Erstaunlich schnell führte Trainer Ralf Rangnick den Traditionsclub in die Spitze der Bundesliga. Noch erstaunlicher erscheint sein lockerer Umgang mit dem mächtigen Manager Rudi Assauer. Zur vereinstypischen Gefühlsduselei passt er besser als erwartet.
Von der Coaching-Zone, seinem Arbeitsplatz für die herannahenden 90 Spielminuten, sind es nur ein paar Schritte bis zur Treppe, die ins Tiefgeschoss der Arena führt. Dort unten geht es, am Eingang zu den Mannschaftskabinen vorbei, immer geradeaus bis zur Glastür zu seinem kleinen Refugium.
Es ist die Kapelle im Gelsenkirchener Stadion, die einzige in einer Fußballstätte der Bundesliga. Hierher verdrückt sich der Trainer Ralf Rangnick, 46, seit seinem Dienstantritt vor knapp zehn Wochen bei Schalke 04 vor jedem Heimspiel.
Immer 15 Minuten vor dem Anpfiff, kurz bevor die Spieler vom Aufwärmen auf ihren Stollenschuhen herangestöckelt kommen, steht der Brillenträger aus dem schwäbischen Backnang für drei, vier Minuten vor dem schwarz-weißen Altarbild, das ein wildes Getümmel in der Arena zeigt.
Rangnick ist kein religiöser Mensch. Der Fußball-Lehrer, der zum Einstieg beim Traditionsclub im Ruhrgebiet eine fulminante Serie von sechs Siegen in der Bundesliga hinlegte, Schalke die Spur des Meisterschaftsfavoriten Bayern München aufnehmen ließ und auch in Uefa-Cup und DFB-Pokal im Rennen hielt, will in seinen stillen Momenten dennoch "Danke sagen". Er sieht sich "als Lebenssinnsucher" und wendet sich an eine Instanz, die er jetzt mal der Einfachheit halber "die Schutzengel" nennt. Manchmal sagt er "Fußballgott", er könnte das, was er meint, jedoch auch bloß "Gerechtigkeit" nennen.
Wenn man nur stark genug daran glaube, an diese Fußballgerechtigkeitsengel, und bereit sei, viel zu investieren, meint Rangnick, "dann bekommt man irgendwann etwas zurück, da glaube ich fest dran". Diesen Draht also müsse man pflegen, den "Draht zwischen Himmel und Erde".
Fußballgott, Gerechtigkeit, Himmeldonnerwetter. Die frommen Wünsche schwirren wieder nur so durch das einstige Kohlenrevier. Denn erstmals seit jenem unheilvollen 19. Mai lässt Rangnicks Elf die Fangemeinde vom großen Titel träumen.
Am 19. Mai 2001 wähnten sich Mannschaft und Anhang vier Minuten lang als Deutscher Meister, bis im fernen Hamburg ein spätes Tor für den FC Bayern den Jubel im Gelsenkirchener Parkstadion als gigantischen Irrtum entlarvte. Es war "der schönste Tag meines Lebens", sagte Ebbe Sand, einer der wenigen im Club verbliebenen Profis, die damals die Illusion des Triumphs kosteten, "und der schrecklichste dazu".
An jenem Tag ging der Glaube an Fußballgötter und Gerechtigkeit einstweilen verloren. Sand, 32, ist überzeugt, dass "die Wunde" nur heilen könne, wenn er die Meisterschale in Händen hält.
Es war Rangnick, der oft auf seine Verstandeskraft reduzierte Gefühlsmensch ("Jeder denkt: Nickelbrille gleich Soziologiestudent"), der den Schalkern das Gottvertrauen in die Erreichbarkeit bedeutender Ziele zurückgab. Der als Stratege bekannte Coach hat taktisch gar nicht so viel verändert, doch während sein Vorgänger Jupp Heynckes mit seinem Hang zur Personalrotation den Besten ungewollt ihre Entbehrlichkeit demonstrierte, redet Rangnick seinen Spielerstamm beständig stark.
Heynckes dokterte mit Akribie an den Schwächen und wies den Profis Unzulänglichkeiten beim Passspiel oder bei den Körperfettanteilen nach. Rangnick sieht darüber hinweg. Er erlaubt ein abendliches Gläschen Campari Orange an der Hotelbar, und er "hat uns sofort gesagt, dass wir gut sind", berichtete der Däne Sand.
Das neue Selbstvertrauen hat auch schon die Fanszene erfasst. Unter den Gleisen des Gelsenkirchener Hauptbahnhofs, wo der Becher Bier nur einen Euro kostet, lebt schon das Spielsystem des "Schalker Kreisels" aus der erfolgreichen Ära Fritz Szepans und Ernst Kuzorras in neu entdeckten Evergreens wieder auf: "Wer kreist so wie ein Falke? Der FC Schalke, der FC Schalke." Jedenfalls wollen alle fest an die Schutzengel glauben.
Gott habe ihm zu diesem Wechsel geraten, eröffnete Marcelo Bordon, gläubiger brasilianischer Abwehrchef, der aus Stuttgart kam. Und nicht wenige Beobachter haben den Eindruck, dass in der Schalker Mannschaft tatsächlich irgendetwas Besonderes passiert. Wenn die Spieler sich in den Sekunden vor dem Anstoß gegenseitig anfeuern wollen, dann klatschen sie sich nicht ab wie anderswo die Kollegen, sondern nehmen sich gleich in den Arm. Und wenn der geltungsbedürftige Stürmer Ailton ausgewechselt wird, weil er zuweilen einfach ausgewechselt werden muss, ist zu erkennen: Am Schalker Großprojekt, die brasilianische Diva zu domestizieren, arbeiten rund 60.000 mit großem Eifer mit.
Mitspieler kommen dann herbeigeeilt, um Ailton das Haupt zu streicheln, in der ganzen Arena erheben sich die Besucher von ihren Sitzen, um schmunzelnd dem kapriziösen Star zu huldigen - so wie sie jetzt auch immer in Jubel ausbrechen, sobald sich der Egoist mal im Dienst der Mannschaft an der Kärrnerarbeit in der Defensive beteiligt. Alle wissen, dass ein gut gelaunter Ailton schneller in Form kommt.
Wenn er sich dann trotzdem aus Protest gegen seine Auswechslung kurz an die Stirn tippt, ignoriert das der Trainer: "Da hat er sich wohl am Kopf gekratzt", kommentierte Rangnick jüngst gefasst.
Mit kickenden Diven kennt sich der ausgebildete Sport- und Englischlehrer nach nunmehr 22 Trainerjahren aus. Beim VfB Stuttgart resignierte er noch im Machtkampf mit dem Spielmacher Krassimir Balakow. Der Bulgare, besorgt um seine Sonderrechte wie extrabreite Hotelbetten, warf brüllend seine Kapitänsbinde auf den Kabinenboden.
Rangnick, der Kommunikator, hat seither gelernt, mit Stars noch mehr zu kommunizieren. Und die Pause nach seiner Entlassung bei Hannover 96 im März hat er nicht nur zur Hospitanz bei AS Rom und Arsenal London genutzt. Er hat sich in dieser Zeit auch fest vorgenommen, sich in seinem Beruf "nicht mehr zu ärgern".
Doch wenn der Vater zweier Jungen kurz vor Spielbeginn die Kapelle aufsucht, will er dort "Ruhe tanken". Seine Unerschütterlichkeit muss nämlich trainiert werden. Der Teilhaber eines Reha-Zentrums in Böblingen neigt im Grunde dazu, sich zu verzetteln. "Nimm die Hektik aus deiner Arbeit", rief ihm neulich der allgegenwärtige Manager Rudi Assauer zu. "Wir haben dich nicht eingekauft, um das Hotel zu buchen und den Bus zu bestellen. Das haben wir hier schon im Griff."
Schalke-Macher Assauer, 60, sitzt in seinem verqualmten Büro und blickt vom Schreibtisch auf den kühlschrankgroßen Humidor, in dem seine Davidoffs lagern wie in einem Safe. Wegen Leistenbeschwerden hat er seit ein paar Tagen keinen Sport treiben können, und deshalb ist er schlecht gelaunt.
So hat er neulich Spieler wie Hamit Altintop als "Versager" beschimpft und der ARD wegen angeblicher Bevorzugung des Konkurrenten FC Bayern bei Live-Übertragungen vorgeworfen, sie wolle "fetten Gänsen noch den Arsch schmieren". Nun lobt der Patriarch den Trainer vergleichsweise überschwänglich: "Der Ralf", sagt er jetzt, nachdem er ihn anfangs "Rolf" genannt hat, "der macht es schon ganz gut. Er ist ein schlauer Mensch." Allerdings ist er kürzlich zu spät zur gemeinsamen Pressekonferenz erschienen, und so verfügt Assauer nun, allenfalls halb im Scherz: "Er muss noch einiges lernen, zum Beispiel Pünktlichkeit."
Wo in Schalke ihre Grenzen liegen, erfuhren Rangnick und sein Assistent Mirko Slomka bereits vorigen Monat, als sie die Anbieter eines Computersystems zur Spielanalyse ins Trainingslager einluden. "Das Ding wird eh nicht gekauft", knurrte Assauer, "erst recht nicht, weil ihr mich nicht informiert habt."
Mit derlei sturer Befehlsgewalt kam im zum Konzern expandierten Arbeiterclub nicht jeder zurecht. Heynckes wollte selbst bestimmen, wo das Team vor Heimspielen Quartier bezieht und wer bei der Mannschaftspräsentation zum Saisonstart auf die Bühne darf. Assauer suchte mit dem sperrigen Rangnick-Vorgänger jedoch nie die Konfrontation. Er zog sich schmollend zurück - bis er den Trainer im September überraschend entließ.
Auch wegen der gewollten Distanz zu Heynckes sitzt der Manager seit Saisonbeginn in der Arena nicht mehr am Spielfeldrand, sondern neben Ehrengästen auf der Tribüne. Jetzt, da er sich während der Partie nicht mehr abreagieren kann wie früher, als er sich in Rufweite zum Gegner und Schiedsrichter aufhielt, kommt er manchmal in seltsamer Tobsuchtsstimmung in die Kabine gestürmt. Im Betreuerstab wird deshalb erwogen, den Manager künftig auf eine Entspannungszigarre ins Teamarzt-Zimmer umzuleiten, bevor man ihn auf die Mannschaft loslässt.
Rangnick nimmt auch solche Schrulligkeiten im an Folklore ohnehin nicht armen Club mit erstaunlicher Gelassenheit. Er weiß noch nicht wirklich, wie er Rügen wegen Zuspätkommens einzuschätzen hat, aber er kann auch Niederlagen - nicht zuletzt mit der Belastung durch die Fülle von Aufgaben in drei Wettbewerben - plausibel erklären. Und er trifft beim Chef erstaunlich lässig den richtigen Ton.
Als Assauer polterte, die Partie gegen Budapest sei "das schlechteste Heimspiel" in seiner Managerzeit gewesen, konterte Rangnick kühl: "Du hast aber ein schlechtes Gedächtnis." Und als Assauer drei Tage später den Sieg gegen Bielefeld als besten Auftritt "seit Monaten" pries, fuhr ihm der Trainer über den Mund: "Das hast du vor vier Wochen gegen Stuttgart auch gesagt."
Staunend wie ein Praktikant läuft Ralf Rangnick bisweilen über das riesige Clubgelände, nur dass ihm aus der Qualität der ihm zugewiesenen Mannschaft plötzlich große Verantwortung erwächst: Wenn er grobe Fehler vermeidet, das ahnt er mittlerweile, könnte er das Praktikum vielleicht mit einem kolossalen Erfolg abschließen, den alle ersehnen. "Vielleicht sogar sein Meisterstück", traut ihm Assauer zu.
