Presse- und Internetspiegel Dezember 2006

29.12.2006 - Olaf Thon: "Wir sind bestens aufgestellt" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen (wl) - Es ist ruhig geworden um Olaf Thon. Der Ex-Nationalspieler und ehemalige Liebling auf Schalke steht sozusagen im zweiten Glied und arbeitet als Aufsichtsratsmitglied der Königsblauen eher im Hintergrund. Wir sprachen mit dem 40-Jährigen über seine neue Rolle, die grandiose Hinserie des Tabellenzweiten, die Titelchancen seiner Schalker, die Finanzen und - am Rande - auch über die Konkurrenz im Revier, den BVB und Bochum.

Frage: Vor einigen Monaten sorgten Sie unfreiwillig für Aufsehen, als Sie sich während der Jahreshauptversammlung mit einem Fan in die Haare gerieten und danach von vielen Mitgliedern ausgebuht wurden. Wie haben Sie diese pikante Angelegenheit in Erinnerung?

Thon: Keine Frage, ich habe da einen Augenblick nicht aufgepasst und einen Fehler gemacht. Aber ich bin dankbar für diese Frage, denn somit kann ich endlich mal etwas korrigieren. Der Fan, der später sagte, er habe bei meinem Abschiedsspiel Tränen der Freude geweint, wegen der er sich später schämte, hatte gesagt, ich wolle Präsident werden - und das stimmte ganz und gar nicht. Ich bezichtigte ihn der Unwahrheit und sagte dann diesen folgenschweren Satz, dass ich auf so einen wie ihn verzichten könne. Einige Fans nehmen mir das heute noch übel. Okay, ich hätte dies nicht sagen sollen, aber da ich mich ungerecht behandelt fühlte, bin ich für einen kurzen Moment aus der Haut gefahren. Später habe ich mich dafür entschuldigt, und das war ernst gemeint.

Ihr Verhältnis zu Ihrem ehemaligen Ziehvater Rudi Assauer gilt seit langem als zerrüttet. Gibt es da überhaupt noch Möglichkeiten, dass man sich einmal ausspricht und später vielleicht sogar wieder versöhnt?

Es gibt keine Kontakte mehr zu Rudi Assauer. Das ist schade, aber Fakt. Unser Verhältnis ist vor einiger Zeit zu Bruch gegangen. Mehr möchte ich zu diesem Thema auch nicht mehr sagen.

Kommen wir zu erfreulicheren Dingen. Wo landet der FC Schalke 04, der eine starke Hinrunde hingelegt hat, nach dieser Saison?

Die Auskunft ist klar und eindeutig: Wir wollen und werden um den Titel mitspielen - und die Chance, nach 49 Jahren wieder erfolgreich zu sein, ist groß wie nie. Wir können Meister werden, und das ist meine feste Überzeugung. Schalke muss daher auch die Doppelbelastung des FC Bayern und des SV Werder Bremen positiv ausnutzen. In München ist man das ja gewohnt, aber da ich damit rechne, dass Bremen im UEFA-Pokal marschiert, hoffe ich, dass gerade Werder im Alltag etwas nachlassen wird. Bayern, Bremen und wir, das sind die Top 3 der Liga. Die Stuttgarter, die viel Respekt verdienen, können da auf Dauer nicht mithalten.

Nach dem 1:0-Sieg in Bielefeld wurde Trainer Mirko Slomka erstmals gefeiert. Ist er denn der richtige Mann auf Schalke oder nur eine Lösung auf Zeit?

Eines vorweg. Slomka hat hier auf Schalke lange gegen Windmühlen gekämpft. Jetzt scheint er sich durchgesetzt zu haben.

Ausgerechnet die Pokalschlappe in Köln steht für mich als Wende zum Guten, danach passte es endlich. Manager Andreas Müller hat Slomka jedenfalls immer genau beobachtet und am Ende gemerkt, dass sich der Trainer nicht nervös machen lässt und einen guten Job macht. Zum besseren Verständnis: Einer seiner Vorgänger, Huub Stevens, setzte auf einen defensiven Stil ("die Null muss stehen"), während Mirko Slomka eher die offensive Variante bevorzugt. Allerdings gibt es noch keinen Grund, bereits jetzt mit dem Trainer zu verlängern. Man muss abwarten, wohin die Reise geht, zumal wir ja für viele unerwartet sowohl im UEFA-Pokal als auch im DFB-Pokal frühzeitig ausgeschieden sind. Und das kann man nicht so einfach wegdiskutieren. Stellen Sie sich vor, wir werden am Saisonende nur Vierter? Was dann?


Bringen wir diese kleine Horrorvision einmal ins Spiel. Ist die Champions League für Schalke eigentlich Pflicht oder kann man auch einmal mit dem UEFA-Cup vorlieb nehmen?

Von einer Pflicht will ich nicht reden, aber sie ist und bleibt erstes Ziel. Zumal wir jetzt durch den Gazprom-Deal bestens aufgestellt sind. Der Verein ist sehr gut strukturiert, da uns auch unser ehemaliger Hauptsponsor Victoria weiter zur Verfügung steht. Das königsblaue Werbepaket kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Aber, um noch einmal auf Ihre Anfangsfrage einzugehen:
Wenn wir wirklich nur Vierter werden sollten, kommen wir nicht in eine finanzielle Schieflage. Aber Sie können sicher sein, dass wir demnächst in der Champions League spielen werden.


Wie ist Schalke sportlich in der Zukunft einzuschätzen. Dauerhaft oben oder doch nur die vierte oder fünfte Kraft im Lande?

Da bin ich sehr optimistisch. Wir haben einen Kader, der immer unter den ersten Drei mitspielen kann. Bei uns stimmt derzeit die Mischung zu 100 Prozent. Junge, hochtalentierte Leute und einige richtig abgezockte Alte brauchst du, um dauerhaft oben dabei zu sein. Und auch unsere Fans merken jetzt allmählich, dass wir mit dieser jungen, ausbaufähigen Truppe offensiven und guten Fußball spielen können. Das kommt auf Schalke an.

Kommen wie zu einem etwas unerfreulicheren Aspekt. Der Medien-Boykott der Spieler und das Riesentheater um Frank Rost bestimmten zuletzt die Szenerie. Ihre Meinung dazu?

Zu dem Boykott kann man stehen, wie man will, aber eines kann keiner weg diskutieren: Mit solchen Problemen, so es denn welche sind, wirst du Meister. Ich habe zu dem Gott sei Dank beendeten Medien-Maulkorb zwar eine etwas andere Meinung als die Spieler, aber ich akzeptiere sie ohne wenn und aber. Es gibt Schlimmeres als Profis, die nicht reden wollen. Zu Frank Rost sage ich nur soviel: Wenn du, wie wir, Meister werden willst, musst du den Konkurrenzkampf sehr hoch halten - siehe Rost, siehe Lincoln. Die Spannung muss förmlich zu spüren sein. Ich sage daher, Rost muss bleiben.

Und wenn er doch weg will, da er sich noch nicht als Sitz-Fußballer fühlt, wie er unlängst sagte?

Dann muss man sich mit ihm an einen Tisch setzen - und das wird Manager Andreas Müller regeln. Obendrein musst du für den Fall der Fälle einen erstklassigen zweiten Mann in der Hinterhand haben, der weit über dem Durchschnitt spielt. Bleibt die spannende Frage: Wo findest du auf die Schnelle so einen Typen?

Schalke ist derzeit die unumstrittene Nummer eins im Pott. Wie schneiden der BVB und der VfL Bochum am Ende ab?

Zu Dortmund möchte ich eigentlich gar nichts sagen. Nur soviel: Mehr als Platz sechs traue ich dem BVB nicht zu. Bochum dagegen hat mich überrascht. Zwischenzeitlich dachte ich sogar, Trainer Koller schafft es nicht mehr. Dann aber haben alle wie die Löwen gekämpft. Obwohl sie mit Gekas und Misimovic zwei Top-Spieler in ihren Reihen haben, werden sie bis zum 34. Spieltag um den Klassenverbleib zittern, ehe sie sich doch noch retten werden. Ich gönne es dem VfL.

Dirk Meyer-Adams

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27.12.2006 - Ermittlungen um Parkstadion-Deal eingestellt - Quelle/© WDR

Von Johannes Nitschmann

Die Strafermittlungen um den Ein-Euro-Verkauf des abbruchreifen Parkstadions von der Stadt Gelsenkirchen an den FC Schalke 04 werden eingestellt. Dies hat WDR.de am Mittwoch (27.12.06) zuverlässig aus Justizkreisen erfahren.

Das Schalker Parkstadion

Seit Mai dieses Jahres hatte die Staatsanwaltschaft Essen gegen Verantwortliche des Fußball-Bundesligisten und leitende Bedienstete der Stadt Gelsenkirchen wegen des Verdacht der Untreue, der Steuerhinterziehung sowie wegen "Verstößen gegen Bilanzierungsvorschriften" ermittelt. Gegen den ehemaligen Schalke-Manager Rudi Assauer und das geschäftsführende Schalker Vorstandsmitglied Peter Peters sollen die Strafermittlungen aber nur gegen die Zahlung von Geldauflagen eingestellt werden. Beide haben sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wegen unrichtiger Bewertung des Parkstadions in der Schalke-Bilanz strafbar gemacht. Das 64.000 Hektar große Stadionareal, das die Stadt dem Fußball-Bundesligisten zum symbolischen Preis von einem Euro überlassen hatte, war in der Schalker Bilanz für das Jahr 2003 mit 15,6 Millionen Euro bewertet worden. "Hinsichtlich der unrichtigen Darstellung handelten die Beschuldigten Assauer und Peters mit Vorsatz", urteilen die Ermittler in ihrer Abschlussverfügung.

Geringe Schuld bei Assauer und Peters

Dennoch sehen die Essener Ermittler die Schuld bei Assauer und Peters im Hinblick auf eine mögliche Verurteilung als so gering an, dass sie sich nach wochenlangen Verhandlungen mit den Anwälten auf eine Einstellung nach § 153 a der Strafprozessordnung verständigt haben. Danach kann von der Erhebung einer öffentlichen Anklage abgesehen werden, wenn dem die Schwere der Schuld und das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung nicht entgegensteht und das Vergehen durch eine entsprechende Auflage sanktioniert werden kann. Die Beschuldigten gelten dann - wie im Mannesmann-Prozess - weiterhin als nicht vorbestraft. Assauer soll 35.000 Euro an die Stiftung "Ein Herz für Kinder" zahlen, Peters 25.000 Euro an die von der Uefa und dem DFB geförderte Anti-Rasssimus-Initiative "Dem Ball is' egal, wer ihn tritt". Das zuständige Amtsgericht hat der Einstellung der Strafermittlungen bereits zugestimmt.

Schalke zahlt Millionen an Grunderwerbssteuer nach Nach Informationen von WDR.de hat sich Schalke 04 bereits vor Wochen mit dem zuständigen Finanzamt wegen des Parkstadion-Erwerbs auf die Nachzahlung von Grunderwerbssteuern in Millionenhöhe verständigt. Auch dies soll von Seiten der Staatsanwaltschaft zwingende Voraussetzung für die Einstellung der Strafermittlungen gewesen sein. Die Ermittler kamen zu dem Ergebnis, dass die Wertgutachten der Stadt Gelsenkirchen für das Stadionareal seinerzeit viel zu niedrig angesetzt worden seien. Gleichwohl sei der Kommune aber kein wirklicher Schaden entstanden. Schließlich habe Schalke 04 im Gegenzug auf Nutzungsrechte im Bereich des Parkstadions verzichtet und damit erst den Weg für wichtige städtebauliche Planungen frei gemacht, heißt es in der Abschlussverfügung der Staatsanwaltschaft.

Ehemaliger Kämmerer ist unschuldig

Deshalb sehen die Ermittler bei dem ebenfalls beschuldigten Ex-Kämmerer der Stadt Gelsenkirchen, Rainer Kampmann, "keine strafrechtlich relevante Verletzung der Vermögensbetreuungspflicht". Gegen Kampmann, der heute Leiter der Hauptabteilung Finanzen beim WDR ist, wurden die Strafermittlungen ebenso wegen erwiesener Unschuld eingestellt wie gegen den Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes, Hans-Joachim Burdenski. Der Sohn des Alt-Nationalspielers Herbert Burdenski ist beim FC Schalke 04 gleichzeitig stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.

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27.12.2006 - Schalke nicht mehr im Visier der Steuerfahnder - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Josef Schnusenberg gab sich Mittwochabend völlig entspannt und doch eine kleine Spur erleichtert. "Schön, dass die Sache vorbei ist", meinte der Finanzminister des FC Schalke 04.

Wenige Minuten zuvor hatte ihn aus Essen die Kunde erreicht, dass die dortige Staatsanwaltschaft die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Gelsenkirchener Parkstadions für einen Euro von der Stadt an den FC Schalke teilweise eingestellt hat. Die Stadt hatte das Grundstück, das mit einer Millionen Euro bewertet wurde, 2003 für einen Euro an den Verein verkauft. In der Schalke-Bilanz schlug das Gelände später mit 15,6 Millionen Euro zu Buche.

Die Ermittlungen hatten im Ende August für reichlich Wirbel gesorgt. So hatten etwa Beamte der Staatsanwaltschaft und der Steuerbehörden in einer Art Razzia das Gelsenkirchner Rathaus penibel nach Unterlagen und Akten im Zusammenhang mit dem Verkauf durchsucht und einige Kisten voller Schriftstücke mitgenommen. Einen Tag später erhielt die Schalker Geschäftsstelle Besuch, in Sporttaschen wurden auch von dort Unterlagen mit nach Essen gebracht.

Die Ermittlungen gegen Josef Schnusenberg wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, gegen den ehemaligen Gelsenkirchener Stadtkämmerer Rainer Kampmann und den Liegenschaftsamtsleiter Hans-Joachim Burdenski wegen des Verdachts der Untreue und der Beihilfe zur Steuerhinterziehung sind nun eingestellt worden.

"Das überrascht mich nicht, denn wer nichts verbrochen hat, der hat im Normalfall auch nichts zu befürchten", betonte Schnusenberg im Gespräch mit westline. Allerdings ärgere er sich schon über "die Person, die Anzeige erstattet hat".

Ganz ist die Sache aber noch nicht abgeschlossen, die Ermittlungen gegen Geschäftsführer Peter Peters und den ehemaligen Manager Rudi Assauer laufen noch. "Das aber hat wohl eher formale Gründe", meint Schnusenberg, "ich rechne auch in den Fällen in Kürze mit einer Einstellung". Dann ist ja alles gut.

Gerd Strohmann

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24.12.2006 - Das gelobte Land - Quelle/© 11 Freunde

(...) Steve Brown, 39, lebt und arbeitet in Richmond, gerade einmal ein paar Kilometer Luftlinie vom "Riva" (einem der besten Italiener im Südwesten Londons) entfernt. Und wähnt sich dennoch auf einem anderen Planeten. Der Besitzer eines Design-Studios und langjährige Arsenal-Fan hat seinen Unmut über die immer weiter grassierende Kommerzialisierung im englischen Fußball auf ungewöhnliche Weise Ausdruck verliehen: Er hat im vergangenen Sommer sein Fantum bei Ebay versteigert, zumindest für eine Saison. Im Kampf um Browns Unterstützung boten darauf u.a. Anhänger des FC Bayern und der Boca Juniors mit. Am Ende wurde der abtrünnige Arsenal-Supporter von Fans des englischen Viertligisten Shrewsbury Town ersteigert, für stolze 102,63 Pfund.

Steve Brown nagt gewiss nicht am Hungertuch. Sein Büro befindet sich in unmittelbarer Nähe der Themse, gleich um die Ecke liegt das Tonstudio von Pete Townsend, dem Gitarristen der legendären Modband "The Who". Als Mitglied der gehobenen britischen Mittelschicht ist Brown eigentlich ein Paradekunde der schönen neuen englischen Fußballwelt, die sich mehr und mehr von ihren Wurzeln in der Arbeitsklasse entfernt hat. Dennoch hat der 39-jährige, der Arsenal-Fan ist seitdem er denken kann, seit ein paar Monaten die Schnauze voll.

Hört man Brown zu, so kam die Erkenntnis plötzlich, war aber dennoch das Resultat einer längeren Entwicklung: "Das Schlüsselergebnis war sicher der Vertragspoker von Ashley Cole vor einigen Monaten. Da habe ich mir gesagt, jetzt reicht's. Dieser Typ versucht jedem zu verkaufen, er sei nicht gierig, dabei ist der einzige Grund für seinen Wechsel, dass er bei Chelsea 120.000 Euro statt 100.000.Euro verdient. Ich verdiene in einem Jahr, was der Mann in einer Woche bekommt. Warum soll ich jemanden als Held verehren, der soviel Geld verdient? Das ist Wahnsinn und ich habe bemerkt, dass ich nicht länger Teil dieses Systems sein will." Mit seinem Protest wähnt sich Steve Brown als Repräsentant einer schweigenden Mehrheit. "Ich registriere eine zunehmende Apathie der englischen Fans gegenüber den großen Klubs", sagt er. Es ist eine Sichtweise, die von der Fußballrealität im Königreich durchaus gedeckt wird. Während in der Premier League ein signifikanter Zuschauerrückgang zu beobachten ist und ein Club wie Chelsea seine sündhaft teuren Ticketpakete teilweise schon zu Discountpreisen in den freien Verkauf bringen muss, kennen die unteren Ligen dieses Phänomen nicht. Wobei in der oberen Klasse durchaus eine gewisse Gleichgültigkeit der Kundschaft Einzug halten mag, doch hat deren zunehmendes Fernbleiben auch ganz schnöde monetäre Gründe. Wenn ein Stadionbesuch für eine vierköpfige Familie 200 Pfund kostet, überschreitet dies schlicht die wirtschaftlichen Möglichkeiten vieler Anhänger.

Aber darf die Alternative wirklich sein, eine möglicherweise lebenslange Loyalität zu verleugnen und dem ganzen Schlamassel den Rücken zu kehren? Steve Brown zumindest ist der Meinung, eine der besten Entscheidungen seines Lebens getroffen zu haben. Das mag auch damit zu tun haben, dass ihm im kleinen Shrewsbury an der walisischen Grenze eine gewisse Form der Heldenverehrung entgegengebracht wird. "Man hat mich gefeiert wie einen Star", schmunzelt Brown. "Ich wurde als Neuzugang von Arsenal vorgestellt und 4.000 Menschen haben gejubelt und applaudiert." Die gut 100 Pfund, mit denen die Shrewsbury-Fans ihn ersteigerten, haben nie den Besitzer gewechselt. "Stattdessen haben sie mir zwei Trikots, einen Schal und ein Ticket für mein erstes Match gekauft."

Aber um Geld ging es bei der Sache ja nie. Das, was Steve Brown mit seiner Aktion gewonnen hat, ist ohnehin unbezahlbar: Er wurde als Fan quasi wiedergeboren. Die kindliche, unbefangene Freude, die ihm in den letzten Jahren verloren gegangen war, sie ist wieder da. Und sei es, weil er einen Verein unterstützt, der auch mal verliert. Nicht, dass Arsenal in den vergangenen Jahren alles gewonnen hätte, was es im englischen Fußball zu gewinnen gibt. Zu den großen Vier gehört der Club aber immer. Am Ende der Saison stehen in der Regel Chelsea, ManU, Arsenal und Liverpool vorne - was das angeht ist die Premier League aufgrund der schlechteren wirtschaftlichen Voraussetzungen der anderen Vereine in Stein gemeißelt. Selbst dies - man mag es ein Luxusproblem nennen - ging Brown zuletzt auf die Nerven: "Ich genieße es jetzt regelrecht, Fan eines Teams zu sein, das genauso oft verliert wie es gewinnt. Schließlich bin ich mit Enttäuschungen aufgewachsen, weil Arsenal, als ich ein Kind war, meist im Mittelfeld herumdümpelte."

Der zweite wesentliche Shrewsbury-Faktor heißt Nähe. Nähe zum Verein, zu den Spielern, zum Spielfeld. Wenn Steve Brown zuletzt zu Arsenal gegangen ist, fand er sich mit seinem 40-Pfund-Ticket meist weit oben unter dem Dach, irgendwo in der Nähe der Eckfahne, wieder. In Shrewsbury ist das ganz anders: "Dort bist du ganz nah am Geschehen. Du riechst das Gras, den Schlamm, du kannst die Spieler auf dem Platz hören, du hörst die Knochen aneinander schlagen und siehst den Schweiß an den Spielern herunter laufen. Du bekommst ein Gefühl für die physische Intensität des Spiels." So hört sich eine Liebeserklärung an den Fußballsport an. (...)

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22.12.2006 - press-schlag - An der Wechselbörse - Quelle/© taz vom 22.12.2006, S. 19, 100 Z. (Kommentar)

Es geht heiß her in der Vorweihnachtszeit. Nicht nur der Torwart Timo H. pokert hoch in diesen Tagen. Wie aus gut unterrichteten Quellen verlautet, wird Tiefbauingenieur Hubert K. seinen Vertrag mit der Schacht AG nicht verlängern und ein Angebot des spanischen Bauunternehmens Constructo annehmen. Über die Vertragsinhalte wurde Stillschweigen vereinbart. Auch das Branchenblatt Aushub aktuell konnte keine Details des spektakulären Wechsels von Hubert K. (41) auf die iberische Halbinsel benennen. Es heißt lediglich, dass Hubert K. ein Mann mit besonderen Fähigkeiten sei.

Greenkeeper Sascha S. (32) pokert nach Informationen des Blattes Die Grünfläche um einen neuen Vertrag. Sascha S. ist in der Szene bekannt für seine Liebe zu Rispengras und Weidelkraut. Die Grüns sind sein Leben, weswegen er verlockende Angebote aus England und Bulgarien erhalten haben soll. Sein Arbeitgeber, der Golfplatz Baden-Baden, will Sascha S. behalten, ist aber unzufrieden mit dessen Gehaltsforderungen. Deswegen wurde das höchst lukrative Angebot vom Golfplatz Baden-Baden zurückgenommen. Da sich Sascha S. vor Anfragen kaum retten kann, hat er einen Manager engagiert, der die Verhandlungen nach Angaben eines Golf- platzsprechers "eher erschwert als erleichtert". Es ist unklar, ob Sascha S. weiterhin den Rasen in Baden-Baden vertikutiert oder ob ein Wechsel in der Winter- bzw. Vegetationspause zustande kommt. Die Grünfläche mutmaßt: ja.

Altenpflegerin Anja P., erfahren, flexibel und stets freundlich, kann vom Pflegeheim "Sonnenblick" in Hohenstein nicht mehr gehalten werden, berichtet das Magazin Die Dekubitus-Depesche. Ihr Dreijahresvertrag läuft im Sommer aus. Doch weil Anja P. (50) in Hamburg, München, Berlin und Kassel begehrt sein soll, will die Altenpflegerin vorzeitig wechseln. Das ist möglich, denn Anja P. besitzt eine Ausstiegs- klausel. Da ihre Bezüge in Hohenstein schon erstaunlich hoch gewesen sind, dürften die Verhandlungen mit einer Großklinik nicht einfach werden. Der Berater von Anja P. sagt: "Wir sind zuversichtlich, dass ein für beide Seiten zufriedenstellendes Ergebnis herauskommt. Anja ist einfach unschlagbar bei Patienten über 90."

Der Stuttgarter Torwart Timo H., der mitunter den Kasten des Nationalteams hütet, geht nach Informationen des Südwestrundfunks zum spanischen Verein FC Valencia. Der 27-jährige Schlussmann des VfB akzeptierte die Entscheidung des Bundesliga-Clubs, das Angebot zurückzuziehen, wolle sich aber nicht den "schwarzen Peter" zuschieben lassen. Gerüchte, ihm sei das nötige Bekenntnis zum VfB abhanden gekommen und er habe den Verein mangels sportlicher Alternativen möglichst lange hinhalten wollen, nannte er in einer schriftlichen Erklärung "böswillige Unterstellungen, für die es keine Grundlage" gebe. Vor zwei Jahren hatte es bereits einen ähnlichen Vertragspoker gegeben, bei dem der VfB Stuttgart das Salär von Timo H. um 500.000 auf 1,8 Millionen Euro angehoben hatte.

Markus Völker

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22.12.2006 - Interview mit Mafia-Experte Roth - "Gasprom ist ein Synonym für Korruption" - Quelle/© www.spiegel.de

Jürgen Roth, Experte für Wirtschaftskriminalität, nennt Gasprom ein "Selbstbereicherungssystem" mit "kriminellen Strukturen". Mit seinem Engagement für den Konzern habe Altkanzler Schröder "nicht in deutschem Interesse gehandelt", so Roth im SPIEGEL-ONLINE-Interview.

SPIEGEL ONLINE: Herr Roth, der russische Energie-Riese Gasprom drängt mit Macht auf den westeuropäischen Markt. Nun will er auch deutsche Stadtwerke kaufen. Sind deutsche Gasverbraucher bald direkt von Moskau abhängig?

Roth: Wenn es dazu kommt, zahlt der westeuropäische Verbraucher, überspitzt formuliert, direkt an eine zwielichtige Organisation. Das Gasprom-Imperium war zumindest in der Vergangenheit über diverse Tochterfirmen eng mit kriminellen Strukturen verflochten. Die fehlende Transparenz ermöglichte es Kriminellen, im Erdgasgeschäft kräftig mitzumischen. Immer wieder wurde in der osteuropäischen Presse von hochgradigen Korruptionsfällen berichtet.

SPIEGEL ONLINE: An welche denken Sie?

Roth: Mir liegen Geldwäscheverdachtsanzeigen des Deutschen Zolls vor. Darin notierten die Beamten Aktivitäten von Kurieren, die im Namen von Gasprom unter anderem in der Schweiz Millionen US-Dollar deponiert haben. Nach mündlichen Aussagen der Schweizer Bundesanwaltschaft mir gegenüber soll ein früheres Vorstandsmitglied von Gasprom mindestens zwei Milliarden US-Dollar beiseite geschafft haben. Und er ist kein Einzelfall. Aber es gab bisher keine juristischen Verfahren gegen Gasprom. Das wird auch nie geschehen, weil es niemand wagen würde.

SPIEGEL ONLINE: Das sind schwere Vorwürfe. Warum wagt das niemand?

Roth: Gasprom ist zu mächtig. Ich weiß von Ermittlern, die versetzt worden sind, nachdem sie in Sachen Gasprom aktiv geworden waren. Und Staatsanwälte untersuchen den Konzern nur, wenn sie den politischen Auftrag bekommen. Tochtergesellschaften und Repräsentanten von Gasprom wurden von ukrainischen Zeitungen und auch vom Direktor des ukrainischen Nachrichtendiensts SBU immer wieder in die Nähe der Organisierten Kriminalität gebracht. Und immer wieder führen die Spuren nach Zug in der Schweiz oder nach Zypern. Das Problem ist: Die Vorwürfe werden nie geklärt, weil in Russland nicht hinreichend ermittelt wird. Und Gasprom selbst bestreitet alles.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie ein Beispiel für Ihren Vorwurf, es werde nicht ermittelt?

Roth: Das geht so weit, dass sogar Ermittlungen in anderen Staaten verhindert werden, wie das Beispiel Ukraine zeigt. Hier sollte es strafrechtliche Ermittlungen gegen ein Unternehmen geben, das eng mit Gasprom liiert ist. Aber der russische Präsident Wladimir Putin soll nach Angaben von Alexander Turtschinow (Ex-Chef des Ukrainischen Sicherheitsdiensts) interveniert haben. Daher sei das Verfahren eingestellt worden. Turtschinow sprach davon, dass "die Untersuchung einen Konflikt mit Wladimir Putin herbeiführen würde". Putin sitzt immer am längeren Hebel. Und er fördert und stabilisiert dieses System. Für ihn ist Gasprom mehr als ein strategisches Instrument - da kann man unter anderem auch seinen Wahlkampf über Gasprom mitfinanzieren lassen.

SPIEGEL ONLINE: Putin hat Gasprom immer wieder instrumentalisiert, um unliebsame Nachbarn durch Gaspreiserhöhungen politisch unter Druck zu setzen, etwa Weißrussland, Polen, Moldau und die Ukraine. Wird auch Westeuropa durch den wachsenden Einfluss des Gas-Giganten erpressbar?

Roth: Das ist eines der großen Probleme. Wir werden erpressbar, sobald eine deutsche Regierung mit Putins Politik aus irgendeinem Grund nicht zufrieden ist oder es massive Interessenskonflikte geben sollte.

SPIEGEL ONLINE: Der Erdgasverbrauch in der EU wird in den nächsten 25 Jahren um 50 Prozent steigen, die eigene Förderung von 50 auf 15 Prozent sinken. Moskau wird als Energielieferant immer wichtiger. Besteht die Gefahr, dass Gasprom bald die Preise in ganz Europa diktieren wird?

Roth: Gasprom ist auf Grund eines enormen Geldberges längst dabei, sich in Banken und Volkswirtschaften einzukaufen. Gerüchterweise hört man aus dem Umfeld der Gasprom-Bank, dass man in Zukunft daran denkt, die Commerzbank zu kaufen. Ziel ist es, das ist meine Überzeugung, weltweit eine marktbeherrschende Position einzunehmen und so - wie im Energiebereich - die Preise zu diktieren.

SPIEGEL ONLINE: Wie kommen Sie zu dieser Behauptung?

Roth: Gasprom ist nach meiner festen Überzeugung ein Synonym für Korruption, für eine gigantische Selbstbereicherung der früheren sowjetischen Nomenklatura, der neuen russischen Business-Elite und kriminellen Strukturen. Denken Sie an den ehemaligen russischen Premier Wiktor Tschernomyrdin und seine Familie, der die Gasprom-Tochtergesellschaft Stroitransgas zu so ungewöhnlich günstigen Konditionen bekam, dass sich amerikanische Aktionäre darüber bitter beklagt haben. Es gibt andere Beispiele dafür, wie man sich durch Bestechung bestimmte Personen gefügig macht, ob in der Ukraine oder in Turkmenistan. Bei so viel Geld wird das auch hier in Deutschland eine Rolle spielen. Anderes anzunehmen wäre Irrsinn.

SPIEGEL ONLINE: Das sind ja bisher unbewiesene Anschuldigungen an die handelnden Personen. Wer kontrolliert eigentlich Gasprom? Der Aufsichtsratsvorsitzende Dmitrij Medwedew ist Putins Erster Vizepremier und ehemaliger Verwaltungschef im Kreml.

Roth: Beim Wechsel von Boris Jelzin zu Putin sind dessen Sankt Petersburger Freunde nicht nur nach Moskau mitgekommen, sondern auch bei Gasprom eingestiegen. Die Petersburger Zeit ist Putins großes schwarzes Loch. Während der Zeit der Privatisierung war er dort stellvertretender Bürgermeister, und es ist - um es gelinde auszudrücken - nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Dies ist unbestritten. 1992 gab es gar einen Untersuchungsausschuss, der Putins Geschäfte unter die Lupe nahm. Die Untersuchung blieb trotz auffälliger Unregelmäßigkeiten letztlich ohne Folgen. Bekannt sind geschäftliche Verbindungen seiner besten Freunde aus St. Petersburg zur Tambow-Mafia, die bis heute in der Stadt das Sagen haben.

SPIEGEL ONLINE: Nun hat Ex-Kanzler Gerhard Schröder vor allem die Polen und Ukrainer vergrätzt. Da die geplante Ostsee-Pipeline an diesen Ländern vorbeiführt, macht sich Russland von ihnen unabhängig. Welche politischen Konsequenzen hat das?

Roth: Besonders düpiert hat Schröder die Polen. Sie wurden bereits 1992 von Gasprom über den Tisch gezogen. Sie mussten einen Vertrag über viel zu hohe Erdgaslieferungen abschließen. Gleichzeitig durften sie das überschüssige Gas nicht weiterverkaufen. Die polnischen Bürger durften die Zeche zahlen, und diejenigen in der Regierung, die dieses Vertragswerk unterzeichnet haben, profitierten finanziell. Kurzum: Der extrem intimen Freundschaft zwischen dem Demokraten Schröder und dem Nichtdemokraten Putin wird in vielen Ländern große symbolische Bedeutung zugemessen. Sie steht auch für den völligen Verfall jeglicher politischer Kultur in Deutschland.

SPIEGEL ONLINE: Wollen Sie etwa behaupten, der Kreml versuche mittels Schröder und anderer, sein System auf den Westen zu übertragen?

Roth: In Russland herrscht die heimliche Diktatur des Geheimdiensts. Putin war und ist auch als Präsident deren oberster Chef. Sein Wort von der "gelenkten Demokratie" ist nicht mehr als eine Phrase. In Russland gibt es, abgesehen vielleicht von Sankt Petersburg und Moskau, kaum noch demokratische Partizipationsmöglichkeiten der Bürger: Die Medien sind geknebelt, demokratische Bewegungen können nicht mehr existieren. Denken Sie an den Tschetschenienkrieg, da klebt bekanntlich viel Blut auch an Putins Händen.

SPIEGEL ONLINE: Und dies soll sich langfristig auf die zivile Gestalt westlicher Demokratien auswirken?

Roth: Der Schröder-Putin-Deal und insbesondere die Reaktionen darauf geben bereits einen Hinweis darauf. Wenn SPD-Mitglieder wie Henning Voscherau oder Franz Müntefering plötzlich Putin loben und argumentativ umarmen, dabei die Abwesenheit eines Rechtsstaats in Russland mit keiner Silbe erwähnen, so betrachte ich das als einen ziemlich verwerflichen Gunsterweis. Wenn offensichtliches Unrecht derart schön geredet, zeigt das, wie die politische Kultur zumindest in der SPD inzwischen auf den Hund gekommen ist.

SPIEGEL ONLINE: Wie erklären Sie sich die uneingeschränkte Solidarität führender Genossen mit Schröder?

Roth: Es ist mir ein Rätsel. Man kann es - vornehm - mit Dummheit erklären, oder mit Unwissenheit darüber, welche Strukturen in der ehemaligen Sowjetunion herrschen. Wer sich nun argumentativ an die Seite Schröders stellt, gerät zwangsläufig in die Nähe der Komplizenschaft mit diesen schillernden Figuren aus der Ex-UdSSR. Andererseits: Wenn sich deutsche Großbanken und Konzerne den Herrn im Kreml an den Hals werfen, warum sollen es dann nicht bestimmte Politiker auch tun?

SPIEGEL ONLINE: Der frühere Medienbeauftragte der OSZE, der Sozialdemokrat Freimut Duve, ist der Ansicht, Gasprom kontrolliere die "übergroße Mehrheit des russischen Journalismus". Er warf Schröder indirekt vor, durch seinen Job beim deutsch-russischen Pipeline-Konsortium NEGP eine umfassende Medienkontrolle durch Gasprom zu legitimieren. Ist der Vorwurf berechtigt?

Roth: Vielleicht ohne dass er sich darüber viel Gedanken gemacht hat, legitimiert Schröder die Zensur in Russland. So wird das zumindest bei kritischen Geistern in Russland gesehen. Darunter leiden ja nicht nur die russischen Journalisten, sondern die gesamte demokratische Bewegung. Die Repräsentanten des deutschen Konzerns Ruhrgas-Eon, der bereits an Gasprom beteiligt ist, haben sich nicht dadurch bemerkbar gemacht, dass sie etwas gegen die Einschnürung der Pressefreiheit unternommen haben. Geschäft ist Geschäft - alles andere spielt keine Rolle. So gesehen hat Schröder eine gute Wahl getroffen.

Das Interview führte Alexander Schwabe

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21.12.2006 - Kehrtwende im Fall Frank Rost - Quelle/© SID

Nach seiner Degradierung zur Nummer zwei beim Bundesligisten Schalke 04 standen die Zeichen auf einen Abschied von Torhüter Frank Rost.

Überraschend erklärte der viermalige Nationalspieler jetzt gegenüber dem RevierSport: "Ich gehe davon aus, dass ich bis 2009 bleibe."

Gleichzeitig übte der 33-Jährige aber Kritik an Manager Andreas Müller. "Ich erfahre alles nur aus den Medien, mit mir spricht Herr Müller ja nicht. Ich muss mir in meinem Urlaub wohl alle Zeitungen kaufen, um zu erfahren, wie der Stand der Dinge ist", sagte Rost, der zuletzt erklärt hatte, dass er kein Sitzfußballer sei und unbedingt spielen wolle.

Rost will in der Rückrunde wieder angreifen

Der Schlussmann war am 5. November dieses Jahres vor dem Spitzenspiel gegen Meister Bayern München (2:2) vom 20-jährigen Manuel Neuer abgelöst worden.

Trainer Mirko Slomka hatte den Wechsel mit "fehlendem Glück" seiner bisherigen Nummer eins erklärt. Zuletzt hatte der abstiegsbedrohte Hamburger SV Interesse an Rost gezeigt.

Inzwischen bemüht sich auch Rosts neuer Berater, der ehemalige Präsident des 1. FC Kaiserslautern, Rene C. Jäggi, um eine Lösung für seinen Klienten. Am Dienstag nahm der Schweizer daher Kontakt mit Müller auf.

"Das war nur ein informelles Gespräch. Ich wollte ihm sagen, was ich jetzt mache, es ging nicht um einen Wechsel von Rost", sagte Jäggi und ergänzte: "Die Dinge haben Frank ein wenig überrollt, aber es ist sein Ziel, sich auf Schalke durchzusetzen. Er will nach seinem Urlaub neu angreifen und den Kampf um die Nummer eins im Schalker Tor annehmen."

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21.12.2006 - Frank Rost will bleiben - Quelle/© dpa

Gelsenkirchen - Keeper Frank Rost will seinen Vertrag beim Bundesligisten FC Schalke 04 erfüllen. "Ich gehe davon aus, dass ich bis 2009 bleibe", sagte der frühere Nationaltorwart.

Der Schlussmann des Tabellenzweiten war vor dem Bundesligaspiel gegen Bayern München am 5. November diesen Jahres von Trainer Mirko Slomka zum Reservekeeper degradiert worden. Seitdem steht der 20-Jährige Manuel Neuer im Tor der Gelsenkirchener. Zuletzt wurde deshalb über Rosts Wechsel in der Winterpause zum Hamburger SV spekuliert.

Rost selbst hatte die Spekulationen über einen Wechsel am vergangenen Samstag im ZDF angeheizt. "Ich bin kein Sitz-Fußballer, sondern will spielen. Mein Traum war immer, für Schalke zu spielen. Der ist zerplatzt", hatte Rost im "Aktuellen Sportstudio" gesagt.

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20.12.2006 - Rettung von Schacht 2 der Zeche Hugo in Gelsenkirchen - Ein offener Brief - Quelle/© Klaus Herzmanatus

Glückauf Zusammen,

nach 3 1/2 Jahren haben wir es geschafft. Am 14. Dezember 2006 hat die Stadt Gelsenkirchen den Schacht und das Fördermaschinengebäude mit seiner Grundfläche für einen symbolischen Euro erworben.

Dann wurde vor dem Notar der Erbpachtvertrag zwischen der Stadt und dem Trägerverein Hugo Schacht 2 e.V. unterzeichnet.

Somit ist es geschafft, ein Stück Heimat, unsere Heimat zu erhalten. 80.000,- Euro Sicherheit hat der Verein als Bankbürgschaft hinterlegt.

Im nächsten Jahr heißt es, vor Ort zu Arbeiten. Damit verbunden suchen wir jetzt Fördermitglieder, die und finanziell oder mit Material unterstützen können. Jeder Betrag zählt. Im Anhang befinden sich Informationen dazu.

Jeder, der bei uns mithilft, engagiert sich ehrenamtlich für dieses Projekt. Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die uns schon jetzt durch Spenden unterstützt haben, aber auch bei denjenigen, die uns Mut zugesprochen haben und uns mit Rat und Tat zur Seite standen.

Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und viel Glück und vor allem Gesundheit für 2007.

Viele Grüße und Glückauf
Klaus Herzmanatus

Trägerverein Hugo Schacht 2 e.V.
www.zeche-hugo.com

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18.12.2006 - Schalke: Brasilianischer Innenverteidiger kommt zur Winterpause - S04 verpflichtet Gustavo - Quelle/© www.kicker.de

Bundesligist FC Schalke 04 verstärkt sich in der Winterpause mit dem brasilianischen Innenverteidiger Gustavo Franchin Schiavolin. Der 24-jährige Abwehrspieler spielte zuletzt in seiner Heimat beim Erstligisten Paraná Clube in Curitiba.

Gustavo erhält beim Tabellenzweiten der Bundesliga einen Vertrag bis zum 30. Juni 2009. Dies teilte der Klub am Montag mit.

"Gustavo ist ein Rechtsfuß mit sehr viel Potenzial. Er ist sehr athletisch und kopfballstark. Wir sind froh, dass er sich für uns entschieden hat", wird Schalke-Manager Andreas Müller zitiert. "Wegen seines Alters, seines guten Charakters und seiner Defensivqualitäten sind wir überzeugt, dass er uns in Zukunft sportlich weiterhelfen wird", so Müller weiter.

Der Neuzugang kann bereits auf Europa-Erfahrung zurückblicken - 2003 war er bei Dynamo Moskau aktiv.

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18.12.2006 - Frank Rost im Aktuellen Sportstudio - Schalke kommt nicht zur Ruhe - Quelle/© kicker Printausgabe

Neue Störgeräusche beim Schalker Höhenflug Bielefeld. Der FC Schalke 04 kommt trotz der zweitbesten Bundesliga-Hinrunde der Club-Geschichte einfach nicht zur Ruhe.

Nur wenige Stunden nach dem 1:0 (0:0) bei Arminia Bielefeld sorgte Frank Rost für neue Störgeräusche. Mit deutlichen Worten verdarb er der Clubführung die Freude über den jüngsten Höhenflug. Auch sechs Wochen nach der Degradierung zum Ersatzkeeper hat sich sein Ärger nicht gelegt.

"Ich bin 14 Jahre in der Bundesliga. Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Es war immer mein Traum, für Schalke zu spielen. Jetzt ist er zerplatzt", klagte Rost im ZDF-"Sportstudio" am Samstag.

Das Ende des Medienboykotts der Schalker Profis nutzte der 33-Jährige zu einem Auftritt auf großer TV-Bühne. Zwar betonte der bis 2009 vertraglich gebundene Rost seine Zuneigung zum Club, dürfte aber mit mutigen Aussagen einen früheren Abschied vorbereitet haben.

Nach seiner Meinung war sein Reservisten-Dasein von langer Hand geplant:
"Das fing schon unter Ralf Rangnick an, Mirko Slomka war noch Co-Trainer. Schon damals hat man versucht, mich zu demontieren. Da hatte ich aber noch Rückendeckung. Das hat sich geändert, als Rudi Assauer gegangen werden musste."

Auf Aussagen der Vereinsspitze, sich wegen der hohen Saisonziele nicht von Rost trennen zu wollen, reagierte der Anfang November vom 20 Jahre alten Manuel Neuer verdrängte Schlussmann mit Sarkasmus:
"Diese Aussagen kenne ich nur aus der Presse. Aber ich freue mich, dass ich noch gut genug bin für die Bank."

Er ließ nur wenig Bereitschaft erkennen, sich in sein Schicksal als Nummer 2 zu fügen: "Es ist klar, dass ich nicht Sitzfußballer bin. Ich möchte schon gern spielen. Wenn ich das bei Schalke nicht kann, dann..."

Mit einem Verweis auf finanzielle Erwägungen schürte er die Spekulationen über einen Vereinswechsel schon in der Winterpause zusätzlich: "Ich kenne andere im Verein, die rechnen können. Die sagen, Rost auf der Bank, das kostet uns eine Menge Patte."

Viele Argumente für Rosts Rückkehr ins Schalker Tor gibt es nicht. Schließlich ist der Revier-Club seit acht Spielen ungeschlagen und steht mit 36 Punkten glänzend da. Trotz einer turbulenten Hinrunde reifen Träume vom ersten Titel seit 1958.

Zwar präsentierte sich Schalke in Bielefeld über weite Strecken nicht wie ein Spitzenteam, schlug aber im richtigen Moment dank Zlatan Bajramovic (82.) eiskalt zu. Mit der Einwechslung des Siegtorschützen (78.) bewies Slomka ein glückliches Händchen. (dpa)

Einer der vorerst letzten Kommentare von Frank Rost zu seiner Degradierung zur Nummer 2 im Tor von Schalke 04 lautete: "Alles sehr komisch im Moment."

Das war am Tag nach dem 2:2 gegen Bayern München am 5. November. Danach hielt sich Rost lange an den umstrittenen Presseboykott, ehe er sich am Samstagabend im ZDF-Sportstudio vor einem Millionen-Publikum äußerte. In der Zwischenzeit spielte sich sein Nachfolger Manuel Neuer in die Herzen der Fans. Schalke will Rost, der mit einem hoch dotierten Vertrag bis 2009 ausgestattet ist, unbedingt halten. Ob sich der 33-Jährige allerdings noch lange stillschweigend mit der "Kahn-Rolle" abfindet, wird eine der interessanteren Fragen der Rückrunde sein - zumal schon der Hamburger SV Interesse bekundet hat.

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17.12.2006 - Schalke siegt knapp in Bielefeld - Quelle/© SID

Bielefeld (dpa) - Der FC Schalke bleibt im Rennen um die Herbstmeisterschaft.

Mit einem 1:0 (0:0) bei Arminia Bielefeld eroberte die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka zumindest für einen Tag die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga und wahrte die Minimalchance auf den inoffiziellen Titel.

Allerdings kann der bisherige Spitzenreiter Werder Bremen mit einem Erfolg über Wolfsburg noch vorbeiziehen. Vor 26 601 Zuschauern in der ausverkauften Schüco-Arena sorgte der kurz zuvor eingewechselte Zlatan Bajramovic (82. Minute) für den Sieg der Gäste, die damit zum achten Mal in Serie ungeschlagen blieben.

Es passte ins Bild von einem glücklichen Schalker Erfolg, dass Bajramovic sich kurz vor dem Treffer verletzte, aber dennoch zum Matchwinner wurde. Er hatte sich beim ersten Sprint eine Muskelverletzung in der Wade zugezogen.

Trainer Slomka machte keinen Hehl daraus, dass die Bielefelder über weite Strecken mindestens gleichwertig waren: "Es war ein zähes Ringen um Torchancen. Natürlich war es ein glücklicher Sieg, doch davon spricht im Januar keiner mehr."

Weniger Grund zur Zufriedenheit hatte sein Gegenüber Thomas von Heesen: "Meine Mannschaft ist um den verdienten Lohn gebracht worden. Wenn die Schalker immer so viel Glück haben, werden sie Meister."

Bei ihrem letzten Kraftakt vor der Winterpause legten sich beide Teams auf tiefem Boden noch einmal mächtig ins Zeug. In einer kampfbetonten Partie mangelte es sowohl den Bielefeldern, die wieder auf die genesenen Artur Wichniarek und Rüdiger Kauf setzen konnten, als auch den Schalkern an Präzision und Ideen.

Torchancen waren deshalb Mangelware.

Bis auf einen Fernschuss von Halil Altintop (15.) von der Außenposition, den Arminia-Keeper Mathias Hain parierte, bekamen die Zuschauer in der Anfangsphase wenig zu sehen.

Der Unterhaltungswert der Partie sollte sich auch nach der Anfangsphase nicht verbessern. Die leicht feldüberlegenen Bielefelder stellten bei einem Distanzschuss von Bernd Korzynietz (26.) zumindest einmal Torgefahr unter Beweis.

Auf der anderen Seite prüfte Christian Pander den Arminia-Schlussmann Hain mit einem Freistoß aus 25 Metern (31.). Von einem Spitzenspiel konnte beim Duell des Tabellenzweiten gegen den Sechsten bis zur Pause nicht die Rede sein.

Auch nach dem Wiederanpfiff dominierten beide Abwehrreihen weiterhin die Partie. Bei den wenigen Möglichkeiten, die sich boten, fehlte es an Genauigkeit und Entschlossenheit.

So köpfte der Bielefelder Radin Kucera (63.) aus zehn Metern in die Arme von Gäste- Keeper Manuel Neuer. Vier Minute später verfehlte Pander mit einem Freistoß knapp das Arminen-Tor.

Doch acht Minuten vor dem Ende brach Bajramovic den Bann: Der Kopfball des in der 78. Minute eingewechselten Mittelfeldspielers bescherte dem FC Schalke einen glücklichen Sieg. Dagegen ging für Bielefeld eine gute Hinserie ohne Erfolg zu Ende. Nach der zweiten Heimschlappe rückt ein UEFA- Cup- Platz erst einmal in weite Ferne.

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16.12.2006 - Ende des Schalker Medienstreiks - Kein Wort nirgends - Quelle/© www.sueddeutsche.de

Sechs Wochen lang sprachen Schalkes Bundesliga-Fußballer nicht mit Journalisten. Jetzt endet der Streik.

Von Philipp Selldorf

Die internationale Fußballforschung ist nicht sicher, wann der Begriff Silenzio Stampa in die Sportwelt gelangt ist, aber es gibt viele Hinweise darauf, dass er 1982 bei der Weltmeisterschaft in Spanien geboren wurde. Damals kursierten im Tross der italienischen Reporter ein paar heiße Gerüchte über die Spieler Antonio Cabrini und Paolo Rossi. Es hieß, die beiden seien gemeinsam in Kneipen unterwegs gewesen, dass sie nicht nur gemeinsam tränken, sondern auch Drogen nähmen, und vor allem: dass sie ein homosexuelles Verhältnis unterhielten.

Dagegen setzte sich die Mannschaft solidarisch zur Wehr, indem sie den Berichterstattern kollektiv das Gespräch verweigerte. So wurde das Schweigen vor der Presse - Silenzio Stampa - zum typischen italienischen Ritual, zu einem folkloristischen Element der Calcio-Kultur und zum Mythos: Beschlossen hatte man den Streik nach einer denkbar trüben Vorrunde mit drei torlosen Remis. Am Ende hatte sich Italiens Elf kommentarlos zum WM-Titel gesiegt, Paolo Rossi wurde Schützenkönig des Turniers.

Hierzulande hat jetzt Schalke 04 dem Begriff neues Ansehen verschafft und ebenfalls eine Pionierleistung vollbracht. Seit Anfang November haben die Fußballer aus Gelsenkirchen nicht mehr mit der Presse gesprochen. Das Team war über die Verbreitung von Übertreibungen und Unwahrheiten in Rage geraten. Am heutigen Samstag, 17.15 Uhr, endet dieser längste Spielerstreik in der Geschichte des deutschen Profifußballs, nach dem Auftritt der Schalker bei Arminia Bielefeld. Noch am Abend wird der Schalker Ersatztorwart Frank Rost im Aktuellen Sportstudio des ZDF sitzen und der Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein sein Befinden erläutern.

Im Klub erwartet man das Ende des Schweigens mit Bedauern. Sechs Wochen herrschte himmlische Ruhe, in den sieben Spielen während des Moratoriums hat die Mannschaft keinmal verloren und fünf Mal gewonnen. ,,Was das wieder für ein Rumeiern geben wird‘‘, sagt ein Kenner der Verhältnisse für Rosts Auftritt voraus.

Gibt es ein Recht auf Schweigen für Profifußballer? Natürlich lebt die Branche von ihrer öffentlichen Wirkung. Die Spieler sind mit ihren persönlichen Eigenheiten Darsteller der Bundesliga-Show, die von Fernsehen und Presse auch als Seifenoper inszeniert wird. ,,Es ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, ein Geben und Nehmen‘‘, sagt Erich Laaser, der Präsident des Deutschen Sportjournalistenverbandes, der den Schalker Streik für ,,unprofessionell und unanständig‘‘ hält und im Namen seiner Organisation eine Protestnote einreichte.

Instinkt von Hyänen

,,Ohne die Medien würde der Profifußball in dieser Form nicht existieren‘‘, meint er. Doch das Fußballergrundgesetz, also der Mustervertrag des Deutschen Fußball-Bundes für Lizenzspieler, sieht kein Gebot zur Auskunftserteilung gegenüber TV-, Print- oder Radiojournalisten vor. Trotz der 420 Millionen Euro, die jährlich von Medienunternehmen und Rundfunkanstalten für die Verwertungsrechte bezahlt werden.

Es ist aber deutsche Fußballsitte, das Publikum an den Gedanken und Meinungen der Fußballer teilhaben zu lassen. Ähnlich verhält es sich in Spanien, wo die Großklubs Real Madrid und FC Barcelona mit ihren Stars eine rege Medienarbeit betreiben. In England, wo Fußball nicht weniger im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens steht, gibt es das nicht. Dort werden die Spieler im Training abgeschottet, die Kontakte mit den Medien sind rar und reglementiert. Vor Auswüchsen bei der Berichterstattung und rauen Verhältnissen schützt das selbstverständlich nicht, Polemik ist schließlich ein Urelement des englischen Journalismus. Vor zwei Jahren sprach daher auch das englische Nationalteam ein Silenzio Stampa aus: Weil eine Zeitung eine Umfrage unter den Lesern veranstaltet hatte, ob sie lieber den Torwart David James oder einen Esel zwischen den Pfosten sähen.

In Schalke entwickelte sich die Streikidee aus der Mitte der Mannschaft. Wochenlang hatten die Ruhrgebietszeitungen und die Fachpresse behauptet, die Mannschaft sei zerstritten und zerfalle in ethnische Fraktionen. In diesem hysterischen und gehässigen Klima, das obendrein durch Falschmeldungen befeuert wurde, wurde schlechthin alles und jeder in Frage gestellt. Bis zwei eher stille Profis die Initiative ergriffen. Der Serbe Mladen Krstajic und der Uruguayer Dario Rodriguez arrangierten den Boykott, den der Mannschaftsrat mit dem brasilianischen Kapitän Marcelo Bordon an der Spitze vollstreckte. Kontakte mit Reportern sollten mit Geldbußen bestraft werden. Verbürgtes, aus dem Teambus geschmuggeltes Spielerzitat: ,,Wenn sie mich sehen, muss ich zahlen.‘‘

Am Trainingsplatz hatten die Fußballer derweil ihren Spaß. ,,Marcelo, können wir reden?‘‘, fragten anfangs noch die Reporter. ,,Ich glaube nicht‘‘, antwortete Bordon und marschierte vorbei. Nur der dänische Angreifer Peter Lövenkrands wagte es einmal, sich zu widersetzen. Doch sein selbstbewusstes Statement (,,Ich rede, mit wem ich will‘‘) hat er wohl anderntags bereut. Dann galt auch für ihn wieder das alte Gelübde.

Bemühungen der Verantwortlichen, die Spieler wieder vor die Mikrofone zu bringen, blieben ohne Erfolg. Manager Andreas Müller stellte überrascht fest, dass er auf geschlossenen Widerstand traf. Nachdem er anfangs die Reporter getröstet hatte, der Streik werde ,,kein Dauerzustand sein‘‘, erkannte er, dass es klüger ist, die Konfrontation mit den Medien einzugehen, als die Mannschaft zu disziplinieren. ,,Man kann ja gar nicht verneinen, dass der Boykott dazu beigetragen hat, dass die Mannschaft besser zueinander gefunden hat‘‘, erklärt Müller. Auch Trainer Mirko Slomka schätzte die sportlichen Vorteile höher als den Ärger mit missmutigen Reportern. Der Streik sei gemeinschaftsstiftend gewesen, sagt er. Dem 20-jährigen Torwart Manuel Neuer, den Slomka anstelle des erfahrenen Rost zum Schlussmann machte, erleichterte es die Arbeit und die Eingewöhnung in die schwierige Aufgabe. Das gibt auch der Streikkritiker Laaser zu: ,,Man weiß nicht, welchen Einfluss es gehabt hätte, wenn er jede Woche zwei, drei Interviews hätte geben und die üblichen Geschichten hätte lesen müssen.‘‘

Treffen wollten die Spieler mit ihrem Protest offenbar vor allem die im Ruhrpottsport besonders einflussreiche Bild-Zeitung. Dass mit der Sippenhaftung auch korrekte Berichterstatter getroffen wurden, nahm man in Kauf. Es zeigte sich, dass viele Berichterstatter einen Besitzanspruch auf die Worte der Fußballer erheben. Sogar Monica Lierhaus wurde deshalb richtig ärgerlich. Die Moderatorin der ARD-Sportschau war bisher noch nicht als Zeitgeistkritikerin in Erscheinung getreten, aber die Aussageverweigerung geißelte sie mit scharfen Worten: ,,Kindisch‘‘ sei das, ,,lächerlich‘‘, ein Verrat an der eigenen Anhängerschaft: ,,Der FC Schalke 04 tut seinen Fans damit weh, die so gern gehört hätten, was die Mannschaft zum Sieg‘‘ meine.

Ein grober Irrtum. Fernsehschaffende wissen nichts von Protesten ihrer Zuschauer zu berichten, und die weite Mehrheit der Schalke-Gläubigen begrüßt es ausdrücklich, dass ihre Mannschaft schwieg und siegte. Die Reaktionen in den Fanforen, im Internet und bei Fanklubversammlungen lassen den Journalistenstand erfahren, was man über ihn denkt: Häufig wird die Blockade als gerechte Strafe für einen bestimmten Teil der Sportpresse empfunden, der man den Instinkt und Charakter von Hyänen unterstellt. Oft wird auch der Vorwurf laut, die Reporter seien unfähig, mangels Spielerzitaten den Fußball zu deuten.

Hier treffen sich die Ansichten der Akteure und der Fans. Schon 1982 erklärte der argentinische Fußball-Weise Cesar Luis Menotti: ,,95 Prozent der Journalisten haben von Fußball keine Ahnung.‘‘

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14.12.2006 - Schalke will Werder unter Druck setzen - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Einen letzten, großen Weihnachtswunsch hat Mirko Slomka zum Ende der Hinrunde schon noch. "Mit einem Sieg in Bielefeld wollen wir Werder noch einmal unter Druck setzen", meint der Schalker Chef-Trainer.

Am letzten Spieltag mussten die Königsblauen mitansehen, wie die Konkurrenten am Samstag um den Titel in schöner Eintracht siegten, um dann selbst am Sonntag gegen Borussia Dortmund nachzulegen, "diesmal wollen wir den Spieß umdrehen und Bremen in Zugzwang bringen". Die Männer von der Weser empfangen am Sonntag den VfL Wolfsburg, und Slomka glaubt nicht wirklich, dass es für den FC Schalke 04 tatsächlich noch zur Herbstmeisterschaft reichen könnte. Der Respekt vor den Norddeutschen ist riesig, und gerade beim 6:2 in Frankfurt haben sie demonstriert, dass sie sich kaum irritieren lassen.

Deshalb beschäftigt er sich auch lieber mit dem Grundsätzlichen.

Mit einem Erfolg in Bielefeld (15.30 Uhr) hätte der FC Schalke 04 eine "gute Hinrunde gespielt", vor allem weil die Elf inzwischen den "richtigen Weg nach vorn gefunden hat". Und dann kommen sie wieder, die Vokabeln, die die Siegesserie unterstreichen sollen:
"Tempo, Schnelligkeit, Herz und Leidenschaft." Alles Dinge, die gerade in diesen Tagen Regisseur Lincoln eher abgesprochen werden, und so hält sich der Kummer auch in Grenzen, wenn Slomka berichtet, der Brasilianer werde auf jeden Fall ausfallen, ein Erguss im Knie lasse einen Einsatz nicht zu.

Andere Dinge sind wieder zugelassen, so endet der ebenso dumme wie lächerliche Presse-Boykott am Samstag. "Ich freue mich, dass die Truppe diesen Entschluss gefasst hat", meint Andreas Müller, "keiner wird mehr in Sippenhaft genommen, der reden möchte." Also auch Frank Rost nicht, der am Samstag im "Aktuellen Sportstudio" als Gast auftritt. Mal sehen, wie besinnlich es dort zugeht.

Gerd Strohmann

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14.12.2006 - Torhüter Rost beendet Medienboykott - Quelle/© dpa

Gelsenkirchen - Torhüter Frank Rost vom Fußball- Bundesligisten FC Schalke 04 hat angekündigt, den sechswöchigen Presseboykott nach dem Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld an diesem Samstag zu beenden.

Wie die "Bild"-Zeitung (Donnerstag-Ausgabe) berichtete, hat der vor dem Spiel gegen Bayern München am 5. November von Trainer Mirko Slomka zur Nummer zwei degradierte Torwart diese Entscheidung Manager Andreas Müller und den Mannschaftskollegen bereits mitgeteilt. Am Samstagabend ist der 33 Jahre alte Rost zu Gast im ZDF-Sportstudio.

Laut Müller ist davon auszugehen, dass auch die anderen Profis des Tabellen-Zweiten nach dem letzten Hinrunden-Spiel ihr Schweigen brechen. "Die Spieler haben ein paar anstrengende Wochen hinter sich. Ich glaube, dass die gesamte Mannschaft nach dem Spiel gegen Bielefeld wieder sprechen wird", kündigte Müller dem Radio-Sender WDR 2 an.

Seit dem 3. November haben die Schalker Profis sich aus Verärgerung über die Berichterstattung öffentlich nicht mehr geäußert. Aufgeweicht wurde der Medienboykott am vergangenen Sonntag nach dem 3:1-Sieg gegen Borussia Dortmund. Da standen Christian Pander und Fabian Ernst allerdings nur für Interviews des TV-Senders "arena" zur Verfügung.

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13.12.2006 - Schalke will sich nicht von Hamit Altintop trennen - Quelle/© SID

Hamit Altintop soll noch möglichst lange Gelsenkirchen seine Heimat nennen.

Bundesligist Schalke 04 hat möglichen Interessenten, die den Mittelfeldspieler verpflichten möchten, jetzt eine deutliche Absage erteilt. Der türkische Nationalspieler wird unter anderem von Fenerbahce Istanbul umworben. Auch Inter Mailand soll die Fühler nach dem gebürtigen Gelsenkirchener ausgestreckt haben.

"Wir denken nicht daran, Hamit abzugeben. Im Gegenteil, wir möchten noch ganz lange mit ihm zusammenarbeiten und seinen Vertrag möglichst bald verlängern", sagte Trainer Mirko Slomka am Mittwoch. Der Kontrakt des 23-jährigen Hamit Altintop, der im Jahre 2003 vom Reviernachbarn SG Wattenscheid 09 zu den Königsblauen gewechselt war, läuft zum 30. Juni 2007 aus.

Erste Gespräche über eine Weiterbeschäftigung sind bereits geführt worden, aber noch nicht zum Abschluss gekommen. Bei den Königsblauen steht auch Hamits Zwillingsbruder Halil unter Vertrag.

Auch die von Ligakonkurrenten umworbenen Frank Rost und Lincoln sollen bei den "Knappen" bleiben.

Der Hamburger SV hatte Interesse an dem zurzeit ein Reservistendasein fristenden Torwart Rost bekundet, Ruhrgebietsrivale Borussia Dortmund könnte sich laut einer Aussage des Geschäftsführers Hans-Joachim Watzke den brasilianischen Spielmacher Lincoln gut beim BVB vorstellen. "Es ist nicht Schalkes Aufgabe, anderen Vereinen zu helfen", hatte S04-Manager Andreas Müller zu den Spekulationen erklärt.

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13.12.2006 - Schalkes Bajramovic wieder fit - Quelle/© SID

Zlatan Bajramovic hat beim Bundesligisten Schalke 04 am Mittwoch wieder das Mannschaftstraining aufgenommen.

Der Nationalspieler Bosnien-Herzegowinas war in den vergangenen zwei Wochen wegen einer Wadenverletzung ausgefallen und hatte zuletzt auch beim 3:1-Sieg der Königsblauen im Revierderby gegen Borussia Dortmund passen müssen.

"Wenn Zlatan keinen Rückschlag erleidet, gehört er am Samstag zum Kader", sagte Trainer Mirko Slomka und plant im letzten Hinrundenspiel am Samstag (15.30 Uhr/live bei arena) bei Arminia Bielefeld mit dem Mittelfeldspieler. Auch Kapitän Marcelo Bordon steht nach abgelaufener Gelbsperre zur Verfügung.

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11.12.2006 - Eine einfache Erfolgsgeschichte - Quelle/© www.westline.de

Was für ein Wochenende: Zum dritten Mal Papa geworden, den BVB ohne Punkte nach Hause geschickt. Schöner hätte der Sonntag für Gustavo Varela nicht sein können.

Gelsenkirchen - Eine Viertelstunde nach dem Schlusspfiff erreichte Gustavo Varela eine wunderschöne SMS. Er war gerade Vater geworden, seine Frau Virginia hatte in Uruguay Töchterchen Julieta zur Welt gebracht. "Das ist ein wunderschöner Tag", meinte Papa Gustavo, es ist seine dritte Tochter. 15 Minuten zuvor hatte er freudestrahlend den Rasen der Veltins-Arena verlassen.

Ein perfekter Abend für den dynamischen Mittelfeldspieler, ein traumhafter Abend für den FC Schalke 04. Ein hoch verdienter 3:1-Sieg gegen Borussia Dortmund, ein souveräner Triumph im klassischsten aller Derbys, Königsblau mitten in der Glückseligkeit.

17 Punkte aus den letzten sieben Partien, auf Augenhöhe mit dem hoch gewetteten Titel-Favoriten Werder Bremen - und ein Trainer, der derzeit nichts mehr falsch, aber alles richtig macht.

Beispiel 1: Der Torwartwechsel. Manuel Neuer statt Frank Rost, eine Entscheidung wie ein mittleres Erdbeben. Die Bilanz: Der 20-Jährige ist in neun Bundesliga-Partien noch unbesiegt, jubelte über sieben Siege. "Er ist ein Klasse-Junge, aber das wussten wir schon immer", meint Mirko Slomka.

Beispiel 2: Lincoln, der vermeintliche Weltklasse-Spieler, sitzt nur auf der Bank. "Wir haben heute schnell in die Tiefe und mit viel Risiko gespielt, das hat mir gefallen", betonte Andreas Müller. Die Bemerkung ist kein Zufall. Mit Lincoln ist das Spiel deutlich langsamer, alle lauern ständig nur auf einen kleinen Geniestreich des Brasilianers.

Beispiel 3: Mit Bravour sind die Schalker aus DFB- und UEFA-Pokal ausgeschieden. "Wir haben uns das Scheitern zu Herzen genommen.

So hatten wir mehr Zeit, intensiv an einigen Dingen zu arbeiten", betonte Mirko Slomka. So sei es jetzt möglich, dieses hohe Tempo zu gehen, "90 Minuten Vollgas zu geben", denn die Mannschaft stecke voller Energie und Kraft.

Das Fazit aller guten Taten für Slomka: "Wir können bis zum Ende der Saison um den Titel mitspielen." Der Botschaft müssen nur noch die Taten folgen.

Gerd Strohmann

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11.12.2006 - Vorfahrt für Speed - Quelle/© www.spiegel.de

Fünf Jahre mussten die Schalke-Fans auf diesen Moment warten: ein Heimsieg gegen den ungeliebten Nachbarn aus Dortmund. Doch nicht nur darüber konnten sich die Anhänger freuen. Ihr Team spielt plötzlich schnellen und direkten Fußball. Die Verlierer hingegen würden am liebsten schweigen.

Sprechen konnte man das noch nicht nennen, aber zumindest das Schalker Schweigen war nach dem Sieg im 128. Revierderby gebrochen. Fabian Ernst und Christian Pander sagten ein paar dürre Sätze ("Wir widmen den Sieg unseren Fans") in die Kameras eines Bezahlsenders, und am nächsten Spieltag, so war zu hören, soll angeblich noch mehr geredet werden. Vielleicht klingt dann auch der provinzielle Kleinkrieg zwischen einer beleidigten Mannschaft und einer knurrigen Presse aus. Er passt nämlich so gar nicht zu den Höhen, in die Schalke gerade abhebt.

Der 3:1 (2:0)-Sieg über Borussia Dortmund war nicht nur der erste im eigenen Stadion gegen den Lieblingsfeind seit fünf Jahren, er riss die Fans der Gastgeber eine halbe Stunde vor und eine Viertelstunde nach der Pause richtig mit. Seit dem 2:0-Sieg über Werder Bremen am dritten Spieltag hatte Schalke nicht mehr so gut gespielt, und vielleicht war es diesmal die Folge vergangener Leiden. So hatte Mirko Slomka in den letzten Wochen eifrig darauf hingewiesen, dass mit dem frühen Ausscheiden aus den nationalen und internationalen Wettbewerben ein Vorteil verbunden wäre. "Wir haben die Zeit genutzt, an unserem Spiel zu arbeiten", sagte er.

16. Bundesliga-Spieltag: Ein stürmender Verteidiger und glücklose Stürmer Fotostrecke starten: Klicken Sie auf ein Bild (10 Bilder) Spätestens gegen Borussia Dortmund sah man, dass dabei nicht nur ein paar Stellschräubchen verändert worden waren, sondern Schalke fast zu einem Neuentwurf seines Spiels gekommen ist. Wo die Schalker vorher oft kleine Kringel auf den Platz gezeichnet hatten, sind nun starke und deutliche Striche zu sehen. Das Spiel hat nun keinen Zug ins Südländische mehr, mit langen und oft getragenen Kombinationen, sondern es geht inzwischen fast britisch schnell und direkt zu. In der englischen Fußballsprache gibt es den Ausdruck "hunting in a pack", und genau das machte Schalke in den besten Momenten des 128. Revierderbys: Sie jagten im Rudel.

"Mit Leidenschaft, Feuer und Herz", wie Slomka sagte, stürzten sich seine Spieler auf einen Gegner, der eine Viertelstunde mithalten konnte. Danach ging Schalke durch einen Freistoß aus 38 Metern, bei dem sich Dortmunds Torhüter Weidenfeller irritieren ließ, in Führung. Zehn Minuten später köpfte Kevin Kuranyi einen Eckball zum 2:0 ins Tor und eigentlich war da schon alles entschieden. Spätestens aber, als Peter Lövenkrands zwei Minuten nach der Pause den dritten Treffer nachlegte.

Stärkster Schalker war einer, der vor kurzem erst seine fast 18 Monate lange Verletzungspause beendet hatte. Christian Pander erzielte nicht nur das 1:0, sein Auftritt war beispielhaft für die neue Dynamik im Spiel der Gastgeber.

"Ich bin einfach gut drauf", sagte der 23-jährige Linksverteidiger, dessen Rückkehr viel zum Schalker Aufschwung beigetragen hat. Er spielt nämlich nicht nur seine Position "fast perfekt", wie Slomka sagte. Andere müssen dort nun nicht mehr aushelfen und können, wie Kobiaschwili, Rodriguez oder Krstajic, endlich spielen, wo es ihnen besser behagt.

Der große Verlierer könnte Lincoln heißen

Einen sehr guten Eindruck hinterließ erneut auch der erst 20 Jahre alte Manuel Neuer. Der hoch talentierte Torwart ließ mit Präsenz und Ruhe erstmals die Idee aufkommen, dass der Keeper der U-20-Nationalmannschaft in der Zukunft auch Mal Torhüter im Nationalteam der Senioren sein könnte. Mit weiteren Leistungen wie diesen wird bei Schalke von Frank Rost jedenfalls nicht mehr viel die Rede sein. Allerdings kritisierte der Trainer seine neue Nummer eins, weil er "nicht schnell genug im Spiel nach vorne" gewesen sei. Die zügige Spieleröffnung ist eigentlich eine der besonderen Begabungen von Neuer.

"Wir kriegen Respekt, weil wir extrem schnell nach vorne spielen", sagte Slomka, aber bei der Vorfahrt für Speed scheinen einige Spieler nicht mitzukommen. Hamit Altintops Neigung, den Ball lange zu halten, fiel nach seiner Einwechslung besonders unangenehm auf. Der ganz große Verlierer der königsblauen Beschleunigung könnte jedoch Lincoln heißen. Wurde er früher in jeder Spielsituation gesucht, ist der Brasilianer im Moment nur Randfigur. Im Derby wechselte ihn Slomka erst acht Minuten vor Spielende ein. "Er muss die Schnelligkeit annehmen, und das kann er auch", sagte Slomka.

Ob mit oder ohne Lincoln hat Schalke am kommenden Samstag in Bielefeld nicht nur eine Chance auf den Herbstmeistertitel sondern auch auf die beste Bundesliga-Hinrunde der Geschichte. Der bisherige Vereinsrekord steht bei 34 Punkten, mit einem Sieg bei der Arminia könnte Schalke auf 36 Punkte kommen.

Für die Dortmunder sind das ferne Welten, und die Stimmung war entsprechend. "Wir sind noch zu brüchig", sagte Christoph Metzelder, der sein erstes Saisonspiel seit dem ersten Spieltag machte. Bert van Marwijk war "sehr verärgert" über das erste Gegentor, "denn in solchen Momenten verliert man das Spiel". Präsident Reinhard Rauball musste sich fragen lassen, ob der holländische Coach nun vielleicht schon im Winter gehen muss ("Das ist gar kein Thema"). Torschütze Alexander Frei hingegen sagte: "Ich versuche meine Klappe zu halten und dem BVB zu helfen."

Er wollte nichts darüber sagen, dass ihn der übermotiviert wirkende Keeper Weidenfeller auf dem Platz attackiert hatte. Doch nicht nur der Schweizer hätte am liebsten wenn schon nicht die Punkte so doch wenigstens das Schweigen aus Gelsenkirchen mitgenommen.

Christoph Biermann

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11.12.2006 - Weihnachten auf Schalke: Verdienter 3:1-Erfolg gegen enttäuschenden BVB - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen -Schalke hat Sonntag schon das Christkind gesehen, für Dortmund kam verspätet noch einmal Knecht Ruprecht. Völlig verdient besiegten die Königsblauen den Nachbarn mit 3:1 (2:0).

Der Gabentisch für die Schalker Fans war reich gedeckt. Bereits Ende der 1. Hälfte durften sie aus tiefer königsblauer Seele "Die Nummer 1 im Pott sind wir" singen, abgesehen von der Anfangsphase beherrschten die Hausherren ihre Gäste nach Belieben. S04 ist nun wieder gleichauf mit Spitzenreiter Bremen, Dortmund entfernt sich zunehmend vom internationalen Luftraum.

Valdez verletzt

Beide Trainer kamen bei der Aufstellung ohne große Überraschungen aus. Brzenska musste beim BVB Wörns (Magen-Darm-Virus) ersetzen, Slomka ließ Lincoln wieder auf der Bank Platz nehmen, Varela durfte für Hamit Altintop auflaufen.

Den Auftakt allerdings hatten sich einige anders vorgestellt. Borussia gar nicht ängstlich, Schalke musste sich erst sortieren. Und tief durchatmen, als Neuer den Flachschuss von Tinga sicher parierte. Der BVB lebendiger, die Königsblauen eher ein wenig abwartend. Aber wenn es aus dem Spiel nicht so recht läuft, helfen gern auch mal Standardsituationen: Kuranyis Kopfball nach einer Ecke konnte Tinga noch von der Linie kratzen, dann lag sich ganz Königsblau in den Armen. Frei hatte Rafinha gefoult, den Freistoß aus genau gemessenen 38 Metern versenkte Pander im langen Eck (14.). Richtig gut sah Weidenfeller in dieser Szene nicht aus, sein Gesicht sollte noch länger werden. Valdez musste "mit Verdacht auf Innenbandriss und/oder eine Meniskusverletzung"
(O-Ton Valdez) raus, beim BVB ging nichts mehr.

Zeit für die Schalker, das Tempo noch ein wenig zu erhöhen. Pander, mit allen Fußball-Freiheiten gesegnet, ließ eine Musterecke nach der anderen in den Strafraum segeln. Es brannte lichterloh im BVB-16er, und dann zündete es mit lautem Knall. Lövenkrands schickte diesmal einen Eckball hinein, Kuranyi sagte Danke und köpfte aus drei Metern zum 2:0 (25.). Brzenska und auch Weidenfeller gedachten wohl schon der Lichtlein am Weihnachtsbaum. Dortmunds Trainer Bert van Marwijk fand sein Team "ein bisschen naiv".

Es brannte endgültig in der Veltins-Arena. Schalke wirbelte, und der BVB hätte sich am liebsten unter der Grasnarbe versteckt. Die Königsblauen nun in jeder Szene gefährlich, weil zielstrebig und vor allem viel, viel schneller. Die Borussia wie gelähmt, Sahin konnte ebenso wenig wie Kringe für Ordnung sorgen.

Lebendiger Kuranyi

Aber dann kam der Halbzeitpfiff, und nach dem Pausenpunsch haben die 04er ja bekanntlich ihre dunklen Minuten. Gestern aber blieb es hell, es strahlte sogar: Kuranyi, lebendig wie selten, schickte einen wunderschönen Pass in die Mitte, Lövenkrands sprintete davon und traf überlegt zum 3:0 (47.). "Ein bitterer Tag für uns. Dass wir in der gesamten zweiten Halbzeit keine Hoffnung hatten, tat sehr weh", sagte Dortmunds KGaA-Boss Hans-Joachim Watzke.

Die Borussia schüttelte sich, mühte sich, aber das alles war zu bieder, zu umständlich, ohne Esprit. Wurde aber doch ein klein wenig belohnt, weil Alexander Frei (der wie Tinga die 5. Gelbe Karte sah und somit am Sonntag gegen Leverkusen fehlen wird) zum 3:1 traf (82.). Die königsblauen Augen strahlten trotzdem wie unter dem Weihnachtsbaum.

Gerd Strohmann

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10.12.2006 - Dortmund geht "auf Schalke" unter - Quelle/© Sport-Informations-Dienst

Mit dem höchsten Heimsieg im Revierderby seit 15 Jahren bleibt Schalke 04 Tabellenführer Werder Bremen in der Bundesliga auf den Fersen.

Durch ein 3:1 (2:0) in der 128. Auflage des Klassikers gegen Borussia Dortmund wahrten die Königsblauen ihre Chance auf die Herbstmeisterschaft.

Zugleich baute die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka ihre jüngste Erfolgsserie auf sieben Spiele ohne Niederlage mit 17 von 21 möglichen Punkten aus.

Der überragende Christian Pander mit einem Freistoßtreffer aus 38 Metern (14.), Mittelstürmer Kevin Kuranyi mit seinem dritten Tor im dritten Derby (25.) und Peter Lövenkrands mit einem mustergültig abgeschlossenen Konter (47.) schossen den höchsten Sieg der Gelsenkirchener gegen der Erzrivalen vor heimischem Publikum seit dem fünften Spieltag 1991/92 (5:2) heraus.

Der BVB kam durch Alexander Frei erst acht Minuten vor dem Ende zum Ehrentreffer. Die Dortmunder, die drei ihrer fünf Saisonerfolge in der Fremde feierten, kassierten erstmals seit vier Auswärtsspielen wieder eine Niederlage - die 51. in der langen Geschichte des Revierderbys.

Nach verhaltenem Beginn, bei dem der BVB zunächst mehr vom Spiel hatte, machten die Gastgeber vor 61.482 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena nach gut zehn Minuten Ernst.

Kuranyis Kopfball nach einer Ecke des grandios aufspielenden Pander kratzte Tinga noch von der Linie (11.).

Bei Panders Freistoß sahen dagegen Freund und Feind tatenlos zu, wie sich der Ball neben Torhüter Roman Weidenfeller, der nicht die beste Figur machte, ins Netz senkte.

Auch beim 2:0 sah der BVB-Keeper nicht gut aus. Nach einer Ecke von Lövenkrands kam Kuranyi im Fünf-Meter-Raum frei zum Kopfball - weder von Weidenfeller noch vom schwachen Gegenspieler Markus Brzenska bedrängt.

Beim BVB machte sich das Fehlen von Kapitän Christian Wörns deutlich bemerkbar. Ohne den Routinier war die junge Innenverteidigung nicht nur beim zweiten Gegentreffer überfordert.

Schon vor der Pause hätten die Schalker, die ohne den gesperrten Marcelo Bordon auskommen mussten und zunächst auch wieder auf Spielmacher Lincoln verzichteten, auf 3:0 erhöhen können.

Pander, der mit Freistößen und Ecken ständig für Gefahr sorgte, scheiterte zweimal nur knapp (28./37.).

Nach der Pause kam bei den Gastgebern im Gegensatz zu vielen anderen Spielen in dieser Saison nicht der rätselhafte Leistungseinbruch.

In der Phase kurz nach der Halbzeit, in der sie bislang die meisten Gegentore kassierten, sorgten sie diesmal für die Vorentscheidung.

Nach einem Traumpass von Kuranyi spielte Lövenkrands seine Schnelligkeit aus und erzielte das 3:0.

Beim BVB, der schon nach 23 Minuten ohne den verletzten Nelson Valdez auskommen mussten, feierte WM-Held Christoph Metzelder sein Comeback.

Der Innenverteidiger, der zuletzt am ersten Spieltag auf dem Platz gestanden hatte, kehrte in der 58. Minute nach viermonatiger Zwangspause zurück.

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10.12.2006 - Schalke bittet Dortmund zum "Spiel des Jahres" - Quelle/© Sport-Informations-Dienst

Am heutigen Sonntag herrscht in der Veltins-Arena zu Gelsenkirchen wieder Ausnahmezustand.

Schalke 04 empfängt am 16. Bundesliga-Spieltag Borussia Dortmund zum 128. Revierderby. Im zweiten Spiel des Abends ist Alemannia Aachen zu Gast beim VfL Wolfsburg.

"Spiel wie jedes andere"

Die Meinungen über das Revierderby gehen im Vorfeld allerdings weit auseinander. "Das ist das Derby schlechthin", meinte Schalke-Trainer Mirko Slomka vor dem Klassiker.

Sein Gegenüber Bert van Marwijk betrachtete sein möglicherweise letztes Derby weitaus nüchterner: "Dieses Spiel ist für mich persönlich nicht wichtiger als andere."

Für den Dortmunder Coach könnte es das vorletzte Spiel als sportlicher Chef des BVB sein. Denn über eine Ablösung des Niederländers, der spätestens zum Saisonende gehen muss, wurde schon in der Winterpause auch vor dem Gastspiel auf Schalke heftig spekuliert. Sollte van Marwijk mit leeren Händen aus Gelsenkirchen zurückkehren, würde eine schnelle Trennung noch wahrscheinlicher.

Slomka ohne Druck

Slomka dagegen kann seinem zweiten Revierderby als Schalke-Chefcoach (nach dem 0:0 am 4. Februar) relativ entspannt entgegenblicken. Nach zuletzt 14 Punkten aus sechs Spielen ist die Kritik an dem 39-Jährigen weitgehend verstummt.

Deshalb ist die Vorfreude groß: "Es gibt viele Derbys, aber dieses ist ein ganz außergewöhnliches. Das spürt man jeden Tag."

Und weil es eben doch kein Spiel wie jedes andere ist, hat sich auch Besuch aus Moskau angesagt. Eine Delegation des neuen Schalker Sponsors Gasprom will sich das Derby nicht entgehen lassen.

Der russische Energieversorger steigt zum Jahreswechsel als Trikotsponsor bei den Königsblauen ein und lässt sich das Engagement über fünfeinhalb Jahre bis zu 125 Millionen Euro kosten.

Ob die Russen auch Schalkes Spielmacher Lincoln in Aktion bewundern dürfen, ist fraglich. Slomka ließ sich bei der Aufstellung nicht in die Karten sehen.

Ob im Mittelfeld Fabian Ernst den verletzten Zlatan Bajramovic wie beim 0:0 in Nürnberg ersetzen wird oder Lincoln nach seiner Verletzungspause erstmals wieder zum Stammformation gehört, ließ er noch offen. In der Abwehr wird Dario Rodriguez für den gesperrten Kapitän Marcelo Bordon auflaufen.

Auch van Marwijk muss möglicherweise seinen Abwehrchef ersetzen. Der Einsatz von Christian Wörns ist wegen eines Magen-Darm-Virus sehr fraglich.

Sollte Wörns ausfallen, würde Markus Brzenska mit Martin Amedick die junge und relativ unerfahrene Innenverteidigung bilden, da Nationalspieler Christoph Metzelder noch im Aufbautraining ist.
Nicht steht nicht im Aachener Tor

Im zweiten Sonntagspiel will Alemannia Aachens Trainer Michael Frontzeck mit einem Torwartwechsel den freien Fall stoppen.

Gegen den VfL Wolfsburg steht der 35 Jahre alte Routinier Stephan Straub für den zuletzt schwachen Kristian Nicht im Kasten. "Ich erhoffe mir davon ein paar Prozent mehr Sicherheit und ein paar Prozent mehr Glück", sagte Frontzeck.

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08.12.2006 - Andreas Müller: "Slomka hat an Profil gewonnen" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Gegen den BVB geht es am Sonntag um drei Punkte und ums Prestige, aber es geht um viel mehr. "Wir haben in dieser Saison die Qualität, um den Titel mitzuspielen", sagt Schalkes Sportdirektor Andreas Müller im Gespräch mit Gerd Strohmann.

Frage: Andreas Müller, am Sonntag steigt das Derby, aber man hat den Eindruck, als sei die Brisanz früherer Tage verschwunden?

Müller: In den letzten Jahren hatte es in der Tat den Anschein, als seien weniger Emotionen im Spiel. Der Austausch zwischen den Vereinen war intensiver, die Frotzeleien "Klosterschüler" für Michael Meier und "Kaschmir-Hooligan" für Rudi Assauer waren ja nie böse gemeint. Aber es kommt wieder mehr Schärfe hinein, auch durch den Wechsel in der BVB-Etage. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke möchte schon gern, dass der BVB wieder vor Schalke steht. Er hat ehrgeizige Ziele.

Hat denn der FC Schalke die Borussia überflügelt?

Anfang der 90er Jahre war uns der BVB deutlich voraus, doch wir haben jedes Jahr den Abstand verringern können. Wenn wir die letzten Jahre zugrunde legen, hat es schon den Anschein. Sportlich waren wir auf jeden Fall erfolgreicher. Und wenn ich unsere aktuelle Mannschaft sehe, dann sind wir in der Spitze und der Breite ein Stück weiter als der BVB. Obwohl die Borussia viel Qualität besitzt, einen UEFA-Cup-Platz traue ich ihr zu.

Und dem FC Schalke 04 trauen Sie den Titel zu?

Absolut, diese Qualität ist da. Aber dann muss auch ein Rad ins andere greifen, dann sollten wir von langwierigen Verletzungen verschont bleiben, und jeder Spieler sollte in Top-Verfassung sein.

Und das soll gelingen trotz der ständigen Unruhen in diesem Verein?

Im Verein ist es meistens ruhig. Es geht wohl eher um die Unruhen um den Verein herum. Diese kann man offenbar kaum ersticken. Hier ist das Glas immer nur halbleer, selten mal halbvoll. Wir werden ja nach Siegen und nach Niederlagen kritisiert. Aber das hat uns zusammengeschweißt, die Elf hat eine gute Antwort gegeben. Und wenn das hält, dann können wir bis zum Ende oben dabeibleiben, dann geht auch der Titel.

Fehlte zwischendurch die Leidenschaft?

Die Bereitschaft, gnadenlos alles zu geben, war immer da. Die Truppe wollte immer laufen und kämpfen, aber da war eine Sperre, es fehlte die Umsetzung im Kopf. Es ist doch die Frage: Hat man innerlich den Schlüssel, um überhaupt in die Zweikämpfe zu kommen.

Wie haben Sie die Sperre gelöst?

Das ist ein Reifeprozess, und ich erwarte, dass er zu Ende geführt wird. Wir brauchen Konstanz in unserem Spiel, die fehlte bisher zum ganz großen Wurf.

Fehlte es der Mannschaft nicht viel eher am rechten Charakter. Sie gilt als extrem schwierig?

Das wird immer wieder behauptet, aber es stimmt absolut nicht. Die Truppe ist intakt, das sind sehr, sehr gute Charaktere. Die Elf hat eine extrem hohe Leistungsbereitschaft, die musst du eher bremsen als antreiben. Wichtig ist das gegenseitige Vertrauen, das entsteht, wenn man länger zusammenspielt. Mit diesem Prozess ist die Truppe noch nicht ganz fertig. Aber sie ist ein großes Stück weitergekommen.

Klingt alles ganz prima, doch die Spieler schweigen und der Verein macht in der Außendarstellung auch nicht immer das beste Bild . . .

Die Spieler schweigen, weil sie den Eindruck haben, von Teilen der Medien gegeneinander ausgespielt zu werden. Da wird alles genommen und einfach in den Mixer geworfen. Da werden sie mit Windeln abgebildet, da werden sie als Sauhaufen tituliert, das geht nicht. Und Dinge, die wir nach außen geben, werden sofort negativ interpretiert, alles wird schnell in Frage gestellt, man glaubt uns nicht, man will uns nicht glauben. Das ist bei finanziellen Dingen so, aber auch bei sportlichen. Alles wird extrem kritisch gesehen.

Hatten Sie Befürchtungen, Trainer Mirko Slomka würde unter dem Druck einknicken?

Nein, Mirko ist sehr standhaft, er verliert nicht die Balance. Er hebt nicht ab nach drei Siegen, und fällt auch nicht um nach zwei Niederlagen. Ich weiß, dass es ihm einige nicht zugetraut haben, ich kenne die Rufe der Öffentlichkeit nach dem angeblich großen und starken Trainer. Mirko hat in der Zeit viel gelernt, ist als Persönlichkeit gereift. Er hat sich einzig und allein auf die Mannschaft konzentriert, hat sich noch mehr in die Arbeit reingehängt, das imponiert mir an ihm. Er hat enorm an Profil gewonnen.

Dann können Sie jetzt seinen Vertrag verlängern, der zum Saisonende ausläuft ...

Darüber haben wir noch kein Wort verloren. Und das wird auch in der Winterpause sicher nicht geschehen. Wir haben keinen Zeitdruck. Irgendwann wird der richtige Moment kommen, um über die Zukunft zu reden, und dann werden wir es tun.

Verraten Sie uns noch, warum Schalke Sonntag die Borussia aus Dortmund besiegt?

Ein Heimsieg gegen den BVB wäre jetzt mal wieder fällig. Wichtig ist, dass wir cool bleiben und die Kontrolle behalten. Es würde auch reichen, wenn wir kurz vor dem Abpfiff das Siegtor schießen.

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FC Schalke 04: Neuer - Rafinha, Rodriguez, Krstajic, Pander - Hamit Altintop, Ernst, Kobiashvili - Halil Altintop, Kuranyi, Lövenkrands

Schiedsrichter: Stark (Ergolding)Freitag, 8. Dezember 2006 | Gerd Strohmann

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08.12.2006 - Vorschau - Spielinfos zum Derby - Quelle/© kicker

Anstoß: 10.12.2006 17:00
Stadion: Veltins-Arena

Schiedsrichter:

Statistik: Letzte Saison 0:0. Schalke gewann von den letzten 14 Heimspielen gegen den BVB nur drei (jeweils 1:0 1993/94, 1997/98 und 2001/02). Acht Spiele endeten unentschieden, 2004/05 gabs einen Dortmunder Sieg (2:1). Bilanz: 14-11-9, 58:44 Tore.

FC Schalke 04: Wird Bajramovic (Wadenverhärtung) rechtzeitig fit, rückt er in die Startelf; Ernst würde dann seinen Platz verlieren. Für den gesperrten Bordon wird Rodriguez verteidigen.

Borussia Dortmund: Sollte der in der ersten Wochenhälfte noch gehandicapte Sahin (Zerrung) den Zuschlag in zentral-defensiver Rolle erhalten, würde Kringe im linken Mittelfeld und Degen für ihn hinten rechts spielen. Als Ersatz für den Magen-Darm-Grippe-geplagten Wörns steht Brzenska bereit.

Aufstellung

FC Schalke 04
Neuer - Rafinha, Rodriguez, Krstajic, Pander - Hamit Altintop, F. Ernst, Kobiashvili - Halil Altintop, Kuranyi, Lövenkrands

Trainer: Slomka

Borussia Dortmund
Weidenfeller - P. Degen, Amedick, Wörns, Dede - N. Sahin - Tinga, Kringe - Valdez, Frei, Smolarek

Trainer: van Marwijk

Reservebank FC Schalke 04

F. Rost (1)
Abel (4)
Hoogland (27)
Boenisch (31)
Kunert (15)
Özil (17)
Baumjohann (21)
Heppke (28)
Lincoln (10)
Varela (7)
Larsen (9)

Reservebank Borussia Dortmund

Pirson (34)
Hünemeier (27)
Brzenska (3)
Pienaar (10)
Tyrala (28)
Amoah (8)
Saka (16)

Es fehlen FC Schalke 04

Bordon (5.Gelbe Karte)
Asamoah (Beinbruch)
Bajramovic (Wadenverletzung)
Lamczyk (nicht berücksichtigt)


Es fehlen Borussia Dortmund

Kehl (Aufbautraining)
Ricken (Aufbautraining)
B. Meier (Kreuzbandriss)
C. Metzelder (Aufbautraining)
Kruska (5.Gelbe Karte)
Vrzogic (Kreuzbandriss)
Amachaibou (nicht berücksichtigt)
Hillenbrand (nicht berücksichtigt)

Gelbsperre droht FC Schalke 04

keiner

Gelbsperre droht Borussia Dortmund

Frei (4)
Tinga (4)

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08.12.2006 - Bajramovics Wade verhindert Einsatz gegen BVB - Quelle/© sid

Schalke 04 muss im Revierderby gegen Borussia Dortmund am Sonntag (17.00 Uhr/live bei arena) ohne Mittelfeldspieler Zlatan Bajramovic auf Punktejagd gehen.

Der Bosnier fällt wegen einer Wadenverletzung aus. Ob für ihn wie schon beim 0:0 vor einer Woche beim 1. FC Nürnberg erneut Fabian Ernst spielt oder Spielmacher Lincoln in die Anfangsformation zurückkehrt, ließ Trainer Mirko Slomka am Freitag noch offen.

In der Abwehr wird der Uruguayer Dario Rodriguez den Gelb-gesperrten Kapitän Marcelo Bordon ersetzen.

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08.12.2006 - Virus versetzt Wörns und BVB in Sorge - Quelle/© sid

Das 128. Revierderby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund am Sonntag (17.00 Uhr/live bei arena) muss möglicherweise ohne Christian Wörns ausgefochten werden.

Der Abwehrchef der Borussen musste am Freitag wegen eines Magen-Darm-Virus auf das Training verzichten, sein Einsatz in der Veltins-Arena ist sehr fraglich. Sollte Wörns ausfallen, würde Markus Brzenska mit Martin Amedick die junge Innenverteidigung bilden, da Nationalspieler Christoph Metzelder noch im Aufbautraining ist.

Auch im defensiven Mittelfeld muss Trainer Bert van Marwijk improvisieren. Da neben dem Langzeitverletzten Sebastian Kehl auch Marc-Andre Kruska wegen einer Gelbsperre fehlt, stehen als Alternativen nur Nuri Sahin und Steven Pienaar zur Verfügung, die aber beide in dieser Woche mit dem Training aussetzen mussten.
Sahin plagte sich mit einer Leistenzerrung, Pienaar war erkältet.

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07.12.2006 - Gelsenkirche. Das Derby gegen den BVB naht - Schalkes Trainer Mirko Slomka (39) im WR-Interview über ein Sommermärchen, den "heißen Herbst", ein Wintermärchen und eine Frühjahrs-Entscheidung. - Quelle/© westfaelische-rundschau.de

Haben Sie auch das "Sommermärchen" der Nationalmannschaft gesehen?

Mirko Slomka: Am Mittwoch im Fernsehen nicht, sondern schon vorher bei einem Sponsoren-Abend im Kino.

Mit welchen Eindrücken?

Ich habe mich an die schönen Erlebnisse erinnert, die ich während der WM hatte. Einige Spiele habe ich live gesehen, außerdem durfte ich viele neue Menschen kennenlernen und habe viele Kontakte geknüpft.

Schalke wollte die Euphorie des "Sommermärchens" mit in die Saison nehmen - ist das mit dem Abstand von 15 Spieltagen gelungen?

Teilweise. Und zwar in der Bundesliga, wo wir ja gut dastehen. Da hatten wir mit dem 2:0 gegen Bremen ein ganz großes Spiel. Und das Szenario beim 2:2 gegen die Bayern mit dem Tor exakt zum Ende der Schweigeminuten werde ich wohl nie vergessen. Prinzipiell muss man aber sagen, dass die durch die WM geweckten Erwartungen stimmungstechnisch für die Bundesliga zu hoch waren. Rein sportlich hat man bei der WM ja auch nur wenige richtig gute Spiele gesehen.

Schalke hat sich an den "Klinsmännern" orientiert, wie der Ex-Bundestrainer ein offensives Saisonziel formuliert und sich zur Zusammenarbeit mit einem Mentaltrainer bekannt. War das die richtige Strategie?

Eine Zielformulierung wird immer auch Widerspruch herausfordern. Wenn wir sagen, dass wir Meister werden wollen, was wir getan haben, heißt es: "Die spinnen." Sagen wir, wir wollen Fünfter werden, heißt es: "Die stapeln aber tief." Wir stehen zu unserer Zielsetzung.

Würden Sie Trainingshemden mit der Botschaft "Totale Dominanz" noch einmal zulassen?

Von der grundsätzlichen Idee, die Mannschaft auf ein Motto einzuschwören, bin ich nach wie vor überzeugt. Über die gewählte Aussage kann man sicher streiten. Was wir falsch eingeschätzt haben: Wir hätten das nicht öffentlich machen sollen, solange der Diskussionsprozess in der Mannschaft dazu noch nicht abgeschlossen war.

Neuer Vertrag im Frühjahr: "Gehe gern ein bisschen Risiko"

Sie feiern am 4. Januar beim Trainingsauftakt Ihr "Einjähriges" als Cheftrainer. Wie sehr haben Sie sich nach dem "Wintermärchen" Anfang 2006 verändert?

Der Wechsel vom Assistenz- zum Cheftrainer erfordert automatisch Änderungen. Der Umgang mit den Spielern wird anders, man leidet und man freut sich mehr. Meinem Stil bin ich treu geblieben, sowohl nach Erfolgsserien, als auch nach Niederlagen. Das hat mir die Mannschaft hoch angerechnet, glaube ich.

Nach dem Spiel gegen die Bayern haben Sie Journalisten als "bösartige Menschen" beschimpft. Ohne das bewerten zu wollen: Zum netten Herrn Slomka passte das nicht.

Diese Schablone "nett" war von Anfang an unpassend. Damit wird mir unterstellt, dass ich nicht auf den Tisch hauen könnte. "Freundlich" passt da schon eher.

Freundlich war die oben zitierte Aussage auch nicht.

Ich habe nicht gesagt, dass alle Journalisten bösartige Menschen sind. So denke ich auch überhaupt nicht. Aber es gab in einigen Medien eine tendenziöse Aufbereitung von Themen, die ich als bösartig empfunden habe. Ich bin in diesem einen Jahr als Cheftrainer sicherlich aufmerksamer geworden. Da gab es halt Dinge, die mich geärgert und verletzt haben.

Dachten Sie im "heißen Herbst" mal ans Aufgeben?

Nicht eine Sekunde. Im Gegenteil, das hat mich alles nur noch mehr angespornt. Nach dem Pokal-Aus in Köln war ich wochenlang nicht bei meiner Familie in Hannover und habe mich ganz bewusst ausschließlich auf Schalke konzentriert.

Fleiß ist die eine Sache, Respekt eine andere. Fühlen Sie sich nun mehr respektiert als beim Amtsantritt?

Am Anfang hat man mir wenig bis gar keinen Respekt entgegen gebracht. Nun habe ich das Gefühl, dass der Respekt größer geworden ist. Das hängt auch mit den Ergebnissen zusammen. Und damit, dass ich bewiesen habe, auch unpopuläre Entscheidungen treffen zu können - und dass ich mich nicht habe unterkriegen lassen.

Wann wird der beinahe konstant starke Gegenwind für Sie etwas schwächer?

Im Moment geht´s ja, ich kann in Ruhe arbeiten. Aber der Gegenwind für mich hört vermutlich erst mit einem Titel auf.

Können Sie sich noch an Ihr erstes Derby gegen den BVB als Chef erinnern?

Vor allem daran, dass das Interesse der Medien vorher viel größer war als sonst. Das Spiel selbst habe ich kaum noch in Erinnerung. 0:0 - für uns zu wenig.

Erst im Frühjahr soll über Ihre Vertragsverlängerung verhandelt werden. Ist das nicht ein bisschen spät?

Wenn wir vorher verlängern und wir verlieren die ersten beiden Spiele nach der Winterpause, heißt es sofort: "Die haben viel zu schnell mit ihm verlängert." Nein, das ist schon in Ordnung so. Ich gehe gern ein bisschen Risiko. Auch bei meiner Amtsübernahme wusste ich ja nicht genau, was mich erwartet.

Werden Sie in die Verhandlungen mit anderen Ansprüchen als in die Nacht Ihrer Beförderung gehen, als Sie ja mit ihrer Entlassung gerechnet haben?

Prinzipiell bleibt es dabei, dass ich mir nichts Besseres als Schalke vorstellen kann.

Aber Ihre Vertragslaufzeiten waren bislang recht kurz - zunächst ein halbes, später ein Jahr.

Wenn es zu einer Verlängerung kommt, dann sollte man tatsächlich dem gesamten Trainer- und Betreuerstab die Chance zu einer längerfristigen Zusammenarbeit geben.

Von Norbert Neubaum und Frank Leszinski

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07.12.2006 - Personal & Statistik vor dem Derby - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Personalüberlegungen vor dem Derby: Für den defensiven Mittelfeldspieler Zlatan Bajramovic (Zerrung) muss wohl Ex-Nationalspieler Fabian Ernst einspringen.

Den gesperrten Innenverteidiger und Kapitän Marcelo Bordon ersetzt Dario Rodriguez. Rechtsverteidiger Rafinha hatte in dieser Woche Probleme wegen einer Prellung - soll aber auflaufen.

Widersprüchliche Aussagen gibt es darüber, ob S04 auf den zuletzt enttäuschenden, aber im Vergleich zu Borussias zentralen Kräften pfeilschnellen und fintenreichen Regisseur Lincoln verzichten wird.

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Riesenprobleme im defensiven Mittelfeld des BVB: Sebastian Kehl
(verletzt) und Marc Kruska (gesperrt) fallen aus, die Interims-Lösungen Nuri Sahin (Leistenzerrung) und Steven Pienaar
(Erkältung) absolvierten am Donnerstag nur ein individuelles Programm. Sahin soll aber genauso auflaufen können wie Stürmer Alexander Frei (Adduktorenprobleme/schonte sich am Donnerstag ebenfalls). Innenverteidiger Christoph Metzelder ist wieder im Mannschaftstraining - ob er zum Kader gehören wird, scheint weiter fraglich.

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Statistik: Blau-Weiß gegen Schwarzgelb ist für viele Fußball-Fans in Gelsenkirchen und Dortmund das wichtigste Ereignis der Spielzeit - am kommenden Sonntag (17 Uhr, Veltins-Arena) steigt wettbewerbsübergreifend bereits die 128. Auflage des Pott-Knallers. Zum 69. Mal werden dann in der Bundesliga die Klingen gekreuzt. Der BVB hat zwar mit 25:22 Siegen leicht die Nase vorn, siegte aber nur in einem der letzten 15 Duelle. Die vergangenen 13 waren ausverkauft.

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06.12.2006 - Fragezeichen hinter Schalker Bajramovic - Quelle/© Sport-Informations-Dienst

Zlatan Bajramovic wird Bundesligist Schalke 04 wohl voraussichtlich auch im Revierderby gegen Borussia Dortmund am kommenden Sonntag (17.00 Uhr/live bei arena) nicht zur Verfügung stehen.

Eine Wadenzerrung, die sich der Nationalspieler Bosnien-Herzegowinas vor zehn Tagen im kleinen Revierderby gegen den VfL Bochum zugezogen hat, setzt Bajramovic immer noch zu.

Bajramovic konnte bisher noch nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. "Wir hoffen natürlich, dass er noch rechtzeitig fit wird, aber momentan sieht es nicht so gut aus", sagte Trainer Mirko Slomka am Mittwoch.

Rafinha musste Training abbrechen

Das Training abbrechen musste der Brasilianer Rafinha. Der Rechtsverteidiger erlitt einen Schlag auf die Ferse des linken Fußes, soll aber bis zum Wochenende wieder einsatzfähig sein.

Den Gelsenkirchenern wird in dem prestigeträchtigen Duell auf jeden Fall Kapitän Marcelo Bordon fehlen, der am vergangenen Sonntag beim 0:0 der Altmeister in Nürnberg die fünfte Gelbe Karte sah. Für den Brasilianer wird der Uruguayer Dario Rodriguez in die Schalker Mannschaft zurückkehren.

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06.12.2006 - Schalke erteilt HSV im "Fall Rost" klare Absage - Quelle/© Sport-Informations-Dienst

Bundesligist Schalke 04 hält auch in Zukunft an seinem Torhüter Frank Rost fest und hat dem abstiegsbedrohten Ligakonkurrenten Hamburger SV eine Absage in Bezug eines möglichen Wechsels erteilt.

"Es wäre grob fahrlässig, einen Mann mit so großer Erfahrung gehen zu lassen. Ich erteile ein ganz klares Nein. Wir brauchen zwei starke Torhüter, wir brauchen Frank Rost", sagte Schalkes Manager Andreas Müller.

Am Dienstag hatten Hamburger Zeitungen übereinstimmend berichtet, dass der HSV den 33 Jahre alten Schlussmann bereits in der Winterpause an die Elbe locken will. Ein Wechsel Rosts sei nur dann ein Thema, "wenn mir Frank ins Gesicht sagen würde, dass er Schalke verlassen wolle", erklärte Müller weiter und ergänzte:

"Es geht um Schalke, nicht um einzelne Spieler. Und es kann nicht sein, dass Schalke anderen Vereinen helfen muss."

Bei den Schalkern ist Rost seit dem Spiel gegen Meister Bayern München am 5. November (2:2) nur noch die Nummer zwei hinter dem 20-jährigen Manuel Neuer, der in dieser Saison mit dem Team in acht Spielen 20 von 24 Punkten holte und dabei erst fünf Gegentore kassierte.

Trainer Mirko Slomka hatte zuletzt angekündigt, Neuer auch in Zukunft das Vertrauen zu schenken.

Rost war 2002 von Werder Bremen zum siebenmaligen Meister gewechselt. In Gelsenkirchen besitzt er noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2009.

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05.12.2006 - Journalisten protestierten gegen Schalker Medien-Boykott - Quelle/© dpa

Ludwigshafen (dpa) - Mit einem offiziellen Protest-Schreiben an den FC Schalke 04 hat sich der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) über den anhaltenden Medien-Boykott der Schalker Profis beschwert.

Der VDS forderte Vorstand und Management des Fußball-Bundesligisten darin auf, umgehend auf die Spieler einzuwirken, den Boykott beenden. Es könne nicht angehen, dass eine ganze Branche bestraft werde, weil die Spieler sich von einigen Medienvertretern ungerecht behandelt fühlten, hieß es in dem Schreiben vom 5. Dezember. «Eine Art 'Sippenhaft' für Sportjournalisten ist unerträglich und unprofessionell», kritisierte VDS-Präsident Erich Laaser.

Die Schalker Profis hatten ihren Medienboykott am 3. November begonnen, zwei Tage vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Bayern München (2:2). Seitdem hat der Tabellen-Zweite kein Spiel mehr verloren. Mehrfach hatten Schalke-Trainer Mirko Slomka und Manager Andreas Müller danach betont, dass das Schweigen der Profis kein Dauerzustand sein könne.

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05.12.2006 - Rost auf dem Wunschzettel / Schalke weiß nichts vom Hamburger Interesse - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Die Kunde kommt von den vornehmen Hanseaten: Der abstiegsgefährdete Bundesligist Hamburger SV ist an einer Verpflichtung von Torwart Frank Rost vom FC Schalke 04 interessiert. Und wenn eben möglich, soll der Schlussmann des Tabellen-Zweiten bereits in der Winterpause an die Elbe wechseln. Das berichten übereinstimmend Hamburger Zeitungen.

Bei den Königsblauen zeigte man sich am Dienstag eher verwundert über das angebliche Interesse des HSV. "Es gibt definitiv keine Anfrage vom HSV", erklärte Andreas Müller. Und nach Aussage des Schalker Managers gebe es vom 33-jährigen Rost bisher keine Signale, dass der Torhüter den Verein vorzeitig verlassen wolle. Rost hat noch einen Vertrag bis 2009.

Vertrauen zu Neuer

Rost war lange Jahre unumstritten die Nummer 1 im Schalker Tor, hat seinen Stammplatz aber vor vier Wochen an den 20-jährigen Manuel Neuer verloren. Und Trainer Mirko Slomka lässt derzeit keinen Zweifel daran, dass Neuer auch in Zukunft sein Vertrauen genießen werde. "Es gibt keinen Grund, wieder an einen Wechsel zu denken."

Das heißt aber nicht, dass Schalke Rost vorzeitig die Freigabe erteilen würde. "Wir brauchen zwei gute Torhüter, und die haben wir", betont Müller. Und so sehr alle Königsblauen derzeit die Leistungen von Neuer preisen, so sehr lobt Müller die Einstellung von Rost. "Er geht in jedem Training voll an seine Grenzen", erklärt der Manager, "er resigniert keine Minute, macht richtig Druck." Solche Profis gibt man nicht gerne vorzeitig und ohne jede Not frei. Und so wird sich der HSV wohl noch gedulden müssen.

Gerd Strohmann

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04.12.2006 - Slomkas gemischte Gefühle - Quelle/© dpa

Nürnberg - Die Siegesserie riss, das Schweigen ging weiter: Auch nach dem mageren 0:0 in Nürnberg hielten die Fußball-Profis des FC Schalke 04 an ihrem Medien-Boykott fest, was am Sonntagabend nicht einmal die schlechteste Idee gewesen war.

Über die Nullnummer musste man aus Sicht des gestürzten Bundesliga-Tabellenführers nicht noch viele Worte verlieren, selbst der redefreudige Trainer Mirko Slomka tat sich mit der Einordnung der nur im ersten Spielabschnitt ansehnlichen Partie ausgesprochen schwer. "Ich bin nicht unglücklich, aber auch nicht zufrieden", kommentierte der Schalker Trainer.

Slomka wäre lieber als Tabellenführer ins brisante Revierderby am kommenden Sonntag gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund gegangen, trotzdem mochte er nicht von zwei verlorenen Punkten sprechen.

Fehlendes Tempo

"Wir haben 30 Punkte, genauso viele wie Werder Bremen, das ist für uns in Ordnung", meinte Slomka, der den fränkischen "Remis-Königen" Respekt zollte: "Die Nürnberger sind eine richtig zähe Truppe."

Von einem Titelanwärter darf man jedoch mehr Risiko-Bereitschaft erwarten, als sie die Schalker vor 43 242 Zuschauern zeigten. "Wenn man so spielt wie in der zweiten Halbzeit, kann man keine drei Punkte holen", rügte Manager Andreas Müller den fehlenden Siegeswillen der eigenen Mannschaft. Auch Slomka beklagte, "dass uns das Tempo im Spiel fehlte".

In den ersten 45 Minuten kamen die "Königsblauen" wenigstens noch zu Torchancen, jeweils durch den agilen Kevin Kuranyi. Zwei vergab der derzeit ausgemusterte Nationalspieler per Kopf, eine mit dem Fuß - Kuranyi ist eben kein Knipser wie der Bremer Miroslav Klose. Slomka bescheinigte Kuranyi trotzdem eine aufsteigende Leistungskurve: "Er war im richtigen Moment an der richtigen Stelle. Seine Leistung ist in Ordnung. Kevin ist auf dem Weg, der Alte zu werden."

Während Spielmacher Lincoln nach seiner Einwechslung (68.) keine Ansprüche auf die Wiedereroberung des Stammplatzes anmelden konnte, verordnete sich der zurückgekehrte Kapitän Marcelo Bordon mit der fünften Gelben Karte nach einem "dummen" Foul an Leon Benko prompt eine neue Auszeit gegen Dortmund.

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02.12.2006 - Meisterfeier wird im Stillen geplant - Quelle/© www.reviersport.de

Knapp ein halbes Jahr vor Ende der Bundesliga-Saison 2006/07 möchte Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski von Planungen für eine eventuelle Meisterschaft noch nichts wissen.

Frank Baranowski, der FC Schalke ist nach 14 Spieltagen Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Was macht die Stadt Gelsenkirchen, wenn das am 19. Mai immer noch so ist?

Es gibt eine Grundregel, die besagt, dass wir nichts verraten, bis es so weit ist. Mit der Frage sind Sie leider zu früh dran.

Schon klar, aber so eine Feier wird ja nicht am letzten Tag geplant!

Da haben Sie Recht, deshalb werden wir intern und natürlich in Absprache mit dem FC Schalke zu gegebener Zeit den Fall der Fälle durchspielen. Uns fällt da schon etwas ein, da können Sie sicher sein!

Am Rathaus Buer wurde gerade der Balkon saniert. Wäre der für die Mannschaft gerüstet?

Nein, das Rathaus scheidet aus, da es keinen großen Platz vor dem Gebäude gibt. Beim Pokalfinale 2005 hatten wir einen Empfang vor dem Musiktheater geplant, doch leider ist es nicht dazu gekommen.

2001 und 2002 zog die Truppe durch die ganze Stadt, vor Zehntausenden begeisterten Menschen einen Korso über die Kurt-Schumacher-Straße bis zum Parkstadion. Bei der ersten Meisterschaft nach 49 Jahren würde der Ausnahmezustand in Gelsenkirchen noch größer werden!

Davon kann man ausgehen. Es kommt auch darauf an, wo die Mannschaft nach solch einem Erfolg ankommt, ob mit dem Zug am Bahnhof oder vom Flughafen Münster aus mit dem Bus nach Gelsenkirchen fährt.

Das letzte Saison-Match ist ein Heimspiel in der Arena gegen Bielefeld...

Die Arena ist ja ohnehin immer voll und würde, wenn die Schale tatsächlich nach Schalke kommt, sicher nicht ausreichen. Das Vereinsgelände ist aber insgesamt groß genug, um noch viel mehr Fans aufzunehmen. Das sieht man ja immer wieder bei der Saisoneröffnungsfeier im Sommer.

Was macht eigentlich das Hans-Sachs-Haus, wo sich Schalke bei den letzten beiden Cup-Triumphen noch im Goldenen Buch der Stadt verewigte?

Wenn die Besitzverhältnisse des Hans-Sachs-Hauses endgültig geklärt sind, können wir weiter planen. Ein Modell ist, dass zumindest die Fassade erhalten bleibt.

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04.12.2006 - „Antworten auf unserer Homepage“ - Quelle/© www.11freunde.de

„Da müssen Sie den Trainer fragen.“ - Diesen Satz erfand Olaf Thon als Spieler. Und auch als Aufsichtsratsmitglied des FC Schalke 04 weiß er, wie man nichts sagt, ohne zu schweigen. Ein Lehrstück der Fußballdiplomatie.

11freunde.de: O-Töne aus Schalke sind momentan Mangelware. Herr Thon, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben.

Olaf Thon: Der Presseboykott, auf den Sie anspielen, gilt ja nur für die Mannschaft und nicht für den gesamten Verein.

11freunde.de: Was halten Sie von dem selbst auferlegten Maulkorb?

Thon: Es ist eine verständliche Antwort auf die ungerechte Behandlung seitens der Presse. Einen genauen Überblick habe ich zwar nicht, hoffe aber, dass der Boykott bald ad acta gelegt wird. Besser wäre es, unseren Manager, Andreas Müller, zu fragen. Er ist für das operative Geschäft zuständig, ich hingegen übe Kontroll- und Beraterfunktionen aus.

11freunde.de: Anderes Thema also. Was verspricht sich Schalke von dem Deal mit Gazprom?

Thon: Wir haben nach einem potenten Werbepartner Ausschau gehalten, mit dem wir in die Bereiche des FC Bayern verstoßen können – und den haben wir nun gefunden. Gazprom wollte auf dem deutschen Markt tätig und bekannt werden. Als Arbeiterverein entsprach Schalke dem gewünschten Anforderungsprofil am besten.

11freunde.de: Das Image des russischen Ölmultis ist alles andere als vorbildlich.

Thon: Hier wiederum empfehle ich Ihnen, mit dem Geschäftsführer Peter Peters zu sprechen. Er hat alle notwendigen Informationen eingeholt und die entscheidenden Gespräche geführt. Seine Ergebnisse haben den Vorstand letztlich dazu bewogen, das Einverständnis für den Deal zu erteilen.

11freunde.de: Wie empfanden Sie das Medienecho auf den Vertragsabschluss – alles nur Panikmache?

Thon: Diese Fragen wurden alle schon beantwortet und sind auf unserer Homepage abrufbar. Ich kann wirklich nur sagen: Wir sind mit unseren Werbepartner zufrieden und hoffen den notwendigen Spagat zwischen Kommerz und Tradition zu meistern. Für weitere Auskünfte steht Ihnen unser Pressesprecher Bernd Voss bestimmt gerne zu Verfügung.

11freunde.de: Und wenn wir Sie um eine persönliche Einschätzung bitte? Etwa zum Fanprotest.

Thon: (lacht) Wir haben alle nachvollziehen können, warum die Fans verärgert waren und haben auch darüber nachgedacht, mit welchen Aktionen das Verhältnis wieder zurechtgerückt werden kann. Der Bezug zur Basis ist uns sehr wichtig und darf nicht verloren gehen – die Fans sind auf Schalke das allerhöchste Gut. Die Spieler sollen für sie greifbar sein und, sooft es geht, öffentlich trainieren. Eine erste Maßnahme betrifft die Ankunft der Mannschaft im Stadion: Der Anfahrtsweg führt jetzt mitten durch die Menge.

11freunde.de: Hat der momentane Erfolg dazu beigetragen, die Wogen zu glätten?

Thon: Es ist tatsächlich so, dass Erfolg vieles überdecken kann – aber nicht dauerhaft. Deshalb gehen wir den Problemen auf den Grund.

11freunde.de: Mirko Slomka ist nicht zu beneiden. Der Druck...

Thon: ...ist doch normal, das ist eine Herausforderung, die schöner nicht sein kann. Er ist Trainer auf Schalke – was meinen Sie, wie viele Fußballlehrer gerne mit ihm tauschen würden! Wie schön muss es für ihn sein, allen Startschwierigkeiten zum Trotz oben mitzuspielen!

11freunde.de: Klingt, als könnten Sie es kaum erwarten, Ihre eigene Trainerkarriere zu starten.

Thon: Ich möchte mich schon bald als Trainer versuchen. Mein Name wird gehandelt, ich halte meine Augen offen, vielleicht klappt es schon Anfang 2007.

11freunde.de: Wo wollen Sie einsteigen?

Thon: Da, wo man nach drei Niederlagen nicht sofort entlassen wird. Doch leider hat sich diese Praxis bis runter in die Oberliga etabliert. Wenn ich wählen könnte: Ein Regionalligist in Nordrhein-Westfalen.

11freunde.de: Beim nächsten Gespräch werden wir Sie hoffentlich über Ihre ersten Erfahrungen als Trainer ausfragen.

Thon: Klar, warum nicht – dann kann ich auch deutlicher werden. (lacht)

Von Paul Linke

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03.12.2006 - Nürnberger stürzen Tabellenführer Schalke - Quelle/© dpa

Nürnberg (dpa) - Mit einer tristen Nullnummer bei den Remis- Königen in Nürnberg hat Schalke 04 dem torhungrigen Rivalen Werder Bremen die Tabellenspitze in der Fußball-Bundesliga überlassen müssen.

Der 1. FC Nürnberg wurde im Heimspiel seinem Ruf einmal mehr gerecht und erkämpfte sich vor 43 242 Zuschauern beim 0:0 bereits das zehnte Unentschieden in dieser Saison. Mit einer disziplinierten Mannschaftsleistung beendete der "Club" die Erfolgsserie der Gelsenkirchener mit vier Siegen und bleibt als Neunter im Tabellen-Mittelfeld. Schalke dagegen fiel nach zwei Spieltagen an der Spitze nach einem Gastspiel ohne Risiko im Frankenland auf Platz zwei zurück.

"Mit dem Punkt kann ich zufrieden sein, mit dem Spiel in der zweiten Halbzeit nicht. Wir hatten uns mehr ausgerechnet. Aber wenn man so spielt, kann man keine drei Punkte holen", sagte Schalke- Manager Andreas Müller. "Mit dem Punkt können wir leben. Im Großen und Ganzen war es ok.", sagte Nürnbergs Andreas Wolf.

Schalke, das Team von Trainer Mirko Slomka, ist nach dem 15. Spieltag mit 30 Zählern zwar punktgleich, aber schon elf Tore schlechter als Bremen. Die "Knappen" liegen zwei Runden vor dem Ende der Hinserie immerhin zwei Punkte vor dem VfB Stuttgart und drei Zähler vor Rekordmeister Bayern München.

Nach einer Gedenkminute für den gestorbenen Max Merkel, der beide Vereine trainiert hatte, setzten beide Teams auf kompakte Defensive und begegneten sich mit viel Respekt. Die Nürnberger wurden zuerst mutiger und erkämpften sich vor allem dank des forcierten Flügelspiels einige Chancen.

Robert Vittek (13.) tanzte im Strafraum gleich drei Gegenspieler aus, doch dann zielte er direkt in die Arme des sehr sicheren Torhüters Manuel Neuer. Danach klärte Christan Pander nach einer Flanke von Iwan Saenko mit der Fußspitze erneut vor Vittek (18.). Kurz vor der Pause rettete erneut Pander - diesmal vor Saenko.

Die beste Chance in dem nur in den ersten 45 Minuten ansehnlichen Bundesligaspiel hatte vor der Pause jedoch Schalkes Kevin Kuranyi. Der derzeit ausgebootete Nationalstürmer präsentierte sich erneut in aufsteigender Form, hätte aber in der 25. Minute mit seinem Flugkopfball für die Schalker Führung sorgen müssen.

Die Gäste hatten nach dem Wechsel mehr vom Spiel, doch auch die Hereinnahme von Spielmacher Lincoln in der 67. Minute konnte das Angriffsspiel der Slomka-Elf nicht beflügeln. Im Gegenteil: Jan Kristiansen (72.) hatte mit einem Schuss von der Strafraum-Grenze nach Ablage von Markus Schroth die größte Gelegenheit.

In der Schalker Erfolgself hatte es zwei Änderungen gegeben. Marcelo Bordon stand nach vierwöchiger Verletzungspause wieder seinen Mann als Abwehrchef, muss aber nach einer Gelben Karte im nächsten Spiel gegen Dortmund pausieren. Für den angeschlagenen Zlatan Bajramovic rückte Fabian Ernst ins Team. Bei den Nürnbergern musste der Brasilianer Glauber passen. Der Australier Michael Beauchamp rückte zusammen mit Andreas Wolf in die Innenverteidigung, wirkte in seinem zweiten Bundesligaspiel von Beginn aber etwas überfordert.

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03.12.2006 - Club mit 10. Remis im 15. Spiel - S04 verpasst Sprung an die Spitze - Quelle/© www.kicker.de

Im Duell der Altmeister trennten sich der 1. FC Nürnberg und der FC Schalke 04 letzten Endes schiedlich, friedlich mit 0:0. Nach einer unterhaltsamen ersten Hälfte, die mit Tempofußball und zahlreichen Torchancen erfreute, nahm das Niveau nach dem Seitenwechsel mehr und mehr ab. Die "Königsblauen" verpassten den erneuten Sprung an die Tabellenspitze, das zehnte Remis im 15. Spiel bringt die Franken nicht recht weiter.

Beim 1. FC Nürnberg, der vor dem Anpfiff noch die Verlängerung mit seinem Hauptsponsor bekanntgab, gab es im Vergleich zum jüngsten 1:1-Remis in Wolfsburg folgende personelle Änderung: Glauber musste mit Adduktorenproblemen passen, für ihn durfte Beauchamp in der Innenverteidigung ran.

Schalkes Trainer Mirko Slomka brachte nach dem 2:1-Sieg über den VfL Bochum den wiedergenesenen Bordon (nach Faserriss im Hüftbeugemuskel) für Rodriguez sowie Ernst für Bajramovic (Wadenverhärtung).

Von Beginn an entwickelte sich eine temporeiche Partie. Beide Teams suchten ihr Heil in der Offensive, legten sofort den Vorwärtsgang ein. Allerdings agierten auch die Defensivreihen hellwach. Sowohl der Club als auch die durch eine Fanfreundschaft verbundenen Schalker griffen früh an, schränkten die real genutzte Spielfläche stark ein. Zwischen den jeweils letzten Feldspielern lagen kaum einmal mehr als 30 Meter.

Die erste Torgelegenheit gehörte den "Königsblauen", Kuranyi kam nach Flanke von Hamit Altintop aus sechs Metern zum Kopfall, verfehlte das Gehäuse links aber ganz knapp. Auf der Gegenseite dribbelte Vittek erfolgreich gegen drei Schalker und schoss abschließend Krstajic aus 13 Metern halbrechter Position durch die Beine, doch auch genau in die Arme von Neuer.

Nun ging's Schlag auf Schlag, wobei die Nürnberger quantitativ und qualitativ im Chancenplus waren. Während Schroth zwei Meter vor dem Tor das Kopfballduell gegen Bordon verlor, Krstajic Saenkos 15-Meter-Schuss gerade noch abwehrte und Beauchamp aus sieben Metern drüberköpfte, zielte Kuranyi aus 15 Metern mit seinem Rechtsschuss zunächst genau auf Schäfer, ehe der Ex-Nationalspieler aus sechs Metern ebenso frei erneut Schäfer in die Arme spielte, diesmal per Kopf.

Beide Teams schenkten sich nichts, lieferten sich einen packenden, temporeichen Kampf, gingen engagiert in die Zweikämpfe und spielten schnell in die Spitze. Einzig Tore fehlten dem Spektakel vor der Pause.

Nach dem Seitenwechsel waren sowohl Nürnberg als auch die Schalker um etwas mehr Spielkontrolle bemüht, stoppten die Bemühungen im Hurra-Stil. Das Tempo reichte nicht mehr an das der ersten Hälfte heran. Das Geschehen spielte sich nun vornehmlich zwischen den Strafräumen ab.

S04-Trainer Slomka reagierte als Erster und brachte Alrrounder Varela für Halil Altintop, der nicht recht zur Entfaltung gekommen war. Die Großchance zum Führungstreffer hatte aber ein Nürnberger: Saenko schoss völlig freistehend aus zwölf Metern halbrechter Position mit dem Vollspann aufs Tor, Neuer stand aber goldrichtig und faustete den Ball weg.

In der 67. Minute kam auch die Tafel für den zweiten Altintop, Hamit musste für Regisseur Lincoln weichen. Spiel bestimmend blieben aber die Franken, die weitaus mehr Ballkontakte hatten, die Stürmer aber nicht in Position brachten. In letzter Konsequenz fehlten die Ideen, das Überraschungsmoment sowie das präzise finale Anspiel. Dass Kristiansen in der 72. Minute freistehend aus 16 Metern zum Schuss kam, entsprang eher einem Stockfehler von Schroth, denn einer gewollten Vorlage. Der Däne verzog seinen strammen Schuss aber deutlich nach links.

Mit zunehmender Spieldauer nahm das Niveau der Partie immer weiter ab. Ob es der Kräfteverschleiß nach schneller erster Hälfte war, oder eher die Angst vor einem Gegentreffer, der die Beine der Akteure langsam machte, war nicht endgültig zu klären. Spielerisch lief aber weder hüben noch drüben kaum mehr etwas Konstruktives zusammen.

Bordon holte sich kurz vor dem Ende nach Foul an Benko noch seine 5. Gelbe Karte ab, ist somit am 16. Spieltag gesperrt.

Der 1. FC Nürnberg ist nun beim Hamburger SV gefordert, Schalke 04 ist am nächsten Spieltag Gastgeber des VfL Bochum, der eben jenen HSV mit 2:1 besiegte.

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02.12.2006 - press-schlag - Was soll man schon sagen? Einen Monat hält es nun schon, das Schweigegelübde des FC Schalke 04. Ein Plädoyer wider das unproduktive Reden über den eigenen Beruf - Quelle/© www.taz.de

Sagen Sie jetzt nichts. Es sei denn, Sie sind "Tagesschau"-Sprecher oder Marktschreier. Das sind Berufe, da kommt man ohne Sprache nicht weit. Das ist klar - brauchen wir jetzt gar nicht weiter drüber zu reden. Ansonsten aber: Schweigen Sie. Ja, wenn Reden nicht wirklich unabdingbar zu Ihrer Arbeit gehört, sollten Sie das Reden einfach mal eine Zeit lang lassen. Sie werden sehen, es passieren die dollsten Dinge, sagenhafte Dinge. Dinge, die bald in aller Munde sein werden. Zur Einstimmung auf Sprachlosigkeit könnten Sie zunächst einmal schweigen, wenn Sie jemand zu Ihrem Beruf befragt. Ist doch lächerlich, dass man über seine Arbeit Auskunft geben soll. Man muss ja nun wirklich kein Misanthrop sein, um zu wissen: In so manch vermeintlich harmloser Frage steckt ein heimtückischer Hinterhalt. Passen Sie also auf! Wen geht es schon etwas an, ob Sie heute in Ihrer Amtsstube einen harten oder sagenhaften Dienst hatten? Ist doch Ihre Sache, ob Sie den halben Tag die Kakteen betütert, mit Ihrem Kumpel Sportwetten besprochen oder wie ein Wahnsinniger Akten durchgearbeitet haben.

