die alarmierenden Bilanzzahlen ist auch die Transferpolitik der letzten Jahre - Schalke hat 60 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben, aber kaum Geld aus Transfers eingenommen. Platzt Ihnen da nicht der Kragen?

Schnusenberg: Generell muss ich damit umgehen können, dass im Fußball nicht immer alles so zu kalkulieren ist wie im "normalen" Wirtschaftsleben. Und mir fallen in den letzten Jahren mit Emile Mpenza und Victor Agali gerade mal zwei Spieler ein, die ich unterm Strich als vor allem kaufmännische Flops bezeichnen würde. Verkaufen konnten wir ja auch nichts, weil die Verträge der meisten Spieler, die gingen, ausliefen.

Die Südamerikaner Matellan, Rodriguez oder Varela, die Schalke für viel Geld eingekauft hat und nun zum Teil verzweifelt loszuwerden versucht, halten Sie noch für Hoffnungsträger?

Schnusenberg: Matellan hatte in seiner Zeit "auf Schalke" einfach viel Pech. Und das Spielchen, Fußballer mit großen Zuzahlungen abzugeben, nur um sie von der Gehaltsliste zu bekommen, werde ich nicht mitmachen, da sträuben sich mir als Kaufmann die Nackenhaare. Zur Personalpolitik prinzipiell: Jede Entscheidung ist gemeinsam getroffen worden. Ich kann und werde mich da jetzt nicht aus der Verantwortung stehlen.

Also haben Sie lieber versucht, die roten Zahlen bis zur Jahreshauptversammlung geheim zu halten - es gab weder eine Veröffentlichung im Schalker Kreisel noch die sonst übliche Bilanzpressekonferenz. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Schnusenberg: Als wir die Zahlen vorher veröffentlichten, gab es danach zum Teil die unglaublichsten Berichte. Also habe ich die Anweisung gegeben, unsere Bilanz diesmal nur noch in der Geschäftsstelle zur Einsicht für die Mitglieder auszulegen. Ganze acht haben davon übrigens Gebrauch gemacht.

Hätte man geahnt, wie schlecht es um Schalke bestellt ist, hätten wahrscheinlich mehr reingeschaut.

Schnusenberg: Wie auch immer - diese Maßnahme war ein Fehler. In Zukunft wird es zumindest wieder eine Veröffentlichung im Kreisel geben.

Stichwort Zukunft - Ihr langfristiges Ziel ist es, Schalkes Wirtschaftlichkeit unabhängig davon zu machen, ob der Verein in der Bundes- oder Kreisliga spielt. Nun sind Sie vom sportlichen Erfolg abhängiger denn je. Hat Schalke sich in dieser Frage nicht eher zurück entwickelt?

Schnusenberg: Das sehe ich anders. Unsere Gesellschaften erzielen respektable Ergebnisse. Mit dem Catering haben wir drei Millionen Euro erwirtschaftet, auch die für die Arena-Veranstaltungen zuständige Betriebsgesellschaft hat unterm Strich ein Plus gemacht. Wenn die Fußballer also mitspielen, werden wir aus der Talsohle wieder rauskommen. Um Schalke unabhängig vom sportlichen Erfolg zu machen, war die Zeit einfach noch zu kurz.

Der Aufsichtsrat hat den Vorstand zum Sparen aufgefordert. Wo setzen Sie den Rotstift an?

Schnusenberg: Wir haben ja schon angefangen und die Kosten für die Lizenzspielermannschaft von 44,5 Millionen Euro auf 39,5 Millionen Euro gesenkt und wollen 2004 die 38 Millionen nicht überschreiten. Außerdem wird es auch in der Verwaltung empfindliche Einschnitte geben. Besonders in unseren Beteiligungsgesellschaften sind Verschlankungen möglich und sogar erforderlich.

Viele Fans haben Angst, dass es "auf Schalke" ähnlich kriseln wird wie jüngst bei Borussia Dortmund. Haben Sie dafür Verständnis?

Schnusenberg: Angst kann man um seine Gesundheit, seinen Arbeitsplatz oder um seine Familie haben. Ich weiß nicht, ob die Fans Angst um Schalke haben. Eine gewisse Besorgnis kann ich durchaus nachvollziehen, aber ich halte von einem solchen Vergleich wie dem mit Dortmund überhaupt nichts. Alleine schon deshalb, weil ich mich nicht mit dem BVB beschäftige, sondern mit uns genug zu tun habe. Niemand unserer Fans hat ja einen direkten Vorteil oder Schaden davon, ob wir nun schwarze oder rote Zahlen schreiben. Wir sind in erster Linie ein Fußballverein, an dem die Menschen Spaß haben sollen. Diesen Spaß wollen wir ihnen erhalten, das ist unsere Aufgabe.

Keine Angst, dass alles zusammenbricht?

Schnusenberg: Ich bin grundsätzlich ein optimistisch denkender Mensch. Wir sind nicht dazu da, um jedes Jahr Millionengewinne zu erwirtschaften. Für uns ist entscheidend, Zins und Tilgung für Arena und Anleihe in jedem Jahr zurückzahlen zu können. Und das können wir, sogar nach einem Jahr wie 2003. Wenn sich ein solches Jahr wiederholt, muss man halt über radikale Sparmaßnahmen nachdenken.

Sie haben am Dienstag einen Appell an die Fußballer gerichtet - sie seien diejenigen, die am ehesten wieder für schwarze Zahlen sorgen können. Glauben Sie ernsthaft, die Profis haben sich das zu Herzen genommen?

Schnusenberg: Ich denke schon. Weil ich weiß, dass der Mannschaft, angefangen bei Trainer Jupp Heynckes, die Situation bewusst ist. Unabhängig von dieser Situation bin ich fest davon überzeugt, dass die Truppe alles dafür tun wird und auch das Zeug dazu hat, Erfolg zu haben.

Norbert Neubaum

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01.07.2004 - Ailton ist da! - © www.schalke04.de

Am heutigen Donnerstag landete sein Flieger aus Belo Horizonte mit ein-stündiger Verspätung kurz vor 15 Uhr auf dem Flughafen Frankfurt am Main. Unmittelbar danach wurde Ailton nach Gelsenkirchen chauffiert. Wie vorab besprochen trat Schalkes Neuzugang somit pünktlich seinen Dienst bei den Knappen an.

Mit seinen künftigen Mitspielern konnte der Neuzugang von Werder Bre-men indes noch nicht trainieren. Als die Nachmittags-Einheit um 17 Uhr begann, befand sich der Angreifer noch auf der Autobahn. Den ersten Kontakt könnte es indes noch geben, denn nach einer Stippvisite im Büro von Manager Rudi Assauer wird sich Ailton natürlich auch bei Chef-Trainer Jupp Heynckes vorstellen.