Der Autodidakt Rangnick, im Jahr der letzten Schalker Meisterschaft (1958) geboren, hat immer schon schneller als andere gelernt. Der neugierige Beobachter, der es als Spieler nur in die Oberliga schaffte, führte einst als Trainer-Überflieger beim Zweitliga-Aufsteiger SSV Ulm Begriffe wie "ballorientierte Raumdeckung" in den Wortschatz deutscher Fußballfans ein. Sein oberlehrerhaftes Gebaren legte er ab, nachdem ihm 1998 ein allzu dozierender ZDF-Auftritt an der Taktiktafel mehr Hohn als Respekt eingetragen hatte.
Er habe "nicht mehr diesen missionarischen Eifer", bekennt er. In Stuttgart regten ihn noch Vereinspartner auf, die Jungprofis in der Kabine Rabatte beim Autokauf anboten. Und als er im Trainingslager im österreichischen Schruns zur Überraschung heimlich die Spielerfrauen im Bus herbeikarren ließ, musste er erkennen: Die Profis, für den anberaumten freien Tag mehrheitlich schon anderweitig verabredet, waren gar nicht so begeistert.
So flitzte der vom Boulevard als "Professor" belächelte Novize im Crashkurs durch die Welt des Profifußballs. Heute will sich Rangnick nicht mehr in Scharmützeln aufreiben wie in Hannover mit dem Präsidenten Martin Kind. In Schalke weiß er immer, in welcher Sakkotasche der Anstecker des Sponsors liegt, den er sich ans Revers heftet, sobald er eine Kamera erblickt. Und er weiß auch, was sein Publikum hören will. Etwas kokett offenbarte er bei seiner Antrittsrede, dass die Spieler sich jetzt vor dem Anstoß mit dem alten Bergarbeitergruß "Glückauf" aufmunterten.
Und nach einem Sponsorentreffen im "Glückauf-Club" in der Arena gab er vor, überrascht zu sein: Nicht nüchterne Geschäftsleute ohne emotionale Bindung zum Verein habe er dort angetroffen, wie er das von früheren Stationen gewohnt war. Sondern: "Das waren alles Schalker - was immer das bedeutet."
Längst ist dem Zugereisten klar, dass es sich da nicht nur um eine Bezeichnung von Herkunft und Gesinnung handelt. Die Leute im Ruhrpott meinen, es sei eine Konfession.
Von Jörg Kramer
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05.12.2004 - Schalke siegt im Revier-Derby in Dortmund - © sid - So 05 Dez, 20:01 Uhr
Ailton lässt Schalke 04 weiterhin von der Herbstmeisterschaft träumen und stößt den Erzrivalen Borussia Dortmund noch tiefer ins sportliche Dilemma. Mit seinem sechsten Saisontreffer in der 17. Minute entschied der Brasilianer das 124. Revierderby mit 1:0 (1:0) zugunsten der Königsblauen, die einen Spieltag vor dem Hinrundenende der Bundesliga nach Punkten zum Tabellenführer Bayern München aufschlossen. Den Dortmundern droht nach der dritten Heim-Niederlage noch vor der Winterpause der Absturz auf die Abstiegsränge.
Nach den vernichtenden Kritiken der vergangenen Wochen versuchten sich die Schwarz-Gelben, die seit nunmehr sechs Jahren oder zwölf Spielen (zuletzt 3:0 am 14. November 1998) auf einen Sieg über den westfälischen Nachbarn warten, mit aggressivem Spiel von der ersten Minute an Respekt zu verschaffen. Doch dem Kampf der Mannschaft von Trainer Bert van Marwijk setzten die Schalker beim neunten Sieg in den vergangenen zehn Bundesliga-Auftritten Qualität und spielerische Klasse entgegen. Nach dem Treffer durch Ailton besaß Nationalspieler Gerald Asamoah (28.) schon vor der Halbzeit die große Möglichkeit, das emotionsgeladene Duell vor 83.000 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion für sich zu entscheiden.
Bis auf jenen Blackout beim 0:1 wirkte die BVB-Defensive sehr konzentriert, was man jedoch bei den Angreifern vermisste. Torchancen der Dortmunder waren Mangelware, bis Coach van Marwijk seine Truppe in der Halbzeit aufweckte. Endlich im Stile einer Heimmannschaft mit großem Angriffsdruck agierend, erspielte sich der BVB mehrere Möglichkeiten, die jedoch Ewerthon und Jan Koller kläglich vergaben.
Fast zwangsläufig ergaben sich für die Schalker Kontermöglichkeiten, die sie jedoch fast fahrlässig ungenutzt ließen. Mit viel Glück überstand Schalke die Drangperiode nach der Halbzeit, zumal der eingewechselte Marcus Steegmann in der 76. Minute mit einem Kopfball nur die Latte traf. Ansonsten waren es die Dortmunder Youngster wie auch der 17 Jahre alte Marc-Andre Kruska, die sich in dieser emotionsgeladenen Partie bestens verkauften. Zumindest in der zweiten Halbzeit feierten die Borussen halbwegs Versöhnung mit den Fans. Einer der treibenden Kräfte nach dem Wechsel war der eingewechselte Florian Kringe, der Initiator einiger brenzeliger Szenen im Schalker Strafraum war.
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05.12.2004 - Schalke 04 jetzt punktgleich mit Bayern München - © dpa - Meldung vom 05.12.2004 19:39 Uhr
Düsseldorf - Der eigentlich wertlose Titel «Herbstmeister» ist umkämpfter denn je und wird erst am letzten Hinrunden-Spieltag der Fußball-Bundesliga entschieden.
Nach dem enttäuschenden 2:2 von Bayern München beim 1. FC Nürnberg im 170. Derby muss der deutsche Rekordmeister aus München wieder um seine Spitzenposition in den Weihnachtsferien fürchten. Der FC Schalke 04 hat mit dem 1:0-Triumph im Revier-Duell bei Borussia Dortmund punktemäßig zu den Bayern aufgeschlossen (je 33), den VfB Stuttgart von Platz zwei verdrängt und den BVB dank Ailtons «Tor des Tages» tiefer in den Tabellen-Keller gestoßen.
Auch die Schwaben können den Münchner Rivalen dank des eigenen 5:2 gegen den VfL Bochum mit einem Sieg im direkten Duell noch abfangen. «Wenn wir so spielen, ist auch in München was drin», meinte VfB-Schlussmann Timo Hildebrand.
Die Stimmung bei Bayerns Führungsriege nach dem unnötigen Remis im Frankenstadion war wenig vorweihnachtlich. «Wenn wir den Anspruch haben, Meister zu werden, müssen wir so ein Spiel gewinnen», nörgelte Trainer Felix Magath nach dem Spiel gegen seinen Ex-Club. Auch Manager Uli Hoeneß war stocksauer, weil die Elf trotz 2:1-Führung den Sieg noch aus der Hand gab. Zumal der «Club» nach «Gelb-Rot» für Andreas Wolf (24.) 50 Minuten lang einen Spieler weniger auf dem Feld hatte, ehe Hasan Salihamidzic («Rot» wegen Notbremse/74.) für personellen Gleichstand sorgte und das 2:2 von Ivica Banovic (Foulelfmeter) ermöglichte.
«Nürnberg war doch schon tot», schimpfte Hoeneß, und Magath erkannte: «Statt des 3:1 haben wir dem Gegner ein Weihnachtsgeschenk gemacht.»
Ungleich schlechter erging es am torreichsten Spieltag der Saison (33) dem neuen Schlusslicht SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach. 0:6 lauteten die niederschmetternden Ergebnisse. Der konsternierte Borussen-Coach Dick Advocaat, der erst vor einigen Wochen Holger Fach abgelöst hatte, konnte sich nach dem «halben Dutzend» bei Hertha BSC nicht an ein ähnliches Debakel in seiner Laufbahn als Vereinstrainer erinnern. Kapitän Christian Ziege sprach nach dem Untergang von «der schlimmsten Klatsche meiner Karriere» und einem «vollkommenen Desaster». Torhüter Darius Kampa flogen die Bälle nur so um die Ohren und konnte einem Leid tun. «Eine Katastrophe», stammelte Kampa.
Nicht minder schlecht erging es dessen Freiburger Kollege Richard Golz. Dabei war der lange Keeper bei der Demütigung durch Meister Werder Bremen noch der beste SC-Spieler. «Wir sind nicht mehr in der Lage, den Ball kontrolliert zu spielen», stellte Golz ernüchtert fest. Die Freiburger Fans, ausgestattet mit «Drei-Punkte-Mützen» im Nikolausstil, bewiesen beim 0:6 wenigstens Galgenhumor. «Das Licht geht aus, wir geh'n nach Haus. Rabimmel, rabammel, rabumm», sangen sie aus Leibeskräften. Die Hoffnung, den abermaligen Bundesliga-Abstieg noch abzuwenden, schwindet zusehends. Dennoch ist eine Trennung von Trainer Volker Finke im Breisgau kein Thema. «Einer, der 14 Jahre lang seine Stärken so einbringt, der hat sie im 15. Jahr nicht verloren», betonte Präsident Achim Stocker.
Bester Laune waren dagegen die Bremer, insbesondere der dreifache Torschütze Angelos Charisteas. Der oft auf der Bank schmorende Grieche vertrat den verletzten Ivan Klasnic vor dem Champions-League-Spiel beim FC Valencia glänzend. «Wir sind gut vorbereitet auf die Partie in Valencia», sagte Coach Thomas Schaaf, der sich am «schönen Fußball» seiner Elf erfreute.
Das tat auch Ewald Lienen beim 2:0 von Hannover 96 beim Hamburger SV. «Man hat schon fast keine Worte mehr, wie super und aggressiv sie spielen», lobte Lienen seine Akteure. Die auf Platz vier gekletterten Niedersachsen (28 Punkte) können nun ebenso auf einen UEFA-Cup-Platz schielen wie die nachfolgenden Teams aus Bremen und Wolfsburg (beide 27), Berlin und Leverkusen (je 25).
Die Bayer-Profis wären noch viel weiter vorn, würden sie sich beim Toreschießen nicht nur auf die zweite Spielhälfte beschränken. Beim 2:1 gegen Ex-Tabellenführer VfL Wolfsburg gelang es ihnen schon zum zwölften Mal in der Saison, einen 0:1-Rückstand noch in einen Sieg umzumünzen. «Das mache ich nicht mehr lange mit. Bei jedem Rückstand ärgere ich mich mehr», stöhnte Leverkusens Coach Klaus Augenthaler.
Ärger stand auch bei Arminia Bielefeld auf dem Programm. Beim 1:1 gegen Hansa Rostock stand Referee Peter Sippel im Fokus, weil er dem Aufsteiger zwei vermeintlich klare Elfmeter verwehrte und eine Tätlichkeit von Ronald Maul an Fatmir Vata übersah. Keine Chance hatte Bundesliga-Neuling FSV Mainz 05 beim 0:2 beim 1. FC Kaiserslautern.
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05.12.2004 - Das Derby - Vorweggenommener Spielbericht - © sml / Westline.de
Sonntag, der 05.12.2004
Ganz Dortmund will den Derbysieg, aber kriegt ihn nicht. Von allen Seiten strömen die Massen ins Stadion, keiner will die erneute Niederlage verpassen.
Der intellektuell meist limitierte Stadionsprecher gibt eine Kostprobe seines Könnens, nur unterbrochen von der Sangesdarbietung einer eilig am Hauptbahnhof zusammengetriebenen Gruppe rumänischer Bettelkinder (hier wird jetzt knallhart gespart). So mancher ahnt, daß dies die beste Dortmunder Darbietung des Abends bleiben wird.