Es stünde auch um einen VW Golf nicht besser oder schlechter, wenn der Mechaniker nach erfolgreicher Reparatur genau erklärt, wie er das Problem mit der Benzinpumpe gelöst hat - oder wenn er das für sich behält. Daher ist es bekanntlich nicht üblich, dass ein Mechaniker, der verschwitzt aus der Werkstatt kommt, ohne Rücksicht auf jedwede Grundregel der Höflichkeit aus dem vergangenen Jahrhundert von Menschen mit Mikrofonen und Kameras bestürmt wird, um Fragen zum Stand der Dinge unter der Motorhaube zu beantworten. Die Fragen würden so lauten: "Und?" Alternativ: "Mike, ein Wort zum Motor?" Dann würde Mechaniker Mike sich müde den Schweiß von der Stirn wischen, die nun noch ein wenig schmieriger aussähe und unsicher ansetzen: "Ja gut " Und dann würde irgendein arroganter Depp von irgendeiner Fernsehklitsche sich vordrängeln, freundlich gucken und fies loslegen: "Mike, dein Chef will einen usbekischen Mechaniker verpflichten, der 20 Prozent billiger und doppelt so schnell ist wie du. Dein Kommentar?" Armer Mike. Was soll er da sagen?

Das tagtägliche öffentliche Reden über den eigenen Beruf ist in der Regel unproduktiv. Entweder man lügt, oder man weiß nicht so richtig, was man sagen soll, oder man wird beleidigt, oder es kommt alles zusammen. Das ist für niemanden schön, nicht für den Redner, nicht für den mit dem Mikro und auch nicht für all jene, denen das Gerede dann als Information vorgesetzt wird. Leider begreifen das die wenigsten.

Politiker zum Beispiel gar nicht. Die reden und reden in jede Kamera, man erfährt dabei wenig, und vor allem bleibt unklar, wann sie sich um das, worüber sie so ausdauernd reden, eigentlich noch kümmern. Dabei heißt es, man solle über das, wovon man nicht sprechen kann, schweigen. Aber das ist philosophisch, also sehr kompliziert. Im Alltag verselbstständigt sich das Reden einfach. Sagt hier einer was, will dort einer antworten, wird hier einer zitiert, dann ist da einer empört. Dann wird auch viel hinterm Rücken geredet und verdreht und verzerrt und falsch verstanden. Hier plappert einer dumm, dort einer indiskret, und andernorts wieder einer intrigant. Reden schafft nur Missverständnisse. Oder Missstimmungen. Oder Misstrauen. Das muss doch alles nicht sein.

Die Lösung: Schweigen. Das macht nebenbei sogar berühmt. Erinnern Sie sich nur an Norbert Grube, den Prinzen von Homburg. Er war bestimmt kein epochemachender Boxer, aber als er vor vielen, vielen Jahren im "Aktuellen Sportstudio" ein komplettes Interview lang einfach zu jeder Frage schwieg, da ist er unsterblich geworden.

Also, Schalker Spieler, das sieht doch gut aus für euch. Dieses Wochenende wird euer süßes, kleines Schweigegelübde einen Monat alt. Und alle haben das Balg wahnsinnig lieb. Es hat nichts als Vorteile und allgemeine Verbesserung der Lebensqualität gebracht. Ihr habt eure Ruhe, könnt intern euren Medienverfolgungswahn pflegen und euren Maulwurf aushungern. Und nicht zu unterschätzen: Auch alle anderen haben ihre Ruhe.

Nichts, das verstehen wir spätestens jetzt, wo ihr so beharrlich öffentlich schweigt, ist so überflüssig wie ein Spieler, der etwas zum Spiel sagt. Deshalb: Danke schon mal. Und wenn ihr auch diese Saison wieder mal nicht die Liga gewinnt, sondern nur Gefühlsnudeln-Meister werden solltet, dann bekommt ihr doch auf jeden Fall den Prinz-von-Homburg-Gedächtnis-Preis. Ist ja auch was Schönes, unvergesslich, und es wird noch sehr lange über euch gesprochen werden, ihr Schweiger der Herzen.

Katrin Weber-Klüver

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02.12.2006 - Die neue Gelassenheit - Der Hamburger SV gewinnt nur eines von 21 Pflichtspielen, und Borussia Dortmund spielt so schlecht wie selten zuvor. Trotzdem werden in dieser Bundesligasaison kaum Trainer gefeuert. Warum? - Quelle/© www.taz.de

Ein eigenartiges wie begrüßenswertes Phänomen vollzieht sich derzeit in der Ersten Fußballbundesliga. 14 Spieltage ist die Saison 2006/2007 nun schon alt, und noch immer ist Peter Neururer, von Hannover 96 bereits nach dem dritten Spieltag geschasst, das einzige Entlassungsopfer des sonst der "Hire and fire"-Mentalität verpflichteten deutschen Fußballgeschäfts.

Die Frage nach einer neuen Gelassenheit in den Führungsetagen der Bundesligavereine drängt sich da unweigerlich auf. Denn komplett krisenfrei verläuft die Saison für einige Vereine ja nun nicht gerade. Thomas Doll etwa hat mit seinem Hamburger SV nur ein einziges der 21 Pflichtspiele in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League gewonnen und steht auf Tabellenplatz 17. Vor der Saison wurde noch ein Champions-League-Platz als Ziel ausgegeben. Trotzdem stellen sich Sportchef Dietmar Beiersdorfer und HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann demonstrativ hinter Doll.

Ähnliches Bild in Dortmund: Die Borussia spielt in dieser Saison unter dem niederländischen Trainer Bert van Marwijk einen derart unattraktiven Fußball, dass sich selbst die ansonsten so hartgesottenen Fans des BVB mit Graus abwenden. Gegen die Hertha aus Berlin blieben am vorletzten Wochenende erstmals in dieser Saison mehr als 10.000 Plätze im Westfalenstadion unbesetzt.

Natürlich wird viel über Doll und van Marwijk diskutiert, spekuliert und werden beide auch öffentlich kritisiert - aber verblüffenderweise sitzen sie immer noch im Trainerstuhl. Zum Vergleich: In der Saison 2005/2006 verloren in der Hinrunde gleich acht Trainer ihren Posten. Woher kommt diese abwartende Haltung der Vereine? Die Gründe sind vielfältig und zugleich mal wieder auf einen Namen rekurrierbar: Jürgen Klinsmann.

Wegbereiter Klinsmann

Denn was der schwäbische Märchenmacher in seiner recht kurzen Amtszeit von zwei Jahren für den Trainerberuf in Deutschland getan hat, ist frappierend. Es ist nicht nur die Art, wie er aus einer Ansammlung junger und alter Talente eine Mannschaft gebildet hat, sondern vielmehr die nonchalante Chuzpe, mit der Klinsmann sich in der Chefetage des DFB Gehör und Respekt verschafft hat. Respekt für seine Arbeit, seinen Freiraum als Trainer und die Wahl des Trainerstabs sowie ein Konzept, das er ohne Gnade durchzog. Dieser positive Effekt scheint auf die Vereinsbosse und deren Sportdirektoren abzufärben - das neue Patentrezept heißt "Abwarten", nicht wie häufig zuvor "Überstürzt handeln".

Die Zeit der Feuerwehrmänner und kurzfristigen Meistermacher scheint vorbei, ein neuer Typus namens Konzepttrainer hat sich entwickelt. Anhand von Mirko Slomka, dem "netten" Coach von Schalke 04, lässt sich das gut herleiten. Im Januar dieses Jahres war der ehemalige Co-Trainer auf den Posten seines in Ungnade gefallenen Chefs Ralf Rangnick aufgerückt. Der damalige Manager Rudi Assauer witzelte noch: "Auf den wäre ich nicht gekommen." Slomka stabilisierte die verunsicherte Truppe, die sich nach den Querelen um Rangnick in der Bundesliga schwertat, und führte sie am Ende auf einen respektablen Uefa-Cup-Platz.

In dieser Saison stand Slomka laut Medienberichten schon mehrere Male direkt vor dem Rauswurf, klammheimlich und mit konstanter Leistung konnte er sein Team aber an die Tabellenspitze führen. Das ist zum einen dem nachhaltig ausgesprochenen Vertrauen von Manager Andreas Müller geschuldet. Zum anderen und vor allem aber der Konsequenz des Slomka'schen Konzepts: einer Mischung aus freundlicher Kumpelei und strikter Trainings- und Taktikführung.

Vertrauen ins Konzept

Er hat genau zugehört bei Arsenal-Coach Arsène Wenger in London und Claudio Prandelli vom AS Rom, als er bei ihnen hospitierte. Bei Wenger hat er die Mannschaftlichkeit entdeckt, die Art, über Spaß und Kreativität Homogenität zu schaffen. In Rom lernte er straffe Organisation und harten Zug. Mirko Slomka ist dabei kein Kopist, sondern ein Eklektiker der Fußballphilosophien seiner Lehrmeister. Er ist - und das wissen Manager Andreas Müller und Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies - ein kompletter Trainer, der die Mannschaft erreicht. Die Spieler duzen ihn weiterhin, er hat aus dem zusammengekauften Starensemble Schalke 04 eine Einheit geformt.

Die hatte Thomas Doll letzte Saison auch aus der Rumpeltruppe des HSV kreiert. Vollkommen zu Recht wurde er daraufhin zum Trainer des Jahres gewählt. Der HSV machte endlich mal wieder Spaß - ein furioser dritter Platz war die Belohnung für das Kollektiv. Nun aber hat der kleine Mann ein großes Problem.

Ohne Not hat die Vereinsspitze wie ein Finanzvorstand - und nicht wie die eines Sportvereins - gehandelt und die komplette Innenverteidigung aus Daniel van Buyten und Khalid Boulahrouz verkauft. Außerdem zerpflückten viele Verletzungen die Truppe, die nun im Niemandsland der Liga herumdümpelt. Das Konzept des akribischen Arbeiters Doll, saisonübergreifend eine funktionierende Mannschaft aufzubauen, wurde geradezu systematisch torpediert. Ein Umstand, den sich Beiersdorfer und Co. wohl langsam auch eingestehen.

Bis "mindestens Weihnachten" hat Doll Schonfrist bekommen. Sollte der HSV in den drei kommenden Spielen allerdings wieder nicht gewinnen, wird sich das derzeit träge Trainerkarussell der Bundesliga wieder in Bewegung setzen - und den Konzepttrainer Doll abwerfen.

Daniel Müller

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01.12.2006 - Schalke will den Herbstmeister-Titel / Keine Fragen mehr offen - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Mag die kickende Gefolgschaft auch weiter beharrlich schweigen, Mirko Slomka redete umso mehr. Eigentlich hält sich der Schalker Chef-Trainer ja betont bedeckt, wenn er nach der Formation der Elf für die nächste Partie gefragt wird, weist auf alle Eventualitäten dieser Welt hin.

Am Freitagmittag aber, 52 Stunden vor der Partie der Königsblauen beim 1. FC Nürnberg (Sonntag, 17 Uhr), wurde nicht gepokert, nicht in Rätseln gesprochen, Mirko Slomka war in angenehmer Plauderlaune. "Die Aufstellung ist zu hundert Prozent klar", sagte er zur Überraschung aller und nannte Namen. Marcelo Bordon rückt wieder in die Elf, es sei eine höchst schwere Entscheidung Dario Rodriguez auf die Reservebank zu schicken. Der andere Wechsel ergibt sich von selbst. Fabian Ernst, "er ist voll da, setzt Akzente", ersetzt den verletzten Zlatan Bajramovic, "ein ganz bitterer Ausfall.

Keine Fragezeichen

Und damit sind auch schon alle Fragezeichen ausgeräumt. Lincoln wird sich weiter gedulden müssen, Sören Larsen ohnehin, und auch Gustavo Varela hat zu Spielbeginn Pause. Für Slomka völlig selbstverständlich. "Es wäre ungerecht, jetzt weiter zu wechseln, diese Elf hat sich das Vertrauen in den letzten vier Wochen erarbeitet und erspielt."

Es waren die Wochen ohne Lincoln, es waren die Wochen, in denen kaum einer den brasilianischen Spielmacher vermisst hat. Und es war am Freitag sicher kein Zufall, dass Slomka angesichts der vier Siege in Serie gleich mehrfach vom Erfolg bringenden Tempospiel sprach und für die Begegnung in Nürnberg davon sprach, dass dort "in jedem Zweikampf gearbeitet werden muss". In dieses Anforderungsprofil passt Lincoln nicht so ganz.

Slomka aber legt die Messlatte ganz hoch. Er rechne zum Rest der Hinrunde sowohl bei Bayern als auch bei Bremen mit drei Siegen, "da müssen wir uns mächtig strecken". Schalke aber, mit aktuell zwei Punkten Vorsprung, will den Titel des Herbstmeisters, will den Sieg, "an den wir auch fest glauben". Und sie sprechen es sogar aus, wie schön.

Schalke: Neuer - Rafinha, Bordon, Krstajic, Pander - Hamit Altintop, Ernst, Kobiashvili - Halil Altintop, Kuranyi, Lövenkrands

Gerd Strohmann




Presse- und Internetspiegel November 2006 - 2. Monatshälfte

30.11.2006 - Je ferner, desto unduldsamer - Über die merkwürdige Vernarrtheit der Journalisten in den FC Schalke 04 - Quelle/© taz vom 30.11.2006, S. 19, 142 Z. (Kommentar)

Ein innerhalb der Anhängerschar des FC Schalke 04 immer wieder diskutierter Umstand ist die weitgehende Abwesenheit von berühmten Fans. Wären da nicht der Schauspieler Peter Lohmeyer und die neulich zur königsblauen Gemeinde hinzugestoßene Charlotte Roche, die ihren Lebensgefährten so liebevoll wie beharrlich "Schalke-Mann" nennt, gäbe es niemanden halbwegs Bekannten auf den Rängen der Arena, während ein vergleichsweise kleiner Klub wie der FC St. Pauli das ganze Promi-Spektrum zwischen Reinhold Beckmann und "Die Ärzte" abdeckt. Wer nun aber glaubt, dass der Klub aus Gelsenkirchen mit seinen anonymen Anhängern weitgehend allein ist, der hat sich getäuscht, denn Schalke ist der bei deutschen Sportjournalisten populärste Klubs.

Diese Behauptung ist selbstverständlich durch keinerlei empirische Daten zu untermauern, aber gerne möchte ich auf meine langjährige Erfahrung auf den Pressetribünen des Landes verweisen. Da wird gerne getuschelt, dass der Kollege soundso in Wirklichkeit Fan von Eintracht Braunschweig, Gladbacher oder eben Schalker sei. Zudem hat mir der ein oder andere seine Vorliebe vielleicht auch deshalb gesteckt, weil ich meine Sympathien für den VfL Bochum nie verborgen habe. Die Konfessionen mir gegenüber fielen vielleicht auch deshalb leichter, weil ich aus der Ansicht nie einen Hehl gemacht habe, dass es keinesfalls gegen das Gebot der Objektivität verstößt, mit heißem Herzen von den Spielen seines Teams zu berichten, ob es nun Offenbacher Kickers heißt, Hertha BSC oder eben Schalke 04. Ganz im Gegenteil: Echte Begeisterung hilft eher, als sie stört.

Das war jedenfalls lange meine feste Überzeugung, aber vielleicht muss man sie angesichts von Schalke 04 noch einmal überdenken. Bevor jedoch diese Frage erörtert werden soll, muss vielleicht erst einmal geklärt werden, warum unter Sportjournalisten gerade Schalke so überdurchschnittlich populär ist, schließlich rekrutiert sich der Berufsstand nicht aus anderen Bereichen als das übrige Publikum. Kein Wunder, dass es viele Journalisten gibt, die Schalke-Fans sind, aber warum sind es mehr als beim FC Bayern? Vielleicht hat es mit jener dem Klub innewohnenden Neigung zum Drama zu tun, die allen in erzählenden Berufen gut gefällt. Oder geht es um eine Neigung zum Leiden, die ein Fußballreporter sowieso mitbringen sollte? (Man bedenke nur, wie viel Zeit er darauf verwendet, auf die Auskünfte von jungen Menschen mit bemerkenswertem Bewegungstalent und nicht annähernd so ausgeprägtem Talent zur Reflexion zu warten.) Schalke ist vor allem ein Klub des Leidens, der sich gerne den Schmerz selbst zufügt, wenn alles schön sein könnte. Im Moment etwa, wo der Klub endlich einmal Tabellenführer ist, aber seine Spieler im Sprechstreik sind und eine stinkmorchelartige Wolke schlechter Laune die Arena mit dem Schieberasen umhüllt.

Das hat auch mit dem oben genannten Phänomen der Popularität unter den Berichterstattern zu tun. Diese gehen mit dem Gegenstand ihrer Zuneigung nämlich stets besonders streng um, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Zu Spielern und Trainern an der Castroper Straße in Bochum bin ich oft weniger nachsichtig gewesen, als ich es anderswo gewesen wäre. Das passiert zumeist unbewusst, wenn Enttäuschungen stärker wirken und man sich zugleich seine Unabhängigkeit beweisen will.

Wenn aber deutlichere Worte und strengere Urteile nicht nur von Einzelnen gefällt werden, sondern von königsblauen Glaubensbrüdern in größerer Zahl, entsteht schnell mal ein Gesamtbild, dessen Farben die von dunkler Skepsis sind.

Verstärkt wird dieser Effekt durch die Gläubigen in der Diaspora, die in ihren Überzeugungen bekanntlich besonders extrem sind. So fallen die Urteile der Diaspora-Schalker in Berlin, Hamburg oder München zumeist noch unduldsamer und härter aus als jene in der Nähe von Gelsenkirchen. Für Schalke ist all das der Preis der Liebe, doch bedauern muss man dort niemanden, denn traurig ist es nur, wo dieser Preis nicht gezahlt werden muss. Weshalb sich jene Klubs, über die weitgehend fair und maßvoll berichtet wird, grämen müssen.

Da tröstet auch kein Promi auf der Tribüne.

Christoph Biermann

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30.11.2006 - Slomkas Härtefälle - Quelle/© kicker (Druckausgabe vom 30.11.2006, S. 8 - 9)

Vier Siege in Folge, seit zwei Runden Spitzenreiter – eigentlich eine durchaus angenehme Situation für MIRKO SLOMKA (39). Vor dem Spiel in Nürnberg aber muss Schalkes Trainer wichtige Fragen um Bordon und Lincoln klären. Ohne die Brasilianer kletterte Königsblau auf Platz eins – und nun?

Es spricht deutlicher Respekt aus den Worten des Trainers. „Eine sehr gute Entwicklung“ attestiert Mirko Slomka seinem früheren Schützling Raphael Schäfer ( 27 ), den er in Hannovers Jugend einst anleitete, sechs Jahre lang, von den C- bis zu den A-Junioren. „Er hat im vorigen Jahr schon sehr stark gehalten und diese Form auch in der aktuellen Runde bestätigt.“ Bevor am Sonntag Slomkas früherer Schützling versuchen wird, den Höhenflug der Schalker zu stoppen, mag sich der Trainer des Tabellenführers allenfalls mit dieser unverfänglichen Personalie beschäftigen. Zumindest öffentlich. Es gibt zwar einige knifflige Entscheidungen zu treffen, doch dies empfindet Slomka ausdrücklich als „angenehm, sehr angenehm“. Ohne seine Brasilianer Lincoln ( 27 ) und Marcelo Bordon ( 30 ) stürmten die Königsblauen an die Spitze. Jetzt sind beide wieder fit, doch den Freifahrschein stellt Slomka nur seinem Abwehrchef aus, der wegen eines Faserrisses im Hüftbeuger pausierte. „Er hat wieder voll trainiert, und als unser überragender Innenverteidiger gehört er dann auch wieder zur Mannschaft“, stellt Slomka klar. Mit Spannung wird nun erwartet, wer aus der Viererkette weichen muss: Entweder Mladen Krstajic ( 32 ), der zwischendurch auch schon mal links verteidigte, bis dort Christian Pander ( 23 ) seinen Platz wieder einnahm.

Oder Dario Rodriguez ( 32 ), der zuletzt gegen Bochum die bessere Form nachwies und deutlich weniger Fehler machte als Krstajic. „Das“, sagt Slomka nur, „werde ich nach den Trainingseindrücken entscheiden.“ Weniger Brisanz verspricht in jedem Fall die Verbannung des als unproblematisch geltenden Rodriguez.

Für deutlich mehr Diskussionen im Umfeld wird Slomkas Entscheidung in Sachen Lincoln sorgen, der zuletzt mit Faserriss im Oberschenkel ausfiel. Bis zu seiner Verletzung war der zuletzt bei Kritikern und Fans heftig umstrittene Brasilianer der effektivste Schalker Mittelfeldspieler (ein Tor, vier Assists). Deutlich sichtbar war am Samstag aber auch, dass Schalke gegen Bochum in der ersten Halbzeit im 4-3-3 ohne Lincoln besser klarkam als nach dessen Einwechslung im 4-4-2.

Bleibt noch die Rückkehr von Fabian Ernst ( 27 ), der nach fünfwöchiger Pause wegen einer Schambeinentzündung in Cottbus und gegen Bochum eingewechselt wurde und sich offenbar wieder alten Fitnesswerten nähert. „Er ist wieder so weit, dass er 90 Minuten spielen könnte“, bestätigt Slomka, und zumindest in diesem Fall kann er sich womöglich tiefschürfende Gedanken sparen, wo und für wen er den früheren Bremer in die Startelf einbaut. Zlatan Bajramovic ( 27 ), der sein bestes Halbjahr auf Schalke spielt, muss derzeit wegen einer Wadenverhärtung passen und wird wohl nicht rechtzeitig für das Nürnberg-Spiel wieder fit.

Unterdessen bröckelt der vor knapp vier Wochen von der Mannschaft ausgerufene Medienboykott. Stürmer Peter Lövenkrands ( 26 ) jedenfalls gab nun freimütig ein Interview für dänische Zeitungen („Ich war mit den Glasgow Rangers in Schottland zweimal Meister und will das auch mit Schalke werden“) und spricht auch mit deutschen Pressevertretern. „Ich rede, mit wem ich will“, betont der schnelle Däne. Zuletzt war ohnehin darüber spekuliert worden, dass die Profis quasi aus Aberglauben am Schweigegelübde festhalten: Seitdem sie in der Öffentlichkeit nicht mehr sprechen, haben sie kein Spiel mehr verloren.

Oliver Bitter


HUUB STEVENS ÜBER DEN TRAINER
Huub Stevens ( 53 ) gewann als Trainer 1997 mit Schalke den UEFA Cup. Derzeit coacht er Kerkrade.

Frage: War es richtig, trotz der Kritik an Mirko Slomka festzuhalten?

Nicht nur, weil ich selbst Trainer bin, sage ich ganz klar, dass es richtig war, an Trainer Mirko Slomka fest zuhalten. Natürlich war es enttäuschend für den FC Schalke 04, aus beiden Pokal-Wettbewerben auszuscheiden – da wurden sicher Saisonziele verfehlt. Doch zum einen weiß man, welche Fähigkeiten in diesem Kader stecken, zum anderen ist Mirko Slomka derjenige, der schon bewiesen hat, dass er gut mit diesen Spielern zusammenarbeiten kann – sonst wäre er ja auch jetzt nicht Tabellenführer. Schalke verfügt zudem über einen Kader, der um die Meisterschaft mitspielen kann. Und weil man das weiß, hat man trotz Forderungen aus dem Umfeld Richtung Trainerentlassung die Ruhe behalten. Dafür gebührt allen Beteiligten, nicht nur dem Trainer, ein Kompliment. Was hätte denn ein Trainerwechsel nach den Niederlagen in Nancy und Köln gebracht? Meiner Ansicht nach hätte es noch mehr Unruhe gegeben. Und davon, das brauche ich eigentlich keinem zu erzählen, gibt es auf Schalke eh immer genug. Das war auch zu meiner Zeit so, als der Erfolg mal ausblieb. Ob Mirko Slomka die Klasse hat, langfristig ein Spitzenteam zu führen, kann ich noch nicht beurteilen, da ich seine genaue Arbeitsweise nicht kenne.


WALTER JUNGHANS ÜBER DIE TORHÜTER
Walter Junghans ( 48 ) absolvierte zwischen 1982 und 1987 110 Bundesligaspiele für Schalke, ist derzeit Torwarttrainer in Gladbach.

Frage: Der unerfahrene Manuel Neuer anstelle von Stammkeeper Frank Rost – was bringt der Wechsel?

Ein Tausch auf der Torhüterposition birgt natürlich immer eine gewisse Brisanz, besonders dann, wenn ein Mann wie Frank Rost über Jahre hinweg praktisch unantastbar als Stammkeeper das Geschehen beherrschte. Darum kam der Wechsel im Schalker Kasten für mich überraschend, und ich bin erstaunt, wie gut Manuel Neuer seine Sache macht. Da haben die Schalker offensichtlich ein großes Talent in ihren Reihen, er macht seine Sache richtig gut. Was ihn von vielen anderen in der Liga unterscheidet: Er klebt nicht an der Linie und hat keine Angst, auch mal rauszugehen, um eine Flanke abzufangen und damit eine gefährliche Situation schon in der Entstehung zu bereinigen. Offensichtlich verfügt Neuer zudem über ein ausgezeichnetes Nervenkostüm und hat sich in einer schwierigen Situation bewährt.


ROLF RÜSSMANN ÜBER DIE ABWEHR
Rolf Rüssmann ( 56 ) absolvierte zwischen 1969 und 1981 304 Bundesligaspiele (30 Tore) für Schalke, ist derzeit Privatier.

Frage: Passt die momentane Schalker Mischung aus Sturm und Drang plus Erfahrung?

Die beiden Burschen auf den Außenpositionen machen mir mächtig Spaß. Rafinha und Christian Pander spielen sehr erfrischend, flott nach vorne, treiben an und machen hinten die Seiten dicht, da sehe ich ganz großes Potenzial. Übrigens auch bei Sebastian Boenisch, der auf links die erste Alternative sein müsste. Pander ist trotz seiner langen Pause schon wieder auf der Höhe und zeigt, dass Schalke zu Recht auf ihn vertraut hat. Als Abwehrchef ist Marcelo Bordon eine Klasse für sich, so wie ich ihn ja auch beim VfB Stuttgart schon erlebt habe. Aber er muss links in der Innenverteidgung spielen, sonst unterlaufen auch ihm ab und zu merkwürdige Stellungsfehler. Dario Rodriguez und Mladen Krstajic haben sich aus meiner Sicht nicht bewährt, sind fußballerisch zu schwach. Da kommen zu wenig Impulse, defensiv wie offensiv.


MARC WILMOTS ÜBER DAS MITTELFELD
Marc Wilmots ( 37 ) absolvierte zwischen 1996 und 2003 138 Bundesligaspiele (37 Tore) für Schalke, macht derzeit seinen Trainerschein.

Frage: Mit Lincoln oder ohne, 4-4 -2 oder 4-3-3 – wie ist Schalke am stärksten?

Was für ein Luxusproblem für Mirko Slomka! Er hat so viele Möglichkeiten, gerade im Mittelfeld, das ist für jeden Trainer ein Traum. Lincoln ist einer der wenigen Spieler in der Liga, die ein Spiel allein entscheiden können. Er muss eigentlich gesetzt sein, wenn er sein Können in den Dienst der Mannschaft stellt und nicht für die Galerie spielt. Solche Zehner gibt es ganz selten, auch wenn ich zugebe, dass er nicht konstant genug auftritt. Schalke kann mit ihm in der Raute und zwei Stürmern spielen oder mit Lincoln und drei Spitzen, da gibt es mehrere Varianten. Aber klar ist auch, dass nicht alles über Lincoln laufen darf, da musst du im defensiven Mittelfeld auch Leute haben, die ihm den Rücken freihalten, aber auch selbst marschieren, wie Kobiashvili oder Bajramovic. Dann ist diese Mannschaft nur ganz schwer auszurechnen.

KLAUS FISCHER ÜBER DEN ANGRIFF
Klaus Fischer ( 56 ) absolvierte zwischen 1970 und 1981 295 Bundesligaspiele (182 Tore) für Schalke, betreibt eine Fußballschule.

Frage: Kuranyi, Halil Altintop, Lövenkrands – genügt dieser Angriff gehobenen Ansprüchen?

Es ist ja nichts Neues: Wenn zwei von drei Positionen im Angriff neu besetzt werden, dann kann das Verständnis untereinander nicht vom ersten Spieltag an da sein. Das war zu Beginn der Saison deutlich zu sehen, auch hatte ich das Gefühl, dass jeder so ein bisschen seinen Egoismus pflegte und nicht immer abspielte, wenn ein anderer besser postiert war. Inzwischen zeigen alle drei ansteigende Tendenz, auch wenn bei Kevin Kuranyi das große Problem bleibt: Zwar schießt er seine Tore, aber er müsste noch deutlich häufiger treffen, weil er sich sehr gut in Position bringt oder gut freigespielt wird. Halil Altintop hat in Lautern ganz anders gespielt, in einem System mit zwei Angreifern, und muss sich noch umgewöhnen. Insgesamt also: Tendenz steigend, aber da ist noch Luft nach oben, erst recht, wenn Sören Larsen als weitere Alternative fit ist.

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30.11.2006 - Gustavo Varela bombt sich in die Elf - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Völlig humorlos schnappte sich Gustavo Varela am Donnerstag das Arbeits-Gerät, ebenso hart wie präzise knallte der Uruguayer den Ball beim abschließenden Torschuss-Training ins Gehäuse.

Der Muskelfaserriss im Oberschenkel ist vergessen, der Allrounder scheint frei von allen Beschwerden, wirft nachdrücklich seinen Hut für die Partie des FC Schalke 04 am kommenden Sonntag beim 1. FC Nürnberg in den Ring.

Zwei Wochen musste Varela verletzt aussetzen, nun brennt der 28-Jährige auf seinen Einsatz. Gerade hatte er sich einen Stammplatz erobert, war in Gladbach und gegen Mainz einer der stärksten Königsblauen, dann verletzte er sich, mit Vollgas drängt er zurück ins Team.

Dankbare Zeiten für Mirko Slomka. Marcelo Bordon ist von seinem Muskelfaserriss genesen, Lincoln ist wieder gesund, nur Zlatan Bajramovic dürfte mit einer Wadenverletzung ausfallen. So ganz ohne die berühmten Härtefälle wird der Chef-Trainer am Sonntag also nicht auskommen. Denn wenn Fabian Ernst für Bajramovic in die Elf rückt und auch Varela an Bord ist, wohin dann mit Hamit Altintop, und noch brisanter: Wo findet Lincoln einen Platz?

Für manche fast noch spannender: Findet die Mannschaft etwa an der Noris ihre Sprache wieder? Seit dem 3. November schweigt die Elf sich aus, lehnt jeden Kontakt zu Medien-Vertretern ab. Nun sorgte Peter Lövenkrands für Aufregung, weil er in seiner dänischen Heimat ein Interview gab und es dann doch tatsächlich wagte, auch mit deutschen Journalisten ein paar unverbindliche Sätze zu wechseln. Er sei deshalb nicht gerüffelt worden, betont Mirko Slomka eindringlich, "Kapitän Marcelo Bordon hat ihn nur gefragt, wie das Interview zustande gekommen ist".

Soviel aber ist sicher: Auf Anfrage von Slomka hat die Elf versichert, sie werde den Presse-Boykott aufrechterhalten. Dumme Dinge wollen eben gepflegt werden.

Gerd Strohmann

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29.11.2006 - Egal, wie das Spiel endet - gefeiert wird so oder so - Nürnberg statt New York - Wenn Nürnberg Schalke zum Topspiel empfängt, kommt es zum kollektiven Wiedersehen. bundesliga.de über eine besondere Fanfreundschaft - Quelle/© www.dfl.de

Wie in einem Märchen schildert sowohl die Fan-Szene von Schalke 04 als auch die des 1. FC Nürnberg die Anfänge der intensivsten Fan-Freundschaft der beiden Vereine.

… ein Mädchen namens Monika

Auf der Webseite des 1. FC Nürnberg ist nachzulesen, wie diese legendäre Fanfreundschaft einst entstand.

Monika war begeisterter Clubfan und fuhr zu jedem Auswärtsspiel des FCN. Auf der Zug-Heimfahrt von einem Auswärtsspiel in Mönchengladbach, so wird überliefert, lief sie einem Regensburger Schalke-Fan über den Weg.

"Königsblau" eilte ein zweifelhafter Ruf voraus, die Hooligan-Gruppierung "Gelsen-Szene" war schon damals äußerst gefürchtet. Und so erstarrte Monika beim Anblick des "Knappen" zunächst wie das Kaninchen vor der Schlange, ehe man sich im Gespräch näher kam, ein Freund Monikas hinzustieß und die drei Fans weitere Treffen vereinbarten.

Monika, Hooligans oder der "Stern"

Eindeutige Klarheit besteht über die Ursprünge dieser Verbindung indes nicht. Eine Version erzählt von einem Bayern-Hooligan, der von Nürnberger und Schalker Anhängern durch den Bahnhof gejagt worden sei - in der gemeinsamen Abneigung quasi vereint.

Andere berichten von einem Foto im Magazin "Stern", auf dem ein Schalker Kuttenträger auch einen FCN-Aufnäher auf der Jacke getragen haben soll.

Karl Teplitzky, Fanbeauftragter des FCN, erinnert sich im Gespräch mit bundesliga.de auch noch an eine Geschichte, die vor allem von der älteren Fan-Generation weiter getragen wird und in der "damals im Frankenstadion Nürnberger Hooligans Geld für das Rückfahrtticket eines Schalker Fans gesammelt haben."

Freundschaft in der Kategorie C

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass die intensivste und friedlichste Fan-Freundschaft einst aus dem gewaltbereitesten Spektrum hervorging. "Fest steht", erklärt Teplitzky, "dass Anfang der Achtzigerjahre die Fanfreundschaft von den alten Hooligans ins Leben gerufen worden ist. Sie haben damals schon Fußballturniere und Sonderfahrten zusammen organisiert." Die Rede ist von den Nürnberger "Red Devils" und eben der berüchtigten Schalker "Gelsen-Szene".

Vertieft wurde die Beziehung auch in der Saison 1980/1981, als beide Teams gegen den Abstieg spielten. Eine Erfahrung die zusammenschweißte, obwohl der "Club" die Klasse hielt und S04 in die Zweitklassigkeit rutschte. "Das war der Wahnsinn, wie viele Patenschaften damals zwischen den verschiedenen Fan-Clubs übernommen wurden!", erinnert sich Teplitzky.

Die Party beginnt schon am Gleis 8

Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass die Gäste am jeweiligen Bahnhof gebührend empfangen werden. "Jeder Fanclub, der Beziehungen pflegt, holt die Schalker am Bahnhof ab und geht dann gemeinsam ins Stadion", schildert Teplitzky das Ritual. "Wir hatten sogar schon mal einen gemeinsamen Fahnenkorso."

Auch der Schalker Fanbeauftragte Rolf Rojek misst gegenüber bundesliga.de dem Bahnhofsempfang eine große Bedeutung bei: "Die richtigen Fans stehen zu dieser Freundschaft, da sie etwas Besonderes ist. Ich kann mich noch etwa 15 Jahre zurück erinnern, als ich den ersten Sonderzug von Osnabrück nach Nürnberg gechartert habe."

"Damals hatte ich zeitgleich auch gerade eine Fünf-Tages-Shopping-Tour in New York gewonnen. Die habe ich aber meiner Schwester geschenkt, weil ich den Sonderzug organisiert habe. Und das war wunderschön! Hunderte von Fans standen schon am Hauptbahnhof, sind zugestiegen und haben den Zug rappelvoll gemacht. Mit weit über 1.000 Fans sind wir dann zum Stadion gezogen. Das waren Zeiten, die ich als Fan nicht vermissen möchte."

Erste Risse?

Beim "Club" scheint es in der Fan-Szene mittlerweile aber auch andere Meinungen zu geben. Demnach haben wohl vor allem die Nürnberger Ultras kein gesteigertes Interesse mehr an einer Fortführung der Beziehungen mit Schalke.

Die Freundschaft müsse eben wieder "in der Breite intensiviert werden", so Teplitzky, "damit da auch die Ultras mitmachen. Es muss wieder eine Fanfreundschaft werden, auf die die ganze Bundesliga schaut!"

Rolf Rojek vergleicht die Situation mit einer anderen bekannten Lebenslage: "Es ist eben wie in einer Ehe. Irgendwann geht es in die Routine über und die große Liebe verblasst ein wenig. Wenn einige Fans die Freundschaft nicht mehr so sehr wünschen, dann finde ich das schade, da sie gar nicht wissen, was sie dadurch verpassen! Wir können zeigen, dass es nur eine Freundschaft gibt und nicht wie bei anderen Vereinen mit sechs verschiedenen Freundschaftsschals mit dem und dem und dem."

Aus diesem Grund will man zum Anstoß am Sonntagabend auch zusammen die Farben hoch halten: "Auch die Fahnenschwenker von Schalke werden eingeladen, um im Stadion mehr Fahnen vor dem Anstoß zu haben", verrät Teplitzky.

"Wir werden zahlreich runterfahren und alles mitmachen, was unsere "Glubberer" vorbereiten", freut sich Rojek auf das Wiedersehen.

Freundschaftliche Punkteteilung?

Die Nürnberger sind die Remis-Könige der Liga. Und es gab aus Sicht beider Fans sicherlich schon unangenehmere Punkteteilungen, als wenn es am Sonntagabend erneut nach 90 Minuten unentschieden stehen würde. Allerdings wollen sich die Franken nicht zu viel sportliche Gastfreundschaft erlauben: "Wir haben die Punkte nötiger, als die Schalker und spielen immer noch gegen den Abstieg. Letztlich wird aber von uns wohl jeder froh sein, wenn es ein Unentschieden wird. Es wird definitiv ein tolles Spiel werden", prophezeit Teplitzky.

Sein Schalker Kollege meint ebenfalls: "Wenn wir gegeneinander spielen, dann schaut man schon, ob man die Punkte gebrauchen kann. Aber über ein Unentschieden wird sich wohl niemand ärgern."

Spätestens nicht mehr nach dem ersten gemeinsamen Nachspiel-Bierchen...

Michael Wollny

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29.11.2006 - Max Merkel im Alter von 87 Jahren gestorben - Quelle/© dpa

Hamburg (dpa) - Der frühere Bundesliga-Trainer Max Merkel ist tot. Der gebürtige Wiener starb nach Informationen der «Bild»-Zeitung im Alter von 87 Jahren. Merkel führte den TSV 1860 München 1964 zum Sieg im DFB-Pokal und 1966 zum Meistertitel.

Zwei Jahre später gewann er mit dem 1. FC Nürnberg erneut die Meisterschale. Der einmalige deutsche und einmalige österreichische Fußball-Nationalspieler war international in den Niederlanden und Spanien als Trainer aktiv, wo er Atletico Madrid 1973 zum Meistertitel führte. Nach seiner Trainerlaufbahn war der für seine markanten Sprüche bekannte Merkel Kolumnist der «Bild»-Zeitung.

Der am 7. Dezember 1918 geborenen Merkel begann seine Karriere als Fußballer 1937 bei Rapid Wien, wo er seine aktive Laufbahn 1954 auch wieder beendete. Zwischenzeitlich war er auch beim Wiener Sportklub und in Markersdorf aktiv. Für die DFB-Auswahl bestritt er sein einziges Länderspiel im Jahr 1939, für Österreich kam er 1952 einmal im Nationaltrikot zum Einsatz.

Seine Trainerlaufbahn startete er 1954 als Nationalcoach der Niederlande. Anschließend trainierte er zahlreiche Vereine in Österreich, den Niederlanden, Deutschland und Spanien. Mit dem 1. FC Nürnberg konnte er 1969 ein Jahr nach dem Meistertitel den Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern.

Auf dem Fußballplatz war Merkel für seine kompromisslose Härte gefürchtet. Abseits des Rasens machte er immer wieder mit kessen Sprüchen auf sich aufmerksam. «Bei der Arbeit bin ich Preuße, sonst aber Wiener», beschrieb er sich selbst. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Merkel in der Nähe von München.

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29.11.2006 - Lövenkrands: "Wir haben das Potenzial, Meister zu werden" - Quelle/© Westfälische Rundschau

Gelsenkirchen. Als die Spieler des FC Schalke 04 gestern das Training beendet hatten, lief einer nicht wortlos an den Journalisten vorbei, sondern stand Rede und Antwort. Peter Lövenkrands durchbrach den seit Wochen von der Schalker Mannschaft praktizierten Presseboykott.

Darf ich Sie etwas fragen - oder müssen Sie weiter schweigen?

Lövenkrands: Ich spreche, mit wem ich will.

Prima. Wie haben Sie den 2:1-Erfolg gegen den VfL Bochum empfunden, mit dem Schalke die Tabellenführung erfolgreich verteidigt hat?

Ein tolles Gefühl. Mir ist das zweite Bundesligator für Schalke gelungen und ich habe auch ganz gut gespielt.

Das war in ihrer Schalke-Zeit nicht immer so. Nach guten Leistungen zum Bundesliga-Auftakt, wie gegen Werder Bremen, sind Sie später etwas untergetaucht. Was waren die Gründe dafür?

Ich hatte gewisse Anpassungsprobleme auf dem Platz. Das empfinde ich jedoch als ganz normal für jemanden, der zu einem neuen Verein wechselt. Jetzt läuft es bei mir und der Mannschaft besser, weil wir eingespielt sind. So etwas dauert eben immer einige Zeit, wenn Neuzugänge in ein Team integriert werden müssen. Für mich ist es ganz wichtig, dass ich regelmäßig spiele. Alles andere kommt dann von selbst.

Jetzt hat Schalke sogar die Chance, als Herbstmeister zu überwintern...

Mit solch einem Titel kann ich nichts anfangen. Bei meinem letzten Club Glasgow Rangers gab es so etwas wie eine Winterpause gar nicht. In Schottland wird auch in den Monaten Dezember und Januar durchgespielt. An eine Spielpause zu dieser Zeit in Deutschland muss ich mich erst noch gewöhnen.

Mit den Glasgow Rangers sind Sie bereits zweimal Meister geworden. Ist der Titel in dieser Saison auch mit dem FC Schalke 04 möglich?

Der bisherige Saisonverlauf hat gezeigt, dass in der Bundesliga jeder jeden schlagen kann. So etwas kenne ich aus meinen sechs Jahren bei den Glasgow Rangers nicht. Da haben meistens nur zwei, drei Clubs die Meisterschaft unter sich ausgemacht. In der Bundesliga wird man jeden Spieltag hart gefordert, egal ob die Gegner Energie Cottbus oder Bayern München heißen.

Auch mit der dänischen Nationalmannschaft hatten Sie zuletzt Erfolg. Im Freundschaftsspiel gegen Tschechien erzielten Sie vor kurzem ihr erstes Länderspieltor.

Ein ganz besonderer Treffer. Als Stürmer wird man immer an Toren gemessen. Endlich ist bei mir der Knoten auch in der Nationalmannschaft geplatzt. Ich hoffe jetzt, dass so schnell wie möglich noch weitere Treffer folgen werden.

Zurück zum FC Schalke 04. Kann die Mannschaft Platz eins verteidigen?

Unser Ziel muss es auf jeden Fall sein, unter die ersten drei zu kommen. Das Potenzial ist auch da, Meister zu werden. Doch um dieses Ziel zu erreichen, braucht man auch Glück und muss vom Verletzungspech verschont bleiben. Bisher ist es uns gut gelungen, Ausfälle aufzufangen. Unser Kader ist sehr ausgeglichen besetzt, das hat sich bisher ausgezahlt. Wir brauchen uns in dieser Hinsicht vor keiner anderen Bundesligamannschaft zu verstecken.

Frank Leszinski

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28.11.2006 - Ein Schalker spricht - "Es zahlt sich aus, dass wir Geduld gehabt haben" - Quelle/© WAZ

Peter Lövenkrands ist nicht nur in den vergangenen Wochen richtig in Schwung gekommen. Der Stürmer lässt sich auch vom Schweigegebot der Kollegen nicht bremsen: "Ich spreche, mit wem ich will"

Gelsenkirchen. Wenn Schalkes Kapitän Marcelo Bordon in diesen Tagen von Journalisten gefragt wird, ob er einen Moment Zeit habe, gibt er die fast stereotype Antwort: "Ich glaube nicht." Aber dass der Schalker Abwehrchef wieder fit ist, nachdem er mehrere Wochen wegen einer Hüftverletzung pausieren musste, war gestern beim Schalker Training auch ohne große Worte zu sehen. Doch nicht alle Schalker Spieler schweigen.
Peter Lövenkrands zum Beispiel gibt in dänischen Zeitungen Interviews und sagte auch gestern nach der Übungseinheit der Königsblauen: "Ich spreche, mit wem ich will."

Der Außenstürmer der Schalker hat sicher auch einiges zu sagen, denn in den letzten Wochen stand er häufig im sportlichen Blickpunkt, nachdem er nach einigen Anfangsversuchen rund um den Saisonstart viele Wochen nicht zur Schalker Stammformation gehörte. "Jetzt läuft es bei mir sehr gut, und ich bin froh darüber", sagt der 26-jährige Angreifer des Tabellenführers, den die Schalker im Sommer von den Glasgow Rangers (2000 bis 2006) geholt hatten. "Natürlich profitiere ich dabei auch vom Aufschwung, den die gesamte Mannschaft hat", erklärt er weiter.

Dass es bei Lövenkrands, und nicht nur bei ihm allein, große Fortschritte gibt, freut auch Schalkes Manager Andreas Müller. "Wir haben unseren Sturm vor der Saison bewusst mit Peter Lövenkrands und Halil Altintop verstärkt. Und es zahlt sich aus, dass wir Geduld gehabt haben," sagt Müller. Und auch Trainer Mirko Slomka glaubt, dass die Schalker Rechnungen um und mit Peter Lövenkrands mehr und mehr aufgehen.
"Die Schnelligkeit über die Außenpositionen ist derzeit unsere große Qualität", sagt Slomka über den Dänen, der auf Schalkes linker Seite den geraden Weg zum Tor sucht und jetzt auch findet.

Kein Wunder, dass Peter Lövenkrands sich und seinen Mitspielern einiges zutraut. "Es ist klar, dass wir unter die ersten Drei wollen, aber in dieser Saison ist auch darüber hinaus alles möglich", sagt er. Ein persönliches Schlüsselerlebnis auf dem Weg nach oben war für Peter Lövenkrands sein erstes Länderspieltor für Dänemark beim Testspiel gegen Tschechien (1:1) vor zwei Wochen. "Darauf habe ich lange gewartet, und ich habe mich darüber riesig gefreut", gibt der 17-fache Nationalspieler seine Empfindungen wieder. Wenige Tage vorher hatte der Flügelstürmer beim Schalker Spiel gegen Mainz sein erstes Bundesligator geschossen, und am vergangenen Freitag gegen den VfL Bochum war er ja wieder erfolgreich.

Peter Lövenkrands, den die Schalker auch wegen seiner eminenten Schnelligkeit geholt haben, scheint jetzt wirklich in Schwung zu kommen.

So etwas wie die Herbstmeisterschaft, mittlerweile in der Bundesliga eine Art inoffizieller Titel, kennt der Däne nicht. Damit kann er nichts anfangen. Das Wort "Meisterschaft" ist ihm dafür aber ein recht geläufiger Begriff. "In meiner Zeit in Schottland bin ich mit den Rangers zweimal Meister geworden", sagt er fast so, als sei ein Titelgewinn nichts mehr Außergewöhnliches für ihn. Aber der Eindruck täuscht. "Natürlich will ich auch gerne mit Schalke Meister werden. Das ist in der Bundesliga etwas ganz anderes als in Schottland", sagt Peter Lövenkrands, der bei den Königsblauen bis zum 30. Juni 2009 unter Vertrag steht.

Wolfgang Kerkhoff

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28.11.2006 - Keine Choreo gegen den *** - Quelle/© www.ultras-ge.de

Anfang des Jahres haben wir in der Winterpause überlegt, ob wir eine Derbychoreo machen sollten. Damals hatte unsere Gruppe gerade ein paar Stadionverbote zu verkraften, die aus unserer Sicht keinerlei Grundlage hatten und auch sonst gab's genügend Sorgen.

Der erste Tenor war, auf eine Choreo zu verzichten, weil sich aus diesen Gründen niemand motivieren konnte, wochenlang bei miesem Wetter eine Choreo vorzubereiten.
Eine 0815-Allibi-Aktion mit wenig Vorbereitungsaufwand kam aus Prinzip schon nicht in Frage.
Nach einigen internen Gesprächen entschieden wir uns doch für eine Choreo, allerdings sollte das Motiv unsere vorherrschende Stimmungslage ausdrücken, gleichzeitig jedoch anspruchsvoll in der Umsetzung sein.

Was heraus kam hat ja jeder gesehen.

http://www.ultras-ge.de/page/08_fotos/fotos/535.jpg

Im Anschluss durften wir uns mehr als einmal für diese Choreo rechtfertigen, das Gesamtmotiv bzw. die Aussage wurde quasi nur auf die vier gemalten Sprüche auf den Doppelhaltern heruntergebrochen.
Kurz: Der Verein war beleidigt, die Polizei sowieso und alle waren sich einig, dass es sowas nie wieder geben dürfe, da die Choreo nicht die Wahrheit dargestellt hätte.

Fortan wollte man uns deshalb unsere Freiheit bei der Motivwahl insofern einschränken, dass wir jedes Motiv in Zukunft anzumelden hätten, um so derartige Choreoaussagen in Zukunft zu verhindern. Diese Freiheit hatten wir uns in den letzten Jahren erarbeitet, so waren alle Choreos jeweils auch eine Überraschung für die Verantwortlichen.
Aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, weshalb diese Freiheit beschnitten werden soll, weil wir immer noch nicht einsehen, was an der Choreo so schlimm gewesen ist und es davon abgesehen im Widerspruch zu unserem Grundverständnis von Choreografien und einer sich selbstregulierenden Kurve steht.

Die Bielefeldchoreo mit über 1000 Fahnen stellte eine Ausnahme dar, hier gab es schließlich nicht viel anzumelden / zu erklären, was das Motiv zu bedeuten hat. Zudem wollten wir signalisieren, dass wir ein zuverlässiger Partner sind und nicht beleidigt den Kopf in den Sand stecken.
Erfreulicherweise konnte in den nächsten Monaten bei zwei von drei zur Debatte stehenden Stadionverboten eine Aufhebung erreicht werden, über die Aufhebung des dritten SV wird aktuell noch verhandelt.

In Folge dieser positiven Entwicklung wollten wir anläßlich des anstehenden Derbys wieder eine große Choreographie aufziehen. Das Motiv werden wir nicht verraten, nur soviel : es war definitiv harmloser als die Burg-Choreo im Jahr 2005, wobei auch diese aus unserer Sicht nichts anstößiges dargestellt hat. Und um jegliche Spekulationen zu vermeiden: Es stand auch schon lange vorher fest, bevor den Dortmundern die "Gelbe Wand" - Fahne abhanden gekommen ist.

Mitten in den anlaufenden Vorbereitungen kam plötzlich das Interesse des Vereins, um nicht gleich ein Verbot zu riskieren, haben wir auf Nachfrage zähneknirschend das Motiv erläutert, um dann zu erfahren, dass es aufgrund der aktuellen Lage nicht möglich sei eine Choreographie aufzuziehen, die in irgendeiner Form zart beseelten Gästefans das Gefühl vermitteln könnte, dem FC Schalke 04 und seinen Fans unterlegen zu sein.

Für uns stand in dem Moment fest, es wird keine Choreo geben. Wir haben absolut keine Lust wieder wochenlang für eine harmlose Choreo zu kämpfen, uns zu rechtfertigten, um letztendlich unter Zeitdruck das Dingen fertig zu stellen. Irgendwann ist die Motivation halt im Keller, mal von Gründen wie benötigter Urlaub usw. für die noch zu schaffende Fertigstellung abgesehen.

Eine Choreo ist Ausdruck unserer Empfindungen, unserer Kreativität. Sie dient nicht dazu das Image des FC Schalke 04 aufzupolieren. Wenn sie dafür zu gebrauchen ist, gut, ok, aber wenn im Umkehrschluss jede Choreo eine aalglatte Aussage bekommen muss, dann hat man den Sinn dieser Aktionen nicht verstanden.

Wir freuen uns über jeden Mitstreiter, der dies genauso sieht und wir werden natürlich nicht aufgeben zu versuchen diese Einstellung den Verantwortlichen zu vermitteln.

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27.11.2006 - Große Emotionen spielten und spielen beim Duell des 1. FC Nürnberg mit Schalke 04 eine Rolle - Freund und Feind seit 70 Jahren - 1. FC Nürnberg gegen FC Schalke 04 lautet das bundesliga.de-Topspiel am 15. Spieltag. Das Duell hat eine sehr lange Tradition - Quelle/© www.dfl.de

Sportliche Rivalität und Freundschaft zeichnen das Verhältnis von Nürnbergern und Schalkern heutzutage aus. Gewachsen aus der Vergangenheit, da die Geschichte beider Vereine eng miteinander verbunden ist.

Denn seit mehr als 70 Jahren treffen die Fußball-Mannschaften im Kampf um Titel und Ehre in regelmäßigen Abständen aufeinander. Ein geschichtsträchtiges Duell mit vielen Höhepunkten.

Schalke beendet Nürnbergs Vormachtstellung

In den 20er Jahren war der 1. FC Nürnberg das Maß der Dinge im deutschen Fußball. Fünf Mal sicherten sich die Franken in jener Zeit die Meisterschaft. Im darauf folgenden Jahrzehnt übernahm der FC Schalke 04 die Vorherrschaft. Die "Knappen" holten in den 30er Jahren vier Meistertitel.

Der erste Coup gelang den Mannen aus dem Ruhrpott 1934. Im Finale um die Deutsche Meisterschaft in Berlin behielten sie über den 1. FC Nürnberg dank eines Doppelschlages kurz vor Abpfiff die Oberhand. Fritz Szepan (87.) und Ernst Kuzorra (88.) drehten das 0:1 durch Georg Friedel. Die erste Endspiel-Schlappe des FCN war besiegelt.

Revanche gelingt zwei Mal

Doch schon ein Jahr später konnten sich die Nürnberger gleich zwei Mal für diese Niederlage revanchieren.

Im neu eingeführten Pokalwettbewerb triumphierte die Elf von Trainer Alfred Schaffer über Schalke mit 2:0 - und zwar ausgerechnet im Finale am 8. Dezember 1935 in Düsseldorf. Vor 60.000 begeisterten Zuschauern sorgten Max Eiberger (46.) und sein Sturmpartner Georg Friedel (85.) für die Entscheidung.

Und auch im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft im Frühjahr 1935 räumten die Franken ihre Gelsenkirchener Widersacher aus dem Weg (2:0). Und beerbten S04 durch den später folgenden Triumph über Fortuna Düsseldorf (2:1 nach Verlängerung) schließlich als Meister.

Letztes Finale Nürnberg gegen Schalke 1937

Die Retourkutsche kam prompt in der nachfolgenden Spielzeit. Erneut machten in Berlin Nürnberger und Schalker den Meister unter sich aus. Am 20. Juni 1937 siegte das vom ehemaligen "Club"-Meisterspieler Hans "Bumbes" Schmidt trainierte Schalke mit 2:0.

101.000 Zuschauer waren Zeugen eines hochklassigen Endspiels - und des bis heute letzten Finales mit Nürnberger und Schalker Beteiligung.

Fanfreundschaft seit den 80er Jahren

In der 1963 eingeführten Bundesliga trafen die beiden Vereine bis jetzt 40. Mal aufeinander. Mit den Teams natürlich auch die Fans, die seit Anfang der 80er Jahre eine innige Freundschaft pflegen. Das zeigt sich dadurch, dass die Anhänger des Gegners im eigenen Fanblock geduldet werden.

Es geht sogar so weit, dass "Club"-Fans den FC Schalke unterstützen, wenn dieser beispielsweise in Stuttgart oder München spielt. Und Anhänger von S04 peitschen den FCN bei Auftritten im Ruhrgebiet nach vorne.

Es sind eben eine geschichtsträchtige Rivalität und eine tiefe Freundschaft, die das Verhältnis von Nürnberg und Schalke heutzutage auszeichnen.

Thorsten Schaff

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26.11.2006 - Schweiger beißen sich fest - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Der "Discjockey" traf genau den Nerv der Fans. "So nahe an der Meisterschaft" dröhnte es aus den Lautsprechern, manche sangen lauthals mit, viele Königsblaue summten eher ein wenig nachdenklich.

Dieses 2:1 des FC Schalke 04 gegen den VfL Bochum erlaubte nach 90 durchschnittlichen Minuten alle Gefühls-Regungen, alle Interpretationen. Und auch diejenigen, die gar nicht einstimmten, wussten genau, was sie taten. Es war keine meisterliche Leistung, aber es war eine Leistung, mit der man Meister werden kann, die alle Träume erlaubt.

In bester Gewohnheit hatten die Schalker Schnellstarter einmal mehr in der ersten halben Stunde eine 2:0-Führung herausgespielt. Es war kein Fußball furioso, den sie boten, aber es war zielstrebig und vor allem ungemein selbstbewusst vorgetragen. Da die Berufs-Fußballer immer noch an ihrem längst nur noch lächerlichen Schweige-Gelübde festhalten, sprach Andreas Müller für die Truppe. Die Tabellenführung nach dem 4:2 in Cottbus habe die Elf ungemein beflügelt, habe ihr weiter Selbstvertrauen gegeben, "der Biss, diese Position zu verteidigen, ist ganz deutlich zu spüren", teilte der Manager mit.

Rundum-Sorglos-Paket in der Halbzeitpause

Vor allem in den ersten 45 Minuten, als Rafinha und Lövenkrands in aller Selbstverständlichkeit alarmierende Bochumer Deckungsschwächen völlig humorlos ausnutzten. Die Vorfreude auf einen Kantersieg, auf ein rauschendes Fest stieg, aber Schalke ist immer noch Schalke. "In diesem Punkt weiß ich auch nicht weiter", raunte Müller, und das Problem nagt deutlich an ihm. Als würde sich die Elf in der Halbzeitpause ein dickes Rundum-Sorglos-Paket umschnüren, agiert sie auch jetzt zum wiederholten Male wie vom Weltlichen entrückt auf dem Rasen. Keine Minute war vergangen, da musste Neuer in höchster Not weit vor seinem Tor retten, in der 49. Minute nutzte Gekas eine fatale Nachlässigkeit von Krstajic zum Anschlusstreffer.

Die Schalker Führung hatte keine Erklärung für die plötzlichen groben Unsicherheiten im Spiel, viele Zuschauer schon. Mirko Slomka sah sich veranlasst, in der Pause Lincoln für Halil Altintop zu bringen. Die Begründung war eher diffus, "Halil ist nicht immer glücklich angespielt worden und hat auch nicht immer glücklich agiert", das Resultat der Umstellung höchst bedenklich.

Fan-Murren bei Lincoln-Aktionen

Lincoln hatte, um im Bild zu bleiben, jede Menge Pech in seinen Aktionen, Schalke verlor bei der neuerlichen System-Umstellung spürbar den Faden. "Wir hatten mit Lincoln deutlich mehr Kombinationen im Zentrum", erklärte Slomka, viele hatten eher gesehen, dass sich die Königsblauen bis zur turbulenten Schlussphase abgesehen vom verschossenen Foulelfmeter (Kobiashvili) keine wirkliche Torchance mehr erspielten. Und das heftige Murren der Fans bei vielen Lincoln-Aktionen bewies überdeutlich, dass sich der Brasilianer erst noch eine Portion Kredit zurück erarbeiten muss.

Aber nun, so kurz vor der doch hoffentlich friedlichen Weihnachtszeit, wollen sie doch nicht schon die nächste Baustelle eröffnen. Der Blick ist ohnehin schon in eine vermeintlich goldene Zukunft gerichtet. "Natürlich wollen wir oben bleiben, solange es eben geht" gab Slomka die Marschroute vor. Müller wurde da schon etwas konkreter. Jetzt sei es das Ziel, "als Herbstmeister in die Winterpause zu gehen." Dieses Lied singen alle Schalker mit.

Gerd Strohmann

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24.11.2006 - Spitze ohne Glanz / Mühsames 2:1 gegen Bochum - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Der Blick auf die Tabelle lässt die königsblauen Herzen weiter höher schlagen. "Spitzenreiter, Spitzenreiter" hallte es durch die Veltins-Arena, mit dem 2:1-Erfolg gegen den VfL Bochum hat es sich der FC Schalke 04 ganz oben gemütlich gemacht.

Es war der vierte Sieg in Serie für die Gelsenkirchener, und es war alles andere als souverän und überzeugend. Der VfL Bochum spielte über weite Strecken richtig ordentlich mit, vielleicht fehlte in einigen Szenen nur die letzte Zielstrebigkeit, vielleicht auch sogar der wirkliche Glaube an sich selbst. Wie ein Absteiger aber präsentierten sich die Bochumer nie.

"Die Tabellenspitze ist eine riesige Motivation für die Elf", erklärte der Schalker Chef-Trainer Mirko Slomka vor der Partie. Und es sollte auch gleich munter losgehen. Bochum gar nicht ängstlich, die vier Punkte aus den letzten beiden Partien hatten mutig gemacht. Nach sieben Minuten die erste große Schrecksekunde für die Schalker: Misimovic hatte Gekas mit einem sensationellen Pass freigespielt, doch der Grieche scheiterte am aufmerksamen Neuer.

Es war für die Königsblauen der Wachrüttler zum richtigen Zeitpunkt. Noch durfte Skov-Jensen zweimal gegen Bajramovic und Lövenkrands parieren, dann sah er ganz schlecht aus. Halil Altintop hatte Rafinha mit einem ganz feinen Pass auf die Reise geschickt, der Brasilianer erzielte sein erstes Bundesliga-Tor (19.), und Skov-Jensen dürfte sich lange fragen, warum er ohne Not die kurze Ecke freigemacht hatte.

Der VfL wieder in Rückstand, wieder rang er um den Anschluss. Und das sah ja auch ganz gefällig aus, er hatte mehr Spielanteile, mehr Ecken, mehr Freistöße, aber er verbreitete nicht wirklich Torgefahr. Dabei ist es doch so einfach, Treffer zu erzielen. Neuer knallte einen mächtigen Abschlag weit in die Bochumer Hälfte, Lövenkrands stand besser als Lense und war auch noch viel schneller, Schalke führte nach 27 Minuten mit 2:0. Also nahm es ein wenig das Tempo heraus, ließ sich von der Woge der Begeisterung der Fans tragen.

Und es ließ sich prompt wieder einlullen. Kaum wieder auf dem Platz, der Pausentee wärmte noch den Magen, der Bochumer Anschlusstreffer. Gekas auf jeden Fall war hellwach, als er eine wunderschöne Flanke in die lange Ecke köpfte (48.).

Lincoln eingewechselt

Die Gäste blühten auf, die Hausherren beschlich offenbar ein ganz ungutes Gefühl. Slomka hatte zu Beginn der zweiten Hälfte Lincoln gebracht, einmal mehr mitten in einer Partie das System gewechselt. Es sollte zum Schaden der Bochumer nicht sein, denn dem Brasilianer gelang nach seiner mehrwöchigen Verletzung gar nichts.

Bochum mühte sich und schlug plötzlich entsetzt die Hände vor den Kopf. Butscher sah nach einem Foul an Lövenkrands die rote Karte, doch Kobiashvili scheiterte mit seinem schlapp geschossenen Elfmeter an Skov-Jensen (67.). Kuranyi hätte für die Erlösung sorgen können, doch der National-Spieler scheiterte knapp. Aber die Fans feierten auch so freudetrunken die Tabellenführung.

Gerd Strohmann

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23.11.2006 - Slomkas „Luxusproblem“ mit Lincoln - Quelle/© www.yahoo.de

Gelsenkirchen/Bochum (dpa) - Spielt er oder spielt er nicht? Mirko Slomka lässt sich vor dem Revierderby des FC Schalke 04 gegen den VfL Bochum durch sein «Luxusproblem» mit Lincoln nicht aus der Ruhe bringen.

Gleichwohl muss sich der Trainer des Bundesliga-Spitzenreiters entscheiden, ob er den wiedergenesenen brasilianischen Spielmacher in seine Startelf einbaut oder gegen den Tabellen-16. das zuletzt erfolgreiche Team aufbietet. «Wir haben schon mit Lincoln und auch ohne ihn gut gespielt», sagte Slomka gelassen, und lässt sich nicht in die Karten schauen. Der Coach bescheinigt dem Regisseur eine «sehr gute Verfassung», meint aber auch: «Die, die zuletzt gespielt haben, haben ihre Sache gut gemacht.»

Lincoln fehlte wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel in den vergangenen fünf Bundesliga-Partien und kehrte nach längerem Aufenthalt aus seiner Heimat zurück, wo er die Blessur behandeln ließ. Ohne den 27-Jährigen holte Schalke zuletzt zehn Punkte aus vier Spielen und stürmte an die Tabellenspitze. Um Lincoln in das Team zu reintegrieren, müsste Slomka die gut harmonierende Mittelfeld-Dreierkette mit Hamit Altintop, Zlatan Bajramovic und Lewan Kobiaschwili umbauen oder einen Stürmer «opfern». «Ich beneide Slomka nicht um diese Entscheidung», sagte Schalkes Stürmer-Legende Klaus Fischer.

Wichtiger als die Lincoln-Frage ist für Slomka ohnehin, dass sein Team die «bescheiden genossene» Tabellenführung gegen den Außenseiter erfolgreich verteidigt oder gar ausbaut. Das werde kein Selbstläufer, so Slomka, auch wenn sein Team seit neun Spielen daheim unbesiegt ist. «Bochum ist auswärtsstark und im Aufwärtstrend, wir müssen in der Abwehr gut stehen», warnte er insbesondere vor dem schnellen Griechen Theofanis Gekas (5 Saisontore) und VfL-Spielmacher Zvjezdan Misimovic, der zuletzt als hängende Spitze imponierte.

Zudem ist der VfL trotz der klaren Rollenverteilung eine Art Angstgegner in der Veltins-Arena. Zwei von drei Gastspielen gewannen die Bochumer dort. Und nach drei Auswärtsspielen ohne Niederlage sowie dem hart erkämpften 4:3-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt hat die Elf von Marcel Koller im Kampf gegen den Abstieg merklich an Selbstbewusstsein gewonnen. Weil Schalke für frühe Tore bekannt ist, und sein Team häufig in den ersten Minuten in Rückstand gerät, greift der VfL-Trainer zu einem Trick. «Ich habe einen Wecker mit großen Glocken. Den werde ich auf 20.25 Uhr stellen», scherzte der Schweizer.

Ähnlich wie Slomka kann Koller fast aus dem Vollen schöpfen. David Pallas und Christoph Dabrowski stehen nach Sperren wieder im Kader, dennoch wird wohl zunächst nichts geändert. «Die Mannschaft vom Frankfurt-Spiel hat eine gute Möglichkeit, zu beginnen», sagte Koller. Dafür winkt Tommy Bechmann nach seiner Knieverletzung im April der erste Saison-Kurzeinsatz. «Er kommt dazu. Je nach Spielsituation könnte er eine Hilfe sein.»

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22.11.2006 - Slomka warnt Schalke vor dem VfL Bochum - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Es war am Abend des 13. März 2005. Ganz königsblau lag sich in den Armen, gerade hatte der FC Schalke 04 den FC Bayern München mit 1:0 besiegt, Platz 1 in der Tabelle, der "Gipfel-Sturm" war perfekt. Nur eine Woche später flossen bittere Tränen: Ein deprimierendes 1:2 in Mainz, Katerstimmung in der Karnevals -Hochburg, der rasante Absturz aus allen rosaroten Wolken.

Von da an ging`s bergab, von den letzten acht Partien verloren die Gelsenkirchener allein vier, retteten sich mit Mühe noch in die Champions League.

Es war gestern Mittag um 13 Uhr. "Wir wissen um die Bedeutung eines solchen Spieles wie am Freitag gegen den VfL Bochum", bemerkte Mirko Slomka nachdenklich. In aller Bescheidenheit hätten sie den Sprung an die Spitze genossen, betonte der Chef-Trainer, "aber wir sind aus der Erinnerung heraus gewarnt, wir wollen jetzt unbedingt nachlegen". Bloß nicht wieder sofort abstürzen, bloß nicht wieder den Kredit bei den Fans einbüßen, bloß nicht die prima Serie von zuletzt zehn Punkten aus vier Partien zerstören.

Aber Erfahrung macht ja klug, also zeigt Slomka einen Riesen-Respekt vor den auswärtsstarken Bochumern, "die Elf ist klar im Aufwärtstrend, da ist viel Qualität". Bei seiner Elf natürlich auch, zumal sich Lincoln nach seinem Trip nach Brasilien rundum gesund wieder eingefunden hat, "er hat in seiner Heimat sichtbar gut gearbeitet hat", und Slomka auch die Hoffnung auf einen Einsatz von Bordon (Muskelfaserriss) weiter hegt. Aber auch wenn es nicht klappt, "die Elf, die zuletzt gespielt hat, hat ihre Sache gut gemacht". Der Erfolg habe sie schon ein Stück weiter zusammengeschweißt, "natürlich beflügelt so etwas". Und sie möchten schon gern weiter fliegen.

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21.11.2006 - Müllers Wünsche schon umgesetzt - Quelle/© www.kicker.de

Als ein großer Teil der Saison bereits früh in Trümmern lag - nach dem blamablen Erstrunden-Aus im UEFA-Cup war Schalke gerade beim Zweitligisten Köln mit 2:4 aus dem Pokal geflogen -, da machte Andreas Müller im kicker seinem Unmut Luft. Um den totalen Crash in seinem ersten Jahr als alleiniger Manager auf Schalke zu verhindern, forderte er Trainer und Mannschaft in einem kicker-Interview auf, zu malochen: "Jetzt muss hart gearbeitet werden. Viel härter als bisher." Auch der Trainer sei gefordert, die Schrauben anzuziehen.

Und heute? Vier Wochen später? Aus dem sportlichen Tal von damals ist Schalke inzwischen bis zum Gipfel hochmarschiert. Tabellenführer! Erstmals seit dem 13. März 2005 steht Schalke wieder oben. Und Müller stellt zufrieden fest: "Dadurch, dass wir leider international nicht mehr dabei sind, hatte der Trainer die Möglichkeit, der Mannschaft taktisch und konditionell noch einmal etwas mitzugeben. Das sieht man jetzt."

So wirkt das Offensiv-Spiel nach der Rückkehr zum Dreier-Sturm wesentlich schneller und direkter, auch die Zahl der Torchancen erhöhte sich deutlich. Zudem fällt auf, dass die Mannschaft nun in der zweiten Halbzeit noch ordentlich zulegen kann. Bisher hatte nur die Defensive gegen Spielende punkten können: Als einzige Bundesligamannschaft hat Schalke in der Schlussviertelstunde noch kein Gegentor kassiert. Weiterer Liga-Bestwert: Sieben geschossene Tore in den ersten 15 Minuten.

"Die Mannschaft kann sich auf den Spieltag konzentrieren und die Querelen vergessen", lobt Müller nach turbulenten Wochen und Monaten, "entscheidend ist, dass sie mehr und mehr zusammenwächst. Das geschieht gerade."

Interessant jedoch: Es wächst zusammen, was in dieser Form gar nicht zusammenwachsen sollte. Dass Schalke ohne die so genannten Fraktionsführer Bordon und Lincoln (beide verletzt) und Rost (Bank) an die Spitze stürmt, war so nicht geplant. Auch Leistungsträger wie Ernst (in Cottbus erstmals eingewechselt), Larsen oder Asamoah fehlten bei der jüngsten Siegesserie, die Schalke befriedete. Stattdessen fand sich eine neue Formation. Hier beginnt das Luxus-Problem: Einerseits spricht es für Qualität, solche Leistungsträger in der Hinterhand zu haben; andererseits wird es nicht einfach, sie wieder erfolgreich einzugliedern.

"Wir haben nicht nur elf Spieler mit Qualität, sondern 18 bis 20", meint Müller, "aber wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben, der Weg bis zum Saisonende ist noch lang."

Dem Vernehmen nach soll der Medien-Boykott beim einstigen "Meister der Herzen" vor dem Ende stehen. Das könnte bei der überfälligen Image-Korrektur des baldigen Gazprom-Partners nicht schaden.

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19.11.2006 - Hurra, der Pander ist wieder da! - Quelle/© unbekannt

Cottbus - Skeptiker hatten ihn schon abgeschrieben, als jungen, bedauernswerten Sportinvaliden. Doch Christian Pander hat sich entgegen schlimmster Befürchtungen zur Fortsetzung seiner einstmals hoffnungsvollen Fußball-Karriere durchgebissen.

Am Samstag beim Schalker 4:2-Sieg in Cottbus ist der 23-Jährige, eher ein stiller Vertreter seiner Zunft, strahlend ins Rampenlicht zurückgekehrt. Mit einem blitzsauberen Freistoß (53.) führte Pander seine Mannschaft in der Lausitz wieder auf den Erfolgsweg - und erntete nach seiner nunmehr dritten Partie in der Schalker Startelf in Serie Lob von allen Seiten. "Wir haben nicht umsonst die ganze Zeit auf ihn gewartet. Christian weiß, dass wir große Hoffnungen in ihn gesetzt haben. Deswegen haben wir keinen neuen Spieler für die linke Seite verpflichtet", fühlt sich Manager Andreas Müller bestätigt.

Comeback nach vier Operationen

Am 9. April 2005 riss sich der damals angehende Nationalspieler beim Schalker 0:3 in Stuttgart das hintere Kreuzband, Innenband und Kniescheiben-Band im linken Knie. Insgesamt vier Operationen folgten, zwei große und zwei kleinere Eingriffe, Comeback-Versuche mussten immer wieder erfolglos abgebrochen werden.

Nun ist Pander wieder da, auf seiner angestammten Position als linker Verteidiger. Und der Hip-Hop-Fan hat nicht nur den Sprung zurück in die Mannschaft geschafft, sondern sich binnen zehn Tagen so gut wie unverzichtbar gemacht.

Einer wie Anderbrügge

Nach guten Vorstellungen in Gladbach und gegen Mainz krönte der gebürtige Münsteraner seinen Aufschwung nun mit einer prächtigen Leistung in Cottbus. Dynamisch im Vorwärtsgang, gefährlich bei Standards und mit einer linken Klebe wie einst "Eurofighter" Ingo Anderbrügge ausgestattet.

Sein persönliches Erfolgserlebnis sparte er sich für die zweite Halbzeit auf. "Es freut mich besonders, dass Christian nach so langer Zeit wieder ein Tor erzielen durfte. Damit haben wir das Spiel wieder auf unsere Seite geholt", lobte Trainer Mirko Slomka.

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19.11.2006 - Stille Genießer - Quelle/© www.westline.de

Cottbus - Nach Wochen interner Querelen und permanenter Stimmungsmache von außen ist der FC Schalke 04 aus rein sportlicher Hinsicht momentan das Maß aller Dinge in Fußball-Deutschland.

Mit einem 4:2-Sieg bei Aufsteiger Energie Cottbus sprangen die Gelsenkirchener am Samstag auf Platz eins in der Bundesliga. Das flüchtige Vergnügen hatten die Königsblauen zuletzt am 13. März 2005, als sie nach einem 1:0 über Bayern München für ein Wochenende die Führung übernahmen, dann aber mit der Aussicht auf Meisterehren grandios scheiterten.

"Die Jungs freuen sich, aber es ist nur eine Momentaufnahme", relativierte Andreas Müller. "Wir haben den 13. Spieltag und ich bin an einem 13. geboren, das hat mir Glück gebracht. Wichtig ist allein, wer nach der 34. Runde oben steht", betonte der Schalker Manager.

Leistungssteigerung in vergangenen zwei Wochen

Voraussetzung für den Höhenflug war eine nach all den Missstimmungen im und rund um den Klub, die in dem nach wie vor anhaltenden Boykott der Spieler gegenüber den Medien gipfelten, eine kaum für möglich gehaltene Leistungssteigerung der Mannschaften in den vergangenen zwei Wochen.

Vor 14 Tagen gaben die Knappen gegen die Bayern noch eine 2:0-Führung aus der Hand und waren am Ende mit einem 2:2 froh, die protestierenden Fans nicht weiter gegen sich aufgebracht zu haben. Nun, nach drei Siegen in Serie gegen die Abstiegskandidaten Mönchengladbach, Mainz sowie Cottbus, durfte mit den Anhängern gefeiert werden.

"Alle, die mit uns mitgefiebert haben, dürfen diese Tabellenführung genießen", strahlte Trainer Mirko Slomka, schränkte aber gleichzeitig an: "Es gab schon viele Spitzenreiter in dieser Saison. Wir haben nun die Möglichkeit, diese am Freitag gegen Bochum zu verteidigen."

Müller schwante nichts Gutes

In der Lausitz schlugen die Schalker präzise und kalt zurück. Denn die Doppel-Führung durch Hamit Altintop (5.) und Kevin Kuranyi (15.) reichte zunächst nicht, um den willensstarken Aufsteiger in die Knie zu zwingen. "Mit einem 2:0 bist du noch nicht durch, das ist ein gefährliches Ergebnis", schwante Müller zunächst nichts Gutes.

Cottbus kam mit einer Energie-Leistung zurück ins Spiel. Sergiu Radu profitierte von Manuel Neuers Stellungsfehler bei Munteanus tückischer Torschussflanke (28.). 120 Sekunden später war der junge Rost-Nachfolger bei Radus zweitem Treffer machtlos.

In der Pause trichterte Slomka seiner Elf ein, "dass sie wieder versuchen muss, das eigene Spiel in die Hand zu nehmen". Christian Pander mit einem Freistoß (53.) und Levan Kobiashvili nach einem feinen Konter (83.) erfüllten den Plan. Und durften genießen...

Heiko Buschmann

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18.11.2006 - Schalke nach Zittereinlage an der Tabellenspitze: 4:2 in Cottbus - Quelle/© www.westline.de/dpa

Cottbus - Schalke 04 hat sich an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga gezittert. Der Champions League-Anwärter aus Gelsenkirchen erzwang am 13. Bundesliga-Spieltag beim Außenseiter Energie Cottbus ein mühevolles 4:2 (2:2) und steht damit erstmals seit dem 13. März 2005 wieder auf dem begehrten Platz an der Sonne.

Hamit Altintop (4. Minute) und Kevin Kuranyi (15.) brachten die Gäste zeitig in Führung, doch Sergiu Radu mit seinen Saison-Treffern Nummer 3 und 4 (28./31.) holte die Lausitzer nochmals zurück ins Spiel. Die Entscheidung erzwangen dann nach dem Wechsel Christian Pander mit einem direkt verwandelten Freistoß (51.) - für den 23-jährigen Linksfuß war es der erste Bundesliga-Treffer nach seiner 18-monatigen Verletzungspause - und Levan Kobiaschwili (83.).

Nach einer Viertelstunde schien die Partie vor 17210 Fans im Stadion der Freundschaft bereits für die zunächst hoch überlegenen Gäste entschieden. Schon der erste Schalker Angriff war erfolgreich. Hamit Altintop schoss den Ball nach einer Ablage von Kuranyi aus 18 Metern auf das Cottbuser Tor, traf den Ball aber nicht voll. Trotzdem rollte die Kugel, nur beobachtet von Energie-Schlussmann Piplica ins untere linke Eck. Nach einem Eckball von Peter Lövenkrands klärte Daniel Ziebig zunächst auf der Linie, Piplica parierte anschließende gegen Kuranyi - doch im Nachsetzen bestrafte der Nationalspieler im Wartestand das Cottbuser Abwehr-Chaos mit seinem 5. Saisontor.

Die Lausitzer, die nun seit vier Spielen auf einen Sieg warten, waren völlig von der Rolle. Weitere Treffer der Schalker, die nach Lincoln, Bordon und Asamoah kurzfristig auch noch den zuletzt starken Uruguayer Gustavo Varela (Muskelfaserriss) ersetzen mussten, schienen nur eine Frage der Zeit. Pander traf mit einem Schuss vom linken Strafraumeck den Pfosten (9.). Doch wie schon beim 2:2 gegen die Bayern begann nach dem 2:0-Vorsprung bei "Königsblau" das Zittern.

Ein Tor von Energie-Stürmer Radu wurde wegen Abseits noch aberkannt (24.). Doch vier Minuten später war der Rumäne zur Stelle. Sein Landsmann Vlad Munteanu hatte nach schneller Freistoß-Ausführung Schalkes neue Nummer 1, Manuel Neuer, mit einem Heber fast von der linken Außenlinie überrascht. Der Nachfolger von Frank Rost klatschte den Ball Radu direkt vor die Füße. Beim zweiten Treffer des schnellen rumänischen Angreifers leisteten Dario Rodriguez und Mladen Krstajic unfreiwillige Hilfe, Radu traf aus sechs Metern unter die Latte. Und kurz vor der Pause besaßen Munteanu (40.) und Francis Kioyo (43.) sogar noch die Chance zur Cottbuser Führung.

Nach dem Wechsel suchten beide Teams die Entscheidung. Nach Foul von Igor Mitreski an Halil Altintop zirkelte Pander den Ball aus 22 Metern ins rechte untere Eck - Piplica reagierte wie schon beim ersten Schalker Tor zu spät. Danach drückte Cottbus, bekam nach einem Schubser von Krstajic gegen Kioyo jedoch keinen Elfmeter (70.). Energie-Manager Steffen Heidrich erregte sich darüber so sehr, dass er von Schiedsrichter Herbert Fandel von der Bank verbannt wurde. Wiederum nach Vorarbeit des erstarkten Kuranyi machte Kobiaschwili alles klar für den neuen Tabellenführer.

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17.11.2006 - Kapitän weiter von Bord - Quelle/© sid/dpa

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 muss beim Gastspiel am Samstag (15.30 Uhr) in Cottbus neben Gustavo Varela auch weiterhin Kapitän Marcelo Bordon ersetzen.

Der Brasilianer zeigte nach dem Abschlusstraining am Freitag eine Reaktion in seinem lädierten Hüftbeugemuskel und fehlt den Gelsenkirchenern damit bereits zum dritten Mal nacheinander. Auch sein Landsmann Lincoln, der sich wegen eines Faserrisses im Oberschenkel in seiner Heimat behandeln lässt, muss weiter ersetzt werden. "Lincoln kommt gut voran. Bleibt das so, fliegt er am Freitag zurück und wird am Sonntag wieder in Schalke trainieren", sagt Manager Andreas Müller.

Dafür kehrt Fabian Ernst nach längerer Pause in den Kader der Königsblauen zurück. Der deutsche Nationalspieler war fünf Wochen wegen einer Schambein-Entzündung ausgefallen.

Die Position von Abwehrchef Bordon übernimmt Mladen Krstajic, dessen Rolle Christian Pander auf der linken Seite spielen soll.

Zwar reisen die Schalker als Favorit in die Lausitz, dennoch hat Trainer Mirko Slomka sein Team vor dem Aufsteiger gewarnt: "Cottbus hat in der bisherigen Saison erst 16 Großchancen zugelassen. Das ist nach uns der zweitbeste Wert der Liga."

Vorsicht angesagt

Allerdings schwächelten die Lausitzer in heimischer Umgebung zuletzt und konnten von den letzten vier Partien nur gegen Hertha BSC (2:0) gewinnen. Das letzte Heimspiel ging gegen Eintracht Frankfurt mit 0:1 verloren.

"Entscheidend wird sein, dass wir hinten kompakt stehen, vorn ist es eine Frage der Zeit, wann wir wieder treffen", misst Energie-Manager Steffen Heidrich der Tatsache, dass das Duo Munteanu/Radu zuletzt Ladehemmung hatte, nur wenig Bedeutung bei.

"Kein Tief, sondern allenfalls ein kleiner Hänger", meint auch Trainer Petrik Sander.In den bisherigen drei Bundesligaspielen zwischen beiden Klubs im Stadion der Freundschaft konnten die Schalker nur in der Saison 2002/03 mit 1:0 die Punkte mitnehmen - die restlichen gewann Energie mit 2:0 und 4:1. Schalke ist also ausreichend gewarnt...

Schalke: Neuer - Rafinha, Rodriguez, Krstajic, Pander - Hamit Altintop, Bajramovic, Kobiashvili - Halil Altintop, Kuranyi, Lövenkrands

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16.11.2006 - Totales Durcheinander - Quelle/© sid

Gelsenkirchen (sid) - Schalke 04 hat mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit Motivationstrainer Peter Boltersdorf beendet.

Der Diplomsportlehrer und Unternehmensberater hatte "Totale Dominanz" ins Leben gerufen. "Wir haben uns einvernehmlich getrennt", sagte Andreas Müller am Donnerstag. Der Manager führte die Berichterstattung in den vergangenen Wochen als Grund für die Trennung an.

Boltersdorf war in Zusammenhang mit Entscheidungen über Mannschaftsaufstellungen und taktische Maßnahmen gebracht worden. "Es gab und gibt keine Person, die von außen in sportliche Belange eingreift", sagte Müller.

"Das ist totaler Unsinn", meinte auch Slomka, "es bestand nie eine Kompetenz gegen meine Entscheidungsgewalt über die Mannschaft". "Aber nun habe ich gesagt: Es geht nicht mehr, um Schaden vom Verein fern zu halten", erklärte Müller. Ob es einen Nachfolger für Boltersdorf geben wird, ist nicht geklärt.

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16.11.2006 - Rehberg-Interview - Quelle/© Revier-Sport

Schalkes Präsident Gerd Rehberg ist eigentlich die Ruhe und Ausgeglichenheit in Person. Doch die vergangenen Wochen sind auch an dem 70-Jährigen, der sein Amt im Sommer abgeben wollte und nur wegen der Demission seines angedachten Nachfolgers Rudi Assauer zum Weitermachen überredet wurde, nicht spurlos vorbeigegangen. Im Interview mit Revier-Sport macht der gelernte Bergmann und ehemalige Bürgermeister von Gelsenkirchen klar, warum er einige Geschehnisse in letzter Zeit als persönliche Beleidigung gegen sich und seinen Führungsstil empfindet und spricht offen von einer gezielten Kampagne gegen den Verein.

Gerd Rehberg, als Sie vor nunmehr zwölf Jahren das Amt des Präsidenten in Gelsenkirchen übernommen haben, gab es noch den schönen Begriff von den Schalker Verhältnissen. Damit waren chaotische Zustände gemeint, mit denen sich der Vereinmehr als einmal in seiner langen Geschichte selbst im Weg stand. Wenn man den Berichten der Boulevardmedienglauben darf, befinden
sie sich nun wieder auf dem besten Weg dorthin!

Es gibt kein Chaos auf Schalke. Das weiß jeder, der näher mit dem Verein zu tun hat. Leider bekommen Außenstehende im Moment wieder einmal ein ganz falsches Bild. Und das ärgert mich kolossal. Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Ich habe noch am Montag einen Anruf von einem Freund aus Cottbus erhalten, der mich fragte, ob ich ihn am Samstag anlässlich des Spiels besuchen würde. Leider kann ich aber wegen eines anderen wichtigen Termins die Mannschaft nicht begleiten. Sofort meinte er, ob das mit dem Chaos zusammenhängen würde, das hier herrschen würde. Wenn man die Medienberichterstattung der letzten Wochen liest, könnte man meinen, wir spielten gegen den Abstieg. Die Wahrheit aber ist: Wir sind auf Platz drei der Liga, einen Punkt hinter dem Spitzenreiter. Der Grund dafür:Wir arbeiten innerhalb des Vereins sehr ruhig und professionell, sehr sachlich und auch sehr kollegial. Und das bezieht sich sowohl auf den Aufsichtsrat, den Vorstand, wie auch auf die sportliche Führung.

Gerade die stand aber in den vergangenen Wochen im Zentrum der Kritik!

Natürlich ist gerade zu Beginn der Saison nicht alles so gelaufen, wie wir uns das erhofft hatten. Ich denke vor allem an das Pokalspiel beim 1.FC Köln, wo wir nicht so aufgetreten sind, wie wir können und wie wir es in den letzten drei Spielen gezeigt haben. Auch haben wir zu Beginn dieser Saison zu oft nur eine Halbzeit guten Fußball gespielt. Mal war es die erste Hälfte, wie gegen Leverkusen, mal die zweite, wie in Aachen. Aber wir haben immer an den Trainer und unser Konzept geglaubt, denn wenn sich eine Mannschaft entwickelt, gibt es nun mal Höhen und Tiefen. Unsere Geduld zahlt sich aus, wie gerade die letzten Spiele eindrucksvoll bewiesen haben.Die Mannschaft nimmt eine gute Entwicklung. Man kann etwas erkennen. Es macht gegenwärtig viel Freude, zuzuschauen.

Ein Verdienst des Trainers? Gegen den kam allerdings insbesondere nach den Pokalniederlagen immer wieder der Vorwurf auf, er habe dieTruppe nicht im Griff!

Wir können die Pokalspiele nicht eins zu eins vergleichen. In Frankreich kann man verlieren. Seitdem wir dort ausgeschieden sind, verfolge ich regelmäßig die französische Liga, um zu schauen, wo Nancy steht. Im Moment stehen sie auf dem dritten Platz, also ist die Mannschaft doch nicht so schlecht wie sie gemacht wurde. Genau wie unsere Saison nicht so schlecht ist, wie sie immer dargestellt wird. Wir sind in der Bundesliga, unserem Hauptziel, ganz vorne dabei.

Dafür hat es mit Gerald Asamoah, der in Berlin zunächst für ein Spiel suspendiert und dann begnadigt wurde und dem Wechsel der Torhüter mit den entsprechenden Nebengeräuschen bereits zwei prominente Opfer gegeben. Hätte man mit diesen Situationen nicht anders umgehen müssen?

Was den sportlichen Wechsel angeht, hat sich der Trainer etwas dabei gedacht – ich weiß, dass er nichts unüberlegt tut. Das ist einzig und allein die Entscheidung des Trainers. Und wie Frank Rost damit umgeht, davor kann ich nur den Hut ziehen.

Ist das der Preis, den der Verein für einen im Bundesligageschäft noch sehr unerfahrenen Manager Andreas Müller zahlen muss und zu zahlen bereit ist?

Andreas Müller ist der beste Manager, den Schalke haben kann. Er kennt Schalke in- und auswendig, er hat ein riesiges Erfahrungspotenzial durch seine langjährige Tätigkeit bei Schalke: Er ist seit 18 Jahren auf Schalke und bereits seit zwei, drei Jahren allein für das Tagesgeschäft verantwortlich. Auch Trainer Mirko Slomka macht einen super Job. Auch ich habe die Vorgehensweise im so genannten Fall Asamoah in diesem Moment für richtig gehalten. Ich sage das nicht umsonst. Ich war 30 Jahre in der Kommunalpolitik. Diese Geschichte ist dazu benutzt worden, eine beispiellose Lügenserie zu starten. Ich kann mit Kritik umgehen, aber nicht mit Lügen. Und wenn ein Spiel schlecht ist, dann war es schlecht. Dann kann ich es nicht schönreden. Aber Kritik muss auch fair sein. Daswar sie in den vergangenen Wochen nicht immer.

Nennen Sie doch bitte Beispiele!

Ich nenne nur das Beispiel Torjubel Varela in Gladbach. Wir saßen mit den Vorstandskollegen auf der Tribüne und fanden das alle toll, dass der Gustavo da zum Frank gelaufen ist und dem Frank damit zeigen wollte, dass er zum Team gehört. Und was wird daraus gemacht? Ohrfeige für Mirko Slomka! Wo war das eine Ohrfeige?

Oder angeblich hat der Andreas Müller Gustavo nach dem Spiel für diesen Jubel zusammengestaucht. Das stimmt definitiv auch nicht, wie Mirko Slomka ja auch schon gesagt hat. Diese Reihe könnte ich beliebig fortsetzen.


Wie erklären Sie sich das?

Ich will keine Mutmaßungen anstellen. Wer aufmerksam die Zeitungen und Berichte der letztenWochen gelesen hat und dies in Bezug zu den von uns erzielten Ergebnissen in der Bundesliga stellt, dem fällt auf, dass dort die Wahrnehmung eine andere ist als in der Wirklichkeit. Natürlich soll die Medienberichterstattung ausgewogen sein, und wir sind an sachlicher Kritik immer interessiert. Aber wenn du das Gefühl bekommst, dass bewusst alles schlecht geschrieben wird, dann stimmt etwas nicht. Ich bin der Meinung: Dann hat das ein bestimmtes Ziel.

Welche Intention könnte dahinter stecken?

Das ist genau die Frage, die wir uns als Schalker Vorstand und auch in der sportlichen Leitung und im gesamten Umfeld immer wieder stellen. Was ist da los? Was bedeutet das? Wer hat einen Vorteil davon immer wieder Dinge in die Welt zu setzen, die nicht der Wahrheit entsprechen? Einige wollen sicher lieber einen Christoph Daum auf der Trainerbank sitzen sehen, weil sie sich von ihm eine größere Medienwirksamkeit versprechen. Doch den Gefallen werden wir ihnen nicht tun.

Setzen Sie deshalb nun medial auf Defensive, geben Informationen wie die Reise Lincolns nach Brasilien nur noch scheibchenweise heraus?

Wir setzen weder auf Defensive, noch geben wir Informationen nur scheibchenweise raus. Ich kann auch nicht erkennen, was an der Geschichte mit Lincoln so besonderes ist. Ich´verstehe seinen Wunsch, den Arzt seines Vertrauens konsultieren zu wollen,um schnellstmöglich wieder fit und einsatzbereit für Schalke 04 zu sein. Wenn wir vom Vorstand und der sportlichen Leitung gefragt werden, stehen wir gerne Rede und Antwort. Daran hat sich nichts geändert.

Wie oft haben Sie Ihre Entscheidung als Präsident weiterzumachen, eigentlich schon bereut?

Noch nie, zu keinem Zeitpunkt. Schalke ist mein Verein. Und es läuft ja fantastisch. Wir sind mehr denn je ein gut geführter, seriöser Fußballverein. Unsere Mannschaft ist einen Punkt vom Tabellenführer weg, wirliegen aussichtsreich im Rennen um die Meisterschaft. Wir haben vor kurzem einen der bestdotiertesten Sponsoringverträge der Bundesliga-Historie abgeschlossen und spielen im modernsten Stadion Europas. Und deshalb empfinde ich das als persönliche Beleidigung, wenn man vom Chaos-Club Schalke 04 spricht.

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15.11.2006 - Schalke-Präsident gegen Daum und für Slomka - Quelle/© www.westline.de/sid

Gelsenkirchen (sid) - Präsident Gerd Rehberg vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 hat sich gegen eine Trainerdiskussion und eine Verpflichtung von Christoph Daum bei den Königsblauen ausgesprochen.

"Vor Jahren hat man ihn in Deutschland zum Teufel gejagt, nun wird er gefeiert wie der Messias. Auch ein Daum könnte uns keinen Titel garantieren", sagte der 70 Jahre alte Vorstandsvorsitzende des Traditionsklubs. Rehberg gab zu, dass er froh gewesen wäre, wenn der von vielen Schalker Fans ins Gespräch gebrachte Daum beim Zweitligisten 1. FC Köln zugesagt hätte: "Dann würde dieses Gespenst nicht mehr auf Schalke herumspuken."

Gleichzeitig sprach sich Rehberg für den aktuellen Schalker Coach Mirko Slomka aus: "Ich weiß auch nicht, was man Slomka konkret vorwirft. Nach meiner Meinung, und da sind wir uns im Vorstand einig, macht er einen guten Job. Nur für viele Beobachter im Schalker Umfeld passt er halt nicht ins Schema." Verständnis zeigte der ehemalige Steiger der Zeche Westerholt für den Presseboykott der Schalker Profis, meinte aber: "Ein Dauerzustand darf und wird das nicht sein."

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13.11.2006 - Einwurf von Jean-Julien Beer - Der Schalke-Experte des kicker über die schwierige Situation von Trainer Mirko Slomka - Quelle/© www.kicker.de

Slomkas Zukunft: Er braucht nicht nur blanke Ergebnisse

Als Mirko Slomka vergangenen Woche damit konfrontiert wurde, dass sich die Stimmung im Verein gegen ihn wendet, reagierte er aufgebracht. Er moserte über Boulevardstil, wenig später waren für ihn alle Medien bösartig. Das ist eine mutige Ansicht für einen Trainer, der bisher alle Ziele verfehlt hat. Andererseits sollte man Slomka die Emotionen lassen - er hat ja recht damit, dass ihm viele nie eine faire Chance gaben.

Jedoch verkennt er: Es geht nicht mehr nur um Ergebnisse. Es geht um eine dramatische Fehlentwicklung. Wer in diesen Kader hineinhört, schreckt zurück. Neid und Missgunst, etliche Petzer-Affären, Spitzeleien. Keiner traut dem anderen, jeder verdächtigt den nächsten.

Krasser als nach den Fällen Asamoah und Rost ging es nie zu in diesem Kader, der sich in eine Samba-Connection und einen deutsch geprägten Block splittet. Selbst Stammspieler halten ein dauerhaft erfolgreiches Miteinander für unmöglich; es gibt ein Nebeneinander, vor allem aber ein Gegeneinander. In bester Pfadfinder-Manier spricht Slomka zwar tapfer über eine tolle Truppe. In Wahrheit aber muss er sich Fragen lassen:

Warum eskalierte es unter seiner Regie? Welche Rolle spielt sein umstrittener Teambuilding-Berater Peter Boltersdorf? Kriegt er das als Trainer wieder hin? Alle drei Wochen ein Sieg - das bringt ihn allenfalls in den Winter, wenn er die Probleme nicht löst.

Es ist nicht anzunehmen, dass der Verein dauerhaft mitzieht, teure Spieler zu demontieren und wieder ein neues Team zu formen. Damit würde man eine Menge Geld verbrennen, das man sich eh nur geliehen hat. Und Slomka braucht sich nicht zu wundern, dass das Vertrauen in ihn verloren geht: Erst die "Totale Dominanz", dann die Asamoah-Affäre. Beides Anfängerfehler. Nun der Fall Rost. Wieder geriet Schalke in die Schlagzeilen, wieder brodelt es überall. Ein Schalker Funktionär sagte dieser Tage: "Wenn man die Möglichkeiten von Schalke sieht, und dann erlebt, was daraus gemacht wird - dann kann man nur jeden Tag mit dem Kopf gegen die Tür rennen." Dem ist nichts hinzuzufügen.

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12.11.2006 - Mainz, wie es sinkt und lacht - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - "Hoppediz erwache", hieß es Samstag um 11.11 Uhr - doch ausgerechnet für den selbst ernannten Karnevalsverein Mainz 05 begann kurz nach Sessions-Beginn der sportliche Aschermittwoch.

Schalkes Fußballer setzten ihren Gegnern die Pappnasen auf und schunkelten sich beim 4:0 (3:0) zum höchsten Saisonsieg. An dem gab es nun wirklich nichts auszusetzen, so dass die Sorge von Mirko Slomka (wahrscheinlich) unbegründet sein wird. Schalkes Trainer will zunächst mal sein Studium der Zeitungen abwarten, "um zu lesen, was ich jetzt wieder alles falsch gemacht habe".

Doch der Erfolg gegen das fast schon Mitleid erregend agierende Schlusslicht kam so überzeugend zustande, dass sich nicht mal jemand laut traute, am schlechten Schalker Eckenverhältnis (1:10) herumzunörgeln. Und da sich die Spieler im Gegensatz zum 2:0 in Gladbach, wo sich um Ersatztorhüter Rost eine heftig diskutierte Jubel-Traube gebildet hatte, nun auch "politisch korrekt" freuten, konnte nichts und niemand die königsblaue Karnevals-Party stören.

Die Mainzer schon mal gar nicht. Weil sie lange uneins wirkten, ob sie sich hinten reinstellen oder munter mitspielen sollten und so "janz jeck" durch die Veltins-Arena stolperten, kam Schalke zu dem seltenen Vergnügen, zu Hause kontern zu können, ohne vorher irgendwie unter Druck geraten zu sein.

Spitze greifbar

Vor allem Varela, Rafinha, Halil Altintop und Kuranyi machten das so vorzüglich, dass der deprimierte Mainzer Trainer Jürgen Klopp froh war, "dass wir das Ergebnis im Rahmen halten konnten und nichts Historisches draus wurde. Darauf hätte ich keinen Bock gehabt." Dass Schalke kein Ergebnis für die Geschichtsbücher einfuhr, lag daran, dass die Gastgeber nach dem 3:0 einen Gang zurückschalteten und Mainz ein wenig mitspielen ließen.

Sieben Punkte haben die "Königsblauen" aus den vergangenen drei Spielen geholt, die Tabellenspitze ist greifbar nah, und vier Stürmer-Tore (zwei Mal Kuranyi, zwei Mal Halil Altintop) sehen Schalkes Fans auch nicht alle Tage. Die Stimmung war also prächtig, Einmal in Karnevals-Laune setzten sich Schalkes Party-Löwen nach dem Spiel ihre Narren-Kappen selbst auf und ihren Presse-Boykott fort.

Toller Fußball und "königsblaue Tollitäten" - ein Traum-Start für Hoppediz.

Norbert Neubaum

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13.11.2006 - Müller: „Rost bleibt bis 2009!“ - Quelle/© kicker ( Druckausgebe vom 13.11.2006, S. 26 )

kicker: Herr Müller, der langjährige Stammtorhüter Frank Rost saß nun drei Spiele draußen – und der 20 Jahre junge Manuel Neuer gibt kei nen Anlass, daran etwas zu ändern. Muss man sich also daran gewöhnen, dass Rost nach acht Jahren als Bundesliga-Stammkraft nur noch eine Ersatz-Kraft ist?

Manager Andreas Müller (43): Frank Rost hat immer gesagt, dass es für ihn keinen besseren Klub gibt als Schalke 04. Auch zuletzt. Er wird sich voll reinhängen und versu chen, über Leistung im Training ins Tor zurückzukehren. Andererseits: Neuer blieb in fünf Spielen vier Mal ohne Gegentor. Das ist Fakt. Aber er ist ein junger Torwart, der auch mal in ein Tal kommt, der auch mal Fehler machen wird. Das muss man ihm aber zugestehen.

kicker: Sie sehen einen sportlichen Wettstreit zwischen beiden?

Müller: Ja. Und für den Trainer kann es nichts besseres geben. Manuel Neuer weiß, dass ein Frank Rost nicht locker lässt, dass er Gas geben wird wie verrückt.

kicker: Wie lange soll das so weiter gehen? Bis zur Winterpause? Bis zur Sommerpause?

Müller: Bis 2009! So lange läuft der Vertrag mit Frank Rost.

kicker: Für Außenstehende ist das unvorstellbar. Was, wenn Rost wechseln will?

Müller: Das ist für uns kein Thema. Nicht im Winter. Auch nicht im Sommer. Eine solche Entscheidung liegt beim Verein, und die Lage ist klar: Wir brauchen zwei sehr gute Torhüter, und die haben wir. Wenn wir einen abgeben, wäre das nicht mehr so. Die Konstellation ist gut, einen sehr talentierten, jungen Tor wart wie Neuer zu haben und einen erfahrenen Mann wie Rost.

kicker: Aber jetzt dürfte Schalke den teuersten Ersatztorwart der Liga haben. Gibt es wirtschaftliche Gründe, das zu ändern?

Müller: Nein, gar keine. Ich gehe davon aus, dass Frank bis zum Ver tragsende bleibt. Er wird sich der Situation stellen und kämpfen. Das erwarte ich auch von ihm. So, wie er früher in Bremen mit Oliver Reck in einer Konkurrenzsituation stand.

kicker: Man könnte auch an einen Punkt gelangen, wo man Rost ziehen lässt, um Druck aus dieser Personalie zu nehmen.

Müller: Das erwarte ich nicht. Man muss ausdrücklich positiv heraus stellen, dass er sich in den letzten Tagen super-professionell verhalten hat. Das ist beachtlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das ändert.

Interview: Jean-Julien Beer

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11.11.2006 - Schalke bleibt auf Erfolgskurs: 4:0-Sieg gegen Schlusslicht Mainz - Quelle/© www.westline.de/dpa

Gelsenkirchen (dpa) - Bei Kevin Kuranyi und Halil Altintop ist der Knoten geplatzt. Die beiden in die Kritik geratenen Stürmer des FC Schalke 04 machten am Samstag mit jeweils zwei Treffern zum 4:0 (3:0)-Erfolg gegen den FSV Mainz 05 den höchsten Saisonsieg perfekt und hielten ihre Mannschaften in der Fußball-Bundesliga auf Erfolgskurs.

Vor 61 162 Zuschauern in der Veltins-Arena beendete Kuranyi seine sechs Spiele währende Torflaute und erzielte die Saisontreffer drei und vier (13./32.). Sein Stürmerkollege Halil Altintop war in der 22. und 67. Minute erfolgreich. Während Schalke mit dem vierten Heimsieg im sechsten Spiel zum punktegleichen Spitzenreiter Werder Bremen aufschloss, wird die Lage der Rheinhessen nach dem elften Spiel ohne Sieg am Tabellenende immer schwieriger.

Der Mainzer Trainer Jürgen Klopp veränderte seine Mannschaft vier Tage nach dem 1:2 gegen Wolfsburg nur auf einer Position. Für Markus Feulner rückte Fabian Gerber in die Startelf. Es fehlte weiterhin der gesperrte Marco Rose. Gegen die sehr defensiv agierenden Rheinhessen übernahm Schalke auch ohne den noch verletzten Kapitän Marcelo Bordon sowie dem gesperrten Zlatan Bajramovic sofort das Kommando. Bereits in der zweiten Minute gab Halil Altintop den ersten Schuss aufs Mainzer Tor ab, bei dem Torhüter Dimo Wache unsicher wirkte. Die Königsblauen ließen nicht locker, kamen so zur ersehnten frühen Führung.

Kuranyi beendete nach einem Sprint über 50 Meter seine sechs Bundesliga-Spiele währende Torflaute und schob souverän zur 1:0Führung ein. Nur neun Minuten später erzielte auch Halil Altintop sein drittes Saisontor und sorgte so für das nötige Selbstbewusstsein gegen das zu mutlos agierende Schlusslicht. Die einzige Chance der Gäste vor der Pause hatte Bakary Diakité, dessen Kopfball knapp am Tor des erneut für Frank Rost aufgebotenen Manuel Neuer vorbeistrich. Nach gut einer halben Stunde war die Partie dann praktisch entschieden, als Kuranyi eine von Rafinha verlängerte Flanke von Halil Altintop zu seinem vierten Saisontor nutzte. Peter Lövenkrands hätte das Stürmerglück fast perfekt machen können, sein Schuss landete jedoch knapp neben dem 05-Tor.

Auch nach dem Wechsel hatten die in allen Belangen unterlegenen Mainzer dem Schalker Angriffswirbel nichts entgegenzusetzen.

Lediglich Schalkes Leihgabe Mimoun Azaouagh, der zur Halbzeit eingewechselt wurde, gefiel durch einige gute Ideen. Dennoch blieben die Gastgeber spielbestimmend und kamen nach Fehlversuchen der überragenden Halil Altintop (52.) und Kuranyi 53.) verdient zum höchsten Saisonsieg. Dem türkischen Nationalspieler gelang mit einem wunderschönen Heber über Wache hinweg ebenfalls sein zweites Tor in der einseitigen Partie. Für die Mainzer, die erst im zweiten Durchgang zumindest kämpferisch überzeugten, blieb die Schalke-Arena auch im dritten Anlauf eine uneinnehmbare Festung.

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10.11.2006 - Prügelknabe trifft Spaßkanone - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Einen besseren Gegner kann es am 11. 11. nicht geben, das wissen auch die Macher der Stadionzeitschrift "Schalker Kreisel". "Grüße in die Hochburg der Fassenacht aus der Hochburg des Fußballs", heißt der Gruß an den FSV Mainz 05.

Doch nicht mal pünktlich zur Sessions-Eröffnung werden die Gäste mit karnevalistischem Frohsinn zunächst viel am Hut haben. Mainz ist Letzter, droht den Anschluss zu verlieren. Schalke ist Dritter und blinzelt zur Spitze.

Also: Alles auf Schunkeln programmiert bei "Königsblau"? Von wegen. Noch immer herrscht im Umfeld eine latente Unruhe, die sich vor allem auf Trainer Mirko Slomka fokussiert. Die Mainzer dagegen denken beim Betrachten der "roten Laterne" an alles - nur nicht an die Trennung von Jürgen Klopp.

Unterschiedlicher können die Ausgangspositionen nicht sein. Slomka trifft Klopp, oder: Prügelknabe trifft Spaßkanone. Beide gehören mit 39 zur jungen Trainer-Generation, doch während Bundes-Fernsehtrainer Klopp TV-Preise einheimst, in Werbe-Spots auftritt und bundesweit hohe Beliebtheit genießt, kämpft Slomka "auf Schalke" beinahe täglich ums berufliche Überleben.

Weiter ohne Bordon

Sogar die Freude über den Sieg in Gladbach wurde ihm dadurch vergällt, dass durch den Torjubel der Spieler mit dem degradierten Frank Rost gleich eine Intrige gegen Slomka vermutet wurde.

Auch weil er Nachfolger des bei vielen Fans noch immer beliebten Ralf Rangnick und als "Nobody" zum Chef befördert wurde, ist Slomka im anspruchsvollen Schalke, wo UEFA-Cup- und DFB-Pokalpleiten wie unter ihm nicht eingeplant sind, der perfekte Prügelknabe. Spaßkanone Klopp war in Mainz schon als Spieler Kult und führte den Klub als Trainer mit großer emotionaler Untermalung 2004 in die Bundesliga. Das verbindet.

Slomka bemüht sich fast schon verzweifelt um ein solches "Standing", ein Sieg gegen Mainz (Lincoln und Bordon fehlen weiter) wäre ein Mosaikstein, mehr nicht. "Kloppo" würde bei einem Dreier dagegen wohl spontan zum Karnevalsprinzen befördert.

Und der schlechte Tabellenplatz? Einfach wegschunkeln.

Schalke: Neuer - Rafinha, Rodriguez, Krstajic, Pander - Varela, Hamit Altintop, Kobiashvili - Halil Altintop, Kuranyi, Lövenkrands

Norbert Neubaum

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09.11.2006 - "Finanzminister" träumt von sechs Richtigen - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Der Manager hatte schon längst wutschnaubend den Raum verlassen, da lächelte Josef Schnusenberg immer noch völlig entspannt vor sich hin. Er könne die ganzen Irritationen der letzten Wochen nicht verstehen, meinte der Schalker "Finanzminister", und in Richtung Mirko Slomka gewandt erklärte der 2. Vorsitzende: "Stellen Sie sich vor, wir gewinnen auch die nächsten sechs Spiele, dann brauchen wir gar nicht über den Trainer zu reden."

Die Königsblauen sind wieder mittendrin in dieser Phase, in der es "auf Schalke" nichts gibt, was es nicht gibt. Da hatten sie mit einem hoch verdienten 2:0-Erfolg in Mönchengladbach zum kleinen Befreiungsschlag ausgeholt, hatten sich gar nicht so unkomfortabel in der Spitzengruppe der Liga festgesetzt, schon traten die nächsten Baustellen offen zu Tage.

Gustavo Varela war nach seinem 2:0 völlig losgelöst in die Arme von Frank Rost, der aktuell ausgemusterten Nummer 1 im Tor, gelaufen. Sofort bildete sich um den Reserve-Schlussmann eine riesige Spielertraube, Mirko Slomka schaute aus gebührendem Abstand zu, er war beim Jubel außen vor.

Auf die Frage, ob dies eine "Demonstration" für jemanden und gegen einen anderen gewesen sei, reagierte Müller mit den Worten "das ist ja unglaublich, so etwas zu fragen" und düste mit schnellen Schritten von dannen. Slomka war da weit souveräner. Die Geste sei "bemerkenswert und toll, es zeigt doch, dass Frank zu 100 Prozent zu der Mannschaft gehört". Nur eben nicht mehr in die erste Elf.

"Ein wichtiger Spieltag"

Da steht auch Regisseur Lincoln seit einigen Spielen nicht mehr. Am Dienstag Abend teilte der Verein überraschend mit, der Spielmacher sei in seine Heimat gereist, dort wolle er seinem Muskelfaserriss zu Leibe rücken. Lange Gespräche hat es da zuvor offenbar nicht gegeben, Vereinsarzt Thorsten Rarreck erklärte, das habe Andreas Müller so entschieden, "ich bin dann informiert worden".

Aber es sollen ja nicht noch weitere Baustellen aufgerissen werden. Auch wenn die Spieler sich weiter gründlich ausschweigen, Slomka, der nach dem Abpfiff schnell und weitgehend grußlos in der Kabine verschwand, war einfach "sehr glücklich" und betonte eindringlich: "Das war ein wichtiger Spieltag für die Mannschaft, den Verein, für uns alle." Aber gekittet hat er nichts.

Gerd Strohmann

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09.11.2006 - Grüppchenbildung belastet das Arbeitsklima - Quelle/© www.welt.de

Vom Ergebnis war das Spiel in Mönchengladbach für Schalkes Mirko Slomka der erhoffte Befreiungsschlag, vom Verhalten seiner Mannschaft allerdings nicht. Denn das zweite Tor bejubelten die Spieler fast schon demonstrativ mit dem auf die Ersatzbank versetzten Stammkeeper Frank Rost. Eine Geste, die die Zerrissenheit der Köngisblauen dokumentiert.

Von Oliver Müller

Mönchengladbach - Und plötzlich war Frank Rost doch im Spiel. In der 31. Minute rannte Gustavo Varela, der zuvor das entscheidende Tor für Schalke 04 beim 2:0 (2:0)-Sieg bei Borussia Mönchengladbach erzielt hatte, 50 Meter über den Platz in Richtung Trainerbank. Doch er wollte sein Tor nicht mit Trainer Mirko Slomka, sondern mit Rost feiern. Eine Geste, die allen gezeigt hat, wie umstritten die Maßnahme Slomkas, den langjährigen Stammkeeper auf die Ersatzbank zu setzten, innerhalb der Mannschaft ist. Und eine Geste, die für Slomka anschließend nur mit Mühe kommentieren konnte.

"Ich bewerte das ganz anders, als Sie es interpretieren", sagte der Schalker Trainer in der Pressekonferenz, als er gefragt wurde, ob in dem ungewöhnlichen Torjubel nicht auch demonstratives Unverständnis für den Torwartwechsel zum Ausdruck gekommen sei. Und er lächelte gequält: "Ich sehe das außerordentlich positiv, weil es zeigt, dass Frank kein Querulant, sondern ein Teil dieser Mannschaft und außerordentlich beliebt ist. Frank hat sich das verdient. Er hat sich immer voll eingesetzt für die Mannschaft." Sehr dünnhäutig reagierte dagegen Manager Andreas Müller auf den für das Mannschaftsklima angeblich doch so positiv zu bewertenden Torjubel. "Das ist sensationell, das ist eine absolute Frechheit, was hier abläuft", schimpfte Müller. "Wenn eine Pressekonferenz mit so einer Frage beginnt, dann habe ich dafür kein Verständnis. Ich sage nichts mehr, es reicht."

Eine Aussage, die den Verdacht nährt, dass die Personalie Rost wohl nicht so eindeutig zu bewerten ist, wie Slomka es in seinen weiteren Ausführen darzustellen versuchte. "Die Zusammenarbeit mit den Spielern funktioniert hervorragend", erklärte der Trainer, der weiterhin bei seiner Version bleibt, es hätte ausschließlich sportliche Gründe gegeben, den Torwartwechsel zu vollziehen: "Entweder Sie glauben mir, oder sie glauben mir nicht." Die Mannschaft lobte er dagegen nach dem Auswärtssieg, den der Gladbacher Ze Antonio mit einem Eigentor einleitete: "Sie kann die Dinge, die von außen auf uns einprasseln, wegdrücken und sich auf den Punkt konzentrieren."

In der Tat lieferten die Schalker in Mönchengladbach, wo der Sieg für den selbst ernannten Titelaspiranten noch deutlich höher hätte ausfallen können, eine bemerkenswert souveräne Leistung ab. Doch über das Innenleben des Teams gibt es weiterhin Spekulationen. Zumal sich die Spieler nach wie vor selbst an den selbst auferlegten Presseboykott halten.

Fakt ist aber, dass das Klima innerhalb des Kaders längst nicht so gut ist, wie es Slomka darzustellen versucht. Es gibt verschiedene Gruppierungen und Strömungen wie beispielsweise die Brasilianer um Kapitän Marcelo Bordon, Lincoln, Rafinha und auch den ehemaligen deutschen Nationalstürmer Kevin Kuranyi, der ebenfalls brasilianische Wurzeln hat. Sie stehen bedingungslos zu Slomka. Auf der anderen Seite gibt es Spieler wie Rost, Fabian Ernst, Gerald Asamoah und Mladen Kristajic, von denen es heißt, dass sie das Wirken des Trainers und besonders des umstrittenen Mentaltrainers Peter Boltersdorf skeptisch bewerten. Der Uruguayer Gustavo Varela zählt eigentlich zu keiner der beiden Fraktionen, pflegt aber - im Gegensatz zu anderen Südamerikanern im Kader - ein kollegiales Verhältnis zu Rost.

Der frühere Stammtorhüter Rost hält sich derzeit aus allen Diskussion heraus. Auf seiner Internetseite forderte er die Fans auf, den Verein in dieser schwierigen Phase weiter zu unterstützen. Doch ließ auch er durchblicken, wie groß das allgemeine Misstrauen im Team und im Umfeld derzeit ist. "Sollte mir dies jemand als populistisches Kalkül auslegen, hat er gar nichts verstanden. Schalke ist mein Verein, egal ob ich auf dem Platz stehe oder traurigerweise auf die Bank gesetzt werde, ich stehe hinter meinen Mitspielern - das war so und wird auch so bleiben."

Nach dem Schlusspfiff gratulierte Rost seinem erst 20 Jahre alten Kontrahenten Manuel Neuer zu einer fehlerfreien Leistung. Er lachte, gratulierte den Kollegen. Als ihn Mirko Slomka nach dem Spiel abklatschen wollte, würdigte Rost den Trainer keines Blickes.

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09.11.2006 - Fall Rost: Vieles spricht für eine politische Entscheidung - Quelle/© kicker (Druckausgabe vom 09.11.2006, S. 7)

Es war ein fragwürdiger Versuch von Mirko Slomka ( 39 ), die Ablö sung von Frank Rost ( 33 ) im Schal ker Tor mit sportlichen Gründen zu erklären. Hatte der Trainer zuletzt beim Sieg in Hamburg (2:1) doch noch geschwärmt, einen heraus ragenden Torhüter zu haben. „Zum Glück“, sagte Slomka damals, „wir müssen uns bei Frank bedanken, er hat uns den Sieg gerettet.“ Damals hatte Rost unter anderem einen Elfmeter von Sanogo pariert.

Nur drei Spiele später, nach einer schwachen Torwart-Leistung in Stuttgart ( 0:3 ), begründete Slomka den Wechsel damit, dass Rost seit Wochen das Glück fehle, mal Unhaltbare zu parieren. Schlecht sei er nicht gewesen.

Jedoch: Mit einer solchen Begründung nimmt man seinen langjährigen Stammkeeper nicht raus, schon gar nicht in einem Spiel gegen Bayern – in dem Rosts erst 20 -jähriger Ersatzmann Manuel Neuer gleich mehrfach patzte, worauf ihm Slomka hastig eine „fehlerfreie Klasse-Leistung“ attestierte.

Ein verbaler Irrweg – wie auch der alberne Versuch, zu bestreiten, dass er den erfahrenen Torhüter (277 Bundesligaspiele) am Samstag vor dem Spiel gefragt habe, ob er sich einen Einsatz gegen Bayern zutraue. Nicht ohne Grund fahndet man im ganzen Klub, wie der Inhalt dieses Vier-Augen-Gesprächs in die Medien gelangte. Rost reagierte gegenüber Slomka jedoch nicht wütend auf die Frage, sondern fassungslos ruhig. Auf seiner Homepage moniert er nur, dass wieder Interna nach draußen gelangten.

Indes mehren sich die Indizien, dass es vor allem eine politische Torwart-Entscheidung war. Zum einen hofft Slomka, sein Standing bei den aufgebrachten Fans verbes sern zu können („Sie wollen sicher gerne einen aus den eigenen Reihen im Tor sehen“), zum anderen hat er sich – von den Vereinsbossen ange zählt – nun deutlich auf die Seite der Samba-Connection im Kader geschlagen, deren Anführer Marcelo Bordon er zum Kapitän wählen ließ. Von Bordon heißt es, dass ihm egal ist, wer im Tor steht – solange es nicht Rost ist. Beide führen eine große Fraktion im Kader an; zwei emotionsgeladene Lager, die nie weiter voneinander entfernt waren, als seit diesem Torwartwechsel.

Beachtlich viele Spieler glauben zudem, dass der so genannte Team building- Experte Peter Boltersdorf samt Reiss-Profil in letzter Konse quenz hinter dem Personalwechsel stecken könnte. Boltersdorf, kein Psychologe, sondern ein Lehrer, von dem sich Slomka intensiv beraten lässt, hätte damit nicht überrascht: Einige hatten den Torwartwechsel mit Verweis auf Boltersdorfs Wir ken sogar vorausgesagt, jedoch für einen späteren Zeitpunkt.

In der jetzigen Gesamtkonstel lation ist auszuschließen, dass Rost bis zu seinem Vertragsende 2009 bleibt. Gut möglich, dass er zunächst abwartet, ob ein eventu eller Trainerwechsel seine Situation ändern würde. Andererseits: Für einen wie Rost, der die Identifika tion mit Schalke 04 vorlebte, ist in den letzten Tagen mehr als nur ein Stammplatz verloren gegangen.

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08.11.2006 - Schalke befreit sich beim 2:0 in Gladbach von vielen Sorgen - Quelle/© www.westline.de

Mönchengladbach - Die Fans sangen, tanzten und schunkelten.
"Auswärtssieg" hallte es schon früh aus der königsblauen Kurve, der FC Schalke 04 gewann völlig verdient mit 2:0 bei Borussia Mönchengladbach.

Wie befreit lagen sich die Spieler nach dem Schlusspfiff in den Armen. Viel berechtigte Kritik hatten sie in den letzten Wochen schlucken müssen, stellenweise auch Häme und Spott, nun dieser Befreiungsschlag, der endlich mal ein wenig Ruhe in den Verein bringen könnte und vor allem Trainer Mirko Slomka ein wenig von der Abschuss-Liste nimmt.

Es war als das große Duell der Krisen-Klubs der letzten Wochen angekündigt, und Gladbach wies von der ersten Minute an nach, dass derzeit aber auch gar nichts gelingt. Mit dem Rucksack von zuletzt drei Niederlagen beladen, schleppten sich die Rheinländer über den Rasen, da war nicht der geringste Spielfluss zu erahnen.

Schalke hatte seine Nervosität schnell abgeschüttelt, vor allem über den schnellen Lövenkrands liefen die ersten ordentlichen Angriffe. Und dann griff der Bundesliga-Fußball ganz tief in die reichhaltige Kiste der Kuriositäten. Rubink schoss selten unglücklich Halil Altintop an, den Abpraller lenkte Zé Antonio zum Entsetzen der Hausherren ins eigene Tor (11.).

Gladbach geschockt und völlig verwirrt. Da lief aber auch gar nichts, da waren überhaupt keine Ideen auf dem Feld. Das gefiel den Königsblauen, sie mussten nicht glänzen, schon gar nicht brillieren, sie mussten nur das Geschehen halbwegs souverän kontrollieren.

Kuranyis Auftritt

Und dann hatte Kuranyi seinen großen Auftritt: Im Liegen leitete er den Ball mit der Hacke auf Varela, der ungemein stark auftrumpfende Mann aus Uruguay schoss aus 20 Metern entschlossen ein (31.). Das löste so manche Fessel, plötzlich zeigte Schalke wenigstens in Ansätzen die so lang vermisste Spielfreude. Und hätte fast noch vor dem Pausenpfiff alles klar gemacht, aber Keller parierte Altintops Freistoß.

Eigentlich höchste Zeit für Gladbach, sich gegen die neue Pleite zu stemmen, aber die Elf irrte führungslos über den Platz. Eine dankbare Aufgabe für die Gäste, sie ließen den Ball fast schon lässig in den eigenen Reihen laufen, Halil Altintop hatte das 3:0 auf dem Fuß, der Ball trudelte aber am langen Eck ins Aus.

Schalke dominierte, ging aber schludrig mit seinen Konterchancen um. Aber das war zu verschmerzen. Und die Freude der Fans konnte ohnehin nichts trüben.

Gerd Strohmann

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08.11.2006 - Neues von Faeustel - Quelle/© www.frank-rost.com

Liebe Onlinefreunde, liebe Schalker!

Morgen müssen wir ein gutes Spiel zeigen. Auch wenn wir viele Verletzte und Ausfälle haben, bin ich davon überzeugt, dass gerade unsere jungen Leute aus der zweiten Reihe zeigen werden was in Ihnen steckt und sich auf dem Platz zerreissen werden. Die alten Hasen sowieso. Morgen müssen wir unsere Spieler unterstützen. Also liebe Schalker - auf nach Gladbach und die "laute Wand der Anfeuerung" hinstellen und damit dem Team auf dem Platz den Rücken stärken.

Euer Faeustel

PS: Sollte mir jemand jetzt dieses Statement als populistisches Kalkül auslegen, dann hat er mal gar nichts verstanden. Schalke ist mein Verein. Egal ob ich auf dem Platz stehe oder traurigerweise auf die Bank gesetzt werde, ich stehe hinter meinen Mitspielern - das war so und wird auch so bleiben.

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08.11.2006 - "Es ist schwieriger, den Verein zu lieben" - Quelle/© Frankfurter Rundschau

Es ist nur ein paar Tage her, dass Schalkes Torhüter Frank Rost lakonisch verkündete: "Schalke 04 hat ein schlechtes Image." Man kommt nicht umhin, diese Feststellung zu bestätigen, wenn man in diesen Tagen einen Blick in die Presse wirft. Es gibt die undurchsichtige Fehde zwischen dem degradierten Rost und Trainer Mirko Slomka - ein Maulwurf scheint Interna aus der Kabine an bestimmte Journalisten auszuplaudern. Bis auf diesen Mann verweigern die Spieler jede Kommunikation mit der Presse, und die Fans protestieren medienwirksam gegen die mangelnde Identifikation der Mannschaft mit dem Klub. Die Zusammenarbeit mit Gasprom wird ohnehin seit Wochen von Negativschlagzeilen begleitet, das Sportliche steht längst im Hintergrund. "Wir kommen morgens hierher und wissen nicht, was sich bis zum Abend schon wieder an Neuem ereignet", sagt Pressechef Gerd Voss.

Dabei hat man den früheren Manager Rudi Assauer unter anderem deshalb aus der Klubführung gedrängt, weil er seinerzeit mit stark emotional eingefärbten Kommentaren regelmäßig solche Dynamiken ausgelöste. Im Sommer hat man außerdem die Kommunikationsagentur wbpr hinzugezogen, deren Chef Dietrich von Gumppenberg einst im Beirat von Bayern München saß, und der bestens vertraut ist mit Uli Hoeneß, dem Meister im Verhindern öffentlicher Krisen. Doch bislang greifen diese Maßnahmen nicht.

Viele neue Geschäftsfelder

"Wir haben großen Nachholbedarf, wir haben uns in vielen Themen nicht ganz so geschickt dargestellt, deshalb wollen wir an den Punkt kommen, dass wir nicht immer nur reagieren, sondern auch aktiv sind", sagt Manager Andreas Müller. Das scheint im berüchtigten Schalker Umfeld schwerer zu sein, als viele dachten, und wahrscheinlich greift es zu kurz, Trainer, Management und Aufsichtsrat dafür verantwortlich zu machen.

Der Traditionsklub hat sich, wie viele andere Bundesligavereine auch, in den vergangenen Jahren zu einem Konzern entwickelt, der die unterschiedlichsten Geschäfte betreibt. Auf dem Klubgelände in Gelsenkirchen steht die Arena, in der neben dem Sport Konzerte, Shows und Opern veranstaltet werden, es gibt ein Sicherheits-Unternehmen, ein großes Gesundheits- und Rehabilitations-Zentrum oder einen Caterer. Und an allem ist der Fußballklub auf die eine oder andere Weise beteiligt. Insgesamt 16 Tochterunternehmen hat Schalke, und bis vor einem Jahr war der ehemalige Fußballmanager Assauer Geschäftsführer all dieser Firmen, was viel aussagt über die Qualität des Wachstums. Nebenbei kaufte Assauer eine mit Stars gespickte Mannschaft zusammen und schuf einen horrenden Schuldenberg.