Am morgigen Freitag wird der Torschützenkönig der vergangenen Bundesliga-Saison um 10 Uhr erstmals mit den Knappen trainieren.

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01.07.2004 - Sven Kmetsch gehört wieder zu Bundesliga-Kader der Knappen - © www.schalke04.de

Der Bundesliga-Kader des FC Schalke 04 für die kommende Spielzeit 2004/2005 umfasst ab sofort 31 Spieler. Sven Kmetsch wird noch einmal einen Versuch unternehmen, seine Karriere fortzusetzen, um den Knap-pen in der kommenden Saison als Standby-Profi zur Verfügung stehen zu können.

Der 33-Jährige, der seit seinem Wechsel 1998 vom Hamburger SV bislang 88 Bundesligaspiele (3 Tore) für die Königsblauen bestritt, hat sich in der Sommerpause einem weiteren operativen Eingriff am rechten Knie unter-zogen. Durch diesen erhofft der zweimalige Nationalspieler, noch einmal in die Lage versetzt zu werden, Fußball zu spielen.

"Wir haben Sven mit der festen Perspektive, eine Funktion im Lizenzspie-lerbereich zu übernehmen, ohnehin an uns gebunden. Deswegen sind wir seinem Wunsch, noch einmal einen Anlauf als aktiver Spieler zu unter-nehmen, gern nachgekommen", erklärte Manager Rudi Assauer. "Ich muss mich beim Verein bedanken, dass er mir diese Möglichkeit bietet", freute sich Kmetsch. "Denn ich würde liebend gern noch einmal als Spieler für meinen Klub auflaufen."

Zurzeit absolviert Kmetsch Reha-Maßnahmen mit dem Ziel, wieder an den Profikader heran zu rutschen. Nach Neuordnung der Rückennummern wird der Mittelfeldspieler das Trikot mit der 31 erhalten.




Presse- und Internetspiegel Mai und Juni 2004

30.06.2004 - Schalke plant Vorbereitung mit van Hoogdalem - © dpa - Meldung vom 30.06.2004 13:40 Uhr

Gelsenkirchen - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 plant zumindest die Vorbereitung auf die neue Saison mit Marco van Hoogdalem.

Der Niederländer wird nach dem Ende seiner Reha-Maßnahmen wegen einer Hüftoperation «in wenigen Tagen zur Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes stoßen und voll in das Vorbereitungs-Programm eingegliedert», teilte der Club jetzt mit. Danach werde entschieden, ob eine weitere Zusammenarbeit Sinn mache, hieß es.

Der 32 Jahre alte van Hoogdalem hatte nach einer Hüftoperation in der Sommerpause vor der Spielzeit 2003/2004 nicht wieder zu seiner gewohnten körperlichen Verfassung gefunden und kam in der Bundesliga nicht zum Einsatz. Stattdessen bestritt er fünf Einsätze im U23-Team der Gelsenkirchener und als Schalker Leihgabe zehn Spiele in der niederländischen Ehrendivision für Roda JC Kerkrade.

«Wir geben Marco noch mal die Gelegenheit, sich auf diesem Niveau unter Beweis zu stellen. Das hat er verdient», erklärte Manager Rudi Assauer. Van Hoogdalem spielt seit Januar 1997 für den FC Schalke.

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29.06.2004 - JHV: Tönnies und Marciniak gewählt – Schnusenbergs klare Worte - © www.schalke04.de

Die wirtschaftliche Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres, aber auch die spannende Wahl zum Aufsichtsrat prägte die Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04, zu der am Dienstag 1019 wahlberechtigte Mitglieder in der Arena AufSchalke erschienen waren.

Mit Spannung wurde vor allem die Darlegung des Geschäftsberichtes des stellvertretenden Vorsitzenden Josef Schnusenberg erwartet, den dieser in Anwesenheit der Bundesliga-Mannschaft und Chef-Trainer Jupp Heynckes vortrug. „Das Vergnügen hält sich in Grenzen“, begann der Finanzexperte seinen Vortrag und meinte in Richtung der Profis: „Ihr könnt am ehesten dazu beitragen, dass wir wieder schwarze Zahlen schreiben.“

Schnusenberg referierte einen Umsatz-Rückgang von 118,6 Millionen Euro im Jahr 2002 auf 93 Millionen Euro im vergangenen Kalenderjahr. Dies bedeute einen negativen cash-flow von vier Millionen Euro. Die Hauptgründe für die Einbußen seien vor allem im relativ frühen Ausscheiden vor allem im DFB-Pokal sowie im UEFA-Cup sowie im Rückgang der TV-Gelder begründet. Auf diese Entwicklung haben die Verantwortlichen mit Einsparungen reagiert. So wurden die Ausgaben für die Lizenzspieler-Abteilung von 44,5 Millionen Euro im Vorjahr auf 39,5 Millionen Euro gesenkt. „Wir müssen sehen, dass dieses Jahr ein einmaliger Ausrutscher bleibt“, mahnte Schnusenberg.

In der Jahresbilanz wurden 102 Millionen Euro als Verbindlichkeiten ausgewiesen, von denen jedoch 75 Millionen Euro die im Vorjahr aufgenommene Anleihe betreffen. „Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die Mehrerlöse unserer Investitionen unsere Zins-und Tilgungsanteile übersteigen“, betonte der Vorstands-Vorsitzende Gerd Rehberg.

Die Aussprache der Versammlung im Anschluss zu den Berichten von Vorstand und Aufsichtsrat hielt sich jedoch in Grenzen. Lediglich zwei Wortbeiträge waren zu verzeichnen, beide Gremien wurden mit überwältigenden Mehrheiten entlastet.

Spannend ging es auch bei der Wahl zum Aufsichtsrat zu. Hinter Clemens Tönnies, der mit 767 Stimmen in seinem Amt bestätigt wurde, gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Klaus Marciniak (375 Stimmen) knapp vor Klaus Schlautmann (361 Stimmen) und Martin Witulski (264 Stimmen) für sich entschied. Marciniak wurde damit ebenso wie Tönnies für drei Jahre bis 2007 in den Aufsichtsrat gewählt.

In seiner neuen Zusammensetzung tagte das Gremium erstmals gleich nach Beendigung der Jahreshauptversammlung. Dabei wurde Clemens Tönnies einstimmig als Vorsitzender des Aufsichtsrates wiedergewählt, Hans-Joachim Burdenski ebenso einstimmig als dessen Stellvertreter bestätigt.