17.30 Uhr
Anpfiff durch Schiedsrichter Fandel, der im Rahmen der Schiedsrichterbetreuung heute die passende Rolex zum Daimler aus dem Vorjahr überreicht bekommt.
17.35 Uhr
Gambino gelingt es in den gegnerischen Strafraum zu schleichen. Ohne Ball und Gegner im Umkreis von fünf Metern stürzt er zu Boden, der gewohnt starke Schiedsrichter Fandel zeigt ohne zu Zögern auf den ominösen Punkt.
17.36 Uhr
Jan Koller will es besser machen, als dreizehn Monate zuvor und donnert das Leder in den Nachthimmel. Uli Hoeness vergießt eine sentimentale Träne.
17.40 Uhr
Eine Kombination über sechzehn Stationen verursacht Schwindelgefühle bei Sebastian Kehl. Nachdem er sich an der Außenlinie übergeben hat, kehrt er auf das Spielfeld zurück um das Schalker Führungstor nach einem Sololauf seines Gegenspieler Lincoln mitzuerleben.
17.45 Uhr
Marcelo Bordon nimmt im eigenen Strafraum eine harmlose Flanke mit der Brust an. Schiedsrichter Fandel zögert keine Sekunde und erkennt auf Handelfmeter für Borussia Dortmund. Ewerthon schnappt sich den Ball, sein Schuß geht hart und platziert zwei Meter am Tor vorbei.
17.48 Uhr
Der erste lange Ball erreicht das brasilianische Kraftpaket Ailton und nach einem kurzen, aber ungleichen Sprintduell mit Christian Wörns, landet der Ball zum 0-2 im Netz.
17.55 Uhr
Tomas Rosicky und Jan Koller stoßen im Schalker Strafraum zusammen. Der konsequente Schiedsrichter Fandel gibt den Elfmeter. Tomas Rosicky läuft an, und trifft immerhin den Pfosten. Die Dortmunder Chancenverwertung nähert sich der Optimierung.
17.59 Uhr
Sebastian Kehl versucht seine Laune nach dem zehnten Beinschuß durch Lincoln zu verbessern, grätscht den Brasilianer an der Seitenlinie brutal um und fliegt vom Platz. Die Fehlpassquote der Schwarz-Gelben nimmt hierauf deutlich ab.
18.01 Uhr
Christian Pander schlägt den anschließenden Freistoß knallhart in den Strafraum. Roman Weidenfeller wirft beim Versuch den Ball zu fangen, diesen zum 0-3 ins eigene Tor und wird fortan von den eigenen Fans, die abgesehen von den ersten fünf Minuten, schweigend das Spiel verfolgen, unbarmherzig ausgepfiffen.
18.05 Uhr
Frank Rost steht beschäftigungslos am eigenen Fünfmeterraum. Schiedsrichter Fandel erkennt auf "faul im Strafraum" und gibt Elfmeter. Christian Wörns tritt beim Schuß in den Boden, so daß Rost keine Mühe hat, den harmlosen Ball aufzunehmen.
18.09 Uhr
Ein dreifacher Doppelpass zwischen Ailton und Ebbe Sand, der die Dortmunder Abwehr wie Slalomstangen aussehen lässt, zwingt Sand aus drei Metern freistehend auf 0-4 zu erhöhen. So richtig will es bei den Schalker Angreifern heute nicht laufen.
18.15 Uhr
Der mitleidige Mladen Kristajic stellt Ewerthon im Strafraum ein Bein. Schiedsrichter Fandel entscheidet nach langer Diskussion mit seinem Assistenten und Krstajic ("Ja, es war ein Foul") auf Elfmeter. Sunday Oliseh schlenzt den Ball knapp am Tor vorbei.
18.16 Uhr
Halbzeit. Angesichts des Spielstandes ist das Pfeifkonzert von der Südtribüne überraschend verhalten. Die Schalker Anhänger bekommen langsam Probleme den Sieg angemessen zu feiern. ("So fiel kann doch keina trinken.")
18.30 Uhr
Die Hinrichtung geht weiter.
18.32 Uhr
Der eingewechselte Dämel spielt einen katastrophalen Rückpass in den Lauf des furiosen Ailton, der Weidenfeller mit einem eleganten Hüftschwung ausspielt und auf 0-5 erhöht.
18.40 Uhr
Torhüter Rost prallt unglücklich mit Christian Poulsen zusammen. Schiedsrichter Fandel entscheidet auf Strafstoß. Dede winkt freundlich zur gegnerischen Bank und knallt den Ball raffiniert weit am Tor vorbei.
18.47 Uhr
Möglicherweise ist die Vorentscheidung gefallen. Der bereits mit gelb vorbelastete Dämel foult Asamoah im Strafraum, was ihm die gelb-rote Karte und den Schalkern einen überraschenden Elfmeter einbringt. Frank Rost verwandelt souverän mit der Hacke zum 0-6.
18.50 Uhr
Frank Rost pflückt einen Eckball sicher herunter, Schiedsrichter Fandel hat es gesehen und pfeift Handelfmeter. Der eingewechselte Lars Ricken drängelt sich zum Elfmeterpunkt und schießt gewohnt unmotiviert in die Arme von Rost.
18.55 Uhr
Trainer Ralf Rangnick hat Mitleid mit dem Gegner und bringt Klaus Fischer und Günter Siebert für Sand, Lincoln und Ailton.
18.56 Uhr
Mit seiner ersten Ballberührung erhöht "Forelle" aus 40 Metern, über den zu einer Fußabwehr aus dem Tor geeilten Weidenfeller hinweg, auf 0-7.
18.57 Uhr
Die Südtribüne beginnt sich zu leeren. Unverständlich, daß man ein spannendes Spiel so früh verlässt um nicht im Stau stehen zu müssen.
19.00 Uhr
Schiedsrichter Fandel stolpert nahe des Schalker Strafraums und entscheidet auf Elfmeter.Der eingewechselte Otto Addo läuft an, erleidet aber kurz vor dem Ball einen Kreuzbandriß. Rost hat keine Mühe den in seine Richtung rollenden Ball anzunehmen.
19.06 Uhr
Christian Poulsen versucht von Rechtsaußen zu flanken, verreißt aber komplett, so daß der Ball direkt ins Toraus fliegt. Schiedsrichter Fandel erkennt auf Eckball.
19.07 Uhr
Klaus Fischer verwandelt den Eckball per Fallrückzieher zum 0-8.
19.15 Uhr
Einen Schuß von Kobiaschwili kann Christian Wörns auf der Linie nur mit der Hand abwehren. Schiedsrichter Fandel gibt Elfmeter für Dortmund. Da keiner der Schwarzgelben den Elfmeter schießen will, legt sich Frank Rost den Ball zurecht und trifft ins Tor. Schiedsrichter Fandel erkennt das Tor nicht an, da ein Dortmunder zu früh losgelaufen ist.
19.16 Uhr
Schlusspfiff. Die Südtribüne ist unter dem Rauch der zahllosen brennenden Fahnen nicht mehr zu erkennen. Auf der Gegenseite analysiert man die mäßige Leistung gegen einen überforderten Gegner. ("an die Schonxenfawertunk müssen se abba noch wat tun.")
Montag 06.12.2004
Vereinspräsident Dr. Rauball gibt die Auflösung des BV 09 Borussia Dortmund bekannt.
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04.12.2004 - Schalke bangt um den Einsatz von Krstajic - © dpa - Meldung vom 04.12.2004 16:33 Uhr
Gelsenkirchen - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 bangt vor dem Revierderby bei Borussia Dortmund um den Einsatz von Abwehrspieler Mladen Krstajic.
Der Ex-Bremer musste nach 45 Minuten das Abschlusstraining wegen muskulärer Verspannungen im Nacken abbrechen. Trainer Ralf Rangnick hofft dennoch, Krstajic in Dortmund einsetzen zu können. Falls der Nationalspieler Serbien und Montenegros dennoch ausfallen sollte, würde der Pole Tomasz Waldoch seine Position in der Innenverteidigung übernehmen.
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04.12.2004 - Moneten, Macht und Missgriffe oder Warum sich das Kräfteverhältnis zwischen zwei Kult-Clubs umkehrt - © www.zdf.de 04.12.2004 11:06:31
Nicht einmal 40 Kilometer liegen zwischen dem Dortmunder Rheinlanddamm und dem Ernst-Kuzorra-Weg in Gelsenkirchen. Doch sportlich und wirtschaftlich sind die dort beheimateten Kultvereine Borussia Dortmund und Schalke 04 derzeit Lichtjahre voneinander entfernt. Am Sonntag (Anstoß 17.30 Uhr) steigt zwischen den beiden Clubs die 124. Auflage des prickelndsten Derby-Klassikers im deutschen Profi-Fußball.
Spätestens seit dem Finanzskandal um den BVB hat der Erzfeind aus Gelsenkirchen die Vormachtstellung im Revier übernommen. Bis dahin galt Borussia Dortmund als Synonym für solide kaufmännische Unternehmensführung und anfangs auch für Weitblick, siehe Börsengang.
Forderung als Bumerang
Was dem Traditionsverein und dessen Führungspersonal mehr als ein Jahrzehnt zur Ehre gereicht und den Respekt der ganzen Branche heraufbeschworen hatte, prallt jetzt wie ein Bumerang auf den krisengeschüttelten Club und die Verantwortlichen zurück.
"Das, was Präsident Niebaum immer gefordert hatte, und sich schließlich in der Gründung der AG mit all ihren Offenlegungspflichten manifestiert hat, bricht ihm jetzt das Genick," sagt Dietrich Schulze-Marmeling, Fußball-Soziologe und -Historiker gegenüber ZDFonline.
"Ein Mythos"
Ganz anders sieht Schulze-Marmeling jetzt die Perspektiven beim königsblauen Nachbarn. Er ist überzeugt, dass sich aus dem lange brach liegenden Vermarktungspotenzial etwas machen lässt: "Schalke 04 ist der Verein für die Autofahrer. Die Zuschauer kommen von weit her und folgen dem Mythos, der sich - quasi als Legendenbildung - vor allem aus der Vorkriegszeit speist und von Generation zu Generation weiter getragen wird."
"Schalke 04 ist der Verein für die Autofahrer."
Wohingegen sich das Kult-Image von Borussia Dortmund erst viel später in den 50er und vor allem 60er Jahren herausbildete und bis heute vorwiegend regional verwurzelt blieb.
Falscher Maßstab
Vor allem letzteres ist ein Fakt, den die BVB-Spitze nach Meinung von Schulze-Marmeling mit fatalen Folgen ignoriert hat. "Der BVB wollte sich mit Vereinen wie Barcelona messen, statt sich zunächst realistischere Ziele zu setzen und eine dauerhafte Marktführerschaft in Deutschland anzustreben. Dabei hat der Verein irgendwann den Kompass verloren." Folgenreicher Wendepunkt in der Erfolgskurve war im Nachhinein betrachtet die verpasste Champions-League-Qualifikation in der Saison 2002/03.
Dass lediglich ein verschenkter Sieg im letzten Spiel gegen Cottbus den notwendigen zweiten Platz - und das anschließende Scheitern im Relegationsspiel gegen den FC Brügge auch den nachträglichen Einzug in die Königsklasse kostete, ist vor allem deshalb so tragisch, weil dadurch ein riesiges Millionenloch in der Vereinskasse klaffte.