Diese Veränderungen sind nicht so einfach zu verpacken in der Gemengelage aus Fußball, Emotionen, wirtschaftlichen Erfordernissen und schlagzeilenhungrigen Journalisten. "All unsere Gesellschaften haben sich aus der Logik heraus gebildet", sagt Peter Peters, der sich einst viele der Posten mit Assauer teilte und heute alleiniger Geschäftsführer der Lizenzspielerabteilung ist. Zwar wirkte auch Peters bisweilen überfordert, doch in der Realität gibt es wohl keinen einzigen deutschen Manager, dem der Spagat zwischen Finanzwelt und Fußballsachverstand richtig gut gelingt. Selbst Uli Hoeneß und seine Bayern müssen erhebliche Teile ihres legendären Festgeld-Reichtums mittlerweile und entgegen aller Kalkulationen in den hungrigen Rachen der Arena stopfen.

Neigung zum Söldnertum

Vielleicht vollzog sich der für die meisten Beobachter unausweichliche und vollkommen richtige Prozess der Expansion auf Schalke einfach ein bisschen zu schnell. Vor allem an der Basis gibt es das Bedürfnis nach Nähe und Identifikation mit den Spielern, während die zusammengekaufte Mannschaft sich emotional längst im Universum des ganz großen Weltfußballmarktes mit seiner Neigung zum Söldnertum befindet. "Es ist schwieriger, den Verein zu lieben", sagt Rolf Rojek, der als Fanvertreter im Aufsichtsrat des Klubs sitzt, "die Mannschaft stammt nicht mehr aus einer Umgebung, wo sie die Fans verstehen können. Das war 1997 zum letzten Mal so."

Der FC Schalke 04 spiegelt im Kleinen jene Probleme, die sich in der Gesellschaft als Ergebnis der Globalisierung zeigen. Man hat sich auf eine Entwicklung eingelassen, deren Folgen nie in ihrer ganzen Dimension abzusehen sind. Der Gasprom-Deal könnte das nächste Kapitel in dieser Geschichte bilden. Vielleicht wäre vieles einfacher, wenn die Schalker den Prozess der Abschottung weiter getrieben hätte, so wie es Bayern München, Borussia Dortmund oder viele englische, italienische und spanische Klubs ähnlicher Größe taten. Auf Schalke jedoch plaudern die Spieler mit den Trainingsgästen, man kann jedes Wort, jeden kleinen Disput der Stars bei den Übungen verstehen - das gehört zu den sympathischen Seiten des Klubs. Doch bislang hat Schalke einfach keine Balance gefunden zwischen seiner Vergangenheit als belächelter Kämpferklub und den neuen Umständen eines großen Fußballkonzerns.

Daniel Theweleit

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08.11.2006 - Das Schweigen bringt keine Ruhe - Quelle/© WAZ, Lokalteil GE

Vor dem Spiel in Mönchengladbach weiter Diskussionen um Torwartwechsel. Trainer Mirko Slomka erneuert Bekenntnis zu Manuel Neuer. Manager Andreas Müller hat Verständnis für Boykott

Die Spieler der Schalker Mannschaft üben sich in der Vorbereitung auf das Bundesliga-Spiel heute Abend weiterhin in öffentlichem Schweigen. Und Manager Andreas Müller hat für den königsblauen Presseboykott Verständnis. "Das darf natürlich kein Dauerzustand sein. Aber die Spieler fühlten sich zuletzt oft ungerecht behandelt. Jetzt war es einfach zu viel."

Nebulös wird Müller, wenn er abschätzen soll, wann sich die Spieler vielleicht wieder öffentlich äußern. "Ich denke, der Gemütszustand des Jungens wird sich dann wieder verbessern, wenn sie gewinnen", sagt der Manager, und dann sagt er noch etwas: "Es ist doch was Positives, wenn die Mannschaft wenigstens da einen Aufhänger hat, was den Zusammenhalt betrifft." Müller hat es bestimmt nicht so sagen wollen, aber er hat es so gesagt. Wenn sich der Zusammenhalt der Schalker Mannschaft wirklich darin erschöpfen sollte, gemeinsam zu schweigen, dann lässt das natürlich tief blicken.

Zu den Schweigern gehört auch der auf die Reservebank verbannte Torwart Frank Rost, der seine Versetzung in den zeitweiligen Ruhestand, so glaubt zumindest Andreas Müller, gut verkraften wird. "Der Frank wird mit Leistung darauf antworten, ich kenne ihn doch", sagt Müller. Und dass jemand etwas anderes denkt, bringt ihn in Rage. Slomka-Vorgänger Ralf Rangnick hatte nämlich gemutmaßt, dass Frank Rost seine Degradierung nicht so einfach hinnehmen werde. "Ralf Rangnick ist gut beraten, wenn er sich um Hoffenheim kümmert. Mich interessiert nicht, was er sagt", poltert Müller.

Doch trotz aller Gereiztheit wird der Schalker Torwartwechsel ein Thema bleiben, das für Unruhe sorgt. Denn Trainer Mikro Slomka wiederholt sein Bekenntnis zu Manuel Neuer: "Für mich ist Manuel Neuer die Nummer eins. Das habe ich so entschieden, und das wird auch in den nächsten Spielen so sein." Ob er sich denn vorstellen könne, dass Frank Rost die nächsten Wochen oder Monate klaglos auf der Reservebank verbringen werde, wird Andreas Müller gefragt. Und die Antwort heißt: "Es gibt von keiner Seite einen Gedanken an einen Vereinswechsel oder was da sonst noch alles geschrieben wird." Bei der Zusatzfrage, ob Frank Rost das denn auch wisse, kommt die ärgerliche Antwort: "Frank hat einen Vertrag bis 2009, mehr gibt es dazu nicht zu sagen." Zu dem Thema, so erklärt Müller, wolle er sich einfach nicht mehr äußern, schließlich solle sich die Mannschaft in Ruhe auf das Spiel in Gladbach vorbereiten können. Ruhe . . .?

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07.11.2006 - Schalke 04 setzt weiter auf Rost - Quelle/© Sport-Informations-Dienst

Der FC Schalke 04 hat Gerüchte um einen vorzeitigen Abschied von Frank Rost zurückgewiesen und will weiter an seinem Torhüter festhalten.

Eine Vertragsauflösung des zur Nummer zwei degradierten Keepers ist beim Bundesligisten kein Thema. "Der Vorstand des FC Schalke 04 plant weiterhin mit Frank Rost. Sowohl der Torhüter als auch der Klub lassen keinen Zweifel daran, dass der bis zum 30. Juni 2009 geltende Vertrag eingehalten wird", hieß es in einer Pressemitteilung der Königsblauen am Montag.

Rost war von Trainer Mirko Slomka am Sonntag für die Partie gegen Meister Bayern München (2:2) auf die Bank verbannt und durch den 20-jährigen Manuel Neuer ersetzt worden. Daraufhin kamen Gerüchte auf, dass der Keeper vor dem Abschied auf Schalke stünde. "Diese Spekulationen entbehren jeder Grundlage", meinte Manager Andreas Müller.

Zwischen Trainer und Torhüter soll es keinen Streit gegeben haben. Die Verbannung auf die Bank habe sportliche Gründe gehabt. Diese habe Slomka dem Torhüter in einem Gespräch dargelegt und sei von Rost auch akzeptiert worden sein, hieß es weiter.

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07.11.2006 - Slomka wirbt um Vertrauen für Keeper Neuer - Quelle/© Sport-Informations-Dienst

In Sachen Torhüter gibt es für Mirko Slomka derzeit keine Diskussionen. Schalkes Trainer hält an seiner Entscheidung fest und stärkt dem erst 20 Jahre alten Keeper Manuel Neuer vor dem Auswärtsspiel der Bundesliga am Mittwoch bei Borussia Mönchengladbach (20.00 Uhr/live bei arena) demonstrativ den Rücken.

"Manuel verdient ein bisschen Vertrauen, und ich glaube auch, dass viele Fans es gerne sehen, dass ein Junge aus den eigenen Reihen im Tor steht", sagte Slomka, der am vorigen Sonntag gegen Bayern München Neuer anstelle von Stammkeeper Frank Rost ins Tor gestellt hatte.

Kein Zoff zwischen Rost und Slomka

Slomka wies am Dienstag noch einmal zurück, dass es einen Streit mit Rost gegeben habe. "Es gab am Samstagabend ein Gespräch zwischen Frank und mir, das unter vier Augen stattgefunden hat. Die Mannschaft war nicht dabei", erklärte Slomka. Rost hatte sich auf seiner Internetseite darüber beschwert, dass erneut Interna aus dem Mannschaftskreis an die Öffentlichkeit gekommen seien. Der Trainer habe Rost seine Entscheidung erklärte, Rost habe das "akzeptiert und nicht weiter kommentiert".

Manager Andreas Müller erwartet, dass Rost seine Antwort mit Leistung geben werde. "Ich kenne Frank inzwischen lange und sehr genau. Er ist ehrgeizig und wird sich im Training noch mehr reinhängen", sagte Müller. Schon am Montag hatten der Verein und Rost erklärt, den Vertrag bis 2009 erfüllen zu wollen.

Sollte Manuel Neuer allerdings in Gladbach eine gute Leistung zeigen, darf er sich laut Slomka auch Hoffnungen auf weitere Einsätze machen: "Dann gibt es für mich keinen Anlass, den Torhüter wieder zu wechseln."

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07.11.2006 - Lincoln setzt Reha in Brasilien fort - Quelle/© Sport-Informations-Dienst

Zur Fortsetzung seiner Rehabilitation ist Spielmacher Lincoln vom Bundesligisten Schalke 04 am Montag in seine brasilianische Heimat geflogen.

Der Mittelfeldspieler, der an einem Muskelfaserriss laboriert, soll in der zweiten Phase seiner Reha gezieltes Aufbautraining absolvieren.

"Lincoln kam mit der Bitte zu mir, seinen langjährigen persönlichen Physiotherapeuten aufsuchen zu dürfen. Ich habe zugestimmt, denn ich weiß, dass ihm das gut tut und er zu hundert Prozent fit und voller Tatendrang zurückkehren wird. Das ist die beste Entscheidung für Mannschaft und Verein", erklärte Manager Andreas Müller. In zehn Tagen soll der 27-Jährige nach Gelsenkirchen zurückkehren.

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07.11.2006 - Neues von Faeustel - Quelle/© www.frank-rost.com

Liebe Onlinefreunde, liebe Schalker!

Jetzt bleibt bitte ruhig. Natürlich danke ich euch für die riesige Unterstützung im Stadion aber auch per Mail.

Aber im Sport wie im Leben passieren manchmal Dinge, die nur schwer zu verstehen sind.

Ich werde mich an den Mutmassungen in den Medien nicht beteiligen. Wie ihr mich kennt, rede ich niemals über Internas. Das ist für mich ein Ehrencodex, den ich auch jetzt nicht vorhabe zu brechen.

Auf die Frage einer Boulevardzeitung möchte ich aber trotzdem antworten: Nein, ich habe Herrn Slomka NICHT Co-Trainer genannt. Ich hoffe damit sind diese Spekulationen geklärt. Allerdings macht es uns im Team wütend, dass schon wieder Internas aus der Mannschaftssitzung an die Öffentlichkeit gebracht werden und heute in den Medien veröffentlicht werden. Ich dachte nach den Vorfällen der letzten Monate hätten wir gelernt und wenigstens dieses Problem gelöst.

Wir haben gestern noch lange mit vielen Spielern privat zusammengesessen aber erklären konnten wir uns das auch nicht wirklich. Alles sehr komisch im Moment. Manu hat seine Sache gestern gut gemacht und er ist wirklich der letzte mit dem ich ein Problem habe. Also Kopf hoch Leute und Ruhe bewahren. Das ist der Sport. Ich trage meinen auch hoch und bleibe entspannt.

Euer Faeustel

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07.11.2006 - Stummfilm: Sprachlos auf Schalke - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Andreas Müller hatte Dienstag nur einen frommen Wunsch. "Die Elf will einfach ein wenig Ruhe haben und dann über bessere Leistungen eine bessere Stimmung erzeugen", meinte der Manager des FC Schalke 04.

Einen Tag vor der brisanten Partie bei Borussia Mönchengladbach (20 Uhr) waren alle wichtigen Personen im königsblauen Lager bemüht, die Lunten so weit wie möglich vom Pulverfass fern zuhalten. "Die letzten Wochen haben Spuren hinterlassen", betonte Müller.

Und so warb Mirko Slomka offiziell nicht in eigener Sache, aber irgendwie doch unverhohlen dafür, dass sich die Gemüter doch bitte endlich einmal ein wenig beruhigen. Erstens werde er sich immer schützend vor seine Mannschaft stellen, und zweitens, "glauben Sie mir, ich habe den Medien gegenüber immer die Wahrheit gesagt". Also noch einmal kurz der "Fall Frank Rost" aus der Sicht des Chef-Trainers. "Ich habe Frank in einem Vier-Augen-Gespräch meine Entscheidung mitgeteilt, dass Manuel Neuer das Tor gegen Bayern München hütet. Er hat dies akzeptiert, er hat es nicht kommentiert und es gab auch nie eine Diskussion innerhalb der Mannschaft darüber."

Wenn Frank Rost auf seiner Homepage beklage, dass "Interna aus der Mannschafts-Sitzung" an die Öffentlichkeit gebracht worden seien, "dann könne er es nicht verstehen". Mehr mochte er dazu nicht sagen, es wird ja kein Öl mehr ins Feuer gegossen.

Falsche Reaktion

Und deshalb warb Andreas Müller auch um Verständnis, dass die Schalker Berufs-Fußballer nicht mehr mit den Journalisten sprechen. "Die Kritik hat sich in der letzten Zeit schon gehäuft, da haben sich einige vielleicht ein wenig ungerecht behandelt gefühlt." Wenn das so ist, dann ist das eine fatale und falsche Reaktion, denn erst waren die schlechten Leistungen, die Blamagen im UEFA-Cup und DFB-Pokal, erst dann die Kritik. Und der Versöhnung vorerst letzter Teil sollte sofort folgen. Das Schweigegelübde dürfe natürlich "kein Dauerzustand" sein, und es sei auch wirklich nicht von oben, also der sportlichen Führung verordnet.

Damit alle Sinne frei für die sportliche Aufgabe. "Wir möchten mit einem Sieg oben dran bleiben", ging Slomka zur Tagesordnung über. Wieder ein schöner Wunsch.

Schalke: Neuer - Rafinha, Hoogland, Krstajic, Rodriguez - Varela, Bajramovic, Kobiashvili - Halil Altintop, Kuranyi, Lövenkrands

Gerd Strohmann

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07.11.2006 - Im Reich des Fiktiven - Quelle/© Berliner Zeitung

Dunkle Wolken am Horizont: Die Negativdynamik des FC Schalke 04 setzt sich fort. ddp Dunkle Wolken am Horizont: Die Negativdynamik des FC Schalke 04 setzt sich fort. Mit der Torwartposse beim 2:2 gegen Bayern München setzt sich die Negativdynamik des FC Schalke 04 fort

GELSENKIRCHEN. Wenn es auch kein Sport ist, in der Disziplin der Aufregungsproduktion kann Schalke 04 sich langsam als Meister für die Ewigkeit betrachten. Torwart-, und Trainerdiskussion, ein Tor, "an das man sich noch in 50 Jahren erinnern wird", wie Manager Andreas Müller sagte, Schweigegelübde der Spieler, ein höchst ungewöhnlicher Konflikt zwischen Fans und Mannschaft und Maulwurfgerüchte - für die Erzeugung all dieser Baustellen brauchten die Schalker nur einen einzigen Sonntag. Das ist wahrhaft meisterlich. So meisterlich, dass einige Beobachter sich nach diesem 2:2 des Krisenklubs gegen Bayern München fragten, ob man die Schalker Ereignisse des Abends überhaupt noch ernst nehmen könne, oder ob dieser Bundesligist mit seinen Geschichten langsam in den Bereich des Fiktiven abgleite.

Die Miene jedoch, mit der Trainer Mirko Slomka begründete, warum er den 20-jährigen Manuel Neuer und nicht Frank Rost ins Tor stellte, ließ keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Situation. Rost sei "in den vergangenen Spielen das Glück abhanden gekommen, das nötig ist, um auch mal einen unhaltbaren oder beinahe unhaltbaren Ball zu halten", erklärte der Trainer, während längst völlig andere Ursachen für die Degradierung des erfahrenen Torhüters kursierten. Ein trotz Schweigegelübde der Mannschaft gegebenes kritisches Interview sei der Grund, vermuteten einige. Slomka habe Rost in der Mannschaftsbesprechung mit der Frage provoziert, ob er sich nach den drei Gegentoren von Stuttgart zutraue, gegen Bayern zu spielen, woraufhin Rost Slomka wütend als "Co-Trainer" bezeichnet haben soll. Manager Andreas Müller dementierte dies am Montag in einer offiziellen Stellungnahme, Slomka erklärte: "Es hat kein Ausflippen von Rost gegeben."

Neuer Torwart

Egal welche Version richtig ist, da Neuer ein Fehler unterlief, der zum wichtigen 1:2 direkt vor der Halbzeit führte, ist Slomka der große Verlierer dieses Torhüterdramas. "Das Tor kann man ihm nicht anlasten", nahm der Trainer Manuel Neuer prompt in Schutz und fügte hinzu: "Er steht auch am Mittwoch in Mönchengladbach im Tor. Und wenn er die gute Leistung bestätigt, spielt er auch gegen Mainz." Frank Rost wollte dazu am Montag keinen Kommentar abgeben.

Es wird weiterhin mächtig gerüttelt am Stuhl des Übungsleiters, der, derart in die Ecke gedrängt, kaum mehr fähig ist zu irgendeiner Form der Selbstkritik. Er sagt Sätze wie: "Passend zur derzeitigen Jahreszeit ist es auf Schalke herbstlich, aber ich werde mich durchbeißen", oder: "Das Glück war uns nicht hold". Mehr Substanz ist nicht zu bekommen. Das war aber immerhin mehr als die Spieler zum Besten gaben, denn sie ignorierten alle Fragesteller nach dem Spiel. Man hat sich ja besagtes Schweigegelübde auferlegt. Offenbar als Reaktion auf die wachsende Kritik aus dem Umfeld, zu dem Fans und Medien gezählt werden. Ob die Akteure hier klar trennen, ist nicht zu klären, jedenfalls fiel auch der obligatorische Dank an die Fans diesmal sehr kühl und widerwillig aus.

Moment für die Ewigkeit

"Die Mannschaft weiß, dass sie in den letzten Wochen Bockmist gebaut hat, aber die Spieler haben auch ihre Gefühle, dann kam die Protestaktion dazu, und dann haben sie beschlossen nichts zu sagen", erklärte Manager Müller ungelenk. Schalkes Fans hatten ihrem Team - in Anlehnung an das Gründungsjahr 1904 - 19 Minuten und vier Sekunden lang die Unterstützung versagt. Aber Schalke wäre nicht Schalke, wenn sie in dieser komplexen Gemengelage nicht auch noch einen Moment für die Ewigkeit produziert hätten.

Denn gerade als der Schweigeprotest der Fans zu Ende ging, erhielt Levan Kobiaschwili den Ball außerhalb des Strafraums, und ganze sechs Sekunden, nachdem die Stimmung in der Arena wie ein heftiger Sturm aufbrauste, flog Kobiaschwilis Schuss in den Winkel. Schalke tobte. Müller sprach von einem "gigantischen Moment" von "Gänsehaut und Tränen in den Augen", was nicht verhinderte dass sich umgehend wieder das einstellte, was man mittlerweile getrost als unendliche Schalker Negativdynamik bezeichnen lässt.

Am Ende stand es 2:2, Mirko Slomka war damit beschäftigt, sich zu winden, und der unsichere Andreas Müller forderte mal wieder "mehr Konstanz". Doch die bringt die Schalker nur in der fortwährenden Erzeugung neuer Brandherde zu Stande. Sie sind immer noch punktgleich mit den Bayern, doch nach dem Duell mit dem Meister haben sie einen Status des Chaotischen erreicht, den wohl noch nicht einmal mehr der heftigste aller Einschnitte, eine Trainerentlassung, zu ordnen vermag.

Daniel Theweleit




Presse- und Internetspiegel November 2006 - 1. Monatshälfte

06.11.2006 - Teamgeist setzt Rost an - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Frank Rost lächelte betont verbindlich, ließ seinen ganzen Charme sprühen. "Bitte haben Sie alle Verständnis, wenn ich nichts sage. Das muss erst mal alles sacken, was in den letzten Tagen passiert ist", meinte der Schalker Schlussmann.

Es ist offenbar eine Menge passiert im Lager der Königsblauen - nur was so im Einzelnen, da gehen die Erklärungen auseinander.

Fakt ist: Für Frank Rost war ein Platz auf der Reservebank reserviert, aus "rein sportlichen Gründen", wie Mirko Slomka beharrlich betont. Hartnäckig aber halten sich höchst seriöse Meldungen, dass es in der Mannschaftssitzung am Samstag zwischen Slomka und seiner etatmäßigen Nummer 1 mächtig gerappelt haben soll, Rost soll fast ausgeflippt sein.

So machte auch die Nachricht die Runde, der Torhüter habe Slomka mit "Co-Trainer" angesprochen. Dem widersprach der 33-Jährige gestern auf seiner Homepage entschieden, "ich habe Herrn Slomka so nicht genannt".

Slomka: "Man will uns auseinander treiben"

Mirko Slomka ist dennoch geladen bis in die grauen Haarspitzen, er ist stinksauer. Nicht auf seine Elf, die einen 2:0-Vorsprung gegen den FC Bayern verschlampte, schon gar nicht auf seine Personal-Entscheidungen.

Die "bösartigen" Menschen hat der Trainer in der Medien-Landschaft ausgemacht, "man will uns auseinander treiben".

Mittendrin in der Journalisten-Schelte lief Slomka zu Höchstform auf, rügte sogar, "welch unreflektierten Blödsinn er gelesen habe", unter dem Strich sei alles "zu 100 Prozent erstunken und erlogen".

Also gab es auch nie die Frage an Frank Rost, ob er sich denn zutraue, gegen Bayern das Tor zu hüten? "Überhaupt nicht, wir haben über ganz andere Dinge gesprochen." Rost habe zuletzt eben kein Glück gehabt, so habe er sich zu einem Wechsel entschieden.

Mit einer offiziellen Erklärung versuchte der FC Schalke am Montag weiter Dampf aus der neuen Affäre zu nehmen. "Die Spekulationen entbehren jeder Grundlage", wird da Manager Andreas Müller zitiert, alles habe allein sportliche Gründe und zwischen Trainer und Spieler sei es aufgrund dieser Entscheidung nicht zu Differenzen gekommen.

Erneut Interna in Öffentlichkeit gebracht

Vielleicht ist es klug, wenn Rost dazu so wenig wie möglich sagt. Auf seiner Internet-Seite aber ist er schon mächtig erstaunt und wütend, "dass schon wieder Interna aus der Mannschaftssitzung an die Öffentlichkeit gebracht wurden." Wer nun 1 und 1 zusammenzählt, der gelangt rasend schnell zu dem Schluss, dass die Berichte in den Medien wahrlich nicht aus der Luft gegriffen sind.

Es zeigt aber auch, dass die Truppe auch aus den Vorfällen um die Maulwurf-Affäre Gerald Asamoah nichts gelernt hat. Und wie heftig der viel beschworene Teamgeist immer noch mit den Fußball-Stiefeln getreten wird. "Alles sehr komisch im Moment", meint Frank Rost.

Und das ist die pure Wahrheit.

Gerd Strohmann

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06.11.2006 - Slomkas Torheit - Quelle/© www.FAZ.de

Schalke gegen Bayern, das war an diesem Novembersonntag nicht die schlechteste Fußballunterhaltung. Vier Tore, dazu der erhebende Moment, in dem die Schalker Fans ihr Schweigegelübde beendeten und in das erste Crescendo ihrer Anfeuerungsrufe das 2:0 von Kobiaschwili fiel. Doch die Kommentare zum Bundesligagipfel waren noch interessanter als das Geschehen auf dem Spielfeld. Uli Hoeneß legte sich mit einer Gesichtsfarbe, die ein Fotolabor in Rotlicht tauchen könnte, mit einem Fernsehreporter an. Der hatte sich erdreistet, das 2:2 als einen Bayern-Erfolg in Frage zu stellen.

*Bayrische Vornewegverteidigung*

Warum drängten die Münchner nicht vehementer auf den Siegtreffer gegen wacklige Schalker? Ein Frevel mit Fragezeichen. Hoeneß ging der „Schmarrn auf den Sack“. Der Bayern-Manager ist berühmt für seine Vornewegverteidigung: Je dringlicher ein Problem, desto rigoroser wird es verneint, desto härter werden Fragesteller angegangen. Sympathiewerte sind ihm da einerlei. Nein, nein, diese Bayern-Mannschaft ist gut. Basta.

Eine Taktik hinter den Taten und Äußerungen von Mirko Slomka zu entdecken fällt schwerer. Der Schalker Trainer nahm vor dem Spitzenspiel seine Nummer 1, Frank Rost, aus dem Tor und ersetzte ihn durch das Talent Manuel Neuner. Aus sportlichen Gründen, wie Slomka versicherte. Aber auf Schalke haben die Wände Ohren und Münder.

*Viel Mißtrauen*

So wurde schon am Sonntag kolportiert, daß es eine Auseinandersetzung zwischen Slomka und Rost auf der Mannschaftssitzung anläßlich des Bayern-Spiels gegeben habe, nicht die erste in der Zusammenarbeit. Die Zurücksetzung wäre mithin eine disziplinarische Maßnahme. Der Schalker Trainer widerspricht dieser Darstellung. Aber wie überzeugend ist eine solche Behauptung von einem Fußball-Lehrer, der nach dem Schlußpfiff versicherte, mit der Leistung des Rost-Ersatzmannes Neuner sehr zufrieden gewesen zu sein? Dabei erleichterte der Zwanzigjährige durch eine zu kurze Faustabwehr den Bayern ein Tor, dabei sprang er in zwei Szenen am Ball vorbei und wirkte auch sonst unsicher.

Slomka wird auf Schalke von Mißtrauen umweht, weil er keinen großen Namen hat. Schnell war das Bild vom zu netten Herrn Slomka kreiert. Das war ungerecht, aber so langsam nimmt die Schnellzeichnung Konturen an. Slomkas hat seine Glaubwürdigkeit selbst untergraben. Wollte er Rost ein Zeichen setzen mit der Degradierung, warum schützte er in der Öffentlichkeit eine andere Begründung vor?

*Der Kreditrahmen ist ausgeschöpft*

Zumal er nach den Erfahrungen aus dem Kabinenstreit zwischen Asamoah und Altintop wissen mußte, daß die Wahrheit doch nach außen dringen könnte. Und selbst wenn er wirklich aus sportlichen Erwägungen Rost auf die Ersatzbank schickte, dann muß er die Entscheidung besser mit Argumenten unterlegen. „Rost macht keine gravierenden Fehler, ihm ist nur ein wenig das Glück abhanden gekommen.“ Deswegen nimmt kein Bundesligatrainer den erfahrensten Torwart aus dem Spiel, ausgerechnet gegen die Bayern, ausgerechnet, wenn die aufgebrachten Zuschauer aus Frust 19:04 Minuten lang die Unterstützung versagen. Man kann im Fußball ungestraft vieles erzählen – aber nicht alles. Slomkas ohnehin enger Kreditrahmen auf Schalke ist ausgeschöpft.

Von Peter Hess, Gelsenkirchen

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06.11.2006 - Kommentar: Zeichen der Schwäche - Quelle/© www.welt.de

Seit Monaten hat Mirko Slomka mit dem Klischee zu kämpfen, dass ihm die nötige Führungsstärke für einen Spitzenverein wie Schalke 04 fehlt. Durch die Degradierung von Frank Rost hat er all seine Kritiker bestätigt.

Egal wer wann was zu wem gesagt hat: Einem Trainer, der in der Diskussion steht und trotzdem seinen einflussreichen Torhüter ins Abseits stellt, ist nicht zu helfen. Offenbar hat Slomka nichts aus dem Fall Asamoah gelernt, den er suspendierte und in einer peinlichen Pressekonferenz begnadigen musste. Jetzt legt er sich mit dem nächsten Publikumsliebling an und verdirbt es sich nicht nur mit vielen Fans. Er macht sich darüber hinaus fachlich angreifbar, weil er einen 20-Jährigen einer extremen Drucksituation aussetzt und anschließend dessen Leistung auf lächerliche Weise schönredet. Macht der Neue künftig Fehler, fallen sie auf den Trainer zurück. Stellt der Rost wieder auf, verliert er den letzten Rest Respekt.

Slomka will Autorität, aber er fördert mit solchen Aktionen die Grüppchenbildung in einem Kader mit zu vielen illoyalen Egoisten. Schalke braucht einen starken Trainer. Slomka ist es nicht.

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06.11.2006 - Schalke 04 - Chaos im Revier - Quelle/© www.offside.at

Die Soap geht in die nächste Runde: Nach Assi-Asa ist es nun der fiese Frank Fäustel, der dem netten Mirko an den Kragen will, den er angeblich für einen Co-Trainer hält, der sich in der Tür geirrt hat. Was war passiert?

Nach der bitteren Niederlage in Stuttgart habe Slomka Rost gefragt, ob dieser sich das Spiel gegen die Bayern zutraue. Da konnte der 4-fache Nationalspieler wohl nur müde mit dem Hintern runzeln und brachte das mit einem Verweis auf seine fast 280 Bundesligaspiele auch deutlich zum Ausdruck.

Der nun nicht mehr so nette Mirko schmeißt ihn dafür mit einer fadenscheinigen Begründung aus der Mannschaft ("Rost hat keine Fehler gemacht, ihm hat nur das Glück gefehlt"), und bereits einen Tag später berichten die Gazetten von sport1 bis kicker über eine mögliche Vertragsauflösung. Unterdessen hatte der hoffnungsvolle Perspektivspieler Manuel Neuer das Tor gegen den Rekordmeister gehütet und war nicht völlig unbeteiligt daran, dass sein Verein noch eine 2:0-Führung aus der Hand gab - kein Vorwurf an den 20-Jährigen, aber ein Trainer muss schon verdammt gute Gründe haben, ausgerechnet vor einem Heimspiel gegen die Bayern einen langjährigen Stammtorhüter in Frage zu stellen.

Als Nachfolger ist bereits Jens Lehmann von den Kanonieren im Gespräch - was diesen dazu bewegen sollte, einen der besten englischen Clubs zu verlassen, um zu Chaos 04 zu wechseln, bleibt vorerst offen. Macht aber nichts, denn jede gute Soap braucht ihre Cliffhanger.

Schalke Tabellenletzter?

Unterdessen reibt sich die interessierte Öffentlichkeit die Augen: Asamoah raus? Trainer raus? Manager raus? Torwart raus? Letzte Zuckungen eines Großclubs am Rande des Abgrunds? Es ist aber nicht so, dass Schalke 04 mit nur 4 Zählern und 25 Gegentoren aus 10 Spielen abgeschlagen am Tabellenende vor sich hindümpelt. Vielmehr steht der Verein mit nur drei Punkten Rückstand auf Platz eins auf dem vierten Tabellenplatz, hat also keineswegs einen Rückstand auf die wie immer überzogenen Saisonziele. Allenfalls die Tordifferenz von NULL deutet auf eine bislang eher durchwachsene Saison der derzeit gar nicht so königlich Blauen hin.

Was machen die denn da?

Die Frage lautet also nicht, das kann der Revierclub gegen die Erfolglosigkeit tun. Das Ausscheiden aus dem nationalen und internationalen Pokalwettbewerb kann weder ein Hitzfeld noch ein Daum rückgängig machen, und schon gar kein Manuel Neuer. In der Liga ist Erfolglosigkeit - zumindest relativ zur ebenfalls nicht berauschend durchgestarteten Konkurrenz - beim besten Willen nicht auszumachen.

Die Frage lautet eher, was ist eigentlich in einer Mannschaft los, in der ausgerechnet Spieler wie Asamoah und Rost - zwei, deren Einsatz und Leistungsbereitschaft für den Verein über Jahre keinen Raum für Zweifel ließen - öffentlich in Front zum Trainer stehen? In der Kapitän Bordon öffentlich ankündigt, einen Maulwurf zu suchen, der sich schon mal ausmalen kann wie es ihm ergeht, wenn er den Hünen im Dunkeln trifft?

Und was ist in einem Verein los, in dem der Trainer trotz oben genannter Saisonbilanz massiv in der Kritik steht, in dem der geschasste Ex-Zampano mehr Gehör findet als jeder aktuelle Funktionär und der einen Rangnick lieber in die Regionalliga wechseln läßt als sich das noch länger anzutun? Macht Turnhallenluft so aggressiv?

Slomka liefert perfektes Alibi

Eines steht jedenfalls fest: Mit der Demontage von Frank Rost hat Mirko Slomka einem potentiellen Nachfolger ein ideales Antrittsgeschenk gemacht. Der könnte als erste Amtshandlung den langjährigen Führungsspieler wieder zurückholen, damit eine Erfolgsserie einleiten und damit eines wunderschön kaschieren: Die Mannschaft hat sich von den Werten, für die Schalke stehen will - ein in Zusammenhalt starkes Revier - mittlerweile so weit entfernt wie manche der Spieler von ihrem Geburtsort. Vielmehr herrscht offenkundig ein fast schon Shakespearehaftes Intrigen- und Machtgerangel vor. Das Uefa-Cup-Finale kann S04 leider nicht mehr erreichen, sonst müsste man sagen: Gute Zeiten - Schlechte Zeiten.

B.Tolksdor

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06.11.2006 - Rost-Verbannung bringt Slomka neue Probleme / Attacke gegen Presse: "Bösartige Menschen" / Rost: Alles sehr komisch - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - (sid) Das Glück wollte Mirko Slomka mit seinem überraschenden Torwartwechsel zurückholen, doch nun hat der leidgeprüfte Trainer von Schalke 04 ein Problem mehr.

Die Verbannung von Stammkeeper Frank Rost vor dem 2:2 (2:1) gegen Bayern München auf die Ersatzbank schlug hohe Wellen, das vermeintliche Zeichen der Stärke drängte den umstrittenen Coach noch weiter in die Defensive. "Da sind bösartige Menschen am Werk, die uns auseinander treiben wollen", behauptete Slomka am Montag, nachdem mehrere Zeitungen über eine angebliche Auseinandersetzung mit Rost in der Mannschaftssitzung vor dem Spitzenspiel berichtet hatten.

Er habe den 33 Jahre alten Schlussmann mit der Erfahrung von 277 Bundesliga-Spielen nicht gefragt, ob er sich zutraue, gegen die Bayern zu spielen. "Das ist zu 100 Prozent erstunken und erlogen", ereiferte sich der Jungtrainer. Rost, der für den 20-jährigen Manuel Neuer Platz machen musste, wollte sich zu den Hintergründen der Degradierung noch nicht äußern. "Ich muss erst einmal sacken lassen, was in den letzten Tagen passiert ist", sagte der viermalige Nationalspieler, der am Montagmorgen allein mit sechs Ersatzspielern trainierte.

Auf seiner Internetseite bestritt Rost, Slomka als "Co-Trainer" bezeichnet zu haben. Allerdings ärgerte er sich, "dass schon wieder Interna aus der Mannschaftssitzung an die Öffentlichkeit gebracht und in den Medien veröffentlicht" wurden. Mit dieser Formulierung legte er die Vermutung nahe, dass die Berichte nicht völlig aus der Luft gegriffen waren.

"Alles sehr komisch im Moment", kommentierte Rost die Situation auf Schalke und ließ durchblicken, dass er Slomkas Entscheidung nicht nachvollziehen könne: "Im Sport wie im Leben passieren manchmal Dinge, die nur schwer zu verstehen sind." Slomka, der den Befreiungsschlag gegen die Bayern trotz eines Traumstarts verpasste, kündigte einen längeren Aufenthalt Rosts auf der Ersatzbank an. Neuer werde auch am Mittwoch (20 Uhr/live bei arena) im Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach im Tor stehen.

"Ich war sehr zufrieden mit seiner Leistung", sagte Slomka, obwohl der Nachwuchskeeper mit einer zu kurzen Faustabwehr direkt vor die Füße von Andreas Ottl das Münchner 1:2 (45.) nach den frühen Toren durch Peter Lövenkrands (13.) und Lewan Kobiaschwili (20.) quasi vorbereitete. Außerdem flog der 20-Jährige kurz vor Schluss unter einer Flanke durch und hatte Glück, dass Ottl den Patzer nicht zum Siegtreffer der Bayern nutzte, die durch Roy Makaay zum Ausgleich gekommen waren (52.). Der Linie des Trainers, die Schuld bei den Berichterstattern zu suchen, folgten auch die Spieler in seltener Einmütigkeit. "Ihr schreibt ja doch, was ihr wollt", zischte Zlatan Bajramovic und folgte seinen schweigenden Kollegen aus dem Kabinentrakt. Es sei in den vergangenen Wochen nicht immer objektiv berichtet worden, begründete nachher Slomka den Presseboykott, "irgendwann ist genug".

Genug hatten die frustrierten Schalker Fans schon vor dem Anpfiff. Weil die leidenschaftslosen Darbietungen der Millionenstars sie "sprachlos" gemacht hatten, schwiegen sie genau 19:04 Minuten lang. Als das Schweigegelübde unter rhythmischem Klatschen der 61.482 Zuschauer in der Veltins-Arena zu Ende gegangen war, steigerte sich der Jubel-Orkan nur drei Sekunden später beim zweiten Schalker Tor zu ohrenbetäubendem Lärm. Als am Ende aber wieder die Chance zum sportlichen Befreiungsschlag und zur schnellen Versöhnung verspielt war, waren die Pfiffe nicht zu überhören. Dass die Spieler nach kurzer Beratung zunächst ohne die übliche Verabschiedung von den treuesten Fans in der Nordkurve in die Kabine verschwinden wollten, es sich nach immer lauteren Pfiffen dann aber doch anders überlegten, passte ins Bild. Es brodelt weiter auf Schalke.

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06.11.2006 - FC Schalke 04 - Bayern München 2:2 (2:1) - Kein Sieger auf Schalke - Quelle/© www.ard.de

Die "Königsblauen" verspielten beim 2:2 (2:1) gegen den Rekordmeister ein 2:0-Polster und verfehlten den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Der Titelverteidiger hingegen beendete seine Serie von zuletzt drei Auswärtsniederlagen und brachte den umstrittenen Schalker Coach weiter in Bedrängnis.

Dabei hatte für die Schalker alles optimal begonnen: Mit einem schnellen 2:0 durch Tore von Peter Lövenkrands (13.) und Levan Kobiashvili (20.) versöhnte sich der selbsternannte Titelanwärter schnell mit seinen streikenden Fans. Der königsblaue Anhang hatte wie angekündigt wegen der zuletzt enttäuschenden Leistung exakt 19: 04 Minuten auf jegliche Anfeuerung verzichtet.

Nur beim Führungstor brandete kurz Jubel auf, dann schwiegen die Fans weiter eisern. Doch der Traumstart reichte nicht zum sechsten Sieg im siebten Pflichtspiel in der heimischen Arena gegen "Lieblingsgegner" Bayern München. Andreas Ottl (45.) und Roy Makaay mit seinem sechsten Saisontor (52. ) retteten den Bayern ein Remis.

Slomka hatte vor dem Spiel überrascht: Für Stammtorhüter Frank Rost schickte er Jungprofi Manuel Neuer ins Tor. "Frank hat zuletzt ein bisschen das Glück gefehlt, ich hoffe so auf einen Umschwung", begründete der Coach den unerwarteten Personalwechsel. Neuer hatte zuvor in zwei Bundesliga-Spielen kein Gegentor kassiert (1:0 bei Alemannia Aachen und 2:0 gegen Werder Bremen).

Gegen die Bayern musste er erst in der 26. Minute zum ersten Mal eingreifen. Nach exakt 224 Minuten kassierte der 20-Jährige dann seinen ersten Gegentreffer, als Ottl eine zu kurze Faustabwehr zum Anschlusstreffer nutzte. Die Schalker, die in der ersten halben Stunde gegen schwache Bayern das Spiel sicher im Griff hatten, verloren danach den Faden. Makaays Ausgleichstor nach Zuspiel von Ottl war bereits der sechste Gegentreffer für Schalke in der ersten Viertelstunde nach der Pause.

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06.11.2006 - Schalke: Vertreter Neuer patzt - Theater um Rost! Droht das Ende auf Schalke? - Quelle/© www.kicker.de

Es war der erste Hammer an diesem denkwürdigen Abend: Frank Rost nur auf der Bank - der Fachmann staunte, der Laie wunderte sich. Trainer Mirko Slomka wollte Zeichen setzen, seine Motivation blieb weitgehend unklar. Der umstrittene Coach folgte offensichtlich einem Bauchgefühl, als er die Entscheidung traf.

"Frank ist ein unheimlicher Malocher, immer unheimlich motiviert. Aber zuletzt fehlte ihm das Quäntchen Glück bei den Bällen, die man vielleicht halten kann oder vielleicht auch nicht. Mit Manuel Neuer erhoffen wir uns da einen kleinen Umschwung." Diesen auf dieser sensiblen Position ausgerechnet gegen die Bayern zu erzwingen, focht Slomka nicht an: "Es ist egal, in welchem Spiel man so etwas macht. Wenn man von einer Sache überzeugt ist, dann muss man sie durchziehen. Das habe ich getan."

So weit diese Version. In der Veltins-Arena kursierten auch andere am gestrigen Abend. Zum Beispiel die, dass der Trainer seinen erfahrenen Torhüter vor dem Spiel gefragt haben soll, ob er sich einen Einsatz gegen die Bayern zutraue! Rost, der in der Tat bisher eine eher mäßige Saison spielt (kicker-Notenschnitt: 3,50), soll daraufhin ausgerastet und schließlich aus disziplinarischen Gründen auf die Bank strafversetzt worden sein.

Das Temperament des ehemaligen Nationalspielers (4 Länderspiele) ist dem Vernehmen nach den Oberen des FC Schalke schon länger ein Dorn im Auge. Seine mal provozierende, mal demotivierende Körpersprache den Kollegen gegenüber, stößt den Herren der Führungsetage seit längerem sauer auf. Nach Informationen des kicker ist man mittlerweile gewillt, mit dem ungeliebten Torwart Gespräche zu führen über eine vorzeitige Auflösung des bis 2009 laufenden Vertrags, "in beiderseitigem Interesse", wie es heißt. In diese Szenerie passt, dass beim FC Arsenal Ende der Saison der Vertrag von Jens Lehmann ausläuft. Es wird fleißig spekuliert über die Rückkehr des Nationalkeepers, dessen Karriere einst am Schalker Markt begann.

Manuel Neuer, Rosts Vertreter gegen die Bayern, fügte der undurchsichtigen Geschichte mit seinem Fehler, der zum Münchener Anschlusstreffer führte, noch eine eigene Fußnote an. Ebenso die Fans: 19 Minuten und vier Sekunden schwiegen sie zu Beginn der Partie. Und exakt sechs Sekunden nach Ende der selbst auferlegten Schweigepflicht nagelte Levan Kobiashvili die Kugel ins Bayern-Tor vor der Fankurve der Veltins-Arena. Da war die königsblaue Welt noch in Ordnung, nach 90 Minuten sah dies anders aus. Und für Mirko Slomka wird das Spiel - trotz einer über weite Strecken engagierten Leistung seiner Mannschaft - auch heute noch nicht beendet sein. Dafür dürfte schon alleine die Personalie Frank Rost mit all ihren Irrungen und Wirrungen sorgen. Fortsetzung folgt, garantiert!

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06.11.2006 - Das ist die Entscheidung des Trainers" - Quelle/© www.sport1.de

Gelsenkirchen - Auch nach dem 2:2 gegen Bayern München hält die Unruhe bei Schalke 04 an. Nach der 2:0-Führung wurde das Ergebnis eher als Punktverlust bewertet, so dass Trainer Mirko Slomka weiter unter Druck steht.

"Ewig schauen wir uns das nicht mehr an", zitiert der "kicker" ein nicht genanntes Mitglied der Vereinsführung und hält eine Trennung vom Coach noch bis zur Winterpause für möglich.
Zumal Slomka für die neueste Unruhe selber gesorgt hat, indem er Kapitän und Publikumsliebling Frank Rost gegen Bayern überraschend durch Youngster Manuel Neuer ersetzte.

Rost rastete angeblich aus

Grund soll angeblich ein Ausraster von Rost in der Teambesprechung vor dem Spiel gewesen sein. Da dies nicht zum ersten Mal vorgekommen sein soll, wird nun sogar über einen baldigen Verkauf des Keepers und eine Rückkehr von Jens Lehmann spekuliert. Der Vertrag des Nationaltorwarts bei Arsenal läuft am Saisonende aus.

Rost wollte die Vorfälle nicht kommentieren. „"Im Sport wie im Leben passieren manchmal Dinge, die nur schwer zu verstehen sind. Ich werde mich an den Mutmaßungen in den Medien nicht beteiligen", erklärte er auf seiner Homepage.

Wütend über Interna in den Medien

Indirekt bestätigte er aber die Meldungen: "Allerdings macht es uns im Team wütend, dass schon wieder Interna aus der Mannschaftssitzung an die Öffentlichkeit gebracht werden und in den Medien veröffentlicht werden. Ich dachte nach den Vorfällen der letzten Monate hätten wir gelernt und wenigstens dieses Problem gelöst."

Es bleibt also unruhig auf Schalke. Sport1.de fragte bei Andreas Müller nach und sprach mit dem Sportdirektor neben dem Torwart-Wechsel auch über das Bayern-Spiel und die Krise von Kevin Kuranyi.

Sport1: Wie überrascht waren Sie über die Torwart-Entscheidung des Trainers?

Andreas Müller: Mirko Slomka hat mich am Samstag über den Wechsel informiert. Es ist die Entscheidung des Trainers. Genauso wie er zum Beispiel auch gegen Stuttgart entschieden hat, Kevin Kuranyi nicht spielen zu lassen. Wir haben zwei gute Torhüter. Und wir haben mit Manuel Neuer vorher schon zwei Spiele gewonnen.

Sport1: Es war aber sicherlich eine sehr mutige, wenn nicht auch gefährliche Entscheidung...

Müller: So eine Entscheidung trifft man, wenn man von ihr überzeugt ist. Manuel Neuer ist sehr jung und hat enorme Qualitäten. Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir neue, junge, deutsche Spieler in die Mannschaft bringen wollen. Jetzt schenkt der Trainer ihm das Vertrauen.

Sport1: Wie hat Frank Rost auf diese Maßnahme reagiert?

Müller: Klar, wenn ein Spieler gegen Bayern nicht spielt, wird er nicht hoch erfreut sein. Wie ich ihn aber während des Spiels erlebt habe, war er sehr gefasst. Er hat seine Jungs angefeuert und war voll dabei.

Sport1: Glauben Sie, dass die Leistung gegen die Bayern die Stimmung auf Schalke etwas heben kann?

Müller: Ich denke, es war zumindest ein erster Schritt und momentan ist jeder Schritt wichtig. Die Jungs haben ein Zeichen gesetzt und gezeigt, wozu sie im Stande sind. Für mich sind die nächsten Spiele maßgebend, um zu beurteilen, wo wir stehen.

Sport1: Wie haben Sie den Szene empfunden, in der nach 19:08 Minuten der 2:0-Treffer fiel?

Müller: Das war unglaublich. Als die Fans anfingen zu klatschen, immer lauter und nach 19:04 Minuten jubelten, da hatte ich schon eine Gänsehaut. Und als dann nur wenige Sekunden später der Ball im Tor war, da wurden die Augen schon ein bisschen feucht. Wahrscheinlich ist so etwas auch nur hier auf Schalke möglich.

Sport1: Ist denn letztendlich der eine Punkt nach der 2:0-Führung nicht zu wenig gewesen?

Müller: Unter dem Strich war es wohl ein gerechtes Ergebnis.

Sport1: Aber warum ist Schalke nicht in der Lage, eine 2:0 Führung im eigenen Stadion über die Zeit zu bringen?

Müller: Dass wir es in so einer Situation nicht schaffen, die Führung zu halten, hat sicherlich etwas mit dem Kopf zu tun und mit der taktischen Einstellung. Und nicht - wie es manchmal behauptet wird - damit, dass der eine oder andere Spieler nicht den richtigen Willen hat.

Sport1: Wie lautet Ihre Erklärung?

Müller: Bei den Qualitäten, die Bayern hat, reichen manchmal auch Kampf und Leidenschaft nicht aus, um ein Tor zu verhindern. Wir müssen aber sicherlich daran arbeiten, nach Gegentoren schneller wieder zurück ins Spiel zu finden.

Sport1: Was kann der Verein tun, um Kevin Kuranyi aus seiner Krise zu helfen?

Müller: Er war im Spiel gegen Bayern wieder unheimlich laufstark und hängt sich insgesamt richtig rein. Er braucht endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Vielleicht sind die Ereignisse der letzten sechs Monate bei ihm auch noch nicht so verarbeitet, dass er auf dem Platz die notwendige Gelassenheit hat.

Sport1: Wie beurteilen Sie das Comeback von Christian Pander?

Müller: Das hat mich sehr gefreut. Ihn gegen Bayern bei so einem Spielverlauf zu bringen, war sicher auch eine mutige Entscheidung. Er hat in einigen Szenen bewiesen, dass er schon sehr nah dran ist. Es wird aber sicherlich noch dauern, bis er den Rückstand der fehlenden Spiele der letzten eineinhalb Jahre wieder aufholt. Er ist für uns eine wichtige Alternative auf der linken Außenseite.

Sport1: Die Spieler haben nach dem Spiel keine Interviews gegeben. Gab es einen Maulkorb?

Müller: Nein, von unserer Seite aus nicht. Schon vor dem Spiel haben die Spieler keine Interviews gegeben, weil sie sich voll auf das Spiel konzentrieren wollten. Ich kann nicht sagen, warum sie nach dem Spiel nichts gesagt haben. Es ist ihr gutes Recht. Auch wenn das natürlich kein Dauerzustand sein kann.

Sport1: Was muss Schalke für das nächste Spiel in Mönchengladbach aus dem Spiel gegen die Bayern mitnehmen?

Müller: Wenn wir die Aggressivität mitnehmen, haben wir eine gute Chance.

Das Gespräch führte Bita Mohammadi

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05.11.2006 - Bayern erkämpfen einen Punkt "auf Schalke" - Quelle/© www.yahoo.de/sid

Trainer Mirko Slomka hat mit Schalke 04 trotz eines Traumstarts gegen Bayern München den Befreiungsschlag verpasst. Die Königsblauen verspielten beim 2:2 (2:1) gegen den Rekordmeister ein 2:0-Polster und verfehlten den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Der Titelverteidiger hingegen beendete seine "schwarze Serie" von zuletzt drei Auswärtsniederlagen und brachte den umstrittenen Schalker Coach weiter in Bedrängnis.

Frühe 2:0-Führung der "Knappen"

Dabei hatte für die Schalker alles optimal begonnen: Mit einem schnellen 2:0 durch Tore von Peter Lövenkrands (13.) und Lewan Kobiaschwili (20.) versöhnte sich der selbsternannte Titelanwärter schnell mit seinen streikenden Fans. Der königsblaue Anhang hatte wie angekündigt wegen der zuletzt enttäuschenden Leistung exakt 19:04 Minuten auf jegliche Anfeuerung verzichtet. Nur beim Führungstor brandete kurz Jubel auf, dann schwiegen die Fans weiter eisern.

Doch der Traumstart reichte nicht zum sechsten Sieg im siebten Pflichtspiel in der Veltins-Arena gegen den Lieblingsgegner. Andreas Ottl (45.) und Roy Makaay mit seinem sechsten Saisontor (52.) retteten den Bayern, die auf Rang drei vor den punktgleichen Gastgebern drei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Werder Bremen haben, ein Remis.

Neuer für Rost im Schalke-Tor

Slomka hatte vor seinem Schicksalsspiel alle überrascht: Für Stammtorhüter Frank Rost schickte der 39-Jährige Jungprofi Manuel Neuer ins Tor. "Frank hat zuletzt ein bisschen das Glück gefehlt, ich hoffe so auf einen Umschwung", begründete der Coach den überraschenden Personalwechsel.

Neuer hatte zuvor in zwei Bundesliga-Spielen kein Gegentor kassiert (1:0 bei Alemannia Aachen und 2:0 gegen Werder Bremen). Gegen die Bayern musste er erst in der 26. Minute zum ersten Mal eingreifen. Nach exakt 224 Minuten kassierte der 20-Jährige dann seinen ersten Gegentreffer, denn seine zu kurze Faustabwehr nutzte Ottl mühelos zum Münchner Anschlusstreffer.

Die Schalker, die in der ersten halben Stunde gegen schwache Bayern das Spiel sicher im Griff hatten, verloren danach den Faden. Makaays Ausgleichstor nach Zuspiel von Ottl war bereits der sechste Gegentreffer für die Königsblauen in der ersten Viertelstunde nach der Pause.

Die Münchner, die wieder mit drei Stürmern antraten, verpassten danach die Entscheidung zu ihren Gunsten. Schalke, das zuletzt am 17. Oktober 1998 zu Hause gegen den Rekordmeister verloren hatte, erholte sich außerdem wieder.

Sein Comeback nach 19 Monaten Verletzungspause feierte bei den Hausherren Christian Pander. Der 23-Jährige, der seit einer schweren Knieverletzung am 9. April 2005 und vier anschließenden Operationen gefehlt hatte, wurde in der 72. Minute eingewechselt.

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05.11.2006 - Wechselbad der Gefühle - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Der große Befreiungsschlag ist ausgeblieben, am Ende hatte es den Fans fast wieder die Sprache verschlagen. 2:2 trennte sich der FC Schalke 04 vom FC Bayern München, deutlich zu wenig, um die erregten Gemüter zu beruhigen.

Ein paar leise Pfiffe, einige Hände, die sich zum sparsamen Applaus rührten, mehr Emotionen blieben nicht nach 90 turbulenten Minuten. "Die Elf hat heute ihre unterschiedlichen Gesichter gezeigt", bemerkte Mirko Slomka. Gefreut hat dies den Schalker Chef-Trainer gar nicht, denn genau das, diese erschreckende Inkonstanz der Elf, wollte er doch bekämpfen. So zeigte die Elf 30 Minuten eine wahre Fußball-Gala, "mit großer Leidenschaft und Einsatzbereitschaft", aber eben nur eine halbe Stunde. "Die Anfangsphase hatten wir gar nicht im Griff", sah Felix Magath ein, "aber dann haben wir eine erfreuliche Reaktion gezeigt.

Die Partie begann mit einer dicken Überraschung, Frank Rost fand sich unvermittelt auf der Bank wieder, Manuel Neuer hütete das Tor.

Wenigstens auf die Fans war Verlass, sie machten ihre Ankündigung wahr und schwiegen aus Frust über die zuletzt so sparsamen Leistungen. Allerdings nicht die geplanten 19:04 Minuten, schon weit früher kamen die ersten "Schalke-Rufe". Vor dem Anpfiff hatten sie bei den Namen Kuranyi und Slomka noch gepfiffen.

Bayern München fand gar nicht den Weg nach vorne, igelte sich ein. Das gefiel den Königsblauen, sie spielten beherzt auf und lagen sich nach 13 Minuten in Armen. Der agile Varela hatte scharf in den Fünf-Meter-Raum gepasst, Lövenkrands spitzelte den Ball ins Tor zum 1:0.

Schon war es mit jeglicher Zurückhaltung vorbei, die Stimmung wurde mit jeder Sekunde besser. Eine Minute vor Ablauf des Schweigegelübdes steigerte sich der Beifall zum Orkan, über 170 dB wurden gemessen. Und die Dramaturgie war sensationell: Wenige Sekunden nach der magischen 19:04-Zeitnahme knallte Kobiashvili das Leder aus gut 20 Metern in den Winkel, Torhüter Kahn kochte vor Wut. Und zeigte kurz danach sein ganzes Können, als er einen Kopfball von Kuranyi in Weltklasse-Manier entschärfte. Zaghaft trauten sich nun auch die Münchner in die Schalker Hälfte, überzeugend aber war das wirklich nicht.

Makaay gleicht aus

Umso ärgerlicher die 45. Minute. Neuer faustete einen hohen Ball direkt vor die Fäuste von Ottl, der Bayern-Aufsteiger verkürzte auf 1:2.

Pause, aber die bekommt den Schalkern ja bekanntermaßen gar nicht. Die Leichtigkeit, die Courage waren in der Kabine geblieben, Schalke wirkte unsicher, ängstlich. Bayern nahm endgültig den Spielbetrieb auf und wurde prompt belohnt. Die Königsblauen viel zu unentschlossen in der Abwehr, Makaay bedankte sich und erzielte mit einem 16-Meter-Schuss den Ausgleich (51.).

Genug der Aufregung, die Partie plätscherte dahin, erst Lövenkrands sorgte mit einem Flachschuss für Aufregung (69.).

Damit hatte das Wechselbad der Gefühle aber auch ein Ende. Nach dem Schlusspfiff herrschte bei den Schalkern schon wieder das große Schweigen, das interne Gelübde der Elf gilt weiter. "Ich darf nicht sprechen", sagte Torschütze Kobiashvili. Dabei gäbe es doch so vieles zu sagen.

Gerd Strohmann

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04.11.2006 - "Wir sind nicht so stabil, wie wir sein sollten" - Quelle/© WELT

Vor dem Spitzenspiel gegen den FC Bayern am Sonntag (Die Welt) spricht Torhüter Frank Rost über Formkrisen, Fanproteste und die andauernde Diskussion über Trainer Mirko Slomka.

Torhüter Frank Rost erlebt unruhige Zeiten auf Schalke - Verpasste Saisonziele, unzufriedene Zuschauer und eine ständige Diskussion um Trainer Mirko Slomka. Vor dem heutigen Spitzenspiel gegen den FC Bayern sprach WELT-Mitarbeiter Oliver Müller mit Torhüter Frank Rost über die derzeitige Situation bei Schalke 04.

Die Welt: Herr Rost, wenn Sie morgen in die Arena einlaufen werden, dürfte es so leise wie noch nie sein. Können Sie den Fanprotest nachvollziehen?

Frank Rost (32): Ja, ich kenne das Protestschreiben der Fans. Darin werden Werte vertreten, die ich persönlich auch unterschreiben würde. Sie bringen darin auch zum Ausdruck, dass sie keinen Keil zwischen Mannschaft und Zuschauer treiben wollen, sondern dass darüber nachgedacht werden muss, was bei uns passiert ist. Die Fans setzten auf andere Werte als die, die bei uns und in unserer Gesellschaft generell derzeit im Vordergrund stehen.

Welt: Das müssen Sie erklären.

Rost: Die Fans wollen nicht, dass wir Spieler uns ausschließlich über den Erfolg definieren, sondern über Grundwerte, die unabhängig von Sieg oder Niederlage sind. Sie wollen, dass wir Profis uns bewusst machen:
Wir sind Schalker. Und deshalb sollten Leidenschaft, Emotionen und Einsatz vor dem Erfolg stehen. Wenn wir dies immer beherzigen, können die Fans auch nach einer Niederlage nach Hause gehen und sagen: Okay, die Jungs haben alles gegeben. Dies ist viel wichtiger, als dieses ergebnisorientierte Denken, dass in der Bundesliga vorherrscht. Dies mag in anderen Vereinen ausreichen, auf Schalke reicht das nicht.


Welt: Die Fans können neben dem frühren Aus im Uefa-Cup und im DFB-Pokal die immer wieder kehrenden Leistungsabfälle in Spielen nicht nachvollziehen. Können Sie es erklären?

Rost: Es sind oft Kleinigkeiten, die ein instabiles Gebilde auseinander brechen lassen, wie ein Gegentor oder eine falsche Schiedsrichter-Entscheidung. Und zurzeit sind wir leider nicht mehr so stabil, wie wir es eigentlich sein sollten.

Welt: Trainer Mirko Slomka führt es auf eine Verunsicherung zurück. Ist dies richtig?

Rost: Verunsicherung ist Symptom. Das ist wie bei einer Krankheit. Man kann Symptome sehen, aber die Ursache liegt im Verborgenen. Das wird die Aufgabe der nächsten Wochen sein, diese Ursachen aufzuspüren und zu beseitigen. Entscheidend dabei ist, dass man sich auf Vertraulichkeit verlassen kann, wenn man als Spieler im Mannschaftskreis über diese Dinge redet. Man muss auch etwas Kritisches sagen können, ohne Angst zu haben, das es bei der Vereinsführung ankommt.

Welt: Ist der Zusammenhalt deshalb so schwierig herzustellen, weil es in den vergangenen Jahren eine so hohe Spielerfluktuation gegeben hat?

Rost: Wir haben es mit verschiedensten Mentalitäten zu tun, mit Spielern, die in unterschiedlichen Kulturkreisen groß geworden sind.
Aber wir müssen alle kompromissbereit sein. Auch wenn dies in Zeiten, wo Egoismus und Geld im Vordergrund stehen, schwierig ist.


Welt: Slomka hat viele sogenannte teambildende Maßnahmen durchführen lassen. Was halten Sie von solchen Dingen?

Rost: Es wäre schlecht, wenn wir nichts unternommen hätten, um den Teamgeist zu fördern. Aber der entscheidende Fehler war, so etwas in der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Wir machen es schließlich für uns, nicht für die Medien. Wenn die Leute so etwas in den Zeitungen lesen, fragen sie sich natürlich: Wieso Teambuilding, sind die denn etwas kein Team? Dadurch entsteht dann Unruhe.

Welt: Neben Marcelo Bordon gelten Sie als Führungsspieler. Sind Sie jetzt besonders gefordert?

Rost: Uli Hoeneß hat einmal über Michael Ballack gesagt, dass er sich nicht nur über den Erfolg definiert. Er hat auch gewürdigt, dass Ballack andere Qualitäten hat: Er kann Menschen führen und seinen Mitspielern auf dem Platz Sicherheit geben. Wenn du diese Rückendeckung hast, kannst du auch ein Führungsspieler sein. Wenn du aber nur an deinen jeweiligen Leistungen gemessen wirst, hast du ein Problem. Denn es ist nicht möglich, über Jahre hinweg fehlerfrei zu spielen. Das gilt auch für mich.

Welt: Für den Fall einer Niederlage gegen die Bayern hat selbst Slomka prophezeit, dass aus dem "rauen Wind" ein "Sturm" werden dürfte. Wie geht die Mannschaft damit um?

Rost: Wenn wir die genannten Tugenden beherzigen, haben wir eine gute Chance, zu gewinnen. Wenn wir uns das immer wieder in den Kopf rufen, werden uns die Fans auch respektieren und sich mit uns identifizieren. Doch jetzt vom Ausgang dieses Spiels alles abhängig zu machen, wäre zu einfach.

Welt: Können Sie sich überhaupt noch auf das Spiel gegen die Bayern freuen?

Rost: Für mich ist schön, die gleichen Werte wie unsere Fans zu vertreten. Ob gegen Bayern oder Posemuckel, ist mir egal.

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03.11.2006 - Schweigend im Gespräch vertieft - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Kevin Kuranyi ging allein. Durch einen Nebenausgang verließ er nach dem Training das Schalker Gesundheitszentrum Medicos. Vor der Tür wartete Freundin Vicky in der geräumigen Nobelkarosse, gemeinsam fuhren sie vom Hof, Kevin war nicht mehr allein. Zuvor hatte er ausführlich geschwiegen.

"Tut mir leid, ich gebe keine Interviews", meinte er, und sein verschämtes Lächeln sollte wohl für Verständnis werben. Ein Exklusiv-Gespräch hatte der 24-Jährige in dieser Woche geführt, hatte beklagt, dass er als Stürmer leider viel zu wenig Unterstützung aus dem Mittelfeld genieße und dass zwei Saison-Treffer eigentlich gar nicht so eine schlechte Ausbeute seien.

Damit war doch alles gesagt, warum sollte der Angreifer nun auch als Einziger große Reden schwingen? Der Film-Titel vor der Schlager-Partie zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern München am Sonntag (17 Uhr) heißt ohnehin "Das große Schweigen".

Die königsblauen Fans haben zu einer geschlossenen Aktion aufgerufen. Genau 19:04 Minuten, in Anlehnung an das Gründungsjahr des Vereins, wollen die treuen Anhänger schweigen, weil sie nach den letzten Leistungen schlichtweg "sprachlos" seien, weil sie irgendwie ihrem Frust, ihrem Zorn eine Bühne geben müssen.

Sie beklagen einen "ernst zu nehmenden Entfremdungsprozess", ein Vorwurf, der die Verantwortlichen spürbar trifft. "Das ist sicher nicht sehr angenehm", meint Mirko Slomka, "aber wir haben Verständnis für die Aktion, wenn es hat einige Rückschläge gegeben". Auch in seiner Arbeit, auch hinsichtlich seiner Wertschätzung.

Also steht der Chef-Trainer ausgerechnet vor dem Liga-Gipfel mitten in der Kritik, lässt aber krampfhaft alles an sich abprallen. Er sei sich sicher, dass er "die Mannschaft noch erreiche", betonte er, und er gehe auch nicht davon aus, dass es am Sonntag nicht klappe, "warum auch"?

Vielleicht, weil sie zunehmend einen ideenlosen Fußball spielen. Manager Andreas Müller erwartet deshalb eine Elf mit Biss und Leidenschaft, "wir müssen uns die Unterstützung der Fans erarbeiten und verdienen". An eine Niederlage verschwende er keine Gedanken, an die Folgen also auch nicht. Noch nicht.

Schalke: Rost - Rafinha, Bordon, Rodriguez, Krstajic - Hamit Altintop, Bajramovic, Kobiashvili, Lincoln, Halil Altintop, Kuranyi

Gerd Strohmann

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02.11.2006 - Alles Quatsch? - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Am Dienstag Abend frönte Josef Schnusenberg seinem neuen Hobby. Eine Stunde Spinning stand für den Schalker "Finanzminister" auf dem Gesundheits-Zettel, noch am Donnerstag atmete er tief durch. "Wenn ich diesen Quatsch höre und lese, wir hätten zur gleichen Zeit auf einer Geheimsitzung über die Zukunft des Trainers beraten, dann kann ich nur den Kopf schütteln", betonte Schnusenberg am Donnerstag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

Die angeblich so stürmischen Zeiten bei den Königsblauen, das Negativ-Gerede, "ich weiß nicht, warum da ständig auf uns draufgedroschen wird." Steigende Mitgliederzahlen, auch die Munition "Finanzen" sei ausgegangen, "ich kann diese Unruhe nicht begreifen."

Auch sportlich sehe er keine Krise. Im Vergleich zur Vorsaison habe die Elf nach neun Spieltagen nur einen Punkt weniger, "müssen wir dann ständig auf die Elf einprügeln?" Und so habe er weder aus dem Vorstand noch aus dem Aufsichtsrat Stimmen gehört, die von einer vorzeitigen Trennung von Chef-Trainer Mirko Slomka sprechen. So sei auch er der Meinung, "wir ziehen es bis zum Saisonende mit ihm durch."

Also alles Quatsch, das Gerede vom "Schicksals-Spiel" am Sonntag (17 Uhr) gegen Bayern München, von der Woche der Wahrheit mit den Partien in Gladbach und gegen Mainz?
"Wenn wir richtig was auf die Schnauze kriegen, dann wird die Luft natürlich dünner." Den Trainer mag er aus diesem Szenario nicht ausnehmen, "dann kann auch er Probleme bekommen."

Wie solche Probleme gelöst werden, ist in der Branche hinlänglich bekannt.

Gerd Strohmann

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02.11.2006 - "Spieler stehen vor einer Explosion" - Quelle/© RZ

Interview: Schalkes Trainer Mirko Slomka freut sich trotz aller Kritik auf die Bayern und glaubt an die Wirkung seiner Worte

RZ: Am Sonntag kommen die Bayern in die Veltins-Arena. Wie ist die Stimmungslage bei Ihnen vor diesem wichtigen Heimspiel?

MS: Ich verspüre eine riesige Vorfreude, Spiele gegen die Bayern sind immer etwas Besonderes. Da muss man als Trainer im Vorfeld nicht viel sagen. Jeder Spieler ist bis in die Haarspitzen motiviert und steht kurz vor einer Explosion. Das merkt man bei jedem Training.

RZ: Die Bayern mussten an Dienstag noch in der Champions-League gegen Sporting Lissabon ran. Spielt die Doppelbelastung Schalke in die Karten?

MS: Das denke ich nicht. Ich habe mir das Spiel vor Ort in der Allianz-Arena angesehen. So richtig CL-Atmopshäre ist da nicht aufgekommen. Den Bayern genügte ein Punkt um sich vorzeitig für das Achtelfinale zu qualifizieren. Den haben sie ohne große Probleme geholt. Außerdem muss man berücksichtigen, dass Mark van Bommel geschont wurde und Bastian Schweinsteiger wegen seiner Sperre nicht mitspielen durfte. Am Sonntag werden diese beiden Spieler sicherlich von Anfang an dabei sein. Mein Kollege Felix Magath hat mit seinem Kader jede Menge Variationsmöglichkeiten.

RZ: Schalke nicht?

MS: Ein Grund für die schwankenden Leistungen meiner Mannschaft im bisherigen Saisonverlauf ist sicherlich darin zu sehen, dass wir immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen haben. Der Kader, wie wir ihn vor der Saison zusammengestellt haben, stand mir kaum zur Verfügung. Es gab immer wieder verletzungsbedingte Probleme. Denken Sie nur an die Längerfristigen Ausfälle im Sturm mit Asamoah und Larsen. Solche Probleme haben die Bayern bisher nicht.

RZ: Wie sieht die Personallage für Sonntag aus?

MS: MArcelo Bordon habe ich am Mittwoch frei gegeben, weil seine Ehefrau das dritte Kind erwartet. mladen Krstajic klagt seit einer Woche über eine Rippenprellung, die ihm große Schmerzen bereitet. Solch eine Verletzung ist oft schmerzhafter, als wenn die Rippe gebrochen wäre. Und Dario Raodriguez macht sein geschwollener Zeh im rechten Fuss zu schaffen. Ich hoffe aber, dass alle drei bis zum Sonntag wieder fit sind.

RZ: Und was ist mit Lincoln?

MS: Ich bin skeptisch, ob es bis Sonntag klappen kann. Das Risiko bei muskulären Verletzungen ist sehr groß. Wenn ein Spieler zu früh einsteigt, ist die Gefahr groß, dass er sich erneut verletzt. Unsere medizinische Abteilung tut jedoch alles, damit Lincoln so schnell wie möglich wieder fitt wird. Ob es bis zum Bayern-Spiel klappt, da habe ich große Zweifel.

RZ: Keine Zweifel scheinen Sie zu haben, dass Ihre Mannschaft gegen die Bayern ein gutes Spiel machen wird. Woher gründet sich dieser Optimismus?

MS: Wir haben zu Hause in dieser Saison eine Super_Bilanz. Erst einen Punkt haben wir abgegeben und in diesem Spiel gegen Eintracht Frankfurt waren wir klar überlegen und hätten einen Sieg verdient gehabt. Beim Erfolg gegen Werder Bremen hat die Mannschaft gezeigt, zu welchen Leistungen sie in der Lage ist. Wenn wir daran anknüpfen können, haben wir gegen die Bayern eine gute Siegchance.

RZ: Welche Rolle spielen am Sonntag die Schalke-Fans?

MS: Eine große. Meine Mannschaft kann die Unterstützung der Anhänger gut gebrauchen und wird sie sicherlich auch bekommen. Da habe ich überhaupt keine Zweifel. Wenn von der ersten Minute an der Funke vom Spielfeld überspringt, wird das die bayern nicht unbeeindruckt lassen.

RZ: Nach der Niederlage in Stuttgart wurde viel darüber gesprochen und geschrieben, dass Sie die Mannschaft nicht mehr erreichen würden. Wie gehen Sie mit solch einem Vorwurf um?

MS: Ich kann nur sagen: Das ist totaler Unsinn. Die Zusammenarbeit mit der Mannschaft klappt gut. Und es ist ja nicht so, dass meine Worte in der Kabine keine Wirkung haben. Nur ein Beispiel: In der Halbzeitpause beim Pokalspiel in Köln bin ich ziemlich laut geworden. Da hat die Mannschaft eine gute Reaktion gezeigt, auch wenn wir ausgeschieden sind.

Frank Leszinski

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02.11.2006 - „Schon Fracksausen, Herr Slomka?“ - Quelle/© Leyer-Line

SZ:
Herr Slomka, am Sonntag geht es gegen die Bayern. Schon Fracksausen?

MS:
Wie bitte? Ich wüsste nicht warum. Wenn die Mannschaft wirklich mal motiviert war, dann doch gegen Top-Teams.


SZ:
Sie sagen es selbst: "Wenn die Mannschaft mal motiviert war." Im Umkehr- schluß bedeutet das, dass die Mannschaft gegen schwächere Teams unmotiviert durch die Gegend läuft?

MS:
Ich bitte sie. Können Sie es sich nicht vorstellen, was es für einen Spieler bedeutet gegen den VFL Wolfsburg antreten zu müssen? Wie soll man sich da motivieren? Das wäre ungefähr so, als wenn sie nicht mich interviewen dürften, sondern höchstens irgendeinen siebtklassigen Bezirksligatrainer.


SZ:
Lassen wir meine persönlichen Befindlichkeiten mal aus dem Spiel. Ist es denn nicht Ihre Aufgabe die Mannschaft richtig einzustellen und zu motivieren?

MS:
Wie bitte? Ich? Nein, da haben wir uns extra einen Experten an Land gezogen. Boltersdorf heisst der Mensch, glaube ich.


SZ:
Kommen wir mal zu den technischen Mängeln, die in den vergangenen Partien häufig zu beobachten waren. Da springen die Bälle vom Fuß, einfachste Pässe kommen nicht an. Ist dafür etwa auch der Herr Boltersdorf verantwortlich?

MS:
Nein! Natürlich nicht! Dafür haben wir den Jevtic.


SZ:
Ah ja, und für die konditionellen Rückstände sind Sie auch nicht ver- antwortlich?

MS:
Dafür haben wir den Papadopoulos.


SZ:
Auch Frank Rost lässt sich zunehmend anstecken von der allgemeinen Versunsicherung. Wie erklären Sie sich das?

MS:
Nun, da müssten Sie schon den Oliver Reck fragen. Der leitet das Torwart- Training.


SZ:
Und wofür zeichnen Sie verantwortlich?

MS:
Ich halte den Laden zusammen. Ich gebe den Medien die Auskünfte. Ich benenne die 11 Akteure, die auflaufen. Ich tausche mich jeden Tag mit Andy Müller aus. Das ist ein Zwölf-Stunden-Tag!


SZ:
Ihnen wird auch vorgeworfen die Streitigkeiten mit Asamoah und Kuranyi öffentlich ausgetragen zu haben.

MS:
Wissen Sie, wir standen zu den genannten Zeitpunkten mächtig unter Beschuß. Wir haben gewissermaßen die Last der Verantwortung nur umverteilt.


SZ:
Also Asamoah und Kuranyi quasi geopfert?

MS:
Also so wie Sie das formulieren, klingt das nicht sehr schön.


SZ:
Was werden Sie am Sonntag in der Halbzeit unternehmen, falls das Spiel nicht wie gewünscht laufen sollte?

MS:
Dann werde ich ganz toll böse.


SZ:
Letzte Frage: Sitzen Sie auch nach dem Bayern-Spiel noch auf der Schalker Trainer-Bank?

MS:
Ich verstehe die Frage nicht. Fans und Vereinsführung stehen zu 100% hinter mir. Der Tabellenplatz stimmt. Meine Außendarstellung ist hervorragend. Ich denke, dass ich noch in zehn Jahren hier bin.



Vielen Dank und
SCNR
;-)

Carsten Leyer, sml

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02.11.2006 - SCHALKE: Nach den Rückschlägen verschärft sich die Stimmungslage - Slomka gerät unter Druck: Wende oder Ende - Quelle/© kicker (Druckausgabe vom 2.11.2006, S. 25)

Mirko Slomka (39) ahnte bereits, dass sich ein Sturm zusammen braut. Nun krachte es schon vor dem Bayern-Spiel. Tendierten die Gremien vor zwei Wochen noch dazu, den auslaufenden Vertrag des Trainers zu verlängern (kicker vom 23. Oktober, Seite 30), erfuhr Slomka nun intern gewaltigen Gegenwind. Zu viel scheint kaputt gegangen zu sein durch die 2:4-Pokalpleite in Köln und das folgende 0:3 in Stuttgart. Zu viel Zuversicht, zu viel Hoffnung, sogar zu viel Gottvertrauen.

Die Bosse fordern grundsätzliche Veränderungen – dauerhaft. Ganz gleich, ob Schalke in der Tabelle gut platziert scheint. Neben Veränderungen in Auf- und Einstellung geht es darum, dass die Qualität des Kaders durchkommt. Wenn jedoch durch weitere Rückschläge die Sorge wächst, dass sich Schalke schon bald von den Champions-League Rängen entfernen könnte, werden die Vereinsbosse nach kicker- Informationen nicht mal bis zum Winter warten, um einzugreifen. Zu sehr schockte das Aus in UEFA-Cup und Pokal. Wenn man so will, arbeitet Slomka auf Bewährung. Auch wenn das zunächst öffentlich - naturgemäß - dementiert wird.

Slomka selbst gibt sich selbstbewusst: „Ich werde kämpfen. Aber: Alleine zu kämpfen, würde nichts bringen. Wir werden es gemeinsam schaffen.“ Zwar störe ihn die Formulierung "Wende oder Ende", weil Schalke in der Liga weit oben stehe. „So viel Wende zum Guten kann es da nicht geben.“ Sehr wohl aber „muss es spielerisch und personell eine Wende geben“, kündigt er an, denn: „Raus in Pokal und UEFA Cup, zu viele Auswärtsspiele verloren – damit kann niemand zufrieden sein.“

Schon in der Startelf gegen Bayern gebe es Änderungen, wobei dem Trainer das Handeln extrem erschwert wird: Neben Lincoln (Faserriss) fehlen in Ernst, Larsen und Asamoah wichtige Alternativen. Slomka sagt aber auch: „Wenn wir die Bayern schlagen, wird bestimmt auch wieder das Negative gesucht. Nach unserem Sieg gegen Bremen hieß es: Nur 2:0! Diese Spielchen mache ich nicht mehr mit.“

Indes wurde der so genannte Teambuilding-Experte Peter Boltersdorf zurechtgewiesen, der trotz eines Interview-Verbots in bester Trainer- oder gar Manager-Diktion in Bild verkündete: „Jetzt wird und muss was passieren!“ Immerhin: Gegen Bayern hat Schalke in der Arena noch nie verloren (fünf Siege, ein Remis, 12:2 Tore).

J.-J. BEER

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02.11.2006 - "Es ist eine Katastrophe" - Quelle/© kicker (Druckausgabe vom 2.11.2006, S. 25)

Was für ein Absturz! Zuletzt landete Kevin Kuranyi auf Schalke sogar auf der Bank. Der Stürmer in der Krise. Im kicker redet er jetzt Klartext - exklusiv. Über Schalkes Probleme und seinen Kampf gegen die Kritik.

kicker: Herr Kuranyi, wem fliegt im Moment mehr Kritik um die Ohren – Ihnen oder Mirko Slomka?

Kevin Kuranyi (24): Beiden gleich viel. Es ist schwer für den Trainer, für mich auch. Aber so ist das Geschäft.

kicker: Wer hat die Kritik mehr ver dient? Sie oder der Trainer?

Kuranyi: Es geht nicht um Mirko oder mich. Es werden ständig Schuldige gesucht, und man landet immer bei uns beiden. Doch die Probleme stecken in der Mannschaft.

kicker: Was meinen Sie?

Kuranyi: Als ich jetzt in Stuttgart auf der Bank saß, haben mir unsere Stürmer nur leid getan. Die beka men keine Bälle! So wie ich in den Spielen zuvor. Stattdessen schießen uns die gegnerischen Stürmer ab. Es war bitter, das zu sehen. Aber es glaubt doch niemand, dass ein Halil Altintop, der in Lautern 20 Buden gemacht hat, plötzlich nichts mehr kann. Oder ein Lövenkrands, der in der Champions League groß auf spielte. Ich musste verdammt viel leiden und einstecken zuletzt. Dies mal saß ich auf der Bank – trotzdem klappte es nicht. Komisch, oder?

kicker: Woran liegt es?

Kuranyi: Wir Stürmer brauchen mehr Unterstützung. Es darf keine Einbahnstraße sein, dass wir nach hinten arbeiten. Aus dem Mittelfeld und der Abwehr muss mehr nach vorne kommen. Da muss endlich ein echtes Team auftreten. Auch das gehört zur Professionalität.

kicker: Die berühmte Teamgeist-Dis kussion auf Schalke. Warum kriegt man das seit Jahren nicht hin?

Kuranyi: Weil immer die gleichen Fehler gemacht werden. Wir müs sen untereinander mehr reden, dür fen nicht immer Fehler und Schuld beim anderen suchen. Für mich ist es kein Problem mehr, in der Öffent lichkeit angeschossen zu werden. Aber eine echte Mannschaft muss sich doch dagegen wehren, gerade wenn es ungerecht ist!

kicker: Also ist Schalke kein ernstzu nehmender Titelkandidat?

Kuranyi: Wir haben Spieler mit der Qualität, Meister zu werden. Aber wenn man uns an den jüngsten Leistungen misst, spielen wir nicht wie eine Meistermannschaft. Trotz dem stehen wir in der Bundesliga weiterhin oben.

kicker: Zuletzt landeten Sie auf der Bank. Ihr Tiefpunkt auf Schalke?

Kuranyi: Nein. Mein Tiefpunkt war, nicht zur WM zu dürfen.

kicker: Ihre zwei Tore in neun Spie len klingen auch nach Tiefpunkt.

Kuranyi: Für die wenigen Flanken, die ich bekam, sind zwei Kopfball tore nicht mal schlecht. Es braucht aber keiner zu glauben, dass ich damit glücklich bin. Wir müssen unsere Stärken besser nutzen.

kicker: Ihre Stärke ist das Kopfball spiel, Sie bekommen aber keine Flanken. Die Stärke von Lövenkrands heißt Schnelligkeit. Er kriegt aber keinen Ball in den Lauf.

Kuranyi: Das ist schlecht, Sie haben recht. Es fehlen Automatismen. Diese zu erarbeiten dauert offenbar länger, als wir gehofft haben.

kicker: Sie selbst spielten zuletzt schwächer denn je.

Kuranyi: Wenn es im Team nicht läuft, ist es schwierig, gut auszusehen. Jeder unserer Stürmer ist nach dem Spiel kaputt, ist viel gelaufen – wenn aber nichts dabei rauskommt, ist man falsch gelaufen. Frustrierend.

kicker: Der Wechsel nach Schalke hat sich für Sie noch nicht gelohnt.

Kuranyi: Es war aber kein Fehler. Schalke ist ein großer Klub. Ich fühle mich wohl – mit Erfolg würde ich mich aber wohler fühlen.

kicker: Sie fühlen sich wohl? Ihr Image bei einigen Fans ist längst, dass Sie gar nichts können.

Kuranyi: Es ist eine Katastrophe, was da passiert. Man tut so, als wenn ich noch nie gegen den Ball getreten hätte. Meine 14 Tore in 35 Länder spielen, meine Tore in Stuttgart – alles vergessen. Das muss man erst mal wegstecken.

kicker: Wann sagen Sie: Das hat kei nen Sinn mehr?

Kuranyi: Ich gebe nicht auf. Und ich lasse mich nicht kaputt machen. Kopf hoch und durch. Wenn diese Zeit vorbei ist, habe ich eine Menge gelernt. Egal, wie hart die Kritik noch wird: Ich renne nicht davon. Ich will hier Erfolg haben.

kicker: Verfluchen Sie die sieben Millionen Euro Ablöse?

Kuranyi: Nein. Es war klar: Wenn es nicht läuft, fällt die Summe auf mich zurück. Trotzdem wollte ich diese Herausforderung.

kicker: Manager Müller fordert, Sie müssten mehr tun. Zurecht?

Kuranyi: Das gilt sicher nicht nur für mich. Alle hier müssen mehr tun.

kicker: Warum werden so viele Spie ler schlechter, nachdem Sie auf Schalke sind – Sie inklusive?

Kuranyi: Es gibt auch Spieler, auf die das nicht zutrifft. Bordon etwa, Lincoln, Asamoah oder Rafinha. Bei anderen muss man fragen: Liegt es wirklich nur an diesen Spielern?

kicker: Was glauben Sie?

Kuranyi: Hier ist alles anders, als bei den Klubs, wo wir herkamen. Hier wird in der Öffentlichkeit immer das Negative gesucht, und jede Kleinig keit ausgeschlachtet. Wenn Schalke gewinnt, wird noch kritisiert, was alles schlecht war. An diese Erwar tungshaltung müssen sich viele erst gewöhnen. Andere Klubs ziehen aus Niederlagen das Positive – auf Schalke läuft es umgekehrt. Das ist echt ein Wahnsinn!

kicker: Schlägt dieses Schalke am Sonntag die Bayern?

Kuranyi: Ja, wenn wir uns helfen. Ob ich spiele, muss der Trainer wis sen. Aber: Es geht nicht nur um das Bayern-Spiel. Wir können hier richtig viel Erfolg haben – wenn sich einiges ändert.

Interview: Jean-Julien Beer




Presse- und Internetspiegel Oktober 2006

30.10.2006 - Zu viele Schalker Schüsse in den Ofen - Quelle/© www.rp-online.de

Gelsenkirchen. Mit der höchsten Saisonniederlage, dem 0:3 beim VfB Stuttgart, hat sich die Talfahrt von Schalke 04 rasant beschleunigt. Die Krise des Titel-Kandidaten - auch eine Frage von Fehleinschätzungen. Schalke erlaubt sich zu viele Schüsse in den Ofen.

Der Tag danach. Manager Andreas Müller ging nicht an sein Handy, Trainer Mirko Slomka verweigerte jeden Kommentar, auch die Spieler brachten nach dem Training keine Silbe heraus. Das große Schweigen der Schalker. Wochenlang hatten sie die Niederlagen hinterher schön geredet - es hatte nichts gebracht. Wie so vieles. Es ist wenig geblieben von den großen Plänen, die Manager Müller und Trainer Slomka vor der Saison hatten. Manches entpuppte sich als Schalker Schuss in den Ofen:

Zum Beispiel der Zug, mit Peter Boltersdorf einen Motivations-Trainer zu verpflichten. Im Trainingslager vor der Saison mussten die Spieler T-Shirts tragen mit der Aufschrift "Totale Dominanz". Skeptiker hatten das schon damals als völligen Firlefanz bezeichnet. Mittlerweile ist von Boltersdorf in Schalke kaum noch die Rede.

Neben Boltersdorf wurde auch ein Technik-Trainer verpflichtet. Der erst 23-jährige Nestor Jevtic - von Manager Müller alsbald als "Glücksfall für Schalke" gefeiert. Man muss aber auch nach vier Monaten immer noch sehr genau hinsehen, um einen technischen Fortschritt im Schalker Spiel erkennen zu können.

Überhaupt, die Spielweise: Schalke wollte schnell und direkt nach vorne spielen - ungefähr so wie Arsenal London. Etwa 1,5 Ballkontakte sollten es im Durchschnitt sein, bis die Kugel von einem Schalker bis zum nächsten rollt. In den ersten Spielen funktionierte das noch ganz gut. Jetzt ist man schon froh, wenn der Ball überhaupt beim Mitspieler landet.

Slomka wollte für sein schnelles Offensivspiel ein System mit drei Spitzen einführen. Als Linksaußen wurde dafür der flinke Däne Peter Lövenkrands verpflichtet - denn so ein Spielertyp hatte Schalke im Vorjahr gefehlt, erklärte Müller. Insider behaupten, dass Lövenkrands in Schalke ungefähr so viel verdient wie in der Vergangenheit sein Landsmann Ebbe Sand - das hätte wirklich gerade noch gefehlt...

Trainer und Manager sind sich sicher, dass die Qualität des Kaders ausreicht, um die hohen Ziele zu erreichen. Gut, beim Spiel in Stuttgart fehlten sechs verletzte Spieler - mit Boenisch und Baumjohann (beide erst 19 Jahre alt) mussten zwei Youngster ran. Doch Stuttgart hatte sogar drei Nachwuchsspieler in der Start-Elf - zwei davon (Sami Khedira und Serdar Tasci) schossen die Tore. Ist der Schalker Kader doch nicht so stark, wie alle glauben?

Ganz oben auf die Fahnen hatten sich die Schalker geschrieben, dass der Teamgeist besser werden muss. Dafür hat sich Slomka allerlei gemeinsame Freizeitaktivitäten für die Spieler ausgedacht - u.a. auch ein Fahrsicherheitstraining. Trotzdem gab es einen Crash - mit der Petzer- und der Maulwurf-Affäre.

Am Sonntag empfängt Schalke die Bayern: Slomka fürchtete nach der 0:3-Pleite in Stuttgart, dass nun ein "Sturm" aufzieht, wenn auch dieses Spiel nicht gewonnen wird. Manager Müller wollte nichts sagen. Journalisten entgegnete er: "Ihr fragt doch sowieso immer das Gleiche."

Klar. Die Mannschaft spielt ja auch immer das Gleiche.

Manfred Hendriock

NACHGEFRAGT

"Slomka steht nicht in Frage"

Clemens Tönnies ist Vorsitzender des Schalker Aufsichtsrats. Manfred Hendriock sprach mit ihm über die Trainerfrage.

Mirko Slomka glaubt, dass der Gegenwind sich zu einem Sturm ausweitet, wenn Schalke jetzt nicht gegen die Bayern gewinnt. Wird dieser Sturm dann in Schalke aufziehen?

Clemens Tönnies: Von unserer Seite nicht. Wir setzen auf Kontinuität und stellen Mirko Slomka nicht in Frage.

Wie lange gilt dieses Vertrauen? Gibt es eine Frist für den Trainer, bis sich der Erfolg einstellen muss?

Nein. Wie nervös soll die Mannschaft denn gegen Bayern auflaufen, wenn dies ein Schicksalsspiel ist?

In Schalke werden Trainer normalerweise schnell in Frage gestellt. Warum gilt dies bei Slomka nicht?

Er ist ja nicht völlig ohne Erfolg. Schauen Sie sich doch die Statistik an. Ich halte Mirko Slomka für einen guten Trainer, und ich bin auch davon überzeugt, dass er die Mannschaft erreicht.

Nach dem Ausscheiden aus beiden Pokal-Wettbewerben und der Auswärtsschwäche in der Bundesliga ist die Stimmung lausig...

Im Aufsichtsrat rumort es aber nicht. Und finanziell sind wir auch gut aufgestellt. Wir werden unsere Ziele weiter verfolgen.

Schalke möchte Deutscher Meister werden...

Das wird auch eines Tages passieren. Ich werde auf meinem Gebiet so lange für Schalke rackern, bis wir Deutscher Meister sind.

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30.10.2006 - Schwache Schalker erwarten als nächstes den FC Bayern - Quelle/© www.kicker.de

Stuttgart überzeugte gegen die Gelsenkirchener und erzielte zu den richtigen Zeitpunkten die Tore. Der junge Khedira besiegte die Königsblauen fast im Alleingang. Schalke wehrte sich nicht gegen die Niederlage und bot eine schwache Vorstellung, während der VfB seit nunmehr sechs Spielen ungeschlagen ist.

Personell gab es beim VfB keine Änderungen nach dem 1:1 in Wolfsburg.

Schalkes Trainer Mirko Slomka nahm nach dem Pokalaus in Köln (2:4 n.V.) einige Änderungen vor: Lincoln (Muskelfaserriss) und der angeschlagene Kobiashvili (auf der Bank) fehlten in der Startaufstellung genauso wie der formschwache Kuranyi. Varela, Boenisch und Lövenkrands durften auflaufen.

Entschlossen und aggressiv gingen die "Knappen" in der Anfangsphase zu Werke. Ein abgefälschter 18-Meter-Schuss von Hamit Altintop flog knapp über das Tor der Schwaben hinweg (4.), bei einem sehenswerten Distanzversuch von Boenisch musste sich VfB-Keeper Hildebrand gehörig strecken, um das sich gefährlich senkende Leder zur Ecke zu klären (11.).

Mit zunehmender Spieldauer gestaltete sich die Partie immer ausgeglichener. Stuttgart legte die Trägheit ab und hätte in der 27. Minute in Front gehen können: Da Silva scheiterte an Rost, den Nachschuss von Cacau rettete Krstajic in höchster Not auf der Linie.

Fünf Minuten später musste Schalke dem erhöhten Druck der Gastgeber aber nachgeben. Ein langer Pass in die Spitze erreichte Khedira, der das Leder eigentlich direkt weiterleiten wollte. Rodriguez brachte sein Bein dazwischen, legte dadurch aber mustergültig für Khedira auf. Der 19-Jährige nahm den "Doppelpass" dankend an und traf aus 20 Metern ins linke, untere Eck.

Die "Königsblauen" verpassten den direkten Ausgleich - Bajramovic schoss das Leder aus kurzer Distanz über das Tor -, und so drängte der VfB auf einen zweiten Treffer vor der Pause. Beinahe wäre dies der Veh-Truppe auch gelungen: Gomez kam nach Flanke von Osorio frei zum Kopfball, traf das Leder aber nicht richtig. So ging es mit der 1:0-Führung für die Hausherren in die Kabinen.

Was Gomez kurz vor der Pause verpasste, holte Khedira kurz nach Wiederanpfiff nach. Nur wenige Sekunden waren im zweiten Abschnitt gespielt, da setzte Pardo den 19-Jährigen ein, der von der Schalker Hintermannschaft sträflich allein gelassen wurde. Khedira überlupfte den herauseilendenen Rost und erzielte so seinen zweiten Treffer in dieser Partie.

Um das Spiel noch zu drehen, kam von Schalke viel zu wenig. Die Slomka-Elf brachte nicht genug Engagement und Courage auf, um den Anschlusstreffer zu erzielen. In der 75. Minute machten die defensiv stabilen Stuttgarter den Sack zu. Bokas Flanke aus dem Halbfeld schoss Tasci S04-Schlussmann Rost volley durch die Beine. Krstajic stand viel zu weit vom Torschützen weg.

In der Schlussviertelstunde kam nach einigen Nickeligkeiten etwas Hektik in die Partie. Letztlich fanden sich die "Königsblauen" aber mit der Niederlage ab. Es blieb letztlich beim verdienten 3:0 für eine Stuttgarter Mannschaft, die nur in der Anfangsphase mit dem Gast aus Gelsenkirchen Probleme hatte.

Stuttgart kann nächste Woche in Aachen weiter auf Punktejagd gehen. Die krisengeschüttelten Schalker haben im Spitzenspiel den FC Bayern zu Gast.

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27.10.2006 - Slomka liebäugelt mit Rückkehr zum 4-3-3 - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Es ist das Spiel eins nach der Pokal-Pleite. In der vergangenen Saison ging auch das verloren: Nach der 0:6-Klatsche in Frankfurt musste Schalke zum damals allerdings bärenstarken Hamburger SV und verlor 0:1.

Am Sonntag, fünf Tage nach der 2:4-Niederlage beim Zweitligisten Köln, spielt Schalke beim VfB Stuttgart - und reist am Samstag trotz der Pokal-Schlappe mit breiter Brust ins "Ländle". "Wir haben etwas zu verteidigen, sind Tabellenzweiter und punktgleich mit dem Spitzenreiter. Wenn wir jetzt also nicht mit breiter Brust auflaufen, wann denn dann?", fragt Trainer Mirko Slomka, wohlwissend, dass sich seine Mannschaft bis auf den 2:1-Sieg in Hamburg - und da überzeugte sie auch nicht unbedingt - in den vergangenen Auswärtsspielen nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Slomka selbst will mit gutem Beispiel vorangehen und sich taktisch etwas einfallen lassen.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Schalke in Stuttgart wieder zum 4-3-3-System zurückkehrt, mit dem der Club auch in die Saison ging. Dieses Planspiel kommt ein wenig überraschend, weil die "Königsblauen" durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Asamoah und Larsen ohnehin nur noch drei Stürmer zur Verfügung haben.

Slomka: "Insofern wäre ein Beginn mit drei Stürmern ungünstig, weil wir dann nichts mehr zum Nachladen hätten. Aber bei einer zuhause anfälligen Mannschaft könnte das durchaus Sinn machen."
Mit vier Punkten aus vier Spielen gehört der VfB Stuttgart, der mit einem 0:3 gegen Nürnberg in die Saison startete, zu den bislang heimschwächsten Mannschaften der Liga.

Im 4-3-3-System hätte dann auch Kuranyi wieder seinen Platz, entscheidet sich Slomka anders, muss der Nationalstürmer a. D. vielleicht auf die Bank. Letzte Entscheidungen fallen erst im Abschlusstraining am Samstag, schließlich gibt es auch bei den am Donnerstag noch als Ausfälle geltenden Rodriguez und Kobiashvili leichte Hoffnung, dass sie spielen können. Nicht mal Lincolns Einsatz wollte Slomka gestern komplett ausschließen: "Er ist das Herzstück der Mannschaft. Klar, dass wir bei ihm alles versuchen. Schließlich ist auf den Bildern nicht deutlich zu erkennen, dass er wirklich einen Muskelfaserriss hat." Kann Lincoln wie erwartet nicht spielen, darf sich Jung-Profi Mesut Özil Start-Chancen ausrechnen.

Schalker Pokal-Pleiten müssen übrigens nicht immer Niederlagen nach sich ziehen. 2003 verlor Schalke im Pokal in Freiburg mit 3:7 und gewann kurz danach mit 2:0 - gegen die Bayern. Es gibt also Hoffnung.

Norbert Neubaum

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26.10.2006 - "Aus im Pokal ist auch eine Chance" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Das Schalker Training war am Donnerstag fast beendet, da humpelte Lincoln frustriert vom Platz. Der Brasilianer zog sich bei einem Sprint ohne Fremdeinwirkung einen Muskelfaserriss zu und fällt mindestens zwei Wochen aus. Weil auch die Einsätze von Kobiaschwili (Sehneneinriss im linken Oberschenkel) und Rodriguez (Zehenverletzung) nahezu ausgeschlossen sind, hat sich die Schalker Personallage vor dem Spiel beim VfB Stuttgart dramatisch verschlechtert.

Ähnliche Verletzungsprobleme hatten die Königsblauen auch bei ihrem letzten Gastspiel im Daimler-Stadion. Es war der 17. Dezember 2005, als Schalke dort mit 0:2 verlor. Oliver Reck kann sich an diese Partie noch sehr gut erinnern, denn damals fungierte der heutige Torwart-Trainer des FC Schalke 04 das erste und einzige Mal als Cheftrainer, nachdem sich Schalke von Ralf Rangnick getrennt hatte. Oliver Reck über ...

...sein Trainerdebüt: - "Es war damals eine unglückliche Konstellation. Wir hatten kurz vor der Winterpause viele verletzte und angeschlagene Spieler, so dass wir keinen Rhythmus in Stuttgart fanden. Krstajic verletzte sich auch noch während der Partie. Hinzu kam in der Endphase des Spiels auch noch die Gelb-Rote Karte für Zlatan Bajramovic. Dass Mirko Slomka dann die Nachfolge von Ralf Rangnick angetreten hat, löste bei mir keinen Frust aus. Ich bin Angestellter des FC Schalke 04 und freue mich jeden Tag, für diesen Verein arbeiten zu dürfen. Hier wird es nie langweilig."

...seine sportlichen Ziele als Trainer: - "Hauptsächlich bin ich für die Torhüter zuständig, doch ich habe in meiner Arbeit immer auch das Ganze des Vereins im Blick. Deshalb sehe ich mir auch regelmäßig die Spiele der Oberliga-Mannschaft und der A-Jugend an. Man muss immer auf dem laufenden bleiben. Langfristig strebe ich eine Cheftrainerposition im Profibereich an, sonst hätte ich den Trainerschein ja nicht gemacht. Ich habe in meiner Karriere viele gute Trainer gehabt und mir von jedem eine Menge abgeschaut. Dieses Wissen möchte ich später auch einmal als Cheftrainer weiter geben. Wann das sein wird, muss man abwarten. Beide Seiten müssen zueinander passen."

...seine Bewertung des bisherigen Saisonverlaufs: - "Das UEFA-Cup-Aus kam gegen einen sehr starken Gegner zustande. AS Nancy wurde im Vorfeld als "Bauerntruppe" eingestuft, doch das ist diese Mannschaft in keiner Weise. Es ist kein Zufall, dass Nancy eine so gute Rolle in der französischen Liga spielt. Ich hatte die Mannschaft im Vorfeld mehrfach beobachtet und wusste, dass uns ein ganz starker Gegner erwartet. Das hat sich dann durch unser Ausscheiden leider auch bestätigt. Zum DFB-Pokal:
Hätte Bajramovic nicht die Rote Karte gesehen, wären wir in Köln weiter gekommen. Da bin ich mir ganz sicher. Doch durch den Platzverweis wurden wir entscheidend geschwächt und konnten das in der Verlängerung in Unterzahl nicht mehr auffangen."

...seine Prognose für die Bundesliga: - "So merkwürdig es sich vielleicht anhört: Das Aus in den beiden Pokalwettbewerben kann für uns auch eine Chance sein. Denn jetzt kann sich die Mannschaft ausschließlich auf die Bundesliga konzentrieren. Es gibt keine Doppel- oder Dreifachbelastung mehr. Solch eine Gelegenheit muss man als Spieler aber auch nutzen. Alibis gibt es jetzt keine mehr. Wir haben eine gute Ausgangsposition in der Bundesliga und dürfen nun nicht mehr leichtfertig Punkte verschenken."

...seine Meinung zum VfB Stuttgart: - "Unser nächster Gegner hat für mich bisher weder geglänzt noch enttäuscht. Der VfB hat eine starke Defensive und lässt meistens den Gegner das Spiel machen. Deshalb dürfen wir im Daimler-Stadion auf keinen Fall Konterchancen des Gegners zulassen."

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S04-Manager Andreas Müller appellierte nach dem 2:4-K.o. in Köln an Nationalstürmer Kevin Kuranyi, sich selbst aus dem Formtief zu holen: "Kevin muss jetzt mehr tun. Er muss die gnadenlose Bereitschaft haben, sich rauszukämpfen." Auch nach dem Donnerstags-Training hielt Kuranyi es nicht für nötig, den Journalisten Rede und Antwort zu stehen. Im Trainingsspiel musste der umstrittene Stürmer zuvor in der "B-Elf" spielen.

Frank Leszinski

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26.10.2006 - Kritik an Kuranyi - Slomka plagen nach Lincoln-Ausfall große Sorgen - Quelle/© dpa

Gelsenkirchen (dpa) - Dem FC Schalke 04 steht ein stürmischer Herbst bevor. Die Personalsorgen wachsen, die Kritik an Kevin Kuranyi nimmt zu. Der 24 Jahre alte Nationalstürmer gerät nach seinem erneut schwachen Auftritt bei der 2:4-Pokalniederlage beim Zweitligisten 1. FC Köln, wo er von Trainer Mirko Slomka zur Halbzeit ausgewechselt wurde, mehr und mehr ins Abseits.

Dass Kuranyi sich im Mannschaftsbus verkroch, statt auf die Auswechselbank zurückzukehren, nahmen ihm die Schalker Verantwortlichen übel und brummten ihm eine Geldstrafe auf. Im Bundesligaspiel am Sonntag bei seinem Ex-Club VfB Stuttgart droht dem Angreifer ein Platz auf der Bank.

"Kevin muss jetzt mehr tun. Er muss die gnadenlose Bereitschaft haben, sich rauszukämpfen", forderte Manager Andreas Müller im Interview mit dem "kicker" (Donnerstag-Ausgabe), der sich um die Verfassung des im Sommer 2005 für knapp sieben Millionen Euro aus Stuttgart verpflichteten Angreifers sorgt. "Kevin fehlt momentan das Selbstvertrauen. Seine Rückrunde war nicht gut, dann die WM- Geschichte. Jetzt setzt er sich enorm unter Druck."

Ausgerechnet vor den schweren Partien in Stuttgart und eine Woche später gegen Bayern München nehmen die Personalsorgen beim Tabellen- Zweiten bedrohliche Ausmaße an. Der brasilianische Spielmacher Lincoln zog sich am Donnerstag im Training einen Muskelfaserriss zu und fällt mindestens zwei Wochen aus. Zudem sind auch die Einsätze von Lewan Kobiaschwili und Dario Rodriguez nahezu ausgeschlossen. Rodriguez zog sich beim Pokalspiel in Köln eine Knochenabsprengung am Zeh zu, Kobiaschwili erlitt einen Sehneneinriss im linken Oberschenkel. "Wir arbeiten fieberhaft daran, die beiden bis Sonntag spielfähig zu bekommen", sagte Clubarzt Thorsten Rarreck. "Doch aus heutiger Sicht wäre es eher ein medizinisches Wunder, wenn das klappt." Ohnehin nicht dabei sind die verletzten Gerald Asamoah, Fabian Ernst, Sören Larsen, Mathias Abel und Christian Pander.

Slomka stellte sich lange schützend vor den unter der Torflaute leidenden Kuranyi und lobte ihn auch nach schlechten Leistungen. Nun muss er sich fragen, wie lange er es sich noch leisten kann, angesichts der wachsenden Drucks und des Vorfalls in Köln an dem 24- Jährigen festzuhalten, der es in dieser Saison erst auf zwei magere Bundesliga-Tore brachte. Viele Alternativen im Sturm hat der Coach allerdings nicht, weil auch die Neuzugänge Halil Altintop und der Däne Peter Lövenkrands von ihrer Bestform weit entfernt sind.

Müller macht die Misere nach dem Scheitern im UEFA-Cup gegen AS Nancy und dem Aus im DFB-Pokal aber nicht allein an Kuranyi fest, der bei den Schalke-Fans seinen Kredit längst verspielt hat und zuletzt mehrfach ausgepfiffen wurde. "Kevin wird mir zu oft und oft auch ungerecht herausgepickt", sagte Müller, der weiterhin grundsätzlich von der Qualität der Mannschaft überzeugt ist.

Gleichwohl attestiert er einigen Spielern, derzeit "nicht annähernd Normalform" zu erreichen. Es kommt Müller aber weiter nicht in den Sinn, den im Januar zum Cheftrainer beförderten Slomka für den Zustand des Teams verantwortlich zu machen: "Der Trainer arbeitet hart - aber bei den Spielern müssen die Schrauben angezogen werden", verlangte er.Donnerstag,

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25.10.2006 - Schalke verschläft auch zweiten Hochzeitstanz - Quelle/© www.westline.de

Köln - Frank Rost hätte den grünen Rasen am liebsten gar nicht verlassen, hätte sich möglichst unter der Grasnarbe verkrochen. Doch dann ging er in die Kurve, warf mit kräftigem Armzug den wenigen Schalker Fans, die noch nicht geflüchtet waren, sein Torwart-Trikot zu, ging langsam zurück aufs Feld, mit finsterer Miene, nachdenklich, fast in sich gekehrt.

"Wenn wir in der ersten Hälfte so schlafen, dann müssen wir jetzt gar nicht drum herumreden. So darf ein FC Schalke 04 nicht auftreten", meinte der Schlussmann. Ihm wäre sicher noch eine Menge mehr zu diesem peinlichen 2:4 n. V. der Königsblauen im DFB-Pokal beim 1. FC Köln eingefallen, aber den Rest schluckte der Torhüter lieber herunter. Das Wichtigste hatten alle ja ohnehin gesehen, den Rest konnte sich jeder zusammen reimen.

Auf drei Hochzeiten wollten die Königsblauen in dieser Saison beschwingt tanzen, nun bleibt nur noch die Bundesliga. Im UEFA-Cup in Nancy gründlich blamiert, beim Zweitligisten Köln kräftig aus dem Pokal geschunkelt, schmerzhafte Katerstimmung mitten in der Karnevals-Hochburg. Wieder eine Geldquelle trocken gelegt, wieder blamiert, wieder neue Unruhe gesät.

Viele waren wie vom Erdboden verschluckt oder schwiegen beharrlich, nur der Manager redete und redete. Und er sagte zumindest soviel: "Eine Entlassung von Mirko Slomka ist bei uns kein Thema. Ich stehe voll zum Trainer und habe volles Vertrauen in seine Arbeit."

Vertrauen in seine Elf kann er nicht wirklich mehr haben, auch wenn er halbherzig anderes betont. Denn unter dem Strich bleibt eigentlich nur immer die Pauschal-Aussage, die Truppe habe genug Qualität. Dann aber haben "einige nicht Normalform", dann sind andere "nicht clever genug", dann passieren "individuelle Fehler", auch "Undiszipliniertheiten", und überhaupt mangelt es immer "an der Konstanz".

Lange Schläge

All das stimmt, aber am meisten stimmt, dass die Elf sich spielerisch wenig bis gar nicht entwickelt. Das gewünscht schnelle Kurzpass-Spiel ist kaum zu entdecken, lange, unkontrollierte Schläge bestimmen viel zu häufig das schlechte Bild. Da passt es fatal, wenn Kevin Kuranyi nach seiner Auswechslung beleidigt im Bus abtaucht und am Rest-Kampf der Truppe keinen Anteil nimmt. So bleibt nach diesen 120 Minuten eine fast schon depressive Grund-Stimmung. Wie die Saison denn jetzt noch gerettet werden könne? "Indem wir in der Bundesliga auf Platz zwei bleiben", meinte Frank Rost. Ob er selbst daran glaubt?

Schalkes Zlatan Bajramovic wurde am Mittowch vom DFB nach seiner Roten Karte gegen Köln für zwei Pokalspiele gesperrt.

Gerd Strohmann

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25.10.2006 - Pokal-Pleite bleibt ohne Konsequenzen für Slomka / Müller: "Stehe zum Trainer" / Kuranyi schmollt im Mannschaftsbus - Quelle/© www.westline.de/sid

Köln (sid) Als der nächste Titel-Traum geplatzt war, hatte Andreas Müller großen Gesprächsbedarf - doch über den glücklosen Trainer Mirko Slomka wollte der Manager von Schalke 04 partout nicht diskutieren.

"Eine Entlassung von Slomka ist bei uns überhaupt kein Thema. Ich stehe voll zum Trainer und habe vollstes Vertrauen in seine Arbeit", meinte Müller und versuchte die 2:4 (2: 2, 0:2)-Pleite nach Verlängerung im DFB-Pokal beim Zweitligisten 1. FC Köln vielmehr mit einer Verkettung unglücklicher Umstände zu erklären.

Müller redete nach der zweiten Schmach binnen weniger Wochen - im September waren die Schalker auch im UEFA-Cup am AS Nancy gscheitert - lieber von unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen, vom Fehlverhalten einzelner Spieler, von personellen Engpässen und von den Gesetzen des Pokals. Man müsse nun einfach wieder aufstehen und sich ganz auf die Bundesliga konzentrieren.

An der Qualität mangele es nicht, aber irgendwie scheint auch Müller nicht an eine Chance im Bundesliga-Titelrennen zu glauben: "Die Mannschaft kann nicht 30 Spiele so auftreten wie Bremen. Werder ist momentan die spielstärkste Mannschaft." Der kleine Aufwärtstrend auf Schalke ist nach nur zwei Spielen jedenfalls wieder dahin, stattdessen herrscht beim Bundesliga-Zweiten Krisen-Stimmung. Der formschwache Nationalspieler Kevin Kuranyi schmollte nach seiner Auswechslung über eine Stunde beleidigt im Mannschaftsbus (Müller: "Das werde ich intern mit Kevin besprechen") und Hamit Altintop forderte einen "Arschtritt für den einen oder anderen Spieler". Wen der Türke damit meinte, war klar. Zlatan Bajramovic wurde nach seiner unnötigen Roten Karte nach einer Tätlichkeit (69.) von allen Seiten zum Sündenbock abgestempelt, auch von Slomka: "Durch die Rote Karte wurde die ganze Mannschaft bestraft. Das Spiel stand auf der Kippe, am Ende haben uns dadurch die Kräfte gefehlt."

Slomka machte es sich bei seinen Erklärungsversuchen für die neuerliche Pleite recht einfach. Dabei hatten es die Schalker nach "einer verschlafenen ersten Halbzeit" (Frank Rost) eher der Kölner Fahrlässigkeit bei der Chancenverwertung zu verdanken, dass sie überhaupt noch einmal ins Spiel zurückkamen. Denn nach der 2:0-Führung durch ein Eigentor von Dario Rodriguez (34.) und Milivoje Novakovic (36.) hätte Matthias Scherz kurz nach der Pause mit zwei hochkarätigen Möglichkeiten für den FC alles klar machen müssen. Stattdessen schafften Peter Lövenkrands (55.) und Rodriguez (55.) noch einmal den Ausgleich, ehe in der Verlängerung die "Geißböcke" durch Thomas Broich (98.) und Adil Chihi (111.) vor 50. 000 Zuschauern in der ausverkauften Kölner WM-Arena zurückschlugen und die Trainer-Diskussion auf Schalke wieder in Gang setzten.

Slomka nahm die Kritik an seiner Person äußerlich gelassen hin: "Auf Schalke ist immer was los. Das wird auch so bleiben, selbst wenn wir eine Siegesserie hinlegen." Von den Spielern schlug sich zumindest Halil Altintop auf Slomkas Seite. "Man sieht doch in der Bundesliga, dass Slomka ein guter Trainer ist. Wir stehen nicht umsonst da oben. Wie wir in der ersten Halbzeit aufgetreten sind, kann ich nicht erklären. Mit dem Trainer hat dies nichts zu tun", sagte der Stürmer und beschäftigte sich auch mit der Qualitätsfrage: "Wir haben keinen Spieler, der ein Spiel selbst entscheiden kann. Das müssen wir als Mannschaft auffangen."

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25.10.2006 - Kevin allein, aber wo? - Quelle/© www.spiegel.de

Ein wankender Abwehrchef, ein undisziplinierter Mittelfeldspieler, ein verschwundener Nationalstürmer: Für den FC Schalke verlief das DFB-Gastspiel in Köln ernüchternd. Die Niederlage in der Verlängerung bedeutet dabei mehr als nur das Aus im beliebten Pokalwettbewerb.

Selbst seine Vorgesetzten wussten nicht, wo ihr Nationalspieler gewesen war. "Ich habe ihn nicht gesehen", sagte Schalkes Manager Andreas Müller, "ich habe das Spiel geschaut." Auch Mirko Slomka hatte keine Ahnung, wohin Kevin Kuranyi nach der Auswechselung zur Halbzeit verschwunden war. Auf der Bank hatte er nicht gesessen, auf der Tribüne hatte ihn niemand gesehen. Hatte Kuranyi sich frustriert in den Bus gehockt, oder hatte er sich gar in die Reihe berühmter Stadionflüchtiger in Königsblau einsortiert? Jens Lehmann war einst aus Leverkusen mit der S-Bahn nach Hause gefahren, nachdem er zur Halbzeit ausgewechselt worden war. Ailton hatte das Auto genommen, nachdem er in der vorletzten Saison im Heimspiel gegen Hansa Rostock vom Platz gestellt worden war.

"Über die Leistung von Kevin muss man reden", sagte Slomka. Kuranyi spielte auch in Köln schwach, und inzwischen hat sich die Geduld mit ihm fast erschöpft. "In einem Moment, in dem man emotional so angefasst ist, möchte ich nicht die Entscheidung treffen, ob er in Stuttgart spielt", sagte der Trainer. Zumindest ist es nun aber nicht mehr ausgeschlossen, dass Kuranyi, der trotz zumeist schwacher Leistungen einen Stammplatz hatte, am kommenden Sonntag bei seinem alten Verein auf die Bank muss.

Allerdings luden Trainer und Manager die Schuld für die 2:4- Niederlage beim Zweitligisten nicht allein bei Kuranyi ab. In einer von der ganzen Mannschaft verschlafenen ersten Halbzeit wurde der traurige Stürmer gegen alle Verabredungen ständig mit hohen Bällen angespielt. Außerdem hatte er schlicht Pech. "Der Junge ist sowieso blockiert, und dann nimmt man ihm auch noch ein Tor weg", sagte Müller mitfühlend. In der 20. Minute wurde die 1:0-Führung der Schalker durch Kuranyi wegen einer vermeintlichen Abseitsposition zu Unrecht aberkannt. So stand es zur Halbzeit 2:0 für die furiosen Kölner, und dennoch hätte die Geschichte dieses Spiels die einer Wiederauferstehung sein können und eine Widerlegung vieler Vorwürfe, die man der Schalker Mannschaft in den letzten Wochen gemacht hatte.

Während sie nämlich oft zu Beginn gut gespielt hatte und danach einknickte, erhob sie sich diesmal aus der Asche einer schwachen ersten Halbzeit und drehte die Partie. Die Zuschauer sahen nun ein hinreißendes und schließlich dramatisches Pokalspiel, in dem Peter Lövenkrands den Anschlusstreffer erzielte. Der Ausgleich durch Dario Rodriguez gelang sogar in Unterzahl, der Platzverweis für Zlatan Bajramovic in der 69. Minute erwies sich dennoch als spielentscheidend.

Exklusive Wahrnehmung

"Ich bin extrem provoziert worden, und wenn der Schiedsrichter nur ein bisschen Fingerspitzengefühl hat, muss er sie nicht geben", sagte Bajramovic, aber das war doch eine exklusive Wahrnehmung der Rangelei mit dem Schweizer Nationalspieler Ricardo Cabanas. Die Last der Unterzahl vermochten die Schalker nur bis in die Verlängerung zu tragen. Als auch noch der grippegeschwächte Marcelo Bordon ausgewechselt werden musste, brachen die Schalker ein.

Ein wankender Abwehrchef, ein undisziplinierter Mittelfeldspieler, ein verschwundener Nationalstürmer, das Aus im Pokal hinterließ bei den Schalkern eine Achse der Sorgen. Vor allem erhöht das Ausscheiden aus zwei von drei Wettbewerben nun den Erfolgsdruck in der Bundesliga. Nachdem die Mannschaft sich zuletzt im Windschatten des Gasprom-Deals etwas erholen konnte, dürfte diese Schonzeit schon wieder vorbei sein. "Es war nie ruhig, und das wird auch so bleiben", prognostizierte Manager Müller.

Das gilt eigentlich stets auch für den 1. FC Köln, aber die beste Saisonleistung verschaffte einen wesentlichen Erkenntnisgewinn. "Wir brauchen unsere Qualität nicht in Frage zu stellen", sagte Kölns Spielmacher Thomas Broich. An der Qualität des Teams hatte es zuletzt Zweifel gegeben, aber die Kölner genossen das Spiel gegen offensive Schalker.

"Wenn du nach Haching fährst und es steht 1. FC Köln drauf, hast du so gut wie keine Räume", sagte Broich. Gegen Schalke zeigten sich auch die Qualitäten des 1,4 Millionen Euro teuren Milivoje Novakovic, der vom bulgarischen Erstligisten Litex Lovetch kam und sich als toller Konterstürmer entpuppte. Aber wozu braucht der 1. FC Köln in der zweiten Liga eigentlich einen Konterstürmer?

Vielleicht ist das nur der Vorgriff auf eine schöne Zukunft in der Bundesliga. "Wir sind gezwungen aufzusteigen, wenn wir schönen Fußball spielen wollen", sagte Broich. Bis dahin stehen aber noch etliche quälende Zweitligakicks auf dem Programm und die Hoffnung auf einen Gegner in der nächsten Pokalrunde, der mitspielen will und es ausreichend nachlässig tut.

Christoph Biermann

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24.10.2006 - Schalke geht am Rhein den Bach runter - Quelle/© www.westline.de

Köln - Und Tschüss! Ebenso kurz wie schmerzhaft hat sich der FC Schalke 04 aus dem DFB-Pokal verabschiedet. 2:4 nach Verlängerung unterlagen die Königsblauen im RheinEnergieStadion dem 1. FC Köln, eine ebenso bittere wie blamable Niederlage.

Nichts, aber auch gar nichts hatten sie aus dem schnellen Aus im UEFA-Cup in Nancy gelernt. Als klarer Favorit war der Tabellenzweite in die Partie gegangen, doch der Zweitligist hatte über 120 Minuten gesehen einfach mehr Herz, mehr Leidenschaft. Schalke nahm viel zu spät den Kampf auf, mit Hacken-Spielereien und Zaubertricks lassen sich solche Pokal-Fights nicht gewinnen.

"Es wird ein ganz heißer Tanz", hatte Slomka schon vorher angekündigt, "uns erwartet ein Hexenkessel". Natürlich war das RheinEnergieStadion ausverkauft, natürlich schunkelten und tanzten sich die Rheinländer schon vor dem Anpfiff in beste Karnevals-Stimmung.

Rost muss zugreifen

Und die Rheinländer gaben sich von der ersten Minute an betont entschlossen. Lagerblom gab bereits nach drei Minuten eine Kostprobe seiner Schuss-Stärke, Schalke gleich mächtig unter Druck, Rost musste mehrfach beherzt zugreifen. Nur Hamit Altintop schoss einmal entschlossen aufs Kölner Gehäuse, mehr war von den Königsblauen zunächst nicht zu sehen, sie glaubten offenbar, diesen Pokalfight im Schongang erledigen zu können.

Der Zweitligist in jeder Beziehung überlegen, die Abwehr vorbildlich aufmerksam, das Mittelfeld spielfreudiger, vor allem viel flinker. Kuranyi traf zwar ins Tor, und die Abseits-Entscheidung von Schiedsrichter Fandel war höchst umstritten (19.), danach zündeten nur noch die Kölner die Raketen.

Kein Durchatmen

Kobiashvili erlaubte sich einen dusseligen Hackentrick am eigenen Strafraum, Rodriguez konnte Gambinos Schuss nur noch ins eigene Tor ablenken (34.). Schalke hätte gern durchgeatmet, doch da war Novakovic schon entwischt, der Slowene erzielte das 2:0 (36.).

Kuranyi musste gehen, Lövenkrands kam. Und der Däne hatte schnell sein Erfolgserlebnis, traf nach einem Ehret-Fehler zum Anschluss (55.). Endlich wehrten sich die Schalker, es wurde richtig schön turbulent. Doch schon schwächten sie sich wieder selbst, Bajramovic sah nach einem Schubser gegen Cabanas Rot (69.). Aber Schalke war trotzdem im Spiel, tatsächlich fiel durch Rodriguez der Ausgleich (75.). Köln war auch noch da, Scherz erlaubte sich allerdings den Luxus, frei vor dem Tor den Ball ins Aus zu baseln.

Also Verlängerung, Schalke hatte den besseren Beginn, aber Halil Altintop köpfte übers Tor. Und dann war es auch schon passiert: Plötzlich war Broich frei, Rost zum dritten Mal geschlagen (98.). Schalke konnte nicht mehr reagieren, kassierte sogar noch ein viertes Gegentor durch Chihi. Der Traum, wieder mal Pokal-Geschichte zu schreiben, ist ausgeträumt. Ein wirklich bitterer Abend.

Gerd Strohmann

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24.10.2006 - Schalke unterliegt in Unterzahl - Quelle/© www.kicker.de

In einem tollen Pokalfight rang der 1. FC Köln den Erstligisten aus Gelsenkirchen nieder. Bereits bei der 2:0 Pausenführung sahen die Rheinländer wie der sichere Sieger aus, doch Schalke glich im zweiten Durchgang aus und ließ sich auch vom Platzverweis für Bajramovic nicht aus der Fassung bringen. Ein Treffer von Broich in de Verlängerung brachte schließlich die Entscheidung zu Gunsten des leidenschaftlich kämpfenden Zweitligisten.

Kölns Coach Peter Latour schickte gegenüber dem 0:0 bei der SpVgg Unterhaching zwei neue Akteure von Beginn an aufs Feld. Gambino und Scherz hatten sich diese Chance durch beherzte Auftritte als Einwechselspieler verdient. Für Madsen und Chihi blieben zunächst nur Bank-Plätze.

Mirko Slomka plagten keine Personalsorgen. Auch Kapitän Bordon, beim 2:1 gegen Hannover 96 noch durch eine Erkältung außer Gefecht gesetzt, stand wieder zur Verfügung und übernahm seinen angestammten Part in der Innenverteidigung. Vertreter Hoogland rückte wieder ins zweite Glied.

Beide Mannschaften gingen sehr engagiert in die Partie und störten das gegnerische Angriffsspiel durchaus effektiv. So resultierten die ersten Torszenen aus Fernschüssen, mit denen sowohl Lagerblom (3.) als auch Hamit Altintop (6.) ihre Meister in Rost bzw. Wessels fanden.

Nachdem Kölns Kapitän Cabanas eine Kopfball-Chance nicht nutzen konnte (10.), zeigte Kuranyi auf der Gegenseite, dass er das Tore schießen nicht verlernt hat. Frei vor Wessels traf der Schalker zwar sicher ins Netz, der Treffer fand allerdings bei Schiedsrichter Fandel aufgrund einer angeblichen Abseitsstellung keine Anerkennung (19.).

In einer ausgeglichen geführten Partie nutzte der Zweitligist dann innerhalb von zwei Minuten schwere Fehler der "Knappen" zu einer 2:0-Führung. Zunächst vertändelte Kobiashvili an der Außenlinie leichtfertig das Leder gegen Gambino, der in der Folge auch von zwei Schalkern nicht vom Ball getrennt werden konnte. Die Hereingabe des Ex-Dortmunders lenkte Rodriguez unglücklich in die eigenen Maschen (34.). Nur kurz darauf ging Novakovic nach einem Befreiungsschlag von Mitreski auf und davon. Selbst im Strafraum wurde der Slowene von Bordon nicht angegriffen, zog ab und brachte das Leder knapp am unglücklich agierenden Rost vorbei ins Netz (36.).

Bis zur Pause konnte sich der Gast aus Gelsenkirchen von diesem Doppelschlag nicht erholen, so dass es unter dem Jubel der 50.000 Zuschauer im RheinEnergieStadion mit dem 2:0 in die Pause ging.

Nach der Pause bot sich dem Publikum ein ähnliches Bild. Köln kämpfte bravourös und gestaltete die Begegnung gegen die klassenhöheren Gäste ausgeglichen. Chancen boten sich auf beiden Seiten, doch sowohl Bajramovic (47.) als auch Scherz (49.) verzogen aus besten Positionen.

In der 55. Minute zappelte die Kugel dann doch im Netz der Domstädter. An einem Bajramovic-Pass trat Ehret folgenschwer vorbei, so dass der zur Pause für Kuranyi ins Spiel gekommene Lövenkrands frei vor Wessels stand und sicher einschob.

Die Hausherren schienen allerdings in der Folge trotz des Gegentreffers nicht geschockt, sondern verfolgten unverändert ihre taktische Marschroute. Ein Platzverweis für Bajramovic, der sich nach einem Foul von Cabanas zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ, spielte dem Zweitligisten noch in die Karten (69.).

Die "Knappen" suchten in Unterzahl ihr Glück vor allem in Standardsituationen, was auch zum Erfolg führte. Eine weite Freistoß-Flanke von Lincoln köpfte ausgerechnet Eigentorschütze Rodriguez zum 2:2-Ausgleich ein (75.). Ehret ließ den Uruguayer gewähren.

Die Schlussviertelstunde der zweiten Hälfte bot den Zuschauern Pokalkampf pur. Alle Akteure gingen mit vollem Einsatz zur Sache und schossen dabei auch das ein oder andere Mal übers ziel hinaus. Schiedsrichter Herbert Fandel blieb aber dank seiner Erfahrung jederzeit Herr der Lage. Tore fielen jedoch nicht, so dass die Begegnung in die Verlängerung ging.

Mit unveränderter Intensität setzten die Mannschaften die Partie fort.
Rodriguez und Halil Altintop hatten bei einer Doppelchance die erstmalige Führung der „Königsblauen" vor Augen, scheiterten jedoch (92.). Nach 95 Minuten musste dann der völlig entkräftete Kapitän Bordon vom Feld. Nur 180 Sekunden später schlugen die Kölner zu: Auf Pass von Cabanas jagte der diesmal in zentraler Position aufgestellte Spielgestalter das Leder aus 14 Metern am herausstürzenden Rost vorbei ins Netz (98.). Lagerblom bot sich nur kurz darauf die Chance zur Vorentscheidung, doch der Schuss des Finnen wurde an Stelle des bereits geschlagenen Schlussmannes von Rodriguez von der Linie geschlagen (99.).

Der Erstligist kam kaum noch zu Chancen. Anders die Kölner, die sich nicht auf eine Abwehrschlacht einließen, sondern spielerisch die Entscheidung suchten. Der 18-jährige Chihi sorgte letztlich für die Entscheidung, als er, von Broich glänzend freigespielt, unter Rost hindurch zum 4:2 einschoss (111.).

Nach zuletzt drei Partien ohne Sieg kämpfen die Rheinländer eindrucksvoll Schalke 04 nieder und ziehen in das Achtelfinale ein. Dem Revierklub bleibt hingegen bereits in dieser frühen Saisonphase die Meisterschaft als einziger Wettbewerb.