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28.06.2004 - Sand erklärt Rücktritt aus Nationalmannschaft - © www.schalke04.de

Das 0:3 gegen Tschechien im Viertelfinale bedeutete nicht nur das Ausscheiden der dänischen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Portugal. Nach der Partie erklärte Ebbe Sand seinen Rücktritt aus dem Team der Skandinavier.

„Ich mache Schluss, weil ich nicht auf zwei Hochzeiten tanzen will. Das kann ich meinem Körper nicht mehr zumuten“, begründete der 31-Jährige seinen Entschluss nach 66 Länderspielen und 22 Toren. Aufgrund einer berschenkelzerrung hatte Sand bei der gestrigen Partie zuschauen müssen, ährend sein Vereinskollege Christian Poulsen zu seinem 21. Länderspiel am.

Nationaltrainer Morten Olsen meinte zum Abgang Sands: „Ich kann seine Gründe nachvollziehen. Die Euro 2004 bedeutete aber einen schönen Nationalmannschaftsabschied für Ebbe.“

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28.06.2004 - Handball in der Arena? - © www.Stadionwelt.de

Gelsenkirchen: Handball-Auftakt in der Arena AufSchalke?

Das Auftaktspiel der Handball-Bundesliga zwischen dem TBV Lemgo und dem THW Kiel findet möglicherweise in der Arena AufSchalke statt. Nach Angaben von Sport1 werde bereits seit Wochen von TBV-Manager Fynn Holpert mit dem FC Schalke 04 über diesen Plan verhandelt.

Der gestern erschienene Spielplan mache nun den Weg frei für den Austragungstermin am 12. September, da die Schalker an besagtem Wochenende auswärts antreten müssen. Für die Partie würden in der Arena rund 35.000 Plätze zur Verfügung stehen [...]

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25.06.2004 - Agali klagt gegen Schalke 04 - © WESTLINE nach Ruhr-Nachrichten

Gelsenkirchen - Victor Agali, von Schalke 04 ausgemusterter Stürmer, hat seinen Ex-Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht Gelsenkirchen verklagt. Der Nigerianer fordert die Rücknahme einer Abmahnung und die Rückzahlung einer Vertragsstrafe.

Der Bundesligist hatte dem 25-Jährigen im Mai das Gehalt um 25.000 Euro netto gekürzt. Der Anwalt des Spielers kündigte ferner an, den Verein später zudem wegen unzureichender medizinischer Behandlung verklagen zu wollen. Sie sei nicht "lege artis" (nach dem Stand der ärztlichen Kunst) erfolgt.
Schalke war in der abgelaufenen Saison sehr unzufrieden mit der Leistung des Nationalspielers und wollte ihn nach Basel ausleihen. Abmahnung und Vertragsstrafe wurden ausgesprochen, weil Agali drei Tage nicht an einem Reha-Programm teilgenommen habe.

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25.06.2004 - Rückennummern für die kommende Saison neu geordnet - © www.schalke04.de

Für die kommende Spielzeit 2004/05 sind die Rückennummern im Bundesliga-Aufgebot des FC Schalke 04 neu geordnet worden.

Die vier Schalker Neuzugänge erhalten folgende Leibchen: Marcelo Bordon wird künftig mit der 5 auflaufen, Ailton erhält die 9, Lincoln die 10. Mladen Krstajic spielt wie bei seinem Ex-Club Werder Bremen mit der 20. Ebenfalls neu bei den Profis sind die aus der eigenen Nachwuchsabteilung stammenden Youngster Kai Hesse (Rückennummer 25), Tim Hoogland (27), Simon Talarek (28) und Christian Petereit (30).

Der Bundesliga-Kader des FC Schalke 04 für die Spielzeit 2004/2005:

1 Frank Rost

2 Christian Poulsen

3 Levan Kobiashvili

4 Thomas Kläsener

5 Marcelo Bordon

6 Hamit Altintop

7 Michael Delura

8 Jörg Böhme

9 Ailton

10 Lincoln

11 Ebbe Sand

12 Marco van Hoogdalem

13 Christofer Heimeroth

14 Gerald Asamoah

15 Tomasz Waldoch

16 Darío Rodriguez

17 Sven Vermant

18 Niels Oude Kamphuis

19 Gustavo Varela

20 Mladen Krstajic

21 Alexander Baumjohann

22 Anibal Matellan

23 Fabian Lamotte

24 Christian Pander

25 Kai Hesse

26 Mike Hanke

27 Tim Hoogland

28 Simon Talarek

29 Volkan Ünlü

30 Christian Petereit

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24.06.2004 - FC Schalke hat 84 Millionen Euro Verbindlichkeiten - © dpa - Meldung vom 24.06.2004 17:01 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat nach Angaben von Vereinssprecher Gerd Voss derzeit Verbindlichkeiten von rund 84 Millionen Euro. Voss bestätigte auf dpa-Anfrage einen Bericht des Magazins «kicker».

Dort ist von Verbindlichkeiten von 102,8 Millionen Euro zum Jahresende 2003 die Rede. Im Geschäftsjahr 2003 sei ein Verlust von etwa 19 Millionen Euro «aus der normalen Geschäftstätigkeit» gemacht worden, heißt es in dem Beitrag. Im Jahr davor (2002) hatte es noch einen Überschuss von 4,7 Millionen Euro gegeben.

Wie Schalke-Finanzvorstand Josef Schnusenberg erläuterte, sei in den Verbindlichkeiten auch eine Anleihe von 75 Millionen Euro enthalten. Es müsse sich aber «keiner Sorgen machen», sagte Schnusenberg. Der Schuldenberg werde abgetragen, auch wenn dies dauern werde. Man dürfe die Schulden nicht isoliert betrachten, sondern müsse auch Werte auf der Aktivseite sehen. Damit spielte Schnusenberg vor allem auf den Gegenwert der Arena AufSchalke an. Die Personalkosten der Lizenzspielerabteilung des Gelsenkirchener Vereins seien auf 38 Millionen Euro gesenkt worden.

Den im «kicker» genannten Verlust von etwa 19 Millionen Euro im Jahr 2003 erklärte der FC Schalke auch damit, dass zum Beispiel Transfers der vergangenen Jahre bilanztechnisch abgeschrieben worden seien. Diesem Verlust werde in der Bilanz ein «außerordentlicher Ertrag» von 15,6 Millionen Euro entgegen gerechnet. Dahinter verberge sich die Entnahme des Parkstadions aus der Bilanz, eine Neubewertung der alten Arena und die Gründung der «Schalke Parkstadion mbH & Co. KG». Diese sei dann in die Bilanz eingebracht worden.