Finanzielle Drahtseilakte
Dabei hatte die BVB-Führung nichts anderes getan als das, wofür der Verein zuvor gelobt wurde und Manager Michael "Moneten"-Meier zweimal vom "kicker" zum Bundesliga-Manager des Jahres gewählt wurde: Nämlich durch "Risikobereitschaft und Beharrlichkeit" die sportlich erfolgreichste Zeit der schwarz-gelben Clubgeschichte eingeleitet zu haben, wie die Deutsche Presse-Agentur 1999 schrieb.
Dass der Verein dabei Geld ausgab, das er noch gar nicht besaß, entspricht ja durchaus dem unternehmerischen Kalkül in der freien Wirtschaft. Im Profi-Fußball geht die Rechnung jedoch nur auf, wenn am Ende der sportliche Erfolg steht, der bekanntlich schwer kalkulierbar ist. Den hatte der BVB bis dato erreicht, wodurch finanzielle Drahtseilakte (Stadionfinanzierung, überteuerte Verpflichtungen, überhöhte Gehälter) lange Zeit kaschiert worden sind.
Charakterprüfung als Knackpunkt
Vor allem bei der Personalpolitik beweist Schalke-Manager Assauer "offenbar mehr Fingerspitzengefühl", so Schulze-Marmeling. "Die sogenannten Charakterprüfungen bei Neueinkäufen spielen bei den Knappen eine größere Rolle als beim Reviernachbarn."
Den richtigen Riecher hatte der Schalke-Macher auch schon 2000 mit der Verpflichtung des damaligen Dortmunders Andreas Möller bewiesen, der "mehr Spielkultur in den Schalker Kampf - und Rackerfußball" brachte. Möller war sowohl für Dortmund als auch für Schalke ein vereinsübergreifender Entwicklungshelfer, sagt Schulze-Marmeling.
Auf den Spuren der Dortmunder
Dass die momentane Entwicklung der Schalker durchaus Parallelen zu der von Dortmund aufweist, will Schulze-Marmeling gar nicht verschweigen. "Die Gehälter einzelner Profis stoßen in unrühmliche BVB-Dimensionen vor, und die langfristige Verpfändung von Eintrittsgeldern an Investitionspartner ist nicht ganz unproblematisch. Dass Schalke im Gegensatz zum Börsenverein Dortmund unbehelligter wirtschaften kann, verführt noch stärker zu einer riskanteren Finanzpolitik. Sollten sie jedoch am Ende dieser Saison die internationalen Wettbewerbe erreichen, ist der Verein vorerst aus dem Gröbsten heraus."
Dann hätte Assauer in den Augen der Öffentlichkeit geschafft, was man lange Zeit den Dortmundern gutgeschrieben hatte: Nämlich den erfolgreichen Spagat zwischen solider Unternehmenspolitik und dem Führen eines Fußballclubs mit all seinen emotionalen Unwägbarkeiten.
Das Risiko
Aber was passiert, wenn irgendwann in Schalke die Stürmer nicht treffen und fortwährender Misserfolg die Verantwortlichen zu finanziellem Vabanque-Spiel treibt? Den Beleg dafür haben die Königsblauen schwarz auf gelb nur unweit von der eigenen Haustür.
Dietrich Schulze-Marmeling ...
... lebt in Altenberge bei Münster und arbeitet als Autor und Lektor für den Göttinger Verlag "Die Werkstatt". Seit seiner Kindheit ist der 47-Jährige, der in der Nähe von Dortmund aufgewachsen ist, begeisterter Fußball-Fan. Seine bekanntesten Bücher sind "Der gezähmte Fußball. Zur Geschichte eines subversiven Sports", "Die Bayern. Vom Klub zum Konzern. Die Geschichte eines Rekordmeisters" sowie "Und du stehst immer wieder auf... Die Geschichte von Borussia Dortmund".
Frank Schmidt
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03.12.2004 - "Niederlage nie erlebt" - © www.westline.de
Gelsenkirchen - Wer mag, kann sich seit dem Frühjahr im Schalker Fan-Shop ein T-Shirt kaufen. Aufdruck: "Im August 2004 werden erstmals Kinder eingeschult, die noch nie im Leben eine Niederlage gegen den BVB erleben mussten." Daneben wird in Zahlen und Daten an die letzten 13 Schalker Pflichtspiele gegen Borussia Dortmund erinnert.
Die hat Schalke nämlich allesamt nicht verloren - und weil es unter den S 04-Fans auch gewiefte Statistiker gibt, wurden in dem Protokoll der guten Laune auch DFB-Pokal- und Ligapokalspiele mit aufgelistet. Erinnert wird zum Beispiel an...
...den Schalker 4:0-Sieg in Dortmund am 23. September 2000. Der BVB war so verwirrt, dass Heinrich ins eigene Tor traf. Böhme, Mpenza und Sand erzielten die "richtigen" Tore für eine phänomenal aufspielende S 04-Mannschaft. Mittendrin statt nur dabei: Olaf Thon in seinem letzten großen Spiel für Schalke...
...den 2:0-Erfolg im Ligapokal-Halbfinale 2001. Victor Agali war von Hansa Rostock nach Schalke gewechselt - ein Erfolgs-Transfer war das insgesamt sicher nicht, aber gegen Dortmund wusste Agali gleich, was sich gehört: Er erzielte beide Tore...
...den 1:0-Erfolg am 15. September 2001. Der Beweis dafür, dass auch in der frisch eröffneten Arena Siege gegen den BVB möglich sind. Dass ausgerechnet der Ex-Dortmunder Andreas Möller das Tor erzielte, machte die Sache nicht unsympathischer - aus Schalker Sicht natürlich...
...den 1:0-Sieg am 31. Januar 2004 in Dortmund. Ebbe Sand hatte während der ganzen Hinrunde nicht ein mickriges Törchen erzielt, da kam ihm der BVB im ersten Rückrundenspiel gerade recht. In der 89. Minute schoss der eingewechselte Däne das Schalker Siegtor. Die Dortmunder waren geknickt - schließlich hatten sie durch zwei Elfmeter durch Koller und Frings vorher genug Chancen. Rost hielt beide Elfer - so etwas kommt bei den Schalker Fans an.
Am 14. November 1998 hat Dortmund übrigens zum letzten Mal gegen Schalke gewonnen, ein gutes halbes Jahr später wechselte Gerald Asamoah zum FC Schalke 04. Er gehört - wie die im August eingeschulten Kinder - zu der Generation, die mit Schalke noch nie gegen den BVB verloren haben: "Und das", verspricht Schalkes Stürmer mit einem besonders breiten Derby-Grinsen, "wird auch nicht passieren." Ralf Rangnick hätte nichts dagegen, wenn die Schalker Erfolgs-Story im Revier-Schlager weitergehen würde. Der Trainer weiß, dass die Arbeitsleistungen der S04-Übungsleiter zum großen Teil daran gemessen werden, wie sie mit der jeweiligen Schalker Mannschaft gegen den BVB abschneiden. Udo Lattek beispielsweise hat als Trainer "auf Schalke" nicht unbedingt Maßstäbe gesetzt, was den Erfolg angeht. Aber seit er 1992 mit den "Königsblauen" 2:0 in Dortmund gewann, ist er bei den Schalker Fans Kult - bis heute.
Derby-Premiere für Ralf Rangnick
Rangnick hat mit Stuttgart in Dortmund gespielt, auch mit Hannover. Mit Schalke noch nicht. "Wenn die Atmosphäre dort in diesem Spiel noch besser ist als ohnehin schon, dann kann man sich da wirklich drauf freuen." Allerdings ahnt Schalkes Trainer, dass die Partie trotz oder gerade wegen der prekären Dortmunder Situation kein Selbstläufer wird: Der BVB, vermutet Rangnick, wird seine letzte Chance, sich am Ende einer verkorksten Hinrunde wieder mit den Fans versöhnen zu wollen, unbedingt nutzen wollen. Und was will Rangnick? Einen "Dreier". Denn: "Es wäre schön, wenn wir schon vor dem letzten Hinrundenspiel gegen Freiburg unsere angepeilten 33 Punkte hätten."
Geht dieser Plan auf, wächst die Chance, dass die oben erwähnten Schulkinder auch beim Sprung in die zweite Klasse noch immer nicht wissen, wie das so ist, wenn Schalke gegen Dortmund verliert.
BVB: Weidenfeller - Madouni, Wörns, Brzenska, Jensen - Kehl, Kringe, Dede (Kruska) - Rosicky - Koller, Ewerthon.
Schalke: Rost - Altintop (Kamphuis), Bordon, Krstajic, Pander - Poulsen, Lincoln, Kobiashvili - Asamoah, Sand, Ailton.
Norbert Neubaum
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03.12.2004 - Einstimmung aufs Derby - © www.blutgraetsche.de
Hier das Vorspiel:
So läuft dat dießmal
Es sieht schlecht aus, für das Spiel, das seit gut fünfzig Jahren als das Derby schlechthin gilt, Schalke gegen Dortmund.
Abgesehen davon, daß die Spiele in den letzten Jahren unter der Vorhersehbarkeit der Ergebnisse leiden, haben die Schwarz-Gelben einen raffinierten Weg gefunden, sich für die nächsten zwanzig Jahren vor regelmäßiger Prügel zu drücken, ihr wisst schon... Flucht in die Ober-(oder doch Kreis?) liga.
Vorhersehbar wie das Ergebnis ist für den Insider der gesamte Spielverlauf, darum muß heuer niemand bis zum Sonntag warten. Bitteschön, hier kommt vorab und exklusiv der (Vor- und) Spielbericht zum Derby.
Mittwoch, der 01.12.
Auf dem Borsigplatz treffen sich Dortmunder aller Alterskategorien. Ergraute Herren in nie gewaschenen Kutten erzählen von den alten Zeiten und vom Metzias, der bald eintreffen wird, alleine auf dem Feld stehend die Gegner der Borussia besiegt, die Schulden aus eigener Tasche bezahlt und alles gut werden lässt.
Einige Zuhörer holen sich schnell an der nächsten Bude ein Bier auf Latte und erzählen die alten Geschichten vom Metzias, der in einem längst vergangenen Zeitalter selber gespielt haben soll. Die Jüngeren lachen sie aus, und murmeln mit dem Finger an der Stirn von Aberglauben, Sagen und Legenden.
Donnerstag, der 02.12.
Schalke siegt im UEFA-Cup bei Feyenoord Rotterdam mit 3-0, und zieht als Gruppensieger in die Runde der letzten Zweiunddreißig ein, wo attraktive Gegner mit tollen Reisen und unglaublichen Einnahmemöglichkeiten auf die Gelsenkirchener warten.
Zeitgleich wird in der Dortmunder Innenstadt auf einer Großleinwand das Spiel von Alemannia Aachen übertragen. Da Nahaufnahmen konsequent weggeblendet werden, merkt zunächst niemand, daß da gar nicht Borussia spielt. Erst nach einem 4-0 mit großem Kampf und toll herausgespielten Toren werden viele der Anwesenden misstrauisch.
Freitag, der 03.12.
Die Geschäftsführung der KGaA hat aus alten Fehlern gelernt und beschreitet neue Wege um die Einnahmesituation zu verbessern: im Umkehrschluss der eigenen getätigten Geschäfte kauft man Marcio Amoroso für 20 Millionen Euro von Malaga zurück, um ihn für 15 Millionen im Jahr zurückzuverleasen. Leider sind die Spanier froh den Stinkstiefel los zu sein, und verweigern die Unterschrift unter den Leasingvertrag. Der Brasilianer nutzt die Gelegenheit um sein schmerzendes Knie an der Copacabana zu erholen.
Samstag, der 04.12.