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24.10.2006 - Tendenz ist klar: Weiter mit Tönnies und Slomka - Quelle/© kicker, Druckausgabe vom 24.10.2006, Seite 30/31

Wie schnell das wieder ging. Vor zehn Tagen galt Mirko Slomka für viele noch als fast entlassener Trainer-Neuling. Nun, nach den beiden 2:1-Siegen gegen Hamburg und Hannover, die Schalke punktgleich mit Werder an die Spitze führten, sah sich der 39-jährige Fussball-Lehrer dem Gerücht ausgesetzt, er sei der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte - mit durchschnittlich 1,84 Punkten pro Spiel. Ganz richtig ist das nicht - jedoch, immerhin: Slomka ist statistisch inzwischen der zweitbeste (25 Spiele, 13 Siege, 7 Unentschieden, 5 Niederlagen). Vorne liegt weiter sein früherer Chef Ralf Rangnick (2,0 Punkte pro Spiel), hinter Slomka folgen Friedel Rausch (1,68 ) und Ivica Horvat (1,57). Manager Andreas Müller sagt: "Mirko soll aber der Beste werden."

Das klingt zuversichtlich und birgt doch einen Haken: Slomkas Vertrag als Schalker Cheftrainer läuft aus, am 30. Juni 2007 wäre Schluss, ohne eine Klausel. Weil Müller nicht in den Verdacht geraten will, Momentaufnahmen zu bewerten, "werden wir jetzt nicht nach den beiden Siegen verlängern", sagt der Manager. Grundsätzlich aber ist aus den Gremien die Tendenz zu hören, dass Slomka ein neuer Vertrag gegeben wird. Aufsichtsrat-Chef Clemens Tönnies sagte dem kicker am Sonntag: "Man sieht, dass Slomka funktioniert. Ich bin überzeugt, dass er der Richtige ist." Die Trainerfrage sei nicht seine Baustelle, jedoch: "wenn Müller sagt, dass Slomka verlängern soll, bin ich sofort dabei."

Müller verweist darauf, "dass Mirko gerade jüngst gespürt hat, welche Wertschätzung und welches Vertrauen er geniesst". Am 3. Januar vom Co- zum Cheftrainer befördert, habe Slomka "an Persönlichkeit und Profil gewonnen". Schalke habe "einen sehr guten Mann" engagiert, der "täglich besser" werde.

Im Gegensatz zum Vorjahr, als Rangnicks Vertrag auslief und das Gezerre um die Zukunft in der Abschieds-Ehrenrunde gipfelte, soll diesmal alles still ablaufen. Beide Seiten können gelassen sein, sagt Müller, "es gibt keinen Plan B, weil sich alles in die richtige Richtung entwickelt". Einen Zeitplan nennt er nicht, "weil im Moment wichtiger ist, dass wir uns spielerisch steigern und da anknüpfen, was wir zu Saisonbeginn gezeigt haben".

Weil er Kontinuität nicht nur in der Trainerfrage für wichtig hält, ist auch Tönnies von seinen Plänen abgekommen, 2007 aus dem Aufsichtsrat auszuscheiden. "Ich stelle mich wieder zur Wahl", sagt er, "Vorstand und Aufsichtsrat haben mich darum gebeten. Wir sind mit unserer Arbeit noch nicht fertig. Es macht riesigen Spass - und wir haben noch soviel vor." Gewählt werden muss Tönnies auf der nächsten Jahreshauptversammlung, die wohl im Juni 2007 ansteht. Doch nach dem Gazprom-Deal dürfte seine Wahl mehr denn je Formsache sein.

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23.10.2006 - Klarer Favorit will ein vorzeitiges Weihnachtspräsent - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Hamit Altintop mochte sich nicht mit irgendwelchen Zahlenspielereien aufhalten. Statistiken seien ihm völlig egal, betonte der Schalker Mittelfeldspieler, "Köln ist zweite Liga, wir sind erste Liga, also sind wir klarer Favorit, auch wenn der FC zu Hause sehr stark ist".

Wenn das alles so einfach wäre. In der zweiten Runde des DFB-Pokals erwartet die Schalker am Dienstagabend (20.30 Uhr/ZDF) alles andere als ein beschaulicher Herbstspaziergang. Mirko Slomka hat die Rheinländer häufig beobachtet und ist jedes Mal voller Respekt heimgekehrt. "Das wird ein ganz enges Match, ein heißer Fight."

Für die Kölner dürfte es nach dem bitteren Abstieg das Spiel des Jahres werden, im RheinEnergieStadion dürfte karnevalistische Hochstimmung herrschen. Nicht alle Wünsche sind in der laufenden Zweitliga-Saison in Erfüllung gegangen, da könnte so eine nette Pokal-Sensation so manche Gemüter beruhigen.

Es könnte also für die Königsblauen reichlich ungemütlich werden. Schaurig die Erinnerung an die letztjährige Runde, als die Schalker in Frankfurt gleich mit 0:6 verprügelt wurden. "Das wird es nicht mehr geben", verspricht deshalb auch Altintop, alles ist auf einen Erfolg ausgerichtet.

Ehre und Euros

Denn es geht neben Ruhm und Ehre auch um richtig harte Euro. Erst die Live-Übertragung heute Abend, dann die Aussicht auf einen weiteren Marsch durch den Pokal, das würde auch den neuen Trikot-Sponsor Gazprom freuen, der dann gern ein wenig tiefer in die Taschen greifen würde.

Für Frank Rost liegt die Wahrheit eher auf dem Platz. "Wir spielen in einem ausverkauften Stadion, Millionen sehen uns live zu, ich freue mich auf die Partie." Und dann denkt der Torhüter schon einen Schritt weiter. Die dritte Runde im Pokal findet in der Woche vor Weihnachten statt, es "wäre eine schöne Sache, wenn wir noch dabei wären". Sie können es sich am Dienstagabend selbst schenken.

Schalke: Rost - Rafinha, Bordon (Hoogland), Rodriguez, Krstajic - Hamit Altintop, Bajramovic, Lincoln, Kobishavili - Halil Altintop, Kuranyi

Gerd Strohmann

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22.10.2006 - Zaubertore beim Gute-Laune-Fußball - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Mirko Slomka konnte das Rätsel leider auch nicht lüften. Immer wieder diese ärgerliche Schwäche zu Beginn der zweiten Halbzeit, beim Pausentee versuche er schon seit Wochen in der Kabine immer andere Dinge der Ansprache, "aber das bringt offenbar alles nichts".

2:0 hatte der FC Schalke 04 gegen Hannover 96 nach 45 Minuten geführt, hatte durch Bajramovic (18.) und Kobiashvili (27.) zwei herrliche Treffer erzielt, "wir waren auch spielerisch sehr stark, aber dann auf einmal sind wir anfällig", beklagte Mirko Slomka. Das war in Hamburg so, in Leverkusen, in Berlin. Plötzlich erzielten die Norddeutschen den Anschluss-Treffer durch Rosenthal, die Königsblauen waren spürbar verunsichert, nicht ohne Mühe retteten sie sich ins siegreiche Ziel.

Ein Rezept gegen diese Schwäche habe er noch nicht gefunden, meinte der Trainer, China-Böller oder Raketen wolle er deshalb in der Kabine nicht zünden.

Bester Saison-Start seit sechs Jahren

Warum auch, die Schalker dürfen schließlich gerade vom besten Saison-Start seit sechs Jahren schwärmen. Die Tabelle zergeht auf der Zunge, die beiden Zauber-Tore in der ersten Hälfte sorgten für einen richtigen Gute-Laune-Fußball. Die dunklen Wolken am königsblauen Himmel sind erst einmal vertrieben, die Finanzen sind mit dem Gazprom-Deal weitgehend in Ordnung gebracht, Slomka kann in Ruhe weiterarbeiten. Siege sind immer noch das beste Rezept, die Querulanten verstummen zu lassen.

Da konnte es sich der Chef-Trainer sogar erlauben, den Finger selbst auf die Wunden zu legen. Das Mittelfeld sei ja extrem torgefährlich, mit den Stürmern müsse noch intensiv gearbeitet werden, damit auch sie "treffsicher werden. Aber ich werde an ihnen festhalten". Das dürfte zumindest Kuranyi gern gehört haben, dem am Samstag erneut kaum etwas gelang und der in einem ganz dunklen Moment beinah das Stand- mit dem Schussbein verwechselt hätte.

Traum vom Titel lebendig

Spielmacher Lincoln, am Samstag in vorbildlicher Spiellaune, kann das alles nicht beirren. "Wenn wir immer zwei Tore schießen und nur eins kassieren, dann werden wir am Ende vielleicht deutscher Meister." Der Traum vom Titel, er ist nicht nur beim Regisseur äußerst lebendig.

Gerd Strohmann

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21.10.2006 - Schalke gelingt Sprung auf Platz zwei: 2:1-Sieg gegen Hannover - Quelle/© dpa

Gelsenkirchen (dpa) - Der FC Schalke 04 bleibt in der FußballBundesliga in der Erfolgsspur und hat Hannover 96 die erste Niederlage unter Trainer Dieter Hecking beigebracht.

Mit dem verdienten 2:1 (2:0)-Sieg gegen die Niedersachsen gelang dem Revierclub am achten Spieltag sogar der Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Die Tore für die über weite Strecken dominierenden Schalker vor 61 031 Zuschauern in der Veltins-Arena erzielten Zlatan Bajramovic (17.) und Levan Kobiashvili (27.). Jan Rosenthal gelang in seinem ersten Bundesligaspiel von Beginn an in der 52. Minute lediglich noch der Anschlusstreffer für die Hannoveraner, die weiterhin einen Abstiegsrang belegen.

Schalkes Trainer Mirko Slomka musste den an einem grippalen Infekt erkrankten Abwehrchef Marcelo Bordon ersetzen. Für ihn rückte überraschend Tim Hoogland in die Innenverteidigung, der sein erstes Bundesligaspiel seit fast 20 Monaten absolvierte. Bei den Norddeutschen fiel Stürmer Thomas Brdaric (Muskelfaserriss) aus, Spielmacher Arnold Bruggink nahm zunächst auf der Bank platz. Dafür bekam der erst 20 Jahre alte Rosenthal nach drei Kurzeinsätzen erstmals eine Chance in der Startelf. In der Anfangsphase spielte der Tabellen-16. zunächst gut mit, ohne sich jedoch eine Torchance zu erarbeiten.

Nach gut zehn Minuten übernahmen die Schalker mehr und mehr das Kommando. Den ersten Schuss auf das Tor von Robert Enke gab Kevin Kuranyi ab. Bereits der zweite gut vorgetragene Angriff bescherte Schalke die verdiente Führung. Bajramovic lies den jungen Rosenthal auf der rechten Seite schlecht aussehen und vollendete mit einem Außenristschuss ins kurze Eck, der nicht unhaltbar schien.

Beflügelt durch das 1:0 setzten die Königsblauen die unter Coach Hecking in vier Spielen noch unbesiegten 96er weiter unter Druck und kamen nach fast einer halben Stunde zum umjubelten 2:0. Der mit Knieproblemen ins Spiel gegangene Regisseur Lincoln bereitete das erste Saisontor von Kobiashvili mit der Hacke mustergültig vor. Bis zur Pause konnten die Gäste kaum Akzente im Spiel nach vorn setzen, zumal Vahid Hashemian als einzige Spitze zu wenig Unterstützung bekam.

Der zuletzt hoch gelobte Rosenthal zeigte eine engagierte Leistung und wurde kurz nach dem Wechsel mit seinem ersten Bundesligator belohnt. Wie aus dem Nichts bescherte er mit einem Distanzschuss aus 20 Metern seiner Elf den überraschenden Anschlusstreffer. Danach bemühten sich die Niedersachsen um den Ausgleich, konnten sich jedoch keine hochkarätige Chance mehr erspielen. Auf der Gegenseite verpasste Kuranyi per Kopf (62.) die endgültige Entscheidung, so dass die Schalker am Ende sogar noch um den knappen Erfolg bangen mussten.

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20.10.2006 - Harter Typ, weiche Knie - Mladen Krstajic läuft zum ersten Mal seit dem 16. Juni wieder in der Arena auf - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Auf dem Platz gilt er, dieser Ruf muss für einen Verteidiger ja nicht von Nachteil sein, als recht harter Typ. Mladen Krstajic kann zwar auch einen gepflegten Ball spielen, aber wenn es nötig ist, geht er mitunter wenig zimperlich zur Sache, diverse Platzverweise sind dafür vielleicht ein Beleg.

Doch am Samstag wird auch Mladen Krstajic zumindest vor dem Spiel weiche Knie bekommen - denn für den 32-Jährigen ist das Heimspiel gegen Hannover 96 ein ganz besonderes.

Für Krstajic ist es das erste Spiel in der Arena seit dem 16. Juni. An diesem Tag erlebte der Schalker Abwehrspieler das wohl deprimierendste Erlebnis seiner Laufbahn. "Das steckte mir", gibt Krstajic zu, "lange in den Knochen."

Rückblick: Die Arena ist festlich geschmückt, das WM-Fieber erreicht auch in Gelsenkirchen Rekordtemperaturen.

Serbien und Montenegro spielt gegen Argentinien, im "Wohnzimmer" von Krstajic, wie er die Arena nennt. Der Schalker freut sich schon seit Wochen auf das Spiel, hat Freunde und Verwandte eingeladen. Doch Serbien und Montenegro, nach der Auftaktniederlage gegen Holland bereits unter Druck, erlebt eine Demütigung. Argentinien gewinnt 6:0, führt den Gegner vor, auch Krstajic ist überfordert. Auf der Tribüne tanzt Diego Maradona vor Freude, die Fotos gehen um die Welt. Ganz in der Nähe von Maradona sitzt Rudi Assauer. Schalkes frisch zurückgetretener Manager fährt nach Billerbeck ins Hotel Weissenburg, wo die Mannschaft von Serbien und Montenegro logiert. Im "Kaminzimmer" der Weissenburg tröstet er Mladen Krstajic in einem langen Gespräch. "Das hat gut getan", erinnert sich der 2004 von Bremen nach Schalke gekommene Fußballer, für den die WM aber noch nicht an Schrecken verloren hatte. Im letzten Vorrunden-Spiel gegen die Elfenbeinküste zog sich Krstajic einen komplizierten Armbruch zu.

Die WM, die zum Höhepunkt der Karriere werden sollte, wurde für Krstajic zum Frust-Festival.

Der Armbruch und eine Rote Karte im Spiel in Aachen verhinderten, dass Krstajic in dieser Saison bislang ein Heimspiel bestreiten konnte. "Etwas gemischte Gefühle habe ich schon, obwohl ich die WM mittlerweile verkraftet habe." Mit dem Anpfiff, so hofft Krstajic, werden diese "gemischten Gefühle" aber verflogen sein, immerhin ist das Argentinien-Debakel vier Monate lang her.

Unmittelbar danach hatte Krstajic sogar angekündigt, nie wieder in der Arena spielen zu wollen.

Doch nun ist Gras über die Sache gewachsen - Krstajic kann sich beim Warmlaufen wieder an den Arena-Rasen gewöhnen, auch seine Karriere in der Nationalmannschaft hat er schließlich fortgesetzt.

Was hängen geblieben ist, war der Zuspruch nach der Riesenpleite: "Nicht nur Rudi Assauer hat mich getröstet, es haben auch sehr viele Kollegen angerufen, mit denen ich früher mal zusammengespielt, dann aber lange keinen Kontakt mehr gehabt habe."

Trost möchte Krstajic am Samstag nach dem Spiel nicht nötig haben. "Bei allem Respekt vor Hannover - aber wenn wir oben dran bleiben wollen, müssen wir so ein Heimspiel gewinnen", fordert Krstajic. Für ihn persönlich hätte ein Sieg noch eine ganz andere Bedeutung: Er könnte danach endlich wieder ohne weiche Knie in die Arena einlaufen. Denn die haben manchmal auch Spielertypen, die auf dem Platz als "hart" gelten.

Norbert Neubaum / Frank Leszinski

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19.10.2006 - Slomka sucht Doppelpass mit den Fans - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Wirklich fröhlich wurde Mirko Slomka in den letzten Wochen nicht mehr gesehen. Eher wirkte der lange Zeit so freundliche und immer verbindliche Schalker Chef-Trainer zuletzt betont angestrengt, selbst ein mildes Lächeln war ihm nur noch im Ausnahmefall zu entlocken.

Die verbalen Prügel, die er bezog, waren - aus seiner Sicht - viel zu hart, die Kritiken viel zu unberechtigt, um immer und ewig eine gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Leichtfertig, extrem fahrlässig wurde mit seinem Arbeitsplatz jongliert. "Ich halte es aus, was da auf mich einprasselt", hatte er gern betont, er bettelte nicht um Rückhalt, nur ein wenig mehr Fairness klagte er ein.

Der letzte Samstag, der so ungemein hart erkämpfte 2:1-Sieg der Königsblauen beim viel ärger gebeutelten Hamburger SV, hat ihm endlich wieder die Luft zum befreienden Atmen gegeben.

Und Mirko Slomka ist sichtlich bemüht, ältere und neuere kleine Freundschaften zu pflegen. "Die Fans hatten in Hamburg ein feines Gespür dafür, dass wir verunsichert waren. Sie haben sich hervorragend verhalten", betont er.

Unterstützung des ganzen Stadions wichtig

Und so ist er vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr) gegen Hannover 96 spürbar bemüht, seine eigene Vorlage auch gleich selbst zu verwandeln. "Wir brauchen die totale Unterstützung des ganzen Stadions", betont er, die Elf sei weiter bestrebt, den Fans etwas zurückzugeben.

Trotz der wackeligen sportlichen Zeiten hat die Elf in der Tabelle keinen Boden verloren, nach dem zweiten Auswärts-Erfolg ist das Ziel ganz klar: "Wir wollen uns mit einem Sieg oben festsetzen."

Wen er dazu aufs Feld schicken kann, er wüsste es selbst ganz gern. Am Donnerstag mussten Bordon und Rafinha wegen einer Grippe pausieren, Lincoln kann allenfalls höchst reduziert trainieren.

"Eine unbefriedigende Woche liegt hinter uns", meint er nachdenklich. Fröhliche Trainer sehen anders aus.Donnerstag,

ges

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19.10.2006 - Schalke bangt um Brasilien-Trio - Quelle/© www.yahoo.de

Gelsenkirchen (dpa) - Dem Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 droht im Heimspiel gegen Hannover 96 der Ausfall des brasilianischen Trios Marcelo Bordon, Rafinha und Lincoln.

Abwehrchef Bordon und Rafinha zogen sich einen grippalen Infekt zu und konnten nicht trainieren. «Vor allem bei Rafinha habe ich arge Bedenken. Da sieht es nicht gut aus», sagte Trainer Mirko Slomka. Etwas mehr Hoffnung hat er bei Bordon und bei Lincoln, der wegen anhaltender Knieprobleme aber auch nur ein reduziertes Programm absolvierte. «Bei ihm gibt es keine Besserung. Wir müssen abwarten, wann Lincoln wieder ins Training einsteigen kann», sagte Slomka.

Dagegen meldete sich Stürmer Kevin Kuranyi wieder zurück, der wegen einer Erkältung pausieren musste. Seinem Einsatz gegen die unter Trainer Dieter Hecking noch ungeschlagenen Niedersachsen steht wohl nichts im Wege. Nach dem 2:1-Auswärtssieg in Hamburger hat sich die Stimmung beim Revierclub wieder aufgehellt. «Dort waren wir kämpferisch sehr gut. Jetzt wollen wir wieder etwas offensiver spielen und möglichst auch zu Null. Wir brauchen die Unterstützung des ganzen Stadions», appellierte Slomka an die zuletzt unzufriedenen Fans. Mit einem Sieg könne man sich weiter oben festsetzen, meinte der Coach. «Und das wollen wir auch.»

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18.10.2006 - "Ab jetzt nur noch positive Presse" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Irgendwann im Laufe des Abends kommt Peter Peters auf die Moral zu sprechen. "Wo fängt sie an, wo hört sie auf", fragt er in die Runde und gönnt sich vor den ca. 100 Schalke-Fans einen kleinen Seitenhieb auf den Rivalen aus dem Süden. Ob es moralisch sei, wenn beispielsweise die Allianz Rekordgewinne einfährt, aber tausende von Leuten entlässt und gleichzeitig viel Geld für die Namensrechte am Stadion des FC Bayern zahlt, könne er nicht beurteilen. Er stellt es nur mal so zur Diskussion.

Dafür ist er schließlich in die Gaststätte "Auf Schalke" gekommen, am Dienstagabend. Es ist ein Besuch außer der Reihe.

Die Uhren gehen anders heute: Traditioneller Beginn der Fragestunde beim Schalker Fan-Stammtisch ist um 19.04 Uhr, aber Peters beginnt mit seinem Vortrag schon um 18.30 Uhr. Ab 19.04 Uhr soll dann wie geplant Ersatztorhüter Manuel Neuer Rede und Antwort stehen. Der Auftritt des Schalker Geschäftsführers, klärt Fanclub-Dachverbandschef Rolf Rojek auf, sei im Prinzip eine "interne Besprechung" und Presse daher nicht erwünscht. Dabei war "die Presse" vorher eingeladen worden. Offenbar ein Kommunikationsproblem. Schalkes neuer Medienberater, ein Freiherr aus München, ist in diesem Moment weit weg.

Aber dass "interne Besprechungen" von der Presse verfolgt werden können, ist "auf Schalke" ja nicht unbedingt etwas Außergewöhnliches. Also erträgt es auch Peters mit Fassung, dass während seines Referates Notizen gemacht werden. "Aus aktuellem Anlass" ist an den Stammtisch geladen worden, und dieser Anlass hat einen Namen: Gazprom. Die Basis will nun aus erster Hand hören, wie das Geschäft gelaufen ist. Und welche Folgen es haben kann.

Peter Peters ist "erste Hand". Er war einer der Schalker Unterhändler, oft auch als "stiller Macher" im Hintergrund.

"Stiller Macher" - so bezeichnete ihn das Magazin der Deutschen Fußball-Liga (DFL), und es ist eine Überschrift, mit der sich Peters identifizieren kann. Der 44-jährige gelernte Journalist und diplomierte Kaufmann gilt als "heller Kopf", als Schalkes "Cleverle". Seine Arbeit wird anerkannt und hat ihm sogar einen Sitz im DFL-Vorstand eingebracht.

Fünf Monate, so Peters, hätten die Verhandlungen mit den Russen gedauert " und sie seien nicht etwa das Produkt einer zufälligen Kontaktaufnahme an irgendeinem Tresen, sondern das Resultat langfristiger Marktbeobachtungen gewesen. "Hinter den Bayern liegt Schalke in Deutschland auf Platz zwei, was den Marktwert betrifft", weiß Peters. Also habe man sich entschlossen, in Sachen Sponsoring auch den internationalen Markt zu prüfen.

Über Aufsichtsrats-Chef Tönnies und Ex-Kanzler Schröder sei dann der Kontakt zu Gazprom entstanden, und die Verhandlungen seien wesentlich unspektakulärer gelaufen als "ich wagen musste, in manchen Medien zu lesen". Zwei Dinge bringen Peters mitunter ein wenig aus der Fassung: Schlecht recherchierte Medienberichte und die unumstößliche Tatsache, dass auch seine Arbeit im Endeffekt immer noch daran gemessen wird, ob ein Stürmer am Samstag den Pfosten oder ins Tor trifft. Zumindest auf Punkt eins kann er heute Einfluss nehmen: Es stimme nicht, dass Schalke es während der Gazprom-Gespräche mit einem Bataillon an Anwälten hätte aufnehmen müssen: "Es war ein einziger Anwalt, der ist 32 Jahre alt, kommt aus St. Petersburg und ist richtig nett". Und, zum wiederholten Male: "Gazprom wird keinen Einfluss auf die Vereinspolitik haben. Es ist ein reiner Sponsoren-Vertrag " es gibt keinen Sitz im Vorstand, nicht im Aufsichtsrat und auch nicht in einer unserer Gesellschaften." Dass sich die hohe Politik kritisch über den Deal äußerte und diverse Europa-Abgeordnete sogar eine gemeinschaftliche Erklärung mit mahnenden Worten publizierten, ärgert Peters: "Ich kann ja verstehen, dass es Diskussionen gibt. Aber ich habe kein Verständnis dafür, dass man dann nicht auch mit uns spricht."

Hätte man mit Peters gesprochen, hätten Bedenkenträger folgendes erfahren: "Schalke ist und bleibt ein eingetragener Verein. Das ist das Bekenntnis dafür, dass der FC Schalke 04 nicht aufzukaufen ist." Peter Peters trinkt ein Pils, als er das sagt.

Keinen Wodka. Noch ist Schalke Schalke.

An der Decke hängen Fan-Schals, der Saal ist gefüllt mit Fan-Devotionalien. Die Glückauf-Kampfbahn ist nur ein paar Meter weg, mehr Tradition geht nicht. Doch jetzt geht es um die Zukunft, also hat die Schalker Basis Fragen zum Gazprom-Deal. Als Kevin Kuranyi mal hier war, war es noch voller.

"Mama Schalke" sitzt ganz vorn beim Fan-Stammtisch, ihr ist hier meistens das Recht der ersten Frage vorbehalten. Was das denn so für ein Gefühl gewesen sei, plötzlich vor Putin zu stehen, möchte sie wissen. Ein anderer Fan erkundigt sich höflich danach, "ob Schalke denn jetzt nur noch positive Presse hat." Der Umgang Putins mit Journalisten, weiß er, sei ja wenig zimperlich.

Prinzipiell gibt es zu dem Gazprom-Deal nur Zustimmung, die Globalisierung ist bei den Fans längst angekommen. Mit US-Präsident Bush, so ein Wortbeitrag, sei wahrscheinlich noch schlechter Kirschen essen als mit Putin. Hohe Politik in der Fan-Kneipe, schließlich gilt Gazprom als von Putin kontrolliert.

Peters registriert die Zustimmung mit Freude, aber auch ein wenig mit Erleichterung. Medial, so Peters, habe Schalke in den vergangenen Tagen genug um die Ohren bekommen. Tatsächlich war die Stunde der Bekanntgabe des Vertrages auch die Stunde vieler Heuchler und Neider. Da tut der Fan-Zuspruch jetzt richtig gut.

Nach 39 Minuten ist die von Peters geleitete Russland-Reise beendet, es gibt Beifall. Dass es keinen Rabatt auf die käuflich zu erwerbenden Gazprom-Trikots geben wird, obwohl die noch aktuellen Victoria-Hemden bald nur noch "Alt-Textilien" sind, hat Peters den Fans noch nicht verraten. Aber es wurde ja auch nicht danach gefragt. Auch nicht danach, wie viel Gazprom denn nun wirklich zahlt. 125 Millionen Euro in fünf Jahren sollen es im Idealfall sein. Die Fans wissen, dass Peters ohnehin keine Zahlen nennen würde. Nur so viel: "Der FC Schalke 04 ist jeden Cent davon wert. Und wenn man sieht, wie bekannt Gazprom hier durch uns jetzt schon wird, haben wir ja schon angefangen, für den neuen Sponsor zu arbeiten." Vertragsbeginn ist am 1. Januar 2007.

"Mama Schalkes" Frage ist die einzige, die Peters nicht beantworten kann. Er war ja nicht dabei, als eine Schalker Delegation dem russischen Präsidenten ein S04-Trikot überreichte.

Peters blieb im Hintergrund. Wie so oft.

Die "interne Besprechung" ist beendet, ein Zuhörer fängt Peters ab. Dem Mann gehört eine Allianz-Versicherungsagentur. Er hat noch ein paar Fragen. Es ging wohl auch um Moral. Aber wo fängt die an? Und wo hört sie auf?

Norbert Neubaum

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16.10.2006 - "Dann verkaufe ich meine Seele" - Quelle/© www.zeit.de

TV-Moderatorin Charlotte Roche nerven Menschen, die sich nur oberflächlich mit Fußball beschäftigen. Die 28-Jährige versäumt selten mal ein Heimspiel des FC Schalke 04, hat die "Bild"-Zeitung noch nie ernst genommen und verrät, wie Stierhoden schmecken

Frau Roche, wie geht es Ihrem Zahnfleisch?

Charlotte Roche: Alles wieder gut. Ich kann den Zahn leider nicht mehr rausnehmen. Seit dem Auftritt bei Harald Schmidt musste ich monatelang ein Provisorium tragen, das allerdings nicht danach aussieht. Ich habe gemerkt, dass Zahnfleisch etwas sehr Heiliges ist. Da ist man sehr fragil.

Über Ihren Auftritt in der "Harald Schmidt"-Show, als Sie Ihren Zahn aus dem Mund nahmen und zielgenau in Ihren Mund zurück warfen, wurde sehr viel geredet.

Ich habe noch nie so viel Feedback bekommen. Das Bild von mir ohne Zahn scheint auf jeden Fall hängen geblieben zu sein. Ich fand es nur so lustig, weil Schmidt selber davon nichts wusste. Ich hatte zwar vorgeschlagen, dass ich über meine Zähne reden könnte, aber da hat ja niemand mit so etwas gerechnet. Daher weiß ich, dass seine Reaktion real war.

Sie trugen auf Ihrem Hemd "BILDblog.de", die aufgestickte Adresse des Weblogs, das sich kritisch mit der "Bild"-Zeitung beschäftigt.

Ich habe Kontakt zu den Machern des Blogs, aber die wussten nichts davon. Ich wollte den Leuten, die so etwas Cooles machen, einfach eine Freude machen. Dadurch wurde noch mal so richtig was losgetreten. Die kriegen viele Klicks mehr. Und sie sind aus den Puschen gekommen und machen jetzt ihre eigenen T-Shirts.

Als Kritikerin von "Bild" dürfte Sie der Konflikt des Blattes mit Jürgen Klinsmann interessiert haben.

Ich fand die Bockigkeit von Klinsmann extrem gut. "Bild" und auch Beckenbauer haben Klinsmann vor der WM als absoluten Vollidioten dargestellt. Die haben alle immer in die gleiche Kerbe gehauen. Es waren immer nur die Rechten: die Bayern, die alten Säcke und die "Bild"-Zeitung. Beckenbauer wurde dann ein bisschen ruhiger, als es so gut lief. Ich kann die dann nicht mehr ernst nehmen. Und die "Bild"-Zeitung habe ich noch nie ernst genommen. Es war schön zu sehen, dass jemand wie Klinsmann sich zur Wehr setzt. Die müssten eigentlich alle zu Kreuze kriechen und sich entschuldigen.

Interessieren Sie sich für Fußball?

Ich sehe jedes Spiel von Schalke 04 – wenn’s geht, auch im Stadion.

Haben Sie einen Lieblingsspieler?

Levan Kobiashvili. Es gibt da zwar jede Menge gute Spieler, aber mir gefallen die ruhigen, strammen Arbeiter besser als die Superstars.

Bewerten Sie Spieler auch nach dem Aussehen?

Eine sexistische Frage. Natürlich nicht. Ich will auf keinen Fall so Sex-and-the-City-mäßig darüber diskutieren, wie die aussehen, dieses "ach, den find ich gut, der ist so süß oder hat so’n geilen Arsch". Die Spieler rennen ja nun nicht da rum, um Frauen geil zu machen. Die wollen endlich mal Meister werden.

Beschäftigen Sie sich mit der Taktik des Spiels?

Ich lerne das gerade und höre die ganze Zeit nur zu, was die Oberchecker und Chefanalysten so erzählen. Wenn man bei den Fußballspielen aufpasst und nicht währenddessen etwas anderes macht, lernt man rasend schnell dazu.

Seit Jürgen Klopp während der WM mit seiner Tafel alle taktischen Varianten aufgezeigt hat, spricht ja jeder Stammtisch vom Verschieben.

Ich konnte diese ZDF-Arena mit Kerner nicht ertragen, weil der Lärmpegel einfach zu hoch war. Ich fand Klopp bis dahin auch gut, aber dabei war er mir zu sehr Sunnyboy. Der war selber so in dieser Euphorie. Absolut distanzlos, uncool, im WM-Geilheitsfieber. Ich mochte das nicht mit angucken. Das war definitiv nichts für Leute, die was lernen wollten. Das war nur dafür da, um Stimmung rüberzubringen. Wir hatten während der ganzen WM immer offene Tür, also das ganze Haus voll. Immer Bier, immer Grillfleisch da und alle Freunde konnten kommen und gehen, wann sie wollten. Und diese komische ZDFArena flog sofort raus, weil keiner richtig zuhören konnte und niemand verstanden hat, worum es ging.

Und Kommentatoren wie Reinhold Beckmann?

Beckmann ist absolut verboten in unserem Haus. Da sind sich auch alle Freunde einig. Wenn Beckmann ein Spiel kommentiert, wird das nicht geguckt. Als es noch auf Premiere lief, haben wir immer Bundesligaspiele ohne Kommentar geguckt, also nur mit der Stadionatmosphäre. Dann haben wir selbst mitkommentiert.

Kommentieren Sie auch?

Ab und zu sage ich auch mal was. Es gibt ein Spiel bei uns, bei dem man Sachen fachmännisch beurteilt. Dabei trifft man voll ins Schwarze, wenn man über die Szene schon ein paar Sekunden, bevor der Kommentator sie analysiert, dasselbe gesagt hat. Da muss man das Spiel fühlen und merken, oh, da schlafft die Stimmung ab, man merkt, dass das Stadion leiser wird, die Spieler lahm werden, da gibt es ja viele Sprüche. Wenn man das dann treffend formuliert, etwa "Jetzt lullen die sich gegenseitig ein" oder so, und es schafft, dies vor dem Kommentator zu sagen, ist bei uns immer Riesenparty.

Können Sie mit der Kuttenkultur auf Schalke etwas anfangen?

Schalke hat ganz treue Gagafans, alle ein bisschen irre, im Gegensatz zu Bayern-München-Fans zum Beispiel. Das merkt man auch im Stadion. Viele alte Typen, die keine Zähne mehr im Maul haben und dann Kutten und Schals tragen. Sehr sympathisch finde ich. Das macht ja so einen Stadionbesuch aus.

Es gab während der WM einen Auftritt von Jan Delay auf einem Festival, das vorher als fußballfreie Zone deklariert wurde. Das war ihm zu blöd, sodass er dort mit Deutschlandtrikot aufgetreten ist. Daraufhin wurde er angepöbelt. Was halten Sie von fußballfreien Zonen?

Ich höre das von Jan Delay jetzt zum ersten Mal. Ich habe in den vergangenen Jahren die Bundesliga verfolgt und während der WM hat es mich wirklich genervt, die ganzen Mädels mit den schwarz-rot-goldenen Blumen im Haar zu sehen. Die Freude fand ich immer extrem verdächtig, wenn in Zeitungen dann geschrieben wird, wie toll das ist, dass junge Mädchen rausgeputzt, schick über die Straße gehen und in Deutschlandflaggen eingewickelt sind.

Wegen der Flaggen oder wegen der Inszenierung?

Ich fand die Inszenierung sehr übertrieben und weit weg vom Fußball. Da ging es um Lebensgefühl, alle wollten lustig sein. Für mich war das ganz plumper Karneval. Für uns war von vornherein klar, dass wir das Spiel um Platz drei in unserem Zuhause nicht zeigen. Das zählt nicht, das ist totaler Schwachsinn. Und dann trifft man im Supermarkt Leute, die das Spiel um Platz drei gucken wollen und fragen: "Was interessiert mich denn Frankreich gegen Italien?" Das ist ja totaler Wahnsinn, das fand ich ganz schlimm.

Ist denn die Stimmung nach dem Halbfinal-Aus der deutschen Mannschaft so rapide gesunken?

Ja, die WM wurde immer als das Fußballfest dargestellt, das war aber nicht so. Die Leute haben nicht Fußball gefeiert, die haben sich selbst gefeiert. Das war ein ganz komisches Event. Das war Eventgier – die Leute wollen in Gruppen sitzen, schreien und johlen. Und dann feiern die den dritten Platz einfach so, als ob sie Weltmeister sind und nicht Italien! Seit wann gibt es denn Weltmeister der Herzen?

Sie sind gegen die Eventisierung?

Absolut, und auch dagegen, dass man sich nur so lange dafür interessiert, bis Deutschland nicht mehr dabei ist. Das ist doch total verdächtig – die interessieren sich doch nicht für Fußball, sondern nur für sich selbst und für ihr Land.

Damit stehen Sie wieder gegen den Mainstream, wie bei Ihrer Sendung "Fast Forward". Als die bei Viva abgesetzt werden sollte, traten Sie in den Streik.

Da bin ich sehr kämpferisch. Das muss man auch ernst meinen. Bei diesen großen Machtkämpfen kann man nicht hingehen, große Klappe haben und dann aber denken: "Oh, jetzt zwingen die mich, dann bleibe ich trotzdem." Man muss dann auch wirklich gehen und wissen, womit man da droht. Man muss auch damit rechnen, dass man dann erstmal keinen Job hat.

Waren Sie in den Augen der Entscheider bei Viva eine schwierige Zicke?

Hinter verschlossenen Türen haben die mich bestimmt als Zicke oder etwas Schlimmeres bezeichnet. Es ging bei Viva immer um irgendeinen großen Werbedeal. Die Marketingabteilung hat da sehr viel zu bestimmen gehabt. Die sagen dann: "Irgendeine Firma möchte was mit Charlotte machen, und dann wird das in ‚Fast Forward‘ platziert." Die sagen das zu, ohne mich zu fragen. Und ich am anderen Ende sage dann: "Nein, das mache ich nicht." Dann sagen die: "Doch, du musst das machen, der Deal steht." Darauf kann ich dann nur antworten: "Da müsst ihr mich vorher fragen." So etwas gab es oft. Ich habe dann gedacht: "Oh Gott, wenn ich das mache, verkaufe ich meine Seele."

Jetzt moderieren Sie die Sendung "Tracks" auf dem deutsch-französischen Kultursender Arte.

Was alle noch nicht wissen: Ich bin gar nicht mehr bei Arte. Ich habe da vier Sendungen gemacht und dann hingeschmissen. Arte ist ja sehr kompliziert in der Struktur. Die Sendung wurde im Auftrag des ZDF produziert. Das ZDF hat mich also eingestellt. Beim Arbeiten habe ich dann gemerkt, dass ich immer Kritik aus Frankreich bekommen habe – von den französischen Chefs. Ich habe mich dann immer auf das ZDF berufen, allerdings hat sich herausgestellt, dass die Sendung "Tracks", die sowieso bereits ein sehr enges Korsett hatte, in Frankreich viel mehr geguckt wird als in Deutschland. Die Franzosen haben in der Exekutive mehr Stimmgewalt. Es gab immer wieder Kritik, auch inhaltlich. Die hatten Probleme damit, mein Deutsch ins Französische zu übersetzen. Ich wollte die französische Redaktion auch immer kennen lernen, um einige Probleme aus der Welt zu schaffen, aber die wollte mich nicht treffen und fanden von Anfang an ganz schlimm, dass ich von den Deutschen eingestellt worden war.

Sie sind in gewisser Weise herausgewählt worden?

Nein, ich bin wie immer von alleine gegangen, wenn es richtig doof wurde. Das Lustige ist nur, dass es niemand merkt, dass ich nicht mehr da bin, weil es keiner guckt. Ich hatte immer das Gefühl, als würden Frankreich und Deutschland da den Zweiten Weltkrieg fortführen.

Und Sie als Engländerin mittendrin.

Genau, da hätte man eigentlich gleich ahnen sollen, dass das nichts werden kann.

Sie waren auch als Schauspielerin aktiv. War Ihre Hauptrolle in dem Spielfilm "Eden" die logische Konsequenz aus Ihren vorherigen kleineren Rollen?

Das war nicht von mir geplant. Während der Viva-Zeit habe ich fast alle Rollen abgelehnt, die ich angeboten bekommen habe, weil die einfach schlecht waren. Das waren dann so schrottige Teenagerkomödien, in denen ich dann eine Musikfernsehen-Moderatorin spielen sollte. Dann kam dieses Drehbuch für "Eden". Ich dachte nur: "Das ist so ein großartiges Buch" – da hätte ich auch eine kleinere Rolle übernommen. Darüber wäre ich schon froh gewesen.

War die Rolle der total passiven Eden eine große Umstellung für Sie?

Ja. Bei den Proben war dem Regisseur Michael Hofmann immer wichtig, dass ich bloß nicht aussehe wie die Charlotte, die man kennt. Ich war dann sehr ungeschminkt und auch sehr bieder gekleidet, trug spießige Frisuren. Ihm lag aber auch viel daran, dass ich nicht so spreche, wie ich das normalerweise tue. Die Stimme ist natürlich gleich, aber ich sollte niemals selbstbewusst sein. Eher runtergefahren, ruhig, naiv, passiv, das war schon schwierig. Er musste auch häufiger unterbrechen und hat dann immer gesagt "Hör auf, du sprichst ja wie Charlotte, du sprichst mit deinem Mann nicht so."

Glauben Sie an einen Geschmacksorgasmus, wie er im Film dargestellt wird?

Wirklich sexuelle Auswirkungen habe ich in dieser Form noch nicht erlebt. Ich habe durch den Film und besonders durch meinen Filmpartner Josef Ostendorf jetzt die etwas gehobenere Küche kennen gelernt. Ich glaube nicht daran, dass man alleine durch das Essen zum Orgasmus kommen kann und dass es Lebensmittel gibt, die einen geil machen. Ich glaube aber, dass es Gerichte oder Speisen gibt, bei denen man vor Freude total abgehen kann, weil die so gut sind.

Wenn man bei dem Film die eine oder andere Handlung herausnehmen würde, könnte man aus dem Material aber durchaus auch einen Softporno drehen.

Das ist mir zwar noch nicht in den Sinn gekommen, aber ich kann damit sofort etwas anfangen. Absolut. Sehr gute Idee. Das wäre dann die "Eden XXX-Version" oder so.

Sie mussten Stierhoden essen, wie schmecken die?

Das was ich im Film esse, sind keine Stierhoden. Das war rund geschnittenes Ochsenfleisch. Ich hätte nicht so viele Stierhoden essen können, wie es im Film dargestellt ist – dann wäre ich an Testosteron gestorben. Stierhoden sind auch zu teuer und in Deutschland illegal. An einem Drehtag hatte unser Koch allerdings zwei dabei, so dass ich nach dem Drehen auch mal echte Stierhoden gegessen habe. Um genau zu sein, habe ich aber nur einen halben Stierhoden gegessen.
Das schmeckt ähnlich wie Kalbsbries oder Hirn. Das ist eher eine Art Mutprobe.


So wie das Video mit Bela B., das in einem Swingerklub spielt, und in dem Sie beide fast nackt sind.

Genau. Ich bin ein absoluter Mutprobentyp. Wenn mir jemand sagt, dass ich mich etwas nicht traue, dann mache ich das. Die Idee mit dem Video und den Fotos war allerdings von mir. Ich dachte aber, dass Bela nein sagt. Und ich dachte mir: "Gut, dann müssen wir das also machen, denn es war meine Idee." Es ist wie eine Selbstverarsche. Und es ist nicht so, dass man den ganzen Weg über denkt, dass es eine sehr gute Idee ist, was wir da machen. Aber das haben wir dann eben eisenhart durchgezogen.

Das Interview führten Matthias Greulich und Stefan Hossenfelder für das Fußballmagazin RUND

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14.10.2006 - Schalke dominiert beim HSV - Siebter Platzverweis für Hamburg - Quelle/© www.westline.de/dpa

Hamburg (dpa) - Der FC Schalke 04 hat seinen Auswärtsfluch besiegt und dem Hamburger SV im "Krisengipfel" eine schmerzliche 1:2 (1:1) Niederlage zugefügt. Der verpasste erste Saisonsieg bringt die Hanseaten drei Tage vor der Champions-League-Auswärtspartie beim FC Porto noch weiter in die Bredouille.

Beflügelt durch den Gazprom-Deal gewannen die "Königsblauen" verdient durch die Treffer von Halil Altintop (16.) und Marcelo Bordon (53.). Die Hamburger glichen zwischenzeitlich durch Jung-Nationalspieler Piotr Trochowski (30.) aus. Den siebten Platzverweis der Saison erlebte der HSV, als David Jarolim zwei Minuten vor dem Pausenpfiff Gelb-Rot sah.

Doll musste durch den Ausfall von fünf Stammkräften (van der Vaart, Reinhardt, Demel, Mahdavikia, Atouba) erneut die Defensive umstellen. So rückte der Argentinier Juan Pablo Sorin links in die Viererkette, auf rechts begann Collin Benjamin. Minuten vor Spielbeginn in der mit 57 000 ausverkauften AOL-Arena musste auch Innenverteidiger Vincent Kompany wegen Adduktorenproblemen passen. So kam Raphael Wicky zu seinem ersten Einsatz als Innenverteidiger.

Schalkes Coach Mirko Slomka hatte ähnliche Sorgen: Nach Sören Larsen und Gerald Asamoah fielen auch Matthias Abel und Fabian Ernst mit Verletzungen aus. Dafür rückte der Brasilianer Rafinha ins Team und zeigte von Beginn an Engagement in den Zweikämpfen.

Die "Knappen" starteten mit einer Anfangsoffensive, der die unsichere HSV-Abwehr wenig entgegenzusetzen hatte. Verdient gingen die Gäste mit 1:0 durch Halil Altintop in Führung. Der Türke profitierte von einem Fehlpass des Hamburgers Joris Mathijsen auf Altintops Zwillingsbruder Hamit. Halil setzte sich gegen Wicky durch und ließ Keeper Sascha Kirschstein keine Chance.

Der erste gute HSV-Angriff führte gleich zum Ausgleich: Neu-Nationalspieler Trochowski verwertete einen Pass von Boubacar Sanogo. Bordon konnte Trochowski nicht aufhalten und fälschte den Schuss noch ab. Minuten vorher hatten die Hamburger Fans den Torjubel schon auf den Lippen, als Danijel Ljuboja mit einem Hackentrick den Ball ins Tor beförderte. Zuvor soll der Ball aber die Torlinie überschritten haben.

Der verdiente Platzverweis von Jarolim schwächte die Hamburger, die sich so mühsam in die Begegnung hereingearbeitet hatten. Nach einem gestreckten Bein gegen Levan Kobiaschwili zeigte Schiedsrichter Felix Brych zu Recht Gelb-Rot. Doll ging nach der Pause großes Risiko ein, indem er in Mario Fillinger für Ljuboja und Benny Feilhaber für den Rot-Gefährdeten Nigel de Jong zwei Amateure brachte.

Prompt unterlag Fillinger im Kopfballduell mit Bordon und ließ das 2:1 für die Gäste zu. Zuvor hatte Sanogo einen Foulelfmeter (48.) verschossen. Den schwachen Schuss konnte Frank Rost leicht parieren. Verschuldet hatte ihn Mladen Krstajic mit einem Rempler an Sorin. Der eingewechselte Gustavo Varela hätte in der 90. Minute den Sieg sogar höher gestalten können, wenn er die Nerven vor dem starken Kirschstein behalten hätte.

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14.10.2006 - Gelb-Rot für Jarolim - Schalke beendet Reihe von Auswärtspleiten - HSV verliert nun auch zu Hause - Quelle/© www.kicker.de

Nicht unverdient holt Schalke 04 drei Punkte in der AOL-Arena. Die "Königsblauen" profitierten von einem Platzverweis für HSV-Kapitän Jarolim, der bereits vor der Pause vom Platz gestellt wurde. Die Hamburger bleiben hingegen auch im 14. Spiel in Folge sieglos und rutschen auf Platz 17 ab.

HSV-Coach Thomas Doll baute gegenüber dem 2:2 in Frankfurt notgedrungen zwei Neue in der Abwehrreihe ein: Benjamin auf rechts und Mathijsen als linker Innenverteidiger standen in der Startelf. Reinhardt (Muskelfaserriss) und nach einem Test kurz vor Spielbeginn auch mit einer Adduktorenverhärtung auch Kompany konnten nicht auflaufen. Wicky bildete mit Mathijsen die Innenverteidigung, de Jong wechselte von rechts hinten auf seine angestammte Position im defensiven Mittelfeld.

Bei Schalke 04 nahm Trainer Mirko Slomka ebenfalls zwei Änderungen in seiner Startformation vor: Rafinha kehrte nach seiner Pause beim 1:3 in Leverkusen zurück und verdrängte Varela. Für den zu einer zweiwöchigen Pause gezwungenen Ernst (Schambeinsyndrom) rückte Hamit Altintop ins Team.

Ruhig gingen die 22 Akteure die als "Krisen-Gipfel" überschriebene Partie in der ausverkauften AOL-Arena an. Dabei gab es einiges zu tun:
Die in den letzten 13 Begegnungen sieglosen Hamburger wollten ebenso die Negativ-Serie beenden wie die Gäste, die ihre letzten drei Auswärtsspiele verloren hatten.

Auf Torszenen mussten die Zuschauer auf beiden Seiten allerdings fast eine Viertelstunde warten. So lange versuchte der HSV vergeblich, über Standardsituationen von Trochowski Gefahr herauf zu beschwören.

Zielstrebiger präsentierten sich die Schalker in Person von Halil Altintop der nach einem eher zufällig abgefangenen Pass von Mathijsen energisch an Wicky vorbei zog und aus 14 Metern Kirschstein überwand (16.).

Die Doll-Elf hatte mit dem Schock des Rückstandes sichtlich zu kämpfen und haderte zudem mit dem fehlenden Glück. Zwar setzte Ljuboja das Leder nach 22 Minuten per Hacke in die Maschen, das Schiedsrichtergespann um Dr. Felix Brych hatte die Situation aber zuvor unterbunden, weil Laas den Ball bei seiner Vorlage erst hinter der Torauslinie erwischt hatte.

Zu ideenlos präsentierte sich der HSV über weite Strecken, kam über einen seltenen schnellen Angriff dennoch zum Ausgleich. Über Jarolim kam der Ball zu Sanogo, der aus dem Mittelfeld Trochowski steil schickte. Der Neu-Nationalspieler zog aus 14 Metern halblinker Position ab, abgefälscht vom grätschenden Bordon sprang das Leder an Rost vorbei in die Maschen (30.).

Der Ausgleich verunsicherte nun auch die Gäste, so dass in der Schlussphase der ersten Hälfte kaum Fußball, dafür aber jede Menge Hektik, Härte und Meckereien zu sehen waren. Opfer dieser Spielweise wurde Jarolim, der sich innerhalb von nur drei Minuten durch Fouls an Krstajic und Kobiashvili die Gelb-Rote-Karte "verdiente" (43.), nachdem Mannschaftskollege de Jong kurz zuvor dem gleichen Schicksal nur knapp entgangen war.

Mit zwei frischen Kräften - Fillinger und Feilhaber kamen für Ljuboja und den Rot-gefährdeten de Jong - ging der dezimierte HSV in den zweiten Durchgang und hatte fast umgehend die Führung auf dem Fuß. Nach starkem Körpereinsatz von Krstajic gegen Sorin zeigte Schiedsrichter Dr. Felix Brych auf den ominösen Punkt. Sanogo trat zum Strafstoß an, scheiterte aber mit einem zu unplatzierten Schuss an Keeper Rost (49.).

Die vergebene Großchance bestrafte Schalkes Kapitän höchstpersönlich. Bordon leitete einen flüssigen Angriff der "Königsblauen" selbst ein, über Kuranyi kam die Kugel zu Hamit Altintop, der direkt flankte. Im Zentrum stieg der aufgerückte Schalker Innenverteidiger dann unaufhaltbar hoch und köpfte zur erneuten Führung ein (53.).

Die Hausherren mühten sich in der Folge redlich, Spielfluss oder kreative Elemente waren bei den Norddeutschen aber in keiner Phase zu erkennen, so dass die "Knappen" leichtes Spiel hatten, die Hamburger Angriffe zu stoppen. Die Slomka-Truppe zeigte aber selbst zu wenig Engagement und Zielstrebigkeit, um die Partie durch einen weiteren Treffer frühzeitig zu entscheiden. Varela vergab in der 90. Minute frei vor Kirschstein, so dass Rost bei einem fulminanten Trochowski-Freistoß in der Nachspielzeit mit einer Parade den "Dreier" sichern musste.

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13.10.2006 - Die Angriffslust ist der Ernüchterung gewichen - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Vor der Saison gab sich Schalke angriffslustig wie noch nie. Nicht nur dokumentiert durch Trainingshemden mit der Aufschrift "Totale Dominanz" und der offensiven Zielsetzung ("Um die Meisterschaft mitspielen"), sondern auch durch die Einteilung des Personals: Mit den beiden Neuzugängen Peter Lövenkrands und Halil Altintop sowie Kevin Kuranyi favorisierte Trainer Mirko Slomka ein Drei-Spitzen-System. Der ersten Euphorie ist Ernüchterung gewichen.

Weil seine Körpergröße noch nicht ausreicht, um beim Schalker Torschusstraining über die Barriere am Rande des Platzes schauen zu können, musste der Dreikäsehoch am Freitag väterliche Hilfe
einholen: "Papa, hat der Kevin ein Tor geschossen?" Die Antwort kam prompt: "Nein."

Damit lag der Papa zwar richtig, doch dabei war mehr Instinkt als Wissen im Spiel. Denn der Vater des kleinen Schalke-Fans hatte die Szene gar nicht beobachtet. Gleichwohl ist seine spontane Einschätzung der Dinge ein Indiz dafür, dass die S04-Anhänger Kevin Kuranyi derzeit nicht allzuviel zutrauen.

Wieder mal steht der Ex-Nationalstürmer in der Diskussion - im Prinzip war es vom ersten Tag an so, seit er im Sommer 2005 vom VfB Stuttgart für eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro zum FC Schalke 04 kam. Zwar wird Kuranyi vor allem von den jungen Schalker Fans verehrt wie ein Pop-Star - aber trotz zwischenzeitlicher Höhen verstummt die Kritik an den sportlichen Leistungen Kuranyis nach zuletzt wieder ganz schwachen Vorstellungen des 24-Jährigen nicht.

Dass der Schalker Wurm auch in dieser Saison bislang wieder im Sturm liegt - erst sieben Tore in sechs Spielen - wird auch an Kuranyi festgemacht. Schalkes Manager Andreas Müller weiß das und versucht, den Angreifer zu schützen. Beinahe gebetsmühlenartig listet Müller dann die Verdienste auf, die sich Kuranyi alleine in dieser Saison erworben hat. Zwei Tore und gute Vorlagen - "so unzufrieden", sagt Müller, "sind wir nicht. Aber es ist noch Luft nach oben - wie bei vielen unserer Spieler." Und überhaupt: "Ein Miro Klose war in dem Alter auch noch nicht so weit." Das hat Müller bereits in der letzten Saison zu vermitteln versucht.

Immerhin hat sich eben dieser Klose (28) nun für ein Comeback Kuranyis in der Nationalelf stark gemacht. Der Bundestrainer hält sich noch zurück. Zu Joachim Löw, so Kuranyi, habe er derzeit keinen Kontakt. Die Ausbootung durch Jürgen Klinsmann kurz vor der WM habe er allerdings verkraftet: "Auch wenn das der größte Schlag in meiner Karriere war, wie ein tiefer Stich in mein Herz."

Schwacher Trost für Kuranyi: Auch seine neu verpflichteten Nebenleute haben die Erwartungen noch nicht erfüllt. Peter Lövenkrands deutete seine Stärken nur an, tauchte dann aber teilweise völlig unter und saß zuletzt nur auf der Ersatzbank.

Halil Altintop hat erst ein Bundesliga-Tor für die "Königsblauen" erzielt und sich nun dem Trainer anvertraut. "In Kaiserslautern", so Mirko Slomka, "war es für Halil selbstverständlich, dass er in Ballbesitz sofort den Weg zum Tor und den Abschluss suchte. Hier, hat er mir gesagt, hält er den Ball erst mal und schaut, ob irgendwo ein Nebenmann besser positioniert ist." Slomka, der auch das Schalker Mittelfeld ("Die Zuspiele haben für die Stürmer oft nicht die erforderliche Qualität") für die Suche nach den Toren verantwortlich macht, hat dem zaudernden Stürmer zu ein wenig mehr Egoismus geraten. Diesem Rat kann Halil Altintop wahrscheinlich eher im 4-4-2 als im 4-3-3 auf der Außenstürmer-Position entsprechen.

Am Samstag in Hamburg werden wohl Kuranyi und Halil Altintop angreifen, zumindest stürmten sie am Freitag gemeinsam im Abschlusstraining.

Auch Kuranyi erzielte da noch seine Tore. Der Papa machte dem Dreikäsehoch umgehend Meldung. Das Vertrauen in Kevin war wieder da. So etwas kann manchmal ganz schnell gehen.

Norbert Neubaum

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12.10.2006 - Auf der Suche nach dem Gleichgewicht - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Wirtschaftlich nach dem Gazprom-Deal in der Luxusklasse, sportlich nach drei verlorenen Auswärtsspielen auf schwankenden Brettern - Schalke 04 bewegt sich in diesen Tagen zwischen zwei Extremen.

Doch damit nicht genug: Nach der 1:3-Niederlage in Leverkusen wandten sich auch noch die Fans von "ihren" Königsblauen ab, versprühten in der Farbenstadt Gift und Galle und wären den Spielern, so hatte es den Anschein, am liebsten an den Kragen gegangen. Dicke Luft verpestete die Schalker Atmosphäre.

Da kamen die letzten zwei spielfreien Wochen gerade recht für gleich mehrere reinigende Gewitter. "Die Kritik prallt nicht ab, wir sind den Problemen auf den Grund gegangen", erklärte Trainer Mirko Slomka nach "vielen intensiven und direkten Einzel-Gesprächen" mit den Spielern. Inzwischen sei die Stimmung wieder "deutlich positiver ausgerichtet".

Auch beim Sportlichen Leiter Andreas Müller war der Gesprächsbedarf offensichtlich riesengroß. "Wir müssen das Vertrauen der Fans zurückgewinnen; sie müssen unabhängig vom Ausgang des Spiels das Gefühl haben, die Mannschaft habe alles für einen Sieg getan." In Leverkusen waren da noch ganz andere Missstände aufgedeckt worden: Nur bei Mladen Krstajic und Marcelo Bordon hatten die Statistiker eine positive Zweikampf-Bilanz ausgemacht...

Jetzt wollen die Schalker bei ihrem Gastspiel am Samstag in Hamburg auf dem Rasen und auf den Rängen ihr Gleichgewicht wiederfinden. "Die Mannschaft hat verstanden, was ich jedem einzelnen gesagt habe", meint Slomka vieldeutig, "ich gehe davon aus, dass eine Reaktion gut sichtbar ist". Verzichten muss der Trainer indes auf Nationalspieler Fabian Ernst, der an einer Entzündung im Schambein-Bereich laboriert und noch längere Zeit auszufallen droht.

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Unterschiedlich belastet, aber ohne Blessuren kehrten Schalkes Nationalspieler von ihren Länderspiel-Auftritten zurück. Hamit Altintop traf beim 5:0 der Türkei gegen Moldawien zweimal den Pfosten, Bruder Halil wurde in der 81. Minute für den vierfachen Torschützen Hakan Sükür eingewechselt. Mladen Krstajic feierte mit Serbien ein 3:0 gegen Armenien. Der Bosnier Zlatan Bajramovic verlebte beim 0:4 gegen Griechenland einen eher tristen Abend.
Peter Lövenkrands blieb beim dänischen 4:0 in Liechtenstein nur die Zuschauerrolle.

Elisabeth Hammelstein

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10.10.2006 - Neues von Faeustel - Quelle/© www.frank-rost.com

Eigentlich sollte ich heute Nachmittag auf der Buchmesse in Frankfurt als Schirmherr des F.A.N., im Rahmen des Abschlussevents, auftreten. Im Moment aber möchte ich mich voll und ganz auf Schalke konzentrieren. Deshalb nutze ich die freie Zeit euch einmal ausführlich zu schreiben. Denn auch die Kommunikation mit euch Fans gehört für mich dazu. Allerdings möchte ich das nicht über die Medien machen. Mir wird einfach viel zu viel geredet und diskutiert. Da muß ich nicht auch noch meinen Senf dazu geben.

Ich bin seit vielen Jahren Bundesligaprofi und habe schon einige Auf und Ab's in dieser Zeit erlebt. Natürlich erinnere ich mich lieber an die guten Momente aber auch Tage wie in Berlin, Nancy und Leverkusen gehören zu meinem Beruf. Als leidenschaftlicher Fußballspieler aber auch Fan ist es manchmal schwer mit negativen Entwicklungen um zu gehen. Schwere Momente, wie die während und auch nach dem Spiel gegen Bayer, gehören zu den Schlimmsten.

Ich bedanke mich bei allen, die sich in Mails und Briefen für die Anfeindungen gegen die Mannschaft im Stadion, auf der Strasse und im Forum stellvertretend entschuldigt haben. Allerdings bedarf es meiner Meinung nach dieser Entschuldigung nicht. Fußball bedeutet immer auch Emotion.

Dieser Sport lebt, beginnend bei den Kneipenmannschaften bis hin zu den Profiteams von den eingebrachten Emotionen. Das ist es was den Fußball oft von anderen Sportarten unterscheidet. Deshalb auch liebe ich es Fußballer zu sein.

Das was nach unseren sehr schlechten Leistungen passiert ist, gehört genauso dazu wie die Siegesfeiern nach gewonnen Spielen in der Kurve. Natürlich ist es nicht OK, wenn Gegenstände fliegen, es gewalttätig wird oder persönliche Beleidigungen, weit unter der Gürtellinie, ausgesprochen werden aber die Unmutsäußerungen und Ausgrenzungen zeigen doch nur die tiefe Enttäuschung derjenigen, die den Verein lieben und sich eng mit ihm verbunden fühlen - ihr Herzblut investieren und auch viel Engagement, Geld und Zeit.

Wir Spieler sind öffentliche Personen und haben es auszuhalten kritisiert zu werden, wenn unsere Leistungen nicht dem entsprechen was von uns erwartet wird. Und das war ja wohl eindeutig so in den letzten Wochen.

Und gerade weil AufSchalke immer alles etwas extremer ist als bei anderen Vereinen bin ich zu diesem Verein gekommen. Hier wird Fußball noch gelebt und nicht nur erlebt. Und ich hoffe, dass das auch in der Zukunft so bleibt. Mir persönlich graut eher vor dem Moment, wenn ihr nach einem wirklich schlechten Spiel von uns, still und emotionslos das Stadion verlassen würdet.

Ich spiele aber auch bei Schalke weil ich sportlichen Erfolg haben möchte, wie alle meine Kollegen und jeder Anhänger des Vereins.

Und gerade deshalb müssen wir uns endlich wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Und das wird am Samstag um 15:30 Uhr in Hamburg stattfinden - weit ab von Diskussionen, Interviews und Schuldzuweisungen. Auch Aktionismus war noch nie förderlich bei der Lösung von Problemen.Reden und diskutieren ist ja gut und schön, bringt aber nur wenig, wenn wir uns beim Spiel gegen den HSV nicht wirklich steigern und an die Leistung aber auch die Einstellung der guten Spiele in der letzten Zeit anknüpfen können. Wir sind ein starkes Team und müssen in der Bundesliga ganz vorne mitspielen.

Als wichtigstes Ziel für das Spiel gegen den HSV sehe ich nicht die möglichen Punkte oder die Position in der Tabelle, sondern die Art und Weise wie wir uns präsentieren. Die Intensität mit der wir in das Spiel gehen, die Bereitschaft zur Annahme der Zweikämpfe, der deutlich erkennbare Wille und das absolute Miteinander auf dem Platz müssen der Gradmesser für die erkennbare Steigerung des Teams sein.

Das sind die Faktoren, die uns wieder zu der selbstbewussten und spielstarken Mannschaft machen werden, die wir ohne Frage sind.

Und gerade dieses Selbstbewusstsein, das Wissen um die eigene Stärke, ist das was uns abhanden gekommen ist. Keiner von uns hat ernsthaft das Fußballspielen verlernt. Es wird Zeit, dass wir allen mit sportlichen Mitteln den „Stinkefinger“ zeigen. Uns endlich mal wehren und nicht nur einstecken.

Viellicht - und das mal als Kritik an einige von Euch - denkt ihr aber auch mal darüber nach, dass ihr mit manchen Bemerkungen und Aussagen über Spieler und Funktionäre zu weit geht. Ich bin es gewohnt, dass ich, sobald etwas schlecht läuft, angefeindet und in Frage gestellt werde. Manchmal frage ich mich sogar, warum mir noch nicht vorgeworfen wurde, für die Qualität der Bratwurst in der Arena verantwortlich zu sein. Aber das kommt bestimmt auch noch, wenn es bei uns sportlich erst einmal wieder besser läuft :-)!

Jedoch an einigen von unseren Spielern gehen diese persönlichen Beleidigungen nicht so spurlos vorbei. Wie gesagt Kritik ist OK aber manchmal geht es wirklich viel zu weit.

So - jetzt hab ich mal alles geschrieben was mir so seit Nancy durch den Kopf gegangen ist und was ich euch sagen wollte. Wer an dieser Stelle spektakuläre Nachrichten oder interne Enthüllungen erwartet hat kennt mich nicht.Ich genieße jetzt weiter meinen freien Tag mit meiner Tochter und hoffe auch Ihr habt ein friedliches Wochenende trotz all der Aufregung um unseren Verein.

Euer Faeustel

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10.10.2006 - Gemeinsame Erklärung von SC und UGE - Quelle/© www.ultras-ge.de

„Ein Mensch, der will, kann mehr als zehn, die müssen.“ - Gemeinsame Erklärung der Ultras Gelsenkirchen und des Supporters Clubs

In den vergangenen Tagen ist - gerade nach den Niederlagen und schwachen Vorstellungen der Schalker Elf in Nancy und Leverkusen - viel geschrieben worden. Viel über unseren FC Schalke 04, viel über Geld, viel über Sport - aber auch viel über uns Fans. Da war von unmöglichen Verhaltensweisen, wüsten Beschimpfungen, fliegenden Bierbechern und Pöbeleien die Rede.

Fakt ist, dass Emotionen zum Fußball gehören.

Fakt ist ebenfalls, dass eine Schalker Mannschaft nach einer wiederholt kläglichen Vorstellung nicht mit Jubelarien in der Fankurve empfangen wird.

Fakt ist jedoch auch, dass wir alle gemeinsam die elf Spieler, die sich in Berlin und Nancy so kläglich präsentiert haben, in Leverkusen von der ersten Minute zu 100% unterstützt haben, in der Hoffnung, eine willensstarke, kämpfende Mannschaft zu erleben. Erst nach 60 Minuten kippte die Stimmung bei den gewohnt zahlreich mitgereisten Schalkern und der Unmut wurde lautstark kundgetan. Den ein oder anderen Außenstehenden werden diese verbalen Proteste bedingt durch unseren guten Tabellenplatz gewundert haben. Nun, tatsächlich lässt sich der Protest nicht mit zwei verlorenen Spielen begründen.

Der Stachel sitzt tiefer, viel tiefer. Für uns Schalker steht der Kampf im Mittelpunkt, der Wille etwas zu bewegen, sich den Arsch aufzureissen. Diese Tugenden vermissen wir. Nicht erst seit heute oder gestern, seit Jahren. Viel zu selten ruft die Mannschaft ihr vorhandenes Potential ab, bringt das, was sie gemessen an ihrem Etat leisten muss. Regelmäßige, fast schon vorsehbare Trainerwechsel lenken von den Versäumnissen der Mannschaft ab, der Bezeichnung Mannschaft gerecht zu werden. Stattdessen lebt man in einer in Watte gepackten Parallelwelt. Wir wollen keine Autogramme, keine gemeinsamen Spielerfotos, wir kreischen keine Spielernamen, wir wollen, dass es unseren Spielern bewusst wird, was es heißt für Schalke 04 zu spielen. Bewusst wird, dass sich zu jedem Auswärtsspiel unzählige Schalker auf den Weg machen, um unseren Verein zu unterstützen. Den Verein, dessen Trikot sie tragen. Wir wollen Spieler, die genug Arsch in der Hose haben, auch vor uns Fans zu dem Bockmist zu stehen, den sie verzapft haben. Nicht vor einer TV-Kamera, nicht auf einer Pressekonferenz, vor uns, ein ehrliches Zeichen von Respekt gegenüber den Leuten, die diesen Verein ausmachen. Jede angeblich zu harte Kritik wird abgeblockt, fern gehalten von der Mannschaft. Die zarten Spielerseelen könnten Schaden nehmen, sie könnten zu ihren Beratern laufen und sich dort ausweinen, sie könnten ganz einfach das Weite suchen. In der Welt des Sportpopstars lebt es sich besser, Fans dienen dem eigenen Ego und eigentlich kommen sie nicht wegen Schalke, sondern wegen den toll gestylten Typen da unten, so sieht die Welt wohl aus der Sicht einiger Profis aus. Vermutlich wird noch der ein oder andere Nachwuchsspieler von dieser Mentalität angesteckt und sein Charakter versaut. Natürlich tun wir einigen Spielern Unrecht, wenn wir alle über einen Kamm scheren, doch nehmen wir uns bewusst nicht einzelne Spieler heraus.

Die Mannschaft wurde vom Management zusammengestellt und in dieser Zusammenstellung müssen die Herren Profisportler verdammt noch einmal in der Lage sein als Mannschaft zu funktionieren.

Am kommenden Samstag in Hamburg werden wir die Spieler, die mit dem Schalker Vereinsemblem auf der Brust auflaufen werden, ebenso wie auch schon in Nancy und Leverkusen, von der ersten Sekunde des Spieles an bedingungslos supporten und lautstark unterstützten, um ihnen zu helfen, dem vom Verein ausgegebenen Ziel „Deutsche Meisterschaft“ ein kleines Stückchen näher zu kommen. Dies ist die Parole, an der die Mannschaft sich messen lassen muss.

Wir Schalke Fans werden uns erneut als „zwölfter Mann“ für Schalke die Kehle aus dem Leibe brüllen und stolz die königsblauen Fahnen im weiten Rund wehen lassen, so lange sich die Jungs auf dem Platz für die drei Punkte den Arsch aufreißen und bis zur Besinnungslosigkeit kämpfen und laufen werden. Sollten wir jedoch merken, dass unsere Spieler den Kopf in den Sand stecken, sich aufgeben, werden wir reagieren. Zum Wohle unseres Vereins.

„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

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09.10.2006 - Ab 18 Uhr herrscht im Kurfürstensaal "Glasnost" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Mit "Glasnost", der von Michail Gorbatschow eingeführten russischen Informationspolitik, hat die Taktik des FC Schalke 04 in diesen Tagen wenig zu tun. Im Gegenteil: Noch immer bauen die "Königsblauen" eine Mauer des Schweigens um den Deal mit Gazprom auf.

So geht es in der Einladung zur Pressekonferenz am Dienstag in Dresden (Beginn 18 Uhr) offiziell nach wie vor, "unter anderem" allerdings, um die zukünftige sportliche Partnerschaft zwischen Zenit St. Petersburg und Schalke 04. Dabei ist es offensichtlich, dass so ganz nebenbei auch der größte Vertrag mit einem einzelnen Partner in der Geschichte des FC Schalke 04 bekannt gegeben wird.

Längst wurde der Deal mit dem russischen Energieriesen Gazprom medial durchgekaut, und inmitten des Schweigen des Vorstands bestätigte Trainer Mirko Slomka in der DSF-Sendung "Doppelpass" nicht nur, dass es ein "sehr guter Vertrag" sei, sondern er verriet auch, dass der Schriftzug des neuen Sponsors bereits mit Beginn des neuen Jahres die Schalker Trikots zieren wird.

Einen Vorwurf sollte ihm die Schalker Chefetage, die alle Eingeweihten zum Schweigen verdonnert hat, aber nicht machen: Schließlich konnte man nicht von Slomka erwarten, dass er sich in eine Fernsehsendung setzt und dann den komplett Ahnungslosen spielt.

Pressekonferenz im Kurfürstensaal A des "Taschenbergpalais Kempinski"

Ab 18 Uhr wird am Dienstag also auch in Sachen Schalke und Gazprom "Glasnost" herrschen, der Rahmen ist dem Anlass entsprechend. Schalke hat in den Kurfürstensaal A des "Taschenbergpalais Kempinski" geladen. Das Fünf-Sterne-Hotel gilt als die beste Adresse der Stadt, liegt direkt gegenüber von Zwinger und Semperoper. Das frühere Stadtpalais der Gräfin von Cosel wurde liebevoll restauriert und zu einem Nobel-Hotel umgebaut. Schalkes Vorstand wird komplett anwesend sein - am Freitag, als die Zusammenarbeit mit Gazprom publik wurde, wusste ein Teil der Vorstandsmitglieder angeblich noch gar nichts von einem kurz bevorstehenden Termin in Dresden.

Doch alles "Mauern" half nichts. Der Deal mit Gazprom sickerte durch, die Fans loben das Geschäft, obwohl eine gewisse Skepsis vorhanden ist. "So unfähig", meint ein Diskussionsteilnehmer in einem Internet-Fan-Forum, "kann unser Vorstand wohl doch nicht sein, wenn die so einen Coup landen." Vielleicht schaut sogar der heute in Dresden weilende russische Präsident Wladimir Putin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vorbei, wenn das Geschäft besiegelt wird.

Das Geheimnis, wie viel Gazprom wirklich in die Schalker Kasse zahlen will, wurde noch nicht genau gelüftet - die Schätzungen für den Erfolgsfall belaufen sich insgesamt zwischen 100 Millionen Euro und 125 Millionen Euro innerhalb von fünf Jahren.

Die genaue Summe wird wohl auch heute nicht verraten, zumindest nicht offiziell. Das wäre dann ein bisschen viel "Glasnost".

Norbert Neubaum

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08.10.2006 - Schalke 04 vor Millionendeal mit Gasprom - Quelle/© www.yahoo.de

Gelsenkirchen (dpa) - Der FC Schalke 04 steht vor dem größten Millionendeal in der Fußball-Bundesliga und lässt den Rubel künftig kräftig rollen.

Nach Informationen des WDR-Hörfunks aus Moskau sowie Medienberichten in «der «Bild»-Zeitung und dem Online-Dienst des Fachmagazins «Kicker» soll der russische Energiekonzern Gasprom neuer Hauptsponsor des Reviervereins werden und in den kommenden fünf Jahren bis zu 125 Millionen Euro in die Kassen des mit 255 Millionen Euro verschuldeten Clubs spülen. Es wäre der höchste Sponsorenvertrag im deutschen Liga-Fußball. Bislang kassierte der FC Bayern München pro Saison bis zu 20 Millionen (Deutsche Telekom).

Der Verein bestätigte die Meldungen bisher nicht, sondern verwies in einer Mitteilung lediglich darauf, dass Spekulationen in Medien nicht kommentiert würden. Allerdings hat der FC Schalke für den 10. Oktober eine Pressekonferenz angekündigt, bei der in Dresden Einzelheiten zu einer neuen Zusammenarbeit zwischen den Gelsenkirchenern und dem russischen Erstligisten Zenit St. Petersburg bekannt gegeben werden sollen. Diese Kooperation werde während des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin beim «Petersburger Dialog» der Öffentlichkeit präsentiert, kündigte Schalke an.

Der Konzern Gasprom hält bei Zenit St. Petersburg 75 Prozent der Aktien und arbeitet daran, auf dem sportlichen Sektor mit dem niederländischen Trainer Dick Advocaat die Champions League zu erreichen. Wie es heißt, will der Energiekonzern auch auf dem westeuropäischen Markt Fuß fassen. Im Aufsichtsrat des mit 330 000 Mitarbeitern größten russischen Arbeitgebers hat Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Sitz. Die russische Regierung hält die Kontrollmehrheit von 50 Prozent plus eine Aktie. Die E.ON-Tochter Ruhrgas hält als größter ausländischer Gasprom-Aktionär direkt und indirekt einen Anteil von 6,43 Prozent. 2005 hat Gasprom nach eigenen Angaben einen Reingewinn von 5,98 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Für Schalke wäre der Sponsorenvertrag mehr als nur ein warmer Geldregen, sondern ein «Super-Deal» zur richtigen Zeit. Der Bundesligist muss für Zins und Tilgung des Stadion-Neubaus sowie zur Rückzahlung der Schechter-Anleihe in Höhe von 85 Millionen Euro jährlich 20,8 Millionen Euro zahlen. Zudem hat sich die Mannschaft auf dem sportlichen Sektor in dieser Saison mit dem frühen Ausscheiden im UEFA-Cup um weitere Millionen-Einnahmen gebracht.

Drahtzieher des Deals soll Schalkes Aufsichtsrats-Vorsitzender Clemes Tönnies sein, der über Schröder den Kontakt zu dem russischen Konzern hergestellt hat. Fleischfabrikant Tönnies war für eine Stellungnahme am Wochenende nicht zu erreichen. Schalke-Präsident Gerd Rehberg sagte lediglich: «Es lohnt sich am Dienstag nach Dresden zu kommen.» Wie es heißt, will die Clubführung nicht, dass Schalke komplett übernommen wird. Die neuen Sponsoren sollen weder Sitz im Vorstand noch im Aufsichtsrat des Clubs erhalten.

Der aktuelle Vertrag zwischen dem Bundesligaclub und seinem derzeitigen Hauptsponsor Victoria läuft noch bis 30. Juni 2007. Der Versicherungskonzern ließ wissen, dass vor dem Hintergrund des auslaufenden Vertrags besprochen werde, wie die Zusammenarbeit weitergeführt werden kann. Victoria bleibe auch weiterhin «ein wichtiger und herausgehobener Partner des FC Schalke 04», hieß es. Der Konzern soll bislang pro Spielzeit 7,5 Millionen Euro an den UEFA-Pokalsieger von 1997 zahlen.

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08.10.2006 - Kann aus Schalke Schalski werden? - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Frage an Radio Eriwan: Kann aus dem FC Schalke 04 durch den Sponsoren-Einstieg des russischen Energieriesen Gazprom der "FC Schalski 04" werden? Antwort: Im Prinzip nein. Es sei denn, Schalke wirft die Prinzipien der im Dezember 1994 verabschiedeten aktuellen Vereinssatzung über Bord.

Die Führungsstrukturen sind hier klar geregelt: Die Geschäfte führt der Vorstand, dessen Mitglieder vom Aufsichtsrat bestellt bzw. entlassen werden. Die meisten Mitglieder des maximal elfköpfigen Aufsichtsrates werden von den Vereinsmitgliedern gewählt. Diese Struktur schließt also aus, dass der Verein von einem potenten Geldgeber, wie beispielsweise Roman Abramowitsch beim englischen Spitzenclub FC Chelsea, gekauft und danach von ihm regiert werden kann. Das Modell "FC Chelski" ist mit den Schalker bzw. den Gazprom-Plänen also nicht vergleichbar.

Trotzdem: Wer das Geld gibt, möchte zumindest auch ein bisschen bestimmen, welche Musik gespielt wird. Und so war es "auf Schalke" in den vergangenen Jahren Tradition, dass mindestens ein Vertreter des jeweiligen Hauptsponsors vom Aufsichtsrat in das mächtige Kontrollgremium berufen wurde - so war es beispielsweise bei Kärcher, Veltins und Victoria. Und es ist kaum anzunehmen, dass Gazprom auf diese Möglichkeit komplett verzichtet - bei einem geschätzten Sponsoren-Volumen von 125 Millionen Euro in fünf Jahren. So viel sind die Russen offenbar bereit, "auf Schalke" erfolgsabhängig zu investieren.

Für die "Königsblauen" ist das zumindest finanziell ein Segen. Den Verein drücken Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 255 Millionen Euro. Diesen Verbindlichkeiten stehen zwar auch gewaltige Vermögenswerte gegenüber, wie beispielsweise die Arena, aber die von Schalke zu stemmende jährliche Finanzlast ist enorm. Alleine für Zins und Tilgung für die Arena und die Rückzahlung der Schechter-Anleihe in Höhe von 85 Millionen Euro muss der Club pro Jahr 20,8 Millionen Euro jährlich aufbringen - die Rückzahlung der Anleihe läuft bis 2023, die Arena soll 2017 abbezahlt sein.

Der Sponsoren-Vertrag mit Schalke soll Gazprom offenbar dabei helfen, auf dem westeuropäischen Markt Fuß zu fassen _ das erklärte Ziel der Chefetage von Gazprom ist es, weltweit größter Energieversorger zu werden. Schalke wird sich psychologisch wohl ein wenig umstellen müssen: Ging es mit den anderen Hauptsponsoren, ob nun Kärcher, Veltins oder Victoria, trotz der ebenfalls hohen gezahlten Summen immer noch ein wenig familiär zu, ist große Rücksichtnahme nun nicht mehr zu erwarten. So soll Gazprom auch bei Zenit St. Petersburg - dieser Club gehört dem Gas-Giganten zu 75 Prozent - ein recht strenges Regiment führen.

Es bleibt also abzuwarten, wie der Sponsor reagiert, wenn es "auf Schalke" nicht nach Wunsch läuft. Dass die Russen dann trotz aller Absichten der Schalker Vereinsführung, sich nicht reinreden lassen zu wollen, gar keinen Einfluss haben, scheint nur schwer vorstellbar. Indirekt ist Gazprom in der Bundesliga bereits am Ball Die deutsche Gazprom-Tochter ZGG ist ein Sponsor von Hertha BSC Berlin.

Am Deal mit Schalke soll neben dem Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies auch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder "mitgestrickt" haben: Der Politiker a. D. mit fußballerischen Wurzeln (Spitzname: "Acker") führt den Aufsichtsrat der Gasprom-Tochter Nord Stream, die für den Bau der Ostsee-Pipeline verantwortlich ist. Dabei ist Schalke für Schröder eigentlich "verbotenes" Gebiet: Schließlich ist "Acker" seit März 2001 Ehrenmitglied beim Schalker Erzrivalen Borussia Dortmund. Schröders Mitwirken am Zustandekommen des Schalke-Deals mit Gazprom ist also durchaus so etwas wie die Globalisierung auf regionaler Ebene.

Die Geld-Pipeline von Russland nach Schalke soll bereits ab Januar 2007 sprudeln: Ab dann soll "Gazprom" auf den Schalker Trikots stehen - dabei hat "Victoria" das vertraglich zugesicherte Recht für die Schalker Trikotwerbung noch bis Mitte 2007. "Aber mit Victoria ist alles sehr fair abgelaufen", sagt ein Schalker Vorstandsmitglied zum raschen Wechsel des Trikotsponsors. Da Victoria - die Versicherungsgruppe hat das "Aus" als Hauptsponsor offiziell bislang noch nicht bestätigt - weiter ein "herausgehobener" Werbepartner von Schalke 04 bleiben möchte, ist davon auszugehen, dass die Versicherer sich den vorzeitigen Rückzug von der Schalker Brust ordentlich vergüten lassen.

Geld genug für solche "Abfindungen" hat Schalke ja bald. Morgen wird die Partnerschaft zwischen Schalke und Gazprom wahrscheinlich auf einer Pressekonferenz in Dresden bekannt gegeben. Vielleicht schaut sogar Russlands Präsident Wladimir Putin kurz vorbei.

Und Radio Eriwan.

Norbert Neubaum

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06.10.2006 - Schalke gibt Gas - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Gerd Rehberg sagt nicht mehr als unbedingt nötig. Etwas ist ihm dann aber doch zu entlocken. "Es lohnt sich, am Dienstag nach Dresden zu kommen", behauptet der Schalker Präsident, "lassen Sie sich überraschen."

Die Überraschung wird sich für viele in engen Grenzen halten. Denn auch wenn sich alle mit Händen und Füßen dagegen wehren, die Meldung zu bestätigen, ernsthaft dementieren mag es längst auch keiner mehr. Der russische Energiekonzern Gasprom wird neuer Trikot-Sponsor des FC Schalke 04. Und er wird damit das Versicherungs-Unternehmen Victoria ablösen, das dem Bundesligisten aber weiter eng verbunden bleibt.

Offiziell liest sich das noch ein wenig defensiver. "Unter Beteiligung der beiden Vereinspräsidenten Sergej Fursenko und Gerhard Rehberg werden in Dresden offiziell die zukünftige sportliche Partnerschaft zwischen den beiden Vereinen FC Zenit St. Petersburg und FC Schalke 04 verkündet sowie die Inhalte der Zusammenarbeit erläutert", so der Text der Pressemitteilung. Der "Freundschaftsvertrag", wie es Rehberg formuliert, ist bereits unterzeichnet, nun soll er in der Elbestadt vorgestellt werden. Es geht um den Austausch von Jugendspielern, es geht um Hilfestellung für Petersburg beim Bau der neuen Arena.

Eigentlich aber geht es um ganz viel mehr. Mit dem neuen Trikot-Sponsor dürfte der Euro für die Königsblauen künftig richtig schön rollen. Sechs Millionen, so heißt es, habe Victoria bisher jedes Jahr brav überwiesen, der Vertrag mit Gasprom sollte diese Dimensionen schlichtweg sprengen. Selbst die Bundesliga-Höchstmarke von 20 Millionen Euro, die der FC Bayern München von T-Com kassiert, erscheint nicht außer Reichweite. Nach Informationen der Ruhr Nachrichten könnte sie sogar überschritten werden, wenn der FC Schalke 04 international besonders erfolgreich abschneiden würde. "Da erhöht sich das Budget ganz erheblich", sagt ein Kenner der Szene.

Die Pressekonferenz am kommenden Dienstag findet übrigens im Rahmen des Besuchs des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, beim "Petersburger Dialog" in Dresden statt. Ob Putin sogar selbst erscheinen wird, wollte am Freitag niemand bejahen. "Wir maßen uns nicht an, dass Schalke 04 Teil eines Staatsbesuches von Herrn Putin ist", betonte Pressesprecher Gerd Voss, grundsätzlich ausschließen aber will das auch niemand mehr.

Gasprom, soviel steht fest, will unbedingt auf dem europäischen und deutschen Energie-Markt Fuß fassen. Deshalb sehen die Russen in dem Namenszug auf der Kicker-Brust eine Riesenchance, das Unternehmen wirklich bekannt zu machen.

Hinter den Kulissen wird betont, es handele sich um einen lupenreinen Sponsorenvertrag, an eine "feindliche Übernahme" sei nicht gedacht. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Vertreter von Gasprom einen Posten im Schalker Vorstand oder Aufsichtsrat anstrebten, liege allenfalls bei einem Prozent. Das wird viele beruhigen. Vorerst.

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Steigende Gewinne

Gasprom ist das weltweit größte Erdgasförderunternehmen und das größte Unternehmen Russlands. Der ehemalige Staatskonzern, der 1998 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, ist heute mit rund 330 000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber des Landes. Gasprom ist eigentlich eine Abkürzung für Gasindustrie. Geht es nach dem Börsenwert, ist Gasprom bereits die drittgrößte Aktiengesellschaft der Welt - größer als BP oder Microsoft. Dank höherer Öl- und Gaspreise erzielte der russische Energie-Riese eine deutliche Gewinnsteigerung. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres stieg der Gewinn in diesem Jahr um satte 141 Prozent, der Aktienpreis hat sich nahezu vervierfacht.

Gerd Strohmann

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07.10.2006 - Altkanzler Schröder drängt mit Gazprom auf die Trikotbrust - Quelle/© WELT

Seit über einem Jahr bemüht sich der hochverschuldete FC Schalke 04 um einen neuen Hauptsponsor. Am Dienstag, auf einer Pressekonferenz in Dresden, könnte der Klub die Zusammenarbeit mit Gazprom bekannt geben. Das weltweit größte Erdgasunternehmen wird von Altkanzler Gerhard Schröder beraten.

Gelsenkirchen - Der Fußball-Bundesligaklub FC Schalke 04 steht offenbar vor dem Abschluss eines Sponsorenvertrages mit dem russischen Energiekonzern Gazprom. Die Gespräche mit der in Berlin ansässigen Gazprom-Tochter ZGG scheinen bereits so weit gediehen zu sein, dass schon in den kommenden Tagen der Vertrag unterzeichnet werden könnte.

Bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Dresden, die im Rahmen des Staatsbesuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin stattfinden wird, soll dann neben einer Partnerschaft zwischen dem russischen Erstligaklub FC Zenit St. Petersburg und Schalke möglicherweise auch über die Zusammenarbeit zwischen S04 und Gazprom informiert werden.

Gazprom, das weltweit größte Erdgasförderunternehmen mit etwa 330.000 Mitarbeitern, treibt über seine deutsche Tochter ZGG, die einen Jahresumsatz von knapp 2,7 Milliarden Euro erwirtschaftet, eine weltweite Expansion voran und will künftig verstärkt mit deutschen Endverbrauchern ins Geschäft kommen. Dabei könnte das Trikotsponsoring bei den Schalkern für die bisher nur in Wirtschaftskreisen bekannte ZGG hilfreich sein.

Zwar gab es weder von Gazprom noch von Schalke eine offizielle Bestätigung der geplanten Zusammenarbeit. "Der FC Schalke kommentiert keine Spekulationen", hieß es in einer Pressemitteilung: "Der aktuelle Sachstand ist: Der Sponsoringvertrag zwischen Schalke und der Victoria-Versicherung läuft turnusmäßig zum 30. Juli 2007 aus." Ein klares Dementi ist das aber auch nicht.

Bereits seit über einem Jahr bemühen sich Geschäftsführer Peter Peters und Finanzvorstand Josef Schnusenberg um einen neuen Hauptsponsor. Die zu diesem Zweck geführten Gespräche mit der Essener Ruhrkohle AG (RAG) wurden jedoch nicht erfolgreich abgeschlossen, da die RAG schon im vergangenen Sommer einsteigen wollte - als der Vertrag mit Victoria noch lief. Daraufhin war die RAG eine Zusammenarbeit mit Schalkes Erzrivalen Borussia Dortmund eingegangen.

Der Sponsoringvertrag mit Gazprom könnte für die Schalker zur rechten Zeit kommen. Denn wenn der mit einer Gesamtverbindlichkeit von 255 Millionen Euro - davon 191 durch langfristige Darlehen - belastete Verein die Qualifikation für die finanziell lukrative Champions League verpassen sollte, wären Spielerverkäufe unausweichlich. Durch den Deal mit Gazprom, bei deren Pipelinegesellschaft NEGP Altbundeskanzler Gerhard Schröder Aufsichtsrat ist, könnte dies möglicherweise abgefedert werden.

Oliver Müller

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06.10.2006 - "Neuer Hauptsponsor - Mehr als 10 Mio. Euro jährlich - "Gazprom" steigt bei Schalke ein - Quelle/© www.kicker.de

Millionen-Deal auf Schalke: Der russische Energiekonzern "Gazprom", für den Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder als Berater tätig ist, wird neuer Hauptsponsor des FC Schalke 04. Der bisherige Hauptsponsor Victoria, dessen Kontrakt im kommenden Sommer ausläuft, bleibt dem Verein als wichtiger Geldgeber erhalten, wird künftig jedoch nicht mehr als Schriftzug auf den Trikots zu sehen sein.

"Gazprom" steigt als Hauptsponsor bei Schalke 04 ein. Ex-Kanzler Gerhard Schröder ist bei dem russischen Energie-Riesen als Berater tätig. An dem neuen Vertrag mit Gazprom war seit Monaten gearbeitet worden.

Angeblich zahlen die Russen jährlich deutlich mehr als zehn Millionen Euro für ihr Engagement auf Schalke; es wurde eine langfristige Zusammenarbeit beschlossen. Es ist der größte Sponsorenvertrag in der Geschichte des FC Schalke 04 und ein Meilenstein hin zur wirtschaftlichen Konsolidierung. Weil er um den neuen Kontrakt wusste, sah Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies das Erstrunden-Aus des Revierklubs im UEFA-Cup gegen Nancy finanziell bereits gelassen: "Ich mache mir keine Sorgen, wir haben noch einiges in der Pipeline."

Im wahrsten Sinne des Wortes. Durch die Pipeline strömt Gas - und die Millionen strömen auf das Konto des Bundesligisten. Damit dürfte Schalke fortan den zweitbesten Sponsorenvertrag der Liga haben - gleich hinter Bayern München mit seinem Partner T-Com, dessen Sponsoring sich auf jährlich etwa 20 Millionen Euro beläuft.

Offiziell wollen die Schalker Vereins-Chef den lukrativen Millionen-Deal noch nicht bestätigen. Doch nach kicker-Informationen ist der Vertragsabschluss bereits perfekt. Der offizielle Akt wird am Dienstag folgen.

Für diesen Tag hat Schalke zu einer Pressekonferenz in Dresden geladen, die im Rahmen des Staatsbesuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin stattfindet. In Putins Gefolge kommen auch die Gazprom-Bosse nach Deutschland. Neben einer neuen Partnerschaft zwischen Schalke und dem russischen Erstligisten Zenit St. Petersburg, der von Gazprom finanziert wird, und einer Partnerschaft beim Stadion-Neubau der Russen wird dann auch der neue Millionenvertrag vorgestellt.

Jean-Julien Beer

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05.10.2006 - Fahrstuhllyrik und Dada - Christoph Biermann hat sich in den Stadien der Republik umgehört und seine persönlichen Top Ten der Fankurvengesänge zusammengestellt - Quelle/© taz vom 5.10.2006, S. 19, 131 Z. (Kommentar)

Der bekannte 1.-FC-Köln-Ethnologe und Buchautor Manuel Andrack brachte kürzlich von einer Expedition nach Jena einen interessanten Gesang mit, den er dort anderen mitgereisten Fans abgelauscht hatte. Ja, er hörte ihn nicht nur, sondern sah auch noch dessen Aufführung. Denn die Sänger hielten eine weiße Unterhose hoch, auf die hinten ein Stück brauner Stoff und vorne ein Stück gelber genäht worden war. Dazu sangen sie so begeistert wie unablässig: "Ein Leben lang, dieselbe Unterhose an."

Eine Erklärung für diesen Unsinn fand er nicht, aber diese rätselhafte Feier des Analen soll hier jedoch weder freudianisch noch anderswie psychologisch ausgedeutet werden, sondern vielmehr als Vorwand gelten, auf den Mangel an seltsamen bis komischen Sprechchören in Fußballstadien hinzuweisen. Denn wohin auch immer man seine Schritte lenkt, hört man die gleichen Gesänge und Schlachtrufe, nur die Vereinsnamen sind andere. Das ist langweilig, doch soll nicht kulturpessimistisch herumgemault werden, sondern ich möchte als Anregung zu gesteigerten Anstrengungen meine aktuellen Top Ten skurriler, eigenartiger und kreativer Fan-Gesänge vorstellen.

10. Ein Musterbeispiel für die ironische Wendung von Stigmatisierung ist auf den Rängen des sogenannten "Pillenklubs" Bayern Leverkusen zu hören: "Wir schlafen nicht auf Betten, wir schlafen nicht im Stroh, wir schlafen auf Tabletten, das ist bei Bayer so."

9. Ebenfalls sehr elegant ist der Umgang mit dem gleichen Problem beim FC St. Pauli, deren Fans oft als linke Zecken geschmäht werden: "Auf geht's Zecken schnorrt ein Tor."

8. Überhaupt nicht selbstironisch und zudem schwach gereimt, aber unfreiwillig komisch ist dieser Schlachtruf bei Schweinfurt 05: "Schweinfurt am Main, dreckig und gemein."

7. Schon lange wissen wir, dass die Idee der Region im Fußball sehr beliebt ist, wenn Abstiege angeblich schlecht oder Meisterschaften ganz toll für eine Region sind, aber dass in Erfurt ein Drei-Städte-Eck der Gewalt gefeiert wird, ist schon ziemlich verblüffend: "Erfurt, Leipzig, Halle - Fußballkrawalle."

6. Das Genre der Fahrstuhllyrik hat dort ein besonderes Qualitätsniveau erreicht, wo man zuletzt besonders begeistert die Ligen wechselte. In Bochum hieß es: "Wir steigen auf, wir steigen ab und zwischendurch Uefa-Cup." In Köln wurde zur Melodie der Polonaise Blankenese gesungen:
"Erst steigen wir ab, dann steigen wir wieder ab, dann steigen wir wieder auf, dann steigen wir wieder auf. Das finden wir lustig, weil wir bescheuert sind."

5. Kreativ sein kann man auch in der fünften Liga, wie die Fans von Mosella Niederemmel, die sich als lustige Provinzler auch noch "N-Town Ultras" nennen, mit rätselhaften und leicht dadaistischen Gesang bewiesen haben, bei dem die jeweils zweite Silbe zu betonen ist: "Hallo, hallo, hallo, hallo, bitte!"

4. "Love will tear us apart" von Joy Division ist das wahrscheinlich traurigste Stück der Popgeschichte. Daraus eine Huldigung für Manchester Uniteds Ryan Giggs zu machen, darauf muss man erst einmal kommen: "Giggs will tear you apart."

3. Wenn an der Hafenstraße im Essener Norden ein paar tausend Fans der Rot-Weißen ihr Heimatidiom feiern, ist das beeindruckend und zugleich richtig komisch: "Ja wat denn, ja wat denn!?"

2. Eine schöne Adaption des Klassikers von John Denver und eine elegante Umsetzung des beliebten Heimatmotivs kommt vom Main: "Country Roads take me home, to a place I belong!
Offenbach-Bieber, meine Heimat. Bieberer Weg, OFC!"

1. Im Rhythmus des omnipräsenten Schlachtrufs "Alles außer XY ist scheiße" trugen Anhänger des SC Rot-Weiß Oberhausen eine Frage vor, die sich Wochenende für Wochenende tausende Fans stellen: "Warum sind die Ordner so hässlich?"

Christoph Biermann

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05.10.2006 - INTERVIEW DER WOCHE - Mirko Slomka - Quelle/© kicker (Druckausgabe vom 05.10.2006, S. 4)

Es ist sein erster Job als Bundesliga-Cheftrainer. MIRKO SLOMKA steht auf Schalke massiv in der Kritik. Jetzt wehrt er sich im kicker. Er spricht über seinen Kampf, fehlende Typen und Christoph Daum.

„Ich werde kämpfen! Ich gebe nicht auf!“

kicker: Herr Slomka, viele Fans fordern Ihren Rücktritt. Haben Sie daran gedacht, aufzugeben?

Mirko Slomka (39): Nein. Nicht eine Sekunde. Ich werde kämpfen um diesen Job, um meine Arbeit, um die Arbeit unseres Teams. Ich gebe nicht auf! Ich lasse mir das nicht kaputt machen. Vor wenigen Monaten standen wir im Halbfinale des UEFA-Cups, haben Feste mit unseren Fans gefeiert. Ich werde bis zum letzten Tag alles dafür geben, dass die Fans wieder mit uns feiern.

kicker: Die Stimmung bei den Fans kippte zuletzt jedoch dramatisch.

Slomka: Ich kann die Leute verstehen. Wir haben schlechte Auswärtsspiele gezeigt, sind raus aus dem UEFA-Cup. Wir hätten zwei Mal Tabellenführer sein können, und haben es nicht hingekriegt. Das macht die Leute wütend. Ich bin so sauer darüber wie jeder Fan.

kicker: Wie gehen Sie mit der massiven Kritik um?

Slomka: In Leverkusen war es wie eine Achterbahnfahrt. Vor dem Spiel bin ich sogar überaus freundlich begrüßt worden, was mir sehr gut getan hat. Schließlich muss ich seit meinem ersten Arbeitstag dagegen ankämpfen, dass niemand so richtig damit klarkommt, dass ich auf Schalke der Trainer bin. Im Spiel sind wir dann sogar Tabellenführer, die Fans sind glücklich. Und dann bricht die Mannschaft so ein. Das war auch für mich unfassbar.

kicker: Sie schützen jeden und alles in der Mannschaft. Als Konsequenz stehen Sie als Sündenbock da. Warum nehmen Sie die Spieler öffentlich nicht härter ran?

Slomka: Nach dem Leverkusen Spiel hätte ich einige als Deppen bezeichnen können. Aber Sie werden von mir nicht hören, dass ich einen Spieler öffentlich kritisiere. Das ist nicht meine Art. Aber hinter verschlossenen Türen kracht es. Ich habe mir das Spiel mehrfach angeschaut, und ich werde jedem einzelnen vorführen, was er falsch gemacht hat. Jeder kriegt ins Gesicht gesagt, was er nach dem ersten Gegentor nicht mehr für Schalke getan hat. Die Spieler, die auf Länderspielreise sind, werde ich dazu anrufen. Es gibt Gesprächsbedarf. Aber konstruktiv. Und intern.

kicker: Die Mannschaft ist nach dem Gegentor in Leverkusen zerfallen.

Slomka: Als das Spiel kippte, mangelte es an Typen, die beißen. In der Defensive haben wir solche Typen. Aber nach vorne wurde es immer weniger. Einige wollten den Ball nicht mehr.

kicker: Also fehlen Typen?

Slomka: Es fehlen solche, die in schwierigen Phasen den Kopf oben halten. Bordon und Ernst, die machen das. Andere verstecken sich. Ich nenne keine Namen, aber jeder kann es sehen. Das ist eine Mentalität, die wir jetzt überhaupt nicht brauchen können. Jetzt sind Typen gefragt, die das Risiko suchen. Die auf Sieg spielen.

kicker: Müssen Sie also auf andere Spieler setzen?

Slomka: Wir werden im Training Drucksituationen simulieren. Und genau hinschauen, wer dem standhält. Auch in den Gesprächen ist die Reaktion wichtig. Wer nicht dagegenhält, ist hier falsch.

kicker: Angenommen, die Mannschaft befreit sich. Werden Sie jemals in Ruhe arbeiten können?

Slomka: Ohne Kritik geht es auf Schalke nie. Dafür ist der Verein zu groß, dafür steckt zu viel Herzblut in diesem Klub. Und das treibt Schalke an. Die Kritik halte ich aus.

kicker: In der Öffentlichkeit gilt Andreas Müller als unerfahren. Macht es das für Sie schwieriger?

Slomka: Für mich ist Andreas Müller ein erfahrener Manager. Er ist seit 18 Jahren auf Schalke. Er kennt hier alles. Seit sechs Jahren ist er auch für die Mannschaft zuständig und trägt seit zwei Jahren die Hauptverantwortung für sie. Vergangene Saison mussten wir beide mit ansehen, wie sich Ralf Rangnick und Rudi Assauer in der Öffentlichkeit haben auseinanderdividieren lassen. So etwas passiert jetzt nicht mehr! Jeder weiß, was der andere denkt und macht. Deshalb werden wir auch wieder Erfolg haben.

kicker: Trotzdem wirkt das Klima sehr vergiftet.

Slomka: Intern ist das Klima nicht vergiftet. Vom Platzwart bis zum Aufsichtsrat geben wir uns das Vertrauen, dass wir es in den Griff kriegen. Aber in der Schalker Großfamilie, bei den Fans, in den Medien, da herrscht eine völlig andere Wetterlage. Das muss man aber auf Distanz halten, sonst verliert man die Kontrolle.

kicker: Hat Schalke ein Grundsatzproblem, weil jeder Trainer nach zwei Niederlagen gehen soll?

Slomka: In Hamburg oder Bremen würde man nach zwei Niederlagen sicher nicht so ein Gepolter erleben. Aber man darf es auch nicht verharmlosen: Wir sind raus aus dem UEFA-Cup. Die Leute haben jedes Recht, wütend zu sein.

kicker: Sind Sie froh, wenn Christoph Daum einen neuen Job hat?

Slomka: Das Thema Daum ist für mich schon fast ein Running Gag. Normalerweise werden in solchen Situationen acht Trainer-Namen gehandelt. Auf Schalke ist es immer nur Daum. Er ist ein hervorragender Trainer. Ich mag ihn auch als Typ. Aber: Ich bin hier der Trainer! Wir haben vor wenigen Wochen erst den besten Saisonstart seit Jahren geschafft. Ich habe diesen Job angenommen, mit allen Konsequenzen, und ich werde ihn zu Ende bringen. Ich bin kampfeslustig. Wenn ich mir Gedanken über meinen Nachfolger machen würde, müsste ich sofort einpacken. Wenn ich jetzt aufgebe, wäre alles falsch gewesen. Und das war es nicht!

Interview: Jean-Julien Beer

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05.10.2006 - Christoph Daum: Schalke ist Wunschverein - Quelle/© Tagesspiegel

Fußball-Trainer Christoph Daum hat seine Meinung über eine Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse innerhalb von nur 24 Stunden radikal geändert. Es müsse nur der richtige Klub anrufen, wurde er zitiert.

Hamburg - Einen Tag nach seiner Ankündigung, er wolle sich auch künftig nur auf das Ausland konzentrieren, revidierte der 52-Jährige nun seine Aussagen. "Mit Deutschland hatte und habe ich keinerlei Probleme", sagte Daum der "Bild"-Zeitung, und fügte hinzu: "Wenn heute der richtige Klub anruft, kann ich morgen anfangen!" Die "Sport Bild" hatte Daum noch mit den Worten zitiert, er müsse "hier in Deutschland" nicht mehr arbeiten.

Dem Bericht zufolge ist Bundesligist Schalke 04 Daums Wunschverein. Das Blatt zitierte einen langjährigen Daum-Vertrauten mit den Worten: "Wenn Schalke anruft, würde Christoph sogar auf dem Pferd zur Unterschrift kommen." Daum selbst gab sich bedeckt. "Es wäre unseriös, über Klubs zu sprechen, bei denen die Trainer noch im Amt sind." Er betonte jedoch zugleich: "Aber beim Thema Bundesliga schließe ich nichts aus."

Während seiner Trainertätigkeit in der Bundesliga wurde Daum mit dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen insgesamt fünf Mal Vizemeister, mit dem VfB Stuttgart gewann er 1992 die Meisterschale. Seitdem er 2000 über eine Kokain-Affäre gestolpert war und deshalb nicht Bundestrainer wurde, arbeitete er nicht mehr in Deutschland.

Zuletzt trainierte Daum Fenerbahce Istanbul, reichte dort aber zum Ende der vergangenen Saison aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt ein. "Nach meiner Hüft-OP und der Reha brauchte ich noch Zeit. Aber jetzt bin ich zu 100 Prozent gesund", betonte er jetzt.

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05.10.2006 - Tollhaus Schalke - Quelle/© kicker (Druckausgabe vom 5.10.2006, S. 2-3)

Krisenstimmung auf Schalke. Nach turbulenten Wochen und sportlichen Rückschlägen stehen Manager ANDREAS MÜLLER und Trainer MIRKO SLOMKA in der Kritik. Die Fans toben. Auch die Handelnden sind sich einig: Es müssen Veränderungen her.

Doch, Sie haben das noch richtig in Erinnerung. Schalke steht mit zehn Punkten in der Spitzengruppe der Bundesliga. Und trotzdem herrscht rund um den Revierklub eine derart explosive Atmosphäre, dass der WDR schon von „Endzeitstimmung“ berichtet. Nach drei Niederlagen in vier Spielen und dem Erstrunden-Aus im UEFA-Cup gipfeln wütende Fanproteste nun in Rücktrittsforderungen an die sportliche Leitung. Nach dem 1:3 in Leverkusen, als die Mannschaft völlig auseinanderfiel, musste sich nahezu der komplette Vorstand (!) den tobenden Fans am Gitterzaun stellen, um Aufstellung und Einstellung zu diskutieren. Die Spieler blieben im Bus.

Nach turbulenten Wochen und Monaten, dem Verpassen der Champions League im Mai, der Petz- und dann der Maulwurf-Affäre sowie den jüngsten sportlichen Rückschlägen reißt beim Anhang offenbar jeder Geduldsfaden. Die Fans sagten den Schalker Machern am Gitterzaun ins Gesicht: „Jeder von uns hasst Bayern München. Aber wir alle müssen sagen: Bayern ist der bestgeführte Verein in Deutschland. Bei denen passiert so ein Mist nicht!“ Tollhaus Schalke.

Der freie Dienstag kam gerade recht, um durchzuatmen. Die letzten Wochen haben Nerven gekostet. Und Schaden angerichtet. Manager Andreas Müller (43) spricht von einer „kritischen Situation“. Und: „Wir haben das Vertrauen der Fans verloren. Das ist schlimmer, als den ohnehin nicht vorhandenen Kredit verspielt zu haben.“ Das Duo Müller/Slomka, so war es angedacht, sollte dem leuchtenden Bremer Vorbild Allofs/Schaaf folgen. Doch längst ist klar: Im aufgeregten Schalker Umfeld lässt sich das nicht machen, auch wenn das Bremer Duo vor Jahren ähnlich schlingernd startete. Der wirtschaftliche Druck ist nicht zu vergleichen. Der sportliche auch nicht – wobei Allofs und Schaaf anfangs auch nie behaupteten, Meister werden zu wollen. Interna machten sie auch nicht öffentlich. Schalke machte es bewusst, weil, so Müller, „hier ja doch immer alles rauskommt“. Jedoch: Mit dieser Konsequenz könnte auch mancher Ehemann den neu gekauften Mercedes rückwärts gegen einen Laternenpfahl rammen, in der Überzeugung, die Gattin hätte es bei nächster Gelegenheit eh getan.

Müller und Trainer Mirko Slomka (39) wissen, dass sie nun enorm unter Druck stehen. Wobei der Manager sein Schicksal nicht mit einer Trainer-Entlassung verknüpft. „Dann gäbe es in der Bundesliga jedes Jahr zehn Manager-Entlassungen“, sagt er, „das macht keinen Sinn. Wir versuchen, nach einem klaren Plan langfristig etwas aufzubauen.“ Der Trainer stehe ohnehin nicht zur Diskussion. Müller: „Wir reden mit ihm, nicht über ihn.“ Auffallend wenig wird über die Spieler geredet. Etwa darüber, dass Halil Altintop (ein Saisontor) bisher weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Oder, dass Kevin Kuranyi (zwei Tore) seit Wochen so spielt, als wolle er ein Comeback im Nationalteam auf jeden Fall vermeiden. Nur Kapitän Marcelo Bordon darf von sich sagen: „Ich habe alles gegeben. Ob das auch für die anderen gilt, weiß ich nicht.“ Im nächsten Spiel geht es zum Krisengipfel nach Hamburg. Wieder ein Auswärtsspiel – nach drei Auswärtsniederlagen in Folge. „Wir müssen etwas verändern“, so hat Müller die Länderspielpause überschrieben. „An der Situation und am Auftreten der Mannschaft.“ Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies schließt aus, dass es an der Spitze personelle Veränderungen geben könnte – „selbst wenn wir auch die nächsten zwei Spiele verlieren“. Gerade die Fluktuation auf dem Trainerstuhl sei der Hauptgrund dafür, dass die Mannschaft noch kein echtes Team sei.

Die nächsten Wochen werden zeigen, wo die Reise wirklich hin geht – und wer noch mitmachen darf im Tollhaus Schalke. Müller: „Dieser Verein muss in Zukunft ganz anders auftreten.“ Man kann es nicht treffender sagen.

Jean-Julien Beer

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03.10.2006 - Das Schalker Pulverfass - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Der Zaun, der Fans und Spieler vor der BayArena voneinander trennt, wurde zur Klagemauer. Wütende Schalker Anhänger beschwerten sich über die dritte Auswärtspleite in Folge, die Vorstandsmitglieder Müller, Peters und Schnusenberg stellten sich dem Fan-Aufstand tapfer, während die Spieler schon im Bus saßen.

Zwar ist Schalke nach sechs Spieltagen punktgleich mit dem Tabellenführer, aber der "königsblaue" Baum brennt. Schalke gleicht einem Pulverfass.

Die Fans: Als Schalkes Spieler nach dem 1:3 in Leverkusen in die Kurve trotteten, wurden die S04-Profis mit Fan-Artikeln beworfen, es gab derbe Schmährufe. Die diversen Internet-Foren nutzen zahlreiche Schalker Anhänger als anonyme Kritik-Plattform, um sich Luft zu verschaffen. Sogar im vereinseigenen Schalke-Forum geht es hoch her, teilweise wird die Mannschaft, ausgenommen vor allem Bordon und Rost, übel beschimpft. Offen wird darüber diskutiert, die Mannschaft beim nächsten Spiel in Hamburg mit einer gezielten Aktion zu "bestrafen". Schalkes Fans sind wütend wie selten: Viele sehen sich jetzt bestätigt, dass Management und Trainerstab vor der Saison viel zu vollmundig aufgetreten sind und sich mit Schlagworten wie "Totale Dominanz" sehr weit aus dem Fenster gelehnt haben. Begriffe, die nun wie ein Bumerang auf die "Königsblauen" zurückkommen. Die S04-Anhänger sprechen einem Teil der Mannschaft die richtige Einstellung ab, in Leverkusen wurde wieder nach Ebbe Sand gerufen. Ein Kevin Kuranyi verliert halt anders als ein Ebbe Sand. Auch Trainer Slomka steht im Mittelpunkt der Kritik. Als das 3:1 für Leverkusen fiel, marschierte ein frustrierter S04-Fan in der Kneipe "Fliegenpils" in Buer, wo das Spiel live übertragen wurde, an die Tafel, strich das Tagesgericht durch und schrieb "Slomka raus" auf die Speise-Tafel.

Der Trainer: Hat es seit seinem Amtsantritt (4. Januar 2006) nicht leicht. Weil er vorher als Assistent kaum aufgefallen war und dann auch noch mitten in der Nacht verpflichtet wurde, hatte er schnell den Ruf der "Gute-Nacht-Lösung" weg. Im Umfeld ist Slomka kaum als "richtiger" Trainer akzeptiert Schalke, so die immer häufiger geäußerte Meinung, braucht einen "großen" Trainer.
Einen wie Daum halt. Gute Maßnahmen (wie die taktisch wichtige Umstellung in der Halbzeit im Spiel gegen Wolfsburg) werden bei Slomka weniger gewürdigt als bei einem prominenteren Trainer. Allerdings bietet Slomka auch Angriffsflächen zur Kritik: Dass beispielsweise Varela kein Verteidiger ist, hat "auf Schalke" mittlerweile fast jeder kapiert. Slomka weiß, dass er mächtig unter Druck steht, zeigt sich aber kämpferisch: "Die Trainer-Diskussion gibt es schon, seit ich hier Trainer geworden bin. Das werde ich aushalten."

Die Mannschaft: Kann richtig guten Fußball spielen, wie beispielsweise beim 2:0 gegen Bremen. Oder in den ersten 20 Minuten in Leverkusen. Doch zu oft brechen nach dem ersten Gegentor die Dämme, obwohl es in der Truppe von gestandenen Fußballern, darunter viele Nationalspieler, nur so wimmelt. Die Mannschaft brachte das Kunststück fertig, sich durch die Petzer- und Maulwurf-Affäre um Asamoah und Halil Altintop schon in Zeiten sportlichen Erfolges selbst aus dem Rhythmus zu bringen bis dahin hatte Schalke noch keine Saison-Niederlage. Man mag sich kaum ausmalen, was passiert, wenn sich nachhaltiger Misserfolg einstellt. Mental gibt es, Sportpsychologe hin oder her, Defizite. Ein Zlatan Bajramovic beispielsweise ist nicht gut beraten, wenn er die Reaktionen der Fans nach dem Leverkusen-Spiel so kommentiert: "Es ist mir egal, was die brüllen." Auch wenn dieser kurz nach dem Spiel gesagte Satz vom Schalker Mittelfeldspieler sicher anders gemeint war zur Beruhigung der Situation trägt das nicht bei.

Das Umfeld: Mit dem Störfall um die Suspendierung von Gerald Asamoah lieferte die Mannschaft eine perfekte Steilvorlage" diese nicht zu verwandeln, wäre fast schon fahrlässig. "Bild" fordert seitdem erst recht den Trainer Daum und die Rückkehr von Manager Rudi Assauer " natürlich auch, so ist das Geschäft, weil sich mit diesem Duo mehr Zeitungen verkaufen lassen als mit Slomka/Müller. Der "Express" publiziert das Flehen des lange nur noch aus folkloristischen Gründen zitierten Ex-Präsidenten Günter Siebert, der ebenfalls Sehnsucht nach Assauer hat. Und im "Revier-Sport" darf sogar der Schalker Hausfriseur auf einer Seite seinen Unmut über die Zusammenstellung des Kaders äußern alles völlig legitim, aber auch eine haarige Sache. Die Lawine der Kritik rollt aus allen medialen Himmelsrichtungen auf Schalke zu.

Der Manager: Eine Sorge braucht Andreas Müller nicht zu haben:
Assauers Rückkehr ist wohl ausgeschlossen dafür müssten die Aufsichtsräte die Hand für Assauer heben, die im Mai geschlossen gegen ihn votiert hatten. Slomka ist Müllers "Mann", die Petzer-Affäre hat beide noch enger zusammengeschweißt. Müller stützt Slomka, wo er nur kann. Für Müller ist es die erste ganz große Herausforderung als Manager.

Am Samstag in einer Woche spielt Schalke in Hamburg. Bei einem Sieg winkt die Tabellenführung.

Norbert Neubaum

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04.10.2006 - Rückendeckung für Slomka und Müller - Quelle/© www.sport1.de

Gelsenkirchen - Trainer Mirko Slomka und Manager Andreas Müller erhalten beim Bundesligisten Schalke 04 in der jüngsten Krise Rückendeckung der Führungsetage.

"Ich fange doch jetzt nach drei Niederlagen nicht an, den Trainer oder den Manager in Frage zu stellen", sagte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies dem Reviersport.

Ein Trainerwechsel ist für den Fleisch-Fabrikanten, der derzeit auf Mallorca Urlaub macht, auch nach drei Auswärtspleiten in Folge, dem Uefa-Cup-K.o. und den wütenden Fanprotesten kein Thema.

"Nein, das ist doch einer der Hauptgründe, warum wir keine richtige Mannschaft haben", sagte Tönnies weiter: "Schalke ist in den vergangenen Jahren zu einem Selbstbedienungsladen für Trainer geworden." Vielmehr forderte der Unternehmer von den Fans Geduld.

"Hervorragende Fußballer"

"Wir haben hervorragende Fußballer in unseren Reihen. Diese Mannschaft muss sich jetzt nur finden. Es müssen sich feste Strukturen im Team entwickeln. Und das kann nicht gehen, wenn sie in sechs Jahren den sechsten Trainer vorgesetzt bekommt."

Slomka, der wie Müller nach der Petzer-Affäre um Nationalspieler Gerald Asamoah und der öffentlichen Maulwurf-Suche von Kapitän Marcelo Bordon zunehmend in die Kritk geraten ist, muss sich auch bei einer weiteren Niederlage am 14. Oktober beim Hamburger SV keine Sorgen um seinen Job machen.

"Ich werde meine Meinung dazu auch nicht ändern, wenn wir die nächsten beiden Spiele auch noch verlieren würden", sagte Tönnies.

"Er macht gute Arbeit"

Auch Müller, zum Nachfolger von Tönnies' Intimfeind Rudi Assauer befördert, stärkt der Aufsichtsratschef den Rücken.

"Er macht gute Arbeit, und das wird sich am Ende auch auszahlen", sagte Tönnies und griff Ex-Präsident Günter Siebert an. Wenn der sage, "er will den Rudi Assauer wieder haben, dann kann der doch nicht ganz bei Verstand sein".

Nach der 1:3-Niederlage am Sonntag bei Bayer Leverkusen waren die Schalker Fans auf die Barrikaden gegangen. "Ihr seid scheiße wie der BVB", beschimpfte der königsblaue Anhang die Mannschaft, die drei Tage zuvor im Uefa-Cup ebenfalls 1:3 beim AS Nancy verloren hatte.

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02.10.2006 - Schalke:So kann aus totaler Dominanz fatale Ignoranz werden - Quelle/© Reviersport

In einem waren sich Spieler, Trainer und Vorstand von Schalke 04 nach der zweiten bitteren Pleite in vier Tagen einig: Die Unruhe beim Möchtegern-Meister kommt von draußen. Das ist entweder eine genau kalkulierte, in diesen turbulenten Tagen bemerkenswert einheitliche Außendarstellung oder ganz einfach ein erschreckendes Ignorieren der Tatsachen. Wer hat Nationalspieler Gerald Asamoah suspendiert? Der Trainer.

Wer hat dessen Kabinengeflüster über Coach Mirko Slomka an die Öffentlichkeit gebracht? Der Manager. Wer hat beklagt, dass die Mannschaft keine eingeschworene Einheit sei, und öffentlich die Suche nach einem Maulwurf gestartet? Der Kapitän. Wer hat Asamoah begnadigt, obwohl er auf seiner Meinung beharrte, und so die Autorität des eigenen Trainer geschwächt? Der Manager. Wer sich danach wundert, dass Medien und Fans nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen, sondern hinterfragen, ob das Duo Andreas Müller und Mirko Slomka den eigenen hohen Ansprüchen gewachsen ist, ist naiv. Wer sich wundert, dass der Trainer in Frage gestellt wird, kennt das Geschäft nicht. Wer vom Finale im UEFA-Cup redet und in der ersten Runde scheitert, wer Topstürmer verpflichtet und sein System umstellt, um die Torausbeute zu steigern, und dann im Schnitt einmal pro Spiel jubeln darf, wer vor der Saison die `totale Dominanz´ propagiert und damit sogar bei den eigenen Spielern auf Kritik stößt, der hat wohl - vorsichtig formuliert - nicht alles richtig gemacht. Wer sich dann über das Presseecho wundert, sollte vielleicht in aller Ruhe und Beschaulichkeit beim SC Freiburg arbeiten, aber nicht bei einem Klub, der nach eigenem Selbstverständnis zu den Großen in Europa gehören will. Und wer in der Krise Ursache und Wirkung verwechselt, eigene Fehler und Versäumnisse ignoriert und die Schuld ständig bei anderen sucht, dürfte die Lösung kaum finden. So schnell kann aus totaler Dominanz fatale Ignoranz werden.

Thomas Lipinski, sid

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01.10.2006 - Schalker Fans versprühen Gift und Galle - Quelle/© www.westline.de

Leverkusen - Nach dem Schlusspfiff hielt die Fans nichts mehr. Fast schon hasserfüllt kletterten die Schalker Anhänger auf den Zaun zum Spielfeld, Bierbecher und Schals flogen den Berufs-Fußballern entgegen, Mittelfinger wurden in die Höhe gereckt, die Anhänger versprühten Gift und Galle.

Beruhigen wollten die Königsblauen ihre Zuschauer, nun ist das Klima endgültig verpestet. Sie sollten die Antwort auf die zuletzt mehr als mäßigen Leistungen geben, nun haben sie 1:3 in Leverkusen verloren, nun gab es keine Zurückhaltung mehr. Bereits unmittelbar nach dem dritten Bayer-Treffer schrien die Fans wutentbrannt "wir sind Schalker und ihr nicht", verhöhnten sogar ihre eigene Mannschaft: "Und ihr wollt deutscher Meister werden?"

Er habe Verständnis für die erbosten Fans, meinte Mirko Slomka, der auffällig nicht zur Zielscheibe der Kritik wurde. Also räumte er gern auch noch ein: "Wir müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, dass das Team auswärts erneut das Vertrauen der Fans nicht gerechtfertigt hat."

Das Team hat vieles nicht gerechtfertigt, ist vor allem die richtige Antwort auf die Pleite in Nancy, auf die Maulwurf-Affäre, die ein miserables Bild auf den Verein in den letzten zwei Wochen warf, schuldig geblieben.

Der Druck könne kaum größer werden, beruhigte sich Andreas Müller, aber ihm ist auch klar: "Viele schreien jetzt nach einem Trainerwechsel." Doch wilden Spekulationen über eine baldige Ablösung schob er schnell einen Riegel vor: "Mirko wird auch in zwei Wochen in Hamburg auf der Bank sitzen, unsere Strategie und Philosophie werfen wir nicht so einfach um." Aber intensiven Gesprächsbedarf erkannte auch der Manager. "Wir werden uns ganz ruhig zusammensetzen und Gedanken machen."

Faden gerissen
Etwa darüber, warum nach 20 erstklassigen Minuten plötzlich der Faden reißt. "Einstellung und Willen haben nicht gefehlt", bemerkte Halil Altintop, dann kann es ja nur Qualität sein.

"Viele kleine Unzulänglichkeiten" machte Fabian Ernst aus, nun müsse die Truppe "abblocken, was von außen kommt". Da hatte er noch nicht gehört, dass einige ganz pöbelige Schalker Fans
brüllten: "Ihr seid Sch ... wie der BVB." Bittere königsblaue Zeiten.

Gerd Strohmann

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01.10.2006 - Bittere Pille unter dem Bayer-Kreuz - Quelle/© www.westline.de

Leverkusen - Marcelo Bordon saß auf dem Rasen, den Kopf tief zwischen den Händen vergraben. 1:3 unterlag der FC Schalke 04 am Ende völlig verdient Bayer Leverkusen - die sportliche Talfahrt gewinnt dramatisch an Rasanz.

Nicht einmal eine halbe Stunde deuteten die Königsblauen an, eine positive Reaktion auf die schwachen Leistungen der vergangenen Wochen und die nervenden Querelen im Umfeld geben zu wollen. Am Ende stand eine deprimierende Niederlage und die Sorge um einen kranken Patienten, der derzeit nicht nur auf dem Feld hilflos wirkt.

Lautstark gab die Schalker Fan-Ecke die Marschroute vor. "Wir wollen euch kämpfen sehen" hallte es den Königsblauen entgegen, damit auch ja keine Missverständnisse aufkamen. Und der Auftakt war in der Tat nach Maß. Lincoln schlug einen richtig feinen Eckball in den Strafraum, Bordon köpfte das Leder mit Wucht und Wut in die Maschen (7.).

Schalke wie befreit, wie aus einem Guss. Der Ball lief, die Kombinationen waren vorbildlich. Aber es war schon ein wenig zu schön, bei aller Überlegenheit fehlte die Zielstrebigkeit. Bayer völlig von der Rolle, wurde schon nach 20 Minuten böse ausgepfiffen. Und erntete wenig später Applaus. Schalke wurde nach einem Einwurf in Höhe des gegnerischen Strafraums schulbuchmäßig ausgekontert, war schon ab der Mittellinie rettungslos in Unterzahl, Castro erzielte den Ausgleich (28.).

Natürlich Castro, der auf der linken Seite alle Freiheiten genoss, weil Varela als rechter Verteidiger fast orientierungslos wirkte. Und so durften sich die Schalker über das 1:1 zur Pause nicht beklagen, zumal Freier mit dem Halbzeitpfiff aus acht Metern das Tor nicht traf.

Castro trifft doppelt

Aber das Unheil war nur aufgeschoben. Gestärkt kamen die Leverkusener aus der Kabine, Rost wehrte eine Ecke nicht weit genug ab, Castro hatte mächtig Spaß an seinem zweiten Treffer (47.). Schalke schüttelte sich mehr als einmal und wurde doch nicht klar. Vorbei und vergessen die Kontrolle, die Konzentration, die Spielfreude, Bayer drehte auf, 04 drehte ab.

Das gefiel den Leverkusenern, Rost konnte einen Woronin-Knaller zwar noch soeben parieren, der Nachschuss von Ramelow aber saß (56.). Ein paar halbe Chancen zum Anschluss, mehr hatten die Schalker nicht zu bieten. Eine böse Woche liegt hinter ihnen, nun erwarten sie auch noch unruhige Tage.

Gerd Strohmann




Presse- und Internetspiegel September 2006

28.09.2006 - Königsblaue Kerle gesucht - Quelle/© www.westline.de

Nancy - Andreas Müller hatte sich längst noch nicht beruhigt. "Es gibt keine Erklärung und keine Entschuldigung für diese Vorstellung in Nancy. Ich habe der Mannschaft gerade gesagt: So etwas lasse ich nicht mehr zu", erklärte der Sportliche Direktor des FC Schalke, und sein Ton war selten so scharf.

Dieser desaströse Auftritt beim 1:3 in Nancy, dieses bittere Aus in der ersten Runde des UEFA-Pokals, es hat tiefe Risse im königsblauen Gebäude hinterlassen. Müller spielte den finanziellen Verlust gewollt lässig herunter, "das können wir schon stemmen", weit prekärer sei die sportliche Schlappe und der Image-Verlust.

Mit reichlich betretenen Gesichtern hatten die Sünder nach der Morgenpredigt von Andreas Müller die Kabine verlassen. Er habe deutliche Worte gefunden, meinte er mit schneidender Stimme so nebenbei, es muss ein gnadenloses Donnerwetter gewesen sein. Und wenn ein Kevin Kuranyi gesagt habe, es kotze ihn an, wenn die Mannschaft eine solche Leistung abliefere, dann könne er nur sagen: "Mich kotzt es auch an."

Mit einem 1:0-Hinspiel-Erfolg waren die Schalker nach Frankreich gereist, "in einer Halbzeit werfen wir alles weg". Und es ist wirklich entlarvend, wenn Mirko Slomka nach der Partie bemerkt:
"Wir haben uns von dem Tempo, der Härte und der Aggressivität beeindrucken lassen." Hat da jemand geglaubt, er würde zum gemütlichen Kaffeeklatsch eingeladen statt zum internationalen Kräftemessen?

So unterschiedlich die Deutungen über dieses Fiasko auch waren, so verwunderlich es auch ist, dass Slomka wie schon in der Partie zuvor zur Halbzeit das System gründlich umkrempelte, der Chef-Trainer wurde eilends von jeder Verantwortung freigesprochen. "Er macht einen guten Job", betonte Präsident Gerd Rehberg im Gespräch mit dieser Zeitung, "ich habe keinen Zweifel am Trainer", betont Andreas Müller, und Kapitän Marcelo Bordon hält sich erst gar nicht mit dem Thema auf: "Es ist alles unsere Schuld."