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24.06.2004 - Neue Zeiten auf Schalke - Schalker Trio zur Copa America - © www.schalke04.de

Auf drei Spieler muss Trainer Jupp Heynckes in den ersten Wochen der Vorbereitung verzichten. Marcelo Bordon wurde vom Verband Brasiliens, Gustavo Varela und Darío Rodriguez von der uruguayischen Nationalmannschaft für die Südamerika-Meisterschaft berufen.

Die Copa America, vergleichbar mit der Europameisterschaft, wird vom 6. bis zum 27. Juli in Peru ausgetragen. Dabei trifft Brasilien in der Nacht zum 9. Juli um 1.45 Uhr deutscher Zeit zunächst auf Chile, spielt am 11. Juli um 21 Uhr gegen Costa Rica und in der Nacht zum15. Juli um 1.45 Uhr gegen Paraguay. Alle drei Partien werden in Arequipa ausgetragen.

Das Team Uruguays trägt seine ersten beiden Spiele in Chiclayo aus: Am 7. Juli spielt der zweifache Weltmeister um 23.30 Uhr gegen Mexiko, am 10. Juli ebenfalls um 23.30 Uhr gegen Equador. Abschließend treffen Rodriguez und Varela mit ihrem Team in der Nacht zum 14. Juli um 1.45 Uhr in Piura auf Argentinien.

Von den zwölf teilnehmenden Mannschaften qualifizieren sich aus drei Vierergruppen die ersten beiden Teams sowie die zwei besten Dritten für das Viertelfinale, das am 17./18. Juli ausgespielt wird. Die Halbfinals steigen am 20./21. Juli, das Spiel um den dritten Platz wird am 24. Juli, das Endspiel am 25. Juli ausgetragen.

Bereits am kommenden Sonntag stehen die beiden Schalker Ebbe Sand und Christian Poulsen bei der Europameisterschaft in Portugal im Blickpunkt. Im letzten Viertelfinale spielen die beiden Knappen mit der Nationalelf Dänemarks um 20.45 Uhr im Stadion Dragao in Porto gegen Tschechien.

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24.06.2004 - SCHALKE: 4,1 Millionen Euro Verlust im Geschäftsjahr 2003 - Zehn Millionen geliehen - Zum Erfolg verdammt: Über 100 Millionen Schulden - © www.kicker-online.de

Neue Zeiten auf Schalke: Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde der Geschäftsbericht für das Jahr 2003 nicht mehr veröffentlicht; Mitglieder dürfen den Bericht lediglich in der Geschäftsstelle einsehen. Wie zu erfahren war, weil der Verein eine negative Dynamik in der Außendarstellung befürchtet.

Die neuen Zahlen haben es in der Tat in sich: Der Schalker Finanzchef, Vorstandsmitglied Josef Schnusenberg, bestätigte dem kicker am Mittwoch auf Anfrage, dass der FC Schalke 04 im Geschäftsjahr 2003 einen Verlust von etwa 19 Millionen Euro aus der normalen Geschäftstätigkeit machte. Diese hohe Summe kam auch deshalb zu Stande, weil zum Beispiel Star- Transfers der vergangenen Jahre bilanztechnisch abgeschrieben waren. Diesem Verlust wird in der Bilanz ein "außerordentlicher Ertrag" von 15,6 Millionen Euro entgegengerechnet; dahinter verbirgt sich dies: Schalke nahm das Parkstadion aus der Bilanz, ließ es bewerten, gründete die Schalke Parkstadion mbH & Co. KG und brachte diese in die Bilanz ein.

Unter dem Strich bleibt aber ein Minus von etwa 4,127 Millionen Euro; im Jahr 2002 betrug der Gewinn noch mehr als 4,6 Millionen.

Ein Unterschied, der durch die sportliche Talfahrt erklärt wird. "2002 standen wir noch im Pokalfinale", erinnert Schnusenberg an stattliche TV- Einnahmen, "jetzt brachen uns Einnahmen aus dem UEFA- Cup und dem DFB- Pokal weg." In beiden Wettbewerben war Schalke früh gescheitert. Der Verein senkte noch die Ausgaben für Gehälter und weitere Sachkosten. Schnusenberg: "Aber es war nicht möglich, alles zu kompensieren." Zumal der Umsatz von 118,5 Millionen im Jahr 2002 auf nun 98 Millionen Euro sank.

Mehr noch: Zum 31. Dezember 2003 beliefen sich die Schalker Verbindlichkeiten auf 102,8 Millionen Euro. Darin ist laut Schnusenberg die Anleihe von 75 Millionen enthalten wie auch Verbindlichkeiten von 6,3 Millionen Euro aus Hypotheken für Gebäude, die Schalke errichtete. "Es muss sich aber keiner Sorgen machen", sagt Schnusenberg. Der Schuldenberg werde abgetragen, was dauern werde. Der Finanzchef: "Man darf die Schulden nicht isoliert betrachten. Man muss auch Werte auf der Aktivseite sehen, die wir geschaffen haben." Der Vorteil der Schalker gegenüber den Dortmundern ( mit 140 Millionen Euro verschuldet) ist, dass ihnen das "allerdings noch nicht abbezahlte" Stadion gehört. Derweil erfuhr der kicker, dass sich der Verein im aktuellen Jahr 2004 über die Anleihe weitere zehn Millionen Euro besorgte, nachdem Schalke im Jahr 2003 bereits 75 Millionen "vor allem zur Umschuldung" erhalten hatte.

Schnusenberg erklärt den erneuten Geldbedarf mit dem fehlendem Umsatz. Indes wurden die Personalkosten für die Lizenzspielerabteilung auf 38 Millionen Euro gesenkt. "Das ist eine sehr starre Grenze", sagt Schnusenberg, "die wir unter allen Umständen einhalten müssen." Da die Jahresleistungsprämie noch einkalkuliert werden muss, versucht Rudi Assauer, Spieler wie Rodriguez, Matellan oder van Hoogdalem von der Gehaltsliste zu kriegen. Trotz laufender Verträge ohne Ablöse, sogar mit der Bereitschaft, die Hälfte des Gehalts weiterzuzahlen. Doch selbst Klubs in Österreich und Belgien winkten ab.

Derweil wurde Mike Hanke, der gerade bis 2007 verlängerte, gefragt, ob er sich an Rapid Wien ausleihen lasse. Um Kosten zu sparen. Wie die finanzielle Lage zu den Verpflichtungen von Ailton, Krstajic, Bordon und Lincoln passt, wird nur auf den zweiten Blick klar. Der Verein investiert, um mit deren Qualität die Wahrscheinlichkeit des sportlichen und wirtschaftlichen Erfolges zu erhöhen. Im Klartext heißt dies: Schalke strebt mit aller Macht Einnahmen aus der Champions League oder höhere Einnahmen aus dem UEFA- Cup sowie nationalen Wettbewerben an. Ein Drahtseilakt. Hält die sportliche Tristesse an, räumt Schnusenberg ein Risiko ein. Das bedeutet, dass Trainer Jupp Heynckes mit seinem Team zum Erfolg verdammt ist.