Die konspirative Fangruppierung „Voodoo-Inferno Scharnhorst“ dringt heimlich in die „Arena auf Schalke“ ein, um zur Beendigung der sieglosen Serie drei von tibetanischen Jungfrauen bei Vollmond unter linksgerührtem fließend Wasser rituell geschlachtete Schweine im Mittelkreis zu vergraben. Nach stundenlanger harter Arbeit und dem Verlust mehrerer Schaufeln und Spitzhacken gibt die selbsternannte Priesterschar ihr Vorhaben erschöpft auf. Am nächsten Tag wird die Rasenwanne wieder ins Stadion gefahren und die Kratzer auf dem Betonboden sind nicht mehr auszumachen.
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02.12.2004 - Arena strahlt wieder - Blau-Licht beim Landeanflug - © www.westline.de
Gegen Ende einer Flugreise ging IHK-Geschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing beim Anflug auf Düsseldorf ein Licht auf: "Da unten muss Gelsenkirchen sein. Aber die Arena strahlt ja gar nicht mehr." Bald leuchtet sie wieder, auch wenn Schalke nicht spielt.
Nach der Arena-Eröffnung im August 2001 stand die Arena "AufSchalke" auch dann im weit strahlenden blauen Licht da, wenn Schalke nicht spielte. Rund 400 Neonröhren, die die Arena wie ein blaues Band umspannen, leuchteten am Abend und in der Nacht auf Hochtouren, rund um die Uhr. Nett anzuschauen, aber natürlich auch nicht ganz billig - auch ein Traditionsverein wie der FC Schalke 04 muss auf seine Stromrechnung achten.
Also setzten sich die Verantwortlichen der "Königsblauen" einige Monate nach der Arena-Eröffnung zusammen und entschieden: "Zu teuer." Das blaue Arena-Band leuchtete nun nur noch bei und direkt nach Veranstaltungen in der Arena. Anschließend herrschte rund um das Schalker Schmuckstück wieder tiefe Dunkelheit. Schulte-Uebbing mochte sich damit nie anfreunden. Schließlich, so seine Meinung, habe das blaue Lichtband eine Signalwirkung für ganz NRW gehabt.
Da kam Schulte-Uebbing der Auftritt von Harry Roels gerade recht. Roels, Vorstandsvorsitzender der RWE AG, referierte im November bei der 150-Jahre-Jubiläumsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen in Buer u. a. über die regionale Verantwortung des Energieversorgers.
Idee entstand bei Rede von Roels
Da konnte Schulte-Uebbing nicht mehr anders ("Die Gelegenheit musste ich nutzen"). Als Moderator der anschließenden Gesprächsrunde beim IHK-Feiertag verwarf er seine ursprüngliche Einstiegsfrage, lenkte die Aufmerksamkeit von Roels auf ein Bild von Gelsenkirchen im Dunkeln - und regte an, dass die RWE AG die Energiekosten für das blaue Arena-Lichtband doch eigentlich sponsern könnte. Roels war interessiert.
Er und RWE nahmen Kontakt zum Schalker Vorstand auf, der legte gleich eine Kostenrechnung vor. 1500 Betriebsstunden pro Jahr (also ca. fünf Stunden am Tag) als Basis genommen verursacht das blaue Neon-Band jährliche Stromkosten in Höhe von ca. 7000 Euro. Die übernimmt RWE zunächst für ein Jahr, ab 1. Januar 2005 ist die Arena abends also wieder weiträumig gut sichtbar. Das ist übrigens auch der einzige Sinn des schmucken Leuchtbandes - einen funktionalen Zweck erfüllt es nicht.
Roels und RWE haben Wort gehalten, die Arena strahlt, Schalke freut sich. Der Verein bekommt wieder sein eigenes Blau-Licht beim Landeanflug. Und muss sich trotzdem keine Sorgen mehr wegen der Stromrechnung machen.
Norbert Neumann / Martin Theine
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02.12.2004 - Ohne Randale: Fan-Rivalitäten bei Schalke und BVB - © dpa - Meldung vom 03.12.2004 10:59 Uhr
Dortmund/Gelsenkirchen - Echte Fans von Borussia Dortmund oder von Schalke 04 nehmen den Namen der Nachbarstadt nicht einmal in den Mund. «Schlacke» sagen die einen, «Doofmund» die anderen.
Schalke und der BVB sind nicht nur Traditionsvereine, auch die Rivalität zwischen beiden Fußball-Clubs hat eine lange Geschichte. Warum die Fans des einen Clubs die des anderen seit Jahrzehnten nicht mögen, weiß BVB-Urgestein Norbert Dickel auch nicht so genau. «Vielleicht lag es daran, dass Schalke vor rund 50 Jahren so erfolgreich war und wir nicht», sagt der ehemalige Spieler und heutige Stadionsprecher der Dortmunder. «Könnte sein, dass damals einiges hochgekocht ist.» Heute gehöre das eben zur Tradition der Clubs dazu. «Solange kein echter Hass im Spiel ist, ist das okay», sagt Dickel.
Der ehemalige Schalke-Profi Olaf Thon sieht die Konkurrenz nicht unbedingt negativ: «Ich persönlich habe gegen den BVB immer die besten Spiele geliefert, da konnte ich immer noch das Quäntchen zusätzlich an Leistung abrufen.» Den 4:0-Sieg der Schalker im Dortmunder Westfalenstadion sieht er als «einen Höhepunkt» in seiner Laufbahn. Thon und Dickel können sich aber auch noch daran erinnern, dass vor rund 25 Jahren die Rivalität der Anhänger auch zeitweise in Gewalt umschlug. «Da ging es nur um Randale», sagt Thon.
«Früher waren Jagdszenen rund um die Spiele gang und gäbe, heute ist das moderater», sagt Jürgen Hanspaul, seit 1964 Schalker Fan. «Ich glaube, dass sich das Verhältnis 1997 ein wenig gebessert hat, als beide Clubs ihre großen Erfolge hatten.» In dem Jahr gewann Schalke den UEFA-Pokal, Dortmund die Champions League. Auch Wolfgang Flüchter, Vorsitzender des BVB-Fanclubs Oeventrop-Freienohl bei Arnsberg, sieht das heutige Verhältnis positiv. «Wir sind sogar gemeinsam mit Schalke-Fanclubs gegen Gewalt tätig geworden», sagt er. Zudem hätten auch die Fan-Betreuer beider Vereine in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet.
Eines hat sich aber auch bei Flüchter nicht geändert: «Wenn Schalke verliert, ist die Befriedigung immer sehr groß», sagt er. Und das nicht nur vor dem Derby beider Clubs am 5. Dezember in Dortmund. Gleiches gilt für Hanspaul: «Wenn der BVB in irgendeinem Spiel drei Punkte lässt, ist das schon irgendwie ein gutes Gefühl.» Eine Einschränkung muss aber im Moment sogar der Schalker machen: «Wenn man sich ansieht, was für finanzielle Probleme der BVB im Moment hat, tun die einem schon fast ein wenig Leid.»
Auch Thon hofft, dass der Nachbarverein bald wieder besser da steht: «Ich wünsche dem BVB für die Zukunft, dass er seine Probleme bald beheben kann.» Dickel schickt zwei Wünsche in Richtung Gelsenkirchen: «Ich wünsche den Schalkern für die Zukunft viel Erfolg - und immer mindestens einen Tabellenplatz hinter dem BVB.»
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02.12.2004 - Rangnick zornig: "Hochmut kommt vor dem Fall" - © www.westline.de
Rotterdam - Spät am Abend erhielt Mike Hanke noch eine Kuscheleinheit. Ralf Rangnick nahm seinen jungen Stürmer in den Arm, "er ist mit mir noch einmal die Szenen durchgegangen und hat gelacht", berichtete der 21-Jährige mit unbewegter Miene.
Ihm war gar nicht zum Lachen, und er konnte und wollte nicht getröstet werden. Drei dieser hundertprozentigen Torchancen hatte der junge Mann auf dem Fuß, nicht ein Mal fand der Ball den Weg ins Tor. "Ich bin völlig frustriert", meinte er, er war mehr als der große Pechvogel, Mike Hanke fühlte sich als Loser.
Dabei war er in einer stellenweise gleichgültigen, fast arroganten Schalker Elf einer der wenigen Lichtblicke. Allenfalls Ralf Rangnick schien nach dieser selten überflüssigen Niederlage bekümmert, teilweise sogar zornig. Zwei Dinge müssten kurz erwähnt werden, betonte der Chef-Trainer, "Übermut tut selten gut", grollte er, und "Hochmut kommt vor dem Fall".
Ob diese Weisheiten so stimmen, lassen wir dahingestellt, an diesem Abend hatten sie einen ganz großen Wahrheitsgehalt. Schalke hatte sich schon für die Runde der letzten 32 im UEFA-Cup qualifiziert, da lockt manchen Berufs-Fußballer gern einmal ein kleiner Schlendrian, da spielt man halt einen schlampigen Pass. So fiel das 1:1 nach einem katastrophalen Abspiel von Poulsen, da griff Pander viel zu nachlässig ein. Fertig war die 1:2-Niederlage.
Ebbe Sand hatte nach der Partie eigens seine Brille aufgesetzt, nun war der richtige Durchblick gefragt. Ob er denn sicher sei, dass am Sonntag, im Derby beim Borussia Dortmund, der Schalter einfach so umgelegt werden könne. "Davon bin ich überzeugt", sagte der Däne. Gerald Asamoah weiß offenbar schon mehr. Ob er schon einmal gegen den BVB verloren habe, wurde er gefragt. "Nee", meinte der Nationalspieler, "das wird auch nicht passieren." Dann muss ja am Sonntag kein Schalker getröstet werden.
Gerd Strohmann
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02.12.2004 - Slavia Prag wartet auf Geld von Schalke 04 - © dpa - Meldung vom 02.12.2004 16:41 Uhr
Prag - Der tschechische Fußball-Erstligist Slavia Prag hat dem FC Schalke 04 mangelnde Zahlungsmoral vorgeworfen. Spätestens am 18. August hätte der Bundesligist rund 500 000 Euro für den Tschechen Filip Trojan überweisen müssen, sagte Slavia-Sprecher Alexandr Kliment.
Trojan, der derzeit beim VfL Bochum unter Vertrag steht, war vor vier Jahren von Prag nach Gelsenkirchen gewechselt. Auch wegen der ausstehenden Summe sei Slavia finanziell etwas unter Druck, sagte Kliment. Presseberichten in Prag zufolge droht dem derzeitigen Tabellen-Vierten der tschechischen Liga wegen nicht bezahlter Rechnungen ein Punktabzug.
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02.12.2004 - BVB vor Derby gegen Schalke unter Druck - © dpa - Meldung vom 02.12.2004 13:56 Uhr
Dortmund - Michael Meier spricht vom «wichtigsten Spiel der Saison», Michael Zorc von der größten Chance zur Wiedergutmachung und Bert van Marwijk von einem ultimativen Charaktertest für seine Profis.
Das Derby gegen den FC Schalke 04 birgt für das Bundesliga-Sorgenkind Borussia Dortmund Gefahren und Chancen zugleich. Geht der Revier-Klassiker verloren, droht eine Zuspitzung der ohnehin prekären Lage. Ein Sieg könnte dagegen erheblich zur Deeskalation beitragen. Nicht nur bei Sportmanager Michael Zorc wächst die Anspannung: «Vor einem solchen Spiel braucht man niemanden zu motivieren. Die ganze Stadt lechzt nach einem Sieg gegen Königsblau.»