Soviel Einsicht freut Andreas Müller, und so hat er vor der Partie am Sonntag (17 Uhr) bei Bayer Leverkusen zumindest eines festgestellt: "Die Truppe weiß, dass sie großen Mist gemacht hat." Und weil ja ab sofort alle Ausflüchte unter Höchststrafe gestellt sind, fordert Müller für die Bundesliga-Partie: "Die Mannschaft muss aufstehen und sich wehren, genau an diesem Sonntag." Jetzt wolle er Kerle auf dem Platz sehen, und vorher wird er sich auf keinen Fall beruhigen.

Schalke: Rost - Hamit Altintop, Bordon, Rodriguez, Krstajic - Ernst, Bajramovic, Lincoln, Kobiashvili, - Halil Altintop, Kuranyi

Gerd Strohmann

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29.09.2006 - Asamoah erleidet Schien- und Wadenbeinbruch - Schalke ist raus - Quelle/© kicker

Schalke verlor in Nancy mit 1:3 und scheiterte damit schon früh im UEFA-Cup. Nach dem knappen 1:0-Hinspielsieg war die Slomka-Elf über weite Strecken zu harmlos in der Offensive und in der Defensive häufig ungeordnet. Die Schlussoffensive der Schalker kam zu spät und die Franzosen verteidigten meist souverän und ziehen letzlich verdient in die Gruppenphase des UEFA-Cups ein.

Wie schon bei der 0:1-Niederlage in Gelsenkirchen fehlten bei den Franzosen Torhüter Bracigliano (Knöchelverletzung) und Mittelfeldspieler Sarkisian (Knieprobleme). Ansonsten änderte Trainer Pablo Correa sein Team auf drei Positionen: Für Duchemin, Berenguer, und Brison kamen Gavanon, Dia und Curbelo in die Anfangsformation.

Im Vergleich zum 2:0-Erfolg gegen Wolfsburg musste Coach Mirko Slomka auf Ernst verzichten, dessen muskuläre Probleme in der Leistengegend ein Mitwirken nicht möglich machten, so dass Hamit Altintop im 4-4-2-System zum Zuge kam. Außerdem spielte Özil.

Lövenkrands musste auf die Bank. Kristajic war zum letzten Mal im UEFA-Cup auf Grund seiner Rot-Sperre zum Zuschauen gezwungen.

Die Partie wurde von beiden Mannschaften in den ersten Minuten mit sehr hohem Tempo bestritten, wobei sich Schalke gleich einige Einschusschancen erarbeitete. Bereits in der 3. Minute testete Hamit Altintop Torhüter Sorin mit einem Flachschuss aus 16 Metern. Wenig später kam Özil im Strafraum zum Schuss, der das Gehäuse nur knapp verfehlte (9.), was sich schnell rächen sollte.

Mit einer Standardsituation meldete sich dann nämlich Nancy zu Wort. Nach einer hohen Eckballflanke an den Fünfmeterraum verlängerte zunächst Puygrenier auf Andre Luiz, der dann aus kurzer Distanz zum 1:0 einschießen konnte (18.). Den Schalkern ging jetzt der spielerische Faden verloren und sie kamen nicht mehr gefährlich in die Nähe des gegnerischen Tores. Nancy nutzte die Gunst der Stunde und erhöhte. Nach einem Einwurf wurde Curbelo durch einen Lupfer in Szene gesetzt und kam völlig frei zum Abschluss. Rost hatte beim Schuss des Stürmers keine Abwehrmöglichkeit (25.).

Das taktisch neu formierte Mittelfeld vermochte es auch in der Folge kaum, die beiden Sturmspitzen in Szene zu setzen. Viele Fehlpässe ließen jetzt auch kaum mehr Spielfluss aufkommen. Es dauert denn auch lange bis die Gelsenkirchener mal wieder zum Abschluss kamen. Der Schuss von Rodriguez aus 14 Metern wurde jedoch zur Beute von Sorin, der aufgepasst hatte (41.). Kurz vor dem Pausenpfiff noch ein Aufreger, als Bordon nach einer Ecke den Ball ins Tor stocherte. Der spanische Schiedsrichter hatte bereits abgepfiffen, weil Rodriguez ein Foul begangen haben sollte.

Trainer Mirko Slomka stellte nach der Halbzeit auf eine Dreierkette um und brachte mit Asamoah für Rafinha eine weitere Offensivkraft. Endlich bauten die Gelsenkirchener Druck auf und drängten Nancy in die eigene Hälfte. Die gute Abwehr der Franzosen ließ allerdings zunächst keine Tormöglichkeiten zu.

Pechvogel Asamoah konnte nach einem Foul von Diakhité nicht weiter spielen und musste bereits in der 66. Minute für Lövenkrands das Feld wieder verlassen. Unbeeindruckt von der Verletzung des deutschen Nationalspielers konterte Nancy die Gäste aus. Ein langer Ball von der Mittellinie fand Dia, der allen enteilte und Keeper Rost durch die Beine zum 3:0 einschoss (70.).

Die Slomka-Elf durfte noch Mal Hoffnung schöpfen, als Bordon einen Freistoß von Lincoln aus drei Metern in die Maschen drosch (77.). Doch die hektische Schlussphase, in der Schalke nochmals alles nach vorne warf, brachte nichts Zählbars mehr ein.

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29.09.2006 - Asamoahs Bein "genagelt" - Quelle/© www.sport1.de

Nancy - Schalke unter Schock: Das blamable Aus im Uefa-Cup in Nancy und vor allem die schwere Verletzung von Gerald Asamoah hinterließen sichtbare Spuren bei den Königsblauen.

"Die Mannschaft war in der Kabine sehr niedergeschlagen und stand durch die schwere Verletzung von Gerald Asamoah unter Schock", berichtete Manager Andreas Müller.

Der deutsche Nationalspieler hatte bei einem rüden Foul des Senegalesen Pape Diakhate einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitten und wurde noch am Abend in Nancy operiert.

Zwangspause bis Anfang 2007

Bei dem über einstündigen Eingriff wurde das linke Bein genagelt. Asamoah, der noch einige Tage in Nancy bleibt, wird laut Mannschaftsarzt Thorsten Rarreck zumindest bis Anfang 2007 ausfallen.

Für den Nationalspieler war die Verletzung ein noch härterer Tiefschlag als seine Suspendierung in Folge der "Petzer-Affäre".

Müller als Krisenmanager gefordert

Diese scheint das Team offenbar noch immer nicht verarbeitet zu haben. Und so geht der selbst ernannte Titelanwärter schweren Zeiten entgegen, und vor allem Neuling Müller ist als Krisenmanager gefordert.

"Das war ein Tag, an dem alles gegen uns lief. Jetzt haben wir richtig einen auf den Deckel gekriegt", sagte der zum Nachfolger von Manager Rudi Assauer aufgestiegene Ex-Profi nach der folgenschweren 1:3 beim AS Nancy sichtlich geschockt.

"Müssen die Jungs wieder aufmöbeln"

"Wir haben jetzt eine sehr bittere Situation, aber Mirko und ich sind gefordert, die Jungs wieder aufzumöbeln", sagte der 43-Jährige mit Blick auf Trainer Slomka.

In der bisher schwierigsten Situation seiner noch kurzen Amtszeit redete sich Müller zumindest selbst Mut zu:
"Wir müssen aufstehen und ganz eng zusammenrücken. Ich hoffe, dass die Mannschaft ihre Lehren aus dieser Niederlage zieht. Das werden die Jungs auch tun, das sehe ich in ihren Gesichtern."

Vier Millionen Euro fehlen

Müller, der vor acht Jahren noch als Spieler den letzten Erstrunden-K.o. der Königsblauen bei Slavia Prag miterlebt hatte, bemühte sich verbal um Schadensbegrenzung.

Obwohl die Gruppenphase mit rund vier Millionen Euro in den 105-Millionen-Etat eingerechnet war, sei das Aus keine Katastrophe.

"Uefa-Cup ist nicht so lukrativ"

"Finanziell ist der Uefa-Cup nicht mehr der absolut lukrative Wettbewerb", sagte der Manager. Das Geld, um die Mannschaft auf dem Weg zur angestrebten deutschen Meisterschaft weiter zu verstärken, müsse nun woanders verdient werden.

"Wir haben das Ziel, die Gruppenphase zu erreichen, nicht geschafft. Aber wir stellen den Spielbetrieb jetzt nicht ein, sondern haben mit der Bundesliga und dem DFB-Pokal noch zwei Wettbewerbe, in denen wir uns beweisen können", sagte Müller und fügte an: "Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingt."

Slomka fordert Reaktion gegen Leverkusen Trainer Slomka, der vor dem Uefa-Cup-Start das Ziel Finale ausgegeben hatte, fordert für das nächste Bundesliga-Spiel am Sonntag (17 Uhr) eine Reaktion seiner Profis: "Wir müssen den Kopf hochnehmen, auch wenn der Hals dreckig ist."

In der BayArena ist allerdings ein anderes Auftreten als in Nancy notwendig, wo der Halbfinalist der Vorsaison jeglichen Beweis seiner Klasse schuldig blieb.

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28.09.2006 - ÜBERS Bonjour Tristesse: Uefacup-Aus, Asamoah verletztCHRIFT - Quelle/© dpa

Nancy (dpa) - Der FC Schalke 04 hat nach den turbulenten Wochen den Charaktertest nicht bestanden und ist erstmals seit acht Jahren in der ersten Runde auf europäischer Bühne gescheitert.

Die Königsblauen blamierten sich beim französischen Ligapokalsieger AS Nancy mit 1:3 (0:2) und schieden nach dem 1:0 im Hinspiel vor 14 Tagen sang- und klanglos im UEFA-Pokal aus.

Die verpasste Teilnahme an der Gruppenphase kostet die mit knapp 90 Millionen Euro verschuldeten Schalker mindestens vier Millionen Euro.

Hinzu kam der Schock um Gerald Asamoah. Der Nationalspieler erlitt 20 Minuten nach seiner Einwechslung nach einem bösen Foul seines senegalischen Gegenspielers Pape Diakhate einen Bruch des linken Schien- und Wadenbeins. Asamoah wurde noch am Abend in Nancy operiert und fällt für Monate aus.

"Das war ein schlechter Tag", konstatierte 04-Coach Mirko Slomka: "Verloren, ausgeschieden und Asamoah verletzt. Das ist bitter."

Auch Manager Andreas Müller rang um Worte: "Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen, in der zweiten haben wir alles versucht und ein gutes Spiel gemacht. Aber das 3:0 war tödlich."

Auch die "aufgeheizte Atmosphäre" auf den Rängen sei für das Scheitern mitverantwortlich gewesen: "Von der aggressiven Stimmung haben sich die Spieler anstecken lassen." Trotzig schloss er: "Aber die Mannschaft wird wieder aufstehen."

Andre Luiz (19.) machte den Schalker Vorteil nach einem Fehler von Kobiashvili zunichte, Gaston Curbelo (25.) und Issiar Dia (70.) ließen die Schalker Träume platzen. Marcelo Bordon gelang vor 18.029 Zuschauern nur noch der Ehrentreffer (78.).

Bei den Franzosen erhielt Benjamin Gavanon in der Schlussphase die Gelb-Rote Karte. Die Schalker ließen sich trotz gegenteiliger Beteuerungen von der Suche nach einem "Verräter", der Interna ausgeplaudert haben soll, irritieren. Zwar begann der UEFA-Cup-Sieger von 1997 stark: Hamit Altintop scheiterte mit einem Fernschuss an Nancy-Keeper Olivier Sorin (2.), Jungstar Mesut Özil, der im Mittelfeld sein Europapokal-Debüt gab, hatte das Führungstor auf dem Fuß (8.). Der Flachschuss des 17-Jährigen strich knapp am linken Pfosten vorbei. Die Tore fielen auf der Gegenseite. Nach einem Eckball ließ Kobiashvili Luiz sträflich ungedeckt, der Brasilianer überwand Schalke-Torhüter Frank Rost aus fünf Metern. Es folgte der nächste Schock, als Curbelo nach einem Abwehrschnitzer audf 2:0 erhöhte.

Nach dem Rückstand erhöhte Slomka, der vom Schiedsrichter auf die Tribüne verwiesen wurde (48.), das Risiko. Damit erreichten die Königsblauen zwar Feldvorteile, Torchancen blieben aber lange Zeit aus. Die Gastgeber lauerten nur noch auf Konter. Einer führte zum 3:0, nach einer Schalker Ecke düpierte Dia die weit aufgerückte Abwehrreihe. Der Anschluss von Bordon kam zu spät...

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25.09.2006 - Tönnies: „Keine Verhandlungen mit Daum – wir setzen voll auf Slomka“ - Quelle/© kicker (Druckausgabe vom 25.09.2006, S. 36 - 37)

kicker: Herr Tönnies, wieder geis terte der Name Christoph Daum durch Schalke. Ist er wirklich Ihr Notplan, wie kolportiert wurde?

Clemens Tönnies (50, Aufsichtrats-Chef): Das ist absoluter Blödsinn, eine lan cierte Geschichte. Ich habe nicht mit Christoph Daum gesprochen, niemand von Schalke hat mit ihm verhandelt. Es gibt auch keinen Notplan. Wir haben den besten Sai sonstart seit fünf Jahren hingelegt. Dass trotzdem in der Öffentlichkeit über Mirko Slomkas Ablösung spe kuliert wird, ist ein starkes Stück.

kicker: Wodurch Slomka als eine Art Interimslösung rüberkommt.

Tönnies: Genau das ist ein völlig fal sches Bild. Wir setzen nach vielen Trainerwechseln jetzt auf Kontinui tät. Wir setzen auf Slomka, wir wol len langfristig mit ihm arbeiten. Er ist keine Interimslösung und auch kein Trainer auf Abruf, ob das man chen nun passt oder nicht. Dass er nach der ersten Niederlage, dem 0:2 in Berlin, so in Frage gestellt wird, ist unfair. Das ist haarsträubend.

kicker: Warum kommt immer der Name Daum ins Spiel?

Tönnies: Dieser Name kam nie aus dem Verein. Herr Daum ist der Wunschtrainer einiger Medien, und leider hat es in der Geschichte von Schalke 04 viele Versuche gege ben, von Außen hineinzuregieren. Das ist aber mit unserer jetzigen Führung nicht machbar. Wir haben nichts gegen Herrn Daum – aber wir haben keinen Trainerjob zu ver geben. Wir stehen in der Liga weit vorne und wollen jetzt Ruhe.

kicker: Die fehlte zuletzt.

Tönnies: Die Unruhe entstand teil weise ohne Schalker Zutun. Man che Leute lauern darauf, von außen Theater machen zu können.

kicker: Was kann die Vereinsführung tun, um Slomka zu stärken?

Tönnies: Er braucht nicht gestärkt zu werden. In dieser Drucksituation und nach den Pfiffen zur Halbzeit bringt er den 17-jährigen Özil, mit dem wir gewinnen. Das ist stark. Dass es für Slomka Schöneres gibt, als monatelang Namen möglicher Nachfolger in der Zeitung zu lesen, ist logisch. Für einen jungen Trai ner geht er damit sehr professionell um.

Interview: J.-J. Beer

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26.09.2006 - Schalke stürmt in Nancy nur mit zwei Spitzen - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Als Mirko Slomka Dienstagmittag den Trainingsplatz verließ, hatte sich seine Laune rapide verschlechtert. Kein Wunder, denn die zuvor absolvierte Übungseinheit war längst nicht nach Wunsch verlaufen.

Nicht dass sich seine Kicker vor der für den Verein so wichtigen UEFA-Cup-Partie bei AS Nancy hängen ließen. An der Einsatzbereitschaft der königsblauen Spieler gab es nichts auszusetzen. Vielmehr ärgerte sich der Schalker Trainer über den drohen Ausfall von drei Stammkräften.

Levan Kobiashvili: - Der georgische Nationalspieler konnte Dienstag nur ein individuelles Training absolvieren. Nach einer gerade erst überstandenen Innenbanddehnung laboriert Kobiashvili nun an einer Entzündung im linken Fuß. Sollte er ausfallen, wäre Jungprofi Sebastian Boenisch der erste Kandidat, um Kobiashvili zu ersetzen.

Fabian Ernst: - Der Mittelfeldmann musste das Training wegen Leistenproblemen abbrechen. Ob die bis zum Donnerstag abgeklungen sind, scheint sehr fraglich.

Hamit Altintop: - Gerade erst von einer Mandelentzündung genesen, blieb der türkische Nationalspieler nach einem Zweikampf mit Alexander Baumjohann minutenlang liegen und musste behandelt werden. Altintop zog sich eine blutende Wunde unter dem Fuß zu und humpelte in die Kabine.

Die Ungewissheit um diese drei Spieler treffen Slomka umso mehr, weil er sich dafür entschieden hat, in Nancy sein System umzustellen. "Der Trainer hat uns gesagt, dass wir dort nur mit zwei Stürmern auflaufen werden", verriet Gerald Asamoah. Darauf deutete auch das gestrige Training hin, denn mal stürmte Kuranyi mit Halil Altintop oder Asamoah mit Peter Lövenkrands. Das System mit zwei Spitzen hatte sich zuletzt in der zweiten Halbzeit beim 2:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg bewährt. Doch jetzt drohen Slomka mit Ernst und Hamit Altintop zwei wichtige Mittelfeldspieler auszufallen. Für Ernst und Altintop wären dann Varela und der erst 17-jährige Mesut Özil die ersten Alternativen.

Während Slomka nun erst einmal abwarten muss, welche Spieler ihm zur Verfügung stehen, sorgt sich Mannschaftskapitän Marcelo Bordon um den Teamgeist. "Der Sieg gegen Wolfsburg war aus sportlicher Sicht sehr wichtig für Schalke, löst aber nicht unsere eigentlichen Probleme. Die liegen viel tiefer", erklärte der Brasilianer in einem Interview. Die Affäre um Asamoah und ihre Folgen hätten gezeigt, "dass wir individuell hohe Qualität haben, aber kein eingeschworenes Team sind. Wir können gemeinsam zwar Siege feiern.

Doch bezweifle ich, dass nach derzeitigem Stand dauerhafter Erfolg möglich ist", führte Bordon weiter aus. Er beklagt vor allem, dass Interna aus dem Mannschaftskreis immer wieder nach außen dringen. Einen oder zwei Tage nach der Suspendierung Asamoahs habe der komplette Ablauf des Vorgangs mit allen Details in der Zeitung gestanden. Bordon: "Das ist unglaublich. Der Informant kann nur aus der Mannschaft kommen." Solange der "Maulwurf" nicht gefunden sei, würden "immer neue Probleme auftauchen," befürchtet Bordon weiter unruhige Zeiten auf Schalke.

Frank Leszinski

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26.09.2006 - Schalke-Keeper Rost: "Ich hätte Assauer gerne als Präsidenten gesehen" - Quelle/© www.spiegel.de

Beim FC Schalke 04 ist Frank Rost Leistungsträger - und ein sehr streitbarer Angestellter. Im "RUND"-Interview spricht der Torwart über angepasste Popstar-Fußballer, unterhaltungshungrige Zuschauer und ein mögliches Comeback des ehemaligen Schalker Managers Rudi Assauer.

Frage: Herr Rost, Sie sind seit 2002 bei Ihrem derzeitigen Club. Fühlen Sie sich inzwischen als eingefleischter Schalker?

Rost: Ich bin nicht hier groß geworden, deshalb kann ich auch schlecht sagen: Ich bin Schalker. Aber ich habe sehr viel Verständnis für die Leute hier, gerade was die Strukturen und das Umfeld angeht. Im Ruhrgebiet haben die Menschen vielleicht inzwischen genauso viele Probleme wie die Leute im Osten Deutschlands. Die Jugend wandert unwahrscheinlich ab. Die Industrie hat sich hier verdünnisiert. Auf Dauer muss man sich was einfallen lassen, wenn solche Städte wie Gelsenkirchen nicht zum Altersheim werden sollen.

Frage: Schalke 04 ist nun nicht mehr die traditionelle Kämpfermannschaft. Wie kam es zu diesem Wandel?

Rost: Schalke will mehr Fußball spielen. Man hat daher Leute geholt, die das Filigrane bevorzugen. Der Club hat sich weiter entwickelt, da muss man versuchen, diese Einheit, die man immer vorgibt zu sein, auch wirklich zu dokumentieren, jeden Tag.

Frage: Hat Schalke damit seinen ursprünglichen Charakter abgelegt und noch keinen neuen gefunden?

Rost: Als Schalke in der Zweiten Liga spielte, waren 35.000 Zuschauer da, und die waren auch mit Herz und Seele dabei. Jetzt haben wir viele andere Gäste, die vielleicht auch mal ein Schalke-Trikot und einen Schalke-Schal tragen. Aber wenn Schalke morgen absteigt, sind die weg. Darüber muss man sich im Klaren sein, aber das ist ein Spagat, den Schalke, wir Spieler und der Fußball an sich machen müssen. Viele kommen und wollen ein Spektakel sehen, am besten 90 Minuten auf ein Tor.

Frage: Hat Rudi Assauers Abgang den Club atmosphärisch verändert?

Rost: Natürlich ist einiges anders geworden. Ich hätte ihn hier gerne als Präsidenten gesehen. Bei allen zweifelhaften Dingen hat er einfach viele Verdienste um den Club. Er hat unglaublich viel Herzblut und Engagement hier reingesteckt. Vielleicht taucht er ja irgendwann wieder auf, hier ist alles möglich.

Frage: Bis auf Uli Hoeneß sind die großen charismatischen Manager wie Assauer oder Calmund verschwunden, mit dieser Weltmeisterschaft wurde die nun endgültige Einmottung des eigenwilligen, gradlinigen Stars vom Schlage eines Effenberg, Matthäus oder Sammer vollzogen. In der Bundesliga sind Sie und Oliver Kahn vielleicht die letzten Typen dieser Sorte. Wie finden Sie diese Entwicklung?

Rost: Es ist so, dass viele Spieler bearbeitet werden. Sie haben alle ihre Berater und die Promoter. Es wird versucht, ein Bild zu erzeugen, das eine bestimmte Zielgruppe anspricht. Besonders in der Nationalmannschaft. Das ist mittlerweile schon so ähnlich wie bei Popgruppen. Mir fehlt da manchmal so das Authentische. Gerade die streitbaren Charaktere sterben aus. Heutzutage gibt es immer weniger Leute, die kontroverse Meinungen haben.

Frage: Warum ist das so?

Rost: Weil es Stress bringt. Wer anders argumentiert als andere, dem werden mit aller Macht Knüppel zwischen die Beine geworfen.

Frage: Nutzen darum Fußballer ihre Popularität so selten, um häufiger einmal politische Aussagen zu machen?

Rost: Zunächst einmal sollte man seinen Sport nicht für die Politik missbrauchen. Sport ist kein politisches Machtinstrument.

Frage: Man muss ja nicht gleich Missbrauch treiben, wenn man die eigene Popularität zur Verbreitung der eigenen Überzeugungen nutzt.

Rost: Wir äußern unsere Meinungen durchaus. Wir gehen gemeinsam gegen Rassismus vor. Schalke unterstützt Kampagnen gegen Arbeitslosigkeit und steht zu seinem Ruhrgebiet. Es gibt Kampagnen gegen Überalterung und Verarmung, da macht Schalke sehr viel und nimmt sehr klar Stellung.

Frage: Man kann aber auch anders argumentieren: Wenn ein Sportler Schuhe von Nike trägt, muss er doch auch über die Produktionsbedingungen nachdenken, unter denen die Schuhe hergestellt wurden.

Rost: Dann hast du aber alle gegen dich, weil du zu sehr polarisierst. Es ist doch im Profisport viel wichtiger, dass du Everybody's Darling und gut zu verkaufen bist. Es wurde mir schon oft gesagt, dass wir die Wirtschaft brauchen. Wenn man zu sehr gegen die Kommerzialisierung und deren Folgen spricht, dann reagiert der eine oder andere allergisch. Darum wird ein Sportler in der heutigen Zeit vorsichtig sein.

Frage: Sie engagieren sich gegen Analphabetismus. Wie kam es dazu?

Rost: Ich wollte gerne etwas in Deutschland machen, ich möchte gerne hier etwas zurückgeben an meine Heimat. Das Problem bei diesen karitativen Dingen in Deutschland ist, dass alle Leute spenden, wenn irgendwo in der Welt wieder eine Naturkatastrophe war, aber mit den alltäglichen Leiden in Deutschland tun sich viele sehr, sehr schwer. Ich helfe "Herzenswünsche e.V." (der Verein unterstützt schwer erkrankte Kinder und Jugendliche; die Red.) und bin Schirmherr des Fußball-Alphabetisierungsnetzwerks F.A.N.

Frage: Haben Sie Erfahrungen mit dem Problem, eine eigene Lese- oder Schreibschwäche?

Rost: Nein, aber ich betrachte es als Grundübel, wenn man nicht lesen oder schreiben kann. Dann kann man sich nur schwer eine eigene Meinung bilden, man bekommt ja alles vorgegaukelt. Ich habe großen Respekt vor den Leuten, die sich outen und das im Nachhinein lernen. Ich sehe diese Probleme selbst: Manche E-Mails, die ich bekomme, sind sprachlich hart an der Grenze. In Deutschland besteht Schulpflicht - da sollte jeder Lesen und Schreiben können, das ist elementar für die Lebensqualität.

Die Fragen stellten Eberhard Spohd und Daniel Theweleit

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25.09.2006 - Bordon sucht den Schalker "Maulwurf" - Quelle/© www.sport1.de

Gelsenkirchen - Kapitän Marcelo Bordon vom FC Schalke 04 macht sich höchstpersönlich auf die Suche nach einem weiteren "Maulwurf" bei den "Knappen".

Die Affäre um Gerald Asmaoah und ihre Folgen hätten gezeigt, "dass wir individuell hohe Qualität haben, aber kein eingeschworenes Team sind", sagte Bordon der "Sport-Bild" (Mittwoch-Ausgabe).

"Wir können gemeinsam zwar Siege feiern. Doch bezweifle ich, dass nach derzeitigem Stand dauerhafter Erfolg möglich ist. Weil wir weiterhin einen Maulwurf in der Mannschaft haben. Bevor der nicht gefunden ist, werden immer neue Probleme auftauchen", so der Abwehrchef weiter.

"Irgendwann kommt die Wahrheit ans Licht"

Demjenigen, der laut Bordon Interna über die Suspendierung von Nationalspieler Gerald Asamoah für das Berlin-Spiel preisgegeben haben soll, drohte der Brasilianer:
"Irgendwann macht der Maulwurf einen Fehler, und die Wahrheit kommt ans Licht. Dann muss der Verein knallhart durchgreifen."

Bordon glaubt an weiteren Maulwurf

Zuvor waren bereits interne Informationen, als sich Asamoah abfällig über Trainer Mirko Slomka geäußert hatte, dem Schalker Management zugespielt worden. Diese Infos sollen angeblich über Halil Altintop und dessen Berater Roger Wittmann bei Manager Andreas Müller gelandet sein.

Bordon glaubt jedoch, einen weiteren "Maulwurf" bei den Königsblauen ausgemacht zu haben.

"Kein uneingeschränktes Vertrauen zwischen den Spielern möglich"

"Ein oder zwei Tage nach der Suspendierung von Gerald Asamoah stand plötzlich der komplette Ablauf dieses Vorgangs in der Zeitung. Mit allen Details. Das ist unglaublich. Der Informant kann nur aus der Mannschaft kommen", sagte der Südamerikaner.

"Solange es diesen Maulwurf gibt, kann es kein uneingeschränktes Vertrauen zwischen den einzelnen Spielern geben. Doch genau das macht ein echtes Team erst aus. Daran müssen wir noch hart arbeiten."

Sportlicher Erfolg ist gefährdet

Bordon sieht den sportlichen Erfolg seines Klubs gefährdet.

"Der Sieg über Wolfsburg war aus sportlicher Sicht sehr wichtig für Schalke, löst aber nicht unsere eigentlichen Probleme. Die liegen viel tiefer", meinte der Abwehrchef.

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24.09.2006 - Zurück im Land des Lächelns - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - War es einfach nur ein Irrtum oder eine raffinierte Maßnahme des Schalker Motivationstrainers? In der Tabelle, die im Presseraum der Arena direkt nach dem Schalker 2:0 (0:0)-Sieg gegen den VfL Wolfsburg verteilt wurde, standen die "Königsblauen" auf Platz eins. Auch wenn das ein wenig zu optimistisch war: So etwas liest man natürlich gern, gerade nach einer so turbulenten Woche.

Nach wenig erfreulichen Tagen, in denen es "auf Schalke" nicht viel zu lachen gab, ist der Club zumindest kurzfristig - das kann sich ja alles schnell ändern - wieder zurück im Land des Lächelns. Auch Gerald Asamoah hatte sein Lächeln wiedergefunden: Nach der Suspendierung war er gegen Wolfsburg von den Fans stürmisch gefeiert worden, was Asamoah als "große Ehre" empfand.

Nach seiner Einwechslung bereitete der in den Schoß der Schalker Familie zurückgeholte Ex-Verbannte sogar noch das 2:0 durch Lincoln vor, was Asamoah dann auch den alten Schalk zurück in den Nacken trieb. Wenn er Trainer wäre, ließ der Stürmer wissen, würde er der Mannschaft jetzt freigeben, damit er (Asamoah) mit Halil Altintop (der hatte ihn nach kritischen Äußerungen über Trainer Slomka "verpfiffen") feiern gehen könnte. Doch obwohl Slomka sich knallhart zeigte und für Sonntag gleich wieder ein Training ansetzte, gab sich Asamoah versöhnlich: "Der Trainer entscheidet. Und ich will ja nicht mehr böse sein..."

Na also, es geht doch. Was die Stimmungsaufheiterung und das 2:0 gegen Wolfsburg wirklich wert sind, kann allerdings nur die Zukunft zeigen. Wie schnell das von allen Verantwortlichen als intern sehr stabil gelobte Schalker Gebilde erneut zum Wackelkandidaten werden kann, zeigte sich in der ersten Hälfte. Als Stürmer Peter Lövenkrands kurz vor dem Halbzeitpfiff wieder mal eine Aktion missglückte, riefen viele Fans spöttisch nach "Ebbe Sand". Und als es nach 45 Minuten immer noch 0:0 stand, wurde die Schalker Mannschaft mit einem lauten Pfeifkonzert in die Kabine begleitet. Die meisten Spieler hatten dafür nicht unbedingt Verständnis, Trainer Mirko Slomka - Ärger mit den Fans fehlte jetzt gerade noch - drückte es ein bisschen diplomatischer aus: "Zumindest haben es uns diese Pfiffe nicht erleichtert, an unserem Spielplan festzuhalten."

Der setzte auf den Schwerpunkt Geduld, und die hatte Schalke. Slomka selbst hatte diese Geduld vorgelebt und für den schwachen Lövenkrands eben nicht einen neuen dritten Stürmer (Asamoah wäre eine Option gewesen) eingewechselt, sondern mit Jung-Profi Özil einen Mittelfeldspieler gebracht. Schalke spielte nun 4-4-2 statt 4-3-3, und den beiden "Dampfmachern" Özil und Lincoln hatte Wolfsburg nicht mehr viel entgegenzusetzen. Kuranyi per Kopf (57.) und Lincoln (89.) machten den zäh erkämpften, aber verdienten Schalker Sieg perfekt, der in Gefahr geriet, als Makiadi nur den Pfosten traf (76.).

"In der letzten Saison", versuchte Slomka die Konzentration wieder auf sportliche Dinge zu lenken, "haben wir gegen Wolfsburg hier 2:2 gespielt." Slomka wirkte erleichtert, atmete tief durch. Pünktlich - man konnte fast die Uhr danach stellen - wurde in der "Bild" nach der ersten Saison-Niederlage in Berlin und dem Trubel um Asamoah wieder der Name "Daum" aufgetischt. Slomka nimmt das äußerlich gelassen hin, dennoch tat der Anruf von Aufsichtsrats-Chef Tönnies Samstag Mittag gut: "Er hat mir viel Glück gewünscht und gesagt, dass das, was da geschrieben stand, Unsinn ist."

Unsinn ist (noch) auch Schalke als Tabellenführer. Die verteilte Tabelle war ein Irrtum und wurde korrigiert.

Norbert Neubaum

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23.09.2006 - Kuranyi und Lincoln treffen zu Schalkes 2:0-Sieg gegen Wolfsburg - Quelle/© dpa

Gelsenkirchen (dpa) - Nach den Querelen der letzten Wochen und der zwischenzeitlichen Suspendierung von Gerald Asamoah hat der FC Schalke 04 zumindest sportlich wieder in die Erfolgsspur gefunden.

Die Gelsenkirchener bezwangen am Samstag den VfL Wolfsburg mit 2:0 (0:0) und stürzten die weiterhin sieglosen Niedersachsen somit in große Nöte. Vor 60 404 Zuschauern in der Veltins-Arena erzielten Nationalspieler Kevin Kuranyi in der 57. und Lincoln in der 89. Minute die Tore für die Schalker, die sich mit nunmehr zehn Punkten in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga festgesetzt haben. Wolfsburg bleibt mit drei Zählern weiterhin auf einem Abstiegsplatz.

Wie erwartet blieb Nationalspieler Asamoah, der von den Fans stürmisch begrüßt wurde, trotz des Fehlens von Hamit Altintop, Sören Larsen und Mladen Krstajic zunächst auf der Bank. Trainer Mirko Slomka vertraute seinem Dreier-Sturm mit Halil Altintop, Kuranyi und Peter Lövenkrands. Auf der linken Abwehrseite rückte Levan Kobiaschwili wieder ins Team. Bei den ersatzgeschwächten Niedersachsen kamen Cedrick Makiadi, Rick Hoogendorp und Jonathan Santana in die Startformation.

Die Schalker waren von Beginn an bemüht, die kompakte Wolfsburger Defensiv-Reihe über die Außenposition auszuspielen. Die erste große Tormöglichkeit vergab Kuranyi, von Zlatan Bajramovic freigespielt, aus kurzer Distanz (16.). Vor allem über die rechte Seite mit Rafinha versuchten die Gastgeber zum Erfolg zu kommen, aber viele Angriffe blieben in der dichten VfL-Abwehr hängen.

Kuranyi hatte vor der Pause noch eine gute Gelegenheit, konnte sich aber auch nicht entscheidend durchsetzen. Die Wolfsburger blieben bei Kontern gefährlich und hatten durch den früheren Schalker Mike Hanke zwei gute Szenen.

Mit dem jungen Mesut Özil für den enttäuschenden Lövenkrands erhöhten die Gastgeber im zweiten Abschnitt den Druck. Zunächst scheiterte Mittelfeld-Regisseur Lincoln noch mit einem Distanzschuss an VfL-Torhüter Simon Jentzsch (51.). Sechs Minuten später zirkelte der Brasilianer einen Freistoß von der linken Strafraumgrenze auf Kuranyi, dessen Kopfball zur Führung für die Königsblauen führte. Kurz darauf scheiterte Lincoln erneut per Freistoß, der ans Außennetz ging. Danach begnügten sich die Schalker das Ergebnis zu halten und ließen den Gästen dadurch noch einige Möglichkeiten. Wolfsburgs Makiadi (76.) hatte Pech mit einem Pfostenschuss. Den Schlusspunkt setzte Lincoln, der nach Vorarbeit von Asamoah traf.

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22.09.2006 - Ernst fordert: "Ruhe in den Laden" - Nach dem Asamoah-Knatsch sucht Mirko Slomka sportliche Erfolgserlebnisse - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Mit längeren Reden will sich Fabian Ernst erst gar nicht mehr aufhalten. "Wir brauchen einfach einen Sieg, damit wieder Ruhe in den Laden kommt", meint der Mittelfeld-Spieler des FC Schalke 04.

Das Spiel 1 nach dem "Fall Asamoah", der "Petzer-Affäre", dem bizarren Bild, das Trainer und Vorstand abgegeben haben, alle sehnen es herbei. Am Samstag treffen die Königsblauen auf den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr), und Andreas Müller atmet ganz tief durch: "Ich freue mich, dass endlich wieder Fußball gespielt wird."

Keiner weiß so ganz genau, wie die Fans auf diese turbulente Woche reagieren werden. Manager Müller meint nachdenklich, "wir müssen auf alles vorbereitet sein", und hat sogleich eine große Bitte an das Team: "Die Mannschaft muss geduldig sein und darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen." Noch lieber wäre ihm eine schnelle Führung, "dann stehen die Fans auf jeden Fall sofort hinter uns".

Ohne Leichtigkeit

Spurlos aber ist der ganze Knatsch an der Elf nicht vorbeigegangen. Trainer Mirko Slomka besteht zwar darauf, einschließlich des Donnerstages sehr konzentrierte Trainingseinheiten gesehen zu haben, von einer gewissen Leichtigkeit des Fußballer-Daseins aber war auch beim zweiten Hinsehen nichts zu erkennen.

Vor allem Gerald Asamoah stapfte ein wenig missmutig über den Rasen, nicht die geringste Spur von Spielfreude. "Alles sei abgehakt", betonte er dennoch, "ich freue mich auf Fußball, wir alle wissen, welche Ziele wir haben." Es klang wie auswendig gelernt, wahrscheinlich gefiel es dem Nationalspieler auch herzlich wenig, im Trainings-Spielchen nur für das B-Team nominiert zu sein.

Einzelschicksale aber interessieren in diesen schweren Tagen beim FC Schalke 04 niemanden mehr. So fordert Müller nach dem emotionslosen 0:2 in Berlin ("Wir waren viel zu wenig aggressiv") schlicht eine Rückkehr in die Erfolgsspur. Und Slomka gibt sich vorbildlich kämpferisch. Im Sinne der Mannschaft und des Vereins werde er alle Dinge, die da jetzt auf ihn einprasseln, schon aushalten.

Bei einer Niederlage aber dürfte es mit der "Ruhe im Laden" erst einmal richtig vorbei sein.

Schalke: Rost - Rafinha, Bordon, Rodriguez, Kobiashvili - Ernst, Lincoln, Bajramovic - Halil Altintop, Kuranyi, Lövenkrands

Gerd Strohmann

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21.09.2006 - Rost sehnt sich nach vereinsinterner Ruhe - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - "Ich bin froh, dass am Samstag wieder Fußball gespielt wird." Dieser Satz von Schalke-Manager Andreas Müller trifft recht gut die Stimmungslage im königsblauen Umfeld. Nach der ersten Pflichtspiel-Niederlage in Berlin und der Affäre um Gerald Asamoah will Schalke mit einem Sieg im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg endlich wieder positive Schlagzeilen schreiben.

Ein "Dreier" gegen die noch sieglosen Niedersachsen ist auch unbedingt notwendig, um die teilweise selbst verschuldete Unruhe nicht noch weiter ausufern zu lassen. Es klingt schon fast wie ein Hilferuf, wenn Frank Rost auf seiner Homepage an alle Verantwortlichen des FC Schalke 04 appelliert: "Es kann doch nicht wahr sein, dass wir uns nach außen so angreifbar machen. Wir sind auf dem besten Weg, uns selbst nachhaltig zu schaden. Wenn wir es nach nur fünf Wochen schaffen, uns selbst auseinander zu dividieren - und damit spreche ich alle Teile des Hauses FC Schalke 04 (Fans, Funktionäre, Mannschaft) an - dann heißt es Vorsicht!" Der Schalker Torhüter fordert so schnell wie möglich die Rückkehr zur Besonnenheit, Abgeklärtheit und vereinsinterner Ruhe. Denn: "Auf Nebenschauplätzen sind noch nie Titel gewonnen worden, sondern nur auf dem Rasen."

Dort präsentierten sich die Schalker jedoch in Berlin in ganz schwacher Verfassung. Andreas Müller führt das auf "fehlende Aggressivität" zurück. "Der Schlüssel zum Erfolg bedeutet, die Zweikämpfe anzunehmen und auch zu gewinnen. Das hat die Mannschaft in Berlin nicht getan. Dort wollten sie in Ruhe erst Fußball spielen und dann kämpfen. Doch so kann man kein Spiel gewinnen."

Gegen Wolfsburg ist Müller überzeugt davon, dass sich eine ganz andere Schalker Mannschaft präsentieren wird. Das glaubt auch Trainer Mirko Slomka, der noch offen lässt, ob Gerald Asamoah nach seiner Suspendierung wieder in die Anfangsformation rückt. Argumente pro Asamoah gibt es einige, denn Sören Larsen fällt bekanntlich wegen seiner Kreuzbandverletzung länger aus (Slomka: "Das ist schon tragisch, wie viel Pech Sören mit Verletzungen hat."), und Peter Lövenkrands steckt momentan in einem Formtief.

Doch der Schalker Trainer will seine Personalpläne für die Offensive noch nicht verraten. "Entscheidend sind bei mir immer die Trainingseindrücke", betont Slomka. Sicher ist indessen, dass neben dem noch gesperrten Mladen Krstajic auch Hamit Altintop ausfallen wird. Der türkische Nationalspieler hat sich eine einseitige Mandelentzündung zugezogen, eine sehr seltene Krankheit, die ein absolutes Sportverbot beinhaltet. Frühestens am Sonntag darf Altintop mit einem lockeren Lauf wieder beginnen.

Eine gute Nachricht gab es am Donnerstag dagegen von Levan Kobiashvili. Der Georgier bestand einen Härtetest nach seiner Innenbandverletzung und wird am Samstag zum Schalker Kader gehören, für den gegen die Wolfsburger nur ein Sieg zählt.

Frank Leszinski

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20.09.2006 - Rudi Assauer im Interview über sein Abdanken beim FC Schalke 04 und die Zeit danach - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Seinen inneren Frieden hat er längst nicht gefunden. "Ich denke immer noch, es ist alles ein schlechter Traum", meint Rudi Assauer gut drei Monate nach seinem Ausscheiden beim FC Schalke 04 als Manager im Gespräch mit westline.

Frage: Rudi Assauer, Sie haben sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Wie geht es Ihnen?

Assauer: Eigentlich ganz ordentlich, aber es ging schon mal besser. Der Körper ist okay, die Seele nicht so ganz. Es ist derzeit eine verkehrte Welt für mich. Fast 20 Jahre hat der Terminkalender mein Leben bestimmt, jetzt habe ich plötzlich Zeit, meine Hände in den Schoß zu legen. Aber da muss man durch.

Es klingt aber so, als seien Sie damit noch nicht durch.

Stimmt, ab und zu kommt man damit nicht so ganz klar. Noch schaffe ich es nicht, bis acht Uhr auszuschlafen. Ich wollte in zwei Jahren in Ruhe abtreten, nun bin ich abrupt rausgerissen worden. Das ging von Hundert auf Null. Das ist auch vom Körper her eine riesige Umstellung.

Der Aufsichtsrat hat sich geschlossen gegen Sie gestellt, Sie haben den Verein fast über Nacht verlassen, wie sehr hat Sie dieser "Abschied" getroffen, vielleicht sogar gekränkt?

Der gesamte Ablauf der Veranstaltung war schon nebulös, das hatte keinen Stil. Da muss man anders vorgehen.

Sagen Sie denn, dass Ihnen Unrecht geschehen ist?

Ich kam doch gar nicht dazu, über Recht und Unrecht nachzudenken. Wie denn auch, wenn der Aufsichtsrat einstimmig sagt: ,Weg damit!'

Waren Sie überrascht von diesem Schritt?

Von der Kürze und der Wucht war ich schon überrascht. Aber ich habe natürlich schon gewisse Strömungen gespürt.

Können Sie uns denn jetzt die Wahrheit sagen, warum es dazu kommen musste?

Nein, man hat mir nicht gesagt, warum und weshalb. Sie haben nur gesagt, es gehe nicht mehr. Und dann haben alle die Hand gegen mich gehoben.

Die Wunden scheinen noch sehr frisch zu sein?

Ja und nein. Manchmal habe ich auch das Gefühl, es ist schon ein paar Jahre her.

Ihre Lebensgefährtin Simone Thomalla schien ohnehin immer wütender als Sie zu sein.

Sie ist eben heißblütiger als ich. Aber ich bin sicher auf einige Leute nicht mehr gut zu sprechen. Und wenn jetzt mein Name in gewisse Dinge hineingezogen wird, etwa in die absurde Meldung, ich wollte die Arena verkaufen, da bin ich mir sicher, dass dies ganz bewusst geschieht. Aber wenn jetzt noch mal etwas kommt, dann hefte ich es nicht ab. Dann werde ich mich wehren, so, wie sie jetzt nachgetreten haben. Das war mehr als unsportlich.

Ist das Einvernehmen mit der Geschäftsleitung gänzlich gestört?

Bis auf das Treffen in der Arena gibt es eigentlich keinen Kontakt mehr. Und das Vertrauensverhältnis war immer gut, nun hat es sich eben gedreht.

Manager Andreas Müller hat immer gesagt, Sie seien sein erster und wichtigster Ansprechpartner.

In der letzten Zeit hatten wir so gut wie gar keinen Kontakt mehr. Aber das ist nicht so tragisch.

Und wenn Sie Ihren alten Arbeitsplatz besuchen?

Die Geschäftsstelle hat die Anweisung, sofort zu melden: Rudi Assauer ist da. Schon merkwürdig. So nach dem Motto: Aufpassen, da kommt einer, der hat was vor.

Wie emotional sind Sie noch, wenn Sie die Schalker Spiele ansehen?

Ich fiebere genauso mit wie immer. Das 0:2 in Berlin habe ich in der Gaststätte "Der Schalker" gesehen. Ich habe auch mitgeschrieen. Die Spieler haben mich ja nicht rausgeschmissen.

Hat sich etwas verändert "Auf Schalke"?

Das Schalke, das man kannte, das gibt es so nicht mehr. Irgendwie ist der Zusammenhalt verloren gegangen. Früher waren die Bürotüren offen, jetzt ist die Stimmung eher bedrückend. Viele haben Angst, es gibt Abmahnungen, Entlassungen. Meine Sekretärin musste als eine der Ersten dran glauben. Da oben hat sich einiges verändert.

Reagieren Sie auf manche Entscheidung mit Kopfschütteln?

Ich bin nicht mehr so nah dran, dass mir dies zusteht. Diese Situation muss ich akzeptieren, damit muss ich fertig werden.

Haben Sie in der Zeit nach Ihrem Abschied ihre Freunde und Feinde erkannt?

Das ist immer so, das ist normal. Einige entlarven sich, und bei manchen hast du gar nicht gemerkt, wie sehr sie dir zur Seite stehen.

Wie haben die Fans reagiert?

Ich habe nicht ein böses Wort gehört. Das tut gut.

Sie haben ein Abschiedsspiel kategorisch abgelehnt .

Das ist doch nur etwas für Spieler mit hervorragenden Leistungen. Ich war nur ein leitender Mitarbeiter, ich brauche keine Verabschiedung.

Vielleicht auch, weil eine spätere Rückkehr nicht ausgeschlossen ist?

(Assauer schüttelt energisch den Kopf) Nein, das halte ich für absolut ausgeschlossen.

Eher heuern Sie in einem anderen Verein an?

Auch das ist höchst unwahrscheinlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich da noch mal die Kurve kriege.

Aber Sie können sich unmöglich ganz zur Ruhe setzen...

Ich bin noch gar nicht zur Ruhe gekommen. Es ist schwer, einen anderen Rhythmus zu finden. Meine Lebensgefährtin Simone Thomalla hat es sicher nicht so leicht mit mir derzeit. Wir sind es nicht gewohnt, uns fünf oder sechs Stunden am Tag zu sehen. Zumal ich ein eher schlechter Unterhalter bin, wenn es nicht mit Kumpels um Fußball geht.

Und jetzt müssen Sie sich auch noch der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Essen im Zusammenhang mit dem Kauf des Parkstadions für einen Euro erwehren?

(Assauer schmunzelt) Jetzt wird's gefährlich, jetzt muss ich mir erst einmal eine Zigarre holen. Ich habe bisher kein Schreiben erhalten, bin zu nichts aufgefordert worden. Aber das ist auch das Hoheitsgebiet meiner ehemaligen Vorstandskollegen Peter Peters und Josef Schnusenberg gewesen.

Wissen Sie denn etwas darüber, ob Ihr privates Darlehen von 500 000 Euro an den Verein schon zurückgezahlt ist?

Nein, es ist nicht zurückgezahlt, aber ich habe es auch noch nicht angefordert. Das hat keine Eile.

Wie sehr hat sich der Mensch Rudi Assauer verändert?

Wie gesagt, vom Rhythmus her bin ich durch den Wind, schlafe auch eher unregelmäßig. Aber ich bin jetzt ruhiger geworden, gelassener, nachdenklicher.

Und gar nicht mehr verbittert?

Nein, das habe ich abgelegt.

Gerd Strohmann

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19.09.2006 - Rückkehr mit finsterem Gesicht - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Nie war sein Gesicht finsterer als an diesem Morgen. Gerald Asamoahs sonst so fröhliche Augen kullerten keine Sekunde, seine strahlend weißen Zähne blitzten nicht auf, er mochte nicht grinsen, schon gar nicht lachen.

Neben dem Schalker Angreifer saß Andreas Müller, und der Manager verkündete: "Wir werden weiter mit Gerald zusammenarbeiten. Er steht ab sofort wieder fest im Kader." Gerald Asamoahs Mimik änderte sich bei diesen Worten nicht.

Stolze zweieinhalb Stunden hatte der Krisen-Gipfel am gestrigen Vormittag in der königsblauen Geschäftsstelle getagt. Gerald Asamoah war mit seinem Berater Jürgen Milewski erschienen, Schalke wurde von Trainer Mirko Slomka, Manager Andreas Müller und Präsident Gerd Rehberg vertreten. Es sei ein gutes, ein offenes, ein intensives Gespräch gewesen, da waren sich alle einig, und über das Ergebnis waren alle spürbar erleichtert. Der drohende Rauswurf ist vom Tisch, Gerald Asamoah wird weiter für die Königsblauen vor den Ball treten. Hintergrund des offenen Konfliktes: Der 27-Jährige hatte in einer vertraulichen Kabinen-Plauderei, Gesprächspartner soll Halil Altintop gewesen sein, angedeutet, er werde seinem Trainer möglicherweise Probleme machen, wenn er nicht zur Stamm-Elf gehöre.

Am Ende gelangte diese Äußerung zu Manager Andreas Müller, Halil Altintops Berater-Agentur "Rogon" soll bei diesem Informations-Fluss eine entscheidende Rolle gespielt haben. Die Reaktion des Vereins kam prompt: Asamoah wurde kurzerhand für die Partie bei Hertha BSC Berlin aus dem Kader gestrichen.

"Eine harte Entscheidung", räumte Müller gestern ein, aber der Verein habe keinen Handlungsspielraum gehabt. Gerald Asamoah aber sieht das immer noch gründlich anders. "Als sie mich nach Hause geschickt haben, da habe ich mich als Sündenbock gefühlt, allein gelassen."

Auch jetzt, im Rückblick, sei er nicht der Meinung, etwas falsch gemacht zu haben, nach wie vor fühle er sich ungerecht behandelt.

Wenigstens Mirko Slomka fühlte sich nach dem Gespräch "deutlich besser, es war ein Schritt voran in Richtung Teamgeist". Gerald Asamoahs Gesicht blieb so finster wie zuvor.

In der Nacht zu Dienstag hat das Dachgeschoss im Haus der Altintop-Zwillinge Feuer gefangen, der Brand griff über auf den Dachstuhl. Es entstand ein Schaden von 200 000 Euro, das Haus ist noch unbewohnt und wird gerade renoviert. Nach Angaben eines Polizeisprechers weist nichts auf Brandstiftung hin.

Gerd Strohmann

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19.09.2006 - Suspendierung aufgehoben: Asamoah kehrt in Schalker Kader zurück - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen (dpa) - Gerald Asamoah kehrt in den Kader des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zurück.

Nach einer Aussprache hob der Revierclub die Suspendierung des Nationalspielers auf. "Gerald steht ab sofort wieder voll im Kader. Wir werden weiter gemeinsam zusammen arbeiten", sagte Manager Andreas Müller am Dienstag. Allerdings konnten beide Seiten ihre Unstimmigkeiten in der Aussprache nicht vollends ausräumen. Asamoah war nach internen kritischen Äußerungen gegen Trainer Mirko Slomka für die Partie bei Hertha BSC am vorigen Sonntag aus dem Aufgebot verbannt worden.

Mehr zum Thema in den nächsten Stunden und natürlich heute Abend bei uns in den Nachrichten an dieser Stelle.

Norbert Neubaum

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19.09.2006 - Asamoah und Slomka begraben das Kriegsbeil - Quelle/© www.yahoo.de

(sid) Nationalspieler Gerald Asamoah und Schalkes Cheftrainer Mirko Slomka haben bei einem zweieinhalbstündigen Krisen-Gipfel den Konflikt beigelegt das Kriegsbeil begraben. "Es gibt Ehen, aber es gibt auch Krisen", meinte der 27-jährige Asamoah auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Dienstag: "Es war ein super Gespräch. Ich habe meine Meinung dargelegt und will nun weiter auf Schalke spielen."

Der Angreifer gehört ab sofort wieder dem Profi-Kader der Gelsenkirchener an, nachdem er von Slomka am vergangenen Samstag aus dem Kader für das Meisterschaftsspiel am Sonntag bei Hertha BSC Berlin (0:2) geworfen worden war. Asamoah hatte im internen Kreis Drohungen in Richtung des Chefcoaches ausgesprochen, sollte er nicht Stammspieler bei den Königsblauen sein.

Diese Aussagen waren von Halil Altintop an dessen Berater Roger Wittmann weitergeleitet worden. Der Spielermanager wiederum, der insgesamt sieben Spieler der Königsblauen betreut, hatte S04-Manager Andreas Müller informiert und war so Auslöser der Suspendierung.

Altintop will klärendes Gespräch

Asamoah erklärte, dass sein Mitspieler bereits ein klärendes Gespräch mit ihm führen wollte. Er sei darauf aber nicht eingegangen und wollte zunächst das Treffen mit der sportlichen Führung abwarten.

Die Schalker Zwillinge Hamit und Halil Altintop mussten unterdessen einen Schock verdauen. In der Nacht zum Dienstag brannte der Dachstuhl des Hauses ab, in dem die beiden türkischen Nationalspieler zusammen mit ihrer Mutter Meryem in Gelsenkirchen wohnen. Ein Zusammenhang mit der aktuellen Affäre besteht nicht. An Asamoah waren unterdessen die Affäre der letzten Tage und die öffentlichen Scharmützel nicht spurlos vorübergegangen. "Ich habe mich wie ein Sündenbock und allein gelassen gefühlt", gestand der Vize-Weltmeister von 2002 und WM-Dritte dieses Jahres.

Den Rauswurf aus dem Kader für das Duell gegen Hertha empfand er als zu harte Bestrafung. "Unterschiedliche Meinungen gibt es immer, weit wichtiger ist aber, dass Schalke 04 und Gerald Asamoah weiter und vor allem positiv zusammenarbeiten wollen", verkündete Müller. Den Stürmer und Publikumsliebling Asamoah, der seit 1999 auf Schalke spielt und damit dienstältester Profi im Kader ist, bezeichnete er als "Aushängeschild" und bescheinigte dem Gespräch einen "reinigenden Charakter".

"Wir haben uns nicht getroffen, um über eine Person zu richten"

Vor dem Krisen-Gipfel war sogar über einen möglichen Rauswurf Asamoahs spekuliert worden. "Wir haben uns nicht getroffen, um über eine Person zu richten", sagte allerdings Slomka, "sondern wir wollten eine gemeinsame Zukunft mit Gerald finden." Dabei blieben die unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der Suspendierung für ein Spiel bestehen. Allerdings, so der Trainer, sei der Wille aller Beteiligter erkennbar gewesen, künftig "an einem Strang zu ziehen".

An der Unterredung auf der Schalker Geschäftsstelle nahmen Slomka, Müller, Asamoah und dessen Berater Jürgen Milewski teil. Asamoah steht seit 1999 bei den Königsblauen unter Vertrag und bestritt in dieser Zeit 203 Bundesligaspiele (32 Tore). Slomka kennt den Stürmer noch aus gemeinsamen Tagen bei Hannover 96.

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19.09.2006 - Schalke: Zweistündiges Gespräch bringt Konfliktlösung - Quelle/© www.kicker.de

Der Streit zwischen Nationalspieler Gerald Asamoah und dem Trainer des FC Schalke 04, Mirko Slomka, ist beigelegt. Am Dienstag trafen sich beide Parteien zu einem klärenden Gespräch. Nach zweieinhalb Stunden stand fest: Asamoah gehört ab sofort wieder dem Profi-Kader der "Königsblauen" an.

Der Stürmer hatte Slomka intern kritisiert und Drohungen ausgesprochen, sollte er nicht bald wieder Stammspieler sein. Slomka hatte den 27-Jährigen daraufhin aus dem Kader für das Auswärtsspiel am Sonntag bei Hertha BSC (0:2) gestrichen.

Wie die Schalker am Mittag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz mitteilten, ist der Konflikt nun also Vergangenheit.

Zuvor hatten sich Slomka, Asamoah, dessen Berater Jürgen Milewski und Manager Andreas Müller auf der S04-Geschäftsstelle besprochen.

Gerald Asamoah gehört dem FC Schalke 04 seit seinem Wechsel von Hannover
96 im Jahr 1999 an. In 203 Bundesligaspielen erzielte er 32 Tore. Mirko Slomka, der Asamoah aus gemeinsamen Tagen in Hannover schon länger kennt, setzte den WM-Teilnehmer in der laufenden Spielzeit bislang nur sporadisch ein. In der Bundesliga wurde er drei Mal in der zweiten Halbzeit eingewechselt, beim 9:1-Kantersieg im Pokal bei Hansa Rostock II hatte er zwei Treffer erzielt.

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19.09.2006 - Fall Asamoah: Schalke gegen Schalke - Quelle/© Westfälische Rundschau

Gelsenkirchen. Für den heutigen Abend ist beim FC Schalke 04 eine Mannschaftsfeier angesetzt. Die Spieler dürfen ihre Frauen und Freundinnen mitbringen. Als der Termin vor einer Woche bekannt gegeben wurde, war geplant, dass es zur Stärkung der Kameradschaft recht lustig und gesellig zugehen soll.

Nach der Entwicklung der vergangenen Tage klingt die Schilderung des geplanten Abendprogramms jedoch beinahe wie ein böser Scherz. Denn am Mittag kommt es in Schalke zum großen Krisengipfel in Sachen Gerald Asamoah. Die zunächst für den gestrigen Montag angedachte Aussprache wurde auf den heutigen Dienstag verschoben, weil Cheftrainer Mirko Slomka dabei sein sollte. Der 39-Jährige hatte am trainingsfreien Montag keine Zeit.

Slomka hatte Asamoah vor der 0:2-Niederlage bei Hertha BSC Berlin aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader geworfen, der Nationalspieler hatte diese Maßnahme als ungerecht empfunden (WR berichtete). Nun soll entschieden werden, ob noch etwas zu kitten ist. Der Trainer spricht von einem "Vertrauensbruch" eines Spielers, den er immer sehr geschützt habe: Slomka war bereits Trainer von Asamoah, als der noch in der Jugend von Hannover 96 spielte. Der aktuelle Fall ist jedoch nicht die erste Machtprobe zwischen beiden. Schon in der Sommervorbereitung, als Asamoah aus seinem WM-Urlaub zurückgekehrt und von Slomka nicht in den Mannschaftsrat berufen worden war, kam es zum Streit. Der Disput endete damals mit der Frage von Slomka an seinen Spieler: "Willst du mir drohen?"

Der große Krach auf Schalke: Es ist jedoch nicht nur ein "Fall Asamoah". Langsam kommt ans Licht, wie es in der Mannschaft wirklich zugeht. Asamoah fühlt sich von Kollegen verpfiffen, weil ein vertrauliches Gespräch mit Halil Altintop über Umwege bei Trainer und Manager landete. Ex-Kapitän Frank Rost, der auf Wunsch von Slomka die Spielführerbinde an Marcelo Bordon abgegeben hat, schreibt auf seiner Internet-Homepage: "Wir sind auf dem besten Weg, uns selber nachhaltig zu schlagen."

Schalkes Mannschaft besteht aus einzelnen Gruppen, die Interessens-Gemeinschaften bilden. Gleich sieben Spieler (Lincoln, Bordon, Kuranyi, Ernst, Rafinha, Özil und Halil Altintop) werden zum Beispiel von der Agentur "Rogon" beraten. Asamoah steht dagegen bei der Konkurrenz (Jürgen Milewski) unter Vertrag. Hinter den Kulissen wird heftig darüber diskutiert, welche Politik die "Rogon"-Fraktion betreibt.

Sicher erscheint: Schalkes Manager Andreas Müller wurde die Asamoah-Äußerung auch aus dem "Rogon"-Umfeld zugetragen. Gleichzeitig lief ein Informationsfluss innerhalb der Mannschaft: Als Halil Altintop sich wunderte, warum auf einmal sein Konkurrent Asamoah für ihn spielte, vertraute er sich Lincoln an. Der gab die Geschichte an Bordon weiter, und der informierte wiederum den Trainer.

Bordon hält es für seine Pflicht als Kapitän, den Trainer über solche Strömungen zu in Kenntnis zu setzen. Andere Spieler dagegen sind entsetzt, dass vertrauliche Gespräche nicht vertraulich bleiben. Auf die Frage, ob es nicht bedenklich sei, wenn man innerhalb der Kabine nicht mehr das sagen dürfe, was man auch denkt, meinte Fabian Ernst: "Ja, da haben Sie vollkommen recht."

Fakt ist: Asamoah ist innerhalb der Mannschaft keineswegs isoliert.

Frank Rost machte sich noch in Berlin für den Mitspieler stark: "Für mich wäre es völlig falsch zu sagen: Der Asa ist der Bösewicht. Er bleibt für mich ein Top-Kollege." Auch das Durchgreifen von Trainer und Manager wurde hinterfragt: "Das ist eine Entscheidung von unseren Bossen, die müssen wir so akzeptieren", sagte Rost, gab aber gleichzeitig zu bedenken: "Natürlich hat jeder seine eigene Meinung dazu." Auch Ernst meinte: "Asa hätte uns in Berlin sicher weitergeholfen."

Der Fall Asamoah: Beim heutigen Krisen-Gipfel ist Andreas Müller nun als Krisen-Manager gefordert. Gestern war noch keine Annäherung in Sicht.

Dabei wollte es Schalke doch erst heute Abend richtig krachen lassen. Bei der Mannschaftsfeier.

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19.09.2006 - Eine Affäre von der Massagebank - Quelle/© www.sz.de

Was als stille Post begann, ist nun ein Problem: Der Fall Gerald Asamoah gefährdet das Geschäftsmodell des Bundesligisten aus Gelsenkirchen.

Marcelo Bordon stand in den Katakomben des Berliner Olympiastadions, weit entfernt vom nächsten Gemäuer, und doch wirkte es so, als stehe er mit dem Rücken zur Wand - trotz der Einfühlsamkeit, um die sich die Berichterstatter aus dem Revier bemühten, als sie den Innenverteidiger des FC Schalke 04 vernahmen. Die zentrale Frage: Ob er denn tatsächlich, wie kolportiert werde, derjenige gewesen sei, der den vorläufig suspendierten Kollegen Gerald Asamoah bei den Vorgesetzten, nunja, verpetzt habe? Weitschweifend fiel die Erklärung aus, was zum einen daran lag, dass die Lage bei Schalke einerseits komplex ist und Bordon andererseits zwar passabel Deutsch spricht, seine Fähigkeit in geschliffener deutscher Dialektik aber ungefähr so fern ist wie die Meisterschale von Schalke. Zusammengefasst wies der Brasilianer von sich, ein Denunziant zu sein; er sei lediglich eine Instanz gewesen, bei der sich Schalkes Manager Andreas Müller vergewissert habe, ob denn stimme, was da an Tratsch an seine Ohren gelangt war - dass Asamoah Stunk machen wolle, falls er keinen Stammplatz erhalten sollte.

Da Bordon es selbst nie gehört haben will, vergewisserte er sich angeblich bei Halil Altintop. Denn der soll ja Absender der stillen Post gewesen sein - laut Spielmacher Lincoln, der sich wiederum Bordon anvertraut habe. Altintop bejahte, Bordon trug die Erkenntnis weiter, woraufhin Müller und Trainer Mirko Slomka entschieden, Asamoah vom Spiel in Berlin zu suspendieren. Und nun muss das Millionen-Unternehmen Schalke befürchten, dass sich eine ursprünglich auf Kindergartenniveau abspielende "Affäre" aufgrund miserabler Verwaltung zu einer ernsten Geschäftskrise ausweitet.

"Es ist halt schade", sagte Torhüter Frank Rost, ein Stück weit resigniert und jedes Wort abwägend. "Immer wenn man denkt, dass ein bisschen Ruhe einkehrt, kommt eine überraschende Situation." Immer, das war in diesem Fall ein vernünftiger Saisonstart, den ein eindrucksvoller Sieg gegen Werder Bremen ebenso schmückte wie die Qualifikation für die zweite Runde im Pokal sowie ein gutes Resultat im Uefa-Cup. Ein Sieg in Berlin, und Schalke wäre an die Spitze gesprungen. Doch Schalke siegte nicht, sondern verlor 0:2 und ausgerechnet bei Hertha, was bedeutete, dass der Gegner, den die Schalker am liebsten, wie die Berliner sagen, "ja nich ignorieren", Tabellenführer wurde.

Tiefe Gräben

Mit dem Fall Asamoah habe das alles gar nichts zu tun, sagten Rafinha, Dario Rodriguez und Fabian Ernst, und auch Manager Müller, der seinem Team in Dingen wie Zuteilung, Bewegung, Durchsetzungsvermögen oder Passspiel so ziemlich alles absprach, bezeichnete die Angelegenheit Asamoah als unerheblich für die fußballerische Darbietung. Frank Rost nicht. Rost sagte, der Vorfall könne nicht als Entschuldigung herhalten.

"Aber wir haben es uns ja auch ein bisschen schwer gemacht durch die Umstände vom Tag vor dem Spiel." Denn so sei aufgezeigt worden, welche tiefe Gräben durch das Team gingen. "Jetzt wissen wir alle, welcher Charakter in unserer Mannschaft steckt. Wenn solche Gespräche beim Trainer oder Manager landen, braucht man von Teamgeist nicht mehr zu sprechen", befand auch Asamoah.

Als Rost gefragt wurde, wie er es bewerte, dass offenbar jedes auf der Massagebank geäußerte Wort über die Betriebsinterna beim Vorgesetzten landen könne, sagte er nicht sehr viel. "Ich bin zwar selten sprachlos... Aber was soll ich dazu sagen? Es ist nicht schön."

Schalke 04 als Hort der Denunziation? Auch um diesem Bild entgegenzuwirken, beharrte Müller darauf, die Information über die inkriminierten Äußerungen seien von dritter Seite und nicht aus dem Mannschaftskreis gekommen - was gleichfalls heikel ist.

Denn nach Recherchen des kicker kam die Geschichte über den angeblich drohenden Asamoah durch die Berater-Agentur "Rogon" an die Ohren Müllers. Sie berät Schalkes halbe Stammelf. Was Gerald Asamoah zu Halil Altintop genau gesagt hat und in welchem Kontext, ist nicht bekannt. Slomka erklärte dazu, dass Asamoah angedeutet habe, "irgendwelche Dinge auszuspielen gegen mich". Er wisse allerdings nicht, was er damit gemeint haben könne.

Die Mär vom Herrschaftswissen

Gerald Asamoah schilderte den Hergang so, dass er eher banal klingt. So habe er im Gespräch mit Halil Altintop lediglich öffentliche Äußerungen von dessen Bruder Hamit in Frage gestellt, und dabei hinzugefügt: "An seiner Stelle würde ich vielleicht auch so Probleme machen." Als Asamoah dann gegen die Amateurelf von Hansa Rostock im Pokal tatsächlich spielte (und Halil Altintop auf der Bank saß), war die (mutmaßliche) Mär geboren, der deutsche Nationalspieler habe sich den Weg in die Elf durch Herrschaftswissen gebahnt - und aus den Kreisen Rogons sei dann die Information an Müller weitergeleitet worden.

Ein Versuch, Personalpolitik zu betreiben? Altintop ist Asamoahs Konkurrent - und bei Rogon unter Vertrag. Slomka sagte, er sei persönlich enttäuscht über Asamoah, den er als Jugendtrainer gefördert habe. Am heutigen Dienstag soll es ein Krisentreffen mit Asamoah geben, "eine knallharte Runde", wie Müller ankündigte, den Ausgang offen lassend. Noch ist man in Schalke aber zuversichtlich, dass sich die Sache friedlich regeln lässt.

Von Javier Cáceres

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19.09.2006 - Generation Sauhaufen - Quelle/© www.sz.de

Wie wird die Nachwelt über Schalkes Generation 2006 urteilen? Der Eindruck des aktuellen Standes der internen Beziehungen lässt die Bezeichnung "Sauhaufen" als Beschönigung erscheinen.

Was macht eigentlich Peter Boltersdorf? Das mag sich jetzt der eine oder andere Schalke-Fan fragen, der noch in Erinnerung hat, dass sein Klub den Diplomsportlehrer Boltersdorf im Sommer als Fachmann fürs Teambuildung ins Trainingslager nach Österreich mitgenommen hatte. Er sollte dem bekanntermaßen schwierigen, weil notorisch egomanischen Ensemble helfen, soziale Werte wie Mannschaftsgeist und Gemeinschaftssinn zu entwickeln. Kein leichter, aber ein machbarer Prozess, wie Manager Andreas Müller meinte. Zur Veranschaulichung zog er ein Beispiel aus der goldenen Vergangenheit heran: "Die Eurofighter von 1997" - Gewinner des Uefa-Cups - "gelten ja als verschworene Einheit, als Paradebeispiel für eine Mannschaft. Aber 1993 waren wir noch ein Sauhaufen."

Wie wird die Nachwelt über Schalkes Generation 2006 urteilen? Der Eindruck des aktuellen Standes der internen Beziehungen lässt die Bezeichnung "Sauhaufen" als Beschönigung erscheinen. Und Boltersdorf, der als Honorarkraft nur gelegentlich für Schalke gearbeitet hat, ist zu bedauern, dass sein Name mit der Mannschaft in Verbindung gebracht wird. Auch für ihn wirkt sich die ziemlich einzigartige, trotzdem beispielhafte Affäre Asamoah rufschädigend aus.

Umgang mit Asamoah-Äußerungen problematisch

Dabei sind nicht die Äußerungen des Nationalspielers Gerald Asamoah der Kern des Problems, sondern der Umgang mit ihnen und die von Manager Müller und Trainer Mirko Slomka zu verantwortenden Folgewirkungen für die Firma Schalke 04. Ein Zwiegespräch, das Asamoah mit dem Mitspieler (und Sturmrivalen) Halil Altintop geführt hat, wird zu einem öffentlichen Vorgang erklärt und zum Anlass einer demonstrativen Strafaktion durch die sportliche Leitung. Als Grundlage der Ermittlungen gegen Asamoah dienen Hörensagen-Berichte von Mannschaftskollegen und Hinweise aus Altintops Berateragentur Rogon, die acht Spieler in Schalke vertritt - darunter drei Fünftel des Mannschaftsrates. Dieser Vorgang ist definitiv nicht team- sondern zwietrachtbildend, und er schärft auch nicht die Autorität des Managers und des Trainers. Er schafft bloß Vertrauensverlust.

Die hoch veranlagte Schalker Mannschaft ist das sportliche Betriebskapital, von dem das gesamte, mit 255 Millionen Euro Schulden belastete Geschäftsmodell abhängt. Da kann man schnell nervös werden, wenn Probleme auftauchen. Aber womöglich haben die Probleme erst jetzt begonnen, und bei Fortsetzung der Krise heißt Slomkas Widersacher nicht mehr Gerald Asamoah, sondern Christoph Daum.

Philipp Selldorf

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18.09.2006 - Asamoah: Warum es jetzt knallt - Quelle/© www.kicker.de

"Was hier passiert, ist die größte Enttäuschung meines Lebens." Gerald Asamoah (27) kann es am Sonntag noch nicht fassen, zwei Tage, nachdem er aus dem Schalker Kader geflogen ist. Am Dienstag droht ihm nach sieben Jahren auf Schalke sogar das endgültige Aus. Vorstand, Asamoah und sein Berater Jürgen Milewski treffen sich zum Krisengipfel.

Wieder Unruhe auf Schalke - die Hintergründe:

Alles fing mit Hamit Altintop an. Der Ersatzspieler hatte nach dem 2:0 gegen Bremen öffentlich einen Stammplatz gefordert. Darüber sprach Asamoah im Training mit dessen Bruder Halil Altintop, seinem Konkurrenten im Sturm. Asamoah will gesagt haben, "dass man solche Forderungen nicht öffentlich machen darf", er gleichzeitig aber Hamit verstehen könne, denn: "An seiner Stelle würde ich vielleicht auch so Probleme machen." Danach zogen die Tage ins Land.

Im Pokal bei RostockII (9:1) stand WM-Fahrer Asamoah erstmals in der Startelf - und Halil Altintop saß erstmals draußen. Manager Müller: "Da hat Halil wohl nachgedacht, warum er nicht spielt, sondern Asamoah." Plötzlich machte der Vorwurf die Runde, dass Asamoah nur spiele, weil er Slomka mit Problemen drohe. Wie es aus der Mannschaft heißt, wurde zunächst Lincoln über das Asamoah-Zitat informiert, der vertraute sich Kapitän Marcelo Bordon an, der beim Trainer vorsprach. Gleichzeitig landete die Geschichte über Halils Berater-Agentur Rogon, die Schalkes halbe Stammelf berät, bei Müller. Schon vor dem Spiel gegen Nancy (1:0).

Müller: "Dramatischer Verstoß" gegen den Teamgeist Weil Slomka das Team kurzfristig nicht umbauen wollte, ließ er Asamoah im UEFA-Cup noch spielen, wohlwissend, ihn für das Spiel in Berlin aus dem Kader zu werfen. Müller: "Ich habe mich erst bei Halil informiert und dann mit Asamoah gesprochen, der sinngemäß die Aussage bestätigte, dass er Probleme machen werde, wenn er nicht spielt." Dies sei ein "dramatischer Verstoß" gegen den Teamgeist, sagt Müller, der Slomkas Entscheidung "komplett mitträgt".

Asamoah selbst sagt: "Ich war völlig baff, plötzlich damit konfrontiert zu werden. Es tut weh, mich so zu behandeln. Die Maßnahme ist zu hart. Ich bin der dienstälteste Spieler hier und habe mir nie etwas zu schulden kommen lassen. Alle wissen, dass sowas nicht meine Art ist. Aber jetzt wissen auch alle, welcher Charakter in unserer Mannschaft steckt. Wenn solche Gespräche beim Trainer oder Manager landen, braucht man von Teamgeist nicht mehr zu sprechen. Und wenn nun zählt, was im Team über den Trainer oder den Manager gesprochen wird, muss man den ganzen Kader rausschmeißen!"

Auch Müller, selbst langjähriger Profi, kennt solche Kabinengespräche und sagt, die Maßnahme sei "sehr drastisch". Aber: "Es ist nicht das erste Mal bei Asamoah." Bereits im Vorjahr habe es "einen Vorfall" gegeben, und einen weiteren, als Asamoah nach dem WM-Urlaub mit seinem früheren Jugendtrainer Slomka aneinandergeraten sei. Laut Müller soll Asamoah dabei gedroht haben, er lasse sich vom Trainer "nicht verarschen". Vielleicht, so Müller, "hätte man ihn da schon sanktionieren müssen".

Slomka spricht von einem "massiven Vertrauensverlust". Wichtig sei, so Müller, dass nun jeder Spieler wisse, "dass wir uns das nicht bieten lassen." Ob sich Schalke von Asamoah trennt, beantwortet Müller so: "Wir halten uns alles offen, auch das." Kabinengespräche weiterzutragen, soll aber straffrei bleiben.

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18.09.2006 - Täter oder Opfer - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Stürmer-Krach statt Gipfel-Sturm: Der "Fall Asamoah" zieht "auf Schalke" seine Kreise. Ein Rauswurf ist nicht ausgeschlossen, wahrscheinlicher aber ist eher eine "Begnadigung".

Am Dienstag wird sich der 27-Jährige mit Berater Jürgen Milewski und S04-Manager Andreas Müller treffen, um die Lage nach der Suspendierung zu beraten.

So wurde aus einem persönlichen Gespräch unter den Spielern Gerald Asamoah und Halil Altintop ein Politikum - das sind die Hauptdarsteller:

Gerald Asamoah: 43-facher Nationalspieler, WM-Teilnehmer 2002 und 2006. Er hat für S04 mehr Länderspiele absolviert als Thon oder Kuzorra. Asamoah ist dienstältester Schalker (seit 1999), hat aber nicht mal Sitz im fünfköpfigen Mannschaftsrat. Keine Frage: Auch das nagt an ihm.

Vor dem Pokalspiel in Rostock vertraut er Halil Altintop seine Unzufriedenheit an. Wenn er nicht bald zum Einsatz käme, würde es Probleme für den Trainer geben.

Dass diese Äußerung später die Ohren von Manager Müller erreicht, macht ihn traurig und wütend. Er sieht sich mehr als Opfer, weniger als Täter. Im "kicker" legte er nach: "Jetzt wissen alle, welcher Charakter in unserer Mannschaft steckt." Asamoah sagt auch, dass man den ganzen Kader rausschmeißen müsse, wenn das zählt, was in der Mannschaft über Trainer und Manager gesprochen werde. Starker Tobak.

Halil Altintop: Er plauderte mit einem Vertreter der Spielerberater-Agentur Rogon, deren Klient er ist, über Asamoahs Pläne. Der Berater informierte Müller. Ob Altintop Asamoah bewusst in Schwierigkeiten bringen wollte, wird sich nicht beweisen lassen. Ein erstes "Versöhnungs-Angebot" von Altintop soll Asamoah abgelehnt haben.

Die Spielerberater: Fast die Hälfte der Schalker Stamm-Elf steht bei Rogon unter Vertrag. Asamoah nicht, er setzt auf die Dienste von Jürgen Milewski. Hat der Rogon-Vertreter etwa Müller angerufen, um die Chancen für seinen Schützling (Altintop) zu verbessern und den Konkurrenten (Asamoah) zu schaden?

Die Mannschaft: Kabinen-Gespräche gelten von der Kreis- bis zur Bundesliga als intern. Was ist also schlimmer: Asamoahs Aussage oder die Tatsache, dass er über Umwege "verpfiffen" wurde? Torhüter Frank Rost sieht in Asamoah nicht unbedingt den Täter: "Es wäre falsch, Asa irgendwo hinzuhängen und zu sagen, er war es. Für mich bleibt er ein Top-Kollege."

Marcelo Bordon: Manager Müller beauftragte ihn als Kapitän mit der Recherche: "Hat Gerald das gesagt?" Bordon fragte bei Halil Altintop nach, der bestätigte. Nach Rücksprache mit dem Mannschaftsrat gab Bordon das Zitat an Müller weiter. "Eine schwierige Situation", sagt Bordon, der öffentlich als "Maulwurf" genannt wurde.

Mirko Slomka: War in Hannover Asamoahs Jugendtrainer. Doch Asamoah ist nicht mehr A-Jugendlicher, Slomka nicht mehr Jugendtrainer. Beide begegnen sich nun auf einer anderen Ebene. Bereits im Sommer gab es Ärger. Asamoah kündigte schon da Probleme an, Slomka konterte: "Willst Du mir drohen?"

Andreas Müller: Ist jetzt gefordert. Vor der Saison hat der Manager mehr Disziplin gefordert. Bei Verstößen werde er hart durchgreifen. Müller weiß, dass es im Umfeld Leute gibt, die nur auf die kleinste Schwäche des Gespanns Slomka/Müller warten. "Das wird eine knallharte Runde", kündigt Müller für heute an.

Vom Rauswurf bis zum freundlichen Händeschütteln nach dem Motto "Alles wieder gut" ist einiges möglich. Einen Gewinner kann es nicht geben...

Norbert Neubaum

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17.09.2006 - Schalke schickt Hertha auf einen Platz an der Sonne - Quelle/© dpa

Berlin - Mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack hat Christian Gimenez Hertha BSC den Platz an der Sonne beschert - Schalke 04 dagegen droht nicht nur wegen der ersten Saisonpleite ein heftiges Gewitter.

Gelsenkirchens Trainer Mirko Slomka hatte schon vor dem 0:2 (0:1) in Berlin Nationalspieler Gerald Asamoah aus disziplinarischen Gründen aussortiert. Er sei "menschlich tief enttäuscht" von dem Nationalstürmer, den er immer gestärkt habe, sagte Slomka. Die beiden Tore des argentinischen Neuzugangs Gimenez (39./52.) für den neuen Tabellenführer der Fußball-Bundesliga dürften den Ärger auf Schalke weiter verstärkt haben.

Hertha-Trainer Falko Götz dagegen riss nach dem Schlusspfiff die Arme in die Höhe und animierte die Fans zur Welle. Auf der Anzeigetafel wurde sofort die aktualisierte Tabelle eingeblendet - erstmals seit dem 2. Dezember 2000 steht Hertha wieder ganz oben. "Das ist natürlich ein geiles Gefühl, Erster zu sein. Ich hoffe, dass wir es lang erhalten können", jubelte Götz.

Und Manager Dieter Hoeneß schloss an: "Die Mannschaft hat heute großartig gespielt. Das war ein fantastisches Spiel vor einer fantastischen Kulisse." Schalkes Mittelfeldspieler Fabian Ernst dagegen fand ernste Worte: "Das war heute Schlafwagen-Fußball von uns. Wir können uns nur bei den Fans für diese Leistung entschuldigen."

Ob sein Teamkollege Asamoah im nächsten Spiel der "Knappen" gegen Wolfsburg wieder mitmachen darf, ist völlig offen. "Es ist eine Situation eingetreten, die einen tiefen Vertrauensverlust hinterlässt", bemerkte Slomka und kündigte intensive Gespräche an: "Wir hoffen, dass wir eine gute Lösung finden." Asamoah soll einem Mitspieler gegenüber "Probleme" für Slomka angedroht haben, falls dieser ihn nicht von Anfang an spielen lasse.

Noch am Spieltag klagte der 27-Jährige: "Ich bin seit acht Jahren hier und habe mir noch nie etwas zu Schulden kommen lassen. Auch jetzt habe ich keinen Fehler gemacht, finde die Maßnahme nicht richtig und fühle mich verletzt." Trotz der Diskussionen starteten die Gäste vor 60.547 Zuschauern in der WM-Endspiel-Arena durchaus mutig und offensiv. Slomka hielt am bewährten Dreier-Sturm fest und bot Halil Altintop von Beginn an anstelle von Asamoah auf.

Zunächst übernahmen auch die Gäste aus Gelsenkirchen das Kommando. Ernst (3.), Kevin Kuranyi (5.) und Zlatan Bajramovic (32.) prüften Herthas erneut starken Torhüter Christian Fiedler, Malik Fathi (12.) und Gilberto (18.) mussten zwei Mal in höchster Not retten. Erst nach einer halben Stunde kamen die Hausherren, bei denen Pal Dardai nach überstandener Oberschenkel-Blessur im Mittelfeld wieder für mehr Stabilität sorgte, gefährlich vor das Schalker Tor. Belohnt wurden die Angriffsbemühungen durch Gimenez' ersten Treffer, der eine Hereingabe von Kevin Boateng per Direktabnahme verwertete.

Die zweite Halbzeit begann für die immer stärker werdenen Berliner so, wie die erste aufgehört hatte. Mit feinem Kombinationsspiel begeisterte Hertha seine Anhänger und erhöhte nach schönem Zusammenspiel zwischen Yildiray Bastürk und Marco Pantelic, der Gimenez den Ball vorlegte, auf 2:0. Die große Chance, das Spiel noch einmal offen zu gestalten, vergaben nach 62 Minuten Kuranyi und Halil Altintop kläglich. Die mögliche frühe Entscheidung verpasste der überragende Gimenez, der eine Flanke von Pantelic (66.) nicht verwerten konnte. Hertha musste Sieg und Tabellenführung allerdings teuer bezahlen: Gilberto (Verdacht auf Syndesmoseband-Riss) und Bastürk (möglicher Meniskus-Schaden) drohen längere Pausen.

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17.09.2006 - Vereinsinterne Sperre - Asamoah droht Schalke mit Wechsel - Quelle/© www.spiegel.de

Dicke Luft beim FC Schalke. Nach seiner Suspendierung für das heutige Bundesligaspiel in Berlin erwägt Gerald Asamoah, den Club zu verlassen. Der Nationalspieler soll Trainer Mirko Slomka kritisiert haben.

Gelsenkirchen - "Ich bin seit acht Jahren hier und habe mir noch nie etwas zuschulden kommen lassen", sagte Asamoh der Zeitschrift "RevierSport". Auch jetzt habe er keinen Fehler gemacht, betonte der dienstälteste Schalker Spieler: "Ich finde die Maßnahme nicht richtig und fühle mich verletzt."

"Gerald hatte im Mannschaftskreis angekündigt, dass er dem Trainer in der Öffentlichkeit Probleme bereiten werde, wenn er nicht alsbald in der Bundesliga von Anfang an spielen würde. Dieser Vorgang, der schon einige Tage zurückliegt, ist jetzt eher zufällig durchgesickert", begründete Schalkes Manager Andreas Müller die Suspendierung Asamoahs für das Spiel heute bei Hertha BSC (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Müller bezeichnete Asamoahs Verhalten als "absolut inakzeptabel". Der Spieler verstoße gegen den Teamgeist. "Daher hat Mirko Slomka die richtige Entscheidung getroffen, ihn nicht nach Berlin mitzunehmen", fügte Müller hinzu. Slomkas disziplinarische Maßnahme gelte zunächst nur für die Begegnung in Berlin, teilte der FC Schalke mit. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass der Club Asamaoh länger vereinsintern sperrt. "Die weitere Entwicklung wird beraten", sagte Manager Müller.

Asamoah kündigte für Montag eine Unterredung mit Müller an und schließt sogar einen Abschied aus Gelsenkirchen nicht aus. "Ich bespreche jetzt mit meinem Berater, wie es weiter geht. Mein Herz hängt an Schalke, aber die Geschichte muss geklärt werden."

Dass er seinen Trainer kritisiert hätte, kann Asamoah nicht erkennen. "Ich habe mich mit einem Spieler unterhalten, wie wir es andauernd in der Kabine tun. Dabei habe ich unter anderem gesagt: Wenn ich fit bin und nicht spiele, dann gibt es Probleme. Ich habe aber nicht gesagt, dass ich etwas in der Öffentlichkeit sagen werde", sagte Asamoah. Wer der Teamkollege war, dem er sich anvertraute, verriet der 27-Jährige nicht.

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15.09.2006 - Der Scout und eine Null zu viel - Verlängerung vor dem Arbeitsgericht - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Der Gütetermin im Sitzungssaal 1 der zweiten Kammer des Gelsenkirchener Arbeitsgerichtes dauerte zwar nicht mal so lange wie eine Fußball-Halbzeit, aber Marco van Hoogdalem (34) pustete hinterher trotzdem kräftig durch: "Das war ganz schön anstrengend." Eine Einigung gab es nicht, also droht Verlängerung: Kammertermin ist am 13. Dezember, 12 Uhr.

So weit ist es also gekommen. Schalke und van Hoogdalem, das war mal eine gut funktionierende Ehe. Für "kleines Geld" hatte Schalke den Defensiv-Mann Anfang 1997 von Roda Kerkrade verpflichtet, und weil van Hoogdalem "auf Schalke" unspektakuläre, dafür aber ehrliche Arbeit ablieferte, wurde der Niederländer ein Publikumsliebling, obwohl er bei den Spielen der legendären "Eurofighter" nur zuschauen durfte " für den UEFA-Cup, den Schalke 1997 gewann, war van Hoogdalem damals noch nicht spielberechtigt.

Nach ordentlichen Jahren bei den "Königsblauen" zeigte sich das Schicksal von seiner unangenehmen Seite. 2004 wurde bei van Hoogdalem die lebensgefährliche Leberkrankheit PSC festgestellt, dazu kamen chronische Hüftbeschwerden. In dieser Verfassung ist die Tätigkeit als Fußball-Profi nicht mehr als ein unerfüllbarer Traum. Doch van Hoogdalem hatte noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2006. Da wollte sich Schalke nicht lumpen lassen.

Am 28. Oktober 2005 trafen sich Ex-Manager Rudi Assauer, sein damaliger Assistent Andreas Müller, van Hoogdalem und dessen Berater zu einem Gespräch. Weil van Hoogdalem wegen seiner gesundheitlichen Situation bis zum Vertragsende nicht mehr das volle Gehalt hätte beziehen können, wurde ein Kompromiss gefunden. Die Leistung, die van Hoogdalem nun erbringen sollte, war die eines "Scouts", also eines Spielerbeobachters. Die Bezüge, 50.000 Euro pro Monat, liefen weiter. Der darauf gegebene Handschlag kann Folgen haben.

Denn während Schalke diese Geste als nobles Abschiedsgeschenk interpretierte, wähnte van Hoogdalem, so sein Anwalt Richard B. Eimer, diesen Handschlag als Neustart. 50.000 Euro im Monat, das stellte Richterin Annemarie Rosenberg-Lipinsky-Kücükince erstaunt fest, "sind ja auch wirklich viel Geld".

Für einen Talentspäher sowieso. Die verdienen, klärte Schalkes Anwalt Roland Manthey auf, beim FC Schalke 04 "zwischen 2500 und 5000 Euro". Marco van Hoogdalem wäre der Spitzenverdiener. Aber er würde wohl auch für weniger Geld spähen. Ein Kompromiss-Treffen im Sommer 2006 endete ergebnislos. "Die andere Seite", so Manthey, "wollte eine Null zu viel."

Weil es auch noch Differenzen wegen einer Jahresleistungsprämie in Höhe von 160.000 Euro gibt, soll van Hoogdalems Rechtsbeistand einer komplizierten Rechnung zufolge eine abschließende Vergleichszahlung in Höhe von 280.000 Euro vorgeschlagen haben, was Schalke mit 60.000 Euro gekontert haben soll. Die Gehaltszahlungen wurden zum 30. Juni 2006 jedenfalls eingestellt.

Hoffen darf van Hoogdalem auf eine stattliche Abfindung: Die Arbeitsrichterin ist der Auffassung, dass die bloße Änderung der Tätigkeit in dem Arbeitsvertrag den Tatbestand des "Scheinvertrages" erfüllt " der Grund, warum die Tätigkeit eines Scouts wie die des Spielers bis zum 30. 6. 2006 befristet wird, obwohl er doch erst angefangen hat, erschloss sich ihr nicht.

Vielleicht wird ja auch noch alles gut und van Hoogdalem arbeitet, so eine Idee der Richterin, trotz der aktuellen Animositäten bald tatsächlich als Scout für Schalke. Im Moment könnte er gar nicht. Marco van Hoogdalem ist auf eine Gehhilfe angewiesen, weil ihm eine künstliche Hüfte eingesetzt wurde. Noch ist der Ex-Profi krank geschrieben.

Nicht nur der Ausflug in die oft verwirrende Welt der Juristerei ist für Marco van Hoogdalem derzeit sehr anstrengend. Az: 2Ca1366/06

Norbert Neubaum

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15.09.2006 - Hoogdalem setzt Schalke 04 unter Druck - Quelle/© www.netzzeitung.de

Der ehemalige Profi Marco van Hoogdalem zerrt Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 vor Gericht. Ein Gütetermin brachte keine Einigung.

Der Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Fußballprofi Marco van Hoogdalem und seinem früheren Arbeitgeber FC Schalke 04 geht in die nächste Runde. Bei einem Gütetermin (AZ: 2 Ca 1366/06) vor dem Arbeitsgericht in Gelsenkirchen haben sich die Parteien nicht einigen können. Eine Entscheidung soll nun bei einem für den 13. Dezember angesetzten Arbeitsgerichtstermin fallen.

Der 34 Jahre alte Niederländer fordert von dem Bundesligisten insgesamt 280.000 Euro für eine angeblich versprochene zweijährige Beschäftigung als Spielerbeobachter im Anschluss an seinen Lizenzspielervertrag (120.000 Euro) sowie bisher nicht gezahlte Leistungs- und Einsatzprämien für die Saison 2005/2006 (160.000 Euro). Schalker bot als Vergleich 60.000 Euro an.

Van Hoogdalem stand beim Revierclub vom 1. Januar 1997 bis zum 30. Juni 2006 unter Vertrag. Nach einer Hüft-Operation sowie einer 2004 diagnostizierten schweren Lebererkrankung konnte der Niederländer kein Spiel mehr bestreiten.

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14.09.2006 - S04 dankt seinem neuen Flankengott - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Völlig losgelöst rannte Mirko Slomka auf den Rasen, umarmte seinen neuen "Flanken-Gott". Kevin Kuranyi hatte gerade die Maßvorlage auf Sören Larsen gegeben, der Däne köpfte zum 1:0 in der 86. Minute ein.

"Es war ein sehr zähes Spiel", durfte der Schalker Trainer nach 90 ewig langen Minuten durchatmen. Es prickelte nichts in diesem UEFA-Pokal-Auftakt gegen AS Nancy Lorraine. "Wir haben uns nicht gut bewegt", räumte Slomka ein, so mancher Spieler hat sich viel zu wenig bewegt. So kamen 45.878 Zuschauer in den Verdruss eines teilweise völlig uninspirierten Fußball-Spiels.

Wenigstens die Fans waren gleich in bester UEFA-Cup-Stimmung.

"Steht auf, wenn ihr Schalker seid", dröhnte es aus der Nordkurve, die Südkurve wurde energisch zum Mitsingen aufgefordert. Auf dem Platz aber blieb es erschreckend stumm. Die Spielfreude der ersten Bundesliga-Wochen, der Witz, die Kreativität, alles weg.

Lincoln ideenlos

Geschickt nahm AS Nancy das Tempo aus dem Spiel. Schalke fast träge, Lincoln ohne jede Idee, schon früh zog er sich den Unmut der Zuschauer zu. Kuranyi grätschte zwar an der Mittellinie, gefährlicher wurde er dadurch vor dem Gehäuse der Gäste auch nicht. Asamoah, "wir haben einfach keine Mittel gefunden", verbarg seine zuletzt viel gerühmte Glanzform spürbar, Lövenkrands kam gar nicht ins Spiel. Böse Pfiffe zur Halbzeit, die Besucher waren zuletzt eben Besseres gewohnt. Es war an der Zeit, energischer ans Werk zu gehen.

Und tatsächlich die erste Möglichkeit, doch Bajramovic fehlte eine längere Fußspitze. Aber die Hausherren fanden den Weg über die Außenpositionen. Manchmal helfen in solch vertrackten Minuten ja Standard-Situationen, doch Bordon knallte einen 25-m-Freistoß knapp neben das Tor.

Erst mal wieder genug der Aufregung, weiter ging es im betulichen Spätsommer-Fußball. Plötzlich aber hatte Kuranyi doch den Ball, sein Schuss aus 16 Metern war nicht mehr als eine platzierte Rückgabe auf den Torhüter. Dann der große Lichtblick, Larsen köpfte Kuranyis Maßflanke ins Tor (86.). "Wir sind für unsere Geduld belohnt worden", betonte Slomka, "wir haben zu Null gespielt, das ist wichtig fürs Rückspiel", meinte Asamoah. Mehr Gutes gab es von diesem Abend auch nicht zu berichten.

Schalke 04: Rost - Rafinha (77. Hamit Altintop), Bordon, Rodriguez, Varela - Ernst, Bajramovic - Lincoln - Asamoah (63. Halil Altintop), Kuranyi, Lövenkrands (72. Larsen)
Nancy: Sorin - Chrétien, Diakhaté, Puygrenier, Sauget - Berenguer, André Luiz, Duchemin (52. N'Guemo - 90. Biancalani) - Brison, Zerka - Kim (57. Curbelo)
Tor: 1:0 Larsen (86.)
Schiedsrichter: Vollquartz (Dänemark)
Zuschauer: 45.878

Gerd Strohmann

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13.09.2006 - Der Erfolg ist schon einkalkuliert - Quelle/© Westfälische Rundschau

Gelsenkirchen. Vier deutsche Mannschaften gehen heute im UEFA-Pokal an den Start. Die Sieger der ersten Runde, die im K.o.-Modus ausgetragen wird, qualifizieren sich für die Gruppenphase. Das Beispiel Schalke zeigt, wie wichtig das Erreichen der Gruppenphase ist.

Als Peter Lövenkrands gestern Vormittag im Training ein wahres Traumtor gelang, beendete Mirko Slomka auf der Stelle die Übungseinheit: Einen besseren Schlusspunkt konnte sich Schalke 04 im Abschlusstraining für das UEFA-Cup-Hinspiel heute (19 Uhr, live im ZDF) gegen AS Nancy nicht wünschen. Schalke ist in prächtiger Form und will diesen Lauf in der Veltins-Arena nun auch gegen den Tabellenvierten der ersten französischen Liga fortsetzen. Schon in der Bundesliga liegen die Gelsenkirchener punktgleich mit Tabellenführer Nürnberg auf Platz drei und im DFB-Pokal haben sie zuletzt bei Hansa Rostock II neun Tore in einem Spiel geschossen. Den Schalkern geht es, so scheint es, derzeit gut.

Damit dies alles so bleibt, sollten sie freilich tunlichst die Duelle mit AS Nancy für sich entscheiden und in die anschließende Gruppenphase des UEFA-Pokals einziehen. Denn die Schalker Mannschaft ist teuer und muss die Kosten, die sie verschlingt, über hohe Zusatz-Einnahmen in den Pokal-Wettbewerben selbst wieder einspielen. Manager Andreas Müller stellte gestern noch einmal klar, dass ein UEFA-Cup-Heimspiel gegen Nancy (Einnahme zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro) dafür nicht ausreicht: "In unserer Planung ist enthalten, dass wir die Gruppenphase erreichen." Der Erfolg gegen Nancy ist quasi schon einkalkuliert, damit die Planung für diese Saison aufgeht.

Für den Fall des Ausscheidens gegen Nancy ("Davon gehe ich nicht aus") kündigt Müller Sparmaßnahmen an, um den Kostenapparat herunter zu fahren. Dann wäre für die neue Saison Schmalhans Küchenmeister: Statt der geplanten Verpflichtung eines Top-Innenverteidigers würden wahrscheinlich sogar Spieler verkauft werden müssen, weil die aktuelle Star-Truppe ohne sportliche Erfolge einfach zu teuer ist.

Schalke hat 2003 und 2004 hohe Verluste erwirtschaftet - dies soll sich nie mehr wiederholen, verspricht Finanz-Vorstand Josef Schnusenberg. Laut Müller gibt es bei einem Ausscheiden gegen Nancy nur eine Möglichkeit, um weiter auf so hohem Niveau wirtschaften zu können: "Die Mannschaft müsste eine tolle Bundesliga-Saison spielen und wieder die Champions League erreichen."

Ein Erfolg gegen Nancy indes würde vieles einfacher machen: Trainer Mirko Slomka kennt den Auftrag und hat sich entsprechend darauf vorbereitet. Zweimal wurde Nancy, das in der französischen Liga mit drei Siegen aus fünf Spielen als Überraschungsmannschaft gilt und sich zum ersten Mal nach 28 Jahren wieder für den Europapokal qualifiziert hat, beobachtet. Slomkas Urteil: "Dieser Gegner wird uns wirklich alles abverlangen." In der Tat ist Nancy kein typischer Gegner für eine erste UEFA-Cup-Runde, die normalerweise nur ein Pflichtprogramm sein sollte.

"Als wir dieses Los bekommen haben, war ich ganz schön überrascht.

Normal hat man in der ersten Runde einen anderen Gegner", gibt Gerald Asamoah zu. Und auch Fabian Ernst hat großen Respekt vor der französischen Liga, die der Bundesliga in nichts nachstehe: "Wir sollten beim Heimspiel etwas vorlegen, um die Gruppenphase zu erreichen." Denn davon hängt ja einiges ab...

Von Manfred Hendriock

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11.09.2006 - DFB-Kontrollausschuss ermittelt wegen rassistischer Vorkommnisse in Rostock - Quelle/© www.dfb.de

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat ein Ermittlungsverfahren wegen rassistischer Vorkommnisse beim DFB-Pokal-Spiel Hansa Rostock II - FC Schalke 04 eingeleitet. Während der Erstrunden-Begegnung am vergangenen Samstag im Rostocker Ostseestadion, die der FC Schalke 04 mit 9:1 für sich entschied, war der Schalker Nationalspieler Gerald Asamoah aus dem Rostocker Fanblock rassistisch beleidigt worden.

Mittlerweile ist beim DFB-Kontrollausschuss ein Sonderbericht von Schiedsrichter Matthias Anklam (Hamburg) zu besagten Vorfällen eingegangen. Zudem wurde Gerald Asamoah um eine Stellungnahme gebeten.

Im Anschluss an die Auswertung der vorliegenden Materialien entscheidet der DFB-Kontrollausschuss über den weiteren Fortgang des Verfahrens.

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11.09.2006 - Hansa Rostock distanziert sich entschieden von Beleidigungen gegen Gerald Asamoah - Quelle/© Hansa-Rostock-HP

Der F.C. Hansa Rostock ist im DFB-Pokal 2006/2007 aus dem Cup raus. Die Profis verloren am Sonntag in Babelsberg 1:2, die Amateure tags zuvor gegen den FC Schalke 04 1:9.

Trauriger Höhepunkt an diesem Wochenende für unseren Verein: Einige Zuschauer beleidigten in ungebührlicher Form den Schalker Gerald Asamoah. Hansa-Online sprach zu diesem Thema mit dem Vorstandsvorsitzenden Dirk Grabow und Manager Stefan Studer.

Herr Studer, wie beurteilen Sie die Vorkommnisse vom Sonnabend?

Stefan Studer: Wir sind enttäuscht, betroffen. Wir sind erschrocken vor Menschen, deren Gesinnung wir nicht nachvollziehen können und wollen. Im Leben sollten noch Werte wie Fairplay und Respekt im Vordergrund stehen. Den haben wir bei einigen Dummköpfen in der Anonymität der Masse leider arg vermisst.

Hätte der Ordnungsdienst früher gegen die Störer aktiv werden müssen?

Dirk Grabow: Nach dem Auftreten der Rufe sind Ordnungsdienst und Fanbetreuer eingeschritten und haben die Schmähungen unterbunden, die dann auch in der 2. Halbzeit nicht mehr stattgefunden haben.

Wie hat der Verein auf die Beleidigungen gegen Gerald Asamoah reagiert?

Stefan Studer: Ich habe mich unmittelbar nach dem Abpfiff bei Gerald Asamoah, Mirko Slomka und Andreas Müller für diese Schmährufe entschuldigt und ihnen gesagt, dass sich unser Verein von solchem Verhalten absolut distanziert. Auch Wolfgang Holz, unser Aufsichtsratsvize, der gerade zu Schalke freundschaftliche Bande pflegt, war außerordentlich sauer und empört und hat unsere Gäste das auch wissen lassen.

Können Sie das noch untermauern?

Dirk Grabow: Natürlich. Gerade im Vorfeld der Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern haben wir einige Dinge mitgestaltet. Ich erinnere an die gemeinsame Aktion zur Wahl von Mathias Schober mit der Sportjugend oder René Rydlewicz, der sich einer Kampagne gegen Rassismus angeschlossen hat. Außerdem spielten und spielen beim F.C. Hansa schon immer Akteure verschiedener Nationalitäten. Wir als F.C. Hansa Rostock waren immer weltoffen. Spieler wie Yasser, Victor Agali oder Jonathan Akpoborie gehörten zu unseren Publikumslieblingen, waren unabhängig von ihrer Hautfarbe Idole in Mecklenburg und wurden jederzeit geachtet. Das ist heute bei Gledson und Dexter Langen nicht anders.

Wie sehen Sie diese Geschichte in Bezug auf das Länderspiel?

Stefan Studer: Wir werden zum Länderspiel ein guter und ein fairer Gastgeber für alle Spieler beider Mannschaften sein. Ich sage es noch mal ganz klar und für alle verständlich: Hier hat sich ein gesellschaftliches Problem gezeigt, mit dem nicht nur unsere Region zu kämpfen hat. Wir als F.C. Hansa, als Aufsichtsrat, Vorstand und Mannschaft distanzieren uns in aller Form von so viel Dummheit, Ignoranz und Respektlosigkeit.

Erwarten Sie Konsequenzen seitens des DFB?

Stefan Studer: Fakt ist, dass die FIFA unlängst bei rassistischen Beleidigungen harte Strafen für Vereine angekündigt hat. Diese können bis zum Punktabzug und Ausschluss aus Wettbewerben reichen. Jeder sollte sich also sehr wohl überlegen, was er als Gast in unserem Stadion tut und wem er schadet. Solche "Fans" brauchen wir nicht. Unsere Stadionordnung reicht bis zu Hausverboten und lebenslangen Stadionverboten. Und wir scheuen uns absolut nicht, diese Möglichkeiten auszuschöpfen. Diese Konsequenz haben wir ja schon bei den Flitzern gezeigt und auch bei den Vorfällen in Stendal. Und wir werden dies auch in diesem Fall tun.

Was tut der Verein, um derartige Vorfälle in Zukunft zu verhindern?

Dirk Grabow: Wir arbeiten seit Jahren sehr eng mit der Polizei und unserer Fanszene zusammen, um auch rechtsradikalen Tendenzen entgegenzuwirken. Auch dank dieser Zusammenarbeit ist es in den vergangenen Jahren im Ostseestadion zu keinerlei Vorfällen dieser Art gekommen. Umso schlimmer ist es, dass einige wenige den Verein und die Fanszene, die in ihrer übergroßen Mehrzahl mit Rassismus nichts am Hut hat, in Misskredit bringen. Deshalb setzen wir auch auf die Zivilcourage der Hansa-Anhänger, bei derartigen Aktionen einzuschreiten und Störern in Zukunft keine Chance zu geben. Die Vorfälle werden auch noch einmal Thema auf unserer Fanclubversammlung am 16. September sein. Wir sind aber auch der Meinung, dass diese Probleme der Sport nicht alleine lösen kann. Hier ist auch die Politik gefordert. Rassismus ist kein isoliertes Problem des Fußballs.

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09.09.2006 - Schalke feiert Schützenfest / 9:1 bei Hansa-Reserve - Quelle/© dpa

Rostock (dpa) - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat sich mit einem Schützenfest im DFB-Pokal Selbstvertrauen für den UEFA-Cup geholt. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka gewann ihre Erstrundenpartie am Samstag beim Oberligisten FC Hansa Rostock II mit 9:1 (5:0).

Für den Tabellenzweiten der Bundesliga trafen vor rund 3500 Zuschauern im Rostocker Ostseestadion Kevin Kuranyi (12., 31.), Gerald Asamoah (14., 35.), Lincoln (20., 73.), Marcelo Bordon (56.), Halil Altintop (63.) und Gustavo Varela (84.). Den Rostocker Ehrentreffer erzielte Robert Franke (13.) zum zwischenzeitlichen 1:5. Am Donnerstag wartet auf die Schalker dann ein anderes Kaliber: Im UEFA-Pokal kommt der AS Nancy aus Frankreich nach Gelsenkirchen.

Schalke setzte von Beginn an auf Offensive und wurde schnell belohnt. Fast jeder Angriff lief über den starken Asamoah, der in der ersten Halbzeit zwei Treffer schoss und zudem zwei weitere Tore vorbereitete. Für den Nationalspieler waren es die ersten Pflichtspieltore seit dem 18. Februar, als er in der Bundesliga- Partie bei Hertha BSC (2:1) getroffen hatte. Beim Führungstreffer legte Asamoah uneigennützig quer auf Kuranyi. Nur zwei Minuten später nutzte er einen Fehler des Rostocker Torhüters Patric Klandt. Auch beim 0:5 sah der Hansa-Schlussmann nicht gut, als er den Kopfball von Asamoah nicht verhinderte.

Zuvor hatte Spielmacher Lincoln eine schöne Kombination zum 3:0 abgeschlossen, Kuranyi verwandelte nach einer Flanke von Asamoah aus Nahdistanz zum 4:0. Rostocker Offensivaktionen waren dagegen in der ersten Halbzeit Mangelware. Zu groß war offenbar der Respekt vor dem Bundesligisten.

Die Scheu vor den großen Namen legten die Gastgeber mit Beginn der zweiten Halbzeit jedoch ab. Nach einem Missverständnis von Schalkes Torhüter Frank Rost und seinem Kapitän Bordon spitzelte der Rostocker Franke den Ball weg und schlenzte aus 18 Metern zum 1:5 ein. Die Schalker Antwort ließ jedoch nur neun Minuten auf sich warten, als Bordon mit einem 18-Meter-Schuss traf. Die Gäste blieben weiter überlegen und kamen durch Altintop und Lincoln zu weiteren Toren.

Für das UEFA-Pokal-Spiel am Donnerstag wurden bei den Schalkern der Bosnier Zlatan Bajramovic (Adduktoren) und der Georgier Levan Kobiashvili (Beckenprellung) geschont. Coach Slomka baute seine Anfangsformation im Vergleich zum 2:0-Erfolg über den SV Werder Bremen auf fünf Positionen um. Somit standen Asamoah und Mathias Abel erstmals in dieser Saison in der Startformation.

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08.09.2006 - Siegen und Teamgeist stärken - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Die Warnungen vor den Spielen der Großen gegen die Außenseiter im DFB-Pokal sind immer die gleichen - der Trainer des Favoriten hofft, dass seine Schützlinge den Kontrahenten ernst nehmen.

So auch vor der Erstrundenpartie des FC Schalke 04 am Samstag bei Hansa Rostock II. Doch Coach Mirko Slomka fordert noch mehr. Er will aus dieser Partie sogar Nutzen für die Zukunft ziehen. "Wir wollen unseren Teamgeist weiter entwickeln, unsere Überlegenheit rüberbringen. So soll der Nährboden geschaffen werden, dass auch national und international die Gegner vor uns Respekt haben", sagt Slomka vor dem Duell mit dem Oberligisten. "Wobei wir allerdings nicht vergessen dürfen, diesem Gegner Respekt zu zollen." Bekannt ist dem Trainer aus dem Kader des Gegners eigentlich nur Enrico Gaede (einst Borussia Mönchengladbach und RW Essen).

Für die Schalker wird wieder Frank Rost im Tor stehen. Zudem will Slomka mit Levan Kobiashvili "reden, ob eine Pause Sinn macht".

Der Pokal ist ja nur das Entrée vor Bundesliga und UEFA-Cup.

Dirk Greisler

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07.09.2006 - Schalke in Rostock wieder mit Rost - Bajramovic fraglich - Quelle/© dpa

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 wird im DFB-Pokalspiel bei Hansa Rostock II an diesem Samstag wahrscheinlich ohne Zlatan Bajramovic antreten. Der Nationalspieler aus Bosnien-Herzegowina kehrte am Donnerstag vom EM-Qualifikationsspiel gegen Ungarn mit Oberschenkelproblemen nach Gelsenkirchen zurück.

Die genaue Diagnose steht noch nicht fest. "Wir müssen abwarten", sagte Trainer Mirko Slomka am Donnerstag. Er deutete zudem an, auch anderen viel belasteten Nationalspielern beim Club aus der Oberliga Nordost eine Pause zu gönnen.

So könnte Gerald Asamoah, der gegen San Marino nur eine Halbzeit spielte, erstmals in dieser Saison bei einem Schalker Pflichtspiel in die Startelf rücken. Nach mehrwöchiger Verletzungspause wegen einer tiefen Fleischwunde am Schienbein kehrt Stammtorhüter Frank Rost ins Tor zurück. In den beiden Bundesliga-Partien bei Alemannia Aachen und gegen Weder Bremen war Rost zuletzt von Manuel Neuer vertreten worden.

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06.09.2006 - Schalke: Neue Rangfolge in der Abwehr - Quelle/© www.kicker.de

Krstajic verliert an Boden: Rodriguez ist vorerst gesetzt Vor dieser Saison schien die Sache klar. Wie schon im letzten Jahr. Und im Jahr davor. Schalkes Innenverteidigung? Bordon/Krstajic! Jenes Abwehrbollwerk, das sich Schalke vor der Saison 2004/05 erwarb - und das seinen Namen hauptsächlich deshalb verdiente, weil Marcelo Bordon (30) überragend verteidigte. Mladen Krstajic (32) hingegen zeigte selten jene Klasse aus Bremer Zeiten.

Nun deutet sich ein Wandel an. Dario Rodriguez (31), rustikaler Manndecker aus Uruguay, scheint Krstajic den Rang abzugrätschen. Während sich der Serbe bei der WM den Arm brach und ausfiel, spielte der Südamerikaner eine starke Vorbereitung. Und während Krstajic bei seinem Comeback in Aachen (1:0) mit Rot vom Platz flog, köpfte der eingewechselte Rodriguez am Tivoli das Siegtor. Nach einer starken Leistung beim 2:0 gegen Bremen steht die Frage im Raum, ob "Backup" Rodriguez, im fünften Jahr Schalker, besser ist als der lange gesetzte Krstajic, der noch zwei weitere Spiele gesperrt fehlt.

"Rodriguez ist total gesetzt", sagt Trainer Mirko Slomka nach drei Spieltagen, "gegen Bremen hat er gezeigt, dass er einen Klasse-Stürmer wie Klose 90 Minuten in Schach halten kann, obwohl er nicht so schnell ist wie Klose. Er macht das mit seiner extremen internationalen Erfahrung." 43-mal spielte Rodriguez bisher für Uruguay.

Slomka charakterisiert den Abwehrspieler als "sehr schlau, im Spiel sehr clever, immer für eine gelbe Karte gut, aber kein aufbrausender Südamerikaner, und deshalb nicht rotgefährdet." Tatsächlich flog Rodriguez, dessen Vertrag im Januar bis 2008 verlängert wurde, in 76 Bundesligaspielen noch nie vom Platz. Krstajic sah zuletzt zweimal Rot: In Aachen und im UEFA-Cup-Halbfinale gegen den FC Sevilla.

Das Problem: Wegen muskulärer Probleme fiel Rodriguez vergangene Saison sechsmal aus, diese Saison machten ihm die Muskeln bereits zweimal zu schaffen. "Sonst hätte er viel mehr Spiele für Schalke gemacht", glaubt Slomka, der mit speziellen Maßnahmen (Ernährung, Wasserhaushalt, Muskeltraining) "die Sache in den Griff" kriegen will, "damit uns Dario auch in den englischen Wochen dauerhaft helfen kann." Denn: "Wenn Dario fit ist, ist er extrem zuverlässig."

Der so gelobte nimmt die neue Wertschätzung gelassen hin, merkt aber an:
"Wenn jemand an mir zweifelt, soll er schauen, wie oft Schalke mit mir zu Null gespielt hat." Diese Statistik spricht für ihn: 53-mal stand er in Schalkes Startelf, 21-mal gab es kein Gegentor. Zum Vergleich: Mit Krstajic in der Startelf blieb Schalke in 58Spielen 18-mal ohne Gegentreffer. Slomka:
"Mladen ist jetzt nicht völlig hinten dran. Gerade in internationalen Spielen kann er links verteidigen, dann würde Kobiashvili fürs Mittelfeld frei."

Jean-Julien Beer




Presse- und Internetspiegel August 2006

31.08.2006 - Fabian Ernst über Sport und Musik - Quelle/© www.11freunde.de

Daß er sich im Sommer seiner CD-Sammlung widmen konnte, hat Fabian Ernst überhaupt nicht geschmeckt. Doch seit dem Wechsel zu Schalke lief es für den einst besten deutschen Sechser nicht mehr rund. Ein Gespräch über die Ausbootung durch Klinsmann, Schalker Nöte, und darüber, ob er auf dem Platz eher Bassist oder Klavierspieler ist.

11 Freunde: Fabian Ernst, Sie gelten als der der größten Musikfans der Bundesliga. Wie viele CDs besitzen Sie?

Ernst: Etwa 700. Da ich mir inzwischen die meisten Songs bei iTunes runterlade, kaufe ich nicht mehr so viele wie früher.

11 Freunde: Woher kommt Ihr Interesse an Musik?

Ernst: Als ich noch in Hannover wohnte, hatte ich einen Kumpel mit einem Plattenladen, „Crazy Tunes", durch den ich viele interessante Sachen gelernt habe. Er hat mir sogar Importe aus den USA besorgt.

11 Freunde: Worauf war der Laden spezialisiert?

Ernst: In erster Linie auf HipHop und R&B. Inzwischen ist mein musikalisches Spektrum allerdings etwas breiter gefächert.

11 Freunde: Und wo kaufen Sie auf Schalke Ihre CDs?

Ernst: In Gelsenkirchen ist es zugegeben ein bisschen schwierig. Aber ein Kollege aus der Geschäftsstelle hat mir ein paar Adressen von Insiderläden in Köln gegeben. Da werde ich bei Gelegenheit mal vorbeifahren.

11 Freunde: Genießen Sie als Profi mit ausgeprägten Musikinteresse in Ihrem Team einen Exotenstatus?

Ernst: Na ja, da auch in den Clubs viel R&B, HipHop und Black Beat gespielt wird, bin ich mit meinem Musikgeschmack ja nicht völlig neben der Spur. Nur bei Sachen, die weniger tanzbar sind, wundern sich die Kollegen, was ich so höre.

11 Freunde: Nehmen Sie manchen Teamkollegen regelmäßig Mix-CDs auf?

Ernst: In Bremen habe ich für Tim Borowski öfter CDs mit R&B zusammengestellt. Hier in Schalke würde ich damit ziemlich auf den Bauch fallen: Asa (Gerald Asamoah, d. Red.) hat nur den Kopf geschüttelt, als er letztens bei mir im Wagen die Musik gehört hat.

11 Freunde: Kriegen Sie auch mit, was die anderen Kollegen hören?

Ernst: Wenn unsere Uruguayer in der Umkleide ihre Weltmusik aufdrehen, lässt sich das schwer ignorieren. Und von DJ Asa habe ich irgendwo eine Playlist gelesen - war ganz okay.

11 Freunde: Gehen Sie viel tanzen?

Ernst: Ich achte schon darauf, dass in den Läden, in die ich gehe, auch die Musik stimmt. Aber der exzessive Tänzer bin ich, ehrlich gesagt, nicht.

11 Freunde: Interessieren Sie sich für die Charaktere, die hinter der Musikstehen?

Ernst: Ich surfe viel im Internet und lese nach, wie der Musiker lebt und welche Einstellung er zu bestimmten Dingen hat. Denn auf diesen hohlen Blingbling-Rap, wie zum Beispiel von 50 Cent, stehe ich überhaupt nicht. Bei ihm habe ich den Eindruck, dass es nur noch um die Kohle, die Goldketten und die Sportwagen geht. Dabei fand ich seine ersten beiden Alben sehr gut.

11 Freunde: Was halten Sie von deutschem Rap?

Ernst: Curse, Kool Savas und Azad finde ich gut. Die übrigen Bands sind nicht so mein Fall.

11 Freunde: Bei welchen Musikern stimmt die Außendarstellung?

Ernst: Bei Gang Starr beispielsweise: Die kommen immer durchdacht und intelligent rüber. Und die Beats, die DJ Premier dazu macht, sind genial. Genauso genial, wie alles, was 2Pac zu Lebzeiten aufgenommen hat. Ansonsten höre ich momentan gerne AZ und Timbaland.

11 Freunde: Als Fußballer genießen Sie, zumindest in Ansätzen, ebenfalls den Status eines Popstars. Über welche Showelemente denken Sie bei Ihren Auftritten nach?

Ernst: Über gar keine. Fußballer sind am effektivsten, wenn sie auf dem Platz nicht allzu viel nachdenken.

11 Freunde: Wie wichtig ist Ihnen die Wahrnehmung als Prominenter?

Ernst: Mir wäre es oft lieber, weniger wahrgenommen und nicht immer mit irgendwelchen Dingen behelligt zu werden.

11 Freunde: Aber sind Sie nicht auch Fußballer geworden, um reich und berühmt zu werden?

Ernst: Ich glaube nicht, dass ein Fünfjähriger, der das erste Mal gegen einen Ball tritt, darüber nachdenkt, eines Tages Geld damit zu verdienen.

11 Freunde: Hatten Sie als Kind ein Fußball-Idol?

Ernst: Ich komme aus Hannover. Als ich anfing, Fußball zu spielen, war 96 in der 2. Liga. Da gab es keinen Spieler, der zum Idol getaugt hätte. Später stand ich dann auf Eintracht Frankfurt mit Anthony Yeboah, Thomas Doll und Uwe Bein.

11 Freunde: Gibt es einen Song, den Sie zur Frustbewältigung nutzen?

Ernst: Nein, da fällt mir keiner ein.

11 Freunde: Einen, der Sie vor Spielen besonders motiviert?

Ernst: „Lose yourself" von Eminem haben wir öfter im Kreis der Nationalmannschaft gehört, weil die Botschaft des Songs zu unserem Vorhaben gepasst hat. Sie lautet: Es gibt nur eine Chance, also nutze sie.

11 Freunde: Sind denn alle Nationalspieler in der Lage zu verstehen, worum es Eminem in dem Song geht?

Ernst: In einem Fußballteam kann man nicht davon ausgehen, dass alle Spieler gut englisch sprechen. Ich habe ihn jedenfalls verstanden, (grinst)

11 Freunde: Was halten Sie von der inoffiziellen Nationalmannschaftshymne, Xavier Naidoos „Dieser Weg"?

Ernst: Ich muss zugeben, dass Xavier in mein Geschmacksspektrum noch hinein passt. Der Song ist wirklich stark.

11 Freunde: Und welcher der unzähligen WM-Songs hat Ihnen am besten gefallen?

Ernst: Der Ohrwurm von den Sportfreunden Stiller.

11 Freunde: Was ist mit dem Lied des Hannoveraners Oliver Pocher? Der hat ja zur WM einen ähnlichen Gassenhauer wie die Sportfreunde abgeliefert.

Ernst: Da gibt es aber wesentliche Qualitätsunterschiede:
Die Sportfreunde Stiller haben einen guten Chartsong gemacht, Oliver Pocher war eher darauf aus, im Stadion zum Mitgrölen zu animieren.


11 Freunde: Mal ehrlich, konnten Sie die Begeisterung für die WM und ihre Songs überhaupt teilen, nachdem Jürgen Klinsmann Sie aus dem Kader gestrichen hatte?

Ernst: Ab der KO-Runde ging das. Schließlich wurde man während der WM derart mit den Songs bombardiert, dass sie sich regelrecht in den Gehörgängen festgesetzt haben.

11 Freunde: Beschreiben Sie mal den Moment, als Klinsmann Ihnen für die WM abgesagt hat.

Ernst: Wir wussten, dass uns der Bundestrainer einen Tag vor der Abreise ins Trainingslager nach Sardinien anrufen würde. Meine Koffer waren schon weitgehend gepackt, gegen halb elf Uhr morgens rief er dann an. Das Gespräch war schnell beendet, weil ich nach der Absage nicht mehr so viel zu sagen wusste.

11 Freunde: Das heißt, Sie wurden von seiner Entscheidung komplett überrascht?

Ernst: Ich war völlig unvorbereitet, was mich, ehrlich gesagt, auch enttäuscht hat. Denn bis dahin gab es keinerlei Anzeichen, dass ich nicht berücksichtigt werden würde. Es wäre leichter zu verkraften gewesen, wenn einer aus dem Trainerstab vorher mal gesagt hätte: „Fabe, pass auf, verbessere das und das, sonst wird es eng mit der Nominierung." Aber ich bin immer nur gelobt worden. So waren meine Frau und ich völlig vor den Kopf gestoßen.

11 Freunde: War das der härteste Moment Ihrer Karriere?

Ernst: Mit Sicherheit.

11 Freunde: Martin Demichelis hat nach der Absage von Jose Pekerman vor der WM gesagt: „Ich habe nicht nur keine Lust mehr Fußball zu spielen, ich habe keine Lust mehr zu leben."

Ernst: (lacht) Für solche dramatischen Reaktionen bin ich nicht der Typ. Ich habe an dem Tag meine Koffer wieder ausgepackt und einige enge Vertraute angerufen. Dann bin ich für zwei Wochen nach Dubai gefahren, um möglichst weit weg von den deutschen Medien zu sein.

11 Freunde: Wen haben Sie angerufen? Etwa Kevin Kuranyi, den dasselbe Schicksal ereilt hat wie Sie?

Ernst: Nein. Als ich mitbekam, dass er auch nicht dabei ist, habe ich ihm eine Nachricht geschrieben. Ich habe mit Asa, meinem Berater, Andreas Müller und Mirko Slomka gesprochen.

11 Freunde: Wären Sie auch aus dem Kader geflogen, wenn Sie für Bayern München spielen würden und nicht für Schalke 04?

Ernst: Das will ich doch hoffen.

11 Freunde: Ist Joachim Löw als neuer Bundestrainer ein Vorteil für Sie?

Ernst: Das wird sich zeigen. Derzeit habe ich keinen Kontakt zu ihm. Deshalb muss ich versuchen, die entscheidenden Signale für eine Rückkehr ins DFB-Team auf dem Platz zu geben.

11 Freunde: Sie klingen sehr abgeklärt und beherrscht. Rasten Sie nie aus?

Ernst: Ich bin Zwilling und kann nach außen sehr kontrolliert sein. Aber in Extremsituationen drehe ich auch schon mal durch. In mir schlummert ein kleiner Choleriker.

11 Freunde: Wer kriegt das dann ab?

Ernst: Da bleibt oft nur meine Frau. (lacht) Aber keine Angst, ich schmeiße keine Teller gegen die Wand.

11 Freunde: Bringt Sie auch der Fußball manchmal zum Ausrasten?

Ernst: Nein. Fußball muss man mit Abstand sehen und nicht überbewerten. Früher habe ich mit Kumpels auf dem Bolzplatz gekickt, heute spiele ich in ausverkauften Arenen. Ansonsten hat sich nichts geändert. Und ich finde, so muss man es auch sehen.

11 Freunde: Hat Ihre besonnene Art Ihnen auch schon geschadet? Etwa, weil Sie dadurch weniger wahrgenommen werden als andere?

Ernst: Das kann schon sein. Aber, wenn ich sehe, wie verbissen manche an ihren Job als Fußballer rangehen, möchte ich nicht mit denen tauschen. Meine relaxte, aber professionelle Einstellung schützt mich davor, zu verkrampfen. Auch in der jetzigen Situation.

11 Freunde: Auch bei Schalke sind Sie in der letzten Saison hinter den Erwartungen zurück geblieben. Oder sehen Sie das anders?

Ernst: Nein, ganz klar: Ich habe mich extrem schwer getan.

11 Freunde: Woran lag's?

Ernst: Keine Ahnung. Aber Fußball ist nun mal nicht so, dass man einen Spieler auf derselben Position einfach von Verein A zu Verein B verfrachtet. Es kommen viele Begleiterscheinungen dazu, die nicht kalkulierbar sind.

11 Freunde: Ist es auf Schalke ein Problem für Sie, weil die Wahrnehmung eines Spielers hier viel extremer ist als etwa bei Werder Bremen?

Ernst: Natürlich ist man auf Schalke permanent dem Druck von außen ausgesetzt. Man muss lernen, das abzublocken. Die Menschen hier lechzen mehr als bei jedem anderen Verein nach einem großen Erfolg.

11 Freunde: Haben Sie Angst, dass sich die Situation entwickelt wie zu Ihrer Zeit beim HSV, wo Sie zwei Jahre auf der Bank saßen?

Ernst: Das lässt sich nicht vergleichen. Als ich in Hamburg gespielt habe, war ich 19. Da hat niemand Größeres von mir erwartet. Damals wusste ich, dass Trainer Frank Pagelsdorf nicht mit mir plant und andere Spieler vorzieht. Deshalb habe ich damals nie an mir gezweifelt. In Schalke weiß ich, dass Mirko Slomka hinter mir steht und mir jede Chance einräumt, zu zeigen, was ich kann.

11 Freunde: Ist Mirko Slomka als Trainer die bessere Variante als Ralf Rangnick?

Ernst: Mirko hat eine kumpelhafte Art. Das ist sicherlich ein Vorteil für ihn, weil er auf diese Weise schnell einen guten Draht zur Mannschaft bekommen hat.

11 Freunde: Fehlt Schalke 04 die Galionsfigur Rudi Assauer?

Ernst: Dazu möchte ich nichts sagen. Nur soviel: Ich habe zu dieser Personalie eine dezidierte Meinung, aber die ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt (lächelt).

11 Freunde: Können Sie als rationaler Niedersachse das emotionale Empfinden eines Schalkers eigentlich nachvollziehen?

Ernst: Wenn man in der Arena vor 60000 Zuschauern bei überkochender Stimmung spielt, schnallt man schon, wie die Leute hier ticken. Und es gibt auch viel mehr Kontakt zu den Fans als bei anderen Klubs, so dass man gar nicht anders kann als zu verstehen, was die Menschen bewegt.