Jean-Julien Beer

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23.6.2004 - Lincoln: "Ich freue mich auf einen Neuanfang bei Schalke 04" - © www.schalke04.de

Heute Mittag war es soweit. Die Knappen stellten ihre neue Nummer 10 offiziell vor. Für Lincoln ein bewegender Moment. "Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich hier sein kann. Ich freue mich auf einen Neuanfang beim FC Schalke 04."

Manager Rudi Assauer zeigte sich über die Verpflichtung des Mittelfeldspielers sehr erfreut. "Wir sind sehr froh, ihn bekommen zu haben. Wenn er gesund bleibt, haben wir genau den Mann, den wir gesucht haben. Er ist ein sehr guter Fußballer, der hinter den Spitzen die Bälle spielen kann, die wir für unser Spiel brauchen."

Um gleich zum Trainingsauftakt topfit zu sein, absolviert Lincoln bereits seit heute ein Reha-Training. "Ich will von Anfang an mit der Mannschaft trainieren. Die Vorbereitung ist sehr wichtig für mich, da mir noch Spielpraxis fehlt", so der Brasilianer.
Von Trainer Jupp Heynckes ist Lincoln begeistert. "Ich kenne ihn natürlich aufgrund seiner Erfolge als Trainer und hatte einen guten Eindruck. Die Eindrücke in den Gesprächen waren ebenfalls sehr positiv. Ich kann mich nur dafür bedanken, dass er mich verpflichten wollte."

Der Mittelfeldspieler will sich auf Schalke ganz in den Dienst der Mannschaft stellen. "Ich spiele gerne hinter den Spitzen, aber der Trainer entscheidet, wo ich spiele. Ich spiele für die Mannschaft und hoffe, dass ich meine Leistung hier abrufen kann und das auf dem Platz zurückzahlen kann." Während der Vorbereitung möchte Lincoln auch das Zusammenspiel mit Ailton optimal einstudieren. "Wir müssen uns in der Vorbereitung näher kennen lernen und unsere Stärken und Schwächen austauschen."

Lincoln hatte aufgrund einer schweren Oberschenkelverletzung in der letzten Saison beim 1.FC Kaiserslautern sechs Spiele (zwei Tore) bestreiten können. Zuletzt hatte sich der Brasilianer in seiner Heimat fit gehalten. "Dr. Neilor Lasmar, der Leibarzt von Lincoln, und unser Mannschaftsarzt Dr. Rarreck haben alle Informationen ausgetauscht. Daher sind wir sehr zuversichtlich, dass wir alles in den Griff bekommen", sagte Manager Rudi Assauer.

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22.6.2004 - Saison-Eröffnung in der Arena am 18. Juli 2004 - kein Jubiläumsspiel mehr im Sommer - © www.schalke04.de

Der schon traditionelle Schalke-Tag, die Vorstellung der neuen Spieler, Autogrammstunden etc., findet in diesem Jahr am Sonntag, dem 18. Juli, statt. Erstmals wird die Arena AufSchalke Schauplatz des Geschehens sein.

Hingegen findet das geplante Jubiläumsspiel anlässlich der vollendeten 100 Schalker Jahre nicht mehr in diesem Sommer statt. Zwei Dinge sprachen dagegen: „Durch den engen Terminrahmen, den uns der UI-Cup steckt, hätte es sein können, dass wir die Schalke-Fans binnen zehn Tagen dreimal in die Arena gebeten hätten. Das wäre sicher schwierig geworden, zumal auch die Ferien laufen. Zudem hätte natürlich das Hauptaugenmerk von Verein und Fans sicher auf dem für uns wichtigeren UI-Cup gelegen – bis hin zur Mannschaftsaufstellung, das hätte das Jubiläumsspiel abgewertet“, erklärte Manager Rudi Assauer.

Ob die Partie zu einem günstigeren Zeitpunkt noch geplant werden kann, wird noch geprüft.

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22.6.2004 - Ailton und Krstajic haben länger Urlaub - © Quelle: sml - leider nicht genauer bekannt

Der Schalker Neuzugang Ailton wird beim Trainingsauftakt seines neuen Vereins am kommenden Montag (28. Juni) fehlen. Anders als in der Vergangenheit, wo er des Öfteren eigenmächtig seinen Urlaub verlängerte, hat Ailton diesmal die Genehmigung seines Arbeitgebers.

"Ailton und auch Mladen Krstajic haben ein paar Tage mehr Urlaub, weil die beiden mit Bremen im Pokalfinale waren und eine Woche länger gespielt haben", sagte Schalkes Teammanager Andreas Müller. Zur Abfahrt ins Trainingslager in Gaienhofen/Hemmenhofen am Bodensee am 5. Juli aber sollen die zwei Neuverpflichtungen pünktlich vor Ort sein.

Eigentlich müssten die Schalker in der Vorbereitung auch auf ihren Neuzugang Marcelo Bordon verzichten. Der Ex-Stuttgarter war eigentlich vom brasilianischen Verband für die Copa America (6. bis 27. Juli) in Peru nominiert worden. "Wir haben bereits mit dem Verband Kontakt aufgenommen", sagte Müller. "Es ist etwas anderes, ob ein Spieler schon ein, zwei Jahre bei einem Verein ist oder neu zu einem Klub kommt und sich dort erst einmal eingewöhnen muss. Außerdem wollen wir über den UI-Cup den Uefa-Pokal erreichen, und das mit Marcelo."

Sollte der Brasilianer die Reise nach Peru antreten müssen, würde er den Schalkern fast in der kompletten Vorbereitung inklusive des Trainingslagers sowie der ersten beiden Spiele im UI-Cup (17./24. Juli) fehlen. Ob die beiden Uruguayer Gustavo Varela und Dario Rodriguez ebenfalls an der Südamerika-Meisterschaft teilnehmen, ist noch ungewiss. Für die beiden Nationalspieler, die sich derzeit in ihrer Heimatstadt Montevideo aufhalten, liegt den Gelsenkirchenern noch keine Einladung des uruguayischen Verbandes vor.