Nie war der Druck beim BVB vor dem Duell mit dem Erzrivalen größer. Der neue Präsident Reinhard Rauball leitete bereits einen Klimawechsel ein. Zusammen mit Trainer van Marwijk nahm er sich in einer halbstündigen Krisensitzung das zuletzt enttäuschende Team zur Brust. «Dabei haben wir die 50 klarsten Worte gewählt, die die deutsche Sprache hergibt - um alle Dinge zu bereinigen, die es zu bereinigen gibt», sagte der Niebaum-Nachfolger voller Hoffnung auf eine Trendwende.
Doch die scheint in weiter Ferne. Nach wie vor sorgt der wankende Branchenriese fast täglich für negative Schlagzeilen. Die jüngste Absage eines US-Investors, der beim geplanten Rückkauf des Westfalenstadions eine führende Rolle spielen sollte, vergrößerte die Not der Geschäftsführung. Darüber hinaus störte Reservist Lars Ricken mit seiner deutlichen Kritik an van Marwijk die Vorbereitung. Zur Strafe warf ihn der Niederländer aus dem Kader für das Derby. «Das konnte ich nicht einfach so hinnehmen», sagte van Marwijk.
Nicht nur Ricken bekam dessen Verärgerung zu spüren. Der bisher trainingsfreie Mittwoch ist ab sofort gestrichen, die Stammplatzgarantie für diverse Stars in Gefahr. Der Sinneswandel des leidgeprüften Trainers macht Sinn: Nur der erste Sieg gegen Schalke seit dem 14. November 1998 kann verhindern, dass auch seine Arbeit zunehmend in Frage gestellt wird. Manager Meier hofft, dass die prickelnde Derby-Atmosphäre den blutleeren Profis zu mehr Leidenschaft verhilft: «Da kann sich keiner hängen lassen.»
Sicher kann sich der Manager jedoch nicht sein. Allzu oft blieben ähnliche Appelle ohne Wirkung. Selbst die Revolte der BVB-Fans nach der Heimniederlage gegen den Hamburger SV am 23. Oktober riss die hoch bezahlten Profis nur für zwei Spiele aus ihrer Lethargie. Unmissverständlich forderte Mittelfeldspieler Florian Kringe seine Mitstreiter zu mehr Engagement auf. «Gegen Schalke muss der Baum brennen.»
Wesentlich gelassener blickt die Konkurrenz aus Gelsenkirchen der Partie entgegen. Ungeachtet der 1:2-Niederlage im UEFA-Cup-Spiel bei Feyenoord Rotterdam strotzt der Schalker Nationalspieler Gerald Asamoah vor Selbstbewusstsein: «Ich bin optimistisch. Wir haben gegen Dortmund lange keine Niederlage erlebt. Das wird auch am Sonntag nicht passieren.»
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02.12.2004 - Rangnick fordert Besserung ein - © dpa
Vor dem Derby gegen Borussia Dortmund herrscht auf Schalke dicke Luft. Zu sehr hatte sich Trainer Ralf Rangnick über die mangelnde Chancenauswertung seines Teams im UEFA Cup-Spiel gegen Feyenoord Rotterdam geärgert. Der Schalke-Coach fordert Besserung von seinem Team.
"Übermut tut selten gut und Hochmut kommt vor dem Fall", bemühte der Schwabe zwei alte Weisheiten, um die lasche Vorstellung der ersatzgeschwächten Elf auf europäischem Boden zu beschreiben.
Für das Prestige-Duell gegen den BVB wird es auf jeden Fall einige Änderungen in der Anfangsformation geben. Im Gegensatz zum lustlos auftretenden Ailton wird wohl Mike Hanke wieder ins zweite Glied rücken müssen. Der 21-Jährige tat sich gegen Rotterdam trotz eines Tores eher durch das Auslassen selbst größter Chancen hervor.
Wie auch einige andere Profis konnte er seine Einsatzchance nicht nutzen, um sich für weitere Aufgaben zu empfehlen. Ein vernichtendes Urteil über die "Reserve" fällte Manager Rudi Assauer, ohne allerdings Namen zu nennen: "Einige haben gezeigt, dass sie nicht die Klasse haben, die sie zu haben glauben."
So werden beim BVB wieder diejenigen auflaufen, die in den vergangenen Wochen maßgeblich an der Erfolgsserie beteiligt waren und auf europäischer Bühne ganz oder teilweise geschont wurden. Die angeschlagenen Marcelo Bordon und Lincoln sind nach ihrer Verschnaufpause sicher dabei. "Für Sonntag bin ich zuversichtlich", sagte Clubarzt Thorsten Rarreck.
Der Partie gegen den sportlich wie finanziell am Abgrund stehenden Erzrivalen gilt laut Rangnick fortan die "ganze Konzentration". Und auch der Däne Ebbe Sand betonte, dass die Priorität eindeutig dem 124. Ruhrpott-Vergleich gilt. Bei diesem Prestigeduell spiele der gegenwärtige Tabellenstand - Schalke ist Zweiter, der BVB auf Rang 13 - "überhaupt keine Rolle". Allerdings reise man als Favorit zum Nachbarn. Sand: "Wir sind sehr selbstbewusst. Und Dortmund steht stark unter Druck. Das müssen wir ausnutzen."
Unterdessen wird Niels Oude Kamphuis von Feyenoord Rotterdam umworben. "Es ist richtig, wir hatten Kontakt. Feyenoord ist ein großer Club, aber sie wollen mich als rechten Verteidiger. Die Position spiele ich in Schalke auch seit Jahren, sehe mich aber eher im Mittelfeld", sagte Oude Kamphuis der Zeitschrift RevierSport.
Schalke will den zum 30. Juni 2005 auslaufenden Vertrag mit Oude Kamphuis zwar verlängern, doch mit diesem Ansinnen blitzte Manager Rudi Assauer in der vergangenen Woche beim Spieler ab. "Wir haben ihm klar signalisiert, dass wir ihn hier gerne weiter sehen wollen. Niels ist aber ein eigener Typ. Bei ihm fehlt uns ein klares Bekenntnis zum Verein", sagte Team-Manager Andreas Müller. "Ich lasse alles auf mich zukommen. Neben Feyenoord haben sich noch ein paar andere Clubs gemeldet", entgegnete Kamphuis.
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02.12.2004 - Schalke-Coach nach 1:2 in Rotterdam sauer - © www.yahoo.de
Rotterdam (dpa) - Erstmals in seiner Amtszeit beim FC Schalke 04 war Trainer Ralf Rangnick richtig sauer. Vier Tage vor dem Revierderby bei Borussia Dortmund passte dem 46-Jährigen die unnötige 1:2-Pleite im letzten UEFA-Pokal-Gruppenspiel bei Feyenoord Rotterdam nicht in den Kram.
«Übermut tut selten gut und Hochmut kommt vor dem Fall», bemühte der Schwabe zwei alte Weisheiten, um die lasche Vorstellung der ersatzgeschwächten Elf zu beschreiben. Zwar war Schalke bereits vor der Partie für die K.o.-Runde der letzten 32 Teams qualifiziert, doch nach dem feststehenden Verlust der Spitzenposition in der Gruppe A wollte Rangnick nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Zumal nun am 17. Dezember in Nyon ein «Hammerlos» für die nächste Runde im Februar winkt.
«Wenn man aus fünf hochkarätigen Chancen nur ein Tor macht, ist das zu wenig. Nach unserer Führung war Feyenoord spürbar verunsichert, aber wir haben dem am Boden liegenden Gegner wieder in den Sattel geholfen», ärgerte sich der Coach. Beim Auslassen selbst größter Möglichkeiten tat sich ausgerechnet Mike Hanke hervor, der mit dem 1:0 in der 7. Minute den Schalker Europacup-Torrekord von Marc Wilmots (9 Treffer) eingestellt hatte. «Wenn ich direkt nach dem 1:1 die Hundertprozentige verwerte, mache ich sicher noch mehr Tore. Aber ich habe zu lange über die vergebene Chance gegrübelt», gab Hanke selbstkritisch zu. Dennoch gehörte der 21-Jährige noch zu den engagiertesten Knappen im Stadion «De Kuip», wurde sogar von Rangnick in der Kabine in den Arm genommen.
Doch im Gegensatz zum lustlos agierenden Brasilianer Ailton muss Hanke im Westfalenstadion sicher wieder ins zweite Glied rücken. Wie auch andere Profis, die ihre Einsatzchance nicht nutzen konnten. Ein vernichtendes Urteil über die «Reserve» fällte Manager Rudi Assauer, ohne allerdings Namen zu nennen: «Einige haben gezeigt, dass sie nicht die Klasse haben, die sie zu haben glauben.»
So werden beim BVB wieder diejenigen auflaufen, die in den vergangenen Wochen maßgeblich an der Erfolgsserie beteiligt waren und gegen die eigentlich eher harmlose Elf von Ruud Gullit ganz oder teilweise geschont wurden. Die angeschlagenen Marcelo Bordon und Lincoln sind nach ihrer Verschnaufpause sicher dabei. «Für Sonntag bin ich zuversichtlich», sagte Clubarzt Thorsten Rarreck.
Der Partie gegen den sportlich wie finanziell am Abgrund stehenden Erzrivalen gilt laut Rangnick fortan die «ganze Konzentration». Das werde ein «ganz anderes Spiel», versicherte auch Ebbe Sand, der wie Gerald Asamoah in der zweiten Spielhälfte kam, weil der erst 19- jährige Feyenoord-Stürmer Salomon Kalou die Sorglosigkeit der Schalker Defensive bereits zwei Mal (32./41.) eiskalt ausgenutzt hatte. Doch den Ausgleich schaffte Schalke nicht mehr.
«Wir waren zu lässig. Das darf nicht vorkommen», mahnte Sand, der aber auch die «schwierige Motivation» vor der Partie als Ursache für die zweite Niederlage im 15. Pflichtspiel unter Rangnick ausmachte. «Wir waren ja schon durch.» Der Däne betonte, dass die Priorität eindeutig dem 124. Ruhrpott-Vergleich gilt. Bei diesem Prestigeduell spiele der gegenwärtige Tabellenstand - Schalke ist Zweiter, der BVB auf Rang 13 - «überhaupt keine Rolle». Allerdings reise man als Favorit zum Nachbarn. Sand: «Wir sind sehr selbstbewusst. Und Dortmund steht stark unter Druck. Das müssen wir ausnutzen.»
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02.12.2004 - Schalke verspielt den Gruppensieg - © www.sport1.de
Rotterdam - Schalke 04 hat mit einer Niederlage beim Jubiläum auf europäischer Bühne den Gruppensieg in der Zwischenrunde des Uefa-Cups verspielt.
Der bereits für die nächste Runde qualifizierte Fußball-Bundesligist verlor am Mittwoch beim 14-maligen niederländischen Meister Feyenoord Rotterdam 1:2 (1:2) und muss sich jetzt als wahrscheinlicher Gruppenzweiter in der Runde der letzten 32 Teams auf ein Duell mit einem "Absteiger" aus der Champions League einstellen.
Am letzten Spieltag trifft der FC Basel auf Feyenoord - und ein der beiden Mannschaft wird auf jeden Fall vor Schalke stehen.
Im 75. Europapokalspiel der Vereinsgeschichte war der Uefa-Cup-Sieger von 1997, der ohne vier Stammspieler in die Partie gegangen war, zwar durch "Mr. Europacup" Mike Hanke früh in Führung gegangen (7.).
Ein Doppelschlag von Salomon Kalou von der Elfenbeinküste (32. und 41.) brachte dem Team des früheren Europameisters Ruud Gullit den Sieg und das sichere Weiterkommen.
Für Ralf Rangnick war es nach zwölf Siegen in 14 Pflichtspielen erst die zweite Niederlage als Schalke-Coach.