11 Freunde: Sind die Fans hier offensiver?

Ernst: Mentalitätsbedingt bekommt man viel öfter gesagt, was den Leuten an einem missfällt. Aber das motiviert auch.

11 Freunde: Wie, glauben Sie, könnten die Schalker Fans zu etwas mehr Gelassenheit finden?

Ernst: Wenn der Verein endlich wieder den Titel holen könnte, würde das die ganze Situation bestimmt beruhigen. Deshalb ist für mich in den vier Jahren, die ich hier noch unter Vertrag stehe, das wichtigste Ziel, Meister zu werden.

11 Freunde: Wichtiger als ein erneuter Gewinn des UEFA-Cups oder gar ein Sieg in der Champions League?

Ernst: Das steht auf einem anderen Blatt. Aber die Meisterschaft genießt schon einen extrem hohen Stellenwert.

11 Freunde: Welche Marschrichtung gilt für die laufende Saison?

Ernst: Wir brauchen mehr Konstanz als 2005/06. Fast jeder Spieler hatte im letzten Jahr Schwächeperioden, ohne dass wir in der Mannschaft offen darüber gesprochen hätten. In dieser Hinsicht müssen wir mehr Teamgeist beweisen.

11 Freunde: Wieso hat es mit der Kommunikation nicht geklappt?

Ernst: Ein Trainer oder Manager kann zwar von oben Direktiven geben, aber die Mannschaft muss die auch verinnerlichen. Wir Spieler wissen sehr gut, dass wir daran arbeiten müssen.

11 Freunde: Warum glauben Sie, dass es dieses Jahr besser läuft?

Ernst: Wichtig ist, dass wir im Team die Probleme angesprochen haben und offener aufeinander zugehen. Ob wir es über eine ganze Saison schaffen, den Teamgeist zu erhalten, wird sich zeigen.

11 Freunde: Mit anderen Worten: Wenn die Ergebnisse nicht so sind wie erwartet, könnte es schnell wieder problematisch werden auf Schalke.

Ernst: Deshalb müssen wir permanent daran arbeiten, uns noch besser kennen zu lernen, damit jeder weiß, wie sein Mitspieler tickt - auch wenn der Erfolg zeitweise mal ausbleibt.

11 Freunde: Wie fügen sich die Neueinkäufe in das neue Schalker Kommunikationsmodell?

Ernst: Gut. Bei Halil (Altintop, d. Red.) ist das kein Problem, sein Gegenstück Hamit kennen wir hier in Schalke ja schon. Und Peter und Matze (Lövenkrands und Abel, d. Red) scheinen auch umgängliche Typen zu sein. Außerdem bringen die jungen Spieler aus der A-Jugend einen frischen Wind rein, der dem Team gut tut.

11 Freunde: Zurück zur Musik. Haben Sie selbst mal ein Instrument gespielt?

Ernst: Nein, aber ich hätte gerne Klavier gelernt.

11 Freunde: Warum Klavier?

Ernst: Weil es ein Melodieinstrument ist, auf dem man mit einfachen Mitteln einen großen Effekt erzielt.

11 Freunde: Dabei sind Sie auf dem Platz eher der Bass-Typ: Sie wirken im Hintergrund, treiben das Spiel im Ganzen nach vorne und schließen Lücken, wo sie sich auftun.

Ernst: Interessante Ansicht, da ist was dran. Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.

Interview: Tim Jürgens, Jens Kirschneck Fotos: Frank Crosby

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31.08.2006 - Ermittlungen gegen den Schalker Vorstand - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Clemens Tönnies mochte auch am Donnerstag die ganze Aufregung noch nicht so recht verstehen. Es möge ja eine spektakuläre Schlagzeile sein, "Schalke im Visier der Fahnder", aber am Ende der Ermittlungen würde es doch nur ein "Zweizeiler" bleiben.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Knappen zeigte sich überzeugt davon, dass alle Vorwürfe am Ende entkräftet würden, das "Verfahren eingestellt" wird.

Beschlossen und verkündet aber ist das alles noch lange nicht. Oberstaatsanwalt Willi Kassenböhmer bestätigte gestern den Bericht dieser Zeitung, dass Beamte der Staatsanwaltschaft und der Steuerfahndung am Mittwoch Nachmittag die Schalker Geschäftsstelle aufgesucht und alle Unterlagen mitgenommen haben, die im Zusammenhang mit dem Verkauf des Parkstadions von der Stadt Gelsenkirchen an den Bundesligisten stehen. Der Essener Jurist betonte, es habe keine "Vernehmungen" gegeben, es sei aber zu einem Gespräch mit Peter Peters, Josef Schnusenberg, einem anerkannten Steuerberater, und dem Rechtsvertreter von Rudi Assauer, Fred Fistelmann, gekommen.

Gegen die drei Personen des Schalker Vorstandes (Schnusenberg, Peters, Assauer) wird inzwischen auch strafrechtlich ermittelt. Es geht um einen möglichen Verstoß gegen die Bilanz-Vorschriften. "Es muss geprüft werden, ob das Grundstück und sein Wert richtig in die Bilanzen eingeflossen sind."

Und es geht ferner um denn Vorwurf der Steuerhinterziehung. Eben dann, wenn in diesem Fall "zu wenig Grunderwerbssteuer gezahlt wurde", erläuterte Kassenböhmer. Von einer möglichen Insolvenz-Verschleppung ist dagegen nicht mehr die Rede.

Weitere Durchsuchungen sind derzeit offenbar nicht geplant, "ich hoffe, wir haben alles". Die Unterlagen werden nun ausgewertet, zudem werde den Verteidigern von Josef Schnusenberg, Peter Peters und Rudi Assauer natürlich rechtzeitig Akteneinsicht gewährt.

Eine genauen Zeitrahmen könne er noch nicht nennen, betonte Kassenböhmer, aber er hoffe doch sehr, dass bis Weihnachten alles geklärt sei. Und dann wird Clemens Tönnies auch wissen, ob er Recht behält, dass das Verfahren wirklich nur einen Zweizeiler wert ist.

Gerd Strohmann / Dirk Graalmann

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30.08.2006 - Schalke: Deutliche Worte des Türken - Trainer Slomka bleibt gelassen Härtefall Hamit will Stammplatz - Quelle/© www.kicker.de

Beim 2:0-Sieg gegen Bremen schoss Hamit Altintop (23) sein erstes Saisontor, womit er nun schon nach drei Spieltagen so oft traf wie im gesamten letzten Jahr. Doch aus Frust darüber, wieder nur als Einwechselspieler dabei gewesen zu sein, formulierte er nach der Partie deutliche Sätze. Etwa diesen: "Ich bin auf Dauer nicht mehr bereit, in der zweiten Reihe zu stehen."

Oder: "Ich hoffe, dass ich jetzt in Berlin zur ersten Elf gehöre und Vollgas geben kann, damit wir nicht wieder so lange zittern müssen."

Das sagt man nicht alle Tage. Schon zu Saisonbeginn hatte Manager Andreas Müller gemahnt, dass die Spieler "nun mit Schalke den nächsten Schritt gehen müssen, weil wir jetzt einen auch in der Breite gut besetzten Kader haben, in dem es Härtefälle geben wird."

Hamit Altintop ist zweifellos so ein Härtefall. Der türkische Nationalspieler spielte eine starke Vorbereitung, vertrat den im Sommer verletzten Fabian Ernst gut, auch am ersten Spieltag beim 1:1 gegen Frankfurt, neben Zlatan Bajramovic als einer von zwei "Sechsern" in der Startelf. Doch dann gab Ernst sein Comeback - in Aachen (1:0) und gegen Bremen wurde Hamit nur eingewechselt, hinterließ dann aber einen starken Eindruck.

"Wir sind zufrieden mit Hamits Leistungen", sagt denn auch Trainer Mirko Slomka, "würden wir noch 4-4-2 spielen, wäre er sicher in der ersten Elf. Aber wir spielen jetzt 4-3-3 - und ich habe meine Gründe, warum Bajramovic und Ernst spielten."

Beide hätten ihren Job gut erledigt und sich gesteigert. Slomka: "Ich sehe Hamit trotzdem als Stammspieler, weil er in allen Spielen dabei war. Es ist wichtig, so einen Mann von der Bank bringen zu können, um ein Spiel zu drehen oder abzusichern."

Darüber hatte der Trainer gerade vor dem Bremen-Spiel auch ein Gespräch mit dem Türken geführt. Dass der Spieler sich nun trotzdem deutlich äußerte, findet Slomka "nicht besonders bösartig", es sei verständlich, dass "der Junge nicht zufrieden ist damit, auf der Bank zu sitzen."
Vielleicht, so der Trainer, müsse man den ein oder anderen Satz auch als "lustig" interpretieren.

Die Lage sei jedoch unverändert: Die drei Mittelfeldspieler stehen im Konkurrenzkampf, "und wir werden sie alle drei brauchen." Diese "komfortable Situation" zeichne ein Spitzenteam aus: "Wenn man um den Titel spielen will, braucht man den Konkurrenzkampf und diesen Kader."

Jean-Julien Beer

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30.08.2006 - Schalke im Visier der Fahnder - Steuerbehörden untersuchen Geschäftsstelle - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Mirko Slomka ließ sich am Mittwoch bei seiner Arbeit nicht beirren. "Ich bin mir sicher, dass der Vorstand um Josef Schnusenberg seine Arbeit richtig gemacht hat", meinte der Schalker Trainer angesichts der jüngsten Durchsuchungen wegen des Verdachts der Bilanzfälschung und Insolvenz-Verschleppung.

Während Slomka Mittwochnachmittag seine Jungs schwitzen ließ, suchten Steuerfahnder die Schalker Geschäftsstelle auf und nahmen später Akten und Unterlagen mit. "Die Beamten der Staatsanwaltschaft können von mir aus alles durchsuchen. Wir haben nichts zu verbergen und sind uns keiner Schuld bewusst", hatte "Finanzminister" Schnusenberg vorher betont. Pressesprecher Gerd Voss wollte den Besuch der Beamten nicht bestätigen ("keine Auskunft"), betonte aber, der Verein werde immer bemüht sein, mit der Staatsanwaltschaft und den Finanz-Beamten zu kooperieren. Gleichzeitig bat er alle um einen sensiblen Umgang mit den Vorwürfen, es sei in der Vergangenheit nicht immer präzise berichtet worden.

"Keine Auskunft"

Bereits am Dienstag hatte auf Geheiß der Staatsanwaltschaft Essen ein "Großaufgebot" das Gelsenkirchener Rathaus "besucht", das Gebäude war peinlich genau abgesperrt worden. Nach der Inspizierung zahlreicher Ämter seien vier Kartons mit Unterlagen mitgenommen worden, betonte Willi Kassenböhmer am Mittwoch auf Anfrage.

Der Essener Oberstaatsanwalt erklärte, die Behörde werde zweispurig tätig. Einmal gehe es in dem Verfahren gegen den FC Schalke 04 um den Vorwurf der Steuerhinterziehung und einen möglichen Verstoß gegen Bilanzierungsvorschriften. Der Erstligist hatte das Grundstück mit dem alten Parkstadion für einen Euro gekauft, den Wert später in seinem Geschäftsbericht mit 15,6 Millionen Euro angegeben (wir berichteten).

Ein wenig verwunderlich ist es schon, dass das nicht kleine Areal zu diesem "Preis" verkauft wurde. Denn ein paar Schritte weiter hatte der Grund und Boden schon einen ganz anderen Wert. Dort, wo jetzt das Viersterne-Hotel "Courtyard by Marriott" und das Reha-Zentrum "medic.os AufSchalke" stehen, da soll der Quadratmeter 265 Euro gekostet haben. Sollte sich herausstellen, dass das Ein-Euro-Grundstück bei seinem Verkauf viel mehr wert war, dann könnte städtisches Vermögen geschädigt worden sein, deshalb werde auch "wegen Untreue ermittelt", erklärte Willi Kassenböhmer.

Federführend für den Deal war damals Rainer Kampmann, der Stadtkämmerer. Gegen ihn, inzwischen Finanzchef beim WDR, wird ebenso ermittelt wie gegen Hans-Joachim Burdenski. Dem Liegenschaftsamtsleiter, der nebenher auch noch den Posten des Aufsichtsrats-Vize bei den Schalkern bekleidet, wird Beihilfe vorgeworfen. Er ist der Sohn von Schalkes Alt-Internationalem Herbert Burdenski.

Gerd Strohmann

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30.08.2006 - Billig-Stadion kann noch teuer werden: Schalke-Akten durchsucht - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Ganz hoher und unliebsamer Besuch im Gelsenkirchener Rathaus: Auf Geheiß der Staatsanwaltschaft Essen suchten am Montag mehr als 30 Beamte nach Unterlagen im Zusammenhang mit der Übertragung des Parkstadions von der Stadt an den FC Schalke 04.

Neu ist der Vorwurf nicht, aber offenbar immer noch höchst brisant. Bereits vor rund fünf Monaten wurde ein Vorermittlungsverfahren unter dem Aktenzeichen 301 AR 48/06 eingeleitet. Es geht um den Verdacht der Bilanzfälschung und der Insolvenzverschleppung. Der Tatbestand liegt schon Jahre zurück:
Es handelt sich um die Bewertung des Grundstücks Parkstadion in den Bilanzen des Bundesligisten. Die Stadt Gelsenkirchen hatte das Grundstück für einen Euro verkauft, den Wert aber für eine Million beziffert. Im Geschäftsbericht 2003 der Königsblauen schlug das Areal dann plötzlich mit 15,6 Mio. Euro zu Buche.

Diese "Bilanzartistik", wie auch aus S04-Kreisen zu hören war, wurde durch ein Bochumer Gutachten ermöglicht, das das Arena-Areal auf diese mächtig stolze Summe taxierte. Dienstag Vormittag nun die genauen Durchsuchungen im Gelsenkirchener Rathaus. Die Beamten hätten nach allem gefahndet, was auch nur "im Entferntesten mit dem Grundstücksverkauf zu tun hatte", bestätigte der Sprecher der Stadt, Martin Schulmann, im Gespräch mit westline. Nicht nur in der Stadtkämmerei, überall wurde nachgesehen. Mit leeren Händen sind die Beamten nicht gegangen, "sie haben sicher Unterlagen mitgenommen".

Im Gelsenkirchener Rathaus war man auf die Aktion nicht vorbereitet, "so etwas kommt immer überraschend", betonte Schulmann, "irgendwann war damit zu rechnen". Die Stadt sei deshalb nicht beunruhigt, "wir arbeiten eng mit den Beamten zusammen, wir haben ja nichts zu verstecken".

Und Schalke 04? Schalkes Finanzminister Josef Schnusenberg hatte vor mehr als zwei Jahren zwar eingeräumt, "wir haben versucht, das Kapital etwas besser darzustellen", konnte aber keine Unregelmäßigkeit erkennen. Im Gespräch mit westline glaubte er gar, der Wert des Grundstücks inklusive all der Gebäude, die inzwischen dort errichtet wurden - ein riesiges Reha-Zentrum und ein Viersterne-Hotel - liege sogar über 15 Millionen Euro. Aus der Ruine Parkstadion aber eine finanzielle Delikatesse zu machen, das passte gut. Denn Schalke hatte in dem Geschäftsjahr
18 Mio. Euro Verlust eingefahren. Ob die Liga den Königsblauen ohne die Bilanz-"Auffrischung" die Lizenz erteilt hätte? Beim FC Schalke 04 zeigte man sich am Dienstag betont gelassen. Eine offizielle Stellungnahme gab es nicht, "das betrifft doch in erster Linie die Stadt Gelsenkirchen, dort sind doch die Räume durchsucht worden", erklärte Pressesprecher Gerd Voss am Abend.

Wenn es dabei bleibt.

Gerd Strohmann

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30.08.2006 - Assauer pfeift auf Verabschiedung auf Schalke - Quelle/© www.fussballportal.de / sid

Rudi Assauer hat keine Lust auf eine offizielle Verabschiedung beim Bundesligisten Schalke 04. Der langjährige Manager der Königsblauen hat ein Angebot der Vereinsführung diesbezüglich ausgeschlagen. Die "Knappen" wollten den 62-Jährigen im Rahmen eines Benefizspiels für seine 18-jährige Tätigkeit im Verein würdigen. "Rudi hat kategorisch abgelehnt. Wir können nicht mehr tun, als es ihm anzubieten", sagte Klub-Präsident Gerd Rehberg der Sport Bild.

Assauer war auf Druck des Aufsichtsrates am 17. Mai dieses Jahres zurückgetreten. Sein Vertrag bei Schalke lief ursprünglich noch bis 2008. Zukünfig wird Assauer als Vorstandsmitglied der GelsenTrust
Beratungs- und Beteiligungsaktiengesellschaft mit Sitz in Gelsenkirchen tätig sein.

Tönnies erwägt Rückzug

Aufsichtsrat Clemens Tönnies will sich indes möglicherweise bei der Mitgliederversammlung 2007 nicht mehr zur Wahl stellen. "Ich habe diese Überlegung schon vor einiger Zeit dem Verein und meinen Gremiumskollegen mitgeteilt. Ich habe mich über zwölf Jahre engagiert und muss mir jede Stunde für den Klub klauen. Die Arbeit macht zwar Spaß, aber der Aufwand wird mir auf Dauer einfach zu groß", so der Fleisch-Fabrikant.

Rehberg reagierte entsetzt über diese Ankündigung: "Wenn Clemens tatsächlich aufhört, wäre das ein schwerer Schlag für Schalke." Der Verein schuldet Tönnies 4,7 Millionen Euro aus einem Privatdarlehen. Für Tönnies kein Problem: "Ich habe immer gesagt, dass es mit dem Geld nicht so eilig ist. Vielleicht investiere ich es ja sogar in unsere Veltins-Arena."

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27.08.2006 - Bremen verirrt sich im "Schalker Kreisel" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Spätestens in dieser Szene muss Tim Wiese Mitleid mit seinen Kollegen gehabt haben. Es war kurz vor Schluss, als er im Tor von Werder Bremen mitansah, wie Schalkes Fußballer den Ball über ca. 15 Stationen kreiseln ließen und Bremens Spieler nur hilflos hinterher hecheln konnten. "Schalke", staunte Werders Torhüter, "hat uns teilweise vorgeführt."

Am Ende der Vorführung stand ein Schalker 2:0-Sieg, der vom Ergebnis her noch schmeichelhaft für die mit zwei Siegen in die Saison gestarteten Bremer war. Fast im Fünf-Minutentakt liefen die S04-Kicker alleine auf Wiese zu, aber erst Hamit Altintop machte dann den Sack zu. "Natürlich", bilanzierte Schalkes starker Abwehrchef Marcelo Bordon, "haben wir wieder viele Chancen vergeben. Aber dass wir diese Chancen haben, ist für mich ein Super-Signal." Schalkes Offensiv-Spiel - es könnte in dieser Saison tatsächlich das Signal zur Jagd auf den Titel werden.

Auf ihre Defensive konnten sich die "Königsblauen" auch schon in der vergangenen Spielzeit verlassen. 31 Gegentore - Vereinsrekord! Vorne drückte der Schuh: 47 Treffer, davon alleine sieben im taktischen Anarchie-Spiel gegen Leverkusen, waren zu wenig. In der Vorsaison, so Trainer Mirko Slomka, sei zu sehr in die Breite und zu wenig in die Tiefe gespielt worden. Als Slomka prophezeite, das werde sich nun ändern, galt das bei vielen Beobachtern nur als pflichtgemäßes Versprechen eines Trainers, der zum Saisonbeginn ja schließlich irgendetwas ankündigen müsse. Und wenn Slomka vom geplanten 4-3-3-System schwärmte, stieß er ebenfalls auf Skepsis - der Schalker an sich ist sehr traditionsbewusst und denkt bei 4-3-3, warum auch nicht, noch immer an Erwin Kremers, Klaus Fischer und "Stan" Libuda oder Rüdiger Abramczik. Doch bislang ließen "Libudas Erben", zumindest in den Heimspielen, den Trainer-Worten Taten folgen.

Es ist nicht übertrieben, die Spielweise gegen Werder als "Schalker Kreisel", in dem sich Bremen verirrte, zu preisen. Triebfeder war Lincoln, der das Spielmacherduell mit Diego klar für sich entschied. "Wenn ich dieses Spiel betrachte", so Marcelo Bordon, "dann hat Lincoln eine Chance in der Nationalmannschaft verdient. Gegen Bremen waren Journalisten aus Brasilien da - sie kamen, um Diego zu sehen. Jetzt haben sie Lincoln gesehen."

Außer Lincoln gehörte auch Kevin Kuranyi zu den "Leckerbissen" in der Schalker Feinkost-Offensivabteilung.

Nachdem Slomka den aktuellen Ex-Nationalspieler unter der Woche "gekitzelt" und ihm öffentlich indirekt mit der Ersatzbank gedroht hatte, drehte Kuranyi nicht nur bei seinem Tor zum 1:0 auf und war hinterher erleichtert: "Ich war schon sehr nervös vor dem Spiel und habe darüber nachgedacht, was passieren würde, wenn es nicht läuft. Ich stand enorm unter Druck. Da habe ich mir gesagt: Du musst einfach nur ganz viel laufen." Und schon lief´s.

Bordon wünscht sich jetzt Konstanz

Alles gut und schön. Weil Schalkes Fußballer sich aber selbst am besten kennen, weigern sie sich klugerweise, die Titel-Euphorie zu schüren. "Gegen Gegner wie Bremen", weiß Bordon, "spielen wir meistens gut. Wichtig ist, dass wir Konstanz reinkriegen."

Die Konkurrenz ist jedenfalls beeindruckt. Bremens Trainer Thomas Schaaf kommentierte die Vorführung kurz und knapp: "Abhaken und nach Hause fahren."

Auch das klang irgendwie nach Mitleid.

Norbert Neubaum

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25.08.2006 - Kuranyi köpft Schalke an die Spitze - Quelle/© www.bundesliga.de

Schalke 04 hat mit dem Sieg gegen Werder Bremen erstmals seit 17 Monaten wieder die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen.

Der vor der WM ausgebotete Nationalspieler Kevin Kuranyi erzielte beim 2:0 (1:0)-Sieg der Königsblauen im Spitzenspiel gegen Vizemeister Werder Bremen das frühe Führungstor (7. Minute) und stach damit im direkten Duell WM-Held Miroslav Klose aus.

Hamit Altintop machte nur drei Minuten nach seiner Einwechslung (72.) alles klar.

Platz eins nur von kurzer Dauer

Die Gelsenkirchener, die im März 2005 zum letzten Mal auf Platz eins standen, müssen die Spitzenposition am Samstag wieder räumen.

Dann zieht auf jeden Fall entweder Titelverteidiger Bayern München oder der bisherige Tabellenführer 1. FC Nürnberg, die sich im direkten Duell gegenüberstehen, an den Schalkern vorbei.

Serie ist gerissen

Für die Bremer, die zum dritten Mal in Folge in der Veltins-Arena verloren, ging eine beeindruckende Siegesserie zu Ende.

Nach sieben Bundesliga-Dreiern in Folge verließ die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf erstmals als Verlierer den Platz.

Klose kommt nicht zum Zug

Kuranyi, den der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht für die Heim-WM berücksichtigt hatte, brachte mit seinem Kopfballtor in der siebten Minute der hochklassigen und temporeichen Partie vor 61.482 Zuschauern die Schalker in Führung.

Der 24-jährige, der bereits beim 2:1 im Vorjahr gegen die Hanseaten beide Treffer erzielt hatte, verwertete eine Flanke des Dänen Peter Lövenkrands und ließ dem starken Bremer Schlussmann Tim Wiese keine Chance. Kuranyi schoss drei Mal auf den Kasten von Tim Wiese und gab zudem zwei Torschussvorlagen.

WM-Torschützenkönig Klose hingegen, der zuletzt sieben Tore in fünf Punktspielen verbucht hatte, kam gegen die starke Schalker Abwehr um Kapitän Marcelo Bordon nicht zum Zuge. Klose kam über die gesamte Partie nur auf einen einzigen Torschuss.

Schwache Chancenverwertung

Für die Entscheidung sorgte der eingewechselte Hamit Altintop. Drei Minuten auf dem Platz, erzielte der Türke nach einer Vorlage des überragenden Schalker Spielmachers Lincoln das 2:0 (72.).

Der Brasilianer gewann im Mittelfeld das mit Spannung erwartete Duell mit seinem Landsmann Diego. Der Schalker war Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Gastgeber und bereitete fünf hochkarätige Torchancen vor.

Einziges Manko: Seine Vorderleute verwerteten auch die besten Vorlagen nicht. Insgesamt feuerten die "Knappen" 12 Mal auf das Tor der Gäste. Bremens Ballzauberer Diego, der in seinen ersten beiden Bundesliga-Spielen die Fans verzückt hatte, konnte dagegen seine Stärken nicht wie zuletzt ausspielen.

Starker Tim Wiese

Die Königsblauen zogen nach der frühen Führung das von Trainer Slomka geforderte schnelle Direktspiel auf, attackierten die Gäste früh und brachten sie so ein ums andere Mal in Verlegenheit.

Doch Halil Altintop (29. und 45. plus 1) sowie Lövenkrands (42.) und Kuranyi (52.) konnten beste Chancen zum frühzeitigen 2:0 nicht nutzen. Dabei stand immer wieder Werder-Keeper Wiese, der eine glänzende Leistung ablieferte, im Weg.

Im Alleingang verhinderte der Schlussmann hinter seiner überforderten Abwehr eine vorzeitige Entscheidung.

Neuer erneut zu Null

Die Bremer, die lediglich auf den verletzen Neuzugang Per Mertesacker verzichten mussten, investierten nach dem frühen Rückstand viel in die Offensive.

Schalke-Torhüter Manuel Neuer, der erneut den verletzten Stammkeeper Frank Rost vertrat, zeigte auch die eine oder andere leichte Unsicherheit. Doch wirklich gefährlich wurde es vor dem Tor der Gastgeber nur selten.

Wehrlose Bremer

Bremens Coach Thomas Schaaf: "Wir sind zu keiner Zeit ins Spiel gekommen. Wir haben Schalke spielen lassen und die Fehler gemacht, auf die sie gewartet haben. Wir haben uns als Mannschaft nicht gewehrt!"

Dank auch an den Gegner

Schalkes Trainer Mirko Slomka: "Es war für alle Beteiligten hier ein tolles Erlebnis! Wir sollten uns aber auch beim Gegner für diesen tollen Fußballabend bedanken. Ich gönne es auch Kevin Kuranyi von ganzem Herzen, jetzt hat er seinen verdienten Lohn erhalten."

Sprachlosigkeit

Bremens Keeper Tim Wiese: "Ich habe kaum Worte für das, was wir heute abgeliefert haben! Es gehört dazu, dass man mal ein Spiel verliert. Aber so eine Leistung wie heute darf nicht sein! Ich habe jetzt fünf Tore in drei Spielen bekommen - das ist schon eine Weile her, dass ich so viele kassiert habe! Der Trainer wird schon die richtigen Worte finden und dann müssen wir eben gegen Stuttgart ein Feuerwerk abliefern!"

Schalkes Matchwinner Lincoln: "Bei so einem großen Spiel gibt es kein Duell Lincoln gegen Diego. Heute war die gesamte Mannschaft gut und wir haben diese drei Punkte klar verdient!"

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25.08.2006 - Rauschende Ballnacht in Königsblau - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Die erste "Meisterprüfung" hat der FC Schalke 04 mit Bravour bestanden. Im Stile einer Spitzenelf entzauberte der FC Schalke 04 beim 2:0-Sieg den Titel-Favoriten Werder Bremen, der Erfolg hätte noch weit höher ausfallen können.


Es war Bundesliga-Fußball der Extraklasse, den die Königsblauen über 90 packende Minuten boten. Insbesondere in der ersten Hälfte boten die Schalker eine berauschende Vorstellung, die Gäste waren chancenlos. Und zumindest für eine Nacht durften die Schalker die süße Luft an der Tabellen-Spitze genießen.

Keine Überraschungen in der Schalker Startelf, Mirko Slomka vertraute seinem 4-3-3-System und ließ auch den ein wenig umstrittenen Kevin Kuranyi in der Sturmmitte. Sieben Minuten später wusste der Chef-Trainer der Königsblauen, er hatte alles richtig gemacht. Lövenkrands schlug eine wunderschöne Flanke in den Bremer Strafraum, Kevin Kuranyi sprang höher als alle anderen und traf zum 1:0.

Welch eine Erlösung für den 24-Jährigen, der seit dem 25. März einem Bundesliga-Tor hinterher gelaufen war. Welch eine Explosion auf der Schalker Bank, Slomka sprang wie entfesselt in der Coaching-Zone umher.

So hatten sie sich den Auftakt vorgestellt gegen eine Bremer Mannschaft, die nur sehr schwer, eigentlich gar nicht ins Spiel fand. Die Gäste fast nur in der Defensive, die Hausherren boten ab sofort Fußball der Extraklasse.

Entschlossen wurde der Weg nach vorn gesucht, da waren Tempo, Schwung und Spielfreude in der Partie, die königsblauen Kombinationen waren wirklich sehenswert.

Es wurde immer giftiger und galliger auf dem Rasen, viele kleine und mittlere Fouls, viele Unterbrechungen, viele miserable Entscheidungen von Schiedsrichter Kurt Kircher. Schalke ließ sich von der Unruhe nicht beirren, erkämpfte, erspielte sich eine Chance nach der anderen.

Aber wo war die Kaltschnäuzigkeit, die eine wirkliche Klasse-Elf auch auszeichnet? Immer wieder fanden Halil Altintop (zwei Mal), Peter Lövenkrands und Kevin Kuranyi allein den Weg zum Tor, doch gegen den vorzüglichen Tim Wiese im Bremer Gehäuse fehlten die Übersicht und die Zielstrebigkeit. Werder nur mausgrau, wenn die Gäste sich überhaupt einmal in Richtung Schalker Tor bewegten, dann griff Manuel Neuer, der Frank Rost ausgezeichnet vertrat, beherzt zu.

Wenig Neues in der zweiten Hälfte. Bremen hatte zwar spürbar mehr Ballkontakte, aber wirklich furchterregend waren die Angriffsversuche der Gäste nicht. Doch das Spiel verlagerte sich, Schalke verstärkte personell mit Hamit Altintop das Mittelfeld, setzte ganz auf die wenigen Konter. Und der ungemein lauffreudige Hamit Altintop behielt die Nerven, schloss einen schnellen Gegenangriff mit dem 2:0 ab (72.). Der Rest war ein einziges Freudenfest in Königsblau, auf Schalke wird wieder wunderschön geträumt.

Gerd Strohmann

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24.08.2006 - Fabian Ernst: "Wir gehen den Bremer Weg" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Fabian Ernst gibt sich ebenso entschlossen wie angriffslustig. "Die Partie gegen Werder Bremen ist sicher richtungsweisend für uns. Mit einem Sieg haben wir eine Super-Ausgangsposition, uns oben festzusetzen."

Der Mittelfeldspieler geht in sein zweites Jahr beim FC Schalke 04. Im Schalker Jahrbuch hat er als persönliches Ziel für 2006/2007 ausgegeben: "Besser spielen." Der 27-Jährige hat bei den Königsblauen seinen Stammplatz in der Nationalelf verloren, aber "darüber möchte ich nicht reden, ich blicke nicht zurück".

Fünf Jahre hat er für den aktuellen Gegner (Freitag, 20.30 Uhr) Werder Bremen gespielt, im Gespräch mit dieser Zeitung vergleicht er die beiden Klubs:

STIMMUNG: In Schalke ist es viel extremer im positiven Sinne. Die Erwartungshaltung ist ein Stück höher, die Fans sind erfolgshungriger, sie haben ja auch eine längere Durststrecke hinter sich. In Bremen war es nicht so emotional, vielen Zuschauern ging es in erster Linie darum, schönen Fußball zu sehen.

STADIEN: Kaum zu vergleichen, auch für mich eine große Umstellung. Manchmal ist es in der Arena so laut, da versteht man gar nichts. Und wenn es dann leise ist, dann ist es fast schon unheimlich, dann versteht man jedes Wort. In Bremen war alles relativ offen, viel Luft, viel Regen.

STÄDTE: Buer soll sehr nett sein, sonst habe ich keinen Bezug zu Gelsenkirchen, eigentlich war ich noch nie in der City. In Bremen war es sehr gemütlich, mit einem riesigen kulturellen Angebot. Die Stadt hat schon ein gewisses Flair. Dort war es auch ein Stück einfacher, sich zu treffen, hier leben wir Spieler alle ziemlich weit zerstreut.

ENTWICKLUNG: In Bremen ist das Gerüst über Jahre gewachsen, und die Neuerwerbungen haben immer gepasst. Schalke hatte zuletzt deutlich mehr Fluktuation, jetzt ist der Stamm gefunden. Wir gehen den Bremer Weg.

MEDIEN: Hier ist sicher mehr Bewegung. In Bremen war die Medienlandschaft viel ruhiger, äußerst entspannt. Da gibt es kaum Kritik, die Zeitungen berichten fast nur positiv.

TRAINER: Die Philosophie ist schon sehr ähnlich, auch die Trainingsarbeit. Thomas Schaaf wirkt vielleicht manchmal nach außen etwas grummelig, aber im Umgang mit den Spielern ist er sehr unkompliziert.

SPIELSYSTEM: Das Bremer Prunkstück ist natürlich die Offensive.
Aber der Angriff profitiert von der Raute im Mittelfeld, die perfekt funktioniert. Schalke lebte zuletzt von der extrem starken Abwehr, vielleicht der stärksten der Liga. Mit drei Spitzen sind wir jetzt aber sehr variabel, können schneller spielen.

Zusammengefasst werde es eine schöne Partie geben. Er wisse um das variable Spiel der Bremer, also schickt er einen Wunsch hinterher: "Unsere drei Spitzen müssen uns mit Laufarbeit im Mittelfeld unterstützen." Am Selbstbewusstsein solle es am Ende nicht scheitern - auch ohne den weiter verletzten Frank Rost.

Marcelo Bordon betonte gerade: "Wir nähern uns langsam den Top-Favoriten." Trainer Mirko Slomka beantwortet die Frage, wo Schalke seinen Platz im Vergleich mit den Titel-Aspiranten Bremen und München habe, so: "Mittendrin."

Schalke: Neuer - Rafinha, Rodriguez, Bordon, Kobiashvili - Ernst, Bajramovic, Lincoln - Halil Altintop, Kuranyi, Lövenkrands

Am Freitag ab 13 Uhr entscheidet sich in der Auslosung, gegen wen die deutschen Klubs in der 1. Runde des UEFA-Cups antreten müssen. Wir berichten zeitnah auf der Startseite über die Gegner u.a. von Schalke 04.

Gerd Strohmann

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24.08.2006 - Ex-Profi verklagt Schalke - Marco van Hoogdalem will monatlich 50 000 Euro als Talentspäher, die ihm Ex-Manager Assauer versprochen habe - Quelle/© NRZ

GELSENKIRCHEN. Bei Schalke 04 soll sich einiges ändern. Vor allem auch die Zusammenarbeit mit den Medien. Das hat Mirko Slomka gestern wortgewaltig angekündigt, als er über Marcelo Bordon sprach, den neuen Kapitän der Knappen. In dieser Funktion hat der Verteidiger zuletzt für eine neue Offenheit plädiert. Und damit viel Beifall gefunden. Nicht nur bei den Journalisten, sondern auch bei den Verantwortlichen des Vereins.

"Die Spieler werden sich gegen die Medien anders positionieren", kündigte Slomka an, ehe er die sperrige Formulierung erläuterte. "Wir wollen eine gute Zusammenarbeit, deshalb muss man sich nach einem Spiel auch den Fragen der Journalisten stellen, wie es Mladen Kristajic nach seinem Platzverweis in Aachen vorbildlich gemacht hat."

Das Ziel ist also, auch unliebsamen Fragen nicht einfach aus dem Weg zu gehen. Und womöglich erhalten auch die Schalker Klubchefs demnächst verstärkt die Gelegenheit, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Denn es gibt schon wieder Themen auf Schalke, die für einigen Diskussionsstoff sorgen könnten.

Auch die Ex-Sekretärin des Managers klagt

Zum Beispiel das Thema Marco van Hoogdalem. Der frühere Abwehrmann der Königsblauen, der vor Wochen beim letzten Saisonspiel noch im großen Rahmen vor eigenem Publikum verabschiedet wurde, hat jetzt seinen ehemaligen Klub vor dem Arbeitsgericht verklagt. Der Holländer fordert seine Weiterbeschäftigung. Denn er habe von Rudi Assauer seinerzeit die Zusage erhalten, auch nach seiner aktiven Zeit als "Talentspäher" für Schalke 04 arbeiten zu dürfen.

Atemberaubend ist vor allem das Gehalt, das van Hoogdalem jetzt einfordert. Angeblich habe ihm der geschasste Manager 50 000 Euro zugesagt, und zwar im Monat.

Offenbar hat der Fußball-Bundesligist gerade viel mit den Nachwehen der Ära Assauer zu tun. Tatsächlich wird im Umkreis des Vereins sogar gemunkelt, man sei bemüht, die Vertrauenspersonen des Ex-Managers loszuwerden, um zu verhindern, dass Informationen aus der Führungsebene abfließen. Indiz dafür ist, dass unlängst alle Mitarbeiter zusammengetrommelt wurden, um sie erneut zur strengsten Verschwiegenheit über alle vereinsinternen Dinge zu verpflichten.

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23.08.2006 - Kuranyi droht der nächste Tiefschlag - Kevin Kuranyi sitzt gegen Werder Bremen vermutlich auf der Bank - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Schalke gegen Bremen, Spitzenspiel, die Arena wird am Freitag ausverkauft sein. Es ist das erste direkte Duell zweier Bayern-Jäger in dieser Saison. Es ist auch das Duell der brasilianischen Spielmacher Lincoln (Schalke) und Diego (Bremen). Und es ist eigentlich auch das Duell der Stürmer Kuranyi und Klose. Doch diesen Vergleich entscheidet Bremens Klose vielleicht schon vor dem Anpfiff für sich.

Denn während der Nationalstürmer seinen Stammplatz sicher hat, findet sich Kevin Kuranyi möglicherweise auf der Ersatzbank wieder. Schalkes Trainer Mirko Slomka stellte am MIttwoch einen Einsatz Gerald Asamoahs von Beginn an in Aussicht. Und das kann im Schalker Drei-Spitzen-System nur bedeuten: Asamoah rechts, Lövenkrands links und Halil Altintop in der Mitte.

Für Kuranyi wäre das der nächste Tiefschlag innerhalb weniger Wochen.

- Die Nicht-Nominierung für die Weltmeisterschaft traf Kuranyi völlig unvorbereitet, obwohl seine Rückrunde "auf Schalke" nicht gerade Begeisterungsstürme auslöste.

- Nach einem sehr ordentlichen Spiel gegen Frankfurt wurde Kuranyi in Aachen schon in der Halbzeit ausgewechselt. Zum Teil als taktisches "Opfer" (Schalke spielte in Unterzahl), aber auch, weil er von allen drei Stürmern am schlechtesten ins Spiel gekommen war.

- Nun droht erneut Ungemach in Form eines Bankplatzes gegen Bremen. Ausgerechnet in der Partie, für die sich Fußball-Deutschland an diesem Spieltag schon sehr interessiert.
Slomka wollte sich gestern zwar noch nicht endgültig festlegen, aber dass Gerald Asamoah bei ihm einen hohen Stellenwert genießt, ist kein Geheimnis: "Gerald muss sich auf Schalke keinen Stammplatz mehr erobern. Er muss seinen Stammplatz nur verteidigen." Dazu hatte der dienstälteste Schalker im aktuellen Kader (seit 1999) bislang wenig Gelegenheit, weil er gegen Frankfurt und in Aachen nur eingewechselt wurde " das sah Asamoahs persönliche "Hochrechnung" nach der WM aber auch so vor.
Gegen Bremen könnte nun Asamoahs Stunde schlagen.

Kuranyi hat in dieser Woche beim Training sogar Sonderschichten eingelegt. "Ich will Taten sprechen lassen", kommentierte er gelassen, dass sich Bundestrainer Joachim Löw bislang noch nicht wieder bei ihm gemeldet hat.

Fällt Rodriguez aus, verteidigt Abel

Mirko Slomka ist über die Funkstille dagegen ein wenig irritiert.
Heute will Löw das Aufgebot für die ersten WM-Qualifikationsspiele bekannt geben " Kuranyi bleibt nur das Prinzip Hoffnung.

Im Angriff muss ein "Promi" also mit der Bank vorlieb nehmen (Kuranyi oder Asamoah), in der Abwehr gehen Slomka die Leute aus:
Der gesperrte Krstajic fehlt sicher, der Einsatz von Torhüter Rost (wir berichteten) ist fraglich, neues "Sorgenkind" ist Innenverteidiger Dario Rodriguez (Muskelverletzung). Fällt Rodriguez aus, kommt Mathias Abel, Neuzugang von Mainz 05, zu seinem Bundesliga-Debüt für Schalke.

Norbert Neubaum und Frank Leszinski

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21.08.2006 - der tivoli - Beam me back - Quelle/© taz Nr. 8053 vom 21.8.2006, Seite 18, 81 Kommentar

Vielleicht ist es das schönste Vereinslied des deutschen Fußballs, das Alemannia Aachen da mitgebracht hat in die Bundesliga. "Aber eins das bleibt besteh'n, Alemannia Aachen wird nicht untergeh'n" von den 3 Atömchen stammt aus den späten Fünfzigern. Vermutlich allerdings wird die Zeile "Doch das Spiel, wie kann es anders sein, das gewinnt der andere Verein", noch häufiger zutreffen während der gerade begonnenen Saison. Heute käme wohl niemand auf die Idee, ein Vereinslied mit solchem Inhalt zu dichten, doch in Aachen wird der Text auch vor den neuerdings stattfindenden Bundesligaspielen mit großer Hingabe gesungen.

Aber die Sache mit der Zeit ist ohnehin etwas durcheinander geraten dort im äußersten Westen der Republik. Eine merkwürdige Mischung aus Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und Undefinierbarem hat sich da mit Alemannia in die Bundesliga geschlichen.

Wie fast überall träumt man von einer großen Zukunft in einer neuen Arena, doch die Gegenwart präsentiert sich als Zeitreise in die Vergangenheit. Denn der Tivoli, das Stadion des Klubs, ist eine echte Kuriosität, ein Anachronismus, der Nostalgiker in wehmütige Melancholie zu versetzen vermag. Für den modernen Fußballkonsumenten wirkt ein Besuch des Tivoli, an dem seit 50 Jahren kaum etwas verändert wurde, wie der Ausflug in ein Fußballmuseum. Wie in den alten englischen Stadien stehen und sitzen die Zuschauer unmittelbar am Spielfeld, nur die Längstribünen sind überdacht, auf den Treppenaufgängen wächst das Moos, die Tribünen sind mit Erdwällen unterfüttert, und in Anlehnung an die Achtziger, als die Stadionsprecher Werbetexte der lokalen Wirtschaft vorlasen, werden in Aachen Anstoßzeit, Auswechslungen oder Zuschauerzahl von regionalen Unternehmern präsentiert.

Mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit wird hier "Marmor, Stein, und Eisen bricht" geschmettert, es gibt eine der seltenen Gegengeraden, auf denen noch gestanden wird, auf vielen Plätzen sieht man haarsträubend schlecht, und beim ersten Bundesligaspiel, dem 0:1 gegen Schalke, ließ sich Mladen Krstajic derart von der besonderen Atmosphäre verwirren, dass er erst wilde Gesten Richtung Publikum richtete und kurz darauf die Nerven verlor. Nach einer viel zu heftigen Grätsche flog er vom Platz - was das Spiel kurioserweise erst zugunsten der Schalker wendete. Aber man sollte sich über nichts wundern in diesem Stadion.

Daniel Theweleit

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20.08.2006 - Mit viel Würde zum Ergebnisfußball - Quelle/© www.westline.de

Aachen - Fabian Ernst sah wahrlich nicht wie ein strahlender Sieger aus. Sichtlich abgekämpft verließ der Schalker Mittelfeldspieler die Kabine am Aachener Tivoli, ohne jedes Lächeln, mit, wie der Name schon sagt, ernster Miene.

"Schön spielen zählte heute nicht", meinte der 27-Jährige mit einem eher skeptischen Blick auf das schon reichlich glückliche 1:0 des FC Schalke 04 beim höchst kampfstarken Aufsteiger Alemannia Aachen.

Nach 90 teilweise höchst turbulenten Minuten machte die Bezeichnung "wie die Dusel-Bayern" die Runde. Ein wenig zu viel der Ehre für Königsblau an diesem Tag. Denn während der Rekordmeister in schöner Regelmäßigkeit wenigstens ökonomisch und abgeklärt spielt, stolperte der FC Schalke zwischenzeitlich von einer Verlegenheit in die andere. Und wenn Mirko Slomka zur Verwunderung vieler Zuhörer später behauptete, "die zweite Hälfte war einer Spitzenelf würdig", dann fragt man sich, wie viel Würde diese erste Halbzeit hatte.

Anfangs sah es so aus, als würden sich die Königsblauen in dieser brodelnden Atmosphäre ganz wohl fühlen, als seien sie Herr des Geschehens. Doch dann verloren sie fast gänzlich die Übersicht, Krstajic sah nach einem selten dämlichen Foul an der Außenlinie die Rote Karte (29.), sein dritter Platzverweis innerhalb von wenigen Spielen.

Der Schalker Cheftrainer hatte seine ganz eigene Vorstellung, wie denn das Gefüge jetzt neu zu ordnen sei. Rodriguez kam, die drei Stürmer blieben. Richtig sei das gewesen, meinte er später, "selbstverständlich richtig, wir haben doch gewonnen". In der Halbzeit aber korrigierte er seine neue Ausrichtung, opferte Kuranyi, der bis dahin wenig ordentliche Szenen hatte. Nach dem Platzverweis zumindest ging es drunter und drüber bei den Schalkern, Fiel, Rösler und Schlaudraff waren aber nicht abgeklärt genug, Dum traf nur die Latte, und Schiedsrichter Fandel wollte nicht auch noch einen Elfmeter geben, als Bordon den Aachener Klitzera zu Fall brachte.

Hamits Übersicht

Dann, zur zweiten Halbzeit, kam Hamit Altintop, und mit ihm die Ordnung. Schnelle Antritte, viel Übersicht, der Favorit gewann an Sicherheit. Prompt stellte sich der Erfolg ein, Rodriguez übersprang Pinto und köpfte das entscheidende Tor an diesem Tag (53.). Der Rest wurde clever heruntergespielt, Aachen hatte sich inzwischen auch ein wenig müde gelaufen, es fehlten dem Aufsteiger nun auch die fußballerischen Mittel.

So retteten sich die Königsblauen ins begehrte Ziel, und Slomka würdigte später aus vollem Herzen: "Diese Mannschaft ist eine Mannschaft. Wir haben gezeigt, wir sind füreinander da." Manche fragten sich, ob das nicht eine pure Selbstverständlichkeit ist.

Gerd Strohmann

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19.08.2006 - Schalke feiert ersten Saisonsieg in Aachen - Quelle/© dpa

Aachen (dpa) - Die Frischlinge von Alemannia Aachen zahlen in der Fußball-Bundesliga weiter Lehrgeld. Nach mehr als 36 Jahren Abstinenz verdarb Schalke 04 den Aachenern auf dem Tivoli die HeimspielPremiere.

Beim 0:1 (0:0) gegen den selbst ernannten MeisterschaftsMitfavoriten konnte der deutsche Vizemeister von 1969 vor 21 300 Zuschauern im ausverkauften Tivoli sogar eine 61-minütige Überzahl nicht nutzen. Dario Rodriguez stellte mit dem 1:0 (53. Minute) die Partie quasi auf den Kopf. Der Schalker Mladen Krstajic sah in der 29. Minute nach einem groben Foul an Cristian Fiel die Rote Karte.

Trotz der 0:3-Auftaktpleite in Leverkusen herrschte in Aachen große Euphorie. Nach 13 257 Tagen ohne 1. Liga sorgte das Publikum für Feier-Stimmung, obwohl es für Alemannia zunächst gar nicht lief. Erst ein Lattenschuss des überzeugenden Sascha Dum (25.) weckte die Gastgeber richtig auf, und als Referee Herbert Fandel dem Serben Krstajic vier Minuten später Rot zeigte, wurde Aachen hoch überlegen.

Fiel hatte das 1:0 (32.) auf dem Fuß, und nur 120 Sekunden danach zielte Sascha Rösler am Schalker Gehäuse vorbei. Jan Schlaudraff und Jeffrey Leiwakabessy scheiterten sechs Minuten vor dem Halbzeitpfiff aus kurzer Entfernung. Nach dem Seitenwechsel setzte sich das druckvolle Spiel der Aachener fort, doch Rodriguez (50.) hatte bei einem Distanzschuss die erste Schalker Möglichkeit. Drei Minuten später war er in seinem 75. Erstliga-Spiel mit seinem sechsten Tor zum unverdienten 1:0 erfolgreich. In der 56. Minute hielt Manuel Neuer einen abgefälschten Schuss von Schlaudraff fest. Zehn Minuten vor dem Ende boxte Aachens Keeper Stephan Straub einen LincolnFreistoß aus dem Winkel.

Alemannia-Chefcoach Dieter Hecking versuchte es mit dem AngriffsDuo Schlaudraff/Marius Ebbers und konnte in der Abwehr wieder den Sambier Moses Sichone einsetzen. Auf Thomas Stehle (Rücken) musste Hecking verzichten. Da die Torhüter Kristian Nicht (gesperrt) und Marcus Hesse (verletzt) passen mussten, saß Oberliga-Keeper Daniel Schell auf der Ersatzbank.

Gegen zunächst harmlose Aachener Angriffsversuche hatte Debütant Neuer im Schalker Gehäuse wenig Probleme. Der Ersatzmann des verletzten Stammtorhüters Frank Rost machte einen sicheren Eindruck. Schalke-Coach Mirko Slomka musste zudem Sebastian Boenisch und Christian Pander ersetzen. Eine Woche nach dem 1:1 zum Auftakt gegen Frankfurt kehrten Fabian Ernst, der früh ausgewechselte Brasilianer Rafinha und der spätere Rot-"Sünder" Krstajic in das Team zurück.

In der Bundesliga standen sich Aachen und Schalke letztmals am 7. März 1970 im Tivoli gegenüber. Damals gewannen die "Königsblauen" beim späteren Absteiger 2:1.

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16.08.2006 - Frank Rost vorerst auf Eis gelegt - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Mirko Slomka konnte die große Sorgenfalte nicht verbergen. "Frank Rost trägt eine Art Gips und darf normalerweise zehn Tage nichts machen. Es besteht die Gefahr einer Knochenhaut-Entzündung.

Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass Frank im Heimspiel nächste Woche gegen Werder Bremen ausfällt", erklärte der Schalker Chef-Trainer Mittwoch am Randes des Trainings. Damit steht auf jeden Fall fest, dass die Königsblauen am Samstag (15.30 Uhr) im Spiel beim Aufsteiger Alemannia Aachen auf ihren Stamm-Torhüter verzichten müssen.

Der 33-Jährige zog sich am Dienstag im Training bei einem Zusammenprall mit Sebastian Boenisch eine tiefe Schürfwunde am linken Schienbein zu, die im Krankenhaus Bergmannsheil in Gelsenkirchen-Buer mit acht Stichen genäht werden musste. Für Rost wird U21-Nationaltorhüter Manuel Neuer sein Bundesliga-Debüt geben. Das Schalker Eigengewächs, das bereits seit seinem vierten Lebensjahr für die Blau-Weißen spielt und alle Jugendmannschaften durchlaufen hat, feierte am Dienstag beim 2:2 (1:1) gegen die Niederlande seinen Einstand in der deutschen U21-Nationalmannschaft. Fraglich ist zudem der Einsatz von Gustavo Varela (Syndesmose-Anriss) und Stürmer Sören Larsen (Oberschenkelzerrung). Beide steigen frühestens heute ins Mannschaftstraining ein.

Gerd Strohmann

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16.08.2006 - Schalke tritt in Aachen ohne Rost an - Quelle/© dpa - Meldung vom 16.08.2006 13:47 Uhr

Gelsenkirchen - Ohne Stammtorhüter Frank Rost muss der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 bei Aufsteiger Alemannia Aachen antreten.

Der 33-Jährige zog sich im Training bei einem Zusammenprall mit Jungprofi Sebastian Boenisch eine tiefe Schürfwunde am linken Schienbein zu, die im Krankenhaus mit acht Stichen genäht werden musste. Das teilte der Verein mit.

"Frank trägt nun eine Art Gips und darf normalerweise zehn Tage nichts machen. Es besteht die Gefahr einer Knochenhaut-Entzündung, und das ist eine Verletzung, mit der wirklich nicht zu spaßen ist. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Frank auch noch im Heimspiel nächste Woche gegen Werder Bremen ausfällt", sagte Schalkes Trainer Mirko Slomka. Für Rost wird der 20 Jahre alte U 21- Nationaltorwart Manuel Neuer in Aachen eingesetzt und damit sein Bundesliga-Debüt geben. Auf der Bank wird der 19-jährige Dennis Lamczyk sitzen.

Fraglich ist das Mitwirken von Gustavo Varela (Anriss des Syndesmosebands im rechten Sprunggelenk) und Sören Larsen (Oberschenkelzerrung). Beide Spieler können frühestens am Donnerstag wieder in das Mannschaftstraining zurückkehren.

Dagegen plant Slomka in Aachen wieder mit den in der Vorbereitung angeschlagenen Mladen Krstajic, Rafinha und Fabian Ernst, die zum Saison-Auftakt gegen Eintracht Frankfurt (1:1) noch fehlten.

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15.08.2006 - Schalke bangt um Frank Rost - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Wie immer nach Schalker Spielen wurde auch Dienstag von den Trainingsbesuchern intensiv die letzte Partie noch einmal diskutiert. Überwogen beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt nun die positiven oder doch eher die negativen Aspekte"? Die Fans waren sich nicht einig, als um 11.15 Uhr der Redefluss abrupt stoppte, denn es gab einen Zwischenfall.

Genau um 11.15 Uhr rauschten Torhüter Frank Rost und Verteidiger Sebastian Boenisch ineinander. Beim Kampf um den Ball wollte Boenisch ein Tor erzielen, Rost es verhindern. Der Zusammenprall hatte Folgen: Rost brach sofort das Training ab und humpelte mit einer tiefen Fleischwunde am linken Schienbein in die Kabine. Ihm folgte wenig später auch Boenisch. Beide Spieler mussten anschließend im Krankenhaus genäht werden. Wann Rost und Boenisch wieder ins Training zurückkehren können, steht noch nicht fest.

Krstajic, Ernst und Rafinha sind fit

Trainer Mirko Slomka hofft natürlich, dass die Zwangspause für beide Spieler nicht sehr lang sein wird. Ohnehin muss der Trainer in dieser Woche größtenteils mit einem kleinen Kader auskommen.

Gestern verrichteten 16 Spieler ihre Arbeit. Acht Nationalspieler sind mit ihren Ländermannschaften im Einsatz und werden teilweise erst am Donnerstag Nachmittag zurück erwartet. Slomka: "Damit müssen und werden wir klar kommen. Die Mannschaft weiß, was sie in Aachen stimmungsmäßig erwartet."

Mit Krstajic, Rafinha und Ernst drängen Spieler ins Team zurück, die beim Auftakt gegen Frankfurt aufgrund längerer Verletzungspausen noch pausieren mussten. Ob sie in Aachen zum Einsatz kommen werden, will Slomka von den nächsten Trainingseinheiten abhängig machen. Sicher ist indes: Sollten die Schalker in Aachen einen Elfmeter zugesprochen bekommen, wird die Ausführung Levan Kobiashvili übernehmen. Slomka: "Das war auch schon gegen Frankfurt so besprochen." Doch weil Lincoln die Durchführung des Strafstoßes gegen die Hessen beanspruchte und scheiterte, nahm sich Slomka den Brasilianer ebenso vor wie Halil Altintop, der schon eine kleine Systemdebatte angezettelt hatte, indem er seine Vorliebe für ein 4-2-2-System formulierte. Slomka:
"Was Halil erzählt hat, ist etwas missverständlich rüber gekommen. Er hat gegen Frankfurt eine gute Leistung geboten, da haben wir mit drei Angreifern gespielt."

Der Schalker Trainer will am 4-3-3-System festhalten. Zwar nicht starr, doch beim Aufsteiger ist in der Offensive mit keiner Veränderung zu rechnen. Dabei weiß Slomka, "dass ein frühes Führungstor am Tivoli sicher hilfreich wäre."

Frank Leszinski

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13.08.2006 - Porträt - Der Vollstrecker - Der Fleischtechniker aus Rheda-Wiedenbrück - Quelle/© Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 13.08.2006, Nr. 32 / Seite 38

Wenn aufgebrachte Vereinsmitglieder „Heuchler!“ und „Geh nach Hause!“ Richtung Podium rufen, dann erzählt Clemens Tönnies mit Schweißperlen auf der Stirn zuweilen eine Geschichte, die sehr persönlich klingt.

Am Sterbebett habe er seinem Bruder Bernd versprochen, sich um dessen große Liebe zu kümmern, den FC Schalke 04. Dieses Versprechen, nicht das Streben nach Geltung, treibe ihn an, sich für die berühmte, aber nicht begüterte Fußballfirma aus dem Ruhrgebiet einzusetzen. Aus kleinen Verhältnissen stammend, gelingt es Tönnies in solchen Augenblicken, wie jüngst bei der Hauptversammlung, einen Teil der Basis wieder auf seine Seite zu ziehen und den einfachen Leuten die Illusion zu vermitteln, er sei einer von ihnen, wenn auch um viele Millionen Euro reicher.

Der mächtigste Mann des FC Schalke

Tönnies sitzt dem Aufsichtsrat des Revierklubs vor, der seit Samstag wieder um Sieg und Platz in der Bundesliga kämpft. Und seit wenigen Monaten ist der fünfzig Jahre alte Unternehmer der mächtige Mann des FC Schalke.

Groß gemacht hat ihn der Handel mit Fleisch; mit einem Umsatz von 2,6 Milliarden Euro ist die Firma B. & C. Tönnies Fleischwerk GmbH & Co. KG einer der größten Schlachtbetriebe Europas. Doch bekannt, zumindest im Kreis der eingefleischten Fußballfreunde, ist der Unternehmer jedoch durch den Kampf mit jenem Mann, der den Club verkörperte: Rudi Assauer.

Der erste, der Assauer die Stirn bot

Dreizehn Jahre lang hat Manager Assauer als schnoddriger, zur Hybris neigender Volkstribun die Richtlinien der Sport- und Stadionpolitik bestimmt. Doch im Mai trat er auf Druck des Aufsichtsrates gegen Zahlung einer Abfindung von einer Million Euro zurück.

Er wurde abserviert von Tönnies. Der war der erste und lange auch der einzige im Klub, der es gewagt hatte, dem selbstherrlichen Manager die Stirn zu bieten. Ein früherer Schalke-Trainer berichtet, Mitglieder des Vorstands hätten sich täglich über Assauers Eskapaden beklagt, aber niemand von ihnen habe sich getraut, aufzustehen.

Die Politik der kleinen Schritte

Tönnies ist anders. Er steht auf. Bei der Entmachtung des Managers wählte er die Politik der kleinen Schritte und verbreitete dabei stets geschickt, er wolle nicht nur für den Verein, sondern auch für Assauer das Beste. Je weniger Erfolg dem Manager im Tagesgeschäft beschieden war, je mehr über seine Gesundheit und sein Trinkverhalten spekuliert wurde, desto stärker positionierte Tönnies sich als Gegenspieler.

Wenige haben ihn dabei offen unterstützt; manche haben ihn unterschätzt, weil sie in ihm vielleicht nur einen neureichen Metzgersohn aus Ostwestfalen sahen, der Schalke als Plattform nutzen wolle, um sich zu profilieren.

Zwischen Pomp und Bescheidenheit

Wenn solche Vorwürfe kommen, gibt Tönnies den einfachen Mann, der es mit Fleiß und Fortüne zu etwas gebracht, seine Herkunft aber nicht vergessen hat. Bei öffentlichen Auftritten pflegt der gelernte Fleischtechniker das Image eines bescheiden gebliebenen Aufsteigers. Anfragen der Medien beantwortet er defensiv.

„Ich dränge mich nicht in die Öffentlichkeit.“

Seinen fünfzigsten Geburtstag feierte er vor kurzem allerdings im großen Stil, mit achthundert Gästen, darunter der Schlagersänger Howard Carpendale. Mit seinem Schnauzbart sieht Tönnies nicht so aus wie ein gelackter Manager der unangenehmen Sorte.

Gerüchte um Gammelfleisch

Aber das ist kein Grund, ihn zu unterschätzen. Daheim in Rheda-Wiedenbrück, wo seine Firma sitzt, wird ihm nachgesagt, im Geschäftsleben mitunter ruppig zu werden. Das Vorgehen der Fleischfabrik war zuletzt nicht unumstritten. Unter den rund dreitausend Mitarbeitern sind viele Billigkräfte, vorwiegend aus Osteuropa. In Gewerkschaftskreisen ist die Rede von Löhnen, die bei fünf Euro pro Stunde liegen.

Auch halten sich Gerüchte, der Konzern habe über eine Tochterfirma in Brandenburg mit Gammelfleisch gehandelt. Tönnies bezeichnet diese Vorwürfe, erhoben von früheren Mitarbeitern, als „Kampagne aus dem Arbeitnehmerbereich“ mit dem Ziel, das Unternehmen in Verruf zu bringen; es gehe offenbar um Rache. Weder die zuständigen Behörden noch die Justiz haben der Firma etwas nachweisen können. Tönnies-Geschäftsführer Josef Tillmann sagt, im vergangenen Jahr hätten amtliche Kontrolleure rund zweihundert Proben aus Supermarktregalen entnommen, „unangemeldet und flächendeckend“. Ohne negatives Ergebnis.

„Unternehmensgruppe Schalke“

Tönnies polarisiert im Fleischgeschäft wie im Sport. Seine Gegner sehen ihn als kalten Kapitalisten, der rücksichtslos seinen Vorteil sucht; der einen an der Basis beliebten Bauchmenschen wie Assauer einfach in die Wüste schickt.

Wahrscheinlich leitete sein Wirken die notwendige Korrektur am allzu gefühlsduseligen und traditionsbeladenen Schalker Markt ein. Tönnies mag ein ausgeprägter Ehrgeiz zu eigen sein, aber er steht nicht in dem Verdacht, einen bezahlten Job bei dem Verein ergattern zu wollen, den er „Unternehmensgruppe Schalke“ nennt. Wer beim Umsatz in seiner Liga spielt, hat es nicht nötig, einen hochverschuldeten mittelständischen Fußballklub mit einem Erlös von 130 Millionen Euro zu leiten. „Ich hätte nicht die Zeit, mich mehr und intensiver um Schalke zu kümmern“, sagt Tönnies. „In das operative Geschäft greife ich nicht ein.“

Spitzenreiter der Schuldenrangliste

Stimmt. Tönnies läßt eingreifen. Nachdem der Aufsichtsrat Assauers Demission vorbereitet hatte, klingelte auf Geheiß des Gremiums zu später Stunde, genauer gesagt: früh am Morgen, ein Unterhändler an der Tür des Managers. „Die Krönung war, daß sie einen Rechtsanwalt um ein Uhr nachts zu mir geschickt haben“, beklagte sich der Hausherr voller Selbstmitleid. Ein paar Stunden später trat Assauer zurück, weil er sich gegenüber seinen Kritikern „nicht noch einmal rechtfertigen“ wollte. Tönnies war am Ziel.

Seine Macht wirkt sich für Schalke auch finanziell aus. Tönnies hilft seinem Lieblingsverein schon mal mit einem Überbrückungskredit in Höhe von fünf Millionen Euro, damit auch in schwieriger Zeit die Liquidität erhalten bleibt und Spielertransfers wie geplant vollzogen werden können. Mit Verbindlichkeiten in Höhe von 120 Millionen Euro ist Schalke in der Bundesliga Spitzenreiter der Schuldenrangliste.

Tönnies rechnet ein Anlagevermögen von 154 Millionen Euro dagegen. Private Darlehen läßt er sich mit sechs Prozent verzinsen. Zu viel, behaupten Kritiker unter Hinweis auf bankübliche Konditionen.

Vermächtnisnehmer des Kotelett-Kaisers

Den Unterschied zum normalen Bankkredit vernachlässigen sie jedoch: Tönnies verlangt, wie er sagt, keinerlei Sicherheiten; dies will er nicht als Liebhaberei, sondern als Vertrauensbeweis gewertet wissen. „Einer wie ich, der mit Zehntel-Cents kalkuliert, würde kein eigenes Geld in ein marodes Unternehmen pumpen“, sagt er.

Auf den Weg nach Schalke hat ihn sein Bruder gebracht. Sportlich wie kaufmännisch ist Clemens Tönnies so etwas wie der Vermächtnisnehmer des sogenannten Kotelett-Kaisers. Bernd Tönnies hatte nicht nur die Firma gegründet, die 1971 mit zwanzig Beschäftigten anfing und später von beiden Brüdern gemeinsam geleitet wurde; er war auch Präsident des FC Schalke, bis er kurz nach seiner Wahl 1994 mit nur 41 Jahren an einem Nierenleiden starb.

Wer kontrolliert wen?

Clemens Tönnies führt beide Teile des Nachlasses fort. Kurz nach dem Tod des Bruders ließ er sich in den Aufsichtsrat des Fußballklubs wählen; seit fünf Jahren ist er der Chef des Organs. Bei allen Parallelen zwischen Fleisch und Fußball: Einen gravierenden Unterschied gibt es - er beginnt auf der Autobahn. „Jedesmal wenn ich von Rheda-Wiedenbrück nach Schalke fahre, lege ich spätestens am Kamener Kreuz den Hebel um, dann bin ich emotional.

Tönnies' Rolle als Kreditgeber für Schalke ruft auch Kritik hervor: Wie kann der oberste Kontrolleur dem Klub Geld leihen und Zinsen dafür vereinnahmen? Zusätzlich gewinnt die Frage dadurch an Brisanz, daß Josef Schnusenberg, der Finanzvorstand des Bundesligavereins, zu den engsten Vertrauten des Fleischfabrikanten gehört. Der Steuerberater aus Rheda-Wiedenbrück führt im Finanzwesen des Konzerns Regie und hat ein eigenes Büro bei Tönnies. Da stellt sich manchem die Frage: Wer kontrolliert wen?

Kurze Wege

Tönnies sieht die kurzen Wege als Vorteil an, auch für den Fußballklub. „Es ist doch von Vorteil, daß Josef Schnusenberg hier bei mir in der Firma arbeitet. So können wir uns täglich eine Stunde lang über Schalke unterhalten. Jupp fragt mich um Rat und umgekehrt.“ Ungeachtet mancher Proteste aus dem Volksmund erhebt Tönnies den Anspruch, den Vorstand des FC Schalke zu beaufsichtigen.

Nach Assauers Rückzug dürfte die Kontrolle ein wenig leichter fallen. Die wichtigsten Posten dort bekleiden Männer, denen der Aufsichtsratsvorsitzende seit langem vertraut: der Wirtschaftsexperte Schnusenberg und Manager Andreas Müller, dessen (sportliche) Kompetenzen Tönnies schon zu Assauers Zeiten Schritt für Schritt erweitert hat.

Es geht um die Wurst

Die beiden Kombattanten stehen nun vor der Aufgabe, Schalke wieder dahin zu führen, wo die Firma Tönnies schon ist: in die europäische Champions League. Dem Kaufmann ist bewußt, worauf es ankommt, wenn es um die Wurst geht. Zahlen allein bürgten nicht für Qualität, sagt Tönnies.

„Wir wollen nicht die Größten sein, sondern die Besten.“ Dieser Anspruch gilt auf dem Schlachthof wie auf dem Fußballplatz.

Von Richard Leipold

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13.08.2006 - Schalker 1:1 liegt schwer im Magen - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Hatte er nur vergessen, das Mikrofon auszuschalten - oder wollte er sich einfach Luft verschaffen? Keiner wusste es, aber alle hörten es: "Das muss man erst einmal verdauen", verabschiedete der Stadionsprecher die Fans.

Die riesengroße Enttäuschung nach dem 1:1 (1:0) des FC Schalke 04 zum Bundesliga-Auftakt gegen Eintracht Frankfurt war zum Greifen nah. Die Spieler schien es Überwindung zu kosten, zum Dank für die Unterstützung in die Fan-Kurve aufzubrechen, nicht alle konnten sich aufraffen. Und diejenigen, die sich mit hängenden Köpfen trauten, erhielten größtenteils nur spöttischen Applaus, von Pfiffen ganz zu schweigen.

"Totale Dominanz", der Schalker Slogan aus dem Trainingslager, hatte sich in der zweiten Halbzeit wie purer Hohn über den Rasen gelegt, spätestens nach dem Schlusspfiff erhielt die Parole den Charakter eines Eigentores. Eine königsblaue Euphorie hatten sie in Anlehnung an die Klinsmann'schen Effekte entfachen wollen, doch stattdessen begleitete tristes Grau den Bundesliga-Auftakt.

Dabei hatten die Schalker eine Halbzeit gezeigt, worauf ihre kesse Saisonforderung ("Wir wollen Meister werden") basierte. Ihr Spiel nach vorn war geprägt von pfiffigen Kombinationen auf engem Raum, weiten Flügelwechseln, eben von durchdachter Strategie. Sie beschworen mit wenigen Ballkontakten viel Gefahr in der Frankfurter Hälfte herauf und suchten den Abschluss, wobei der Dreier-Angriff mit Kevin Kuranyi und den Neuzugängen Halil Altintop und Peter Lövenkrands bereits überraschend gut harmonierte. Einziges Manko: die Ausbeute. Nur ein Treffer entsprang der Dominanz, als Halil Altintop eine Quervorlage von Kuranyi zum 1:0 (30.) verwandelte.

"Das war Fußball, wie wir ihn uns vorgenommen haben", kommentierte Manager Andreas Müller die ersten 45 Minuten. Doch was dann kam, trieb den Verantwortlichen die Zornesröte ins Gesicht. Erst verschoss Lincoln einen Foulelfmeter (50.), nachdem er sich im Machtkampf gegen den letztjährigen bewährten Strafstoß-Schützen Levan Kobiashvili durchgesetzt hatte, dann war es um die Schalker Herrlichkeit geschehen.

Selbstgefällig kamen sie daher, stellten das Spiel nach vorn gänzlich ein, schienen auf Ergebnis-Verwaltung aus. "Das war einer Spitzenmannschaft nicht würdig", bekannte Trainer Mirko Slomka. Sein Team bettelte um den Ausgleich - und erhielt die Quittung: Mit ihrer einzigen Chance, einem Amanatidis-Kopfball in der 72. Minute zum Ausgleich, säte die Eintracht Zwietracht in den Schalker Reihen. Und das musste nicht nur der Stadionsprecher erst einmal verdauen.

Elisabeth Hammelstein

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12.08.2006 - Varela zieht sich Verletzung an Syndesmoseband zu - Quelle/© dpa - Meldung vom 12.08.2006 20:26 Uhr

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 muss möglicherweise länger auf Fußball-Profi Gustavo Varela verzichten.

Der Uruguayer zog sich beim Bundesliga-Auftakt im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (1:1) eine Verletzung am Syndesmoseband im rechten Sprunggelenk zu. Eine genaue Diagnose ist erst nach einer Kernspintomographie möglich.

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12.08.2006 - Frankfurt verpasst Schalke einen Dämpfer: Amanatidis sichert 1:1 - Quelle/© dpa

Gelsenkirchen (dpa) - Die stark ersatzgeschwächte Mannschaft von Eintracht Frankfurt hat den Titel-Ambitionen des FC Schalke 04 gleich zum Saisonstart der Fußball-Bundesliga einen Dämpfer verpasst. Der selbst ernannte Meisterschaftskandidat aus Gelsenkirchen kam trotz spielerischer Überlegenheit und zahlreicher Chancen am Samstag nicht über ein 1:1 (1:0) gegen die Hessen hinaus.

Vor 61 482 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena brachte Neuzugang Halil Altintop (30.) Schalke zwar mit 1:0 in Führung, doch Ioannis Amanatidis gelang in der 72. Minute für die fleißige Eintracht der Ausgleich. Die größte Chance zum Sieg für die Elf von Trainer Mirko Slomka vergab der Brasilianer Lincoln, der in der 50. Minute per Foulelfmeter am Frankfurter Keeper Markus Pröll scheiterte.

Die Hessen mussten stark ersatzgeschwächt beim Revierclub antreten. Trainer Friedhelm Funkel musste gleich sieben Spieler wegen Verletzung oder Krankheit ersetzen. Darunter waren auch die drei Neuzugänge Sotirios Kyrgiakos (Magen-Darm-Grippe), Michael Fink und Naohiro Takahara. So musste in der Abwehr der junge Marco Russ aushelfen, vorn setzte Funkel auf das neue Sturmduo Ioannis Amanatidis und Michael Thurk. Die Schalker dagegen konnten bis auf Sören Larsen und Christian Pander ihre beste Formation aufbieten. Die beiden Neuzugänge Peter Löwenkrands und Halil Altintop bildeten gemeinsam mit Nationalspieler Kevin Kuranyi den neuen Dreier-Angriff.

Gegen die gehandicapte Eintracht übernahmen die Knappen von Beginn an die Initiative und erspielten sich vor der Pause zahlreiche Torchancen. Doch zunächst konnte der Frankfurter Torhüter Markus Pröll, der den Vorzug vor Oka Nikolov erhalten hatte, gute Möglichkeiten zunichte machen. So entschärfte Pröll Distanzschüsse von Lincoln (14.), Marcello Bordon (14.) sowie Löwenkrands (16.). In der 23. Minute hatten die Schalker Fans den Torschrei schon auf den Lippen, doch ein Versuch von Halil Altintop wurde in höchster Not über die Latte gelenkt.

Wenig später aber fiel die längst überfällige Führung für Schalke. Der Ex-Lauterer Halil Altintop hatte keine Mühe eine maßgerechte Hereingabe von Kuranyi zum verdienten 1:0 zu verwerten. Bis zum Halbzeitpfiff hätten Kuranyi (39.) und Gustavo Varela (40.), der völlig frei an Pröll scheiterte, das Ergebnis durchaus höher schrauben können. Frankfurt machte aus seinen Möglichkeiten das Beste und blieb bei gelegentlichen Kontern über Amanatidis und Thurk stets gefährlich. Der frühere Mainzer Thurk vergab die beste Möglichkeit der Hessen, als er schon in der zweiten Minute am herauseilenden Schalke-Torhüter Frank Rost scheiterte.

Schon fünf Minuten nach dem Wechsel hatte Schalke die große Chance zur Vorentscheidung. Christoph Spycher hatte Kuranyi im Strafraum gefoult. Doch Schalkes Regisseur Lincoln, der schon in der Vorsaison zwei Elfmeter verschossen hatte, scheiterte per Strafstoß am gut reagierenden Pröll. Auch in der Folgezeit blieb der Gastgeber spielerisch überlegen, machte aus seinen Möglichkeiten jedoch zu wenig. Das sollte sich rächen, denn Amanatidis gelang nach einer Flanke des eingewechselten Christopher Reinhard der überraschende Ausgleich.

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11.08.2006 - Ein Sieg für alle Schalke-Skeptiker - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Mit einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt soll die interne Euphorie auch die Öffentlichkeit erreichen. Dieser Satz gehört vor jedem Saisonbeginn zum Standard-Repertoire beinahe aller Fußball-Trainer. Besonders wichtig, lassen die Übungsleiter gern wissen, sei ein guter Start. Für den FC Schalke 04 ist das in dieser Saison nicht nur eine Floskel. Ein guter Start war wohl wirklich noch nie so wichtig wie heute.

Mit einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt soll die interne Euphorie, die die "Königsblauen" mit der Zielsetzung Meisterschaft publik machten, auch die Öffentlichkeit erreichen. Denn dort, das gab Schalkes Trainer Mirko Slomka zu, haben die forschen Töne noch nicht unbedingt gefruchtet. Und ein bisschen verwundert sind die "Königsblauen" darüber schon.

Schließlich, so argumentieren sie, sei es doch eine gute Sache, die sie sich da auf die Fahnen geschrieben haben. Und der mit seinen Zielen und Methoden ebenfalls mutige Bundestrainer Jürgen Klinsmann sei während der WM doch auch rückhaltlos unterstützt worden. Und "auf Schalke"? "Tendenziell skeptisch" sei die Berichterstattung in den Medien, stellt Slomka fest. Keine Spur von Euphorie, auch die propagierte "Totale Dominanz" wurde eher verulkt. Wen wundert´s? Die Fußball-Branche lauert nur drauf, allzu vollmundigen Akteuren die lange Nase zu zeigen, wenn großen Worten kleine Taten folgen.

Euphorie-Welle

Gewinnt Schalke also gegen Frankfurt, würden die Spötter leiser und die erste öffentliche Euphorie-Welle wäre ausgelöst. Fahren dagegen die Hessen mit einem Erfolgserlebnis nach Hause, kann das für Schalke stimmungstechnisch negative Folgen haben, die sich längerfristig auswirken können. Dann wird schnell alles in Frage gestellt: Die "Totale Dominanz", die sportpsychologischen Studien, und dann wird wohl auch Dauerkarten-Besitzer Rudi Assauer wieder oft gefragt und zitiert werden, der solchen Methoden wenig abgewinnen kann.

Obwohl Eintracht Frankfurt nicht mehr unbedingt als Abstiegskandidat gilt, gehört die Eintracht zu den Gegnern, die Schalke angesichts der eigenen Ansprüche schlagen sollte. Die Sehnsucht nach einem guten Start - für Schalke ist es diesmal mehr als eine Floskel.

FC Schalke 04: Rost - Varela, Bordon, Rodriguez, Kobiaschwili - Hamit Altintop, Bajramovic - Lincoln - Halil Altintop, Kuranyi, Lövenkrands

Norbert Neubaum

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09.08.2006 - Asamoah steht bei Slomka hoch im Kurs - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Wer stürmt für den FC Schalke 04 zum Bundesliga-Auftakt gegen Eintracht Frankfurt" Angesichts der schwachen Offensivleistungen der "Königsblauen" in der vergangenen Bundesligasaison ist die Besetzung des Angriffs von besonderer Bedeutung. Nach der Verpflichtung von Peter Lövenkrands und Halil Altintop ist der Konkurrenzkampf in diesem Mannschaftsteil besonders ausgeprägt. Die Kandidaten im Formcheck.

Kevin Kuranyi: - Nach der verpassten Weltmeisterschafts-Teilnahme brennt der Stürmer darauf, es allen Kritikern zu zeigen. Trainer Slomka: "Ich habe mit Kevin viele Gespräche geführt. Es hat einige Zeit gebraucht, um das Ganze zu verarbeiten. Doch ich bin sicher, dass bei ihm in der neuen Saison platzen wird. Wenn ihm in den ersten Spielen Tore gelingen, wird ihm das zusätzlichen Auftrieb geben." Gegen Frankfurt dürfte der Nationalspieler in der Anfangself stehen.

Sören Larsen: - Kuranyis Konkurrent im Kampf um die zentrale Sturmposition nahm zwar gestern wieder am Mannschaftstraining teil, doch beschwerdefrei ist der Däne noch nicht. Vom Trainingsplatz ging es gleich auf die Massagebank. Die Bänder- und Sprunggelenksverletzung aus dem Ligapokal-Spiel gegen die Bayern macht Larsen immer noch zu schaffen. In den Vorbereitungsspielen konnte Larsen nicht unbedingt überzeugen.

Peter Lövenkrands: - Zu den Sorgenkindern gehört seit Mittwoch auch der dänische Neuzugang. Der Stürmer zog sich eine Einblutung im rechten Oberschenkel zu. Slomka: "Ich hoffe, dass Peter bis Samstag wieder fit wird. Die Stelle sitzt sehr tief. Deshalb ist eine genaue Prognose über Art und Schwere der Verletzung bisher nicht möglich."

Gerald Asamoah: - Sollte Lövenkrands auslaufen, könnte der Nationalspieler schon am Samstag von Anfang an auf der rechten Seite stürmen. Der mittlerweile dienstälteste Schalker Spieler, der aufgrund seiner WM-Teilnahme erst vor zwei Wochen ins Training einstieg, fühlt sich noch längst nicht in Bestform: 90 Minuten Vollgas sind noch nicht drin, dafür war die Zeit für mich viel zu kurz." Bei Slomka steht Asamoah ganz hoch im Kurs: "Wenn Gerald seine Rückstände aufgeholt hat, ist er für mich Stammspieler."

Halil Altintop: - Das will natürlich auch der türkische Nationalspieler, der in den Vorbereitungsspielen einen sehr guten Eindruck hinterließ. Altintop erzielte in der vergangenen Saison mit 21 Treffern für den 1. FC Kaiserslautern mehr Tore als Kuranyi und Larsen zusammen.

Mit welchen Erwartungen Mirko Slomka in die neue Saison geht, lesen Sie morgen im Interview mit dem Schalker Trainer.

Frank Leszinski

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09.08.2006 - Schalke droht zum Auftakt Ausfall von Lövenkrands - Quelle/© dpa - Meldung vom 09.08.2006 14:03 Uhr

Gelsenkirchen - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 bangt vor dem Saisonauftaktspiel gegen Eintracht Frankfurt um den Einsatz von Neuzugang Peter Lövenkrands.

Der von den Glasgow Rangers nach Gelsenkirchen gewechselte dänische Stürmer laboriert an einer Einblutung im rechten Oberschenkel. "Die Stelle sitzt sehr tief, daher war eine genaue Prognose über Art und Schwere der Verletzung bisher nicht möglich", sagte Schalkes Trainer Mirko Slomka.

Falls Lövenkrands ausfallen sollte, wird Gerald Asamoah auf dem rechten Flügel stürmen. Der deutsche WM-Teilnehmer hatte nach seinem Urlaub erst vor zehn Tagen die Saison-Vorbereitung aufgenommen. Auch Sören Larsen wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, nachdem der Angreifer wegen einer Kapselverletzung und Bänderdehnung im linken Sprunggelenk zuletzt fünf Tage hatte pausieren müssen.

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08.08.2006 - Schalke: Positive Bilanz zum Stadionjubiläum - Quelle/© dpa - Meldung vom 08.08.2006 16:26 Uhr

Gelsenkirchen - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat kurz vor dem Fünf-Jahres-Jubiläum des Gelsenkirchener Stadions ein positives Fazit gezogen.

"Die Arena ist eine beeindruckende Erfolgsgeschichte, die Investition hat sich in jeder Hinsicht bezahlt gemacht", sagte Schalkes Geschäftsführer Peter Peters. Passend zum kleinen Jubiläum am 13. August erwartet der Club beim Saison-Auftaktspiel gegen Eintracht Frankfurt den 10 Millionsten Besucher.

In dem 122,5 Millionen Euro teuren Bau wurden inzwischen 184 Veranstaltungen durchgeführt, davon mit Biathlon, Stock Car-Rennen, Großkonzerten, Kongressen und Messen über 50 Events abseits des Fußballs. Zusätzlich finden in der Arena pro Jahr etwa 500 kleinere Veranstaltungen wie Tagungen, Feiern, Discos statt. Neben den fünf Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gelten das Champions-League-Finale 2004 sowie die bisher vier Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft als Highlight. "Alle Erwartungen haben wir deutlich übertroffen. Man muss feststellen, dass wir die Seele unseres Vereins wiedergefunden haben", sagte Peters.

Pro Jahr überweist der FC Schalke zehn bis zwölf Millionen Euro für Zinsen und Tilgung an die Banken. Zum 31. Dezember 2018 soll die Arena abbezahlt sein und komplett dem Verein gehören. Im Vergleich zum Parkstadion konnte Schalke die Zuschauerzahlen im Fünfjahresschnitt um 36 Prozent steigern. Die Zuschauereinnahmen in der Bundesliga stiegen im Vergleich der Spielzeit 2005/06 mit der von 2000/01 um 115 Prozent und die Marketingerlöse um 217 Prozent. Das inzwischen in Veltins-Arena umbenannte multifunktionale Stadion war am 13. August 2001 nach 30-monatiger Bauzeit eröffnet worden.

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08.08.2006 - Schalker mit Gefühl - Kapitän Marcelo Bordon über Ziele, Erwartungen und seine neue Rolle - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Sein Entdecker, Ex-Trainer Ralf Rangnick, nannte ihn den "deutschen Brasilianer", das Schalker Umfeld bescheinigt ihm eine deutsche Denkweise - jetzt ist Marcelo Bordon neuer Mannschaftskapitän der Königsblauen.

Vier Tage vor dem Bundesliga-Start gegen Eintracht Frankfurt äußerte sich der brasilianische Abwehrchef, den sich Trainer Mirko Slomka zum neuen Mannschaftskapitän "gewünscht" hatte, über Ziele, Erwartungen und seine neue Rolle.

Frage: Teamchef Andreas Müller und Trainer Mirko Slomka haben die Meisterschaft als Ziel ausgegeben, die Qualifikation für die Champions League scheint in jedem Fall beschlossene Sache zu sein. Teilen Sie diese Meinung?

Marcelo Bordon: Es ist das gute Recht eines Vereins, sich ganz hohe Ziele zu setzen. Jede Mannschaft will oben mitspielen, wir auch - aber das ist nichts Neues. Ich persönlich denke nicht ganz so weit, ich will immer das nächste Spiel gewinnen. Nur daran denke ich.

Wie ist denn die Ausgangslage, gemessen an der Vorsaison?

Es ist nicht einfach, gute Spieler zu kaufen, die dann auch gut harmonieren. Bei uns greifen jetzt langsam die Automatismen, man muss viel reden, sich vertrauen, das aber braucht seine Zeit.*

Mit Peter Lövenkrands und Halil Altintop sind zwei neue Angreifer mit großen Vorschusslorbeeren verpflichtet worden, dazu junge Wilde aus der Mannschaft des deutschen A-Jugend-Meisters...

Wir haben jetzt mindestens zwei Alternativen für jede Position, die Neuen sorgen für einen gesunden Konkurrenzdruck. Und die Jungen sind richtig gut, es macht großen Spaß, mit ihnen zu spielen.

Fabian Ernst und Kevin Kuranyi haben nach der Ausbootung vor der Weltmeisterschaft harte Wochen hinter sich, fürchten Sie noch weitere Negativ-Reaktionen in die Bundesliga hinein?

Es war für beide ein Schock, doch so langsam normalisiert sich die Situation wieder. Mit einem Tor oder einem guten Spiel werden sie Stück für Stück an Selbstvertrauen zurückgewinnen. Doch das geht nicht von heute auf morgen, es wird seine Zeit dauern, bis der Frust verarbeitet ist. Die Spieler selbst, aber auch das Umfeld werden schon noch Geduld aufbringen müssen.

Was wird der neue Mannschaftskapitän Marcelo Bordon anders machen als sein Vorgänger Ebbe Sand?

Viel miteinander sprechen; wir spielen nicht allein, keiner kann Erfolge für sich allein beanspruchen. Im letzten Jahr sind zu viele private Dinge nach außen getragen worden. Alle sollten vorher darüber nachdenken, was sie sagen, dann ist die Hälfte des Problems gelöst. Im letzten Jahr ist mir zu viel geredet worden - nach außen hin.

In den Tagen des Trainingslagers hat der Slogan von der "totalen Dominanz" die Runde gemacht, die Spieler trugen T-Shirts mit der Aufschrift. Was haben Sie von diesem Leitmotiv gehalten?

Im Trainingslager habe ich voll hinter dieser Formulierung gestanden. Es passte zu unserer Arbeit; wir haben geackert, keiner hat sich hängen lassen. Diese Einstellung hat auch etwas mit "totaler Dominanz" zu tun. Für immer sind mir diese Worte jedoch zu stark.

Wird es vor den Spielen ein besonderes Ritual in der Kabine geben?

Es wird sicherlich keinen Knall geben, nach dem alle wach sind. Auch das ist eine Frage des Gefühls, von dem ich mich leiten lassen werden.

Elisabeth Hammelstein

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03.08.2006 - Schalke Schlaflos: Lange Busfahrt nach Pleite - Quelle/© dpa - Meldung vom 03.08.2006 13:37 Uhr

München/Gelsenkirchen - Erst verpassten die Fußball-Profis des FC Schalke 04 den Erfolg im Ligapokal-Halbfinale, dann brachte sie jede Menge Pech auch noch um den Schlaf.

Nach dem 1:4 im Elfmeterschießen gegen Bayern München machten sich die Gelsenkirchener auf zum Münchner Flughafen, durften dort aber wegen des Nachtflug-Verbots nicht mehr starten. Statt für ein Hotelbett entschied man sich für eine Bustour zurück in das mehr als 600 Kilometer entfernte Gelsenkirchen.

Eine falsche Entscheidung, denn auf der Rückfahrt geriet der Bus auf der Autobahn in eine Vollsperrung. Erst um 8.00 Uhr waren die Königsblauen letztlich zurück, das Vormittagstraining wurde ebenso abgesagt wie ein Einkleidungstermin. Stattdessen ging es für Kapitän Marcelo Bordon & Co. endlich ins Bett.

Am schlechtesten fiel das Verhältnis von Arbeits- und Reisezeit für den Schalker Neuzugang Mathias Abel aus. In den ersten Sekunden der Nachspielzeit durfte der 25-Jährige als Einwechselspieler zwar noch aufs Feld, doch Schiedsrichter Lutz Wagner pfiff die Partie gar nicht mehr an. Der wohl als vermeintlich sicherer Schütze eingewechselte Abel verschoss dann zu allem Übel auch noch seinen Elfmeter.

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03.08.2006 - Schalke 04 darf nicht abheben - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Sie zählten einmal, sie zählten zweimal, sie zählten dreimal. Doch es wurden nicht mehr. Die Gesichter der Autogrammjäger beim Training des FC Schalke 04 wurden am Donnerstagvormittag immer länger, weil nur sechs Spieler (Krstajic, Rafinha, Asamoah, Ernst, Kuranyi und Lincoln) die Übungseinheit absolvierten. Wo war der Rest der Slomka-Truppe? Einfache Antwort: Im Bett.

Denn die Reise nach München wurde für den FC Schalke 04 nicht nur zu einer sportlichen Enttäuschung, das Nachspiel entwickelte sich auch zu einer Geduldsprobe ungeahnten Ausmaßes. Aber der Reihe nach.

Zunächst mussten die Schalker nach der 1:4-Niederlage im Elfmeterschießen bei den Bayern das Aus im Liga-Pokal verarbeiten. Trainer Mirko Slomka ärgerte sich über viele leichte Fehler im Passspiel: "Das hat am Samstag beim Spiel gegen Bayer Leverkusen noch besser ausgesehen."

Andererseits war der Schalker Trainer mit der Leistung seiner Mannschaft während der 90 Minuten durchaus zufrieden: "Es war ein interessantes Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten. Wir haben immerhin 0:0 auswärts bei den Bayern gespielt. In der Bundesliga wäre man mit so einem Resultat sehr zufrieden. Wir wollten unseren Titel verteidigen. Aber die Bayern waren erstaunlich frisch und im Elfmeterschießen die Glücklicheren."

Für Torhüter Frank Rost hatte sich die Niederlage ab der 70. Minute angedeutet: "Wir haben zu sehr auf das Elfmeterschießen gesetzt und nicht mehr so zwingend nach vorn gespielt."

Besonders bitter war der Spielverlauf für Matthias Abel. Als der Neuzugang aus Mainz eingewechselt wurde, pfiff Schiedsrichter Wagner wenige Sekunden später das Liga-Pokal-Halbfinale ab. Ohne einen einzigen Ballkontakt ging es für Abel zum Elfmeterschießen, wo er als zweiter Schalker Schütze über das Tor schoss.

Dumm gelaufen. Das galt auch für die Schalker Rückreise aus München, die sich zu einer Odyssee entwickelte, bei der sehr viel Geduld gefragt war. Zunächst hatte alles nach einer reibungslosen Rückreise ausgesehen. Um 23.56 Uhr stand das Flugzeug auf dem Rollfeld des Münchner Flughafens, die Propeller drehten sich und alles war zum Abflug nach Münster/Osnabrück bereit. Doch um 0.01 Uhr wurden die Maschinen plötzlich mit dem Hinweis auf ein Nachtflugverbot wieder abgestellt.

Zwar hätte der Flughafen ein Auge zugedrückt, das bayerische Wirtschaftsministerium als Aufsichtsbehörde bestand jedoch auf der Einhaltung der Richtlinien. Der maximal fünfminütige zeitliche Verzug war nicht zuletzt auch auf eine ausgiebige Gepäckkontrolle zurückzuführen.

Vollsperrung auf der Autobahn

Deshalb blieb der Schalker Delegation nichts anderes übrig, als die Heimreise mit dem Bus anzutreten. Doch auch die Fahrt mit dem neuen Transportmittel verlief alles andere als reibungslos. Auf der A 3 gab es eine Vollsperrung und später noch eine Nachtbaustelle, so dass die Schalker zu Umwegen gezwungen waren. Erst gegen acht Uhr am Donnerstagmorgen traf die Mannschaft wieder auf Schalke ein. Nach einem kurzen Auslaufen gab Slomka der Truppe mit Ausnahme der sechs genannten Spielern frei. Ein Sponsorentermin wurde abgesagt.

Nun soll die Endphase der Vorbereitung optimal genutzt werden, um die offensiv formulierten Ziele zu erreichen. "Nicht nur ich, sondern auch der Vorstand hat gesagt, dass wir auch mal wieder die Meisterschale in den Händen halten wollen. Ich denke, es wird ein schönes Kräftemessen in der Bundesliga", glaubt Slomka an eine spannende Saison mit einem FC Schalke 04, der vorne mitmischen soll.

Frank Leszinski

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03.08.2006 - »Am Ende sind wir doch Türken« - Quelle/© www.zeit.de

Die Zwillinge Halil und Hamit Altintop spielen von dieser Saison an bei Schalke 04. Ein Gespräch über Rassismus auf dem Fußballplatz, deutsch-türkische Unterschiede und ihre Kindheit ohne Vater

DIE ZEIT: Sie sind Zwillinge und tragen unterschiedliche Frisuren. Ist das Absicht, damit Ihre Mitspieler Sie unterscheiden können?

Halil Altintop: Nein, Hamit hat seinen Stil, ich habe meinen. Er gelt seine Haare zurück, ich trage sie lieber offen. Ich komme, was meine Kleider betrifft, viel provokanter rüber als Hamit.

ZEIT: Lederjacken, Cowboystiefel und so?

Halil: (lacht) Nein, bloß nicht. Ich mag Ketten, lässige Armreifen oder Jeans mit Löchern. Hamit ist da konservativer.

ZEIT: Was unterscheidet Sie denn charakterlich?

Halil: Ich habe, im Gegensatz zu Hamit, immer noch ein Riesenproblem damit, in der türkischen Nationalmannschaft immer »der Deutsche« genannt zu werden. Ich höre dort ständig, dass ich anders sei als meine Landsleute. Ich sei so ruhig, so emotionslos, sagen sie. Meinem Bruder werfen sie das nie vor.

ZEIT: Hamit ist also der Türke, Sie sind der Deutsche?

Halil: So könnte man es ausdrücken.

ZEIT: Hamit, als sich Halil vor Jahren in der türkischen U-17-Auswahl nicht heimisch gefühlt hat, spielte er mit dem Gedanken, vielleicht für die deutsche Nationalmannschaft aufzulaufen. Sie haben ihn überzeugt, weiter für die Türkei zu spielen. Wie denn?

Hamit Altintop: Ich habe ihn gefragt: »He, willst du etwa gegen mich spielen?« Im Ernst: Man kann es drehen und wenden, wie man will, aber wir bleiben in Deutschland Ausländer. Ich habe ihm gesagt: Am Ende, wenn es drauf ankommt, sind wir doch Türken.

ZEIT: In welchen Situationen merken Sie das?

Hamit: Wenn zum Beispiel Familienmitglieder schwer krank werden oder sterben. Oder: Wenn wir mal drei Tage nicht zu Hause anrufen, dreht unsere Mama durch! Normalerweise rufe ich sie mehrmals täglich an.

ZEIT: Wohnen Sie jetzt, wo Sie beide gemeinsam bei Schalke spielen, beide auch wieder bei Ihrer Mutter?

Hamit: Wir haben ein schönes Haus gekauft, wo Platz für alle ist. Für Mama, Halil und mich.

ZEIT: Fand Ihre Mutter gut, dass Sie Fußballprofis wurden?

Halil: Unser Papa ist an Krebs gestorben, als wir zwei Jahre alt waren. Mama wollte, dass wir Abitur machen und dass wir keinen Blödsinn machen. Das haben wir beides geschafft. Wir hatten nur einander, uns beide.

ZEIT: Haben Sie Ihren Vater je vermisst?

Hamit: Was man nicht kennt, kann man nicht vermissen.

Halil: Wir haben Mama nie auf Papa angesprochen. Das Thema existierte nicht. Wir wollten immer nur Fußball spielen.

ZEIT: Halil, Sie spielten in den vergangenen drei Jahren in Kaiserslautern. Haben Sie Hamit in dieser Zeit vermisst?

Halil: Und wie! Die ersten Monate waren seltsam. Ich hatte meine eigene Wohnung, saß abends vor dem Fernseher und schaute Fußball, wie wir es normalerweise immer gemeinsam gemacht haben. Ich habe Spielszenen kommentiert und nach links und rechts geschaut – aber da kam keine Antwort.

ZEIT: Warum sind Sie dann überhaupt nach Kaiserslautern gegangen, Schalke hatte Ihnen damals doch auch ein Angebot unterbreitet?

Halil: Ich wollte mich weiterentwickeln, selbstständig werden. Haushalt, das hab ich jetzt gelernt. Früher habe ich mir alles von Mama hinterhertragen lassen.

Hamit: Da ist er sicher weiter als ich. Er kocht sogar.

ZEIT: Sie also nicht?

Hamit: Ich? Um Gottes willen, nein!

Halil: Hamit denkt: Wenn Essenszeit ist, muss alles fertig auf dem Tisch stehen.

Hamit: Ich bin da eben ein bisschen altmodisch.Kochen, waschen, bügeln, putzen. Das kann ich einfach nicht, also lass ich es.

Halil: Du redest dir doch nur ein, dass du das nicht kannst.

Hamit: Hör zu: Ich gehe vernünftig arbeiten, und wenn ich zu Hause bin, möchte ich mich verwöhnen lassen. Ich will, dass die Rollen zwischen Mann und Frau klar aufgeteilt sind.

ZEIT: Sie wollen eine Hausfrau.

Hamit: So stell ich mir das vor. Ist das schlimm?

ZEIT: Es gibt wahrscheinlich nur nicht mehr so viele Frauen in Deutschland, die da mitmachen würden.

Hamit: Dann nehme ich eben eine Türkin. Obwohl: Ich hatte auch schon mal eine deutsche Freundin. Aber die ist weg.

Halil: Also musst du doch einiges falsch gemacht haben, mein Freund.

Hamit: Was weißt du denn schon über Frauen, Kleiner?

Halil: Ich hatte wenigstens schon mal eine längere Beziehung.

Hamit: Das stimmt. Aber Sie dürfen mich jetzt nicht falsch verstehen. Wenn ich eine Frau habe, stehe ich hundert Prozent hinter ihr, egal, was passiert. Man muss sich gegenseitig unterstützen, auch wenn die Partnerin mal eine schwächere Phase hat. Andererseits will ich, dass sie mich zu Hause verwöhnt.

Halil: Für mich hört sich das alles ein bisschen hart an.

ZEIT: Heißt das, man muss die Ehre seiner Frau nach außen auch verteidigen?

Hamit: Natürlich. Ich trage ja die Verantwortung für die Familie.

ZEIT: Wie zum Beispiel Zinédine Zidane im WM-Finale, als er vermeintlich die Ehre seiner Mutter mit einem Kopfstoß wiederherstellte?

Hamit: Nein, ich bin gegen Gewalt.

ZEIT: Stellen Sie sich vor: Auf dem Spielfeld beleidigt jemand Ihre Mama und Ihre Schwestern.

Halil: Das passiert ständig. »He, du Scheißtürke!« ist da noch das Harmloseste.

ZEIT: Und das hat Sie noch nie wütend gemacht?

Hamit: Klar werde ich wütend. Aber wir sind anders erzogen worden. Wir sind beide Muslime. Für uns bedeutet das: Gute Menschen zeigen ihre Klasse dann, wenn andere sich danebenbenehmen. Da darf man nicht draufhauen, sondern muss zum Gegner gehen und sagen: »Pass mal auf, Junge, das ist nicht in Ordnung.« Das beste Beispiel dafür war das WM-Qualifikationsspiel mit der türkischen Nationalmannschaft gegen die Schweiz, als es nach unserem Ausscheiden ein paar hässliche Szenen gab. Wir waren auch in der Hitze der Schlacht in der Lage zu sagen: »He, weißt du was? Es ist nur ein Spiel.«

Halil: Ich kannte Raphael Wicky, den Schweizer Spieler, aus der Bundesliga. Der hatte echt Angst und hat sich an meinen Arm geklammert. Ich habe versucht, ihn zu beschützen und heil in die Kabine zu kriegen. Keine Ahnung, was da mit meinen Landsleuten los war.

Hamit: Das war schon auf dem Bolzplatz so. Nachgetreten haben wir nie. Wir haben Tore geschossen und das Spiel gewonnen, damit war die Sache erledigt.

ZEIT: Was glauben Sie: Würden Sie genauso denken, wenn Sie in der Türkei aufgewachsen wären?

Hamit: Das glaube ich nicht. Dort herrschen in Erziehungsfragen andere Gesetze als in Europa.

ZEIT: Die Türkei gehört nicht zu Europa?

Halil: Wenn ihr jetzt anfangt, über Politik zu reden, gehe ich.

ZEIT: Nur kurz, Halil. Unterscheidet sich die Türkei von Europa?

Hamit: In Istanbul bestimmt nicht, aber im Osten sicher. Und von dort kommen unsere Eltern ja her.

ZEIT: Erzählen Sie uns von Ihrer Familie.

Hamit: Mama kam aus einem kleinen Dorf bei Malatya. Sie war nie auf einer Schule.

ZEIT: Warum nicht?

Hamit: Sie kam aus einer relativ wohlhabenden Familie, da dachte man, es ist nicht notwendig, dass sie was lernt. Aber dann ist der Reichtum der Familie den Bach runtergegangen, und meine Eltern mussten nach Deutschland, 1972, kurz nachdem sie geheiratet hatten. Mama kriegte fünf Kinder und hat nach Papas Tod den ganzen Tag hart gearbeitet. Sie war in der Metallfabrik, dann kam sie nach Hause, hat gekocht, gewaschen, geputzt. 25 Jahre lang.

ZEIT: Kann sie Deutsch?

Hamit: Sie verdreht alles, aber versteht ganz gut. Im Ruhrgebiet braucht man als Türke nicht unbedingt Deutsch. Der Lehrer in der Fahrschule ist ein Türke, der Bäcker, der Lebensmittelhändler, der Versicherungsvermittler. Jeder in der Nachbarschaft.

ZEIT: Wenn ein Brief vom Amt kam, dann mussten Sie Kinder übersetzen?

Hamit: Dafür hat man bei uns spezialisierte Bekannte, die übersetzen und erklären einem alles. Unser Türkisch war nie perfekt.

ZEIT: Was für eine Art Türkisch sprechen Sie?

Halil: (lacht) Nix verstehn.

Hamit: Als wir in der Jugendnationalmannschaft für die Türkei spielten, lachten uns die Mitspieler immer aus und sagten: »He, was sprichst denn du für ein Türkisch?!« Mittlerweile, nach sechs Jahren mit denen, ist das aber kein Problem mehr.

Halil: Für dich vielleicht. Bei meinem ersten Trainingslager in der Türkei sagte der Trainer zu mir auf Türkisch: »Sprinten!« Ich frage: »Was, Trainer? Ich versteh Sie nicht.« Er antwortete: »Schnell laufen, du Blödmann! Los!«

ZEIT: In welcher Sprache unterhalten Sie sich?

Halil: Wenn es lauter wird, reden wir türkisch. Wenn wir normal miteinander reden, auf Deutsch. Wir sind mit den verschiedensten Kulturen aufgewachsen. Wir waren bei unseren Schulfreunden zu Hause. Da sahen wir, wie die Bosnier leben, wie sie essen, wie sie sich gegenüber ihren Eltern verhalten, wie das bei den Deutschen ist und bei den Arabern.

ZEIT: Das klingt aber anders, als man es meistens in der Zeitung liest. Die bleiben immer unter sich, heißt es: Türken mit Türken, Serben mit Serben.

Hamit: Ich weiß nicht, wie es anderswo ist in Deutschland, aber im Ruhrpott ist das nicht so.

ZEIT: Viele Türken in Deutschland haben während der Weltmeisterschaft zum deutschen Team gehalten, sogar die deutsche Fahne geschwenkt. Hat Sie das überrascht?

Hamit: Nein. Wenn die türkische Mannschaft nicht dabei ist, schwenkt man eben die deutsche Fahne. Was soll daran überraschend sein? Die Türken haben eben das Land unterstützt, das sie vergleichweise am besten kennen.

ZEIT: Für viele Deutsche war diese offen gezeigte Zuneigung der Türken etwas Neues.

Halil: Für uns beide nicht. Ich bin ja hier zu Hause. Wenn Sie mich zum Beispiel fragen würden, wo ich leben will, würde ich mich immer für Deutschland entscheiden. Auch unsere Mutter will nicht mehr, wie früher, in die Türkei zurück eines Tages. Sie hat eine kleine Wohnung in Istanbul und dafür einen Kredit aufgenommen. Aber wohnen wird sie dort wohl nie. Jetzt will sie, dass wir endlich heiraten und Kinder kriegen.

ZEIT: Kann es sein, dass sich Ihr Gefühl, Türke zu sein, nicht auf das Land bezieht, sondern auf Ihre Familie, vor allem auf Ihre Mutter?

Halil: Das haben Sie schön gesagt.

ZEIT: Die Türkei könnte bald Mitglied der Europäischen Union werden.

Halil: Jetzt fangen Sie schon wieder an mit der Politik. Ich gehe dann mal.

ZEIT: Interessiert Sie der EU-Beitritt der Türkei wirklich nicht?

Hamit: Ich weiß gar nicht, warum wir unbedingt in die EU wollen. Unser Land hat so viele Möglichkeiten, und die Türken sind sehr, sehr fleißige Menschen. Eigentlich hätte die EU nur Vorteile, wenn sie die Türkei aufnehmen würde.

Halil: Wir haben jetzt die ganze Zeit über Politik gesprochen. Wie wär’s mal mit einer Fußball-frage?

ZEIT: Sehr gern. Was erwarten Sie von der kommenden Saison? Kann Schalke mit Ihnen beiden wirklich mit um den Meistertitel spielen?

Hamit: Der Glaube, deutscher Meister zu werden, muss immer unser Begleiter sein.

Halil: Amen.

Das Gespräch führten Sibylle Hamann und Alexandros Stefanidis

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02.08.2006 - Sieg im Elferkrimi: FC Bayern im Ligapokal-Finale - Quelle/© dpa - Meldung vom 02.08.2006 22:37 Uhr

München - Dank Michael Rensing hat der FC Bayern München das Ligapokal-Endspiel erreicht. Mit einem gehaltenen Strafstoß sicherte der Schlussmann seinem Team in München im zweiten Halbfinale nach torlosen 90 Minuten den 4:1-Sieg im Elfmeterschießen über den FC FC Schalke 04.

Die selbst vier Mal vom ominösen Punkt erfolgreichen Münchner treffen in ihrem sechsten Ligapokal-Finale am 5. August in Leipzig auf Werder Bremen, der am Vortag gegen den Hamburger SV 2:1 gewonnen hatte. 40 000 Zuschauer in der Münchner Allianz-Arena sahen vor dem "Shootout" über weite Strecken eine kampfbetonte Begegnung, in der beide Teams eineinhalb Wochen vor dem Bundesliga-Start spielerisch und auch körperlich allerdings noch einige Defizite offenbarten.

Nur rund 36 Stunden nach der Rückkehr vom strapaziösen Japan-Trip absolvierte der deutsche Meister sein erstes Pflichtspiel der Saison und präsentierte seinen Fans erstmals vor heimischer Kulisse die Millionen-Einkäufe Lukas Podolski und Daniel van Buyten. Der Ex- Hamburger hatte auch die besten Chancen vor der Pause für die noch nicht optimal eingespielten Bayern, doch erst traf er per Kopf den Außenpfosten (19.) und scheiterte dann an Keeper Frank Rost (34.).

Die Gäste, die wie zuvor gegen Leverkusen ohne fünf Stammkräfte antreten mussten, spielten munter mit. Marcelo Bordon (22.) und Hamit Altintop (24.) prüften mit Fernschüssen Michael Rensing. Kurz vor der Pause war der Junioren-Auswahlkeeper, der Nationaltorhüter Oliver Kahn (verzichtete auf sein Mitwirken) gut vertrat, dann mit einer spektakulären Parade gegen Peter Lövenkrands (45.) zur Stelle.

Nach dem Wiederanpfiff plätscherte die Partie zunächst vor sich hin. Plötzlich aber bot sich Andreas Ottl (62.) die Riesenchance zur Führung, doch der Schuss des Youngsters wurde im letzten Moment zur Ecke abgeblockt. Im Gegenzug traf dann Zlatan Bajramovic (64.) aus 20 Metern nur die Latte.

Durch Mehmet Scholls Hereinnahme verstärkte Bayern-Coach Felix Magath im Pflichtspiel Nummer 1 ohne Michael Ballack die Offensive und erhoffte sich vor allem mehr gute Zuspiele für das zu sehr auf sich allein gestellte Angriffs-Duo Podolski/Roy Makaay. Beinahe hätte Podolski (76.) von Scholls gutem Pass profitiert, ehe er kurz darauf gegen Roque Santa Cruz ausgewechselt wurde. Makaay (87.) und Schalkes Lövenkrands (89.) ließen dann die letzte guten Chancen ungenutzt.

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02.08.2006 - Altintop-Brüder klagen über Rassismus - Quelle/© dpa - Meldung vom 02.08.2006 14:58 Uhr

Hamburg - Fußball-Profi Halil Altintop hat sich über rassistische Äußerungen in der Bundesliga beklagt: "Das passiert ständig. 'He, du Scheißtürke' ist noch das Harmloseste".

Halil Altintop äußerte sich in einem gemeinsamen Interview mit seinem Zwillingsbruder Hamit mit der Wochenzeitung "Die Zeit". Die beiden 23-jährigen türkischen Nationalspieler, die in dieser Saison gemeinsam für den Revierclub FC Schalke 04 spielen, fühlen sich in Deutschland als Ausländer, obwohl sie in Gelsenkirchen geboren und aufgewachsen sind. "Am Ende, wenn es drauf ankommt, sind wir doch Türken", meinte Hamit Altintop.

Dennoch wolle er nirgendwo anders leben, fügte sein Bruder Halil hinzu, der vor der neuen Spielzeit von Kaiserslautern zurück ins Ruhrgebiet wechselte. Hamit Altintop machte klar, dass er trotz der Beleidigungen auf dem Spielfeld anders als der französische Nationalspieler Zinédine Zidane im WM-Endspiel, als er sich nach einer Provokation des italienischen Spielers Marco Materazzi zu einem Kopfstoß hinreißen ließ, gelassen reagiere: "Da darf man nicht draufhauen, sondern muss zum Gegner gehen und sagen: Pass mal auf Junge, das ist nicht in Ordnung."

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01.08.2006 - Fußball-Fans zeigen dem Liga-Pokal kalte Schulter - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Die Trainer betonen die Bedeutung des Wettbewerbs, doch das zahlende Publikum zeigt dem Liga-Pokal offensichtlich die kalte Schulter. Verfolgten in Düsseldorf nur etwas mehr als 23000 Zuschauer die ersten beiden Spiele dieses Wettbewerbs, stehen noch rund 40000 Karten in der Allianz-Arena zur Verfügung, wenn der FC Bayern München im Halbfinale den FC Schalke 04 empfängt (Mittwoch, 20.30 Uhr/live bei Premiere).

Den Schalker Spielern dürfte es ziemlich egal, ob sie Mittwochabend vor halb leeren Rängen spielen sollten. Sie wollen unbedingt nach Leipzig, wo am Samstag das Finale des Liga-Pokals stattfinden wird. Manager Andreas Müller bewertete den knappen Sieg nach Elfmeterschießen gegen Bayer Leverkusen als "Schritt in die richtige Richtung", dem weitere folgen sollen.

Halil Altintop freute sich besonders über das Weiterkommen, "weil man Selbstvertrauen nur durch Siege bekommt. Deshalb war es sehr wichtig, dass wir uns durchgesetzt haben, auch wenn es etwas länger gedauert hat".

Sechs potenzielle Stammspieler werden den "Königsblauen" gegen die Bayern wohl fehlen. Lincoln und Kevin Kuranyi sind noch gesperrt, für die verletzten Rafinha (Bänderriss), Mladen Krstajic (Ellenbruch) und Fabian Ernst (nach Knie-OP) kommt ein Einsatz noch zu früh. Das gilt auch für Weltmeisterschafts-Teilnehmer Gerald Asamoah, der nach seinem Urlaub erst seit einigen Tagen wieder das Training aufgenommen hat.

Doch trotz der vielen Ausfälle kommt Marcelo Bordon das Duell mit dem Double-Gewinner gerade recht. "So ein Spiel bringt uns mehr, als wenn wir über die Dörfer tingeln", sagt der Kapitän. Und Manager Andreas Müller findet: "Gegen die Bayern können wir unsere Psyche weiter stärken."

Die Bayern haben eine ungewöhnliche Vorbereitung für dieses Halbfinale gewählt. Die meisten Spieler haben einen 68-Stunden-Trip nach Japan in den Knochen, wo sie in Tokio ein Freundschaftsspiel gegen Urawa Red Diamonds mit 0:1 verloren. Zeit zum Durchschnaufen bleibt den Bayern-Spielern jedoch nicht. Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge fordert von der Mannschaft den Charakter-Beweis auf dem Weg zum angestrebten ersten Titel der Saison. "Nach so einem Trip muss das Team Charakter zeigen.

Wer die richtige Einstellung mitbringt, der wird auch eine gute Leistung zustande bringen", erklärte Rummenigge. Oder andersrum: "Wenn ich jammere, dass ich müde bin, wird das nix."

Der Meister ist also gefordert gegen die Königsblauen, die sich gegen Bayer Leverkusen mit 9:8 im Elfmeterschießen durchgesetzt hatten. Zwei Millionen Euro Prämie stehen beim Gewinn des Liga-Pokals in Aussicht. Ein Betrag, der auch für die Bayern mehr als nur ein Taschengeld ist.

Erster Heimauftritt von Lukas Podolski

Den Weg zum ersten Erfolg der Saison ebnen soll unter anderem Neuzugang Lukas Podolski, der sein Heimdebüt in der Allianz Arena gibt. Nach den ordentlichen Ansätzen in seinem ersten Spiel gegen die Urawa Red Diamonds hofft "Prinz Poldi" auf sein erstes Tor an neuer Wirkungsstätte.

Lob bekam der 21-Jährige bereits für seinen Auftritt in Tokio. "Er hat mir gefallen. Mit etwas Glück macht er ein Tor", sagte Manager Uli Hoeneß. Der erste Treffer für die Bayern soll nun nachgereicht werden. "Schalke ist sicherlich im Vorteil, die sind schon länger in der Vorbereitung. Aber das soll keine Ausrede sein", sagt "Poldi" vor seinem ersten Heimauftritt.

Frank Leszinski




Presse- und Internetspiegel Juli 2006

31.07.2006 – Nachhilfe für Kuranyi und Co. - Quelle/© www.sport1.de

München - An der Uni in einer Vorlesung sitzen, als Bankkaufmann Sparbücher verwalten oder in einer KFZ-Werkstatt einen Wagen reparieren: Der Alltag eines 23-Jährigen ist in der Regel nicht weiter erwähnenswert.

Für solch ein Leben hat Nestor Jevtic wohl nur ein müdes Lächeln übrig. Denn der Engländer mit serbischen Wurzeln ist der neue Technik- und Co-Trainer von Schalke 04 - und das mit 23 Lenzen und ohne jegliche Erfahrung als Profifußballer.

"Nestor soll Trainer Mirko Slomka im täglichen Training entlasten", erklärt Schalke-Manager Andreas Müller gegenüber Sport1.de. "Die bisherigen Co-Trainer Oliver Reck und Christos Padadopulous sind ja eher für die Torhüter beziehungsweise die Verletzten und Angeschlagenen zuständig."

Trotz seines Alters ist Jevtic im prominent besetzten Trainerstab ein vollwertiges Mitglied: "Nestor ist voll integriert. Er wird mit Mirko, Oliver und Christos nicht nur vor jedem Training, sondern auch vor jedem Spiel zusammensitzen und alle wichtigen Entscheidungen durchsprechen", so Müller.

"Bei jedem Einzelnen ist sehr viel Luft"

Der Hauptaufgabenbereich von Jevtic liegt in den individuell durchgeführten Trainingseinheiten, in denen an den technischen Fähigkeiten der Spieler gearbeitet wird.

"Natürlich haben die Spieler eine gewisse Technik. Aber wenn man täglich daran feilt, sieht man schnell einen Fortschritt", sagt Müller. "Bei jedem Einzelnen ist sehr viel Luft, auch wenn er mehrere Jahre Profi ist."

Keine Akzeptanz-Probleme?

Die Gefahr, dass Jevtic wegen seines Alters von Stars wie Kuranyi, Lincoln oder Bordon nicht akzeptiert wird, sieht Müller nicht:
"Nestor arbeitet selbstständig mit den Leistungsträgern zusammen und ist sehr gut angenommen worden. Er hat kreative Übungen eingeführt, die Spieler haben Spaß und merken eine Verbesserung."
Zumal "man schnell respektiert wird, wenn man Ideen und Visionen zielstrebig verfolgt. Nestor überzeugt durch seine Arbeit, seine absolute Sachlichkeit und seine Ruhe", führt der 43 Jahre alte Müller aus.

Sprachtalent Jevtic

Förderlich für die Integration von Jevtic ist, dass er neben Englisch auch fließend Spanisch spricht, so dass er sich mit der südamerikanischen Fraktion im Kader unterhalten kann.
Zudem hat er sein Deutsch innerhalb von wenigen Wochen so weit verbessert, dass er alle Anweisungen auch in dieser Sprache geben kann.

Dementsprechend begeistert ist Müller: "Bereits nach den ersten Wochen kann ich behaupten, dass Nestor ein Glückgriff für uns ist."

Kontakt durch DVD

Über den "Glücksgriff" sind die Schalker jedoch nur durch Zufall gestolpert.
Ursprünglich war der letztjährige Bundesliga-Vierte an Jevtics kleinem Bruder interessiert.

Der 13-Jährige Nikon gilt als "Jahrhundert-Talent". Schon mit sieben konnte er den Ball tausendmal hochhalten - und das mit allen erdenklichen Körperteilen. Sein bisheriger Trainer: der große Bruder.

"Er hat uns fasziniert"

"Das erste Mal kamen wir mit Nestor über eine DVD seines kleinen Bruders in Kontakt", bestätigt Müller.

"Ich muss offen zugeben, dass wir uns erst einmal für seinen Bruder interessiert haben, aber als Nestor sein umfangreiches Konzept und seine Trainingsmethoden vorgestellt hat und seine Referenzen gezeigt hat, war sehr schnell die Begeisterung für ihn da. Er hat uns fasziniert."

Brüder im Doppelpack

Nestor Jevtic, der über die englische A-Trainerlizenz verfügt, arbeitete als Jugendtrainer bereits bei West Ham United, Juventus Turin, Austria Wien und beim FC Valenica, wo er sich unter anderem für das Individualtraining des brasilianischen Nationalspielers Fabio Aurelio verantwortlich zeichnete.

Die Schalker verpflichteten die Brüder im Doppelpack. Nikon, der zuletzte in Valencia spielte, soll laut Müller trotz seines Promi-Status' "so geräuschlos wie möglich in die Jugendmannschaft integriert werden".

Ronaldinho/Deco im Kopf

Derweil konzentriert sich Nestor Jevtic auf Schalke vor allem auf das Individualtraining der Spieler. "Es ist nichts Neues, was Nestor propagiert:
Topspieler bekommt man nur durch individuelles Training", sagt Müller.

"Beispielsweise spielt Ronaldinho sehr körperbetont und braucht daher ein anderes individuelles Training als ein Deco, der sehr körperlos spielt, Zweikämpfe vermeidet und den Ball schnell weiterspielt. Dies hat Nestor sehr früh erkannt und baut sein Training darauf auf."

Jugendförderung auf hohem Niveau

Zudem achtet Jevtic darauf, das Alter des Spielers in Betracht zu ziehen.
"Wenn ein junger Spieler körperlich weiter ist, muss er auch anders trainiert werden", stimmt Müller zu.

Daher ist sich Müller auch sicher, dass Jevtic "uns in den nächsten Jahren das eine oder andere Juwel nach oben bringt."
Rolle rückwärts auf Schalke

Die Personalie Jevtic war jedoch nicht die einzige Veränderung im Betreuerstab der Schalker:
Mit Peter Boltersdorf wurde ein Motivationstrainer verpflichtet. "Wir haben gesehen, dass wir als Mannschaft eine Einheit sein müssen und da hilft es, so einen Mann dazu zu nehmen", meint Müller.
Noch vor einem Jahr war der Vorstoß des damaligen Trainers Ralf Rangnick gescheitert, einen Mentaltrainer zu verpflichten.

Keine Angst vor der eigenen Courage

Ein 23-jähriger Co-Trainer sowie ein Motivationstrainer: In Schalke weht ein neuer Wind.

Angst vor der eigenen Courage hat Müller nicht, auch wenn die Skeptiker bereits auf die ersten Rückschläge erwarten:
"Man muss immer darauf gefasst sein, dass es mal Phasen gibt, wo es nicht läuft. Aber wir haben ein klares Konzept und ich bin überzeugt davon, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir werden uns nicht aus der Ruhe bringen lassen."

Haruka Gruber

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29.07.2006 – 9:8 im Elfmeterkrimi: Schalke im Halbfinale - Quelle/© dpa - Meldung vom 29.07.2006 20:59 Uhr

Düsseldorf - Der FC Schalke 04 hat durch ein 9:8 im spannenden Elfmeterschießen gegen Bayer 04 Leverkusen das Halbfinale im Liga-Pokal erreicht. Die Fußballer von Trainer Mirko Slomka treffen auf Double-Gewinner FC Bayern München.

Vor 23 195 Zuschauern stand es nach 90 Minuten 1:1. Dario Rodriguez hatte Leverkusen mit einem Eigentor in der 29. Minute in Führung gebracht; den Ausgleich für Schalke schaffte noch vor der Pause Kapitän Marcelo Bordon (37.).

Die Entscheidung fiel erst mit dem 22. Strafstoß, als Schalkes Keeper Frank Rost den Elfmeter von Bayer-Profi Marko Babic parierte. Der Revierclub kämpft beim fünfmaligen Ligapokal-Sieger Bayern München um den Einzug ins Finale, das in Leipzig stattfindet.

Schalke musste zahlreiche Stammkräfte ersetzen, darunter die gesperrten Lincoln und Stürmer Kevin Kuranyi. Für Spielmacher Lincoln bekam der erst 17-jährige Mesud Özil eine Bewährungschance, und das Talent fiel durch einige gute Aktionen auf. Im neu formierten Dreiersturm vertraute Trainer Mirko Slomka dem Dänen Sören Larsen sowie den Neuzugängen Peter Lövenkrands und Halil Altintop. In dem Tunesier Karim Haggui, sowie dem Sturmduo Stefan Kießling/Sergej Barbarez bot Bayer-Trainer Michael Skibbe gleich drei "Neue" auf.

Die Königsblauen ließen sich auch durch den unglücklichen Rückstand nach einer halben Stunde nicht aus der Ruhe bringen und glichen das Rodriguez-Eigentor durch Bordon aus. Beim Freistoß des Brasilianers machte Bayer-Keeper Jörg Butt keine gute Figur.
Beide Teams hatten danach noch gute Chancen zum Sieg. Doch die Schüsse von Halil Altintop (48./68.) und Lövenkrands (59.) verfehlten ebenso das Ziel wie auf der Gegenseite der Kopfball von Simon Rolfes (53.).

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27.07.2006 – Trotz Sperren weiter im 4-3-3-System Ein 17-Jähriger soll Lincoln ersetzen - Quelle/© www.kicker.de

"Nach dem Gewinn des Ligapokals im vergangenen Jahr blieben wir in den ersten zehn Bundesligaspielen ungeschlagen - ein guter Grund, wieder ins Finale kommen zu wollen." Mirko Slomka will den ersten Wettbewerb der Saison nutzen, um nach dem 3:1- Testspielsieg am Dienstag gegen Champions-League- Teilnehmer Bordeaux weiteres Selbstvertrauen zu tanken. Doch Schalke startet mit einem Handicap: Lincoln und Kevin Kuranyi sind wegen ihrer Platzverweise aus dem letztjährigen Finale gesperrt.

Doch vom gerade einstudierten 4-3-3 wird Slomka nicht abrücken. Statt Lincoln, der für ein Spiel gesperrt wurde, soll gegen Leverkusen ein 17-Jähriger auf die zentrale Position hinter den Spitzen rücken: Der deutsche Youngster Mesut Özil, mit der Schalker A-Jugend gerade Meister geworden, und in der Vorbereitung überzeugend. Slomka: "Wir sind stolz auf unsere tolle Nachwuchsarbeit, Mesut hat es verdient, sich zu präsentieren."

Ein anderer aus der meisterlichen A-Jugend hat hingegen etwas an Boden verloren: Sebastian Boenisch (19). Weil Levan Kobiashvili (29) die Position des Linksverteidigers taktisch klüger und abgeklärter interpretiert, wird der Georgier auch im Ligapokal dort beginnen. Slomka: "Sebastian ist aber auf dem besten Wege, zeitnah in diese Rolle hineinzuwachsen."

Indes könnte es auch für Kuranyi eng werden im Kampf um einen Stammplatz. Denn er wurde sogar für drei Spiele gesperrt. Je weiter Schalke im Ligapokal kommt, desto weniger Spielpraxis bleibt in der Vorbereitungsphase für Kuranyi. Im Ligapokal greift Sören Larsen als zentrale Spitze an.

Definitiv nicht zur Verfügung steht Mladen Krstajic. Der 32-jährige Abwehrspieler ist nach seinem bei der WM erlittenen Armbruch zwar am Mittwoch ins Training eingestiegen, absolviert vorerst aber nur individuelle Übungen. Sein Einsatz zum Saisonstart ist ungewiss. Derzeit bilden Kapitän Marcelo Bordon und Dario Rodriguez die Innenverteidigung.

Eine gute Nachricht gab es für Christian Pander (22), der seit dem 9. April 2005 verletzt fehlt, als er im Spiel beim VfB Stuttgart eine Bänderverletzung im linken Knie erlitt. In dieser Woche unterzog sich der Linksverteidiger wegen anhaltender Beschwerden einer weiteren Operation, bereits der dritte Eingriff.

Operateur Dr. Ulrich Boenisch (Augsburg) zeigte sich vom Zustand des Knies jedoch positiv überrascht: Es sei stabil, Bänder und Knorpel seien intakt. Als Auslöser der Schmerzen wurde eine Narbe ausgemacht und entfernt. Schalkes Mannschaftsarzt Dr. Thorsten Rarreck: "Wann Christian ins Training einsteigt, hängt nun davon ab, wann er schmerzfrei alle Übungen absolvieren kann."

Jean-Julien Beer

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26.07.2006 – Mesut Özil ist auf der Überholspur - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - "Meine Mannschaft hat in den ersten 60 Minuten gegen Bordeaux hervorragend Fußball gespielt. Sie hat das umgesetzt, was wir im Training einstudiert haben."

Schalke-Trainer Mirko Slomka zog nach dem 3:1-Erfolg gegen den französischen Vizemeister ein positives Zwischenfazit zum Stand der Saisonvorbereitung.

Jetzt folgt mit dem Liga-Pokal am Samstag gegen Bayer Leverkusen der nächste Härtetest. Weil Kuranyi und Lincoln wegen ihrer Sperren nicht zur Verfügung stehen, ist Slomka gezwungen, sein Team gegenüber dem Bordeaux-Spiel mindestens auf zwei Positionen zu verändern. Dabei macht der Schalker-Trainer auch gar kein Geheimnis daraus, wer für Kuranyi und Lincoln spielen wird. Für Kuranyi wird Sören Larsen in die Anfangsformation rücken, und für Lincoln schenkt Slomka dem erst 17-jährigen Mesut Özil das Vertrauen. Alexander Baumjohann, der ebenfalls für die Lincoln-Position in Frage kommt, wurde stattdessen zum Nordwest-Cup in Ostfriesland mit dem Schalker Oberliga-Team abkommandiert.