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18.6.2004 - Gerd Kleppinger bleibt Trainer der Schalker Amateure - © www.sfcv.de

Die letzten Wochen waren bitter für die Amateure des FC Schalke 04. Am Ende der ersten Saison in der Regionalliga stand der Abstieg. In der neuen Saison wird die Mannschaft also wieder in der Oberliga Westfalen spielen. Nach dem einjährigen Ausflug in das Wattenscheider Lohrheidestadion kehrt die Mannschaft damit aber auch wieder zurück in die Glückaufkampfbahn nach Gelsenkirchen-Schalke. Trainer der Schalker U23 bleibt für ein weiteres Jahr Gerd Kleppinger. Der Kader der Mannschaft wird sich stark verändern. Saisonstart der Oberliga Westfalen ist am 15. August.

Eine Modernisierung der Glückaufkampfbahn im großen Stil, wie sie bei einem Verbleib der S04 Amateure in der Regionalliga notwendig gewesen wäre, ist nun nicht mehr vorgesehen. Die Ansprüche in der Oberliga sind niedriger. In Zusammenarbeit mit dem FC Schalke 04 und der Stadt Gelsenkirchen strebt der Schalker Fan-Club Verband eine „kleine Lösung“ an, eine Modernisierung auf reduzierten Niveau ist vorgesehen.

Dauerkartenbesitzer für die Heimspiele des FC Schalke 04 hatten bisher einen Anspruch auf eine Dauerkarte für die Spiele der Amateure. Das wird auch in der neuen Saison so sein. Der genaue Ablauf, wie man an eine Dauerkarte für die Amateure kommt, wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben.

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17.6.2004 - Aktuelle Infos des SFCV zum Trainingslager im Juli - © www.sfcv.de

Vom 5. bis 12. Juli befindet sich die Mannschaft des FC Schalke 04 im Trainingslager am Bodensee.

Hier ist ein Überblick über die Termine vor Ort:

Montag, 05.07.2004

Ankunft im Trainingslager in Gaienhofen/Hemmenhofen

Dienstag, 06.07.2004

„Uhren-Cup“ in Grenchen/Schweiz

20.00 Uhr: BSG Young Boys – S04

Mittwoch, 07.07.2004

FC 03 Radolfzell – S04

18.30 Uhr, Mettnaustadion Radolfzell

Freitag, 09.07.2004

„Uhren-Cup“ in Grenchen/Schweiz

20.30 Uhr: FC Basel – S04

Samstag, 10.07.2004

Blau-Weiße Nacht, 19.04 Uhr

Sonntag, 11.07.2004

FC Schaffhausen – S04

17.30 Uhr, Mettnaustadion Radolfzell

Montag, 12.07.2004

Ende des Trainingslagers

Die Mannschaft übernachtet im Hotel Hoeri in Gaienhofen/Hemmenhofen. Die täglichen Trainingseinheiten finden in Bankholzen-Moos im Mooswald statt. Während des Trainingslagers spielen die Knappen am 6. und 9. Juli zwei Partien im Rahmen des "43. Uhren-Cups" im schweizerischen Grenchen im Stadion Brühl (weitere Infos: www.uhrencup.ch). Außerdem finden zwei Testspiele im Mettnaustadion Radolfzell statt. Eintrittskarten für diese beiden Partien kann man auf der Homepage www.fc-radolfzell.de bestellen.

Der Höhepunkt für die Fans wird die traditionelle „Blau-Weiße Nacht" sein, die am Samstag, 10. Juli, stattfinden wird. Beginn ist um 19.04 Uhr.

ACHTUNG: Die Sonderfahrt des SFCV findet wegen zu geringen Interesses nicht statt!!! Wir klären derzeit, ob wir eine selbstorganisierte Tour machen!

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16.6.2004 - Schalke baut mit Bordon die neue Achse der Hoffnung - © WESTLINE

Er hatte sich von seinen alten Mitspielern längst verabschiedet, hatte seine Wohnung in Stuttgart gekündigt, das Gefühl sagte ihm schon vor Wochen, "ich gehe zum FC Schalke 04", nun kann er auch offiziell seine Koffer in Gelsenkirchen auspacken. Marcelo Bordon, der von seinen Gegenspielern gefürchtete Innenverteidiger des VfB, wechselt zum 1. Juli zu den Königsblauen.

Damit kann der FC Schalke 04 seine größte Baustelle in Sachen Personalplanung schließen. Ursprünglich lief Bordons Vertrag bei den Schwaben bis zum Sommer 2005. Bereits im Januar hatte der Brasilianer einen Vierjahres-Kontrakt im Anschluss an diesen Termin unterschrieben. Allerdings hatte der 28-Jährige bereits bei seinem ersten Gespräch mit den Schalkern betont, dass er schon ab 2004 in der Arena spielen möchte. "Diesen Wunsch haben wir ihm gerne erfüllt. Somit erhalten wir einen internationalen Spitzenmann und einen der besten Abwehrspieler Europas ein Jahr früher", betonte Rudi Assauer am Dienstag. Der Manager hatte zahlreiche Gespräche mit den Schwaben geführt, um Bordon frühzeitig loszueisen. "Am Ende ging es nur noch ums Geld", meinte Assauer. Nun ist die Hängepartie beendet, aber ganz preiswert dürfte die Angelegenheit für die Gelsenkirchener nicht sein. Letzten Schätzungen zufolge wird der FC Schalke 04 mindestens zwei Millionen Euro auf das Konto der bekannt sparsamen Schwaben überweisen müssen.

Aber es sollte sich auszahlen, denn mit der Verpflichtung Bordons ist ein weiterer Wunsch von Jupp Heynckes erfüllt. Und während anderswo nur gekleckert wird, hat Schalke nun doch mächtig geklotzt. Noch vor wenigen Monaten wehrte sich Assauer gegen jeden Brasilianer, nun bilden die Südamerikaner gleich die ganz neue Achse der Hoffnung. Hinten Bordon, in der Mitte Lincoln, vorn Ailton, neben Bordon noch der deutsche Meister Krstajic, bisher hat sich kein Bundesligist auch nur annähernd so intensiv verstärkt. Ausreden gelten ab sofort nicht mehr, aber vielleicht sind sie ja auch ab dem 1. Spieltag der neuen Saison überflüssig.

Gerd Strohmann

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15.6.2004 - Bordon wechselt sofort zu Schalke 04 - © www.schalke04.de

Abwehrspieler Marcelo Bordon wird den FC Schalke 04 nun doch schon ab der neuen Saison verstärken. Mit dem VfB Stuttgart, für den der Brasilianer seit 1999 gespielt hat, erzielte der Vorstand der Knappen heute Einigung über einen Transfer. Somit erhält Bordon nunmehr einen Fünfjahresvertrag mit dem FC Schalke 04 bis zum 30. Juni 2009.