"Wir haben nach der überlegenen ersten Viertelstunde fast schon überheblich gespielt und einen verunsicherten Gegner ins Spiel zurück verholfen. Wir hatten neben dem Tor fünf hundertprozentige Chancen, mehr bekommt man in Rotterdam nicht. Daraus hätten wir mehr machen müssen", analysierte Rangnick.
Vor der Partie, die unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen stattfand, war es indes zu einigen Zwischenfällen gekommen. Die niederländische Polizei nahm dabei 18 Randalierer fest. Ob darunter auch Schalker Fans waren, blieb unklar. Die S04-Anhänger waren allesamt per Zug angereist und wurden von den Sicherheitskräften weitgehend abgeschirmt.
Die Königsblauen erwischten vor 48.000 Zuschauern im Stadion De Kuip einen Start nach Maß. Bereits in der siebten Minute erzielte Mike Hanke die Führung für die Elf von Trainer Ralf Rangnick.
Nach einer Ecke von Sven Vermant und einer Kopfballverlängerung von Christian Poulsen schoss Feyenoord-Verteidiger Patrick Mtiliga Hanke an, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie beförderte.
Für den 21-Jährigen war es in seinem elften Europacup-Spiel bereits das neunte Tor, er zog dadurch mit Marc Wilmots an der Spitze der Schalker Rangliste gleich.
Der frühe Rückstand schockte die Niederländer, die zunächst das Schalker Tor nicht in Gefahr brachten. Torhüter Frank Rost musste nur bei einem Freistoß von Dirk Kuijt eingreifen (16.).
Wie aus heiterem Himmel fiel der Ausgleich in der 32. Minute, als Salomon Kalou den S04-Keeper überwand. Zuvor hatte Poulsen einen Fehlpass gespielt.
Die beste Chance zur erneuten Schalker Führung vergab Hanke, der frei vor dem Rotterdamer Tor an Schlussmann Patrick Lodewijks scheiterte (35.). Stattdessen waren die Gastgeber in der 41. Minute zum zweiten Mal erfolgreich.
Per Kopf war erneut Kalou der Torschütze zum 2:1. Drei Minuten später verhinderte Rost mit einer Fußabwehr gegen Dirk Kuijt das mögliche 3:1.
Auch nach dem Seitenwechsel sorgte Hanke für die Schalker Aufreger. Nach einem Hackentrick von Niels Oude Kamphuis scheiterte er aber erneut an Lodewijks (50.), in der 67. Minute schoss er aus 16 Metern über das Tor.
Rangnick hatte zu Beginn der zweiten 45 Minuten Nationalspieler Gerald Asamoah als dritte Spitze eingewechselt, der vier Tage vor dem 124. Revierderby in Dortmund wie der Däne Ebbe Sand zunächst eine Pause erhalten hatte.
Immerhin war die Partie in Rotterdam für die Schalker bereits das 30. Pflichtspiel der Saison. Sand kam erst in der 64. Minute für Ailton. Die beiden angeschlagenen Brasilianer Marcelo Bordon und Lincoln hatte Rangnick gleich ganz zu Hause gelassen.
Stattdessen gab er aus der zweiten Reihe neben Hanke und Oude Kamphuis auch Tomasz Waldoch und Sven Vermant eine Chance.
Der agile Hanke und Oude Kamphuis nutzten diese auch und waren die besten Schalker. Bei Feyenoord verdienten sich Torschütze Kalou sowie Kuijt die besten Noten.
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02.12.2004 - Schalker 1:2-Niederlage in Rotterdam gänzlich überflüssig - © www.westline.de
Rotterdam – Das musste nun wirklich nicht sein. Mit ein wenig mehr Herz, Leidenschaft und Spielwitz hätte der FC Schalke 04 leicht und locker die 1:2-Niederlage bei Feyenoord Rotterdam verhindern können.
Vielleicht muss es ja so sein, auf jeden Fall war es so: Das Stadion von Feyenoord Rotterdam, im Volksmund auch „die Wanne“ genannt, glich einem Hochsicherheits-Trakt. Überall mindestens zweieinhalb Meter hohe Zäune, oben mitten mit spitzem Stacheldraht verziert. Diesseits und jenseits unzählige Personen, zuständig für Recht und Ordnung, männlich oder weiblich, unverkennbar mit ihren gelben Jacken und ihren meist mächtig finsteren Mienen. Irgendwann schlossen sich die Tore, zum Glück wurden keinen Löwen hereinlassen. Es lebe der Sport!!!
Zum Glück war aber UEFA-Cup-Abend, also wurde dann vor 48 000 Fans auch Fußball gespielt. Die Stimmung war explosiv, insbesondere im niederländischen Lager. Feyenoord unter Zugzwang, vier Punkte aus zwei Partien sind nicht schlecht, aber alles andere als ein Ruhekissen. Schalke hatte es da schon weit komfortabler, sieben Zähler nach drei Spielen bedeuteten schon den Einzug in die Runde der letzten 32.
Rotation
Also, so durfte man vermuten, würden die Männer vom größten Seehafen der Welt mächtig Fahrt aufnehmen. Doch weit gefehlt, die Königsblauen – mit einem sehr dichten Mittelfeld mit gleich vier eher defensiven Akteuren – standen gut. Leicht war das nicht, denn erstmals in seiner gut zweimonatigen Amtszeit hatte Ralf Rangnick zur Rotation gegriffen. Die angeschlagenen Brasilianer Bordon und Lincoln waren gleich zu Hause geblieben, Asamoah und Sand schmückten die Ersatzbank. Doch das schien nicht weiter zu stören, Hanke drückte in der 7. Minute mit gleich mehreren Körperteilen den Ball über die Linie. Mit neun Treffern ist der Angreifer damit zum „Mister Europa-Cup“ avanciert, hat den alten Wilmots-Rekord eingestellt.
Alles erwartete nun ein niederländisches Feuerwerk, doch es krachte nicht. Deutlich fehlten die spielerischen Mittel, eigentlich konnten jetzt nur noch sorglose Gäste helfen. Und die waren so freundlich. Erst erlaubte sich Poulsen einen groben Schnitzer, der flinke Kalou traf zum Ausgleich (33.). Dann stellte sich Pander unbeholfen an, Kalou erzielte die Führung (41.). Die niederländischen Fernseh-Zuschauer sahen diesen Treffer nicht, wegen des Todes von Prinz Bernhard war im TV die Übertragung unterbrochen worden.
Spur zu emotionslos
Gespielt wurde weiter, Schalke nun mit Asamoah und damit drei Stürmern. Hanke hätte den Mut belohnen können, doch entweder klärte Lodewijks in höchster Not oder er ballerte das Leder übers Tor. So war es am Ende nur noch möglich, Feyenoord richtig nervös zu machen, wirklich freischwimmen konnte sich diese eine Spur zu emotionslose Schalker Elf nicht. Aber selten war eine Niederlage so leicht zu verschmerzen.
Gerd Strohmann
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01.12.2004 - Brand im Rohbau des Reha-Zentrums auf Schalke - © Polizei Gelsenkirchen (Pressemappe) - 01.12.2004 - 11:07 Uhr
Gelsenkirchen (ots) - Mittwoch: 01.12.2004, 04:13 Uhr: Eine Streifenwagen-Besatzung der Polizei stellte im Rohbau des Rehabilitations-Zentrums, südlich angrenzend an die Haupttribüne des Parkstadions, ein Feuer fest. Die Feuerwehr löschte den Brand.
Ermittlungen ergaben, dass die Deckenverschalung zum zweiten Obergeschoss vorsätzlich in Brand gesetzt worden ist. Das Feuer breitete sich auf einer Fläche von ca. 100 qm aus. Durch die Hitzeentwicklung verzogen sich im Bereich der Brandstelle mehrere Alustützen.
Der Sachschaden wird auf ca. 10.000,- Euro geschätzt. Konkrete Täterhinweise liegen zur Zeit nicht vor.
Harry Matschat
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01.12.2004 - Hinter feuerfesten Toren: Niederländische Hooligans immer gewaltbereiter - © www.sportschau.de
Nach 80 Minuten hatte René Temmink genug gehört. Da brach der Schiedsrichter das Spiel zwischen ADO Den Haag und dem PSV Eindhoven ab und sorgte für ein Novum in der niederländischen Ehrendivision. Er habe die Hetzparolen und beleidigenden Gesänge der ADO-Anhänger nicht mehr tolerieren können, erklärte Temmink.
Vor allem Hooligans von Den Haag und Feyenoord Rotterdam greifen immer öfter zu verbaler Gewalt. Sie imitieren bei Spielen gegen Ajax Amsterdam mit Zischlauten das Geräusch von ausströmendem Gas.
Hintergrund: Ajax gilt als Klub mit jüdischer Prägung und ist immer wieder Zielscheibe antisemitischer Häme. Sprechchöre wie "Juden ins KZ!" sind in Holland keine Seltenheit.
Beim Spiel gegen Ajax fanden ADO-Hooligans Gefallen daran, die Ehefrau des Top-Stürmers Rafael van der Vaart auf übelste Weise zu beleidigen. Ein paar Jahre zuvor trieb es Ajax-Trainer Louis van Gaal die Tränen in die Augen, als er sich in Rotterdam höhnische Gesänge über seine schwer erkrankte Frau anhören musste.
In der Hooligans-Szene der größten Hafenstadt Europas gibt es seit Wochen nur noch ein Thema: Schalke kommt. Am Mittwoch (01.12.04) müssen die "Knappen" zum UEFA-Cup-Spiel beim Traditionsklub antreten. Der ist proletarisch dominiert, seine Fans stehen tendenziell rechts, der gewalttätige Kern ist weit über die Landesgrenzen berühmt-berüchtigt.
"Wir machen uns Gedanken", sagt Didi Dahmen, Sprecher des Schalker-Fanclub-Verbandes, der die Fahrt der Königsblauen nach Rotterdam organisiert. Die Schalker stehen in engem Kontakt mit der niederländischen Polizei und den Fanbeauftragten von Feyenoord. "Wir sind gut vorbereitet", erklärt der 36-Jährige. "Zu ihrer eigenen Sicherheit, werden unsere Fans isoliert", sagt Dahmen. Kein Schalker kann sich auf eigene Faust auf den Weg zum "Hochsicherheitsspiel" nach Rotterdam machen. "Nur wer in einem der drei Sonderzüge sitzt, bekommt eine Karte", sagt Dahmen.
Die 2.500 Anhänger werden auf einem Sonderbahnhof in Empfang genommen. "Da ist ein großer Zaun drum rum", erklärt Dahmen. "Von dort aus geht es per Bahn direkt ins Stadion. Wir können die Ränge nur durch einen Tunnel erreichen", sagt der Schalker, der sich vor allem um den farbigen Nationalstürmer Gerald Asamoah sorgt. Der Gästeblock ist lukendicht abgesperrt und kann mit feuerfesten Stahltoren verriegelt werden.
Dahmen hätte gern die Innenstadt gesehen oder eine Hafenrundfahrt gemacht. Doch das ist undenkbar. "Eine Auswärtsfahrt im UEFA-Cup stellt man sich anders vor", sagt er. "In Edinburgh hatten unsere Fans zum Beispiel zuletzt jede Menge Spaß." Diesmal wird es nicht lustig werden. Davon können die Fans von Borussia Dortmund ein Lied singen. Nach dem verlorenen UEFA-Cup-Finale gegen Feyenoord in Rotterdam im Mai 2002 wurde ihr Zug auf der Rückfahrt mit einem Luftgewehr beschossen.