Özil ist also schon auf der Überholspur und hat Baumjohann offensichtlich schon etwas den Rang abgelaufen. Als jüngster Spieler des aktuellen Schalker Kaders könnte er theoretisch noch ein Jahr in der A-Jugend spielen, mit der er in diesem Jahr den Deutschen Meistertitel im Finale gegen den FC Bayern München gewann. Doch Schalke belohnte den Mittelfeldspieler bereits mit einem Profivertrag, was bei Özil natürlich große Freude ausgelöst hat. "Beim ersten Training war ich schon etwas nervös. Doch ich bin hervorragend aufgenommen worden."

Dass am Samstag seine Nervosität noch steigen wird, wenn er in der Anfangsformation steht, gibt der Youngster gerne zu: "Das ist schon etwas besonderes für mich." Doch auf die Frage, ob ihn das Vertrauen seines Trainers überrascht, gibt sich das Nachwuchstalent selbstbewusst: "Ich freue mich auf den Samstag und werde auf dem Platz richtig Gas geben."

Özil kommt aus einer fußballbegeisterten Familie. Sein Vater traute ihm nicht zu, sich beim FC Schalke 04 sportlich durchzusetzen. Deshalb plädierte er im vergangenen Jahr dafür, dass sein Sohn doch lieber bei RW Essen bleiben sollte. Doch Mesut setzte sich so überzeugend beim FC Schalke 04 durch, dass sein Vater seine Bedenken längst eingestellt hat. Zu stark trumpfte sein Filius in der vergangenen Saison in der Schalker A-Jugend auf.

Weil Özil mit der türkischen und deutschen Staatsbürgerschaft ausgestattet ist und noch nie international gespielt hat, kann er noch wählen, ob er bei Interesse der nationalen Verbände in Zukunft für Deutschland oder die Türkei Spiele absolviert.

Vater skeptisch beim Wechsel

"Darüber habe ich mir schon Gedanken gemacht. Aber wie ich mich entscheiden werde, ist noch offen", betont das Schalker Nachwuchstalent. Erst einmal will er sich ganz auf den FC Schalke
04 konzentrieren und beim Ligapokal mit guten Leistungen überzeugen.

Frank Leszinski

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26.07.2006 – Schalke-Profi Krstajic wieder im Training - Quelle/© dpa - Meldung vom 26.07.2006 14:33 Uhr

Gelsenkirchen - Fußball-Profi Mladen Krstajic ist ins Training des Bundesligisten FC Schalke 04 zurückgekehrt. Wie der Revierclub mitteilte, muss sich der 32 Jahre alte Verteidiger aber noch mit "individuellen Balleinheiten" begnügen.

Sein Einsatz im ersten Saisonspiel am 12. August gegen Eintracht Frankfurt ist fraglich. Der serbische Nationalspieler hatte sich im letzten WM-Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste (2:3) einen Armbruch zugezogen und war daraufhin operiert worden.

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26.07.2006 – Titelverteidigung für Schalke auch ohne Sand und Assauer? - Quelle/© www.oddset.de

Am kommenden Wochenende kommt es zum ersten ernsthaften Auftritt der Top-Teams der letzten Saison. Der Liga-Pokal steht an. Seit seinem Beginn 1997 ist dieser Wettbewerb jedes Jahr wichtiger für die teilnehmenden Vereine geworden. Auch das Interesse der Medien und der Zuschauer hat sich enorm gesteigert, und in diesem Jahr hat der Liga-Pokal, als erster echter Wettbewerb nach der großen Weltmeisterschaftseuphorie, einen ganz besonderen Stellenwert.

Die teilnehmenden Vereine sind allerdings im Zwiespalt. Die Profis stecken zwei Wochen vor Saisonbeginn noch mitten in der Vorbereitung, aber die Siegprämien und das mittlerweile vorhandene Renomee fordern trotzdem mehr als ein kraftschonendes Schaulaufen.

Der Liga-Pokal ist auch längst in den großen Stadien angekommen. Die Spiele werden nicht mehr im Augsburger Rosenau Stadion oder in der Lübecker Lohmühle ausgetragen, sondern in den modernen Arenen. Zugegeben Spitzenfußball in Düsseldorf gibt es nur beim Training der Nationalmannschaft oder eben im Liga-Pokal. Am Samstag treffen hier zunächst der Dritte und der Sechste der letzten Saison, der Hamburger SV und Hertha BSC aufeinander (15:00 Uhr), bevor sich der Vierte, Schalke 04, ins Duell mit dem Fünften, Bayer Leverkusen begibt (18:15 Uhr). Die beiden Sieger spielen dann am Montag und Dienstag im Halbfinale gegen Werder Bremen (Vizemeister) und Bayern München (Meister). Die beiden Top-Teams der letzten Saison haben dabei einen Heimvorteil. Das Finale wird zum zweiten Mal in Folge im Leipziger Zentralstadion stattfinden. Auch hier zeigt der DFB ein geschicktes Verständnis für die Fans, indem er den Schmerz über fehlenden Profifußball durch ein Highlight mildert.

Leipzig war im letzten Jahr für den FC Schalke 04 ein gutes Pflaster, nachdem man mit einem 1:0 Sieg über Stuttgart die erste Trophäe und eine Millionenprämie einfuhr. Die Prämie ist in diesem Jahr mit 2 Millionen Euro für den Sieger rekordverdächtig. Dieses Geld könnten die hochverschuldeten Königsblauen sehr gut gebrauchen. Es kassiert aber nicht nur der Sieger, auch die anderen Teams partizipieren an der Gesamtprämie von 5,2 Millionen Euro. Ein Betrag der ein reines Schaulaufen eigentlich unmöglich macht.

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25.07.2006 – Däne nimmt nach sieben Jahren Abschied - Rauschendes Fest für Ebbe Sand - Quelle/© www.kicker.de

Mit "Standing Ovations" wurde Ebbe Sand am Sonntag von 61.000 Fans in der Veltins-Arena verabschiedet. Der Däne verlässt nach sieben Jahren den Bundesligisten FC Schalke 04. Zum Abschied siegte die aktuelle Elf von Trainer Mirko Slomka gegen eine "All-Star-Auswahl" des 34-Jährigen mit 5:2. Sand erzielte ein Tor.

Gecoacht wurde das Sand-Team vom ehemaligen Schalke-Coach Huub Stevens, der die "Königsblauen" 1997 zum UEFA-Cup-Triumph führte und 2001 zur Vize-Meisterschaft. Ehemalige Mitspieler Sands wie Andy Möller, Marc Wilmots, Jörg Böme, Youri Moulder oder Olaf Thon gaben sich die Klinke in die Hand. Auf der Bank neben Stevens saß auch der ehemalige Manager Rudi Assauer.

Am Ende siegte Schalke mit 5:2 (2:2) gegen die Sand-Elf. Doch das Ergebnis war nebensächlich. Nach seiner Auswechslung bedankte sich Sand unter Tränen bei den Fans, die ihn mit Standing Ovations verabschiedeten: "Es war eine unglaubliche Zeit. Ich kann mich nur für das Vertrauen bedanken, das ich immer gespürt habe", sagte er.

Sand nahm auch demonstrativ Rudi Assauer in den Arm, der nach einem Misstrauensvotum des Schalker Aufsichtsrats am 17. Mai von seinem Amt zurückgetreten war. Sein ehemaliger Weggefährte Stevens lobte Assauer für seine Arbeit: "Man darf seine Verdienste nicht vergessen. Er war für die Verpflichtung von Sand zuständig", erklärte der niederländische Trainer.

Ebbe Sand wechselte im Jahr 1999 von Bröndby IF zu Schalke 04. In insgesamt 214 Bundesligaspielen erzielte der Mittelstürmer 73 Tore und liegt damit in der vereinsinternen Torjägerliste hinter dem Schalker Idol Klaus Fischer auf Rang zwei. Im Jahr 2001 wurde er Torschützenkönig der Bundesliga. Allerdings hätte er diesen Titel gerne gegen die Meisterschaft eingetauscht. In einem Herzschlagfinale verpasste Schalke damals den fast schon sicher geglaubten Titel und wurde am Ende als selbsternannter "Meister der Herzen" Zweiter hinter Bayern München.

Ebbe Sand wird nach dem Ende seiner aktiven Karriere mit seiner Familie in sein Heimatland Dänemark zurückkehren. Dort soll er zunächst ein Jahr beim Erstligisten Silkeborg IF als Jugendkoordinator arbeiten, ehe er dann das Amt als Sportdirektor antreten wird.

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23.07.2006 – Abschied von Ebbe Sand mit Tor und Tränen - Quelle/© dpa - Meldung vom 23.07.2006 19:59 Uhr

Gelsenkirchen - Mit Tränen in den Augen und einem Tor zum Ausstand hat sich Ebbe Sand von der Bundesliga-Bühne verabschiedet.

Vor über 61 000 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena in Gelsenkirchen bestritt der langjährige Stürmer des Fußball-Erstligisten FC Schalke 04 sein Abschiedsspiel. Zum Karriereende forderte der Torjäger mit seinen "Meister der Herzen" die aktuelle Schalker Mannschaft heraus.

Am Ende hieß es 5:2 (2:2) für die Bundesliga-Truppe von Trainer Mirko Slomka, der erstmals in der Arena die hochkarätigen Neuzugänge Halil Altintop und Peter Lövenkrands den Fans präsentierte. "Das wird der Mannschaft für die kommende Saison einen riesigen Rückenwind geben und für zusätzliche Motivation sorgen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies.

Zum Ausstand des 34-jährigen Sand hatte das "Who is Who" der jüngeren Vereinsgeschichte noch einmal die Fußballschuhe geschnürt. Weltmeister Olaf Thon lief ebenso auf wie die "Eurofighter" Marc Wilmots, Johan de Kock, Radoslav Latal oder Ingo Anderbrügge und Youri Mulder. Auf der Trainerbank saß Ex-Coach Huub Stevens genau wie früher neben dem erst im Mai nach langen Querelen mit dem Aufsichtsrat zurückgetretenen Manager Rudi Assauer.

Doch im Mittelpunkt stand Torjäger Sand, den die Fans stehend mit Ovationen minutenlang feierten. In sieben Jahren für Schalke markierte er 74 Tore in 214 Ligaspielen. Und mit zehn Toren in 31 Europapokalspielen hält er den Vereinsrekord. Zu seinen "schönsten Erlebnissen" zählt er die DFB-Pokalsiege 2001 und 2002 in Berlin. Seine "persönlich beste Zeit" erlebte Sand in der Saison 2000/2001, als er mit 22 Treffern Schalke die Vize-Meisterschaft und sich selbst den Titel des Torschützenkönigs bescherte.

Bei seinem Wechsel 1999 von Bröndby Kopenhagen ins Ruhrgebiet kam der zweifache Familienvater und dänische Nationalspieler (66 Einsätze/22 Tore) mit der Empfehlung von drei dänischen Meistertiteln. In der Bundesliga blieb ihm der Gewinn der Schale jedoch verwehrt. Unvergessen allerdings die Schalker "Vier-Minuten- Meisterschaft" 2001. Doch das, versichert Sand, sei vergessen. Nach den Sommerferien will er sich seinen neuen Aufgaben widmen und tritt in seiner Heimat einen Job im Management des Erstligisten Silkeborg an.

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21.07.2006 – Abschied mit "Meistern der Herzen" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Typisch Ebbe Sand: Um bei seinem Abschiedsspiel am Sonntag (Anstoß 16.30 Uhr, Veltins-Arena) keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen, plant er am Samstag um 18 Uhr am Parkstadion am Training der aktuellen Schalker Mannschaft teilzunehmen. Das passt ins Bild.

Denn in seinen sieben Schalker Jahren hat sich Sand den Ruf des Musterprofis erarbeitet. "Ebbe", gerät auch Rudi Assauer ins Schwärmen, "war sicherlich einer der besten Transfers in der Schalker Vereinsgeschichte." Manager Assauer hatte Sand 1999 verpflichtet, obwohl nach der Krebserkrankung des Dänen noch niemand wissen konnte, ob das Schicksal nicht alle Pläne torpedieren würde. "Es war", weiß Sand, "sicher ein gewisses Risiko, mich zu verpflichten. Dass Schalke es trotzdem gewagt hat, werde ich dem Verein und besonders Rudi Assauer nie vergessen."

Sand und Schalke - es wurde eine Liebesbeziehung. Die Trikots mit der Rückennummer elf waren schnell Verkaufsschlager, Sands Art kam an bei den Fans. Wenn es spielerisch nicht lief, krempelte Sand zumindest die Ärmel auf. Und weil er sich außerhalb des Rasen-Rechtecks von einer sehr sympathischen Seite zeigte, war die Beförderung zum Publikumsliebling logische Konsequenz.

Brav, lieb, nett - diese Attribute sind allerdings selbst Sand zu oberflächlich. "Ich war auch nicht immer brav", gab er im Interview (Februar 2006) deutlich zu verstehen. Wenn ihm etwas gegen den Strich ging, muckte auch Sand auf. Der öffentliche Protest des Dänen war für Journalisten ein sicheres Indiz dafür, dass zum Beispiel in die Trainerfrage Bewegung kommen könnte.

Jupp Heynckes war so ein "Fall". Er hatte Sand in Wolfsburg nicht berücksichtigt, Schalke dilettierte vor sich hin, auf der Tribüne saß Ebbe Sand und schimpfte wie ein Rohrspatz über seine Zuschauerrolle und die fürchterliche Schalker Vorstellung. Ein paar Tage später war Heynckes entlassen. Und nach der Trennung von Ralf Rangnick war Sand einer der ersten Schalker Spieler, die den Vorstand in Schutz nahmen. Letztlich, und gerade bei einem Stürmer muss diese Charakter-Eigenschaft vorhanden sein, hatte auch der Mannschaftsspieler Sand eine egoistische Ader. "Ein Mann für die Bank bin ich nicht", konnte er sich mit der Reservisten-Rolle nie anfreunden.

Nicht nur, weil er unter Huub Stevens seine beste Zeit "auf Schalke" hatte, schätzt er den Holländer von all seinen Trainern am meisten: "Ich will zwar kein Trainer werden. Aber wenn ich als Manager einen verpflichten müsste, würde die Wahl wohl auf einen wie Huub Stevens fallen."

Liebesbeziehung endet ohne Schale

Sand und Stevens haben ähnliche Auffassungen von Disziplin und Teamgeist, kein Wunder, dass Sand mit Stevens seine größten Schalker Erfolge feierte. 2001 und 2002 wurde Schalke mit diesem Duo Pokalsieger, und am 19. Mai 2001 waren Schalke, Sand und Stevens für 4:38 Minuten sogar Deutscher Meister. Es war der einschneidendste Tag in Sands Karriere. Mit seinem Lieblings-Sturmpartner Emile Mpenza und den "Meistern der Herzen" hatte er die Liga im Sturm erobert, Sand war mit 22 Toren neben Barbarez (HSV) Torschützenkönig geworden. Aber für den Titel reichte es auf dramatische Art und Weise nicht. "Der Ebbe", erinnert sich Assauer, "hat dieses Erlebnis noch lange wie einen schweren Rucksack mit sich herumgeschleppt." Ohne Meister-Schale wollte Sand Schalke nicht verlassen. Nun geht er doch: "Aber wenn Schalke Meister wird, komme ich als Fan und feiere mit."

Es ist also kein Zufall, dass Sand am Sonntag mit einer Auswahl der "Meister-der-Herzen", betreut von Stevens, die aktuelle S04-Mannschaft herausfordert. Es ist Sands ultimatives Abschiedsspiel, nachdem er am 34. Spieltag der Vorsaison beim 3:2 gegen Stuttgart ja eigentlich schon einen tollen Abschied hatte.

Sand, seit Mittwoch "34", hatte ein Tor erzielt und verabschiedete sich dann mit Tränen in den Augen von Rudi Assauer. Sand hatte dafür gesorgt, dass Assauer - damals noch Manager - noch einmal auf die Bank zurückkehrte.

Auch diese Geste des Dankes war typisch Ebbe Sand.

Norbert Neubaum

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21.07.2006 – Großer Abschied für Ebbe Sand "auf Schalke" - Quelle/© dpa - Meldung vom 21.07.2006 10:46 Uhr

Gelsenkirchen - Über 60 000 Zuschauer und die alten Weggefährten aus erfolgreichen Zeiten kommen zum letzten Auftritt des großen Sympathieträgers Ebbe Sand.

Der dänische Fußballprofi des FC Schalke 04 tritt 23. Juli (16.30 Uhr) zum letzten Mal im Trikot seines Clubs auf und beendet damit seine Bundesliga-Karriere. Dabei trifft die aktuelle Schalker Bundesliga-Elf auf eine von Sand zusammengestellte Auswahl der "Meister der Herzen". Mit von der Partie sind ehemalige Schalker wie Andreas Möller, Jörg Böhme, Radek Latal und Johan de Kock.

Ein Versprechen gab der Däne vor seinem letzten Auftritt als Schalker Profi: "Wenn Schalke Meister wird, werde ich kommen und als Fan mitfeiern."

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19.07.2006 – Knie-Fall wird unendliche Geschichte - Christian Pander hat wieder Schmerzen in seinem operierten Knie - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Die Verletzungsgeschichte von Christian Pander wird zu einer unendlichen Geschichte. In aller Frühe reist der 22-Jährige am Donnerstag aus dem Trainingslager der Schalker in Bad Radkersburg ab, fliegt um sieben Uhr von Graz nach München und fährt von dort weiter nach Augsburg. In der dortigen Hessingpark-Clinic stellt sich Pander dem Spezialisten Dr. Ulrich Boenisch vor, der den Spieler wohl am kommenden Dienstag am linken Knie operieren wird.

Am 9. April 2005 flogen Pander beim Schalker 0:3 in Stuttgart nach einem Zweikampf mit Andreas Hinkel das Innenband, hintere Kreuzband und Kniescheibenband auseinander. Im Trainingslager in Bad Radkersburg näherte sich Pander endlich der Normalität eines Fußball-Profis an. Der Linksverteidiger absolvierte schon einige Übungen mit der Mannschaft, ehe ihn am Anfang dieser Woche die bittere Realität wieder einholte. "Ich habe wieder starke Beschwerden in meinem operierten Knie", stöhnte Pander.

Schussübungen mit seinem starken linken Fuß sind es, die dem Pechvogel Probleme bereiten. Irgendwo zwischen dem Innenband und der Kniescheibe schmerzt es, doch die Ursache dafür ist auch den Ärzten, deren Dauergast Christian Pander schon viel zu lange ist, ein Rätsel.

"Wir haben jetzt alle Möglichkeiten konservativer Behandlungs-Methoden ausgeschöpft. Christian ist gut rehabilitiert und physisch fit", erklärt Dr. Thorsten Rarreck.

Ganze Prozedur geht von vorn los

"Im Trainingslager sollte er nun in die Mannschaft integriert werden, aber bei fußballspezifischen Übungen gab es Probleme. Nun ist der Faktor Zeit das Wichtigste", weiß der Schalker Vereinsarzt. Bereits vor einigen Monaten stand Pander, der kurz vor seiner Verletzung auf dem Weg in die Nationalmannschaft war, vor der Wahl, sich diesem Eingriff zu unterziehen.

"Das war meine alleinige Entscheidung, es nicht zu tun. Natürlich hat mich Dr. Rarreck dabei unterstützt, aber es gab auch andere Meinungen", befand sich Pander in der Zwickmühle zwischen dem Rat zur Operation von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, dem Arzt der Nationalmannschaft und des FC Bayern, und dem Vorschlag Rarrecks, die Probleme mit konservativen und alternativen Methoden in den Griff zu kriegen.

Nun muss Pander wieder unters Messer, und damit geht die ganze Prozedur von der Erstversorgung bis zur Reha wieder von vorn los.
Und das nun schon zum vierten Mal, denn nach der ersten großen Operation von Dr. Rolf Walter in Oberhausen folgten zwei weitere kleine Schnitte, bei denen zunächst die stabilisierenden Schrauben aus dem linken Knie entfernt wurden und einige Monate später eine Entzündung behandelt wurde. Im Interview hatte Pander einen vierten Eingriff im Knie-Fall als "meinen letzten Ausweg" bezeichnet.

Wann er nach dem erneuten Eingriff jemals wieder sorgenfrei auf dem Platz stehen und ganz normal Fußball spielen wird, das will Pander nicht mehr voraussagen.

Keine zeitlichen Ziele mehr

"Ich habe aufgehört, mir zeitliche Ziele zu setzen, wann ich wieder spielen kann. Damals, nach der Verletzung, haben mir die Ärzte gesagt, es würde sechs bis acht Monate dauern. Ich habe vorsichtig zehn geschätzt. Jetzt sind es eineinviertel Jahre, und ich kann immer noch nicht sagen, wann es so weit ist", weiß Christian Pander. "Am Leben hält mich, dass mir die Ärzte gesagt haben, ich müsste mir keine Sorgen machen, dass ich meine Karriere nicht fortsetzen könne. Das ist gut zu wissen!"

Heiko Buschmann

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19.07.2006 – Schalke-Debüt von Lövenkrands: 1:1 gegen Maribor - Quelle/© dpa - Meldung vom 19.07.2006 21:24 Uhr

Maribor/Slowenien - Der dänische Neuzugang Peter Lövenkrands hat beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 ein erfolgreiches Debüt gefeiert.

Beim 1:1 (1:0) beim slowenischen Erstligisten NK Maribor sorgte der von den Glasgow Rangers zu den "Knappen" gewechselte Angreifer in der 16. Minute für die Schalker Führung. Den Ausgleich für Maribor, das in der vergangenen Woche im UI-Cup gegen den spanischen Vertreter FC Villarreal mit 2:1 gewonnen hatte, erzielte in der 64. Minute Milan Rakic per Freistoß.

Schalkes Trainer Mirko Slomka bot vor 4000 Zuschauern im Stadion Ljudski Vrt in Lövenkrands, Halil Altintop und Mathias Abel alle drei Neuzugänge auf. Dagegen musste er auf die angeschlagenen Mladen Krstajic (Armbruch), Fabian Ernst (Knie-Operation), Rafinha (Außenbandriss im Sprunggelenk) und WM-Teilnehmer Gerald Asamoah verzichten.

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19.07.2006 – Erneute Operation für Schalker Pander nötig - Quelle/© dpa - Meldung vom 19.07.2006 13:57 Uhr

Gelsenkirchen - Fußball-Profi Christian Pander vom Bundesligisten FC Schalke 04 muss erneut operiert werden. Wie der Club mitteilte, wird bei dem 22-jährigen Pander in Augsburg eine Arthroskopie vorgenommen.

Der Linksverteidiger hatte am 9. April 2005 einen Riss des Innenbandes, des hinteren Kreuzbandes und des Kniescheibenbandes erlitten. Alle Comebackversuche Panders sind seitdem gescheitert.

Trotz der erneuten Operation sei die Fortsetzung der Karriere des Spielers nicht gefährdet, hieß es.

Im Trainingslager der Gelsenkirchener im österreichischen Bad Radkersburg hatte Pander bereits wieder teilweise mit der Mannschaft trainiert, verspürte aber bei Schussübungen wieder Schmerzen in seinem operierten Knie. Pander wird an diesem Donnerstag einer genauen Untersuchung unterzogen.

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19.07.2006 – Schalke will mit Individualität dominieren - Quelle/© dpa - Meldung vom 19.07.2006 10:48 Uhr

Bad Radkersburg/Österreich - Mit frischem Selbstbewusstsein, stark ausgeprägten Persönlichkeiten und intensiver Team-Bildung haben die Fußball-Profis des FC Schalke 04 Großes vor.

Sie wollen die Bundesliga erobern und sollen deutscher Meister werden. "Wir haben bei den Jungs den Eindruck gewonnen, dass auch sie den Titel wollen", gibt Manager Andreas Müller im Trainingslager in Bad Radkersburg die Richtung vor.

Ultimativer Zwang ist mit Müllers Auflage nicht verbunden. "Wenn wir eine gute Saison spielen und uns als Einheit präsentieren, am Ende aber nur Platz zwei oder drei dabei herausspringt, dann ist es auch in Ordnung." Doch in der Saison eins nach Rudi Assauer übt der Vorgesetzte auf sein Ball spielendes Personal Druck aus: "Wenn man dieser Mannschaft nicht ein ganz klares Ziel vorgibt, dann kann sich schnell eine gewisse Zufriedenheits-Mentalität einstellen."

Das wollen die Gelsenkirchener unter allen Umständen verhindern. Schließlich liegt die letzte deutsche Meisterschaft halbe Ewigkeiten zurück: Seit 1958 warten die Königsblauen auf den achten Titel. Um das zu ändern, wollen die Schalker Profis endlich auch ein Team im eigentlichen Sinn dieses Wortes werden. Und dafür hat der Verein eigens einen Spezialisten verpflichtet. Motivationstrainer Peter Boltersdorf führte mit den Spielern einen Persönlichkeitstest durch, der den Menschen in seiner Individualität und Einzigartigkeit abbildet.

Der 54 Jahre alte Sportlehrer Boltersdorf berät die Schalker in Fragen der Teamentwicklung bereits seit Februar 2005. Im Trainingslager in Österreich ist er erstmals über einen längeren Zeitraum mit Spielern und Verantwortlichen zusammen. Ein sichtbares Signal seiner Tätigkeit ist ein Spruch, den die Spieler auf ihren T-Shirts tragen.

"Totale Dominanz" ist dort zu lesen und könnte zum Leitmotiv werden. "Wir wollen auf dem Platz dominieren. Daher trifft es unser Vorhaben ganz genau. Es ist kraftvoll, denn die Spieler sollen genau so angriffslustig sein wie wir", sagt Trainer Mirko Slomka. Manager Müller bestätigt: "Wir wollen zeigen, dass wir jemand sind." Ganz klar: Der Traditionsclub will nach großen Investitionen in seinen Kader weit nach oben. Stars wie Marcelo Bordon, Mladen Krstajic, Lincoln, Ailton, Kevin Kuranyi und Fabian Ernst fanden in den vergangenen beiden Jahren den Weg nach Schalke, was sich in den Plätzen zwei und vier in der Bundesliga widerspiegelte.

"Manchen mag es genügen, wenn sie sagen, wir spielen um die Plätze eins bis drei mit." Müller reicht das nicht. Es nütze aber nichts, wenn die Verantwortlichen hohe Ziele hätten, die Spieler sich aber nicht bereit fühlten, sie auch erreichen zu können. Mit psychologischer Unterstützung soll es klappen, die teambildenden Maßnahmen nehmen in Bad Radkersburg breiten Raum ein.

Allerdings hat Slomka bei der Suche nach seiner ersten Elf, die möglichst schon im Ligapokal ab dem 29. Juli in Düsseldorf gegen Bayer Leverkusen für Furore sorgen soll, personelle Probleme. So fehlen in Ernst (Reha nach Knie-Operation), Rafinha (Reha nach Bänderanriss im Sprunggelenk), Krstajic (Sportverbot nach Armbruch) und WM-Urlauber Gerald Asamoah (Rückkehr erst am 30. Juli) derzeit vier potenzielle Stammspieler.

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18.07.2006 – Türkisches Doppel wieder vereint - Jetzt muss die Mutter nicht mehr auf ein Unentschieden hoffen: Die Zwillinge Hamit und Halil Altintop spielen in der neuen Saison gemeinsam für Schalke - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Drei Jahre hat Halil Altintop gebraucht, um sich reif für Schalke 04 zu fühlen. Schon im Sommer 2003 hatten die Königsblauen um den türkischen Angreifer gebuhlt, wollten den Torjäger im Doppelpack mit Zwillingsbruder Hamit von Wattenscheid 09 verpflichten.

Während der Mittelfeldspieler aber bereitwillig die Herausforderung auf Schalke annahm und gleich einen Stammplatz im Team erobern konnte, wählte Halil den Umweg über die Pfalz. "Ich hätte vor drei Jahren fast zu jedem Verein gehen können, sowohl in der Bundesliga als auch international. Doch meine Entscheidung, nach Kaiserslautern zu gehen, war richtig", meint Altintop. "Damals hatte Schalke gerade keinen Coach, doch gerade als junger Spieler brauchst du das Vertrauen deines neuen Trainers. Und Rudi Assauer verdanke ich, dass er damals klipp und klar gesagt hat: Junge, bei uns ist die Konkurrenz im Angriff groß. Wenn du Bedenken hast, versuche es woanders, wir werden dich weiter beobachten. In Kaiserslautern konnte ich mich in Ruhe entwickeln, und jetzt bin ich bereit für einen großen Verein wie Schalke", erklärt Halil. "Hier gibt es ganz andere Möglichkeiten als in Kaiserslautern. Was in Schalke aufgebaut wurde, ist schon extravagant", möchte der 23-Jährige ab sofort maximale Ziele anpacken.

Das kann bei dem Potenzial nicht sein

Konnte er in Kaiserslautern selbst mit 20 Treffern nicht verhindern, dass der FCK erneut den schmerzlichen Abstieg antreten musste, könnte er die Schalker mit dieser Quote ganz nach oben schießen. "Mein persönliches Ziel ist es, wieder zweistellig zu treffen", kündigt Halil Altintop an, der dafür sorgen will, dass die Schalker Abschlussschwäche der Vergangenheit angehört. "Die Abwehr stand meistens super sicher, aber wir haben mit Kaiserslautern mehr Tore geschossen als Schalke. Das kann bei dem Potenzial der Truppe eigentlich nicht sein. Wir sind eine Familie, nur der gemeinschaftliche Erfolg zählt", betont der Neuzugang.

Apropos Familie: Während die Zwillinge im Trainingslager in Bad Radkersburg getrennte Zimmer haben, wohnen sie in Gelsenkirchen natürlich wieder zusammen. Ende Juli beziehen die Brüder gemeinsam mit Mutter Meryem ein Haus in der Nähe der Innenstadt.

"Wenn Schalke in der Woche im Europapokal oder wir mit Lautern samstags und die sonntags gespielt haben, war ich ja da", erklärt Halil. "Für Mama war es schwer, als wir gegeneinander gespielt haben. Dann hat sie gesagt: Jungs, schießt jeder ein Tor und spielt unentschieden!"

Die Zeiten sind vorbei, das türkische Doppel ist wieder vereint. In gewohnter Umgebung glauben beide, sich noch zu steigern, einen Motivationstrainer brauchen sie aber eher nicht. "Erstens macht mir Fußball unglaublich viel Spaß. Außerdem ist es mein Job. Wenn ich noch extra motiviert werden müsste, wäre ich hier wohl fehl am Platz", betont Halil.

Heiko Buschmann

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16.07.2006 – Auslosung DFB-Pokal - 1. Runde - Quelle/© dpa - Meldung vom 16.07.2006 18:32 Uhr

9. und 10. September
SpVgg Bayreuth - Kickers Offenbach
Delbrücker SC - SC Freiburg
SSVg Velbert - SpVgg Unterhaching
1. FC Saarbrücken - FSV Mainz 05
Tennis Borussia Berlin - Karlsruher SC
Westfalia Herne - FC Erzgebirge Aue
SV Rossbach - Bor. Mönchengladbach
Hansa Rostock II - FC Schalke 04
Alemannia Aachen II - VfB Stuttgart
TSG Thannhausen - Borussia Dortmund
FC Augsburg - Wacker Burghausen
SV Sandhausen - SpVgg Greuther Fürth
1. FC Magdeburg - SC Paderborn
Rot-Weiß Ahlen - MSV Duisburg
Chemnitzer FC - Alemannia Aachen
FC Bremerhaven - VfL Wolfsburg
SF Siegen - Eintracht Frankfurt
FK Pirmasens - Werder Bremen
Dynamo Dresden - Hannover 96
BV Cloppenburg - 1. FC Nürnberg
FC Homburg - VfL Bochum
SV Babelsberg - Hansa Rostock
SV Darmstadt 98 - Hertha BSC
FC Carl Zeiss Jena - 1. FC Köln
SC Pfullendorf - Arminia Bielefeld
VfB Lübeck - TSV 1860 München
1. FC Gera - 1. FC Kaiserslautern
FC St. Pauli - Bayern München
VfL Osnabrück - Eintr. Braunschweig
Rot-Weiss Essen - Energie Cottbus
Stuttgarter Kickers - Hamburger SV
TuS Koblenz - Bayer Leverkusen

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15.07.2006 – Schalke 04 verliert Testspiel gegen Sigma Olmütz - Quelle/© dpa - Meldung vom 15.07.2006 19:17 Uhr

Bad Radkersburg/Österreich - Der FC Schalke 04 hat in der Vorbereitung auf die nächste Saison in der Fußball-Bundesliga eine Testspiel-Niederlage hinnehmen müssen.

Im Rahmen des Trainingslagers im österreichischen Bad Radkersburg unterlag das Team von Trainer Mirko Slomka dem tschechischen Erstligisten Sigma Olmütz mit 0:1 (0:0). "Wir waren zu zäh im Spiel nach vorne", sagte Slomka.

Vor 1000 Zuschauern stellte Schalke zunächst die spielfreudigere Mannschaft, konnte seine Torchancen aber nicht verwerten. Olmütz forcierte nach dem Seitenwechsel seine Bemühungen und erzielte durch Michal Hubnik den Siegtreffer (61. Minute). "Am Spieltempo und der Passgenauigkeit müssen wir noch arbeiten", sagte Slomka.

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14.07.2006 – Kleiner Schriftzug, große Wirkung? - Angriffslustig: Mirko Slomka will "Totale Dominanz" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Es ist nur ein kleiner Schriftzug, doch nach außen und innen soll er große Wirkung entfalten. "Totale Dominanz" steht seit Freitag auf den Trainings-T-Shirts der Schalker Profis. Rechts oben, über dem S04-Logo, schwingen sich die beiden Worte, die bei den Königsblauen ein wenig die Welt verändern sollen. "Die Idee dazu hatten Andreas Müller, Peter Boltersdorf und ich", teilt Trainer Mirko Slomka mit.

Aha, merkt der Schalke-Kenner auf, Boltersdorf, das ist doch der neue Mentaltrainer! Intern wird er nicht so genannt, schon gar nicht Sport-Psychologe, um nicht alte Vorurteile auszugraben. Der 54-jährige Diplom-Sportlehrer ist vom Verein engagiert worden, um den Trainerstab in Sachen Teamentwicklung und bei der Bildung eines neuen Teamgeistes zu unterstützen.

Grundlage seiner Arbeit ist das von Prof. Dr. Steven Reiss (Ohio State University, USA) entwickelte Reiss-Profil, das den Menschen in seiner Individualität und Einzigartigkeit abbildet. Der am Institut für das Reiss-Profil in Management und Leistungssport mit Sitz in Aachen tätige Boltersdorf arbeitet unter anderem bereits mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft, dem Olympiakader der Gewichtheber und der deutschen Trainer-Akademie zusammen.

Die Stickerei auf den Leibchen ist ein erstes sichtbares Signal, das der FC Schalke im Sommer 2006 an die Konkurrenz aussendet.

Signal für die Konkurrenz

"Wir wollen in der kommenden Saison auf dem Platz dominieren. Daher trifft totale Dominanz unser Vorhaben ganz genau. Es ist kraftvoll, denn die Spieler sollen genau so angriffslustig sein wie wir", betont Slomka.

Er und Müller wissen aber auch genau, dass große Sprüche, die womöglich hinterher nicht in die Tat umgesetzt werden, auf die Verantwortlichen des Vereins wie ein Bumerang zurückkommen können. "Wir haben uns ein hohes, ehrgeiziges Ziel gesetzt", kann der Manager mit dem gestiegenen Erfolgsdruck leben. "Manchen mag es genug erscheinen, wenn er um Platz eins bis drei mitspielt, doch wir sagen ganz klar: Wir wollen Deutscher Meister werden, wir wollen den anderen zeigen: Wir sind wer!"

Bei der Jahreshauptversammlung am 29. Juni hatte Müller eine neue Schalker Philosophie ausgerufen. Schalkes Truppe solle in dieser Saison für "Leistung, Leidenschaft und Loyalität" stehen. Wer sich nicht den gemeinsamen Interessen unterordnen könne und alles für den Verein tun wolle, der sei fehl am Platze. Zwei Monate nach dem Rücktritt seines Ziehvaters Rudi Assauer sucht auch Müller immer mehr nach Wegen, sich selbst zu profilieren. Das tut der "Eurofighter" von 1997 zwar in seiner wohltuenden zurückhaltenden Art, beschreitet dabei aber konsequent seinen Weg.

Die Spieler, noch ganz frisch mit dem neuen Aufdruck auf ihren Shirts konfrontiert, müssen sich allerdings erst einmal an ihre Außenwirkung gewöhnen. "Das sind große Worte", raunt Marcelo Bordon, "totale Dominanz kannst du ganz selten erreichen. Wenn wir unsere Gegner zu 80 Prozent dominieren, dann sind wir schon ein großes Stück weiter", möchte der Brasilianer erst auf dem Feld beweisen, dass diese aktuelle Schalker Mannschaft wirklich zu Höherem berufen ist.

Am Samstag steht für Schalke das erste Testspiel im Rahmen des Trainigslagers an. Gegner ist der tschechische Erstligist Sigma Olmütz. Die Partie wird um 17 Uhr im Stadion Mitterling in Bad Radkersburg angepfiffen. Nicht dabei sind die verletzten Lövenkrands, Varela, Pander und Krstajic.

Norbert Neubaum

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14.07.2006 – Schalker Krstajic muss weiter pausieren - Der Einsatz von Mladen Krstajic beim ersten Bundesligaspiel von Schalke ist fraglich - Quelle/© dpa - Meldung vom 14.07.2006 16:03 Uhr

Hamburg - Fußball-Profi Mladen Krstajic vom Bundesligisten FC Schalke 04 hat seine Zukunft in der serbischen Nationalmannschaft weiter offen gelassen. "Jetzt ist keine Eile geboten. In ein paar Wochen werde ich mich endgültig entscheiden", sagte Krstajic.

Der 32 Jahre alte Verteidiger muss wegen eines Armbruchs, den er sich im letzten WM-Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste (2:3) zugezogen hat, noch zehn Tage mit dem Training pausieren. Daher verließ Krstajic das Trainingslager im österreichischen Bad Radkersburg.

"Um Urlaub zu machen, muss er nicht hier sein. Den kann er besser zu Hause bei seiner Familie verbringen", meinte Schalkes Trainer Mirko Slomka. Krstajic soll am 22. Juli wieder zum Team zurückkehren. Sein Einsatz in der ersten Bundesligapartie am 12. August gegen Eintracht Frankfurt ist fraglich.

Neben Krstajic fehlen derzeit auch die angeschlagenen Fabian Ernst (Knie-Operation), Rafinha (Bänderanriss im rechten Sprunggelenk), Peter Lövenkrands (Muskelzerrung im Oberschenkel) und Gustavo Varela (Verletzung am rechten Handgelenk).

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12.07.2006 – Mirko Slomka will mit dem FC Schalke 04 um den Titel mitspielen - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Platz 4 in der vergangenen Saison war eine mittelprächtige Enttäuschung, jetzt sind die Ziele deutlich höher gesteckt. "Wir wollen um den Titel mitspielen", sagt Schalkes Chef-Trainer Mirko Slomka im Gespräch mit westline.

Frage: Mirko Slomka, die Spieler Rafinha, Ernst, Lövenkrands, Krstajic und Varela und angeschlagen oder auch schwerer verletzt, spreche ich gerade mit dem Trainer vom FC Seuche 04?

Slomka: Keinesfalls. Das alles ist überhaupt nicht dramatisch. Trotz der Verletzungen können alle im Ausdauerbereich arbeiten. Wenn alles optimal verläuft, und davon gehe ich aus, sind zum Saisonstart am 13. August alle fit.

Sie haben in Ihrer Vorschau auf die Saison vom Kampf um den Titel gesprochen. Realistisch oder provokant?

Natürlich in erster Linie realistisch. Und ich will auch mit meiner Prognose am Ende nicht dumm dastehen. Aber wir sind hier beim FC Schalke 04. Da können wir nicht sagen, wir wollen hier unter die ersten Vier. Nein, wir wollen und werden um die Meisterschaft mitspielen.

Dann muss aber manches besser laufen als in der vergangenen Saison . . .

Glauben Sie mir, wir wissen, wo es hapert. Nur 31 Gegentore sind ein Rekord für Schalke. Wir haben einen hervorragenden Torhüter und eine wunderbare Abwehr. Aber im Abschluss stimmte nicht alles, wir haben einfach zu wenig Treffer erzielt. Wir müssen schneller spielen, wir müssen torgefährlicher werden.

Und das werden Sie jetzt?

Ja, wir haben mit Halil Altintop und Peter Lövenkrands zwei sehr schnelle Stürmer dazugewonnen. Nun sollten wir zielorientierter und temporeicher nach vorn spielen können. Wir sind viel flexibler in unserer taktischen Ausrichtung. Und wir haben mit Boenisch und Özil junge, ganz interessante Jungs, die sehr talentiert sind. Das wird ein gesunder Wettbewerb.

Mit einem 4-4-2- oder einem 4-3-3-System?

Ich kann und will mich nicht festlegen. Wir müssen beides spielen können, und wir haben Typen für beides.

Sie vertrauen einem deutlich kleineren Kader?

Das haben wir bewusst so geregelt. So können wir dem einzelnen besser gerecht werden, so können wir intensiver auch in kleineren Gruppen arbeiten. Das alles schweißt uns noch mehr zusammen.

Heißt auch bei Ihnen das Zauberwort Teamgeist, nachdem im letzten Jahr viel von Grüppchenbildung, auch vom babylonischen Stimmengewirr die Rede war.

Es gibt sicher einen gewissen Nachholbedarf im richtigen Umgang miteinander. Da können wir uns schon noch steigern. Der Bereich Team-Bildung und Kommunikation steht weit oben mit auf meinem Zettel.

Wurde deshalb auch mit Peter Boltersdorf für den Bereich Team-Entwicklung und Nestor Jevtic für das Techniktraining der Trainer erweitert?

Auch. Wir haben eine gemeinsame Zielsetzung, das ist doch klar. Und da ist es manchmal auch wichtig, gewisse Dinge schnell aus der Welt zu räumen. Und in Sachen Technik gibt es immer Defizite. Da heißt es üben, üben, üben.

Werden Sie auch in der neuen Saison weiter der liebe, nette Herr Slomka sein?

Sollen die Leute mich doch weiter so nennen, das stört mich aber auch gar nicht. Wir sind eine Gruppe, und ich bin mittendrin, also werde ich die Elf nach außen immer schützen.

Und nach innen?

Alle wissen, ich erwarte eine absolute Leistungsbereitschaft und ein vorbildliches privates Verhalten. Jeder muss an seine Grenze gehen.

Was haben Sie aus der WM mitgenommen?

Keine Revolution, aber die Erkenntnis, dass die Mannschaften eher erfolgreich waren, die als Team funktioniert haben. Persönliche Ziele lassen sich immer verfolgen, aber nur erreichen, wenn auch alle sie verfolgen. Sehen Sie Brasilien, die Niederlande, vielleicht auch Argentinien, da gab es zu viele Einzelspieler.

Gerald Asamoah hat bei der WM kaum gespielt, Kevin Kuranyi durfte gar nicht erst mitfahren. Freuen Sie sich auf die beiden, die vielleicht mit einer gehörigen Portion Wut die neue Saison angehen?

Wut ist ein schlechter Ratgeber, aber ich bin mir sicher, sie werden sehr hoch motiviert sein. Gerald war bereits am Montag hier, um Hallo zu sagen. Ein tolles Signal. Auch wenn beide sicherlich ein wenig in den letzten Wochen zu knapsen hatten, das müssen sie jetzt wegstecken. Fürs Team.

Gerd Strohmann

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11.07.2006 – Fitness stärken, Teamgeist fördern - Gelsenkirchen - 26 Spieler und 13 Betreuer umfasst der Stab des FC Schalke 04 für das Trainingslager im österreichischen Bad Radkersburg, das am Donnerstag beginnt - Quelle/© www.westline.de

Auf dem Weg nach Österreich legen die "Königsblauen" am Mittwoch einen Zwischenstopp in Karlsdorf ein, wo um 18.30 Uhr das zweite Testspiel der Saisonvorbereitung gegen den Karlsruher SC auf dem Programm steht. Während Nationalspieler Gerald Asamoah aufgrund seiner WM-Teilnahme erst Ende Juli wieder ins Mannschaftstraining einsteigt, wird Mladen Krstajic direkt von Belgrad in die Steiermark anreisen.

Die Schwerpunkte der Arbeit im Trainingslager werden Fitness und Teamgeist sein. "Wenn du eine Woche lang Tag und Nacht mit einer Mannschaft zusammen bist, lernt man sich besser kennen als zu Hause, wo jeder nach den Trainingseinheiten in der Regel zu seiner Familie fährt", betont Trainer Mirko Slomka. Wie wichtig der Teamgeist ist, wurde zuletzt bei der Weltmeisterschaft in Deutschland deutlich. Slomka: "Dort waren nicht die Mannschaften erfolgreich, die die meisten Superstars in ihren Reihen hatten, sondern die Teams, die sich durch mannschaftliche Geschlossenheit ausgezeichnet haben."

Bereits im vergangenen Jahr bereiteten sich die "Königsblauen" in der Steiermark auf die Saison vor. Spieler und Betreuer waren damals angetan von den Bedingungen vor Ort. So stehen unter anderem zwei Rasenplätze und ein Kleinfeld zur Verfügung.

Im Rahmen des Trainingslagers werden die Schalker zwei Testspiele bestreiten. Am 15. Juli gegen den tschechischen Erstligisten Sigma Olmütz und am 19. Juli gegen den slowenischen UI-Cup-Teilnehmer NK Maribor.

Wie belastbar die zurzeit verletzten Spieler wie Lövenkrands, Varela oder Krstajic im Trainingslager sein werden, wird man abwarten müssen. Mirko Slomka hofft natürlich, dass die verletzten Spieler so schnell wie möglich wieder fit werden.

Der an Hannover 96 ausgeliehene Michael Delura wird wohl nicht mehr zum FC Schalke 04 zurückkehren. Delura verließ am Dienstag das Trainingslager der Niedersachsen in Bad Pyrmont, um sich in Mönchengladbach einer sportärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Delura kehrt damit wohl zu seinem "Ziehvater" Jupp Heynckes zurück.

Frank Leszinski

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10.07.2006 – Schalke als Herzensangelegenheit - Manuel Neuer - jetzt die Nr. 2 im Schalker Tor - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - In Ferienzeiten ist das Interesse beim Training des FC Schalke 04 immer besonders groß. Der gestrige Tag machte in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Sogar zwei japanische Kinder verfolgten mit Argusaugen jede Bewegung der Schalker Spieler.

Sie gehörten zu einer kleinen Delegation ihres Heimatlandes, die als Gäste des FC Schalke 04 am "Knappen-Kids"-Sommercamp in der Sportschule Duisburg-Wedau teilnehmen. 96 Nachwuchs-Kicker im Alter zwischen neun und zwölf Jahren werden dort vier Tage in Sachen Fußball geschult. Natürlich träumen alle Nachwuchskicker davon, in naher Zukunft einmal den Sprung in den Profibereich zu schaffen.

Ein Ziel, das Manuel Neuer schon erreicht hat. Seit Anfang Juli ist der gebürtige Gelsenkirchener die Nummer zwei im Tor des Bundesligisten hinter Frank Rost. Nachdem sich Christofer Heimeroth zum Wechsel nach Mönchengladbach entschlossen hatte, rückte Neuer auf und verlängerte seinen Vertrag beim FC Schalke 04 gleich bis 2010. Der Schlussmann ist übrigens der Spieler mit der längsten Vereinszugehörigkeit im aktuellen Schalker Kader. Bereits seit dem 1. März 1991 gehört der Torwart dem FC Schalke 04 an.

Schalke ist für Neuer ohne Zweifel eine Herzensangelegenheit. "In der Arena zu spielen, wäre ein Traum für mich", betont das große Torwart-Talent, das in der U19-Nationalmannschaft lange Zeit eine feste Größe war. Für Neuer ist es keine Last, im Rampenlicht zu stehen. Auch gestern erfüllte er geduldig jeden Autogrammwunsch. Früher verpasste er als Schüler kaum ein Schalke-Spiel, jetzt ist er nicht mehr nur Fan, sondern will bald selbst sportliche Schlagzeilen schreiben. Am liebsten natürlich mit dem FC Schalke 04.

Jens Lehmann ist sein großes Vorbild

"Es ist schon ein großer Unterschied, ob man in der Oberliga spielt oder nun regelmäßig am Training eines Bundesligisten teilnimmt. Ich muss ja auf der Bank gewappnet sein für den Tag X, sollte Frank Rost einmal ausfallen", erzählt Neuer, der mit seinen 1,90 Metern jene Ruhe ausstrahlt, die gute Torhüter auszeichnen. In den Testspielen hofft der 20-Jährige, noch einige Male zum Einsatz zu kommen.

Natürlich hat der Gelsenkirchener auch intensiv die Weltmeisterschaft verfolgt. Besonders imponiert haben ihm die Torhüter-Leistungen des Italieners Buffon und seines Vorbildes Jens Lehmann. Dass Letztgenannter weiter in der Nationalelf spielt, würde sich Neuer wünschen.

Und was erreicht Schalke 04 in der neuen Saison? Da huscht ein optimistisches Lächeln über sein Gesicht: "Ich denke schon, dass unsere Mannschaft vorne mitmischen wird. Vor allem im Angriff hat der Trainer durch die Neuzugänge jetzt viele Variationsmöglichkeiten."

Frank Leszinski

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08.07.2006 – Verletzungspech bei Schalke - Auch Varela getroffen - Quelle/© dpa - Meldung vom 08.07.2006 16:10 Uhr

Gelsenkirchen - Den Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 plagen bereits nach den ersten Trainingseinheiten Verletzungssorgen.

Neuester Patient ist der uruguayische Nationalspieler Gustavo Varela, dessen Handgelenk sich nach einer Operation entzündet hat.

"Gustavo wird für einige Tage mit dem Training aussetzen und mit Antibiotika behandelt. Ich hoffe, dass er dann wieder die Vorbereitung aufnehmen kann", sagte Schalkes Chef-Trainer Mirko Slomka.

Varela ist bereits der vierte Schalker Profi, der aktuell nicht mit der Mannschaft trainieren kann. Fabian Ernst fällt nach seiner Knieoperation rund einen Monat aus, der Brasilianer Rafinha fehlt die kommenden zwei bis drei Wochen wegen eines Kapselbandrisses im rechten Sprunggelenk und der dänische Neuzugang Peter Lövenkrands muss wegen einer Oberschenkelzerrung eine Woche pausieren.

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07.07.2006 – Schalker Saisonauftakt ohne Ernst: Knie-OP - Quelle/© dpa - Meldung vom 07.07.2006 14:06 Uhr

Schalker Saisonauftakt ohne Ernst: Knie-OP Schalkes Mittelfeldspieler Fabian Ernst hockt ausgepumpt auf dem Spielfeld.

Gelsenkirchen - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 muss rund einen Monat auf Nationalspieler Fabian Ernst verzichten. Der 27-Jährige leidet an einer Knorpelerweichung am rechten Knie, die operativ behandelt wurde.

"Wenn der weitere Heilungsverlauf optimal ist, kann Fabian zum Saisonauftakt wieder dabei sein. Eine Garantie gibt es aber nicht", sagte Mannschaftsarzt Thorsten Rarreck. Der dänische Neuzugang Peter Lövenkrands muss wegen einer Oberschenkelzerrung ebenfalls pausieren. Der Angreifer soll bis zum Trainingslager im österreichischen Bad Radkersburg (13. bis 20. Juli) wieder fit sein.

Zu Beginn der Saisonvorbereitungen muss der Revierclub damit insgesamt ohne drei Profis auskommen. Neben Ernst und Lövenkrands ist auch Rafinha angeschlagen. Der Brasilianer fällt wegen eines Kapselbandrisses im rechten Sprunggelenk zwei bis drei Wochen aus. Der FC Schalke startet am 12. August mit einem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt in die neue Saison.

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03.07.2006 – "Wir sind hier alle angriffslustig" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Wenn Schalke 04 zum ersten Training ruft, dann kommen sie: Natürlich die Spieler, aber auch die Fans. Doch was in den letzten Jahren zu kleinen Volksfesten wurde, fand diesmal rund um den Trainingsplatz am Parkstadion im eher kleinen Rahmen statt. Trotz des strahlenden Sonnenscheins und königsblauen Himmels waren nur rund 1000 Zuschauer da, um den Kader für die kommende Saison zu begutachten. Allerdings fehlte auch dort ein Quartett.

Der langsam wieder genesende Christian Pander gehörte zwar zu den Spielern, die Trainer Mirko Slomka Montag um 10 Uhr am Morgen begrüßte, doch der Linksfuß konnte lediglich seine Laufrunden absolvieren. Überhaupt nicht dabei waren dagegen, wie schon vorher angekündigt, der deutsche Nationalspieler Gerald Asamoah, der erst nach dem ersten Ligapokalspiel der Schalker am 29. Juli wieder ins Training einsteigen soll, und Mladen Krstajic, der erst im Verlauf des österreichischen Trainingslagers direkt von Belgrad nach Graz fliegt, um dort von den Schalkern abgeholt zu werden.

Viele Fans wollten Tickets kaufen

Doch noch zwei weitere Akteure fehlten: Fabian Ernst laboriert momentan an einer Sehnenentzündung im Knie, er konnte zwar an den letzten beiden Tagen im Wasser einige Übungen machen, doch nun soll erst einmal eine Kernspintomographie genaue Klarheit über die Schwere der Verletzung bringen. Auch bei Levan Kobiashvili muss genau untersucht werden, was ihn momentan außer Gefecht setzt. Er litt am Sonntag sogar unter Atemnot, eine allergische Reaktion scheint der Auslöser gewesen zu sein.

Kennen lernen konnten die Schalker Fans gestern die drei externen Neuzugänge der "Königsblauen". Den dänische Stürmer Peter Lövenkrands, der nach sechs Jahren Glasgow Rangers "gerne etwas Neues in Angriff nehmen möchte" und dabei auf Schalke eine große Chance für sich sieht, Mathias Abel, der bei schönem Wetter auch in Mainz immer viele Fans am Rande des Trainingsplatzes gesehen hat, und Halil Altintop, der "endlich wieder mit seinem Bruder Hamit vereint ist und daraus auch zusätzliche Kraft schöpfen will": "Ich hoffe, wir können zusammen mehr Leistung herauskitzeln, denn wir gehen ehrlich und kritisch miteinander um. Das kann einige Prozent mehr bewirken." Auf diesen Effekt hofft auch Mirko Slomka, der die erste Saison als Chefcoach optimistisch angeht: "Mit den Möglichkeiten von Schalke und diesem Team gibt es nur ein Ziel: Dass wir intensiv in den Meisterschaftskampf eingreifen. Wir sind alle angriffslustig." Mithelfen soll dabei der neue Motivations-Coach Peter Boltersdorf aus Aachen.

Und auch die Fans sind wohl guter Dinge, denn sie waren letztendlich doch in vielfältiger Zahl ganz in der Nähe der ins Training startenden Profis. Gleich nebenan, im Ticketcenter, hatten die Mitglieder Gelegenheit, Karten zu erwerben " und das taten sie in Fünfer-Reihen. Und das ist ja wohl der größte Vorschuss an Vertrauen, den die nebenan trainierende Mannschaft in der kommenden Saison zurückzahlen muss.

Dirk Greisler




Presse- und Internetspiegel Juni 2006

30.06.2006 – JHV: Mitglieder warten weiter auf Antworten zum Assauer-Aus / Tumulte nach Thon-Äußerung - Quelle/© www.westline.de / dpa

Gelsenkirchen (wl) - Rudi Assauer war nicht da. Das Phantom "Ex-Manager" aber war bei der Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04 am Donnerstagabend allgegenwärtig. Und der Phantom-Schmerz über den fehlenden Assauer wird die Schalker Familie noch lange begleiten. Das ist wohl die wichtigste Erkenntnis aus dem Versammlung in der Arena, die bis kurz nach Mitternacht dauerte.

Immer wieder forderten die Mitglieder am Mikrofon Aufklärung in Sachen "Fall Assauer". Immer wieder gab es den Wunsch, Rudi Assauer in einem angemessenen Rahmen zu verabschieden. Viele der angereisten Mitglieder hätten sich gewünscht, dass der langjährige Schalke-Macher selbst bei der Versammlung das Wort ergriffen hätte und seine Sicht der Dinge darstellt.

Aber Assauer war nicht da. Obwohl er seit ein paar Tagen Mitglied des Vereins ist. Und so blieben die dicken Fragezeichen nach dem Krach zwischen Manager, Aufsichtsrat und Vorstand auch nach der Hauptversammlung in den Sternen stehen (das Arena-Dach war geöffnet).

Warum? Dazu gab es vom Aufsichtsrat-Chef Clemens Tönnies keine Antwort: "Rudi und ich haben Stillschweigen vereinbart. Und daran halte ich mich", so Tönnies vor den Mitgliedern. Einzige Erklärungen in den Redebeiträgen von Aufsichtsrat und Vorstand: "Es gab einfach keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit mit Rudi." Egal ob der 1. Vorsitzende Rehberg, Finanzvorstand Schnusenberg oder Aufsichtsrats-Chef Tönnies - diese Sprachregelung zogen sie an diesem Abend durch. Keine weiteren Details. Keine Antworten. Nichts. Die Schalker Volksseele in der Arena kochte. Buhrufe, Pfiffe, die Gemeinde wollte sich das nicht gefallen lassen. Aber die Männer auf dem Podium blieben standhaft. Allerdings blieb der Graben zwischen Bühne und Tribüne nicht nur räumlich. Das Misstrauen an diesem Abend war mit den Königsblauen Händen zu greifen.

In der Sache gab es dann doch wieder Rückhalt für Vorstand und Aufsichtsrat. Die Mitglieder entlasteten beide Gremien bei nur wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen. Bei diesem Tagesordnungspunkt wie auch bei den Finanzen (Zitat Schnusenberg: "Wir bauen wie geplant unsere Schulden ab") blieb es ruhig. Ganz anders bei der Aussprache, als es zu Tumulten kam. Ein Fan am Mikrofon hatte Aufsichtsratmitglied und Schalke-Legende Olaf Thon indirekt als "Assauer-Stürzer" bezeichnet. Als dann auch noch ein Rehberg-Interview falsch zitiert und Thon unterstellt wurde, er wollte ja schon immer Präsident auf Schalke werden, platzte dem Weltmeister von 1990 der Kragen: "Auf solche Fans wie Dich können wir verzichten."

Da kochte die Arena, ein Rückfall in alte Hauptversammlungszeiten. Die Mitglieder standen fast alle auf, ein Teil brüllte in Richtung Thon: "Wir sind Schalker und Du nicht." Thon entschuldigte sich später.

Jetzt wurde klar, warum alle Redner im Laufe des Abends den Blick nach vorne gefordert und an die Königsblaue Loyalität appelliert hatten. So einen Gefühlsausbruch hatten sie auf dem Podium befürchtet und mit allen Mitteln zu verhindert versucht.

Trauerarbeit um Assauer - der Aufsichtsrat gab den Mitgliedern zumindest eine kleine Perspektive. Tönnies: "Wir haben einstimmig beschlossen, dass Rudi Assauer einen offiziellen Abschied in einem für ihn würdigen, großen Rahmen bekommt." Erleichterter Applaus auf der Tribüne. Bleiben die nächsten offenen Fragen: Was ist ein würdiger Rahmen für den Mann, der Schalke so viele Jahre geprägt hat, sich aber verbittert abgewendet hat? Und würde Assauer die Einladung überhaupt annehmen?

Weitere Zitate:
Andreas Müller, Sportvorstand: "Mit Rudi Assauer habe ich einen Partner im Vorstand verloren. Als Freund wird er immer in meinem Herzen bleiben."

Andreas Müller, Sportvorstand: "Woran hat es bei der Mannschaft in der abgelaufenen Saison gemangelt? Am Teamgeist. Daran werden wir jetzt gezielt arbeiten. Mein langfristiges Ziel ist die deutsche Meisterschaft. Die Schale muss endlich hier hin."

Josef Schnusenberg, Finanzvorstand: "Nicht alles, was im Focus stand war ja falsch, es gab auch richtige Angaben. Und das liegt daran, dass dem Focus Protokolle des Aufsichtsrates vorliegen. Es muss also im Verein einen Maulwurf geben. Wir setzen alles daran, diesen Maulwurf zu finden."

Clemens Tönnies, Vorsitzender Aufsichtsrat: "Wir haben natürlich auch Fehler gemacht. Die Außendarstellung war und ist stark verbesserungswürdig. Das ist auch vielleicht der einzige Punkt, den ich hier öffentlich Rudi Assauer vorwerfen kann."

Wahlen für den Aufsichtsrat

Auf der Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04 ist ein neues Mitglied in den Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten gewählt worden.Jens Buchta, 43 Jahre alter Rechtsanwalt aus Kaarst, setzte sich bei der Wahl am Donnerstagabend in der Veltins-Arena deutlich gegen Wolfgang Rumpf durch. Rumpf gehört dem zehnköpfigem Kontrollgremium seit Beginn des Jahres als Nachrücker für den ausgeschiedenen Peter Paziorek an. Die Amtszeit von Buchta endet 2008.

Zudem waren zwei Aufsichtsratsposten bis 2009 neu zu besetzen. Hier bestätigten die Mitglieder die bisherigen Aufsichtsräte Peter Lange und Carl Albrecht Schade in ihren Ämtern. Unmittelbar nach der Wahl traf sich der neu formierte Aufsichtsrat zu seiner ersten Sitzung. Dabei wurden Clemens Tönnies als Vorsitzender des Gremiums sowie Hans-Joachim Burdenski als stelvertretender Vorsitzender wiedergewählt.

Auch der Wirtschaftsausschuss des Aufsichtsrates bleibt unverändert. Er wird von Clemens Tönnies und Dr. Albrecht Schade gebildet. Den Eilausschuss des Gremiums besetzen künftig Clemens Tönnies und Olaf Thon. Als Belegprüfer wurden Klaus Marciniak und Rolf Rojek in ihrer Funktion bestätigt.

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30.06.2006 – Schalke: Hauptversammlung turbulent - Quelle/© dpa - Meldung vom 30.06.2006 13:10 Uhr

Gelsenkirchen - Rudi Assauer verzichtete auf seinen Auftritt, und doch drehte sich bei der turbulenten Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04 am Donnerstagabend fast alles um den Ex-Manager des Fußball-Bundesligisten.

Der von den 2098 stimmberechtigten Mitgliedern entlastete Vorstand und Aufsichtsrat musste in der Veltins-Arena bis spät in die Nacht Rechenschaft ablegen über die Umstände, die zum Rücktritt des bei den Fans beliebten Aussauers am 17. Mai geführt hatten. Der Unmut richtete sich vor allem gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und gegen den früheren Profi und Schalker Kapitän Olaf Thon, der dem Aufsichtsrat angehört.

Buh-Rufe, Pfiffe, Erklärungsnöte - fast ging es zu wie in früheren Zeiten. Präsident Gerd Rehberg bemühte sich von Beginn an, die Veranstaltung zu entschärfen. Es sei nicht der Tag für "rhetorische Elfmeter", es dürfe "kein Öl mehr ins Feuer gegossen" werden. "Es geht nicht um den FC Rehberg, den FC Tönnies oder den FC Assauer. Wir sind der FC Schalke", mahnte Rehberg zur Sachlichkeit.

Der 70-Jährige betonte, dass die Trennung von Assauer, der im Sommer eigentlich seine Nachfolge als Präsident antreten sollte, wegen fehlender Vertrauensbasis unvermeidlich und das Ergebnis eines zweijährigen Prozesses gewesen sei. "Da haben sich Menschen nach langer Zusammenarbeit nicht mehr verstanden", erklärte Rehberg, der Assauer würdigte: "Danke Rudi für die vielen Jahre gemeinsame Arbeit." Tönnies, dem viele Fans den "unwürdigen Abgang" Assauers ankreiden, nahm Rehberg in Schutz: "Der Club ist ihm zu großem Dank verpflichtet - zu mehr als viele, die ihn beleidigten, vermuten."

Dennoch drängten die Mitglieder den später als Aufsichtsratsvorsitzender bestätigten Tönnies zu Erklärungen, die er nur zum Teil lieferte. "Rudi und ich haben uns Stillschweigen versprochen. Aber sie können mir glauben, dass es die schwerste Stunde in meinem Leben auf Schalke war", so Tönnies, der dann mit einem Versprecher für Heiterkeit sorgte. Die Entscheidung gegen Assauer sei nicht "schwer" (statt leicht) gefallen. Immerhin räumte Tönnies Versäumnisse ein. "Schalke hat sich in der Außendarstellung nicht immer mit Ruhm bekleckert." Nun wolle man ein neues Kapitel aufschlagen nach dem Motto: "Loyalität, Leistung, Leidenschaft".

"Focus"-Affäre, angebliche Finanzprobleme, Privatkredite, sportliche Bilanz - alles kam zur Sprache. Von einem Mitglied heftig angegangen wurde Ex-Profi Thon, dem immer wieder unterstellt wird, er habe einen wesentlichen Beitrag zum Rückzug Assauers geleistet und hege eigene Ambitionen auf das Präsidentenamt. Fast kam es zum Eklat, als Thon gereizt reagierte. "Auf so einen Fan kann ich verzichten." Thon entschuldigte sich erst für die Entgleisung, nachdem die Versammlung brüllte: "Wir sind Schalker und du nicht."

Laut Finanzchef Josef Schnusenberg hat der Schalke-Konzern mit seinen Tochtergesellschaften insgesamt rund 195 Millionen Euro langfristige Verbindlichkeiten, der Verein etwa 90 Millionen Schulden. Geplant ist, diese Verbindlichkeiten bis 2016 auf etwa 59 Millionen abzubauen. Mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr - 131 Millionen Euro Umsatz, 1,3 Millionen Euro operativer Gewinn - sei er zufrieden. Aber: "Wenn der sportliche Erfolg ausbleibt und wir uns nicht wieder mindestens für den UEFA-Cup qualifizieren, müssen wir sparen. Das geht nur beim Profikader", so Schnusenberg, der für die Lizenzabteilung in der neuen Saison mit 38 Millionen Euro plant.

Ausserdem wurde auf der Jahreshauptversammlung ein neues Mitglied in den Aufsichtsrat des Fußball- Bundesligisten gewählt. Jens Buchta, 43 Jahre alter Rechtsanwalt aus Kaarst, setzte sich bei der Wahl in der Veltins-Arena deutlich gegen Wolfgang Rumpf durch. Rumpf gehört dem zehnköpfigem Kontrollgremium seit Beginn des Jahres als Nachrücker für den ausgeschiedenen Peter Paziorek an. Die Amtszeit von Buchta endet 2008.

Zudem waren zwei Aufsichtsratsposten bis 2009 neu zu besetzen.

Hier bestätigten die Mitglieder die bisherigen Aufsichtsräte Peter Lange und Carl Albrecht Schade in ihren Ämtern. Unmittelbar nach der Wahl traf sich der neu formierte Aufsichtsrat zu seiner ersten Sitzung. Dabei wurde Clemens Tönnies als Vorsitzender des Gremiums wiedergewählt.

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30.06.2006 – Hauptversammlung auch ohne Assauer turbu lent - Kritik an Thon - Quelle/© dpa

Von Ulli Brünger

Gelsenkirchen (dpa) - Rudi Assauer verzichtete auf seinen Auftritt, und doch drehte sich bei der turbulenten Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04 am Donnerstagabend fast alles um den Ex-Manager des Fußball-Bundesligisten. Der von den 2098 stimmberechtigten Mitgliedern entlastete Vorstand und Aufsichtsrat musste in der Veltins-Arena bis spät in die Nacht Rechenschaft ablegen über die Umstände, die zum Rücktritt des bei den Fans beliebten Aussauers am 17. Mai geführt hatten. Der Unmut richtete sich vor allem gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und gegen den früheren Profi und Schalker Kapitän Olaf Thon, der dem Aufsichtsrat angehört.

Buh-Rufe, Pfiffe, Erklärungsnöte - fast ging es zu wie in früheren Zeiten. Präsident Gerd Rehberg bemühte sich von Beginn an, die Veranstaltung zu entschärfen. Es sei nicht der Tag für «rhetorische Elfmeter», es dürfe «kein Öl mehr ins Feuer gegossen» werden. «Es geht nicht um den FC Rehberg, den FC Tönnies oder den FC Assauer. Wir sind der FC Schalke», mahnte Rehberg zur Sachlichkeit.

Der 70-Jährige betonte, dass die Trennung von Assauer, der im Sommer eigentlich seine Nachfolge als Präsident antreten sollte, wegen fehlender Vertrauensbasis unvermeidlich und das Ergebnis eines zweijährigen Prozesses gewesen sei. «Da haben sich Menschen nach langer Zusammenarbeit nicht mehr verstanden», erklärte Rehberg, der Assauer würdigte: «Danke Rudi für die vielen Jahre gemeinsame Arbeit.» Tönnies, dem viele Fans den «unwürdigen Abgang» Assauers ankreiden, nahm Rehberg in Schutz: «Der Club ist ihm zu großem Dank verpflichtet - zu mehr als viele, die ihn beleidigten, vermuten.»

Dennoch drängten die Mitglieder den später als Aufsichtsratsvorsitzender bestätigten Tönnies zu Erklärungen, die er nur zum Teil lieferte. «Rudi und ich haben uns Stillschweigen versprochen. Aber sie können mir glauben, dass es die schwerste Stunde in meinem Leben auf Schalke war», so Tönnies, der dann mit einem Versprecher für Heiterkeit sorgte. Die Entscheidung gegen Assauer sei nicht «schwer» (statt leicht) gefallen. Immerhin räumte Tönnies Versäumnisse ein. «Schalke hat sich in der Außendarstellung nicht immer mit Ruhm bekleckert.» Nun wolle man ein neues Kapitel aufschlagen nach dem Motto: «Loyalität, Leistung, Leidenschaft».

«Focus»-Affäre, angebliche Finanzprobleme, Privatkredite, sportliche Bilanz - alles kam zur Sprache. Von einem Mitglied heftig angegangen wurde Ex-Profi Thon, dem immer wieder unterstellt wird, er habe einen wesentlichen Beitrag zum Rückzug Assauers geleistet und hege eigene Ambitionen auf das Präsidentenamt. Fast kam es zum Eklat, als Thon gereizt reagierte. «Auf so einen Fan kann ich verzichten.» Thon entschuldigte sich erst für die Entgleisung, nachdem die Versammlung brüllte: «Wir sind Schalker und du nicht.»

Laut Finanzchef Josef Schnusenberg hat der Schalke-Konzern mit seinen Tochtergesellschaften insgesamt rund 195 Millionen Euro langfristige Verbindlichkeiten, der Verein etwa 90 Millionen Schulden. Geplant ist, diese Verbindlichkeiten bis 2016 auf etwa 59 Millionen abzubauen. Mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr - 131 Millionen Euro Umsatz, 1,3 Millionen Euro operativer Gewinn - sei er zufrieden. Aber: «Wenn der sportliche Erfolg ausbleibt und wir uns nicht wieder mindestens für den UEFA-Cup qualifizieren, müssen wir sparen. Das geht nur beim Profikader», so Schnusenberg, der für die Lizenzabteilung in der neuen Saison mit 38 Millionen Euro plant.

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30.06.2006 – Buchta neu im Aufsichtsrat gewählt - Tönnies bleibt Vorsitzender - Quelle/© dpa

Gelsenkirchen (dpa) - Auf der Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04 ist ein neues Mitglied in den Aufsichtsrat des Fußball- Bundesligisten gewählt worden. Jens Buchta, 43 Jahre alter Rechtsanwalt aus Kaarst, setzte sich bei der Wahl am Donnerstagabend in der Veltins-Arena deutlich gegen Wolfgang Rumpf durch. Rumpf gehört dem zehnköpfigem Kontrollgremium seit Beginn des Jahres als Nachrücker für den ausgeschiedenen Peter Paziorek an. Die Amtszeit von Buchta endet 2008.

Zudem waren zwei Aufsichtsratsposten bis 2009 neu zu besetzen.

Hier bestätigten die Mitglieder die bisherigen Aufsichtsräte Peter Lange und Carl Albrecht Schade in ihren Ämtern. Unmittelbar nach der Wahl traf sich der neu formierte Aufsichtsrat zu seiner ersten Sitzung. Dabei wurde Clemens Tönnies als Vorsitzender des Gremiums wiedergewählt.

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29.06.2006 – Schalker Jahreshauptversammlung ohne Assauer - Quelle/© dpa - Meldung vom 29.06.2006 21:21 Uhr

Gelsenkirchen - Der ehemalige Manager Rudi Assauer ist der Jahreshauptversammlung des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 fern geblieben. Der 62-Jährige, der am 17. Mai nach 13 Jahren von allen Ämtern zurückgetreten war, erschien nicht in der Veltins-Arena.

Schalke-Präsident Gerd Rehberg erinnerte vor den 2098 stimmberechtigten Mitglieder und 105 Gästen an die turbulenten Wochen und Monaten, die mit dem Rückzug von Assauer endeten.

Der Ex-Manager hatte zunächst erwogen, auf der Versammlung zu erscheinen und die Mitglieder über die Hintergründe seines Rücktritts zu informieren, sich dann aber kurzfristig anders entschieden. "Die letzten Wochen waren nicht immer einfach. Am Ende war die Trennung unvermeidlich, weil alle erkannten, dass keine Zusammenarbeit mehr möglich war. Der FC Schalke ist Rudi Assauer zu großem Dank verpflichtet. Wir alle zollen ihm für seine großartige Arbeit uneingeschränkten Dank und persönlichen Respekt. Er wird immer eine wichtige Persönlichkeit im deutschen Fußball bleiben", sagte der 70 Jahre alte Rehberg.

Er bat die Mitglieder in der anschließenden Diskussion um Sachlichkeit. "Der Tag ist nicht dafür da, rhetorische Elfmeter zu verwandeln oder Öl ins langsam versiegende Feuer zu gießen.
Wir müssen den Blick jetzt nach vorn richten. Denn es geht nicht um den FC Rehberg, den FC Tönnies oder den FC Assauer. Es geht um den FC Schalke, der von seinen über 55 000 Mitgliedern und vielen hunderttausenden Fans getragen wird."

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28.06.2006 – Rudi Assauers letztes Hurra? - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Kommt Rudi Assauer oder kommt er nicht? Die Schalker Jahreshauptversammlung (Donnerstag, 19.30 Uhr, FIFA WM-Stadion GE) bezieht ihre Spannung vor allem aus dieser Frage.

Denn auch ohne den quasi zum Rücktritt gezwungenen Manager könnte die Aussprache zwar ein wenig heftiger werden als sonst, doch dann sollte auch schnell wieder "Normalität", also Ruhe, einkehren. Den Mittelpunkt der Versammlung wird dann die Neubesetzung von drei Aufsichtsrats-Posten bilden " vier Kandidaten bewerben sich um die Amtszeit bis 2009, zwei um die Wahlperiode bis 2008 (Dr. Peter Paziorek ist bereits 2005 aus dem Amt ausgeschieden).

Es droht Revanche per Stimmzettel

Theo Haehner aus Andernach und Ingolf Müller aus Bottrop sind "Herausforderer" der Amtsinhaber Peter Lange (Mühlheim) und Dr. Carl-Albrecht Schade (Düsseldorf), deren Amtsperiode turnusmäßig endet, die nun aber erneut zur Wahl antreten. Als sicher gilt ihre Wiederwahl nicht: Genau wie Wolfgang Rumpf aus Andernach, der für die Amtszeit bis 2009 heute gegen Dr. Jens Buchta aus Kaarst antreten muss, haben auch sie im Aufsichtsrat für den Sturz von Rudi Assauer gesorgt " da die Entscheidung einstimmig fiel, haben also auch Lange und Dr. Schade ihr Ja-Wort gegeben.

Sollten sich heute viele Assauer-Fans auf den Weg in die Arena machen, ist eine Revanche mit Hilfe des Stimmzettels nicht auszuschließen.

Ansonsten hängt die Brisanz von der Versammlung ausschließlich vom Erscheinen Assauers ab: Als Schalke-Mitglied hat er Rederecht, noch während der Versammlung kann er sich für den Tagesordnungspunkt "Aussprache" auf die Rednerliste setzen lassen. Assauer selbst war in den vergangenen Tagen unentschlossen, Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies geht nicht davon aus, dass Assauer das Wort ergreift.

Denkbar wäre die Variante, dass Assauer, in seiner zweiten Amtszeit 13 Jahre lang Manager und Impulsgeber des Vereins, zwar zur Versammlung kommt, den Beifall vieler Mitglieder genießt "
und auf einen Auftritt am Mikrophon verzichtet. Wenn er redet, könnte das in Sachen Schalke sein "letztes Hurra" sein. Denn noch immer ist Assauer verbittert über sein Aus ("Die Art und Weise war Kreisklasse"), und er hat bereits angekündigt, "dass ich mit diesen Leuten eigentlich nichts mehr zu tun haben möchte".

Diese Ankündigung wird die Führungsgremien nicht mehr erschüttern. Präsident Gerd Rehberg stellt klar, "dass wir die Entscheidung des Aufsichtsrates nachvollziehen können. Zwischen Vorstand und Aufsichtsrat gibt es da keine Differenzen."

Versammlungsbesucher können den Arena-Parkplatz 2 benutzen.

westline hat für die Versammlung einen Live-Ticker eingerichtet: www.westline.de/go/liveticker.

Norbert Neubaum

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27.06.2006 – Schalke darf sich in der Arena versammeln - Die Arena darf trotz WM jetzt doch für die Schalker Jahreshauptversammlung genutzt werden - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Im FIFA WM-Stadion Gelsenkirchen wurde am Dienstag kräftig gehämmert, geschraubt und gebohrt. Hinweisschilder wurden ab-, andere anmontiert. Mit der Fußball-Weltmeisterschaft hatte das aber nichts zu tun, obwohl hier am Samstag das Viertelfinalspiel England gegen Portugal stattfindet.

Auftraggeber für die handwerklichen Arbeiten war der FC Schalke 04, der während der WM in seiner eigenen Arena eigentlich nichts bzw. sehr wenig zu melden hat, weil der Weltfußballverband FIFA das Regiment führt - ein offenbar gnädiges Regiment.

Denn die FIFA hat den "Königsblauen" auf den letzten Drücker nun doch erlaubt, ihre Jahreshauptversammlung am Donnerstag in der Arena abzuhalten. Hier fanden die S04-Versammlungen seit der Arena-Eröffnung im Jahr 2001 statt, nun galt eine Versammlung im Stadion aber als so gut wie ausgeschlossen. Zunächst hatte die FIFA ihre Zustimmung verwehrt, jetzt gaben die Fußball-Bosse plötzlich doch ihr Ja-Wort - und Schalke nahm das Angebot gerne an. Statt, wie geplant, im Sportzentrum Schürenkamp, findet die Versammlung nun in der Arena statt, Beginn ist um 19.30 Uhr.

Schalke gibt für den zu diesem Zeitpunkt völlig überraschenden Ortswechsel organisatorische Gründe an: "Wir wollten wie in den vergangenen Jahren in jedem Fall in die Arena, weil sie für uns organisatorisch viel einfacher zu handhaben ist. Es gibt mehr Parkplätze, und wir sind von den Aufbauten her variabler", freut sich Schalkes Geschäftsführer Peter Peters.

Die FIFA ist in erster Linie daran interessiert, dass die Schalker Versammlung in keinster Weise zu irgendwelchen Beeinträchtigungen für das WM-Viertelfinale führt.

Besucher-Anzahl höchst ungewiss

Immerhin steht die "Bühne" mit den Rednern und dem Vorstandstisch quasi auf dem Rasen, auf dem am Samstag Portugal und England um den Halbfinal-Einzug kämpfen. Dass Schalke sich nun bei der FIFA so ins Zeug legte, um den doch so strengen Weltfußballverband von der Unverdächtigkeit der Versammlung hinsichtlich des Viertelfinales zu überzeugen, kann auch noch andere als organisatorische Gründe haben:

- Schalke fürchtet nichts so sehr wie einen Rückfall in alte Zeiten. Das Sportzentrum Schürenkamp steht für diese Zeiten: Hier wurde Drei-Tage-Präsident Michael Zylka gewählt, hier kam Günter Eichberg "an die Macht", hier redete sich schon so manch einer um Kopf und Kragen oder war plötzlich Präsident. Im Schürenkamp boxte außerdem früher Bundesligist BC Erle. Schalke will aber offenbar das Motto pflegen: Versammeln statt versemmeln.

- Niemand weiß so recht, wie viele Mitglieder zur Versammlung am Donnerstag kommen. Wegen der Turbulenzen um den Rücktritt von Manager Rudi Assauer ist nicht auszuschließen, dass eine große Fan-Gruppierung um Assauer erscheint. Ob er selbst kommt, ist noch unklar. Zuletzt kamen ca. 1000 Mitglieder zu den Schalker Versammlungen, nun gilt eine Zahl von 2000 bis 3000 als möglich.
Im Schürenkamp wäre es dann eng geworden.

- Und eine zu große Enge kann auch zu einer hitzigen Atmosphäre führen, die Schalke auf jeden Fall vermeiden möchte. Eine Versammlung in der großen Arena verbreitet selbst mit 3000 Besuchern eine gewisse "Kühle".

Organisatorisch verschafft der spontane Ortswechsel nicht nur Erleichterung: Am Schürenkamp müssen nun "Umzugs-Hinweise" aufgestellt werden, außerdem wird ein Bus-Service zur Arena eingerichtet. Die zu ehrenden Jubilare wurden bereits von Schalke informiert, die "einfachen" Mitglieder sind auf ihre lokalen Medien angewiesen. Wie gut, dass Rudi Assauer Zeitung liest.

Norbert Neubaum

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23.06.2006 – "Die Flanke ist das Allersinnloseste" - Quelle/© www.tagesspiegel.de

Zweikämpfe gewinnen! Über die Flügel spielen! Roland Loy sagt über solche Sprüche: Kompletter Schwachsinn. Der Fußball-Analytiker zerstört alle Weisheiten.

Interview: Till Hein und Norbert Thomma
Roland Loy, 44, ist Deutschlands großer Fußballforscher. Er baute für Sat 1 die "ran"-Datenbank auf und berät momentan das ZDF. Der Sportwissenschaftler promovierte bei Werner Schmidt und Roland Naul an der Uni Essen. In diesen Tagen erscheint sein Buch "Taktik und Analyse im Fußball".

Herr Loy, Weltmeister wird nur, wer auch Tore schießt. Und schon Herbert Grönemeyer hat den besten Weg dahin besungen: "Machst mit dem Doppelpass jeden Gegner nass."

Großartig.

Sie sagen das so ironisch.

Weil es nicht stimmt. Die Mär vom Doppelpass, ich will ja nicht gleich von Lüge reden, gehört zu den unausrottbarsten Irrtümern im Fußballsport. Schauen Sie doch mal, wie viele Doppelpässe eine Mannschaft pro Spiel ausführt: Nicht einmal zwei. Völlig marginal.

Zwei genügen, wenn danach Tore fallen.

Das Gegenteil ist der Fall! Ich habe jedes Tor der vergangenen 18 Jahre in der Bundesliga analysiert, wirklich jedes. Pro Saison fallen rund 900 Tore. Und bei genau zehn davon geht ein Doppelpass voraus. Ein Prozent!
Trotzdem fordern die Trainer ständig: "Spielt mehr Doppelpässe!" Selbst wenn sie die Zahl um 100 Prozent erhöhen, sind es gerade mal vier Doppelpässe pro Mannschaft und Spiel. Und die sollen einen großen Einfluss haben?


Otto Rehhagel, der 2004 mit Griechenland Europameister wurde, kennt einen anderen Königsweg zum Erfolg: "Tore fallen nach effektivem Flügelspiel."

Ich habe das anhand von Tausenden Angriffen untersucht: Das Spiel durch die Mitte ist genauso erfolgreich wie das Spiel über Außen. Die Tore fallen exakt fifty-fifty. Beobachten Sie mal südamerikanische Mannschaften, Mexiko etwa, oder Argentinien: Die versuchen es fast immer durch die Mitte -- und haben Erfolg. Dennoch habe ich schon hunderttausend Mal die Forderung gehört: "Spielt über die Flügel!"

Weil es einfach logisch ist. Außen ist Platz, in der Mitte klumpen sich die Spieler.

Richtig. Leider gibt es im Fußball meist ein überzeugendes Argument für etwas - und ein ebenso überzeugendes dagegen. In der Mitte haben wir eine hohe Spielerdichte, doch der Weg zum Tor ist kurz. Nahe der Außenlinie hält sich meist wenig Personal auf, dafür ist eine weite Flanke aber lange unterwegs, der Torhüter kann sie locker runterpflücken, oder ein Abwehrspieler köpft den Ball weg. Ich warne Sie! Vielleicht ist die Flanke überhaupt das Allersinnloseste im Fußball? Niemand weiß es! Es gibt dazu bisher keine verlässlichen Erkenntnisse. Trotzdem stellen sich ständig irgendwelche Schlauberger hin und fordern etwas mit totaler Vehemenz. Das ist unseriös und ärgerlich!

Der Österreicher Toni Polster wusste zumindest: "Wir müssen jeden Zweikampf so führen, als sei es der letzte." Denn der Sieg sei die Addition gewonnener Zweikämpfe.

So steht es in fast jedem Lehrbuch. Nur, ich habe mehrere 100 000 Zweikämpfe untersucht, und das Resultat ist verblüffend. Schätzen Sie mal: Wie viele Spiele werden von der Mannschaft gewonnen, die auch die Mehrzahl der Zweikämpfe für sich entscheidet?

80 bis 90 Prozent?

Knapp über 40 Prozent.

Jürgen Klinsmann müsste also sagen: "Jungs, verliert möglichst viele Zweikämpfe, dann gewinnen wir!"

Dieser Umkehrschluss ist nicht zulässig. Aber der Zweikampf hat bei weitem nicht die überragende Bedeutung, die ihm zugesprochen wird. Pro Spiel gibt es etwa 220 Zweikämpfe, und jeder dauert rund eine Sekunde. Ein Fußballspiel besteht aus 5400 Sekunden oder mehr, wie sollen da 220 Sekunden eine entscheidende Rolle spielen?

Weil ich mit einem gewonnenen Zweikampf Selbstbewusstsein tanke. Oder weil ich den Ball erobere und das entscheidende Tor schieße.

Meinen Studien zu Folge enden etwa 90 Prozent aller Spiele mit einer Zweikampfbilanz von 110 zu 110. Selbst wenn Sie also überlegen sind und 115 Mal Selbstbewusstsein tanken, hat Ihr Gegner noch 105 Erfolgserlebnisse, die ihn stark machen.

Wie arbeitet ein Ballforscher? Setzen Sie sich mit einem Bierchen vor die Glotze und führen Strichlisten?

Nicht ganz. Das Bier können Sie streichen, und ich kritzle auch nicht in einen Notizblock, sondern gebe die Daten direkt in den Computer ein. Oft analysiere ich Videoaufzeichnungen. Ich unterscheide dabei zwischen Individualtaktik und Kollektivtaktik. Zur Individualtaktik gehören unter anderem Dribblings, Pässe, Flanken, Torschüsse. Bei der Kollektivtaktik sind es etwa Spielverlagerungen oder Doppelpässe. Ich untersuche auch:
Zu welchem Zeitpunkt ist die Aktion aufgetreten? Waren Gegenspieler in der Nähe? Wo auf dem Spielfeld war die Aktion? Welchen Erfolg hatte sie?
Erst so bekommt man aussagekräftige Daten.


Ein Spiel dauert 90 Minuten. Wie lange brauchen Sie für Ihre Analysen?

Bis zu 14 Stunden.

José Mourinho, der Trainer des FC Chelsea, gilt als einer der klügsten Analytiker der Branche. Er sagt: "Wer den Ball kontrolliert, kontrolliert den Gegner."

Der vermeintliche Guru Mourinho ist da völlig auf dem Holzweg. Von der Häufigkeit des Ballbesitzes kann nicht auf den Erfolg geschlossen werden. Tatsache ist: Die Mannschaft mit mehr Ballbesitz gewinnt nur 34 Prozent aller Spiele.

Herr Loy, bitte! Nur wer den Ball hat, kann ihn auch ins Tor schießen.

Das sagt die Logik.

Und wie wurde dann Giovanni Trappatoni zu einem der erfolgreichsten Trainer der Welt? Er ließ seine Mannschaft das eigene Tor verbarrikadieren und überließ dem Gegner den Ball. Einzelne Ausflüge in die gegnerische Hälfte, gezielte Nadelstiche mit dem Ball genügten zum Sieg. Mit dieser Taktik wurde übrigens vor zwei Jahren auch Griechenland Europameister.

Trappatoni erklärt das Geheimnis des Spiels so: "Fußball ist Ding-dang-dong. Es gibt nicht nur Ding."

Klingt philosophisch. Können Sie das übersetzen?

Möglicherweise will er auf etwas hinaus, das auch ich immer wieder betone: Fußball lässt sich nicht aus einem einzigen Parameter heraus verstehen, es wirken dabei Tausende Faktoren zusammen.

So kompliziert ist die Sache doch auch wieder nicht. Jeder weiß etwa:
Gegen eine massive Abwehr helfen Schüsse aus der Distanz; und wenn der Rasen nass ist, sind Aufsetzer die beste Methode.

Wer weiß? Es könnte durchaus sein, dass der Weitschuss von Haus aus so sinnlos ist, dass auch die Frage trocken oder feucht vollkommen egal wird.

Wie bitte?

Mit Sicherheit lässt sich sagen: Aus einer Entfernung von mehr als 27 Metern müssen Sie 70 Mal draufballern, um ein Tor zu erzielen. Innerhalb des Strafraums jedoch benötigt man nur sieben Schüsse für ein Tor. Ist es also intelligenter, den Ball erst in den Strafraum zu spielen? Nicht unbedingt. Weil niemand weiß, ob er auf dem Weg dorthin nicht Hunderte Male verloren geht. Dann könnte der Weitschuss am Ende doch klüger sein.
Sie sehen, Fußball ist sehr komplex.


Lassen Sie uns ein paar weitere ewige Fußballweisheiten durchgehen. Eine lautet: "Flach spielen, hoch gewinnen."

Ein schöner Ansatz für die Forschung. Ich habe hierzu keine Erkenntnisse.

Eine andere: "Ein frühes Gegentor ist Gift ..."

... ist empirisch, meines Wissens, unbewiesen.

Oder: Es gibt keine kleinen Gegner mehr.

Ja, ja. Deshalb steht San Marino nach der WM-Qualifikation mit 0 Punkten und 2 : 40 Toren da.

Noch eine Weisheit: "Gegen zehn Mann spielt sich's schwerer als gegen elf."

Nach einer roten Karte wird das in der Tat immer wieder behauptet.
Systematisch untersucht hat es aber niemand. Subjektiv sage ich: Wir erinnern uns einfach eher an Partien, die von zehn Spielern gewonnen werden, als an die unzähligen, die sie sang- und klanglos verlieren.


Gilt denn zumindest die alte Faustregel des Straßenfußballs: "drei Ecken, ein Elfer"?

Ich bitte Sie! Man braucht 47 Eckbälle, um ein einziges Tor zu erzielen - und eine Mannschaft holt lediglich etwa sechs pro Spiel heraus. Von den Elfmetern werden hingegen immerhin 76 Prozent verwandelt.

Es gilt: "Deutschland ist eine Turniermannschaft."

Unsere Nationalelf konnte sich da in der Tat oft auszeichnen, jüngst bei der WM 2002. Und sie hat oft einen Rückstand umgebogen, beim "Wunder von Bern" lagen wir mit 0:2 zurück, im Finale 1974 mit 0:1, das Halbfinale 1982 gegen Frankreich wurde nach einem 1:3 gewonnen, 1996 bei der EM lagen wir im Halbfinale gegen England zurück wie im Finale gegen Tschechien. Die Gegenbeispiele lasse ich weg, um den Mythos nicht zu zerstören.

Herr Loy, der Dortmunder Physikprofessor Metin Tolan hat errechnet: Deutschland wird Weltmeister. Mit 66 Prozent Sicherheit.

Ja? Angenommen, Deutschland übersteht die Vorrunde. Dann könnten wir schon im Achtelfinale auf England treffen. Im Viertelfinale auf Holland, im Halbfinale auf Brasilien und im Finale auf Frankreich. Die deutsche Mannschaft müsste also vier große Gegner schlagen. Ich gebe zu bedenken:
Deutschland hat am 7. Oktober 2000 gegen England zum letzten Mal eine große Mannschaft geschlagen. Seither konnten fast 20 Spiele gegen starke Fußballnationen nicht mehr gewonnen werden. Zuletzt setzte es ein 1:4 gegen Italien. Das ist ein deutliches Indiz.


Der Heimvorteil wird's schon richten!

Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Schiedsrichter tatsächlich mehr umstrittene Elfmeter und Tore zu Gunsten der Heimmannschaft geben. Und dass die Gastgeber im Schnitt eine Minute länger nachspielen dürfen, wenn sie ein Tor aufholen müssen, als wenn sie führen. Allerdings nur, wenn die Fans nahe genug am Spielfeld sitzen, wie etwa in München. Der Effekt lässt sich nicht nachweisen, wenn -- wie etwa im Berliner Olympiastadion -- eine Tartanbahn den Rasen vom Zuschauerraum trennt.
Falls Deutschland ins Finale kommt, greift der Heimvorteil in Berlin also nicht optimal.


1990 wurde das WM-Finale durch einen Elfmeter von Andi Brehme entschieden. Sie haben damals den Teamchef Beckenbauer beraten. Kam von Ihnen der Tipp, der Gefoulte solle nicht selber schießen?

Sicher nicht. Das ist kompletter Schwachsinn. Nach meinen Studien verwandelt der Gefoulte exakt 76 Prozent der Strafstöße -- genau wie jeder andere Spieler. Es ist also völlig egal, wer antritt.

Brehme schoss den Ball flach in die -- von ihm aus gesehen -- linke Ecke. War das klug?

Nur weil er getroffen hat. Ich habe zu dieser Thematik eine wirklich überraschende Entdeckung gemacht. Moment, ich male Ihnen das eben auf:
Ein Fußballtor ist 2 Meter 44 hoch. Wenn ich also auf halber Höhe, bei 1 Meter 22, eine waagerechte Linie ziehe, dann haben wir zwei Hälften.
Eine oben, eine unten. Und jetzt kommt das Irre: 99 Prozent aller Bälle, die auf die obere Torhälfte zufliegen, gehen rein. Fast 100 Prozent!


Es ist aber auch ein Kunststück, hoch ins Eck zu schießen.

Sie müssen gar nicht in den Winkel zielen, das ist es ja! Man muss lediglich die obere Hälfte des Tors treffen, ganz egal wo. Und schon zappelt der Ball im Netz.

Verzeihung, in den oberen 1 Meter 22 befindet sich der Rumpf des Torwarts, sein Kopf, seine Hände. Er muss nur stehen bleiben ...

... und genau das tut keiner! Glauben Sie mir, ich habe Recht. Ich verstehe bis heute nicht, warum kein Trainer die Anweisung gibt, Elfmeter schlicht hoch reinzuschießen.

Sie haben in diesem Gespräch viele vermeintliche Gewissheiten zerschmettert. Doch auch Sie werden zugeben: Das schnelle, direkte Spiel nach vorne, das Jürgen Klinsmann fordert, ist der richtige Weg.

Meine Untersuchungen weisen in eine andere Richtung.

Wie bitte? Man sollte möglichst langsam spielen?

Das nun auch wieder nicht. Aber Angriffe über drei oder vier Stationen führen nachweislich seltener zum Torerfolg als solche über zehn, zwölf, 14 Stationen. Und Tempo ist ja kein Wert an sich: Unter Zeitdruck macht man mehr Fehler, als wenn man seine Aufgaben mit Bedacht erledigt. Das ist an jedem Arbeitsplatz so - auch auf dem Fußballfeld.

Wird Weltmeister, wer die Standardsituationen geschickt nutzt?

Das dürfte nicht reichen. Aus Standardsituationen -- ich rechne dazu Eckbälle, Freistöße, Einwürfe, Abstöße und Elfmeter -- resultieren nur 30 Prozent aller Tore. 20 Prozent fallen nach Flanken und 50 Prozent aus Pässen. Das Gros der Tore fällt also nach Kombinationsspiel.

Man sieht so gut wie keine einstudierten Freistoßtricks mehr. Jedes Team hat einen vermeintlichen Zauberer, der versucht, den Ball direkt über die Mauer zu ...

... weil man diese Traumtore Dutzende Male im Fernsehen sieht, meinen alle, wie um Gottes willen effektiv der direkt geschossene Freistoß ist. Dabei landen nur vier Prozent im Tor. Gut möglich, dass es sinnvoller wäre, eine Kombination einzustudieren.

Und wer wird nun Weltmeister?

Mein Tipp lautet England. Die haben eine phantastische Abwehr. Dazu Gerard, Lampard und Beckham im Mittelfeld - kaum ein anderer Spieler der Welt ist so schwer vom Ball zu trennen wie Beckham. Dazu mit Rooney und Owen zwei absolute Weltklassestürmer. Bei den Engländern gibt es in allen Mannschaftsteilen Stars, die eine Partie entscheiden können.

Im Vertrauen, spielt nicht auch der Zufall eine wichtige Rolle? "Seine heilige Majestät der Zufall besorgt gut drei Viertel dieses miserablen Universums", schrieb Friedrich der Große 1773 in einem Brief an Voltaire.

Ein wunderschönes Zitat! Für meinen Fachbereich muss ich allerdings präzisieren: Es sind nicht ganz 75 Prozent. Aber circa die Hälfte aller Tore fallen nachweislich aufgrund zufälliger Faktoren: Der Schiedsrichter trifft eine Fehlentscheidung, ein Spieler schlägt über den Ball und dem nächsten hüpft er ans Knie und von dort ins Tor; bei einem Heimspiel des FC Arsenal rannte neulich ein Eichhörnchen über den Platz und irritierte die Spieler ...

Wenn man Andi Brehme glaubt, gilt aber zumindest das Gesetz der Serie: "Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß."

Eine nicht uninteressante These. Mit dieser Frage habe ich mich bisher nicht beschäftigt.

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22.06.2006 – Trikotnummern in der Saison 2006/2007 - Quelle/© www.schalke04.de

1 Frank Rost
3 Levan Kobiashvili
4 Mathias Abel
5 Marcelo Bordon
6 Hamit Altintop
7 Gustavo Varela
8 Fabian Ernst
9 Sören Larsen
10 Lincoln
11 Peter Lövenkrands
13 Christofer Heimeroth
14 Gerald Asamoah
15 Timo Kunert
16 Darío Rodriguez
17 Mesut Özil
18 Rafinha
19 Halil Altintop
20 Mladen Krstajic
21 Alexander Baumjohann
22 Kevin Kuranyi
24 Christian Pander
25 Zlatan Bajramovic
26 Niko Bungert
27 Tim Hoogland
28 Markus Heppke
29 Manuel Neuer
31 Sebastian Boenisch
34 Mario Klinger

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22.06.2006 – LWL kürt Schalker Glückauf-Kampfbahn zum Denkmal des Monats - Quelle/© LWL

Der LWL hat die Kampfbahn Glückauf, in der der FC Schalke 04 seine größten Erfolge feierte, zum Denkmal des Monats gekürt. Foto: LWL Gelsenkirchen. Beim Fußball geht es um rassige Zweikämpfe, viele Zuschauer, schöne Spielzüge, Traumtore - und manchmal auch um Denkmalpflege. Zumindest "auf Schalke". Denn die Glückauf-Kampfbahn im Gelsenkirchener Fußball-Stadtteil ist seit 1986 ein Denkmal und steht während der Weltmeisterschaft beim Public Viewing wieder im Interesse von tausenden Fans. Deshalb hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das Kult-Stadion jetzt zum Denkmal des Monats Juni gekürt.

"Die Glückauf-Kampfbahn ist zwar nicht besonders anspruchsvoll gestaltet, sie ist aber ein Baudenkmal, weil sie eine recht gut erhaltene typische Stadionanlage aus der Zeit darstellt, in der Fußball zum Massenereignis und zur wichtigsten Sportart im Ruhrgebiet wurde. Außerdem steht die Sportanlage für die Geschichte eines der bekanntesten Sportvereine Deutschlands, der hier seine größten Erfolge feierte, bis der FC Schalke 04 1973 nach Gründung der Bundesliga in das Parkstadion übersiedelte", erklärt LWL-Denkmalpfleger Hartmut Ochsmann.

Für den Umbau zu einer Veranstaltungsstätte des "Public Viewing" habe die Denkmalpflege weit reichende Kompromisse gemacht - so musste der Zuschauerwall an mehreren Stellen geöffnet werden. Er hoffe, dass nach der Fußball WM die Sportanlage so reorganisiert werde, dass sie weiterhin ein anschauliches Bild der historischen Glückauf-Kampfbahn biete und dass dort auch zukünftig Amateur- und Jugendspiele stattfinden könnten, so Ochsmann weiter.

Die Aussenfassade der Westtribüne aus groben Ruhrsandstein bietet ein trutziges Bild des Stadtions nach außen. Foto: LWL Bereits in den 1920er Jahren entwickelte sich der Fußball zu einem Medien- und Massenereignis. Besonders die "Schalker Knappen" lockten mit ihrer attraktiven Spielweise Zehntausende zu ihren Spielen, so dass sie dringend ein eigenes Großstadion brauchten. In der Nähe des Rhein-Herne-Kanals und des Schalker Marktes, an der Kurt-Schumacher-Straße, die damals noch König-Wilhelm-Straße hieß, stellten die Mannesmann-Röhrenwerke 1927 einen Bauplatz zur Verfügung. Ihr Baubüro fertigte auch die Pläne für die Sportanlage an.

Das Stadion besteht aus einem Fußballfeld, das von einer 400-Meter-(Asche-)Laufbahn für die Leichtathletik eingefasst wird - ein künstlich angelegter längsovaler Zuschauerwall umgibt die Anlage. Die langgestreckte Zuschauertribüne auf der Westseite mit Freistufen wurde 1936 angelegt und 1953 zu beiden Seiten symmetrisch erweitert. Sie ist mit einem weitausladenden 110 Meter langen Dach in Stahlbauweise überdeckt. Die Außenfassade der Tribüne ist aus groben Ruhrsandsteinen erstellt und bietet dem Besucher ein trutziges Bild. Unter der Tribüne befinden sich die
Umkleide- und Versorgungsräume für die Mannschaften, den Schiedsrichter und für den Platzwart.

Im September 1928 wurde die "Kampfbahn Glückauf", wie das Stadion nach dem Gruß der Bergleute genannt wird, eingeweiht. Auch die gekreuzten Schlegel und Eisen, die die Zuschauereingänge schmücken, symbolisieren die Verbundenheit des Vereins mit dem Bergbau. In dem neuen Stadion, 1936 das größte vereinseigene Stadion in Deutschland, wird der FC Schalke 04 in den folgenden Jahren zur erfolgreichsten deutschen Vereinsmannschaft - er gewinnt bis 1942 sechs deutsche Meisterschaften.

Die Stadt Gelsenkirchen entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur größten Bergbaustadt in Europa. Die Vorstadt Schalke, geprägt von Zechen und Hochöfen, war 1904 gerade seit einem Jahr nach Gelsenkirchen eingemeindet, als "Knappen", junge Bergleute, den Sportklub gründeten, der sich ab 1924 FC Schalke 04 nennen sollte.

In den 1920er Jahren gelang dem Verein ein rasanter Aufstieg bis in die höchste damalige Liga im Jahre 1926. Der Aufstieg war eng damit verbunden, dass die "Knappen" eine englisch geprägte Spielweise übernahmen, die zwei während des 1.Weltkrieges in England internierte Spieler in Schalke einführten. Die Schalker entwickelten ein Spielsystem, den "Schalker Kreisel", das ihre Mannschaft nicht nur sehr erfolgreich spielen ließ, sondern das für die Zuschauer auch von hohem ästhetischem Reiz war.

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22.06.2006 – Krstajic bricht sich den Arm - Quelle/© www.sport1.de

Mladen Krstajic hat sich bei der 2:3-Niederlage im letzten WM-Spiel von Serbien und Montenegro gegen die Elfenbeinküste einen Bruch des linken Unterarmes zugezogen.

Der Linksverteidiger von Schalke 04 hatte sich bereits in der 15. Minute verletzt und wurde umgehend zur Operation in ein Krankenhaus gebracht.

Wie lange Krstajic ausfällt, ist noch nicht geklärt.

Vor der Partie hatte der 32-Jährige bereits seinen Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt. Er wolle sich nur noch auf Schalke konzentrieren."

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19.06.2006 – Poulsen wechselt von Schalke zum FC Sevilla - Quelle/© dpa

Sevilla (dpa) - Der dänische Fußball-Nationalspieler Christian Poulsen wechselt vom FC Schalke 04 zum UEFA-Pokal-Sieger FC Sevilla.

Wie der spanische Erstligist am Dienstag mitteilte, hat Poulsen einen Vertrag über drei Jahre unterschrieben. Er wechselt ablösefrei, da sein Vertrag mit Schalke zum Saisonende ausgelaufen ist. «Alles ist sehr schnell gegangen», sagte Poulsen.

Er habe letzte Woche mit Sevilla zum ersten Mal gesprochen und man habe sich sofort geeinigt. «Ich bin sehr zufrieden, ich kenne den Club ja auch aus dem UEFA-Cup», meinte Poulsen. Er spielte in der vergangenen Saison mit Schalke im UEFA-Cup-Halbfinale gegen Sevilla.
Der 26-Jährige war 2002 vom FC Kopenhagen nach Gelsenkirchen gekommen.

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19.06.2006 – Hessen hat keine Probleme mit Deutschland-Flaggen an Polizeiautos - Quelle/© dpa

Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessen hat keine Probleme mit Deutschland- Flaggen an Polizei- oder Privatautos als bunte Begleiterscheinung zur Fußball-Weltmeisterschaft. Auch Regierungssprecher und Fußball-Fan Dirk Metz schmückt seit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft seinen Dienstwagen mit einer der fröhlichen kleinen Flaggen. «Die Diskussion darum in anderen Ländern empfinden wir als ziemlich kleines Karo», sagte Metz am Mittwoch in Wiesbaden. In Ländern wie Nordrhein- Westfalen und Berlin verbieten «Flaggen-Erlasse», Polizeiautos mit schwarz-rot-goldenen Fähnchen zu schmücken.

«Die vielen Fahnen, die im Augenblick sichtbar sind, ob von Deutschland, Portugal, Brasilien oder anderen Ländern, sie sind ein Ausdruck von Freundlichkeit und einer weltmeisterlichen Stimmung im Land», erklärte Metz. Auch das Innenministern sieht trotz der «Flaggenerlasse» in anderen Bundesländern keinen Regelungsbedarf. So lange von den Flaggen keine Gefahren ausgingen, sei der Schmuck völlig unproblematisch.

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15.06.2006 – Mimoun Azaouagh kehrt zum FSV Mainz zurück - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen (dpa) - Mimoun Azaouagh wird zur kommenden Saison vom FC Schalke 04 zum FSV Mainz 05 zurückkehren. Die Rheinhessen leihen den 23-jährigen Mittelfeldspieler, der von 1999 bis Dezember 2004 in Mainz spielte, für ein Jahr aus.

Danach soll der gebürtige Marokkaner mit deutschem Pass den noch bis Juni 2009 laufenden Vertrag bei den "Knappen" erfüllen. "Wir versprechen uns von diesem Schritt, dass er in einem vertrauten Umfeld zu seiner alten Leistung zurück findet", sagte Schalke-Manager Andreas Müller. Schalkes Wunsch bei dem Leihgeschäft ist Spielpraxis für den Techniker, der nach seiner Knieverletzung nur auf vier Einsätze in der Bundesliga und zwei im Europapokal kam.

Als "überragend" und passendes Geschenk zu seinem 39. Geburtstag empfindet Klopp die Rückkehr des verlorenen Sohnes. "Er war immer unser Junge, er wird es immer sein, egal wo er spielt", meinte der Mainzer Coach. "Es war der ausdrückliche Wunsch unseres Trainers Jürgen Klopp, dass er wieder zu uns zurück kommt. Und Mimoun wollte das auch", sagte 05-Manager Christian Heidel in einem Gespräch mit der Mainzer Allgemeine Zeitung.

Dabei hatte Heidel Interesse an Azaouagh in den vergangenen Wochen stets verneint. Rhein-Main-Rivale Eintracht Frankfurt dagegen buhlte offen um die Gunst des kleinen Technikers, der in der Jugend der Eintracht sein (Fuß)Handwerk lernte. Da Frankfurt eine Kaufoption in den Leihvertrag integrieren wollte, platzte das Geschäft. "Das war perfektes Management der Mainzer", sagte Azaouaghs Berater Klaus Gerster. "Er wollte unbedingt zu Klopp und Mainz zurück. Hier braucht er keine Eingewöhnungszeit."

Rund 250 000 Euro kostet den Club das Jahr mit Azaouagh, der auf einen Teil seines Schalker Gehaltes verzichten soll. "Er will einfach nur spielen", sagte Gerster. Azauouaghs Wechsel für rund eine Million Euro Ablöse nach Gelsenkirchen im Januar 2005 war wegen einer zuvor erlittenen schweren Knieverletzung von heftigen Turbulenzen begleitet.

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14.06.2006 – Sie haben überlebt! - Die WAZ fuhr gestern mit der "Strapazenbahn" vom Gelsenkirchener Hauptbahnhof zum Fifa-WM-Stadion - Quelle/© WAZ GE

Hier ein paar Tipps für Leser, die sich dieses Vergnügen bei nächster Gelegenheit auch antun wollen

Ich sag´s Ihnen: Sollte in Ihrer Nähe mal ein WM-Spiel stattfinden und Sie gerade nix zu tun haben, gönnen Sie sich ein echtes Erlebnis für schlappe zwei Euro. Fahren Sie mit der Straßenbahn zum Stadion!

Am besten, Sie starten vom Hauptbahnhof aus. Da sind Sie inmitten fröhlicher Zeitgenossen, die sich genauso auf die Fahrt freuen wie Sie. Und da Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, sollten Sie nicht gleich die erste Bahn nehmen. Da passen Sie eh nicht rein! Ebenso wenig in die zweite, dritte, vierte . . .

Vielleicht klappt´s mit der sechsten - oder der siebten. Aber passen Sie auf: Zwischendurch hält auch mal ein Wagen, der nicht zum Stadion fährt. Das merken Sie daran, dass keiner drin sitzt - außer dem Fahrer, der von den Hundertschaften fußballhungriger Fans ausgebuht wird.

Irgendwann ist´s soweit: Sie stehen in der Bahn! Einen festen Halt brauchen Sie nicht - darum kümmern sich die 20 Leute um Sie herum, mit denen Sie einen knappen Qua-dratmeter Wagenboden teilen. Ein Tipp: Drehen Sie Ihr Gesicht immer Richtung Fenster! Die Mixtur internationaler Schweißgerüche ist zwar eine interessante Erfahrung, auf Dauer aber nicht so angenehm wie die durchs Kippfenster einströmende Frischluft. Apropos Kippfenster: Hindern Sie jeden Fußball-Fan daran, seine Landesflagge darin einzuklemmen! Dann ist´s nämlich vorbei mit der Frischluft. Und so eine Fahrt dauert gefühlte drei Stunden. Zudem heizt sich der Wagen pro Minute um etwa zwei Grad auf. Rumstehen kann ganz schön Schweiß treibend sein!

Auch andere Sinnesorgane werden ausgiebig mit Eindrücken versorgt. Etwa die Ohren. Sie lernen Fangesänge anderer Länder. Sie verstehen zwar kein Wort, können am Ende aber mitsingen. Und wenn Sie einen Platz am Fenster ergattert haben, können Sie dieses als Trommel gebrauchen und ihre neuen Freunde anfeuern. Auch die Augen sind gefordert. Die versorgen Ihr Gehirn mit der Information, dass soeben an der Haltestelle weitere Fans zusteigen. Ihre Haut wird dies bestätigen: Es wird noch kuscheliger!

Bevor die Bahn platzt, sind Sie am Ziel. Aber Sie haben keine Karte fürs Stadion. Lassen Sie doch noch zwei Euro springen: Steigen Sie ein in die Bahn zurück, testen Sie das Echo in einem leeren Waggon und freuen Sie sich über die gequält dreinschauenden Gesichter hinter den Scheiben entgegenkommender Züge. Was Sie schon geschafft haben, haben die noch vor sich: Sie haben überlebt!

Von Steffen Gaux

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14.06.2006 – Azaouagh kehrt auf Leihbasis nach Mainz zurück - Quelle/© dpa - Meldung vom 14.06.2006 20:16 Uhr

Azaouagh kehrt auf Leihbasis nach Mainz zurück FSV-Trainer Jürgen Klopp (r) mit Mimoun Azaouagh im Schalker Trikot.

Gelsenkirchen - Mimoun Azaouagh kehrt überraschend vom Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zum Ligakonkurrenten FSV Mainz 05 zurück. Der 23-Jährige wird für ein Jahr ausgeliehen, teilte Schalke mit.

"Es war der große Wunsch von Mimoun, nach seiner langen Verletzungspause künftig mehr Spielpraxis zu bekommen. Dies wird in Mainz der Fall sein", sagte Schalkes Manager Andreas Müller.
"Wir versprechen uns von diesem Schritt, dass er in einem vertrauten Umfeld zu seiner alten Leistung zurückfindet", so Müller weiter.

Azaouagh war erst im Dezember 2004 von Mainz zu dem Revierverein gewechselt. Der Transfer hatte damals für viel Aufsehen gesorgt, weil sich beide Vereine öffentlich gegenseitigen Wortbruch vorwarfen und unterschiedlicher Auffassung über die Ablösesumme waren. Auf Grund seiner komplizierten Knieverletzung absolvierte Azaouagh bislang nur vier Bundesligaspiele für Schalke. Ab der Saison 2007/08 soll er wieder zu den "Knappen" zurückkehren und dort seinen bis 2009 gültigen Vertrag erfüllen.

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14.06.2006 – Mainz: Für ein Jahr von Schalke ausgeliehen - Azaouagh kehrt zurück - Quelle/© dpa

Die Mainzer melden einen alten Bekannten als Neuzugang für die kommende Saison: Mimoun Azaouagh kehrt auf Leihbasis für ein Jahr vom FC Schalke 04 zurück. Azaouagh war erst im Januar 2005 zu den Königsblauen gewechselt. Wegen der Folgen einer schweren Knieverletzung kam er dort aber zu nur vier Bundesliga-Einsätzen.

Zunächst waren die Schalker in Verhandlungen mit Eintracht Frankfurt, doch ein Wechsel kam nicht zu Stande, weil die Hessen eine Kaufoption wollten. Schalke-Trainer Mirko Slomka stellte klar, "dass wir Mimoun nur für ein Jahr weggeben würden, danach müsste er auf jeden Fall zurück. Schließlich halten wir große Stücke auf ihn".

Mainz-Manager Christian Heidel gab in einer ersten Stellungnahme zum Wechsel an: "Mimoun sucht Spielpraxis, um wieder in Tritt zu kommen. Es war der ausdrückliche Wunsch unseres Trainers Jürgen Klopp, dass er wieder zu uns zurückkommt."

Heidel hatte sich bei dem Transfer zu den Königsblauen vor eineinhalb Jahren einen heftigen Streit mit seinem damaligen Schalker Kollegen Rudi Assauer geliefert.

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08.06.2006 – Der letzte deutsche Fußballer - Schriftsteller Thomas Brussig feiert den Schalker Stürmer Gerald Asamoah - Quelle/© WELT

Ich mache mir Sorgen um den schlechten Ruf des deutschen Fußballs. Nachdem über Jahrzehnte das Image der Rumpelfüßler gepflegt wurde und in Kopfballungeheuer Horst Hrubesch seine höchste Inkarnation fand, ist die heutige Nationalmannschaft keine Rumpelfüßlertruppe mehr. Brehme und Kohler, das war mal. Ist Kapitän Ballack etwa ein Rumpelfüßler? Gewiß, er ist athletisch und hart im Nehmen - aber technisch versiert. Miro Klose ist keinesfalls Rumpelfüßler - er hat das Gift eines Balkanfußballers. Poldi und Schweini darf man gar nicht zusammen spielen lassen, sonst fangen sie gleich an zu zaubern, und Oliver Neuville schießt aus allen Lagen. Ausgerechnet Sebastian Deisler, der einst als Virtuose begann, schickte sich im vergangenen Jahr an, auch mal richtig reinzutreten - aber der ist leider verletzt und deshalb bei der WM nicht dabei. Christian Wörns könnte, aber darf nicht. Robert Huth werden wir kaum sehen, denn der ist das wandelnde Elfmeterrisiko.

Haben wir denn keinen echten Rumpelfüßler mehr, einen, der sich durch deutsche Tugenden auszeichnet und der Welt das zeigen wird, was von einem deutschen Spieler erwartet wird? Doch: Gerald Asamoah! Spielt er von Anbeginn mit, ist er immer der erste, dessen Trikot verschwitzt ist. An seinem Kinn hängt immer ein Schweißtropfen. Und vor allem: Er spielt nicht, sondern wühlt und rennt und kämpft und tritt. Bälle zurückerobern, das kann er - indem er sich in den Gegner verbeißt, immer zwei, drei Schritte mehr rennt und dahin kloppt, säbelt und grätscht, wo eben noch der Ball war.

Die Schiedsrichter in aller Welt haben sich an seinen Stil gewöhnt und pfeifen schon gar nicht mehr. Hat er den Ball erobert, rennt er mit ihm los, und wer sich in den Weg stellt, wird schlicht überrannt. Ein Hauch American Football kommt immer auf, wenn Asamoah den Ball führt.

Wirklich versiert ist Asamoah bloß im Foulspiel. Er beherrscht die Kunst des heimtückischen, für den Schiedsrichter unsichtbaren Foulspiels.

Ein typischer Asamoah-Spielzug sieht so aus: Nach Fehlpaß von Arne Friedrich erobert er den Ball zurück. Der Unterlegene bleibt am Boden liegen und greift sich schmerzerfüllt an den Knöchel. Asamoah hat sich derweil wühlend, unter Ellenbogeneinsatz und verdeckt foulend zur Grundlinie durchgeackert und müßte flanken. Die Flanke kommt - und geht sonstwohin. Manchmal sogar auf den eigenen Mann. Tore schießt er ja selten, obwohl er Stürmer ist. Klarer Fall: Gerald Asamoah ist der letzte Rumpelfüßler.

Mal ehrlich: Würden wir es uns gefallen lassen, wenn ein schwarzer Spieler uns verzaubert? Wenn er mit Hackentrick, Fallrückziehern, Übersteigern und exzellenter Technik brilliert? Nicht in den Vereinsmannschaften, wo die schwarze Perle den Exoten geben muß - sondern in der eigenen Nationalmannschaft.

Von Trainer Rudi Gutendorf, zu dessen Zuchterfolgen das Kopfballungeheuer Horst Hrubesch gehörte, ist überliefert, daß er bei seiner Trainertätigkeit in Afrika Tobsuchtsanfälle bekam, wenn einer seiner Spieler einen Hackentrick wagte. Vielleicht hat Rudi Gutendorf seinen Knappen Gerald Asamoah als Vorbild präsentiert. Der hat begriffen, daß Fußball nicht gespielt, sondern gekämpft wird.

Nomen est omen. Gerald ist deutsch, Asamoah exotisch. Gerald Asamoah erweitert und reproduziert zugleich das Bild eines deutschen Nationalspielers. Du mußt nicht Müller, Lehmann oder Brehme heißen, um bei den Deutschen mitzuspielen, und du mußt auch keine helle Haut haben. Du kannst auch Asamoah heißen und schwarz sein, um deutschen Fußball zu... Jedenfalls nicht zu spielen.

Die Bastürks, Altintops und Sahins haben sich für die falsche Nationalmannschaft entschieden. Sie sind in Deutschland geboren, haben immer in Deutschland gespielt und gehören natürlich auch in unsere Nationalmannschaft. Wir Deutschen denken in dieser Beziehung um - am Beispiel Gerald Asamoah. Am Beispiel auch von Hertha Müller, Wladimir Kaminer und Feridun Zaimoglu, die wir immer selbstverständlicher deutsche Literatur zu nennen bereit sind. Und auch der Autor dieser Zeilen hört nicht auf zu hoffen, daß er eines Tages als deutscher (und nicht mehr als ostdeutscher) Schriftsteller bezeichnet wird.

Da ein Spieler in seinem Leben nur für eine Nationalmannschaft spielen darf, sind unserer Nationalmannschaft Yildiray Bastürk, Hamid und Halil Altintop und Nuri Sahin für immer verloren gegangen. Aber nicht unbedingt die in Deutschland lebenden Talente türkischer Abstammung, denen die Entscheidung, für wessen Nationalmannschaft sie spielen wollen, noch bevorsteht. Und wenn sie keine Rumpelfüßler sind, werden wir es ihnen verzeihen.

Thomas Brussig lebt als Schriftsteller in Berlin. Zuletzt erschien der Roman "Wie es leuchtet" bei S. Fischer. Brussig ist ebenso Autor des Fußballtrainerabrechnungsromans "Leben bis Männer" (S. Fischer) und gern engagierter Spielertrainer der deutschen Schriftstellernationalmannschaft. Von kommender Woche an bis zum Ende der WM ist Brussig Fußballkolumnist im Feuilleton dieser Zeitung.

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07.06.2006 – Mit vollem Risiko - Er hat einen Herzfehler und spielt dennoch - Warum Gerald Asamoah der deutscheste aller deutschen Nationalspieler ist - Quelle/© DIE ZEIT 01.06.2006 Nr.23

Ist man um 14 Uhr mit einem bekannten Fußballspieler zu einem Gespräch verabredet, hat man um 14 Uhr nichts weiter zu tun, als auf einen bekannten Fußballspieler zu warten. Eine halbe Stunde Verspätung ist ein großes Kompliment, eine Stunde nicht der Rede wert, frühstens nach drei Stunden darf man mit einem Wort des Bedauerns rechnen. Man blättert dann in Zeitschriften wie im Wartezimmer einer Arztpraxis und macht sich verzweifelt über die Rätselseiten her. Am Ende fühlt man sich so leer, dass man gar keine Fragen mehr hat. Aber wenn man glaubt, der bekannte Fußballspieler habe sich eine Taktik der Zermürbung ausgedacht, dann überschätzt man die eigene Rolle maßlos. Dem bekannten Fußballspieler sind all diese Fragen und Antworten nämlich egal.

Das muss man wissen, bevor es losgehen kann mit dem Nationalspieler Gerald Asamoah. Der läuft nämlich schon fünf Minuten vor 14 Uhr ungeduldig in der Geschäftsstelle seines Vereins Schalke 04 umher und sagt: »Ich bin ein Typ, der nicht gerne wartet.« Seit er mit zwölf Jahren aus Ghana nach Deutschland kam, habe er viel gelernt über seine neue Heimat und deren Zeitgefühl. Am Anfang seiner Fußballkarriere, sagt er, sei er beim Training meist zu spät erschienen, »in Ghana spielt Zeit keine Rolle«. Inzwischen rege er sich schon auf, wenn sich einer nur um wenige Minuten verspäte. »Ein Deutscher ist nicht locker«, sagt Asamoah, »er ist pünktlich, diszipliniert.«

Gerald Asamoah hat sich von den Deutschen viel abgeguckt, sogar das Fußballspielen. Er ist ja selber Deutscher geworden, Deutschlands erster in Afrika geborener Nationalspieler. »Asa« rufen ihn Mitspieler und Fans. Spricht Asamoah über sich in der dritten Person, sagt auch er »Asa«. Er tut oft das, was andere von ihm erwarten. Am liebsten macht er mit ihnen Späße.

Bei der Weltmeisterschaft geht kein Spieler ein höheres Risiko für sein Land ein. Vor acht Jahren stellten Ärzte bei Asamoah eine Verdickung der Herzscheidewand fest. Asamoah setze sein Leben aufs Spiel, meinten sie, er müsse aufhören mit dem Profisport. »Weg vom Leben« sei er damals gewesen, sagt er heute. Asamoah lief von einem Arzt zum nächsten, flog in die USA und fand schließlich Spezialisten, die ihm bescheinigten, dass sein Risiko viel kleiner sei als zunächst angenommen. Er durfte wieder spielen.

Der Defibrillator steht immer bereit

Jetzt nimmt er morgens seine Herztabletten und fährt zum Training. Der Verein schaffte für ihn ein Erste-Hilfe-Gerät an, einen Defibrillator, der immer in der Nähe steht. Als vor zwei Jahren der brasilianische Fußballspieler Serginho mit einem plötzlichen Herzstillstand auf dem Platz zusammenbrach und daran starb, dachte Asamoah wieder sehr oft an sein eigenes Herz. Aber immer sind es andere, die umkippen - der Schalker Mannschaftsbetreuer Charly Neumann. Schlaganfall. Der Fitness-Trainer des Vereins, Christos Papadopoulos. Herzinfarkt. Asamoah machte gerade im Kraftraum seine Übungen, als es nebenan passierte. Sofort holte jemand den Defibrillator, den man eigentlich für Asamoah angeschafft hatte. Später, nach der Genesung, sagte der Fitness-Trainer zu ihm: »Danke, Asa, du hast mein Leben gerettet!«

Im Stadion bewarfen sie ihn mit Bananen

Nicht einmal eine Versicherung würde zahlen, wenn Asamoahs Herz auf dem Platz nicht mehr mitmachen sollte. Alles sein persönliches Risiko. Was ist dagegen die Sorge des Ersatztorhüters Oliver Kahn, während der WM die ganze Zeit vom Spielfeldrand aus zuschauen zu müssen? Die Sorge des Nationaltorhüters Jens Lehmann, besser halten zu müssen als Kahn in den Erinnerungen der Deutschen? Lächerlich. Gerald Asamoah setzt sein Leben ein, weil er nicht bereit ist, einer Drohung nachzugeben und sich einer medizinischen Möglichkeit zu unterwerfen. »Ich gehe in die Zweikämpfe«, sagt er, »man kann immer noch mehr aus sich herausholen.« Verliert er den Kampf auf dem Platz, gewinnt er trotzdem den Kampf mit sich selbst.

Wie fröhlich er dasitzt und von sich zu erzählen beginnt, an diesem viel zu großen und fürchterlich aufgeräumten Konferenztisch, an dem sich eine gelöste Stimmung eigentlich niemals ergeben kann. Ein 27jähriger Mann mit einem Torero auf dem T-Shirt. Nicht einen Moment lässt er sich einschüchtern von diesem nichtssagenden Büroraum gegenüber der Fußballarena von Gelsenkirchen. Laut lacht er los und erzählt seine Geschichten. Zum Beispiel die Geschichte von seinen Mitspielern und ihren Socken, in die er Shampoo füllt, wenn die Jungs unter der Dusche stehen. Er erzählt, dass er die Fußballschuhe der anderen versteckt. Oder die Geschichte von jenem Samstag, als Schalke 3:2 gegen die Bayern gewann. Daran erinnert er sich genau. An jenem Tag heiratete Asamoah außerdem seine Freundin Linda, er war aber nicht dabei. Auch Linda stammt aus Ghana. Bei der Hochzeit war auch sie nicht dabei. Ihre Familie wurde in Ghana von Asamoahs Familie besucht, ein Foto der jungen Leute aus dem fernen Deutschland stand auf einem Hochzeitstisch, und am Ende besiegelten die Familien die Ehe mit einem rauschenden Fest. Stundenlang könnte Asamoah solche Geschichten erzählen. Er sagt: »Ich habe viel erlebt.«

Oft läuft es mit bekannten Fußballspielern ganz anders. Sie sind in der Lage, den Zauber ihres Spiels total zu vernichten durch das, was sie darüber sagen. Man kann sich das glänzende Bild von einem überragenden Fußballspieler allein dadurch kaputtmachen, dass man ihm ein paar Fragen stellt und auf die Substanz seiner Antworten achtet. Blub, blub, minutenlang, bla, bla. Gerade einigen der besten Spieler müsste man verbieten, sich einer Pressekonferenz zu stellen. Ein solcher Vorschlag erschiene jedoch abwegig in einer Gesellschaft, die unersättlich nach Antworten giert.

Fast alle von diesen Leuten können besser spielen als reden, und das Bonmot liegt nahe, bei Asamoah sei es umgekehrt. Müsste ihm ein Trainer ein Arbeitszeugnis schreiben, käme darin bestimmt der Satz vor: »Er hat sich nach Kräften bemüht.« Man kann aus einem solchen Satz eine Niederlage herauslesen, man kann aber auch daran glauben, dass noch etwas geht. »Gott hat noch viel mit mir vor«, sagt Asamoah.