Ursprünglich endete Bordons Vertrag mit dem VfB Stuttgart erst im Sommer 2005. Anschließend wäre er in jedem Fall ein Schalker geworden, denn bereits im Januar dieses Jahres hatte er einen entsprechenden Vierjahreskontrakt vorzeitig unterschrieben. "Marcelo hat uns aber bereits im allerersten Gespräch gesagt, dass er schon ab 2004 für uns spielen möchte. Diesen Wunsch haben wir ihm gerne erfüllt. Denn somit erhalten wir einen internationalen Spitzenmann und einen der besten Abwehrspieler Europas ein Jahr früher", freut sich S04-Manager Rudi Assauer über die Vollzugsmeldung.

Der FC Schalke 04 hat damit nach jetzigem Stand seine Einkäufe für die neue Saison abgeschlossen. Neben Bordon kommen bekanntlich noch Mladen Krstajic und Ailton vom deutschen Meister Werder Bremen sowie Lincoln vom 1. FC Kaiserslautern.

Bordon wurde am 7. Januar 1976 in Ribeiro Preto in Brasilien geboren. Er begann seine Karriere bei Botafogo Ribeiro Preto, bevor er zum FC Sao Paulo wechselte. Für den feierte er 1994 sein Profidebüt und war 1997 mit 21 Jahren schon Kapitän der Mannschaft. 1999 ging Marcelo José Bordon dann zum VfB Stuttgart. Für die Schwaben bestritt der 1,89 Meter große und 85 kg schwere Profi, der auch im Besitz der italienischen Staatsangehörigkeit ist, 129 Bundesligaspiele und schoss dabei elf Tore.

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15.6.2004 - Huub Stevens neuer Trainer in Köln - © Quelle unbekannt

Wieder einmal Unruhe bei den "Geißböcken": Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Marcel Koller getrennt. Dies gab der kurz zuvor neu gewählte Präsident Wolfgang Overath am Montagabend auf der außerordentlichen Hauptversammlung des rheinischen Klubs bekannt.

Neuer Trainer der Kölner ist der Niederländer Huub Stevens, der zuletzt bei Hertha BSC Berlin tätig war. Der Schweizer Koller hatte noch einen Kontrakt bis 2006 bei den Domstädtern, Stevens erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2005, der sich im Falle des direkten Wiederaufstiegs der Kölner automatisch um ein Jahr verlängert.

"Die Entscheidung ist mir schwer gefallen. Ich glaube, dass Marcel Koller ein guter Trainer ist. Ich glaube aber nicht, dass er dem Druck nach ersten Niederlagen standhält", sagte Wolfgang Overath zu den Gründen für den Wechsel. Koller war am 2. November an den Rhein gewechselt, hatte dort aber wenig glücklich agiert. In 23 Bundesligaspielen unter seiner Regie kam der FC nur zu vier Siegen.

Von Kollers Nachfolger Huub Stevens hält Overath viel: "Wir haben einen guten Trainer zu einem vernünftigen Preis. Ich habe die Entscheidung bewusst erst nach meiner Wahl bekannt gegeben. Huub Stevens hat sich fair verhalten und keine Forderungen gestellt."

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14.6.2004 - Neu beim SFCV - die Dauerkarte für Auswärtsspiele - © www.sfcv.de

Mit der „Auswärtsdauerkarte“ bietet der Schalker Fan-Club Verband zur Saison 2004/05 eine Neuheit an.

Das Angebot ist ausschließlich für Fan-Card Inhaber. Mit dem Auswärts-Dauer-Abo bekommt man automatisch immer die günstigste Kategorie für jedes Bundesliga-Auswärtsspiel.

Bis zum 15. Juni kann man die Auswärts-Dauerkarte mit dem Bestellformular für Eintrittskarten beim SFCV bestellen.

Die Dauerkarte kostet für Abholer 240 Euro, bei Versand 280 Euro. Der Betrag wird am 1. Juli abgebucht. Die Preise sind etwas höher angesetzt, da die offiziellen Preise der Vereine noch nicht bekannt sind.

Alle Abo-Inhaber bekommen am Ende der Saison eine genaue Abrechnung. Über den zuviel bezahlten Betrag bekommt man eine Gutschrift. Sollte wider Erwarten der Betrag höher sein, folgt natürlich eine Rechnung.

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9.6.2004 - Vorverkauf für 1. Heimspiel im UI-Cup beginnt - © www.schalke04.de

Am heutigen Mittwoch, den 9. Juni 2004 startet ab 9 Uhr der Vorverkauf der Tageskarten für das Heimspiel des FC Schalke 04 im Viertelfinale des UEFA-Intertoto-Cups am 17. oder 18. Juli in der Arena AufSchalke. Mögliche Gegner der Knappen sind der belgische Vertreter KAA Gent, Fylkir aus Island, die mazedonische Mannschaft von Vardar Skopje oder Ethnikos Achnas aus Zypern. In der letzten Spielzeit verzeichneten die Knappen bei den drei UI-Cup-Spielen einen Zuschauerrekord für diesen Wettbewerb, wollten doch insgesamt ca. 165 000 Besucher die drei Spiele in der Arena AufSchalke sehen.

Die Karten für den ersten Auftritt im UI-Cup sind ab morgen im S04 Service-Center auf der Geschäftsstelle des FC Schalke 04 zu Preisen zwischen 9 und 33 ? zu erhalten. Ebenso können die Karten telefonisch beim TicketTelefon unter der Rufnummer 01805-150810 (0,12 ?/Min.) oder im Internet unter www.arena-aufschalke.de geordert werden.

Die Eintrittskarten für die Heimspiele im UI-Cup sind im Preis für die Dauerkarten enthalten, so dass alle Dauerkartenbesitzer bereits ein gültiges Ticket für die Heimspiele in diesem Wettbewerb besitzen.

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5.6.2004 - Amas steigen ab - © dpa - Meldung vom 05.06.2004 16:50 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Die Amateure des FC Schalke 04 steigen aus der Fußball-Regionalliga Nord ab. Der Neuling verlor mit 2:4 (1:2) gegen den SC Paderborn 07 und muss als 16. mit 38 Punkten in die Oberliga.

Vor 800 Zuschauern schossen Tamas Hajnal (28.) und Mike Hanke (59.) die für die Gastgeber. Mahir Saglik (31./89.), Georgi Donkow (45.) und Wesselin Petkow Gerow (56.) sorgten für den Sieg der Gäste aus Paderborn.