Da die Stadien sicher sind, bricht sich die Gewalt woanders Bahn und nimmt perfide Züge an. Im April überfielen Ajax-Rabauken nach einem Spiel der Reserveteams von Amsterdam und Rotterdam die Mannschaft von Feyenoord. Mehrere Spieler wurden geschlagen und getreten, Rotterdams Trainer Mario Been war von einem Fanatiker mit einem Messer bedroht worden. Seitdem traut sich Ajax-Stürmer van der Vaart nur noch mit Leibwächter auf die Straße. Anhänger von Feyenoord hatten "Vergeltung" angekündigt.
Im März 1997 verabredeten sich Hooligans beider Klubs via Internet an einer Autobahn zwischen Haarlem und Amsterdam zur Massenschlägerei - weit abseits von einem Fußball-Stadion. Carlo Picornie, ein berüchtigter Ajax-Hooligan, kam dabei ums Leben. Er war das erste Todesopfer in den Niederlanden im Zusammenhang mit Ausschreitungen.
Die Vereine sind überfordert. Ihnen drohen Platzsperren, Auswärtsspiele ohne Fans, drakonische Geldstrafen und Punktabzüge, doch der Gewalt werden sie nicht Herr. Angst hat Didi Dahmen nicht. Doch er hofft, dass alle Schalker wieder Heil nach Hause kommen.
Frank van der Velden
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01.12.2004 - Rassismus grassiert in Europas Arenen - © dpa - Di 30 Nov, 10:51 Uhr
Frankfurt/Main (dpa) - Der Rassismus grassiert in Europas Fußball-Stadien, in Deutschland sind weniger als zwei Jahre vor der WM derartige Zwischenfälle jedoch eher die Ausnahme.
«Es gibt zwar immer wieder Ausraster, aber deren geringe Zahl wirft insgesamt ein gutes Licht auf die Präventivarbeit in Deutschland», sagt der Pressesprecher des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Harald Stenger. Gleichwohl sehe der DFB laut Stenger die Situation keineswegs überheblich, «sondern ganz bewusst selbstkritisch».
Auch für das internationale Netzwerk «Football Against Racism in Europe» (FARE) stellt Deutschland nach Angaben ihres Mitarbeiters Kurt Wächter «nicht unbedingt einen Problemfall» dar. Stattdessen steht vor allem Spanien im Blickpunkt der Organisation, aber auch England und einige osteuropäische Länder. Was beispielsweise in Polen abgehe, sei nicht zu vergleichen, erklärt Wächter. Gleichwohl will er nicht von einer «Welle des Rassismus reden». Vielmehr sei die Öffentlichkeit mittlerweile stärker sensibilisiert für das Thema.
Die Organisation erstellte 2002 einen von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) unterstützten Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung von Rassismus auf. Dennoch ist zwei Jahre später das Thema allgegenwärtig. «Rassismus bleibt weiterhin das größte Problem im europäischen Fußball», schrieb die UEFA nach dem Skandal im Länderspiel zwischen Spanien und England in Madrid.
So mussten die dunkelhäutigen Gäste-Spieler übelste Schmährufe über sich ergehen lassen. Der Weltverband FIFA leitete eine Untersuchung ein. Am 23. November kam es in Madrid erneut zu rassistischen Zwischenfällen - unter anderem Nazi-Grüßen - beim Spiel Real gegen Bayer 04 Leverkusen. Barcelonas Samuel Eto'o wurde beim Erstliga-Neuling Getafe permanent beschimpft. In England wurde ein Zuschauer zu einer Geldstrafe (1300 Euro) und fünf Jahren Stadionverbot verurteilt, nachdem er mit einem weiteren Anhänger Dwight Yorke von Birmingham City mit Schmährufen bedacht hatte.
Und in Deutschland? «Wir haben nur einen Fall vorgelegt bekommen, aus Berlin», erklärt Wächter. Weitergeleitet vom Zusammenschluss «Flutlicht» (Berlin), einer von zwei deutschen «FARE»-Partnern neben der Schalker Fan-Initiative. Demnach hatten beim Berliner Viertliga- Duell Anhänger des BFC Dynamo die gegnerischen Fans von Türkiyemspor aufs Übelste beschimpft.
«Es ist richtig, dass es in den Amateurklassen zu unliebsamen Zwischenfällen kommt», räumt DFB-Sprecher Stenger ein. «Es wird immer Menschen geben, die Ausländer nicht mögen», sagt der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, René C. Jäggi. Die Pfälzer haben selbst einige dunkelhäutige Spieler in ihren Reihen. «Man sollte über dieses Thema reden, aber auch nicht über Gebühr dramatisieren», meint Jäggi.
Der Verband und die deutschen Vereine beugen weiter mit gemeinsamen Aktionsprogrammen rassistischen Auswüchsen vor. Dazu zählt unter anderen die Ausstellung «Kultort Stadion» in der Essener Zeche Zollverein. «Auch der Fußball in Deutschland steht in der Verantwortung des Grundgesetzes und muss seine gesellschaftliche Rolle wahrnehmen», verdeutlichte der geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger.
Für die WM 2006 im eigenen Land wird ein Katalog zur Fan- und Besucherbetreuung erstellt. «Rassismus ist darin ein wesentlicher Punkt», sagte der Leiter der Abteilung Sicherheit im WM-OK, Helmut Spahn, der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Schließlich lautet das Motto für das nahende Fußball-Spektakel: «Die Welt zu Gast bei Freunden.»
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01.12.2004 - Goldener November: Schalke ist "Welt-Klub-Team" - © sid - Mi 01 Dez, 10:26 Uhr
Schalke 04 kann sich ab sofort mit dem Titel des "Welt-Klub-Teams" des Monats November schmücken. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick sammelte im November mehr Punkte als jeder andere Verein und verbesserte sich in der Rangliste der internationalen Föderation für Fußball-Geschichte und -statistik (IFFHS) von Platz 41 auf Position 27 mit 197,0 Punkten. [...]
Die Top-Position von Manchester United (281,0) übernahm überraschend der spanische Meister und UEFA-Cup-Sieger FC Valencia, Champions-League-Gegner von Doublegewinner Werder Bremen, mit 288,0 Punkten. Dahinter folgen "ManU" und Juventus Turin (273,0) sowie Real Madrid (260,0).
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01.12.2004 - Kein Gefangenen-Transport - © www.westline.de
Gelsenkirchen - Geballte Fäuste, Hass in den Augen, Schüsse auf Polizisten, keine Chance zur Flucht. 16 zum Teil schwer verletzte Personen, Bilder des Grauens, der Fußball hatte erneut ein wichtiges Stückchen Unschuld verloren.
Feyenoord Rotterdam feierte 1999 die niederländische Meisterschaft, die perfekte Plattform für gut 300 Hooligans für brutale Ausschreitungen, für eine blindwütige Strafenschlacht, für Rowdies, die sich auf der Straße austoben wollen. Sie haben längst eine traurige Berühmheit erlangt, diese holländischen Gewalttäter, von denen selbst ein niederländischer Polizist mit einem bitteren Schuss Resignation sagt: "Es ist eine ungemein gefährliche Gruppe, wir können keine absolutes Gewähr für die Sicherheit übernehmen."
Drei Sonderzüge
Mittwoch reisen 2700 Schalker Fans mit drei Sonderzügen in die größte holländische Hafenstadt. Die Königsblauen treten Mittwochabend (20.45 Uhr) im UEFA-Cup bei Feyenoord Rotterdam an, es gibt nur organisierte Fahrten, "sie dienen dem Schutz aller Beteiligten" betont Peter Peters. Und er hätte auch hinzufügen können, "wir haben alle keine andere Wahl".
Der Geschäftsführer der Königsblauen nennt es einen gemeinsamen Ausflug, "sicher kein Gefangenen-Transport", es soll trotz aller Vorkehrungen eine Spaß-Reise werden. Keine Premiere für die Schalker Fans, schon nach Brügge, Anderlecht und Kerkrade war es ähnlich, "und es hatte nie einen negativen Touch".
Sie haben sich perfekt vorbereitet, vermeintlich gerüstet für alle Eventualitäten. In Absprache mit dem Fanclub-Dachverband werden die Fahrkarten erst in den Zügen ausgegeben, alle Teilnehmer müssen Berechtigungsscheine vorweisen. Neben den Fanbetreuern reisen Beamte des Bundesgrenzschutzes und erstmals, in einem Pilotprojekt, auch Angehörige der niederländischen Polizei mit. Stimmung ist trotzdem erlaubt, alle Züge haben einen Bordclub-Waggon mit Musik und Getränken, auch alkoholischen.
Die Züge fahren direkt zum Sonderbahnhof am "Feyenoord-Stadion". Durch eine Röhre werden die Zuschauer in den Gäste-Fan-Block geleitet, ausscheren verboten. "Ein Besuch der Innenstadt und gar ein Zusammentreffen der Anhänger ist nicht möglich" betont Peters. Und sicher auch nicht erwünscht. Am Eingang werden alle durchsucht, Fahnenstangen sind erlaubt, aber nur bis zu einer Länge von 1,50 Meter, der Durchmesser darf maximal fingerdick sein.
Spaß-Reise
Das Fan-Potenzial von Feyenoord sei nach Angeben der holländischen Polizei so schwierig, so unberechenbar, so gewaltbereit, "dass nicht anders gehandelt werden kann", wie Peters bemerkt. Der Geschäftsführer ist dennoch davon überzeugt, dass es eine "Fußball-Reise wird, auf der alle ihren Spaß haben werden". Und auf der das Gemeinschafts-Gefühl unglaublich gefördert würde. Und dieses Fazit wagt Peter Peters schon vorher zu ziehen: "Auf der Fahrt muss keiner Angst haben." Gib` den Hooligans keine Chance.
Gerd Strohmann
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01.12.2004 - Hoeneß-Breitseite: "Schalke ist kapitalistisch wie keiner" - © www.spiegel-online.de
Er kann es einfach nicht lassen. Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß hat im Streit mit seinem Schalker Kollegen Rudi Assauer jetzt noch einmal nachgelegt. Der 52-Jährige wundert sich, dass seine Bayern ausgerechnet vom blau-weißen Revierclub angegriffen werden. Assauer bemüht sich unterdessen um die Glättung der Wogen.
München - "Dass ausgerechnet die Schalker mit dem Klassenkampf anfangen, finde ich schon eigenartig. Die zahlen mit die höchsten Gehälter, haben mit die meisten Schulden - und sind so kapitalistich wie kein anderer Verein", sagte Hoeneß der "AZ". Grundsätzlich wolle er ja kein Theater mit Assauer, "aber an manchen Tagen hat er so seine Ausfälle".
Zuletzt hatte Assauer die seiner Meinung nach zu hohe TV-Präsenz des FC Bayern scharf kritisiert. "Irgendwann verstehst du die Sender nicht mehr. Sollen sie doch ein Bayern-Studio aufmachen und fetten Gänsen den Arsch schmieren", hatte der Manager von Schalker 04 gewütet. Das wiederum brachte Hoeneß und Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auf die Palme. "Wir wussten erst gar nicht, was Assauer von uns will, was er da für einen Schmarrn erzählt", so Hoeneß.
Assauer hatte sich darüber beschwert, dass die ARD am 21. Januar zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga die Partie des FC Bayern gegen den Hamburger SV live überträgt und vergeblich auf eine Live-Übertragung der Partie seines Teams gegen den Deutschen Meister Werder Bremen gehofft.
In einem Telefonat mit Hoeneß hat sich Assauer mittlerweile entschuldigt und laut Rummenigge "auch versichert, dass er mit dem FC Bayern keine Probleme haben will", erklärte der Bayern-Boss in einem Interview mit der "tz".