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3.6.2004 - Ausstellung 'Am Ball der Zeit' in Speyer eröffnet - © www.am-ball-der-zeit.de

Die Ausstellung „Am Ball der Zeit – Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaften seit 1954“ wurde am 30. Mai 2004 in Speyer eröffnet. Die Ausstellung, ein Bestandteil der DFB-Jubiläumsfeierlichkeiten 2004 (50 Jahre Bern '54), ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und des Historischen Museums Pfalz und wird bis zum 17. Oktober 2004 in Speyer zu sehen sein.

Die Homepage zur diesjährigen Sonderausstellung des Historischen Museums der Pfalz "Am Ball der Zeit - Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaften seit 1954" ist nun auch im Internet abrufbar. Unter www.am-ball-der-zeit.de finden sich Informationen, Spiele, Geschichten und Bilder rund um die Ausstellung.

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2.6.2004 - Lincoln unterschreibt bei Schalke - Seitz geht nach Lautern - © dpa - Meldung vom 02.06.2004 17:49 Uhr

Gelsenkirchen (dpa) - Der Wechsel des brasilianischen Mittelfeldspielers Lincoln vom 1. FC Kaiserslautern zum Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 ist perfekt. Wie der Revierclub mitteilte, unterschrieb der 25-Jährige bei den Knappen einen Vierjahresvertrag bis zum 30. Juni 2008.

Im Gegenzug schließt sich Jochen Seitz, der erst im vergangenen Jahr vom VfB Stuttgart nach Schalke gekommen war, den Pfälzern an. Der ursprünglich bis 2006 datierte Vertrag wurde aufgelöst. Der 27-Jährige erhielt in Kaiserslautern einen Zweijahresvertrag plus Option.

Lincoln, der vor seinem Wechsel in die Pfalz 2001 für Belo Horizonte und Atletico Mineiro spielte, erzielte für Kaiserslautern in 53 Bundesligaspielen zwölf Tore. In der abgelaufenen Saison bestritt er wegen einer schweren Muskelverletzung nur sechs Erstliga-Einsätze. Schalkes Manager Rudi Assauer ist vom dritten Neuzugang für die kommendende Saison nach Mladen Krstajic und Ailton vom Meister und Pokalsieger Werder Bremen dennoch überzeugt. «Wenn er wieder da hinkommt, wo er vor seiner Verletzung war, haben wir einen sehr guten Fußballer verpflichtet. Wir sind zuversichtlich, dass er wieder zu seiner Form findet.» Der Brasilianer soll im Team von Trainer Jupp Heynckes die Spielmacherrolle übernehmen.

Derzeit absolviert Lincoln noch ein Rehabilitationstraining in seiner Heimat Brasilien. Bis eine Woche vor dem Trainingsauftakt am 28. oder 29. Juni wird er in Gelsenkirchen erwartet, um sich mit einem individuellen Trainingsprogramm auf die Saison mit den «Königsblauen» vorzubereiten.

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8. Mai 2004 - 65.000 feierten Geburtsparty in der Arena – Ovationen für die Eurofighter - © www.100-schalker-jahre.de

Fantastische Stimmung in der Arena AufSchalke! Stolze 65.000 Fans feiern gemeinsam mit dem FC Schalke 04 den Geburtstag des Traditionsclubs. Besonders gefeiert wurden natürlich die Protagonisten der 100 Schalker Jahre, vor allem Huub Stevens und die „Eurofighter“.

Riesiger Jubel brandete auf, als Huub Stevens gemeinsam mit Ebbe Sand, Niels Oude Kamphuis und Manager Rudi Assauer auf die Bühne kam. „Huub Stevens oho, Huub Stevens ohohoho“ skandierten die Zuschauer, und der ehemalige Trainer der Knappen war von den Ovationen begeistert. „Das ist rührend. Das ist ein super Empfang, aber diese Fans sind einfach einmalig, sie sind die besten Fans der Welt.“

Klaus Fischer und Rolf Rüssmann standen für die legendären Pokalsieger von 1972 auf der Bühne. Der Bundesliga-Rekordtorschütze der Königsblauen zeigte, dass er sein Handwerk nicht verlernt hatte. Frenetisch gefeiert von der Arena setzte Klaus Fischer gleich zweimal zu seinen gefürchteten Fallrückziehern an und spielte so Bälle ins Publikum.

Aber nicht nur die „72er“ waren Teil des Programms. Auch Günter „Oskar“ Siebert und Manni Kreuz als Vertreter der Meistermannschaft von 1958, Chef-Trainer Jupp Heynckes sowie die Gelsenkirchener Jungs Hamit Altintop, Michael Delura und Thomas Kläsener gehörten zu den Gesprächspartnern von ARD-Sportschaumoderatorin Monica Lierhaus.

Neben den Interviews standen natürlich die Show-Acts im Mittelpunkt der wohl größten Geburtstagsfeier Deutschlands. Pur und Mousse T. sorgten genau wie die Uwe Ochsenknecht Band für Party-Stimmung in der Arena AufSchalke.

Gänsehaut pur dann kurz vor 22 Uhr: Zu den Klängen von Right Said Freds „Stand up for the Champions“ marschierten die „Eurofighter“ von 1997 unter stehenden Ovationen in die Arena ein. Marc Wilmots, Olaf Thon, Youri Mulder, Ingo Anderbrügge, Yves Eigenrauch, Johan de Kock, Marco van Hoogdalem, Mike Büskens, der damalige Co-Trainer Hubert Neu und Huub Stevens sangen gemeinsam mit den Zuschauern: „Wir schlugen Roda, wir schlugen Trabzon...“.

Den emotionalen Abschluss des ersten Teils dieser einmaligen Geburtstagsparty, der live im WDR-Fernsehen übertragen wurde, steuerten die „Florians“ mit ihrem Gassenhauer „Königsblauer S04“ bei.

Anschließend wurde rund um die Arena AufSchalke gleich an mehreren Stellen ein gigantisches Höhenfeuwerk gezündet, ehe die Fans den Heimweg antraten.

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Mai 2004 - Arena bleibt ohne Abschrankungen im Stehplatzbereich - © Quelle unbekannt

Die Frage, ob auf Abschrankungen und Blockbildung in Sportstadien mit mehr als 10.000 Besucherplätzen verzichtet werden kann, ist nun geklärt.

Die NRW-Landesregierung teilte mit, dass keine Bedenken bestehen, auf Abschrankungen ganz oder teilweise zu verzichten, wenn der örtliche Ausschuss Sport und Sicherheit dem Sicherheitskonzept zustimmt. In der Versammlungsstättenverordnung wurde der entsprechende Paragraph geändert.

Für die Fans in der Nordkurve heißt es also glücklicherweise Entwarnung. Es bleibt natürlich auch in der neuen Saison bei der wichtigen Spielregel: Die Auf- und Abgänge müssen unbedingt freigehalten werden.




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