Von Deutschen in Fußballstadien hat er sich mit Bananen bewerfen lassen, ihre Affenschreie hat er ertragen, abends haben ihn deutsche Türsteher nicht in Diskotheken gelassen, und Gerald Asamoah hat sich durchgesetzt. Der Pfarrer Hans-Jürgen Dohm, Vorsitzender im Schalker Ehrenrat, sagt über Asamoah: »Leute mit seiner Hautfarbe sind auf Schalke sonst im Reinigungsdienst. Bei ihm geht alles über Leistung.«

So ehrgeizig ist Asamoah Deutscher geworden, dass er sich in seiner Freizeit am liebsten auf einem Sofa ausruht oder mit seiner Frau Linda ruhig im Garten sitzt. Einen Garten haben sich die beiden schon lange gewünscht. Sie haben sich in Marl ein Haus im Grünen gekauft, manchmal laden sie Freunde ein und grillen Würstchen. Wenn es jemanden gibt, der in der Nationalelf die so genannten »deutschen Tugenden« verkörpert, dann der eingedeutschte schwarze Mann.

Als die Nationalelf Ende März in Dortmund gegen die USA antrat, stürmte Asamoah auf der rechten Seite, das heißt, er bemühte sich. Es war zunächst ein erschreckend zaghaftes Hin und Her, niemand traute sich was. Da holte sich Asamoah den Ball und versuchte sein Glück, rannte los, scheiterte aber vor dem 16-Meter-Raum. Er wechselte auf die linke Bahn, zurück auf die rechte, unermüdlich. Bald tropfte der Schweiß von seinem Kinn. Mit aller Gewalt wollte er den Ball ins Tor wuchten, aber das Tor blieb für ihn unerreichbar weit weg. Oft verhedderte er sich in einer Abseitsfalle der Amerikaner. Die Gegner schienen sich ein wenig vor ihm zu fürchten, am Anfang des Spiels, als sie die Masse sahen, die mit ihm heranrollte. Aber dann verlor sich Asamoah wieder in seinem ewigen Kampf. In der 66. Minute wurde die Masse ausgewechselt gegen die Wendigkeit. Oliver Neuville durfte ins Spiel und schoss das erlösende 1:0.

Wie auf einer vorbestimmten Linie wütet Asamoah nach vorn, sehr eckig, sehr berechenbar. Es ist für einen Abwehrspieler nicht leicht, ihn zu stoppen, aber es ist leicht zu erkennen, wo man ihn wird stoppen müssen. Dann wird Asamoah manchmal gefoult. Er liegt am Boden und steht wieder auf und fällt und steht wieder auf. »Ich mache die Drecksarbeit«, sagt er, und wie er das sagt, klingt es wie eine Auszeichnung. Gäbe es ein Bundesverdienstkreuz für offensiven Fußball, müsste sich Asamoah mit den Fernsehbildern seiner erlittenen Fouls bewerben.

»Warum schießt du nicht?«, fragt seine Frau Linda manchmal, wenn Gerald Asamoah nach einem Länderspiel durch die Tür kommt. Sie interessiert sich nicht besonders für Fußball, schaut sich seine Spiele aber immer im Fernsehen an. »Du musst öfter auch mal schießen«, sagt sie. »Sag mal, willst du mir auch da sagen, was ich machen soll? Du hast doch gar keine Ahnung«, antwortet Asamoah dann ärgerlich. Sie lässt nicht locker, und weil er die Diskussion beenden will, knickt er schließlich ein und sagt: »Okay, ich schieße das nächste Mal.« Man hört Deutschland mit seiner Nationalelf hadern, wenn Linda mit Gerald Asamoah über Fußball spricht.

»Ich bin nicht so ein Torjäger«, sagt er, »ich bin nicht der abgebrühte Spieler, der eiskalt die Bälle reinmacht.« Zweifel habe er nicht vor dem Tor, nie, aber er mache sich so viele Gedanken. Zwei Gedanken sind vor dem Tor immer ein Gedanke zu viel. Ein Weltstar wie der Brasilianer Ronaldinho hat dann nichts als den Torgedanken, bei Asamoah springt der Ball im letzten Moment weg. Ronaldinho, Asamoah. Lässt man die beiden kurz hintereinander in einen gemeinsamen Satz laufen, entsteht eine Schrecksekunde, die mehr über die Klassenunterschiede zwischen der brasilianischen und der deutschen Mannschaft sagt als jede Torraumszene.

Ein Lachen, um der Verzweiflung zu entkommen

»Das mit dem Toreschießen üben wir noch«, sagte Rudi Assauer, der ehemalige Manager des FC Schalke, vor Jahren einmal in die Mikrofone der Fernsehsender und legte einen Arm um den erschöpften Asamoah, der nach einem verlorenen Spiel schweißnass vom Platz getrottet war. Als der Manager breit grinste, schaltete Asamoah wie auf Befehl sein Lachen ein, aber es stand nur das verkniffene Lächeln eines Ertappten in seinem Gesicht. Der starke Gerald, hilflos und stumm, ein auf dem Pausenhof gefürchteter Brecher, über den sich der Lehrer vor der ganzen Klasse lustig macht. Ein Lachen kann auch ein Weg sein, der Verzweiflung zu entkommen.

Wollen Journalisten Gerald Asamoah etwas Gutes tun, dann sagen sie: »Mensch, Asa, du hast schon wieder abgenommen, oder?« Asamoah nimmt ständig ab und ständig zu, seit Jahren, und wenn man Zeitungsmeldungen sammeln würde, in denen sein Gewicht erwähnt wird, hätte man schnell einen Riesenstapel zusammen. Der Stapel wäre vielleicht sogar schwerer als Asamoah. »Guck mal, der hat wieder abgenommen, sagen die Leute.« Sagt Asamoah über die Leute. Aber die Leute sagen es meist nur, weil die Journalisten es schreiben. Die Journalisten schreiben es, weil sie es lustig finden, dass sich ein schwarzer Kugelblitz für Deutschland das Herz zerreißt. Spricht man mit Asamoah darüber, dass er in den Sammelalben mit den vielen Spielerfotos nur in der Zeile mit den Kilos ein wenig herausragt, dann sagt er bloß: »Bei mir täuscht das Gewicht immer.« Er brummt diese Antwort mehr, als dass er sie spricht.

Gerald Asamoah wird wieder abgenommen haben, wenn die WM beginnen wird, und er wird wieder aussehen, als habe er nicht abgenommen. Er wird vor dem Anpfiff die Nationalhymne nur summen, weil die anderen sonst darüber frotzeln werden, ob er denn den Text verstehe. Überhaupt, die anderen werden nichts mitkriegen von seinen Minuten zwischen der Umkleidekabine und dem Fußballrasen. »Ohne Gott wäre ich nichts«, wird sich Asamoah wieder sagen, »der da oben ist schon was Besonderes.« Um ein bisschen Glück wird Asamoah bitten, dass seine Mannschaft gewinnt und dass er heil zurückkommt. »Bis jetzt ist mir nichts passiert. Ich danke Gott.« Auf dem Gang nach draußen in die brüllende Arena wird es zu eng sein für die wandernden Gedanken eines Spielers, der versinken will in einem lautlosen Augenblick. Gerald Asamoah wird sich wieder auf der Toilette einschließen und im Stehen beten.

Von Stefan Willeke

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07.06.2006 – Interview mit Schalke-Torwart Frank Rost: "Slomka weiß, was auf ihn zukommt!" - Quelle/© kicker

kicker: Herr Rost, Sie bleiben Schalke erhalten. Wie haben Sie die Spekulationen um einen Verkauf nach England aufgenommen?

Frank Rost: Ich habe es zur Kenntnis genommen. Mehr nicht. Wenn man mich wirklich verkaufen wollte, hätte man mir das sicher ins Gesicht gesagt. Ich bin schon vier Jahre auf Schalke und habe diesen Verein schätzen gelernt mit seiner Tradition und seinen Fans. Hier herrscht eine familiäre Atmosphäre.

kicker: Doch in dieser Familie wird reichlich gezofft!

Rost: In meinen Jahren als Schalker gab es Diskussionen um alles, meistens ums Geld. Das gehört offensichtlich dazu. Manchmal wünsche ich mir für diesen Klub eine hanseatische Mentalität, dass man alles mal gelassener sieht.

kicker: Vorbild Werder Bremen?

Rost: Auf Schalke schlägt Enttäuschung sofort ins Extrem um. Deshalb herrscht ständig Unruhe. Es ist das Schwierige hier, dass man immer Stellung beziehen muss zu Dingen, die völlig unnötig sind.

kicker: Schalke wirkt gespalten: Zählen Sie zu denen, die mit der Saison zufrieden sind, oder zählen Sie zu den Angefressenen?

Rost: Zufrieden bin ich nicht. Es war mehr drin. Aber wir haben es vergeigt gegen Teams wie Köln, Duis-burg oder Wolfsburg. Und Hamburg und Bremen haben eine überragende Runde gespielt. 70 Punkte! Damit bist du jahrelang Meister geworden, heute reicht es nur noch für die Champions League. Daran müssen wir uns in der Bundesliga gewöhnen. Inzwischen reichen ja 34 Punkte, um drin zu bleiben. Die Kluft zwischen der Spitze und dem Keller wird immer größer.

kicker: Für Schalke reichte es nicht mal zu Platz drei, dem Minimalziel. Müssen sich die Fans wieder vom Meistertraum verabschieden?

Rost: Die Fans fragen mich immer nach dem Titel. Die Leute lechzen danach. Auch jeder Spieler träumt davon. Aber es gibt Dinge, die kann man nicht ändern. Wenn man zu der Erkenntnis käme, sich andere Ziele zu stecken, Ul-Cup oder UEFA-Cup, dann wären die Erwartungen nicht mehr so groß. Vielleicht wäre dann eine Überraschung möglich. Um ganz nach oben zu kommen, gibt es nur zwei Wege.

kicker: Welche?

Rost: Man kann es machen wie Chelsea, kauft 20 Topleute und einen Toptrainer, der den Laden im Grif hat. Oder man versucht es übe ein Wir-Gefühl, eine verschworenen Gemeinschaft. Auch dann ist ist Fußball alles möglich. So wurde Lautern 1998 als Aufsteiger Meister Für mich ist das der angebrachte Weg, weil er zu Schalke 04 passt.

kicker: Aber Schalke präsentierte sich zuletzt nun wirklich nicht als verschworene Gemeinschaft.

Rost: Das ist das Problem. Wir müssen sehr selbstkritisch sein, denn wir alle, ich betone wir alle, haben uns sehr schlecht verkauft in der Öffentlichkeit, und das jahrelang. Das würde bei Topklubs nicht passieren, nicht bei Arsenal, nicht bei den Bayern. Nehmen Sie Kevin Kuranyi und Fabian Ernst...

kicker:... die Jürgen Klinsmann aus dem WM-Kader gestrichen hat.

Rost: Das ist absolut kein Vorwurf an Klinsmann. Wir sind selbst schuld auf Schalke. Wir haben uns zu schlecht dargestellt. Hier wurde immer rumgenörgelt, ständig was schlecht gemacht, immer gab es Theater. Wir haben kein einheitliches Bild abgegeben - und so sind zwei unserer Nationalspieler plötzlich draußen, die über Jahre stets dabei waren. Wir sind doch nicht schlechter als Dortmund - aber die haben drei Nationalspieler im deutschen Kader, von denen eineinhalb auch noch verletzt sind. Und wir stellen nur einen ab. Nach meinem Empfinden ist das ungerecht. Ich bin sicher: Das Bild, das Schalke abgibt, spielt bei solchen Entscheidungen im Hinterkopf eine Rolle.

kicker: Spielen auch Sie deshalb keine Rolle im Nationalteam?

Rost: Möglich.

kicker: Frustriert Sie das?

Rost: Ich bin natürlich enttäuscht, dass ich völlig übergangen werde. Je höher die persönliche Messlatte, desto größer ist die Enttäuschung. Aber ich bin Enttäuschungen gewohnt. Ich werde das schon wegstecken.

kicker: Sie wollten mit Schalke Titel gewinnen - auch im vierten Jahr klappte das nicht. Ist das für Sie befriedigend?

Rost: Ich kam mit großen Erwartungen und wurde enttäuscht, weil das Team seine große Zeit hinter sich hatte. Jetzt ist ein neues Team entstanden. Das Leben ist halt kein Wunschkonzert. Ich finde Schalke trotzdem imposant.

kicker: Das Ziel für die neue Saison lautet wieder: Champions League. Zu hoch für diese Mannschaft?

Rost: Mein größter Wunsch wäre, dass wir eine richtige Mannschaft werden. Das wäre der erste Schritt hin zu den Zielen. Eine Mannschaft, in der sich jeder an das hält, was beschlossen wurde. Egal, ob er dafür gestimmt hat oder dagegen. Ein Team, in dem alle mitziehen. Wenn jeder macht, was er will, funktioniert eine Mannschaft nicht.

kicker: Sie sprechen Zlatan Bajramovic an oder Lincoln, die nach Auswechslungen vorzeitig abdüsten?

Rost: Ich nehme auch mich nicht aus. Ob wir hier von Brasilianern reden, Deutschen oder Indern, ist völlig egal. Wenn etwas festgelegt wurde, soll sich bitte auch jeder daran halten, ob es ihm passt oder nicht. Das ist es, was Schalke fehlt. Dafür gibt es etliche Beispiele.

kicker: Nennen Sie uns eines.

Rost: Ich nehme lieber eins aus meiner Kindheit. Wir haben mit neun Jahren auf der Wiese gekickt. Da waren 20 Jungs. und ich war froh, wenn ich überhaupt mitspielen durfte. Aber die größeren Jungs wussten: Der Kerl ist gut, den können wir in die Kiste stellen, mit dem gewinnen wir. Das muss auch auf Schalke jeder in die Birne kriegen: Wenn aufgelaufen wird, gibt es nur ein Ziel: der Sieg für Schalke. Egal, ob einem die Nase des Nebenmannes passt oder nicht. Wir sind fußballerisch in der Lage, jeden in der Bundesliga zu schlagen. Dass uns das zu selten gelingt, sollte uns zu denken geben. Jeder muss die persönlichen Dinge zurückstellen. Oder sagen: Ich habe keine Lust mehr, für Schalke zu spielen. Fußball funktioniert auf der ganzen Welt mit Regeln. Schauen Sie sich den Hieb an!

kicker: Hieb von Arsenal?

Rost: Ja. Der war in Stuttgart ein Exot und kaum dazu zu bewegen, defensiv zu arbeiten. Haben Sie gesehen, was für einen begeisternden, schnellen und laufintensiven Fußball der plötzlich in Arsenal spielt? Darüber müssen wir in Deutschland mal nachdenken. Warum ist das in der Bundesliga anders? Warum wird das bei uns so hingenommen?

kicker: Eine Frage der Disziplin?

Rost: Nicht nur. Es geht auch um Begeisterung für eine Sache an sich, für eine Mannschaft, für einen Verein. Dass alle auflaufen und richtig Gas geben, um zu gewinnen.

kicker: Sie haben für Schalke oft autoritäre Trainer gefordert. Wie sehr deckt sich Mirko Slomka mit Ihren Vorstellungen?

Rost: Ich hoffe, dass er seinen Stil beibehält und sich nicht beeinflussen lässt. Ein Trainer ist wichtig. Chelsea könnte sich nicht alleine trainieren. Die brauchen ihren Mourinho. Slomka weiß, was auf ihn zukommt.

kicker: Was wird da kommen?

Rost: Man wird ihn in den Himmel loben, und wenn es schlecht läuft, wird man ihn verteufeln. Schalke ist eben extrem. Ich hoffe, dass er Erfolg hat, denn es wäre nötig, dass hier ein Trainer mal längere Zeit arbeitet. Gemeinsam mit Manager Andreas Müller. Das sind zwei Typen, die sich 24 Stunden am Tag für Schalke aufreiben. Ich bin überzeugt, dass sie es packen - wenn sie die Möglichkeit bekommen, in Ruhe zu arbeiten. Aber es ist ein Problem auf Schalke, dass du immer Steine in den Weg geschmissen kriegst. Ich hoffe, dass das jetzt aufhört.

kicker: MUSS die Mannschaft Slomka helfen?

Rost: Die Mannschaft muss umsetzen, was er vorgibt. Bedingungslos. Er trägt dafür ja auch die Verantwortung. Otto Rehhagel hat mal gesagt: „Ihr dürft alle sagen, was ich denke." Das passt! Du brauchst eine demokratische Diktatur. Führungsspieler wie Marcelo Bordon, Mladen Krstajic und ich müssen Slomka in seinem Tun unterstützen und seine Philosophie in der Mannschaft verankern.

kicker: Dabei gewann man zeitweise den Eindruck, auf Schalke gebe es mehr Häuptlinge als Indianer.

Rost: So viele Häuptlinge können wir nicht haben. Wenn es schwierig wird, gibt es nicht viele, die auch mal was sagen.

kicker: Wie kriegt man die Personalie Lincoln in eine positive Bahn?

Rost: Das ist wieder eine Sache, die nicht gut gelaufen ist Wir alle haben es nicht geschafft, ihn mehr auf unsere Seite zu ziehen. Er ist in gewisser Weise ein Exot, aber ein genialer Fußballer, der für uns Spiele gewinnen kann. Als er damals vorzeitig das Stadion verließ, hätte ihn einer abfangen müssen. Alle auf Schalke wissen doch, wie er tickt. Man hätte ihm nur sagen müssen: „Ab in die Fankurve, ob es dir jetzt passt oder nicht!" Dann wäre das ganze Theater nie entstanden. Wir müssen mit diesem Thema besser umgehen, allesamt, dann wird auch Lincoln wieder Spiele für uns entscheiden.

kicker: Manche befürchten, dass Lincoln auf einen Wechsel drängt. Wollen dann auch andere weg?

Rost: Das könnte passieren. Dann müsste man halt mit denen arbeiten, die gerne für Schalke spielen. Davon gibt es genug. Nur: Um die Qualität zu erhöhen, muss sich die Mannschaft als solche besser darstellen. Das ist der Fehler. Lincoln hat gesagt, dass er gerne für Schalke spielt. Das lasse ich so stehen.

Interview: Jean-Julien Beer

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07.06.2006 – Interview mit C. Tönnies - Quelle/© Reviersport

Hinter Clemens Tönnies liegen die wohl schwersten drei Wochen seiner bislang 13-jährigen Amtszeit als Aufsichtsrat des FC Schalke 04, dem er seit 2001 auch vorsitzt. Am vergangenen Samstag wurde er 50 Jahre alt. Im Interview mit Revier- Sport verriet der Fleischfabrikant, warum er trotz, oder gerade wegen des Erdbebens um den Rücktritt von Rudi Assauer als Manager bei den Königsblauen optimistisch in die Zukunft schaut. Und warum er auch seine Zeit auf Schalke als endlich versteht.

Clemens Tönnies, hinter Ihnen liegen die wohl schwersten drei Wochen in Ihrer nunmehr 13-jährigen Amtszeit im Aufsichtsrat des FC Schalke 04. Haben sich die Wogen um den Rücktritt von Rudi Assauer als Manager beim FC Schalke 04 mittlerweile ein wenig gelegt?

Ich habe ja am Mittwoch im Kreis der Mitglieder intern noch einmal die Gründe dargelegt. Die verständlichen Emotionen ebben mittlerweile etwas ab und das ist auch gut so. Es ist jetzt die Zeit nach Rudi Assauer angebrochen und wir brauchen Ruhe im Verein, um in Zukunft erfolgreich sein zu können. Dann bin ich überzeugt davon, dass wir eine tolle Saison spielen werden.

Rudi Assauer hat aber bereits angekündigt, auf der Jahreshauptversammlung am 29. Juni im Sportzentrum Schürenkamp das Mikrofon ergreifen zu wollen. Erwarten Sie eine Schlammschlacht wie in früheren Zeiten?

Ich habe ja kein Problem damit, dass der Rudi dort redet. Aber die Diskussion mit den Fans hat mich in meiner Meinung bestätigt, dass die sich schon sehr mit der ganzen Sache auseinandergesetzt haben und dass es eine ganz vernünftige Veranstaltung wird. Wir haben ja nichts zu verbergen. Aber ich glaube auch nicht, dass der Rudi da Öl ins Feuer gießen will. Das hat er ja auch mehrmals betont. Ich gehe davon aus, dass er sich auch daran hält und sich nicht widerspricht.

Sind denn in der täglichen Arbeit schon Veränderungen sichtbar?

Man kann spüren, dass der Vorstand hoch motiviert ist und insbesondere Andreas Müller sich jetzt ganz deutlich in die sportlichen Belange einbringt. Er geht da einen ganz gradlinigen und konsequenten Weg. Ich bin überzeugt davon, dass er seinen eigenen Stil finden wird. Da habe ich keine Zweifel. Aber es wird keine Person mit einer derartigen Machtfülle, wie sie Rudi Assauer hatte, im Verein mehr geben.

In regelmäßigen Abständen werden in den Medien immer wieder Meldungen über eine bevorstehende Insolvenz des FC Schalke 04 lanciert. Wie ist denn die tatsächliche Ist-Situation?

Der FC Schalke 04 ist nicht pleite. Wir haben im kurzfristigen Bereich eine sehr knappe Linie. Aber wir können den Geschäftsbetrieb durchführen. Wobei auch hier das Tal bereits durchschritten ist durch die 25 Millionen Euro, die wir in diesen Tagen an Fernsehgeldern und Dauerkartenverkäufen erhalten. Man könnte sagen, wir haben zur Zeit eine Hand breit Wasser unter dem Kiel, aber wir brauchen bei der kurzfristigen Liquidität natürlich zukünftig wieder mehr Spielraum.

Wie wollen Sie das erreichen?

Durch ein Bündel von Sparmaßnahmen. In den vergangenen Jahren haben wir unsere Mannschaft verstärkt und auf ein internationales Niveau gebracht. Die steht jetzt, da brauchen wir nicht mehr groß zu investieren. Jetzt befinden wir uns in der Konsolidierungsphase. Unsere Gehaltsstruktur haben wir bereits gedeckelt, gaben nur 39 Prozent unseres Etats für Gehälter aus. Das schafft in der Bundesliga kaum ein anderer Verein. Und unsere Transferpolitik wird sich in den kommenden Jahren dadurch auszeichnen, dass wir grundsätzlich keine Ablösesummen mehr bezahlen wollen. Aber wir werden auch in allen anderen Bereichen des operativen Geschäftes sparen ohne ihn dadurch zu schwächen oder unseren Service einzuschränken.

Etwas konkreter, bitte!

Zum Beispiel ist angedacht, die Bandenwerbung zukünftig wieder in eigener Regie durchzuführen. Die DSM verlangt da nicht wenig Geld. Was Schalke gehört, soll zukünftig auch bei Schalke bleiben und der Nutzen nur dem Verein zu Gute kommen.

Aber es wird kein Leistungsträger verkauft, richtig?

Richtig. Wir haben für die neue Saison eine ganz solide Finanzplanung aufgestellt. Wir kalkulieren mit 105 bis 110 Millionen Euro an Umsatz. Den schaffen wir, wenn wir die Vorrunde im UEFA Cup überstehen und die Gruppenphase erreichen.

Was passiert, wenn das nicht der Fall ist und Sie in der kommenden Serie einen internationalen Platz verfehlen sollten?

Das ist dann eine andere Situation. Dann müssen wir uns in der Tat zusammensetzen und überlegen, wie wir das Loch stopfen können.

Tritt dann wieder Clemens Tönnies mit einem Privatkredit ein, den er sich mit 9,5 Prozent Zinsen gut bezahlen lässt?

Nein, das wird nicht passieren. Und das mit den 9,5 Prozent ist eine glatte Lüge. Ich bekomme genau sechs Prozent. Gehen sie mal zur Bank und fragen, was sie dort im gleichen Fall bezahlen müssen. Die fünf Millionen Euro Darlehen habe ich für die Verpflichtungen von Rafinha und Marcelo Bordon zur Verfügung gestellt, weil diese Spieler plötzlich auf dem Markt waren. Und die will ich auch erst wieder haben, wenn der Verein das gut zurückzahlen kann. Ich habe keine Sorge, dass das nicht passiert. Sonst hätte ich das nicht gemacht. Ich habe dafür keinerlei Sicherheiten verlangt, weil ich nämlich die finanzielle Situation auf Schalke bestens beurteilen kann.

Haben Sie angesichts der ganzen Begleitumstände überhaupt noch Spaß an ihrem Job?

Die 13 Jahre meiner Amtszeit haben mir unglaublich viel Spaß gemacht. Es waren die schönsten Jahre der jüngeren Vereinsgeschichte. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass einige Leute meinen, sie müssten sich über gewisse Internetforen anonym in einer derartig abfälligen Art und Weise über den Aufsichtsrat und mich persönlich äußern, die ich nie für möglich gehalten hätte- noch dazu ohne mich oder die Situation im Verein gut zu kennen. Aber meine Lebensplanung hat immer vorgesehen, dass meine Zeit auf Schalke auch irgendwann abläuft. Ich will genau dann aufhören, wenn wir es geschafft haben, den Verein neu aufzustellen. Das habe ich meiner Frau versprochen, als ich mich im vergangenen Jahr noch einmal zur Wahl gestellt habe.

Interview: Stefan Bunse

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03.06.2006 – Dabeisein ist alles: Schalke-Torwart Heimeroth als WM-Volunteer - Quelle/© dpa

Gelsenkirchen (dpa) - In die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist Christofer Heimeroth nicht berufen worden. Trotzdem ist der Reservetorwart des Bundesligisten FC Schalke 04 bei der Weltmeisterschaft aktiv dabei. Heimeroth ließ sich als einer von rund 1000 Volunteers, die in Gelsenkirchen arbeiten, akkreditieren.

«Dabeisein ist alles. Für mich war direkt klar, dass ich bei der WM im eigenen Land mithelfen werde», sagte der Keeper.

Heimeroth ist einer der prominenten Helfer, die sich unentgeltlich in den Dienst der WM stellen. Tickets habe er keine bekommen und daher sei es für ihn nahe liegend gewesen, sich im Gelsenkirchener Volunteer-Büro einzutragen. Bei den Spielen in Gelsenkirchen wird der 24-Jährige, der bislang acht Bundesliga-Spiele bestritt, in der Organisation zum Einsatz kommen. «Ich soll unter anderem darauf achten, dass alle Fahnenträger am richtigen Platz stehen», sagte er.

Heimeroth ist nicht nur Profi, sondern ein echter Fußball-Fan. Zur Europameisterschaft 2004 in Portugal fuhr er per Wohnmobil. Mit seinem Verein hat er die freiwillige Tätigkeit abgestimmt. «Wir nehmen den Trainingsbetrieb erst am 1. Juli wieder auf. Das passt», sagte Heimeroth, der sich freut, seinen Beitrag «für eine erfolgreiche WM» leisten zu können.

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01.06.2006 – NRW-Bauminister klebte im Landtag Fußball-Bildchen - Quelle/© www.spiegel.de - 1.6.2006 17:19 / ler/AFP/dpa

Das Fußballfieber hat auch den nordrhein-westfälischen Landtag erreicht. Bauminister Oliver Wittke wurde während einer Aktuellen Stunde zu Hartz IV dabei erwischt, wie er Panini-Bildchen in ein Album einklebte. Die Grünen nahmen das zum Anlass für eine Kleine Anfrage.

Düsseldorf - Die Grünen im Düsseldorfer Landtag haben Bauminister Oliver Wittke ins Visier genommen. Ursache ist die in einem Filmbeitrag eingefangene Leidenschaft des CDU-Politikers für Fußball-Bildchen.

Für sich genommen ist es zwar nicht weiter verwerflich, wenn ein erwachsener Mann sich über kleine Klebebildchen freuen kann - peinlich nur, wenn der erwachsene Mann Bauminister ist und das Heftchen während einer Landtagsdebatte zum durchweg ernsten Thema Arbeitsmarktpolitik durchblättert. Richtig blöd wird's dadurch, dass der WDR ihn auch noch dabei gefilmt hat. Die zuständige Redakteurin spricht von mindestens einer Viertelstunde, die der Minister auf diese Weise abgelenkt war.

In einer Kleinen Anfrage an Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) zeigte Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann heute zwar Verständnis dafür, dass angesichts der bevorstehenden Fußball-WM "Wesen männlichen Geschlechts offensichtlich zu ungewöhnlichen Verhaltensweisen neigen". Trotzdem stelle sich angesichts von einer Million Arbeitslosen in NRW die Frage, ob das Verhalten des Minister zu billigen sei. Die Grünen rügten das Verhalten Wittkes.

Löhrmann verwies darauf, dass Wittke vom WDR über längere Zeit dabei gefilmt worden sei, "wie er, im Plenarsaal sitzend und sichtlich konzentriert auf sein Tun, einen großen Stapel von Panini-Fußballbildern in ein Sammelheft einklebte".

Auch in der Grünen-Fraktion befänden sich viele begeisterte Sammler der begehrten Bildchen, räumte Löhrmann ein. "Die eine oder der andere würde sich sehr freuen, mit Herrn Wittke die Doppelten zu tauschen", betonte die Grünen-Politikerin, "aber nach Feierabend bei einem schönen Frischgezapften".

Wittkes Pressestelle räumte inzwischen ein, der Minister habe im Landtag mit einem CDU-Parteifreund Bilder getauscht. Er habe im Auftrag seines Sohnes gehandelt: Der habe sein Album mit den Kickern endlich komplettieren wollen.

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01.06.2006 – Neues vom Faeustel - Quelle/© www.frank-rost.com

Liebe Onlinefreunde, liebe Schalker!

Jetzt haben wir endlich Urlaub. Und sogar bei unserem Verein kehrt ein wenig Ruhe ein, wenn es so etwas überhaupt gibt bei uns auf Schalke.

In den nächsten Tag stelle ich euch mal ein paar Bilder von unserer Saison-Abschlußfahrt auf die Seite - damit Ihr auch mal was zum Lachen habt.

So ein paar Wochen ohne den ganzen Stress tuen wirklich gut. Ich kann ganz in Ruhe meine Familie genießen, im Garten arbeiten und Golf spielen. Allerdings beginnen wir bald schon wieder unser individuelles Aufbauprogramm für die neue Saison. Bis dann und versucht auch einmal die schalke-freien Tage ein wenig zu genießen. Auf den Fußball muß in dieser Sommerpause dank der WM ja niemand verzichten.

Euer Faeustel




Presse- und Internetspiegel Mai 2006 - 2. Monatshälfte

26.05.2006 – Schalke muss Geldstrafe zahlen - Quelle/© dpa - Meldung vom 26.05.2006 13:45 Uhr

Gelsenkirchen - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 ist von der Disziplinar-Kommission der UEFA mit einer Geldstrafe umgerechnet etwa 13 000 Euro belegt worden.

Der Verband reagierte damit auf die von Schalker Fans ausgelösten Ausschreitungen beim UEFA-Cup-Spiel bei Espanyol Barcelona am 23. Februar 2006.

Der Club hat die Täter bereits ermittelt und wird Regressforderungen stellen. Gegen die Randalierer wird außerdem ein Strafverfahren eingeleitet.

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24.05.2006 – Fußball-WM - Polizei verbietet NPD-Demonstration in Gelsenkirchen - Quelle/© SPIEGEL ONLINE - 24. Mai 2006, 15:44 - abi/AFP/ddp/dpa

Die rechtsextreme NPD darf am 10. Juni nicht in Gelsenkirchen aufmarschieren. Die Demonstration wurde von der Polizei verboten, weil das Ansehen der Bundesrepublik durch den Aufmarsch "nachhaltig geschädigt" würde.

Gelsenkirchen - Man wolle verhindern, dass "vor den Augen der Weltöffentlichkeit während der WM 2006 Rechtsextremisten durch die Straßen Gelsenkirchens ziehen, um rassistische und ausländerfeindliche Parolen zu verbreiten", sagte Gelsenkirchens Polizeipräsident Rüdiger von Schoenfeldt.

Die Demonstration sollte nur einen Tag nach Eröffnung der Fußball-WM stattfinden und war bereits im Februar angemeldet worden. "Die Gelsenkirchener Polizei nimmt die Gefahr sehr ernst, die vom Rechtsextremismus ausgeht", sagte von Schoenfeldt. Deshalb schöpfe er alle rechtsstaatlichen Mittel aus, um Aufmärsche von Rechtsextremisten während der WM zu verhindern.

Laut Polizeipräsident gilt das Verbot auch für jegliche Form einer Ersatzveranstaltung. Die Gelsenkirchener Polizei unternehme alles, damit sich die ausländischen Gäste wohlfühlten, so von Schoenfeldt. "Wir dulden keinen Fremdenhass." Gegen die Entscheidung der Polizei kann die NPD nun Beschwerde beim örtlichen Verwaltungsgericht einreichen.

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23.05.2006 – "Spiele den Friedensengel" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Seine Mission ist klar. "Wir müssen schnell eine neue Stimmung in den Verein bringen. Der FC Schalke 04 braucht Ruhe und Vertrauen", betonte Gerd Rehberg, Präsident der Königsblauen, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Frage: Gerd Rehberg, Sie stehen seit 1994 an der Vereinsspitze, wollten eigentlich im Sommer aufhören, bleiben nun aber doch bis zum 30. September 20007 im Amt. Darf man gratulieren?

Rehberg: Nun ja, ich hatte es mir schon anders vorgestellt, wäre wirklich gern zum 31. Juli zurückgetreten. Aber es ist schon ok so, ich habe meine Zusage gegeben.

Musste es so kommen, wie es gekommen ist?

Durch Emotionen sind viele klare Gedanken verloren gegangen, nicht nur auf einer Seite. Aber wenn zehn Leute im Aufsichtsrat so einstimmig entscheiden, dann muss man sich Gedanken machen, dann hat das schon einen Hintergrund. Offenbar war aus ihrer Sicht die Zusammenarbeit mit Rudi Assauer schwierig.

Aus Ihrer Sicht auch? Ist ihm Unrecht geschehen?

Da werden jetzt auch Legenden gesponnen. Ich bin mit ihm klar gekommen, mit seinen Macken, und all` seinen Vorteilen. Der Vorstand hatte kein schlechtes Verhältnis zu ihm.

Der Aufsichtsrat bestellte Rudi Assauer zu einer Anhörung. Hätte man da nicht die Wogen glätten können?

Ich wäre an seiner Stelle auch nicht dahingegangen. Wenn es nicht mehr funktioniert, was soll es dann noch?

Haben Sie die Entwicklung so kommen sehen?

Nein, ich war zwar ziemlich nah dran, aber sie hat auch mich überrollt. Ich habe nicht gewusst, dass es so dramatisch ist.

Rudi Assauer beklagt nun, dass ihm Knüppel ins Kreuz gehauen wurden. War es so?

Davon weiß ich nichts, und ich kann auch keinerlei Intrigen bestätigen.

So mancher hält Clemens Tönnies für den Mann, der Assauer abgesägt hat . . .

Damit tut man ihm Unrecht. Er ist der Vorsitzende im Aufsichtsrat, er kann sich nicht im Mauseloch verstecken.

Wird es auf der Jahreshauptversammlung "rappeln"?

Es wäre unnatürlich, wenn es ganz ruhig bliebe. Aber es bringt auch nichts, schmutzige Wäsche zu waschen, das hinterlässt nur verbrannte Erde.

Und Gerd Rehberg muss nun mehr Entscheidungen treffen?

Ich habe mich noch nie vor etwas gedrückt. Zunächst versuche ich mich mal als Friedensengel. Und manch einer wird sich über den Gerd Rehberg noch wundern.

Gerd Strohmann

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23.05.2006 – Schalke verpflichtet Dänen Løvenkrands - Quelle/© dpa - Meldung vom 23.05.2006 18:41 Uhr

Gelsenkirchen - Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat den dänischen Nationalspieler Peter Løvenkrands verpflichtet.

Der Stürmer wechselt ablösefrei von den Glasgow Rangers nach Gelsenkirchen und erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2009.

Außerdem gibt es eine beidseitige Option für ein viertes Jahr.

"Schalke 04 ist ein sehr großer und guter Club, mit dem ich Titel gewinnen will", erklärte Løvenkrands.

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23.05.2006 – Ebbe Sand traf bei seinem dänischen Abschiedsspiel - Quelle/© dpa - Meldung vom 23.05.2006 09:43 Uhr

Kopenhagen - Der dänische Stürmerstar Ebbe Sand des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 hat sich zum Karriereende in seiner Heimat als nach wie vor treffsicherer Torschütze von den Fans verabschiedet.

Bei einem Abschiedsspiel seines früheren Clubs Brøndby IF Kopenhagen gegen Dänemarks Nationalelf traf Sand vor 10 000 Zuschauern kurz vor dem Halbzeitpfiff zum 3:1-Endstand für Brøndby. Nach dem Wechsel spielte er für die Nationalelf und wurde am Ende mit lang anhaltenden und stehend dargebrachten Ovationen von den Zuschauern verabschiedet.

Sand hatte vor seinem Wechsel zu Schalke 1999 sieben Jahre bei Brøndby gespielt. Für die dänische Nationalelf erzielte der 33-Jährige in 66 Länderspielen 22 Tore. Die Einnahmen des Abschiedsspiels in Kopenhagen fließen wohltätigen Zwecken zu.

Auch Schalke will für den populären Stürmer noch ein Abschiedsspiel ausrichten. Nach den Sommerferien tritt Sand einen Job im Trainerteam des dänischen Erstligisten Silkeborg an.

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23.05.2006 – Rudi Assauer schließt Comeback aus - Quelle/© dpa - Meldung vom 23.05.2006 15:46 Uhr

Hamburg/Gelsenkirchen - Rudi Assauer ist in die Offensive gegangen, hat mit ehemaligen Kollegen aus der Führungsetage des FC Schalke 04 abgerechnet und ein Comeback beim Revierclub ausgeschlossen.

"Das war es. Ich kann auch gut ohne Fußball leben, auch ohne Schalke", sagte der 62 Jahre alte Ex-Manager als Gast in der ARD-Talksendung "Beckmann". Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Simone Thomalla (41), nahm Assauer ruhig und sachlich Stellung zu den Entwicklungen, die in seinen Rückzug nach 13 Jahren als Schalker Galionsfigur gipfelten.

Auf Druck des von Clemens Tönnies geführten Aufsichtsrats sei er einer Entlassung zuvorgekommen. "Die Krönung war, dass sie einen Rechtsanwalt um 1.00 Uhr nachts zu mir nach Hause schickten", klagte Assauer. Tags darauf trat er zurück. "Ich wollte mich nicht noch einmal rechtfertigen. Da hab ich gesagt: Macht euren Scheiß alleine." Assauer beklagte ein Intrigenspiel. "Es hat sich eine Stimmung ergeben, die sehr gefährlich war." Dabei sei es nicht um Sachfragen gegangen, sondern um Machtkämpfe. "Es sind einige da, die Begehrlichkeiten haben und einen bezahlten Job bei Schalke wollen."

Besonders hart ging Assauer mit Ex-Profi Olaf Thon ins Gericht, der seit rund einem Jahr dem Aufsichtsrat angehört und sich ebenfalls gegen ihn ausgesprochen hatte. Er habe Thon jahrelang gefördert, so Assauer: "Und dann kommt Olaf und haut dir den Knüppel ins Kreuz." Thon zeigte sich im Gespräch mit der dpa überrascht von dem persönlichen Angriff seines Mentors. "Es gab von mir nie ein böses Wort über Rudi Assauer, und das wird es auch nicht geben. Wir sind in den Gremien immer professionell miteinander umgegangen", betonte der 40-Jährige, wenngleich er Assauers Enttäuschung verstehen könne. Dennoch steht Thon zum Votum des Aufsichtsrats: "Die Fans haben mich gewählt, um Schaden vom Verein abzuwenden. Es gab Differenzen, die dazu geführt haben, dass wir so entschieden haben. Es war unumgänglich."

Im Gespräch mit Moderator Reinhold Beckmann nahm auch Simone Thomalla kein Blatt vor den Mund. Sie sei angesichts der Art und Weise, wie Assauer behandelt worden sei, "fassungslos". "Ich finde das so feige. Niemand hat ihm direkt in die Augen geschaut", sagte sie. Er habe es "nach so vielen Jahren nicht verdient", auf so miese Art aus dem Amt gedrängt zu werden. Zudem sei der Zeitpunkt nach dem letzten Saisonspiel "raffiniert" ausgewählt worden, um drohende Fan- Proteste zu verhindern.

Energisch bestritt sie, dass Assauer ein ihm immer wieder unterstelltes "Alkoholprobleme" habe. "Das entspricht nicht den Tatsachen. Dann hätte er den Job nicht so lange machen können. Er hat sensationelle Leberwerte."

Auf der Jahreshauptversammlung am 29. Juni will Assauer Klartext reden. "Natürlich gehe ich dahin. Aber ich werde kein Öl ins Feuer gießen und keinen durch den Kakao ziehen. Ich möchte nicht, dass alles, was wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, kaputt gemacht wird und der Verein vor die Hunde geht."

Assauers Vertrag als Manager lief bis 2008. Von diesem Sommer an sollte er das Präsidentenamt des scheidenden Gerhard Rehberg übernehmen, dessen Amtszeit auf Wunsch des Aufsichtsrats bis 2007 verlängert wurde. Teammanager Andreas Müller soll das alleinige Sagen im sportlichen Bereich haben. Assauer aber wollte offenbar noch bis 2008 im Tagesgeschäft mitmischen. So kam es immer wieder zu Irritationen.

Assauer bestätigte, dass er bis 2008 plante. Nun werde er schon früher "etwas ganz anderes" machen. "Ich führe schon Gespräche.

Vielleicht hat es ein bisschen mit Fußball zu tun." Simone Thomalla kann sich nicht vorstellen, dass ihr Partner ohne sein Lebenswerk auskommt. "Ich glaube nicht, dass er ohne Schalke leben kann", sagte die Schauspielerin. Aber auch sie hält ein Comeback für unrealistisch: "Dann müssten viele Köpfe rollen."

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22.05.2006 – Rehberg bleibt Schalkes Vorstandsvorsitzender - Quelle/© dpa - Meldung vom 22.05.2006 22:44 Uhr

Gelsenkirchen - Gerhard Rehberg bleibt Vorstandsvorsitzender des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04. Der Aufsichtsrat verlängerte in seiner Sitzung am 22. Mai einstimmig die Amtszeit des 70-Jährigen bis zum 30. September 2007.

Ursprünglich hatte Rehberg am 1. August zurücktreten wollen. Doch nach dem Rücktritt von Manager Rudi Assauer - er sollte Rehbergs Nachfolger werden - war Rehberg vom Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies um ein weiteres Jahr an der Vereinsspitze gebeten worden.

"Gerd Rehberg hat keine Sekunde gezögert, unserem Wunsch nachzukommen. Wir schätzen seine souveräne und integrative Art und freuen uns auf ein weiteres Jahr der guten Zusammenarbeit", sagte Tönnies. Rehberg ist seit dem 12. Dezember 1994 Vorsitzender des Revierclubs.

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22.05.2006 – Assauer spürte den "Knüppel im Kreuz" - Quelle/© www.westline.de - dpa

Hamburg - Rudi Assauer, Ex-Manager des FC Schalke 04, hat fünf Tage nach seinem Rücktritt mit der Führungsetage des Fußball-Bundesligisten abgerechnet. "Es wurden Intrigen gespielt. Es war nicht mehr auszuhalten", sagte Assauer in der ARD-Talksendung "Beckmann" am Montagabend.

"Es hat sich bei uns eine Stimmung ergeben, die sehr gefährlich war." Der 62-Jährige - zwischen 1981 bis 1986 und seit dem 1. April 1993 Manager des Reviervereins - war am vergangenen Mittwoch von allen Ämtern zurückgetreten. Damit hatte er sich offenbar dem Druck des Aufsichtsrates gebeugt und die Konsequenzen aus der jüngsten Finanzaffäre gezogen.

Assauer bestätigte im Interview mit Reinhold Beckmann, dass ihn der Schalke-Aufsichtsrat habe "feuern wollen". Nachts um halb eins habe ein Rechtsanwalt bei ihm zu Hause geklingelt und gesagt: "Das und das sind die Bedingungen, wenn du das und das nicht einhältst, dann bist du weg." Daraufhin habe Assauer geantwortet: "Dann macht euren Schitt alleine."

Enttäuscht äußerte sich Assauer besonders über den ehemaligen Bundesliga-Profi Olaf Thon, der nun im Aufsichtsrat sitzt: "Die Enttäuschung ist sicherlich groß. Ich habe ihn immer gefördert, gefördert, gefördert ¬ dann kommt Olaf und haut mir den Knüppel ins Kreuz und sagt, interessiert mich alles nicht mehr."

Zugleich bekräftigte Assauer sein Vorhaben, auf der kommenden Jahreshauptversammlung reden zu wollen. Allerdings wolle er kein Öl ins Feuer gießen, aber trotzdem offene Worte an die Mitglieder richten. "Ich möchte nicht, dass der Verein vor die Hunde geht.

Das darf nicht", erklärte Assauer. "Ich kann ganz gut ohne Fußball leben, und auch ohne Schalke."

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22.05.2006 – Olaf Thon wehrt sich - Quelle/© www.sport1.de

Gelsenkirchen - Schalke 04 kommt nicht zur Ruhe. Knapp eine Woche nach seinem Rücktritt als Manager des Fußball-Bundesligisten rechnete Rudi Assauer mit dem Aufsichtsrat und vor allem mit Weltmeister Olaf Thon ab.

"Es wurden Intrigen gespielt. Es war nicht mehr auszuhalten", sagte der 62-Jährige in der ARD-Talksendung "Beckmann" und attackierte Aufsichtsratsmitglied Thon.
"Ich habe ihn immer gefördert, gefördert, gefördert - dann kommt er und haut mir den Knüppel ins Kreuz nach dem Motto: Interessiert mich alles nicht mehr."

"Die Enttäuschung ist sehr groß"

Thon, dem Assauer 2004 keine Tätigkeit im Management übertragen wollte, habe Stimmung gegen seinen einstigen Förderer gemacht.

"Die Enttäuschung ist sehr groß", sagte der Ex-Manager, der am vergangenen Mittwoch nach insgesamt 18 Jahren bei den Königsblauen zurückgetreten war.

Assauer Vorwurf

Ex-Nationalspieler Thon unterstellte Assauer indirekt persönliche Interessen: "Es sind einige da, die Begehrlichkeiten auf einen bezahlten Job bei Schalke 04 haben."

Thon, der zwischen 1984 und 1988 sowie 1994 und 2002 insgesamt 295 Bundesligaspiele für die Königsblauen bestritt und 1997 mit ihnen UEFA-Cup-Sieger wurde, wehrte sich am Dienstag.
"Kein böses Wort verloren"

"Ich habe nie in der Öffentlichkeit ein böses Wort über Rudi Assauer gesagt. Wir haben intern heftig diskutiert und waren nicht immer einer Meinung. Aber es war immer Auge in Auge und nur in den Gremien."

Er habe im Aufsichtsrat gegen Assauer gestimmt, "wie neun andere auch. Es waren Differenzen da, die uns zum Handeln veranlasst haben", sagte der WM-Champion von 1990, der im Juni 2005 in den Aufsichtsrat gewählt wurde.

Man habe sich "die Sache nicht einfach gemacht, es war kein Schnellschuss". Über die Gründe im Einzelnen wolle er sich nicht äußern.

Thon will kein Vorstandsamt

Ambitionen auf einen bezahlten Job im Klub habe er nicht. "Da fühle ich mich nicht angesprochen. Ich strebe kein Vorstandsamt bei Schalke 04 an", sagte der 40-Jährige.

"Mein Ziel ist es, Trainer zu werden. Da möchte ich nach der WM bei einem kleineren Verein anfangen."

Nach der Trennung von Trainer Jupp Heynckes im September 2004 hatte Thon Ambitionen als Coach oder im Management geäußert. Assauer hatte ihm daraufhin aber eine klare Absage erteilt.

Tönnies hält sich zurück

Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, der angebliche Alkoholprobleme und Alleingänge Assauers als Gründe für das Votum gegen den Manager genannt hatte, wollte am Dienstag die Stimmung nicht weiter anheizen.

"Es geht nur hin und her. Der Verein muss jetzt zur Ruhe kommen, deshalb sage ich nichts mehr", erklärte der Fleischfabrikant, gab jedoch zu, dass er von Assauers TV-Auftritt "sehr überrascht" gewesen sei.

"Für mich ist das Thema jetzt erledigt. Wir müssen jetzt sehen, dass in den nächsten Wochen sehr, sehr gut weitergearbeitet wird."

Inkompetenter Aufsichtsrat?

Assauer warf indes dem Aufsichtsrat Inkompetenz vor: "Das, was aufgebaut worden ist, kann nicht kaputt gemacht werden durch Leute, die neu einfliegen, die von Sport nichts verstehen, die von menschlichen Gefühlen nichts verstehen, die die Fans nicht verstehen und die die ganze Historie von Schalke 04 nicht verstehen."

Der Ex-Manager berichtete noch einmal, wie es zu seinem Rücktritt gekommen war.

"Dann macht euren Schitt alleine."

So habe der Aufsichtsrat nach seiner Sitzung nachts um halb eins einen Rechtsanwalt zu ihm nach Hause geschickt.

"Der hat gesagt: Das und das sind die Bedingungen. Wenn du das und das nicht einhältst, dann bist du weg." Daraufhin konterte Assauer: "Dann macht euren Schitt alleine."

Rücktritt vom Rücktritt ausgeschlossen

Bei der Jahreshauptversammlung am 29. Juni wolle er das Wort ergreifen, kündigte Assauer an: "Aber ich werde nicht Öl ins Feuer gießen oder irgendwelche Leute durch den Kakao ziehen."

Trotz der Aufmunterung und Unterstützung durch viele Fans und Mitarbeiter werde es auch keinen Rücktritt vom Rücktritt geben.

"Ich möchte nicht, dass der Verein kaputt geht an der Diskussion zwischen Aufsichtsrat und Rudi Assauer. Sonst würde der Verein vor die Hunde gehen, das darf nicht sein."

Er werde künftig "ganz was anderes machen", kündigte der 62-Jährige an.

Rehberg bleibt Präsident

Indes verlängerte der Aufsichtsrat einstimmig die Amtszeit des Präsidenten Gerd Rehberg um ein Jahr bis zum 30. September 2007.

Der 70-Jährige, seit 1994 Vorsitzender der Königsblauen, hatte eigentlich zum 1. August sein Amt an Assauer abgeben wollen. Doch nach dessen Demission bat ihn Tönnies weiterzumachen.

"Gerd hat keine Sekunde gezögert, unserem Wunsch nachzukommen. Wir schätzen seine souveräne und integrative Art und freuen uns auf ein weiteres Jahr der guten Zusammenarbeit", erklärte der Aufsichtsratschef.

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22.05.2006 – Frank Rost über WM-Erwartungen und Führungsqualitäten - Quelle/© Reviersport

Während seine Mannschaftskollegen spätestens seit Sonntag in alle Ecken dieser Welt reisten, um sich nach einer langen Saison zu erholen, reicht Frank Rost eine Woche Urlaub auf Usedom. Die Eltern laden traditionell nach Beendigung der Spielzeit auf die Ostsee-Insel, wo "Fäustel" mit Frau Susan und dem erst sechs Monate alten Töchterchen Elisa Annabel erstmals gemeinsam entspannen kann. Die in knapp drei Wochen beginnende Weltmeisterschaft wird der 32-Jährige vorwiegend daheim in Dorsten erleben - vor dem Fernseher. "Ich habe mich nicht um Karten gekümmert, das war mir zu anstrengend", gibt Rost zu. "Außerdem spare ich da eine ganze Menge Geld, dafür kann ich dann lieber ein paar Leute zum Fußball gucken einladen", grinst der Familienvater. Bevor es los geht, sprach Rost mit RevierSport über seine WM-Erwartungen Anspruchsdenken und Führungsqualitäten.

Frank Rost, in 18 Tagen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Sie selbst sind nicht dabei, den FC Schalke vertreten mit Gerald Asamoah und Mladen Krstajic nur zwei Spieler. Welche Erwartungen haben Sie an die WM, vor allem was das Abschneiden der deutschen Mannschaft angeht?

Ich denke, dass sich im Laufe des Turniers etwas entwickeln kann, was man vorher nicht richtig einschätzen kann. Das war schon vor vier Jahren so, da hatte auch niemand geglaubt, dass die Mannschaft bis ins Finale marschiert. Warum sollte das mit hoffentlich dem Publikum im Rücken im eigenen Land nicht auch passieren? Wenn man aber anders herum das erste Spiel nicht gewinnt, wird der Druck unglaublich groß. Das ist dann nur noch ein Nervenspiel mit ganz offenem Ausgang. Die Franzosen sind schon zehn Mal Weltmeister geworden, wenn man die so reden hört, aber vom Reden allein holt man noch lange keinen Titel. Wir spielen nun einmal einen anderen Fußball als die Brasilianer oder Franzosen, aber die Vergangenheit hat nun einmal gezeigt, dass Deutschland auch etwas im Fußball erreichen kann.

Jürgen Klinsmann ist vor fast zwei Jahren mit dem Anspruch angetreten, Weltmeister werden zu wollen. Ist seine vielleicht bewusst zur Schau gestellte positive Art notwendig, um diese oft zu einer eher negativen Haltung neigenden deutschen Gesellschaft wach zu rütteln?

Auf jeden Fall! In Deutschland ist man allgemein schnell sehr kritisch, auch hinsichtlich der Spitzensportler, die nun einmal im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen. Da kommt oft Neid auf und das finde ich nicht gut. Ein typisches Beispiel ist, wie der Oberbürgermeister Gelsenkirchens die Nominierung des deutschen Kaders kommentiert hat. Wenn der die sogar für richtig hält, dann verstehe ich gar nichts mehr. Da muss er doch einmal als oberster Herr in der Stadt die königsblaue Brille aufsetzen. In den USA dagegen werden die Top-Leute bejubelt, da steht das Publikum oft bedingungslos hinter den Ausnahme-Sportlern.

Ist Klinsmann da durch seinen Wohnsitz geprägt?

Nein, das denke ich nicht. Klinsmann ist schon früher als Spieler immer konsequent seinen Weg gegangen und hat meistens keine Rücksicht auf die gängige Meinung genommen. Er hatte nie viele Freunde, ob in Stuttgart, bei den Bayern oder in Tottenham. Auch als Bundestrainer trifft er seine Entscheidungen größtenteils autark, obwohl er einen großen Betreuerstab um und den mächtigen DFB noch hinter sich hat. Es muss nicht allen Leuten gefallen, was er sagt und entscheidet, aber schließlich muss er auch den Kopf dafür hinhalten, wenn etwas schief läuft. Und wer nicht mitzieht, hat halt Pech gehabt. So ist das im Spitzensport.

Wie beurteilen Sie die Entscheidung für Jens Lehmann und gegen Oliver Kahn?

Oliver Kahn hat das Pech gehabt, dass die Bayern relativ früh aus der Champions League geflogen sind. Jens Lehmann dagegen ist mit Arsenal, einer absoluten Top-Mannschaft, bis ins Finale vorgedrungen. Da hat er sich auf höchstem internationalen Niveau einen Vorsprung verschafft, der letztlich wohl den Ausschlag für seine Ernennung zur Nummer eins gegeben hat.

Dafür wurde Kahn mit den Bayern Meister, obwohl doch Schalke endlich die Schale holen wollte. Was ist schief gelaufen in dieser Saison?

Wenn man in der Bundesliga Vierter wird und das Halbfinale im UEFA-Cup erreicht, kann man sicherlich nicht von einer verlorenen Saison sprechen, so wie es bisweilen dargestellt wird. Von den im Europapokal vertretenen Mannschaften sind wir am weitesten gekommen. Aber für die Zukunft müssen wir an der Nachhaltigkeit arbeiten. Mirko als Trainer, Andy Müller von Vorstandsseite und wir Spieler müssen intern immer den Druck so hoch halten, dass wir nicht nur über 20, 25 Spieltage lang gut aussehen, sondern über die ganze Saison. Daran müssen sich alle halten, wer da nicht mitzieht, muss sich halt einen anderen Verein suchen.

Sind rund um Schalke die Ansprüche so hoch, dass es die Spieler belastet und wie im Falle von unter anderem Kevin Kuranyi und Fabian Ernst zu einem enormen Leistungsabfall führt?

Die Erwartungshaltung ist schon ziemlich hoch, aber damit muss man klar kommen, wenn man etwas erreichen will. Rudi Assauer hat nach der vergangenen Saison, als wir den zweiten Platz erreicht haben, gesagt: Diesen zu verteidigen ist schwer genug. Da hatte er Recht! Andere kommen dann schnell daher und sagen: Wir wollen Meister werden! Dann jubeln alle, aber man spielt auch mit den Emotionen der Leute. Die fanatischen Zuschauer, oder zumindest die mit totaler Begeisterung dabei sind, die hast du in keinem anderen Verein in Deutschland. Wenn du dann von den ersten drei Spielen zwei nicht gewonnen hast, ist die Enttäuschung bei allen groß. Man muss realistisch sein, Platz zehn kannst du den Leuten nicht verkaufen, aber Meister wirst du nun mal eben nicht einfach so.

In wie weit beeinflussen die vielen Themen rund um den Verein, die für eine beständige Unruhe sorgen, die Leistungen der Spieler?

Das geht an der Mannschaft nicht vorbei. Wenn man permanent mit irgendwelchen Meldungen konfrontiert wird, fällt es umso schwerer, sich voll und ganz auf deine Aufgabe zu konzentrieren. Was fehlt, ist die innere Ruhe. Bei vielen Top-Vereinen in England oder Spanien hört man nicht die Diskussionen, die bei uns vorherrschen. Es gibt mal Spekulationen in der yellow press, aber man hört selten, dass es keine einheitliche Linie in der Außendarstellung gibt. Bei uns ist es ein Problem, dass in der Öffentlichkeit zum Beispiel verschiedene Bewertungen über die abgelaufene Saison gemacht wurden. Das muss intern analysiert und darf natürlich dort kontrovers diskutiert werden, aber nach außen hin muss es eine einheitliche Aussage geben.

Auch das Team spaltet sich offenbar in einzelne Grüppchen. Da gibt es die Samba-Brasilianer und dort einen Frank Rost, der vielleicht eine ganz andere Fußball-Philosophie hat!

Mir persönlich wird heutzutage zu viel Wert auf ein Spektakel gelegt. Da wird der Ball schön mit der Hacke gespielt oder auf den Schultern hin und her, aber was es letztendlich für alle bringt, ist eine andere Sache. Man kann aber nicht fordern, die Mannschaft muss eine verschworene Einheit sein, wenn auf anderen Ebenen Bomben explodieren. Entweder gehen alle zusammen einen Weg oder du bist zum Scheitern verurteilt. Das ist demokratische Diktatur. Oder du hast einen Abramowitsch, der die besten Spieler der Welt zusammen kauft, dann klappt das vielleicht auch.

Wie wichtig sind sogenannte echte Führungsspieler für eine Top-Mannschaft? Bei Durchsicht der Schalker Elf fängt man bei Ihnen an, und dann fällt einem keiner mehr ein!

Es gibt wenige in unserer Mannschaft, die auch mal gegen innere Widerstände angehen. Viele verwechseln Kritik mit etwas Persönlichem. Sie muss aber nicht zwangsläufig negativ sein, sondern hat meistens auch etwas Konstruktives. Kritik muss in erster Linie der Trainer üben, aber es können auch vereinzelt Spieler sein. Dann muss man das auch mal akzeptieren und wirken lassen, vielleicht hat er ja doch Recht gehabt. Als Chef oder Führungsperson musst du nicht beliebt sein. Und warum ist Schalke 1997 Europapokal-Sieger geworden? Bestimmt nicht, weil so viele brillante Spieler in der Mannschaft standen, sondern weil ein großer Zusammenhalt innerhalb des Teams herrschte.

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22.05.2006 – Assauer rechnet mit Schalke 04 ab - Quelle/© dpa - Meldung vom 22.05.2006 20:49 Uhr

Hamburg (dpa) ¬ Rudi Assauer, Ex-Manager des FC Schalke 04, hat fünf Tage nach seinem Rücktritt mit der Führungsetage des Fußball-Bundesligisten abgerechnet.

"Es wurden Intrigen gespielt. Es war nicht mehr auszuhalten", sagte Assauer in der ARD-Talksendung "Beckmann". "Es hat sich bei uns eine Stimmung ergeben, die sehr gefährlich war." Der 62-Jährige - zwischen 1981 bis 1986 und seit dem 1. April 1993 Manager des Reviervereins - war am 17. Mai von allen Ämtern zurückgetreten. Damit hatte er sich offenbar dem Druck des Aufsichtsrates gebeugt und die Konsequenzen aus der jüngsten Finanzaffäre gezogen.

Assauer bestätigte im Interview mit Reinhold Beckmann, dass ihn der Schalke-Aufsichtsrat habe "feuern wollen". Nachts um halb eins habe ein Rechtsanwalt bei ihm zu Hause geklingelt und gesagt: "Das und das sind die Bedingungen, wenn du das und das nicht einhältst, dann bist du weg." Daraufhin habe Assauer geantwortet: "Dann macht euren Schitt alleine."

Enttäuscht äußerte sich Assauer besonders über den ehemaligen Bundesliga-Profi Olaf Thon, der nun im Aufsichtsrat sitzt: "Die Enttäuschung ist sicherlich groß. Ich habe ihn immer gefördert, gefördert, gefördert ¬ dann kommt Olaf und haut mir den Knüppel ins Kreuz und sagt, interessiert mich alles nicht mehr."

Zugleich bekräftigte Assauer sein Vorhaben, auf der kommenden Jahreshauptversammlung reden zu wollen. Allerdings wolle er kein Öl ins Feuer gießen, aber trotzdem offene Worte an die Mitglieder richten. "Ich möchte nicht, dass der Verein vor die Hunde geht.

Das darf nicht", erklärte Assauer. "Ich kann ganz gut ohne Fußball leben, und auch ohne Schalke."

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22.05.2006 – Schneller und direkter nach vorne - Mehr Tempo mit Lövenkrands - Quelle/© www.kicker.de - 22.05.2006 12:31

Schalke 04 und die Nachwehen der so genannten "Finanz- Affäre“ - eine Affäre freilich, bei der es weniger um Finanzen an sich geht, als um "eine Verbreitung von Halbwahrheiten“, wie S04¬ Geschäftsführer Peter Peters es nennt. Der Fall beschäftigt nun die Juristen.

Einer für Schalke? Peter Lövenkrands passt ins System der "Königsbaluen".So wurde dem Magazin Focus eine Gegendarstellung zugestellt, weil bei der Staatsanwaltschaft Essen kein Ermittlungsverfahren gegen Schalkes Finanzchef Josef Schnusenberg persönlich laufe. Desweiteren wurde eine Unterlassungserklärung an das Magazin geschickt, bezogen auf falsch konstruierte Zusammenhänge und falsche Zahlen.

An diesem Montag nun folgt eine turnusmäßige Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat, und fünf Tage nach dem Rücktritt von Manager Rudi Assauer soll auch hier formal ein weiterer Strich unter die "Finanz- Affäre" gezogen werden. Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies kündigte an, eine Verschwiegenheitsklausel in die Geschäftsordnung des Vorstandes aufzunehmen, "auch wenn man über so was normalerweise nicht mal zu reden braucht". Doch: Sicher ist sicher, das scheint das oberste Gebot nach den Turbulenzen um Assauer und der Schalker "Maulwurf- Suche".

Fußball wird aber auch noch gespielt auf Schalke, sogar erfolgreicher soll es werden. "Das Ziel lautet Champions League", sagt Trainer Mirko Slomka, „ das muss der Anspruch von Schalke 04 sein." Um das zu erreichen, soll das zuletzt ermüdende Quergeschiebe im Schalker Spiel ein Ende finden. Schnell und direkt nach vorn soll es gehen, weshalb der aus Lautern kommende Halil Altintop "sehr gut zu uns passt", wie Slomka sagt.

"Ein anderer würde uns aber auch noch gut tun", formuliert der Trainer und meint damit den dänischen Nationalspieler Peter Lövenkrands (26). Der schnelle und torgefährliche Linksfüßer, der Glasgow Rangers ablösefrei verlassen kann, war vergangenen Sonntag bereits auf Schalke, um sich von Slomka und Teammanager Andreas Müller persönlich von den Vorzügen eines Wechsels nach Gelsenkirchen überzeugen zu lassen.

In Dänemark erklärte der Spieler danach: "Ich würde mit meiner Schnelligkeit sehr gut dorthin passen. Schalke wäre eine sehr interessante Aufgabe für mich." Doch noch sind weitere Details nicht geklärt; möglicherweise wird es nach der Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat auch in Sachen Lövenkrands vorangehen.

Jean-Julien Beer

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19.05.2006 – Assauer will auf Jahreshauptversammlung sprechen - Quelle/© dpa - Meldung vom 19.05.2006 12:11 Uhr

Gelsenkirchen - Rudi Assauer hat sich zwei Tage nach seinem Rücktritt beim FC Schalke 04 erstmals öffentlich zu den Vorgängen geäußert und einen kleinen Einblick in seine Zukunftspläne gewährt.

"Ich gebe zu, dass zunächst etliche Tränen geflossen sind", sagte der 62-Jährige in der "Bild"-Zeitung über die Nacht nach seinem Rückzug. Wie die Zeitung weiter berichtete, waren der scheidende Stürmer Ebbe Sand, Torhüter Frank Rost und Teammanager Andreas Müller mit ihren Ehefrauen in das Privathaus von Assauer und dessen Lebensgefährtin, der Schauspielerin Simone Thomalla, unweit der Veltins-Arena zu Besuch gekommen.

Der ehemalige Manager will auch nach seiner Entmachtung zu den Heimspielen des Revierclubs gehen. Seine Loge will er abgeben, seine Ehrenkarten aber behalten. Zudem kündigte Assauer an, bei der Jahreshauptversammlung am 29. Juni vor das Mikrofon zu treten und "einigen Leuten die Wahrheit an die Birne zu knallen".

Geärgert habe er sich darüber, dass der Schalker Geschäftsführer Peter Peters ein von den Angestellten aufgehängtes Transparent ("Lieber Rudi, Deine Mitarbeiter, Deine Freunde") zunächst entfernen ließ.

Simone Thomalla, die im Gegensatz zu Assauer aus dem Ruhrgebiet wegziehen will, kritisierte die Umstände, die nach 13 Jahren zu dessen Rücktritt geführt hatte. "Ich darf das so sagen - sie haben Rudi weggejagt. Die Art war enttäuschend, in Facetten sogar niederträchtig. Was sollen wir noch hier?"

Bei einem anderen Bundesligaverein anzuheuern, kann sich Assauer im Moment nicht vorstellen. "Nein", sage er dann wahrscheinlich. "Aber ich höre mir zumindest an, was sie wollen."

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19.05.2006 – Schalke-Aufsichtsrat Tönnies im Interview - „Unser Rudi ist in jedes Fettnäpfchen voll reingetappt“ - Quelle/© F.A.Z., 19.05.2006, Nr. 116 / Seite 36

Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies begründet im F.A.Z.-Interview in überraschender Deutlichkeit das Votum des Gremiums gegen Rudi Assauer.

Sie galten beim FC Schalke 04 als Gegenspieler Rudi Assauers. Fühlen Sie sich nach dem Rücktritt des Managers als Sieger?

Nein. Ich bin alles andere als hochmütig. Ich habe jahrelang diesen Spagat gemacht zwischen der Freundschaft zu Rudi und meiner Aufgabe im Aufsichtsrat. Ich mag diesen Kerl einfach gerne leiden, und ich habe manche Kröte geschluckt. Es hat ja Theater genug gegeben. Ich habe meine Kollegen sogar noch zwei-, dreimal gefragt: Was haltet ihr davon, es noch einmal mit ihm zu versuchen? Die Antwort war konsequent nein. Aber es gibt keinen Sieger in dieser Geschichte.

Ist Assauer nicht systematisch demontiert worden, vom Aufsichtsrat und von einem Teil der Medien?

Nein. Es gibt eine schwerwiegende Personalentscheidung, die der Rudi selbst getroffen hat. Das verdient Hochachtung. Er konnte erhobenen Hauptes durch die Tür gehen. Wir sind froh, daß wir das jetzt so gemacht haben.

Woher rührt der Konflikt zwischen Ihnen und Assauer?

Das hat mit dem Umgang miteinander zu tun gehabt. Letztlich hat er den Aufsichtsrat nie richtig akzeptiert, sondern wie ein Patriarch gefragt: Was wollt ihr eigentlich? Mit dieser Art ist der Aufsichtsrat nicht fertig geworden. Aber die Satzung schreibt nun mal ein solches Gremium vor.

Warum hat der Aufsichtsrat Assauer diesmal ultimativ aufgefordert zu gehen?

Die Bundesliga hat sich verändert, und auch der FC Schalke 04 hat sich verändert. Aber Rudi ist der geblieben, der er war. Ich will nicht sagen, daß er überfordert war. Aber er hat sich mit der Entwicklung auch nicht auseinandergesetzt. Das hätte er tun müssen. Ich habe ihm das in vielen Einzelgesprächen ans Herz gelegt. Manchmal habe ich gedacht, jetzt dreht er mir völlig ab. Immer wenn er mir ausgebüxt ist, mußte ich ihn wieder einfangen. Und dann dürfen wir nicht vergessen, daß er ein gesundheitliches Problem hat. Ich habe ihm am Tag seines Rücktritts noch gesagt: Mach mal Urlaub.

Der Grund für die Trennung liegt also nicht darin, daß Assauer der Zeitschrift "Focus" Informationen über die finanzielle Lage des Klubs gegeben oder bestätigt haben soll?

Die Entscheidung ist nicht ursächlich an dieser Affäre festzumachen. Früher oder später wäre irgend etwas anderes gekommen. Unser Rudi ist doch in jedes Fettnäpfchen voll reingetappt. Ich werfe ihm nicht vor, strategisch etwas im Schilde geführt zu haben mit diesem "Focus"-Interview. Ich glaube, er ist da instrumentalisiert worden. Leider sagen die vier, die an dem Gespräch teilgenommen haben, offenbar nicht die Wahrheit. Rudi weiß in dieser Sache vermutlich am wenigsten, was die Wahrheit ist.

Assauer sollte im August Präsident werden. Wie sieht der Vorstand künftig aus?

Der Vorstand besteht nur noch aus vier Personen. Andreas Müller wird Manager, Gerd Rehberg macht als Präsident noch ein Jahr weiter. Wir brauchen keine Personalentscheidung zu treffen.

Könnte der frühere Spieler Olaf Thon eines Tages in den Vorstand aufrücken?

Olaf war in den Diskussionen über Assauer kein Falke, er hat keine Schärfe in das Thema gebracht. Ich weiß gar nicht, ob er zum jetzigen Zeitpunkt solche Ambitionen hat.

Haben Sie nicht die Sorge, daß die Basis nach dem Volkstribunen Assauer ruft, sobald sich Mißerfolge einstellen?

Erstens haben wir eine tolle Mannschaft, die guten Fußball spielen wird. Zweitens haben wir eine Geschäftsstelle mit guten Mitarbeitern. Ich glaube an eine gute Zukunft. Daß Rudi viele Freunde hat, wissen wir. Die haben auf dem Vereinsgelände ein Transparent aufgehängt, um ihre Sympathie zu bekunden. Das hat der Wachdienst abgenommen. Als ich davon erfuhr, habe ich gesagt: Das ist doch Quatsch, hängt das Ding da wieder hin. Wir müssen souverän mit der Sache umgehen.

Die Fragen stellte Richard Leipold

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19.05.2006 – Schalker Cziommer wechselt zum AZ Alkmaar - Quelle/© dpa - Meldung vom 19.05.2006 11:15 Uhr

Gelsenkirchen - Simon Cziommer vom FC Schalke 04 wechselt zum niederländischen Ehrendivisionär AZ Alkmaar. Der 25 Jahre alte Profi, der im Sommer 2003 vom FC Twente Enschede nach Gelsenkirchen kam, ist ablösefrei und unterschrieb in Alkmaar einen Vertrag bis 2010.

Bei den Königsblauen kam Cziommer lediglich auf zwei Bundesliga-Einsätze und wurde während seiner dreijährigen Vertragslaufzeit zunächst an Enschede sowie zuletzt an den von Schalkes Ex-Trainer Huub Stevens betreuten Club Roda Kerkrade ausgeliehen.

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19.05.2006 – Nach Rücktritt beim FC Schalke 04 - Assauer: Wahrheit auf der Jahreshauptversammlung - Quelle/© HANDELSBLATT, Freitag, 19. Mai 2006, 13:07 Uhr

Zwei Tage nach seinem Rücktritt beim FC Schalke 04 hat sich Rudi Assauer erstmals öffentlich zu den Vorgängen geäußert und einen kleinen Einblick in seine Zukunftspläne gewährt. Für die Jahreshauptversammlung des Vereins kündigte er an, „einigen Leuten die Wahrheit an die Birne zu knallen“.

HB GELSENKIRCHEN. „Ich gebe zu, dass zunächst etliche Tränen geflossen sind“, sagte der 62-Jährige in der „Bild“-Zeitung über die Nacht nach seinem Rückzug. Wie die Zeitung weiter berichtete, waren am Mittwochabend der scheidende Stürmer Ebbe Sand, Torhüter Frank Rost und Teammanager Andreas Müller mit ihren Ehefrauen in das Privathaus von Assauer und dessen Lebensgefährtin, der Schauspielerin Simone Thomalla, unweit der Veltins-Arena zu Besuch gekommen.

Der ehemalige Manager will auch nach seiner Entmachtung zu den Heimspielen des Revierclubs gehen. Seine Loge will er abgeben, seine Ehrenkarten aber behalten. Zudem kündigte Assauer an, bei der Jahreshauptversammlung am 29. Juni vor das Mikrofon zu treten und „einigen Leuten die Wahrheit an die Birne zu knallen“. Geärgert habe er sich darüber, dass der Schalker Geschäftsführer Peter Peters am Donnerstag ein von den Angestellten aufgehängtes Transparent („Lieber Rudi, Deine Mitarbeiter, Deine Freunde“) zunächst entfernen ließ.

Simone Thomalla, die im Gegensatz zu Assauer aus dem Ruhrgebiet wegziehen will, kritisierte die Umstände, die nach 13 Jahren zu dessen Rücktritt geführt hatte. „Ich darf das so sagen – sie haben Rudi weggejagt. Die Art war enttäuschend, in Facetten sogar niederträchtig. Was sollen wir noch hier?“

Bei einem anderen Bundesligaverein anzuheuern, kann sich Assauer im Moment nicht vorstellen. „Nein“, sage er dann wahrscheinlich. „Aber ich höre mir zumindest an, was sie wollen.“

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18.05.2006 – Schalke nach Assauer-Aus um Normalität bemüht - Quelle/© WAZ-dpa

Gelsenkirchen (dpa) - Am Tag nach seinem unerwarteten Rücktritt tauchte Manager Rudi Assauer nochmals auf der Geschäftsstelle auf, räumte seinen Schreibtisch und zog gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Simone Thomalla wortlos von dannen.

Noch immer herrschte beim FC Schalke 04 große Betroffenheit, doch die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten bemühten sich um Normalität im Tagesgeschäft. »Wir sollten jetzt alle schnell dazu kommen, uns den eigentlichen Aufgaben zu widmen, nämlich den FC Schalke nach vorn zu bringen«, sagte Finanzchef und Vizepräsident Josef Schnusenberg. »Alles geht seinen gewohnten Gang. Wir stellen nicht die Arbeit ein, nur weil einer nicht mehr dabei ist.« Gleichwohl habe ihn der Rückzug seines langjährigen Weggefährten tief getroffen. »Es gibt nur Verlierer, keine Gewinner. Ich habe mit Rudi zwölf Jahre eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Deswegen ist es für mich äußerst schmerzlich.«

Auf einer spontan organisierten Pressekonferenz zeigte sich auch Teammanager und Assauer-Nachfolger Andreas Müller sehr bewegt. »Ich bin bestürzt. Unser Verhältnis war voller Vertrauen und gegenseitigem Respekt«, sagte Müller mit bebender Stimme. Er habe seit 2000, als er zunächst Assauers »Lehrling« wurde, »wahnsinnig viel« von diesem gelernt. »Er war ein sehr guter Ratgeber«, sagte Müller, der seit rund einem Jahr vermehrt alle sportlichen Dinge bearbeitete und nun die Arbeit im Sinne Assauers allein fortführen muss und wird. Müller versprach: »Wir bleiben ein volksnaher Club.«

Schnusenberg bedauert die Entwicklungen, kann Assauers spontanen Entschluss aber nachvollziehen. »Ich hätte mich auch nicht vor ein Tribunal schleppen lassen.« Der 62-Jährige war am Mittwoch von allem Ämtern zurückgetreten, nachdem sich der zehnköpfige Aufsichtsrat unter Führung des Vorsitzenden Clemens Tönnies einstimmig gegen ihn ausgesprochen hatte. Bei einem für Samstag geplanten Treffen sollte sich Assauer noch einmal erklären, zog es aber vor, sofort die Konsequenzen zu ziehen: »Dann bleib ich lieber gleich zu Hause.«

Viele Club-Angestellte, Vorstandsmitglieder und Fans sind traurig über das unrühmliche Ende der Assauer-Ära. »Schalke in Moll«, beschrieb Pressesprecher Gerd Voss die gedrückte Atmosphäre auf der Geschäftsstelle und rund um das Trainingsgelände. »Die Stimmung ist trüb. Es ist doch klar, dass sich niemand freut.« Die Mitarbeiter hatten sogar ein blaues Transparent angebracht, auf dem sie sich bedankten: »Lieber Rudi, deine Mitarbeiter, deine Freunde.«

Tönnies betonte, dass Assauers Rückzug nichts mit den Medienveröffentlichungen der vergangenen Tage oder der »Maulwurf«- Affäre zu tun habe, sondern das Ergebnis einer längeren Entwicklung gewesen sei. Man habe sich die Entscheidung gegen Assauer nicht leicht gemacht, zumal dessen Verdienste um den Verein unbestritten seien. »Es war eine Summe der Dinge. Wir haben mit ihm wiederholt Vereinbarungen getroffen, an die er sich nicht gehalten hat. Das ist kein Umgang miteinander. Es hatte keinen Sinn mehr, weil er alle Brücken, die wir ihm gebaut haben, ausgeschlagen hat«, erklärte Tönnies. Der Aufsichtsratschef, der 2007 nicht mehr kandidieren will, richtet den Blick nach vorn. Schalke brauche eine »top-professionelle Führung« und Ruhe. »Nicht ständig Hickhack. Der Club hat gelitten.«

Möglichst schnell sollen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des finanziell angeschlagenen Clubs gestellt werden. Gerhard Rehberg, dessen Präsidenten-Amt Assauer am 1. August übernehmen sollte, signalisierte schon, übergangsweise bis 2007 weiterzumachen. »Ich lasse den Verein nicht im Stich«, sagte der 70-Jährige. Dass im nur noch vierköpfigen Vorstand Müller vermutlich bald zum alleinigen »Manager« befördert wird, ist eine Formalie. Tönnies kündigte an, dass auf der turnusmäßigen Sitzung von Aufsichtsrat und Vorstand am nächsten Montag »diese Personalien auf der Tagesordnung« stünden.

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18.05.2006 – Erfolgreiche Kampagne - Veltins hält an Assauer fest - Quelle/© HANDELSBLATT, Donnerstag, 18. Mai 2006, 12:50 Uhr

Simone Thomalla räkelt sich auf dem Bett und verheißt Rudi Assauer eine Überraschung; der glaubt, sie in Form eines kühlen Pils schon gefunden zu haben – solche Szenen bleiben dem Zuschauer auch in Zukunft erhalten. Veltins hält trotz seines Rückzuges beim FC Schalke 04 an ihrem Werbeträger fest.

HB MESCHEDE. Die sauerländische Privatbrauerei will damit künftig zweigleisig fahren. „Es bleibt alles wie gehabt“, sagte Veltins-Sprecher Ulrich Biene am Donnerstag in Meschede. Der aktuelle TV-Spot mit Assauer werde weiterhin ausgestrahlt.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Bundesligisten laufe wie vertraglich festgelegt bis 2015 weiter. Die bislang insgesamt drei Assauer-Spots seien aus Sicht der Brauerei eine sehr erfolgreiche Kampagne.

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18.05.2006 – Die Ruhe nach dem Sturm / Assauer geht ganz leise - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Viel Zeit für den FC Schalke 04 nahm sich Rudi Assauer am Donnerstag nicht. In seinem Büro kramte er ein paar Sachen zusammen, dann verließ er in Begleitung seiner Lebensgefährtin Simone Thomalla den Hof vor der Geschäftsstelle. Das Transparent dort aber dürfte er schon gesehen haben. "Lieber Rudi - Deine Mitarbeiter, Deine Freunde" stand dort in großen Buchstaben, eine unaufdringliche, aber innige Solidaritäts-Bekundung.

"Am Tag danach" war vieles anders als "am Tag davor". Presseleute warteten auf ihre Bilder und Nachrichten, doch alles blieb beunruhigend ruhig. "Alles geht seinen gewohnten Gang. Wir stellen die Arbeit nicht ein, weil einer nicht mehr dabei ist", sagte "Finanzminister" Josef Schnusenberg. Leute in dieser Position müssen so sprechen, muss ja nicht jeder wissen, was sie denken und fühlen.

"Die Stimmung ist trüb, Schalke ist in Moll", beschreibt Pressesprecher Gerd Voss die merkwürdige Atmosphäre auf der Geschäftstelle, aber auch auf dem ganzen Gelände. Der Rückzug des Managers, er war zu überraschend, zu abrupt, um sich darauf innerlich auch nur annähernd vorzubereiten.

Schnusenberg lässt aber nach außen keine Lähmung gelten, "wir sollten jetzt alle schnell dazu kommen, uns den eigentlichen Aufgaben zu widmen", meinte der Vizepräsident. Andreas Müller, der Sportdirektor, der nun noch stärker in der Verantwortung steht, betonte, er sei geprägt von der gleichen Fußball-Philosophie. Nur ist damit die Arbeit nicht getan, keine Entscheidung getroffen.

Aber noch ist das Ende der Ära Assauer zu frisch, um sich ungerührt der Tagesordnung zu widmen. Andreas Müllers Stimme bebte leicht, als er am Donnerstag erklärte: "Ich bin immer noch bestürzt und betroffen. Unser Verhältnis war von gegenseitigem Respekt und großem Vertrauen geprägt, er war immer ein guter Ratgeber." Einen neuen Vertrauten wird er wohl nicht bekommen: Alles spricht dafür, dass Andreas Müller schon in ganz naher Zukunft zum alleinigen Manager befördert wird.

Die Privatbrauerei Veltins hält an ihrem Werbeträger Rudi Assauer auch nach dessen Rückzug fest. "Es bleibt alles wie gehabt", sagte Veltins-Sprecher Ulrich Biene. Der aktuelle TV-Spot mit Assauer werde weiter ausgestrahlt. Auch die Zusammenarbeit mit dem Bundesligisten laufe wie vertraglich festgelegt bis 2015 weiter.

Gerd Strohmann

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18.05.2006 – Schalke-Ausichtsrat tritt nach - Neue Vorwürfe nach Rücktritt Assauers - Quelle/© www.sport1.de

Gelsenkirchen - Einen Tag nach seinem erzwungenen Rücktritt als Manager geht die Demontage des Denkmals Rudi Assauer beim Bundesligisten Schalke 04 unvermindert weiter. Vor allem Aufsichtsrat-Chef Clemens Tönnies, dessen Gremium sich am Dienstag einstimmig gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Assauer ausgesprochen hatte, rechnete erbarmungslos mit der Galionsfigur der Königsblauen ab.

"Alkoholprobleme"

"Es haben sich einige Dinge summiert. Rudi Assauer hat mehrmals Vereinbarungen gebrochen, die wir vorher mit ihm getroffen hatten. Das ist kein Umgang. Dazu kamen die Alkoholprobleme. Das sind die Gründe, die den Aufsichtsrat an einer weiteren fruchtbaren Zusammenarbeit zweifeln ließen", sagte Tönnies der "Recklinghäuser Zeitung": "Der Verein leidet darunter. Wir brauchen eine top-professionelle Führung."

Im Fachmagazin "kicker" fügte der 49 Jahre alte Fleischfabrikant hinzu, dass Assauer "alle Brücken ausgeschlagen" habe, die man ihm gebaut hätte. Auch vom Vorstand habe es Signale gegeben, die auf "Zweifel an der Zusammenarbeit hindeuteten".

Nur noch vier Personen im Vorstand

Der Vorstand der Königsblauen umfasst nach dem Rücktritt Assauers nur noch vier Personen: Präsident Gerd Rehberg, Teammanager Andreas Müller, Geschäftsführer Peter Peters und Finanzchef Josef Schnusenberg. Der 70 Jahre alte Rehberg erklärte sich bereit, sein Amt weiter auszuüben, bis der Klub eine neue Lösung gefunden hat. Ursprünglich sollte der 62-jährige Assauer am 1. August dieses Jahres die Nachfolge Rehbergs antreten. Mit dem Rücktritt Assauers war diese Lösung dann aber hinfällig geworden.

"Gesicht unseres Vereins"

Offenbar war der Manager selbst auf dem mit wenigen Kompetenzen ausgestatteten Präsidenten-Posten untragbar geworden. Noch in der offiziellen Schalker Verlautbarung war Assauer, der vor kurzem für den finanziell angeschlagenen Klub noch mit einem Privatkredit in Höhe von einer halben Million Euro in die Bresche gesprungen war, mit allen Weihen verabschiedet worden ("Galionsfigur", "Gesicht unseres Vereins").

Tönnies hatte sich mit den Worten zitieren lassen: "Ich sage aus ehrlicher Verbundenheit und Freundschaft zu Rudi, dass mir diese Entwicklung unendlich Leid tut. Denn wir waren als Team sehr erfolgreich." Kurz Zeit später war die Schonzeit beendet.

Thon: "Angelegenheit tut unheimlich weh"

Doch nicht nur Tönnies, sondern der komplette Aufsichtsrat hatte am späten Dienstagabend in einer gut vierstündigen Sitzung in Tönnies' Privathaus "Assi" die Gefolgschaft verweigert. Dazu gehörte auch Weltmeister Olaf Thon. "Die Angelegenheit tut unheimlich weh. Es war ein langer Prozess, wir mussten leider so handeln", sagte Thon, einer von Assauers Ziehsöhnen, der "Bild"-Zeitung.

Teammanager Müller bestätigte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz, dass Assauer mit seinem Rücktritt offenbar nur einer Entlassung zuvorkam: "In dieser Woche hat Rudi gespürt, dass eine Entscheidung gegen ihn nur aufgehoben wäre."

Assauer als "Maulwurf" unter Verdacht

Geschäftsführer Peters deutete unterdessen an, dass nicht die Personalie Assauer momentan das größte Schalker Problem sei. Man müsse den völlig falschen und schädlichen Eindruck aus der Welt schaffen, der durch die "Focus"-Geschichte über die Finanzlage des Klubs entstanden sei. Das Nachrichtenmagazin hatte über alarmierende wirtschaftliche Zustände beim Revierklub geschrieben und Vereinsinterna genannt. Assauer war als "Maulwurf" unter Verdacht geraten.

"Entweder schaffe ich Schalke oder Schalke schafft mich"

Tönnies hob aber hervor, dass "die gesamte Angelegenheit nichts mit den Medienveröffentlichungen der letzten Tage zu tun hatte". Assauer, der während seiner ersten Amtszeit (1981 bis 1986) auf Schalke den Satz gesagt hatte, "Entweder schaffe ich Schalke, oder Schalke schafft mich", ist nach Klub-Angaben auch in Zukunft in seiner Loge in der Veltins-Arena herzlich willkommen.

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18.05.2006 – Schalke nach Assauer-Aus um Normalität bemüht - Quelle/© dpa - Meldung vom 18.05.2006 15:19 Uhr

Gelsenkirchen - Am Tag nach seinem unerwarteten Rücktritt tauchte Manager Rudi Assauer nochmals auf der Geschäftsstelle auf, räumte seinen Schreibtisch und zog gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Simone Thomalla wortlos von dannen.

Noch immer herrschte beim FC Schalke 04 große Betroffenheit, doch die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten bemühten sich um Normalität im Tagesgeschäft. "Wir sollten jetzt alle schnell dazu kommen, uns den eigentlichen Aufgaben zu widmen, nämlich den FC Schalke nach vorn zu bringen", sagte Finanzchef und Vizepräsident Josef Schnusenberg. "Alles geht seinen gewohnten Gang. Wir stellen nicht die Arbeit ein, nur weil einer nicht mehr dabei ist." Gleichwohl habe ihn der Rückzug seines langjährigen Weggefährten tief getroffen. "Es gibt nur Verlierer, keine Gewinner. Ich habe mit Rudi zwölf Jahre eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Deswegen ist es für mich äußerst schmerzlich."

Auf einer spontan organisierten Pressekonferenz zeigte sich auch Teammanager und Assauer-Nachfolger Andreas Müller sehr bewegt. "Ich bin bestürzt. Unser Verhältnis war voller Vertrauen und gegenseitigem Respekt", sagte Müller mit bebender Stimme. Er habe seit 2000, als er zunächst Assauers "Lehrling" wurde, "wahnsinnig viel" von diesem gelernt. "Er war ein sehr guter Ratgeber", sagte Müller, der seit rund einem Jahr vermehrt alle sportlichen Dinge bearbeitete und nun die Arbeit im Sinne Assauers allein fortführen muss und wird. Müller versprach: "Wir bleiben ein volksnaher Club."

Schnusenberg bedauert die Entwicklungen, kann Assauers spontanen Entschluss aber nachvollziehen. "Ich hätte mich auch nicht vor ein Tribunal schleppen lassen." Der 62-Jährige war am Mittwoch von allem Ämtern zurückgetreten, nachdem sich der zehnköpfige Aufsichtsrat unter Führung des Vorsitzenden Clemens Tönnies einstimmig gegen ihn ausgesprochen hatte. Bei einem für Samstag geplanten Treffen sollte sich Assauer noch einmal erklären, zog es aber vor, sofort die Konsequenzen zu ziehen: "Dann bleib ich lieber gleich zu Hause."

Viele Club-Angestellte, Vorstandsmitglieder und Fans sind traurig über das unrühmliche Ende der Assauer-Ära. "Schalke in Moll", beschrieb Pressesprecher Gerd Voss die gedrückte Atmosphäre auf der Geschäftsstelle und rund um das Trainingsgelände. "Die Stimmung ist trüb. Es ist doch klar, dass sich niemand freut." Die Mitarbeiter hatten sogar ein blaues Transparent angebracht, auf dem sie sich bedankten: "Lieber Rudi, deine Mitarbeiter, deine Freunde."

Tönnies betonte, dass Assauers Rückzug nichts mit den Medienveröffentlichungen der vergangenen Tage oder der "Maulwurf"- Affäre zu tun habe, sondern das Ergebnis einer längeren Entwicklung gewesen sei. Man habe sich die Entscheidung gegen Assauer nicht leicht gemacht, zumal dessen Verdienste um den Verein unbestritten seien. "Es war eine Summe der Dinge. Wir haben mit ihm wiederholt Vereinbarungen getroffen, an die er sich nicht gehalten hat. Das ist kein Umgang miteinander. Es hatte keinen Sinn mehr, weil er alle Brücken, die wir ihm gebaut haben, ausgeschlagen hat", erklärte Tönnies. Der Aufsichtsratschef, der 2007 nicht mehr kandidieren will, richtet den Blick nach vorn. Schalke brauche eine "top-professionelle Führung" und Ruhe. "Nicht ständig Hickhack. Der Club hat gelitten."

Möglichst schnell sollen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des finanziell angeschlagenen Clubs gestellt werden. Gerhard Rehberg, dessen Präsidenten-Amt Assauer am 1. August übernehmen sollte, signalisierte schon, übergangsweise bis 2007 weiterzumachen. "Ich lasse den Verein nicht im Stich", sagte der 70-Jährige. Dass im nur noch vierköpfigen Vorstand Müller vermutlich bald zum alleinigen "Manager" befördert wird, ist eine Formalie. Tönnies kündigte an, dass auf der turnusmäßigen Sitzung von Aufsichtsrat und Vorstand am nächsten Montag "diese Personalien auf der Tagesordnung" stünden.

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18.05.2006 – Teammanager Müller: „Das ist keine einfache Situation“ - Quelle/© www.schalke04.de

Das Ende einer Ära. Auch einen Tag nach seiner Demission beschäftigt der Abschied von Rudi Assauer die Gemüter bei den Knappen. Teammanager Andreas Müller bildet da keine Ausnahme.

„Das ist keine einfache Situation, auch für mich persönlich. Ich habe immer super mit ihm zusammengearbeitet und wahnsinnig viel von ihm gelernt. Er war immer ein guter Ratgeber für mich“, so Müller, der Assauer noch am Mittwochabend zu Hause besucht hatte. „Natürlich hat er seine Ecken und Kanten, aber davon hat Schalke 04 lange profitiert. Rudi Assauer war fast zwei Jahrzehnte lang das Aushängeschild des Vereins, und ich habe einen Partner verloren.“

Dem 43-Jährigen war indes die Entwicklung der vergangenen Monate nicht verborgen geblieben. „Über die Gründe, die den Aufsichtsrat letztlich zu seiner Entscheidung bewogen haben, kann ich nichts sagen. Ich denke, dass es eine Entwicklung gegen Rudi gegeben hat, es hatte sich kräftig etwas angestaut. Auf der anderen Seite hat man ihm auch goldene Brücken gebaut. Er tat sich jedoch schwer, diese zu betreten.“ Dass der Abschied von Rudi Assauer im jüngst erschienen „Focus“-Artikel begründet lag, verneinte Müller indes eindeutig: „Ich kann verstehen, dass diese Vermutung aufgrund der zeitlichen Nähe auf der Hand liegt, aber sie ist absolut falsch. Das sieht jeder im Vorstand so.“ Es sei eher das Gesamtbild gewesen, das den Ausschlag gegeben habe: „Ich glaube, Rudi hat gespürt, dass es in dieser Konstellation nicht mehr funktioniert und daraus mit seinem Rücktritt die Konsequenzen gezogen.“

Wie wird es nun weitergehen? In dieser Frage verwies Müller auf die am kommenden Montag turnusgemäß stattfindende Aufsichtsratssitzung. „Es ist in Rudi Assauers Sinne, wenn wir die Arbeit fortführen. Sein Credo war immer: Es geht nicht um Einzelne sondern um Schalke 04“, so Müller. Dennoch überwiege bei ihm derzeit die Betroffenheit und Bestürzung: „Schalke 04 ist Rudi Assauers Leben – aber daran wird er nun nicht mehr aktiv teilhaben.“

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18.05.2006 – S04-Profis besuchen Fan-Clubs in ganz Deutschland - Quelle/© www.schalke04.de

Verkehrte Schalker Welt am kommenden Wochenende: Strömen sonst die königsblauen Anhänger samstags aus allen Teilen Deutschlands nach Gelsenkirchen, um in der VELTINS-Arena Bundesliga-Fußball zu schauen, starten am Samstag (20. Mai) die Mitglieder der Schalker Lizenzspielerabteilung zu einem Gegenbesuch. 21 Profis, der dreiköpfige Trainerstab sowie Andreas Müller reisen durch die ganze Republik und sogar nach Luxemburg, um den Fans vor Ort persönlich für die Unterstützung im abgelaufenen Jahr zu danken. Die Ausrichter ermittelte der Schalker Fan-Club Verband, der über 55.000 Anhänger in ca. 1300 Fan-Clubs betreut.

Die weiteste Reise mit 556 Kilometern einfache Strecke tritt Levan Kobiashvili an. Der Georgier macht sich auf den Weg nach Burglengenfeld bei Regensburg, wo der Fan-Club "Blau-Weisse Naabtalknappen" auf ihn wartet. Zlatan Bajramovic dürfte die Wegbeschreibung zu seinem Fan-Treffen nicht brauchen. Er kommt mit der Schalker Filiale Hamburg im Vereinsheim des FC St. Pauli zusammen. Der Mittelfeldspieler kickte 13 Jahre lang für den Kiez-Club. Neben Bajramovic feiern auch Sören Larsen und Rafinha ihre Premiere bei der traditionellen Zusammenkunft zwischen Spielern und Anhängern: Für den dänischen Angreifer geht es zum Fan-Club "Schalker Freunde Osnabrück" nach Wallenhorst-Lechtingen, der brasilianische Verteidiger fährt zu den "Steigerwald-Knappen" nach Schlüsselfeld bei Würzburg.

Stauderlöwen & Bezirk 21, 45881 Gelsenkirchen: Gustavo Varela/Manuel Neuer
Nordkirchener Knappen, 59394 Nordkirchen: Ebbe Sand
Schalker Virus Horstmar, 48612 Horstmar: Frank Rost
Eurofighter Holterhausen, 46284 Dorsten: Dario Rodriguez
Oberes Johannland, 57520 Netphen-Helgersdorf: Marcelo Bordon
Schalker-Freunde Harz, 38871 Darlingerode: Christian Pander
Almebuben Brenken, 33142 Büren-Brenken: Thomas Kläsener
Großseelheim, 35274 Kirchhain: Lincoln
Loreley, 55430 Oberwesel: Oliver Reck
Der auf Schalke tanzt, 52379 Langerwehe: Christos Papadopoulos/Niko Bungert
Schalke Freunde Hennesee 1997, 59889 Eslohe: Mimoun Azaouagh
Schalker Freunde Osnabrück, 49134 Wallenhorst: Sören Larsen
Blue-White-Queens Fliedental, 36103 Flieden: Hamit Altintop
Zeitzer Knappen, 06712 Breitenbach: Mirko Slomka
Blau-Weisse Naabtalknappen, 93133 Burglengenfeld, Levan Kobiashvili
Schalke-Frenn Norden Letzebuerg, 9186 Stegen/Luxemburg, Christofer Heimeroth
Grube Leopold, 06388 Edderitz, Tomasz Waldoch
Dormagener Knappen 01, 41540 Dormagen, Christian Poulsen
Schalker Filiale Hamburg, 20359 Hamburg, Zlatan Bajramovic
Steht-auf, 45721 Haltern am See, Tim Hoogland/Alexander Baumjohann
Steigerwald-Knappen, 96132 Schlüsselfeld, Rafinha
Kerrlocher Knappen, 68753 Waghäusel, Andreas Müller

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18.05.2006 – Der Aufsichtsrats-Chef über die Hintergründe der Trennung von Rudi Assauer - Tönnies: "Der Verein hat gelitten - und das geht nicht!" - Quelle/© www.kicker.de - 18.05.2006 10:55

kicker: Herr Tönnies, der Aufsichtsrat hat sich einstimmig gegen Rudi Assauer ausgesprochen. Wie kam es dazu?

Clemens Tönnies (49, Aufsichtsrats-Chef): Wir haben uns das nicht leicht gemacht und bis nach Mitternacht diskutiert. Der Beschluss wurde dann aber einstimmig gefasst. Es hatte keinen Sinn mehr, weil Rudi Assauer alle Brücken ausgeschlagen hatte, die wir ihm gebaut haben.

kicker: Fiel er letztlich über die Focus-Affäre?

Tönnies: Es war eine Summe der Dinge. Wir haben mit ihm wiederholt Vereinbarungen getroffen, an die er sich nicht gehalten hat. Das ist kein Umgang miteinander. Nach dem Fall Wontorra ist ja öffentlich über Alkoholprobleme diskutiert worden. Letztendlich gab es verschiedene Gründe, an einer fruchtbaren Zusammenarbeit zu zweifeln. Es gab auch Signale aus dem Vorstand, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr geht.

kicker: Ein schwere Entscheidung!

Tönnies: Absolut. Es ist ja auch für Assauer eine Entscheidung von Tragweite. Ich habe ihn oft als Ikone bezeichnet, immer versucht, ihm zu helfen oder zu schlichten. Schalke hat ihm sehr viel zu verdanken, er war unsere Galionsfigur. Die Entwicklung tut uns unheimlich leid.

kicker: Aber?

Tönnies: Aber Schalke ist ein Unternehmen, das eine top-professionelle Führung braucht. Wir brauchen Ruhe im Verein, bis in die Mannschaft. Nicht ständig Hickhack. Der Verein hat gelitten, und das geht nicht!

kicker: Sie wurden als privater Kreditgeber durch einen "Maulwurf" im Focus als "Kredithai" hingestellt.

Tönnies: Ganz bitter. Dabei ist der Kredit günstiger als bei einer Bank, und ich habe noch nie ein windiges Geschäft gemacht. Der Informa-tionsfluss zum Focus wird sich wohl nie komplett aufklären.

kicker: Zum 1. August hätte Rudi Assauer ins Präsidenten-Amt wechseln sollen. Wie wird die Präsidentenfrage auf Schalke nun gelöst?

Tönnies: Ich frage unseren Präsidenten Gerhard Rehberg, ob er noch ein Jahr bleibt. Ich habe da keine Bedenken.

Interview: Jean-Julien Beer

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17.05.2006 – Assauers Rauswurf um Mitternacht beschlossen - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - "Entweder schaffe ich Schalke oder Schalke schafft mich." Es war einer der markantesten Sprüche von Rudi Assauer in seiner ersten Amtszeit "auf Schalke". Ein Satz, der ihn am Mittwoch wieder einholte. Schalke hat ihn geschafft " Rudi Assauer ist nicht mehr Manager des FC Schalke 04. Mittwochnachmittag um 15.10 Uhr unterschrieb Assauer in der Schalker Geschäftsstelle seine Rücktrittserklärung.

Alles andere als freiwillig: Denn im Prinzip wurde Assauer zum Rücktritt gezwungen " vom Schalker Aufsichtsrat.

Dienstag, später Abend, Rheda-Wiedenbrück: Im Privathaus von Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies hat sich der Aufsichtsrat zu einer kurzfristig anberaumten Sitzung getroffen. Einziger Tagesordnungspunkt ist die Diskussion und Abstimmung zum Thema: "Entlassung von Manager Rudi Assauer." Um Mitternacht sind die Würfel gefallen: Der Aufsichtsrat beschließt Assauers Rauswurf einstimmig. Von zwei nicht anwesenden Mitgliedern wird die Zustimmung per Fax eingeholt, eine Leitung muss sogar nach Kanada gelegt werden, weil sich Aufsichtsrat Peter Lange dort aufhält.

Am Mittwochmorgen wird Assauer in der Schalker Geschäftsstelle von Tönnies über den beschlossenen Rauswurf informiert. Laut Tönnies ist Assauer plötzlich doch bereit, das Präsidenten-Amt zu übernehmen: "Er wollte wissen, wann das losgehen sollte und was er dann zu tun habe", so Tönnies. Der Unternehmer ist erstaunt. Am Montag, als sich Assauer gegen die "Maulwurf-Gerüchte" (wir berichteten) verteidigen musste, soll er geschimpft haben: "Ich werde kein Präsident. Diesen Scheiß mache ich Euch nicht."

Tönnies und Vorstandsmitglieder weisen Assauer darauf hin, dass es noch eine andere, vielleicht etwas elegantere Lösung als den Rauswurf gibt. Sie empfehlen Assauer den Rücktritt. Spätestens jetzt weiß Assauer, dass er nur noch in diesem einen Punkt das Heft des Handelns in der Hand hat. Assauers persönlicher Anwalt Fred Fiestelmann eilt in die Geschäftsstelle.

Clemens Tönnies erklärt gegenüber unserer Zeitung die Gründe für das klare Votum gegen Assauer: "Es haben sich einige Dinge summiert. Rudi Assauer hat mehrmals Vereinbarungen gebrochen, die wir vorher mit ihm getroffen hatten. Das ist kein Umgang. Dazu kamen die Alkoholprobleme. Das sind Gründe, die den Aufsichtsrat an einer weiteren fruchtbaren Zusammenarbeit zweifeln ließen. Der Verein leidet darunter. Wir brauchen eine top-professionelle Führung. Auch vom Vorstand gab es Signale, die auf Zweifel an der Zusammenarbeit hindeuteten." Nicht jedes Vorstandsmitglied mag diese letzte Einschätzung bestätigen.

"Dieser Schritt verdient Respekt"

Die "Maulwurf-Affäre" war wohl nur der Tropfen, der aus Sicht des Aufsichtsrates das Fass zum Überlaufen brachte. Dem Kontroll-Gremium "stank" es auch gewaltig, dass Assauer sich mit dem beschlossenen Rückzug auf den Präsidenten-Posten nicht abfinden wollte. Als Assauer nun im Interview mit unserer Zeitung ankündigte, "wieder beißen zu wollen", wurde das erneut als Affront bewertet.

Geschäftsstelle, 14.30 Uhr: In der Vorstandsetage sitzen Tönnies, Assauer und Fiestelmann zusammen und feilen am Abschied von Assauer. Es geht auch um arbeitsrechtliche Dinge: Stimmt er dem Rücktrittsangebot nicht zu, soll der Rauswurf greifen. Dann darf Assauer sich am Samstag dem Aufsichtsrat noch ein Mal stellen. Diese Sitzung ist nun hinfällig.

Mittwoch, 14.30 Uhr: Aus der anliegenden Gaststätte "Der Schalker" wird Essen in die Geschäftstelle geliefert, es sieht nach längeren Sitzungen aus. "Assis Henkersmahlzeit", spotten Journalisten, die draußen warten.

15.20 Uhr, Haupteingang Geschäftsstelle: Clemens Tönnies verlässt die Geschäftsstelle, seine Arbeit ist getan. Vor zehn Minuten hat Assauer unterschrieben. "Dieser Schritt", so Clemens Tönnies, "verdient allerhöchsten Respekt. Der FC Schalke 04 ist Rudi Assauer zu größtem Dank verpflichtet. Mit seinem Rücktritt endet eine Ära. Seine Verdienste für Schalke stellen ihn auf eine Stufe mit den großen Persönlichkeiten unserer Vereinsgeschichte."

15.43 Uhr: Auch Rudi Assauer verlässt das Schalker Hauptquartier. Zum letzten Mal als Manager der "Königsblauen". In der rechten Hand sein Handy, links eine Aktentasche. Er wirkt angeschlagen. Die wenigen wartenden Journalisten registriert er, reden mag er mit ihnen nicht groß. Wer will es ihm verdenken.

Der FC Schalke 04 hat Rudi Assauer geschafft.

Norbert Neubaum

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17.05.2006 – "Schalke war mein Lebensinhalt" - Assauer tritt zurück - Quelle/© www.kicker.de - 17.05.2006 17:30

Nicht mehr auf Schalke gefragt: Rudi Assauer. Rudi Assauer und der FC Schalke 04 gehen ab sofort getrennte Wege. Der Aufsichtsrat hat am gestrigen Abend einstimmig dazu votiert, dass eine weitere Zusammenarbeit mit dem Vorstandsmitglied nicht möglich ist.

Nach heftigen Turbulenzen in der Vereinsführung hatte die Kritik an dem 62-Jährigen zugenommen. Auf Drängen der Führungsgremien kam Assauer seiner sofortigen Entlassung durch seinen Rücktritt zuvor.

Assauer: "Ich habe leider keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat gesehen, zumal ich eine für mich ungute Entwicklung spürte. Wie sich jeder denken kann, ist mir die Entscheidung sehr, sehr schwer gefallen. Schalke war mein Lebensinhalt." Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies erklärte: "Rudi Assauers Schritt verdient allerhöchsten Respekt. Zuletzt bei unserer gestrigen Aufsichtsratssitzung hat sich eine deutliche Stimmung gegen ihn aufgebaut. Ganz ausdrücklich betone ich, dass die gesamte Angelegenheit nichts mit den Medienveröffentlichungen der letzten Tage zu tun hatte."

Die jüngste Krise wurde durch das Nachrichtenmagazin "Focus" mit einem Bericht über alarmierende finanzielle Zustände ins Rollen gebracht. Das Nachrichtenmagazin nannte dabei Vereins-Interna. So sei die Zahlungsfähigkeit des Vereins beispielsweise nur durch Privatkredite gesichert worden. Assauer bestritt zwar, diese Informationen weitergeleitet zu haben, verlor aber dennoch das Vertrauen des Aufsichtsrates. Dessen Vorsitzender Clemens Tönnies gehörte seit Monaten zu einem der größten Kritiker des Managers.

Assauer erklärte bezüglich der Vorwürfe: "Der Journalist präsentierte mir eine Vielzahl von Zahlen und Informationen. Gerade bei detaillierten wirtschaftlichen Fragen habe ich jedoch nicht antworten können, sondern ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dieses Thema nicht in meinen Zuständigkeitsbereich im Schalker Vorstand fällt."

Assauer war die schillernde Figur beim Revierclub und gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Fußball-Bundesliga. Nach seiner ersten Amtszeit als Manager von 1981 bis 1986 wurde er zwar aus dem Amt gedrängt, kehrte aber sieben Jahre später wieder zurück. Seit April 1993 leitete er erneut die Geschäfte des Vereins und war an dessen Aufschwung erheblich beteiligt. Der größte sportliche Erfolg war 1997 der Gewinn des UEFA-Cups. Es folgten die beiden Pokalsiege 2001 und 2002 sowie die Vizemeisterschaften 2001 und 2005. Auch am Bau des neuen Stadions hatte Assauer maßgeblichen Anteil.

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17.05.2006 – Schalke 04 - Assauer räumt seinen Stuhl - Quelle/© HANDELSBLATT, Mittwoch, 17. Mai 2006, 15:53 Uhr

Rudi Assauer tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Posten als Manager beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zurück. Das bestätigte der Revier-Club auf seiner Homepage. Zuvor hatte ihm der Schalke-Aufsichtsrat das Vertrauen entzogen.

HB GELSENKIRCHEN. Die Ära von Manager Rudi Assauer beim FC Schalke 04 ist nach 13 Jahren beendet. Wie der Verein am Mittwoch bestätigte, tritt der 62-Jährige beim Fußball-Bundesligisten mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern zurück. Damit beugte er sich offenbar dem Druck des Aufsichtsrates und zog die Konsequenzen aus der jüngsten Finanzaffäre. Nach Informationen der Bild-Zeitung hatte sich der Aufsichtsrat des Clubs am Dienstagabend einstimmig gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem 62 Jahre alten Assauer ausgesprochen.. Auslöser der neuesten Krise war ein Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ (Montag-Ausgabe). Darin war behauptet worden, Schalke befinde sich am Rande der Zahlungsunfähigkeit.

Assauer war die „Lichtgestalt“ beim Revierclub und gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Fußball-Bundesliga. Zwar wurde er nach seiner ersten Amtszeit 1981 bis 1986 als Manager der „Königsblauen“ aus dem Amt gedrängt, kehrte aber schon sieben Jahre später zurück. In seiner seiner zweiten Amtsperiode vom 1. April 1993 an war die „Galionsfigur“ maßgeblich am großen Aufschwung des seinerzeit von großen finanziellen Schwierigkeiten geplagten Vereins beteiligt. Die größten sportlichen Erfolge des gebürtigen Saarländers waren der UEFA-Pokal-Triumph 1997, die Vizemeisterschaften 2001 und 2005 sowie die beiden Pokalsiege 2001 und 2002. Zudem hatte er maßgeblichen Anteil am Bau des neuen Stadions.

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17.05.2006 – Assauer zieht Konsequenzen - Quelle/© WAZ

Gelsenkirchen (dpa) - Nach 13 Jahren ist die Ära von Manager Rudi Assauer beim FC Schalke 04 beendet. Entnervt und enttäuscht hat der 62-Jährige auf Druck des Aufsichtsrates seine Ämter beim Fußball-Bundesligisten mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Damit zog Assauer die Konsequenzen aus der jüngsten Finanzaffäre und den folgenden Turbulenzen. Das bestätigte der Revierclub. »Ich habe keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat gesehen, zumal ich eine für mich ungute Entwicklung spürte. Die Entscheidung ist mir sehr, sehr schwer gefallen. Schalke war mein Lebensinhalt«, wird Assauer in einer vom Club verbreiteten Erklärung zitiert.

Wie der Club weiter mitteilte, wurde ein Auflösungsvertrag unterzeichnet, in dem »eine einvernehmliche Regelung über die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisse« getroffen wurde. Die Regelung habe der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies (49) nach einem Gespräch mit Assauer vereinbart, dessen Kontrakt noch bis 2008 lief. Eine für den 20. Mai geplante außerordentliche Aufsichtsratssitzung sei damit hinfällig. »Rudi Assauers Schritt verdient allerhöchsten Respekt«, sagte Tönnies. Der Rücktritt habe »nichts mit den Medienveröffentlichungen der letzten Tage« zu tun. »Der FC Schalke 04 ist Rudi Assauer zu größtem Dank verpflichtet. Mit seinem Rücktritt endet eine Ära. Seine Verdienste stellen ihn auf eine Stufe mit den großen Persönlichkeiten unserer Vereinsgeschichte.« Die Entwicklung tue ihm »aus ehrlicher Verbundenheit und Freundschaft zu Rudi unendlich leid«. In den vergangenen Tagen hatten sich die Ereignisse überschlagen. Auslöser der Krise war ein Bericht des Nachrichtenmagazins »Focus«, der als Vorab-Meldung bereits vor dem letzten Bundesliga-Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart veröffentlicht worden war. Darin war behauptet worden, Schalke befinde sich am »Rande der Zahlungsunfähigkeit« und hielte sich nur durch Privatkredite von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern in einer später vom Club bestätigten Höhe von rund 8,2 Millionen Euro über Wasser. Der Bericht erwies sich in einigen Punkten als wahr, einige Details wurde als »falsch« zurückwiesen. Finanzchef Josef Schnusenberg beteuerte: »Wir sind nicht pleite und es droht auch keine Insolvenz.«

Tags darauf war Assauer in Verdacht geraten, bei einem Treffen am 7. Mai die internen Informationen an den »Focus«-Reporter weiter gegeben zu haben. Tönnies sprach von einem »Vertrauensbruch« und »Konsequenzen«, sollte sich der Verdacht gegen Assauer bestätigen. Nach dem letzten Bundesliga-Wochenende folgte zunächst die Kehrtwende. Assauer schien glaubhaft gemacht zu haben, dass er nicht der gesuchte »Maulwurf« sei. »Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich niemals für solche Dinge hergeben würde«, beteuerte Assauer, der den übrigen Vorstand mit Präsident Gerhard Rehberg, Schnusenberg, Teammanager Andreas Müller und Geschäftsführer Peter Peters von seiner Unschuld überzeugte. Er habe dem Reporter nur diesem bereits vorliegende Fakten bestätigt.

Doch die Zweifel blieben. Der Druck auf den einst unantastbaren »Mister Schalke« nahm zu. Vor allem im Aufsichtsrat regte sich Misstrauen und Widerstand. Bei einer Sitzung sprach sich das Gremium unter Vorsitz des Fleischfabrikanten Tönnies dem Vernehmen nach einstimmig gegen Assauer aus. »Es hat sich eine deutliche Stimmung gegen ihn aufgebaut«, räumte Tönnies ein. Bereits im Januar hatte er durchgesetzt, dass das Aufgabengebiet des einst »Allmächtigen« beschnitten wird. Assauer musste sportliche Kompetenzen an seinen designierten Nachfolger Müller abtreten und sollte am 1. August das Amt des Präsidenten des scheidenden Vorsitzenden Rehberg übernehmen. Assauer fiel in ein »Loch«, räumte Gesundheitsprobleme ein, Alkoholprobleme wurden ihm nachgesagt. Und mit der Rolle als »Frühstücksdirektor« wollte er sich ohnehin nie anfreunden. »Ich werde wieder beißen«, sagte er kürzlich, nachdem es ihm wieder besser ging.

Assauer war die »Lichtgestalt« beim Revierclub und gehörte neben Bayer-Manager Uli Hoeneß zu den bekanntesten Gesichtern der Fußball- Bundesliga. Zwar wurde er nach seiner ersten Amtszeit als Manager der »Königsblauen« von 1981 bis 1986 aus dem Amt gedrängt, kehrte aber schon sieben Jahre später zurück. Mit dem Beginn seiner zweiten Amtsperiode am 1. April 1993 war die »Galionsfigur« maßgeblich am großen Aufschwung des seinerzeit von großen finanziellen Problemen geplagten »Chaos«-Vereins beteiligt. Die größten sportlichen Erfolge in der Ägide des gebürtigen Saarländers waren der UEFA-Pokal-Triumph 1997, die Vizemeisterschaften 2001 und 2005 sowie die Pokalsiege 2001 und 2002.

Ein Denkmal setzte sich Assauer mit dem Bau der Schalker Arena, die als eines der modernsten Stadien Europas gilt und auch WM-Spielstätte ist. Er habe »dieses Buch« Schalke nun zugeschlagen, sagte Assauer enttäuscht. »Dem Verein werde ich jedoch immer verbunden bleiben. Meinen Vorstandskollegen und den vielen Mitarbeitern möchte ich für die gemeinsamen Jahre danken und ihnen viel Glück für die Zukunft wünschen. Es war eine einzigartige Zeit, in der wir gemeinsam Großes aufgebaut haben.«

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17.05.2006 – Rudi Assauer ist zurückgetreten - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen (wl) - Rudi Assauer (62), Manager und Vorstandsmitglied des FC Schalke 04, hat mit Wirkung vom heutigen Tag seine Ämter zur Verfügung gestellt. Ein Auflösungsvertrag wurde unterzeichnet, in dem eine einvernehmliche Regelung über die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses getroffen worden ist.

Dies war das Ergebnis eines Gesprächs, das der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies (49) ebenfalls heute mit Assauer führte. Eine für kommenden Samstag geplante weitere außerordentliche Aufsichtsratssitzung findet nunmehr nicht statt.

"Rudi Assauers Schritt verdient allerhöchsten Respekt. Zuletzt bei unserer gestrigen Aufsichtsratssitzung hat sich eine deutliche Stimmung gegen ihn aufgebaut. Ganz ausdrücklich betone ich, dass die gesamte Angelegenheit nichts mit den Medienveröffentlichungen der letzten Tage zu tun hatte", erklärte Clemens Tönnies und führte aus: "Der FC Schalke 04 ist Rudi Assauer zu größtem Dank verpflichtet.

Mit seinem Rücktritt endet eine Ära. Er war viele Jahre lang das Gesicht unseres Vereins, eine Galionsfigur. Was hier seit seinem Amtsantritt vor 13 Jahren entstanden ist, trägt deutlich seine Handschrift. Seine Verdienste für Schalke stellen ihn auf eine Stufe mit den großen Persönlichkeiten unserer Vereinsgeschichte. Ich sage aus ehrlicher Verbundenheit und Freundschaft zu Rudi, dass mir diese Entwicklung unendlich leid tut. Denn wir waren als Team sehr erfolgreich."

Rudi Assauer erklärte seinen Entschluss: "Ich habe leider keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat gesehen, zumal ich eine für mich ungute Entwicklung spürte. Wie sich jeder denken kann, ist mir die Entscheidung sehr, sehr schwer gefallen. Schalke war mein Lebensinhalt. Dieses Buch habe ich nun zugeschlagen. Dem Verein werde ich jedoch immer verbunden bleiben. Meinen Vorstandskollegen und den vielen Mitarbeitern möchte ich für die gemeinsamen Jahre danken und ihnen viel Glück für die Zukunft wünschen. Es war eine einzigartige Zeit, in der wir gemeinsam Großes aufgebaut haben."

Rudi Assauer wurde in seiner zweiten Amtszeit am 1. April 1993 Manager des Vereins und war seit dem 12. Dezember 1994 auch Vorstandsmitglied. Zuvor wirkte er schon vom 15. Mai 1981 bis 4. Dezember 1986 als Manager der Königsblauen.

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17.05.2006 – Entmachteter Machtmensch: Assauer gibt auf - Quelle/© dpa - Meldung vom 17.05.2006 17:46 Uhr

Gelsenkirchen - Machtmensch Rudi Assauer hat seine Macht endgültig verloren. Nach langer schleichender Demontage warf Rudi Assauer desillusioniert das Handtuch: Mit seinem Rücktritt fand die Ära der grauen Eminenz des FC Schalke 04 ein unrühmliches Ende.

Acht Monate nach den despektierlicher Äußerung eines TV-Moderators über Assauers Trinkgewohnheiten, die das Vereinsdenkmal bereits gehörig ins Wanken gebracht hatte, wurde Assauer die jüngste Finanzaffäre zum Verhängnis. Wie ein Orakel klingen aus heutiger Sicht seine Aussagen aus dem Jahr 1981: "Entweder ich schaffe Schalke oder Schalke schafft mich."

Mit seinem ersten Tag als Manager "auf" Schalke begann eine turbulente Zeit. Sein Rauswurf 1986, den Assauer noch Jahre später als "größten Tiefschlag" bezeichnet hatte, war bei den heimischen Fans längst in Vergessenheit geraten. Ungleich präsenter ist die Zeit seit Assauers Rückkehr auf den Managerstuhl im Frühjahr 1993. Denn der Aufstieg des damals vom Aus bedrohten Clubs in den Kreis der Branchenführer ist eng mit seinem Namen verknüpft. Ohne die Visionen des selbst ernannten "malochenden Machtmenschen" hätte es den Bau der schmucken neuen Arena, den UEFA-Cup-Sieg von 1997 und die Pokalsiege von 2001 und 2002 wohl kaum gegeben.

Nicht nur das in Werbespots gepflegte Macho-Image kam bei den Fans gut an. Auf Grund seiner geradlinige Art genoss der im saarländischen Altenwald geborene und im westfälischen Herten aufgewachsene ehemalige Fußball-Profi Kultstatus. Seinem Image als stets Zigarren paffende Reizfigur machte er in diversen verbalen Scharmützeln beispielsweise mit Vertretern von Rekordmeister Bayern München alle Ehre.

Doch die jüngsten Veröffentlichungen im Nachrichtenmagazin "Focus", in denen über angebliche Finanzprobleme der Schalker berichtet wird, stellten auch die Arbeit von Assauer in Frage. Hat sich der Verein - ähnlich wie zuvor Erzrivale Borussia Dortmund - beim Aufbau einer teuren Mannschaft und Infrastruktur übernommen? "Ich bin, wie ich war, und ich werde bleiben, was ich bin. Ich beiße wieder", hatte Assauer noch am letzten Bundesliga-Wochenende der abgelaufenen Saison in einem Zeitungs-Interview kämpferisch verkündet. Nur wenige Tage später hat ihn die Wirklichkeit eingeholt.

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17.05.2006 – Assauer-Demission - Der entmachtete Macho - Quelle/© www.spiegel.de - goe/dpa

Eine Legende geht: Rudi Assauer ist als Manager des FC Schalke 04 zurückgetreten. Zu stark war die Stimmung im Verein am Ende gegen den mächtigen Strippenzieher geworden. Assauers Verdienste bleiben unbestritten, sein Lebenswerk aber unvollendet.

Gelsenkirchen - Das Ende hatte sich angekündigt, seit Monaten schon. In einem TV-Studio des DSF begann sich die Stimmung zu drehen, das Schalker Denkmal Rudi Assauer bekam die ersten Kratzer. Ein TV-Moderator fabulierte gedankenlos über die angeblichen Trinkgewohnheiten des Managers und musste sich dafür später kleinlaut entschuldigen. Halbwegs unbeschadet überstand Assauer diesen Fauxpas des DSF-Mannes, nun wurden ihm die jüngsten Berichte eines Nachrichtenmagazins zum Verhängnis.

Assauer, der mit Unterbrechungen seit 1981 auf Schalke wirkte, wurde in ein schlechtes Licht gerückt, als der "Focus" am vergangenen Samstag von angeblichen Finanzproblemen berichtete, die den Verein an den Rand der Zahlungsunfähigkeit manövriert hätten. Hat sich Schalke - ähnlich wie zuvor der Revierrivale Borussia Dortmund - beim Aufbau einer teuren Mannschaft und Infrastruktur übernommen? Assauer konnte den Aufsichtsrat zwar davon überzeugen, diese Informationen nicht weitergegeben zu haben - die Stimmung war da aber schon gegen ihn.

Der Rücktritt Assauers beendet diese schleichende Demontage, zurück bleibt ein Mann, der dem Verein zwar in salbungsvollen Worten dankte, tief drinnen aber zutiefst enttäuscht ist. "Entweder ich schaffe Schalke oder Schalke schafft mich", hatte er 1981 orakelt - zweites ist für den 62-Jährigen nun Realität geworden.

Turbulent hatte schon seine erste Amtszeit begonnen, seinen Rauswurf 1986 bezeichnete der Zigarrenraucher später als seinen "größten Tiefschlag". 1993 kehrte er auf den Managerposten zurück und führte den damals vom Abstieg bedrohten Club zum Uefa-Cup-Sieg 1997, zudem wurde 2001 und 2002 der DFB-Pokal gewonnen. Auch in der Champions League mischte Schalke in der Folge mit, zum Kult wurde mit den Königsblauen nach der knapp verpassten Meisterschaft 2001 aber vor allem "Stumpen-Rudi".

Am Ende hatte er aber doch noch das letzte Wort, pathetisch wie immer sagte er, dass Schalke sein "Lebensinhalt" gewesen sei. "Dieses Buch habe ich nun zugeschlagen. Dem Verein werde ich jedoch immer verbunden bleiben. Es war eine einzigartige Zeit, in der wir gemeinsam Großes aufgebaut haben". Gescheitert ist Assauer aber mit seinem großen Traum, erst abzutreten wenn er mit Schalke die Meisterschaft gewonnen hat.

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17.05.2006 – Tönnies im Interview: "Fairer als wir – das geht nicht" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Er galt als großer Gegenspieler von Rudi Assauer. Clemens Tönnies (49), Fleisch-Fabrikant aus Rheda-Wiedenbrück, der mächtige Aufsichtsratsvorsitzende des Klubs.

Frage: Herr Tönnies, in Ihrer Aufsichtsratssitzung soll sich das Gremium gegen Rudi Assauer ausgesprochen haben. Fühlen Sie sich jetzt als Sieger eines Machtkampfes?

Tönnies: Quatsch. Wir haben immer vertrauensvoll und gerne miteinander gearbeitet. So doll find ich das alles nicht. Ich musste auch erst mal zwei Runden um den Block gehen, um das alles zu verdauen.

Aber sie haben schon in Ihrer Sitzung das Ende der Ära Assauer eingeläutet?

Wir haben bis Mitternacht getagt und sind zu dem Entschluss gekommen, am Samstag mit dem Rudi intensiv über seine Zukunft zu sprechen.

Und am Mittwochmorgen haben sie ihm das mitgeteilt?

Ich war um 10 Uhr auf der Geschäftsstelle und da haben wir uns dann in seinem Büro zusammen gesetzt.

Wer?

Rudi, sein Anwalt und ich. Ab und an kam auch Josef Schnusenberg ‘mal rein.

Wie hat er Assauer auf Ihre Bitte, am Samstag Rede und Antwort zu stehen, reagiert?

Er hat gesagt: Nee, Jungs, ich komme da nicht hin, um noch mit euch zu diskutieren. Ich höre auf.

So spontan?

Ich kann nicht in ihn reingucken. Aber er war ganz ruhig, unglaublich souverän.

Es folgte ein Streitgespräch...

Überhaupt nicht. Wir sind uns da gar nicht angegangen. Fairer als wir das gemacht haben, geht es gar nicht.

Aber wie geht es jetzt weiter?

Mit Assi geht eine markante Persönlichkeit, er ist ja Mister Schalke. Er wird ganz sicher eine Lücke reißen. Aber trotzdem bin ich überzeugt, dass wir gut aufgestellt sind, dass es vorwärts geht. Das Feld ist bestellt.

Aber Assauer sollte den Klub als Präsident repräsentieren...

Das macht er nicht. Ich habe schon mit Gerd Rehberg telefoniert, der bereit ist, noch bis 2007 im Amt zu bleiben. Bis dahin werden wir einen geeigneten Nachfolger finden.

Und Sie selbst?

Mein Aufsichtsratsmandat läuft noch bis 2007. Und ich denke, dass ich die Arbeit dann in andere Hände übergebe. 13 Jahre sind dann auch genug.

Dirk Graalmann

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17.05.2006 – Drei Fragen an Josef Schnusenberg - "Es gibt nur Verlierer" - Quelle/© www.westline.de

Gelsenkirchen - Frage: Josef Schnusenberg, wo sitzen die Gewinner, wo sind die Verlierer nach dem Rückzug von Rudi Assauer?

Josef Schnusenberg: Es gibt keine Gewinner, nicht einen. Es gibt nur Verlierer: Der ganze Verein, die Personen, die ihn prägen, eben wir alle.

Was geht in Ihnen persönlich vor?

Ich bedaure es zutiefst, es ist für mich unglaublich schmerzlich. Wir haben gemeinsam mit anderen viel aufgebaut. Natürlich hinterlässt er eine riesige Lücke, zumal sein Rückzug all inclusive ist, er von allen Ämtern zurücktritt. Das ist hammerhart.

Hat es doch etwas damit zu tun, dass Rudi Assauer in den letzten Tagen direkt vorgeworfen wurde, er habe bei den Presse-Berichten die Rolle eines Maulwurfes gespielt?

Definitiv nein, das hat die Entscheidung nicht beeinflusst. Es hat ihn vielmehr zutiefst getroffen, dass ihm alte Mitstreiter nicht mehr vertrauensvoll zur Seite standen. Das war bitter.

Gerd Strohmann

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17.05.2006 – Die dicke Zigarre auf Schalke ist aus - "Schalke war mein Lebensinhalt" - Quelle/© Westfälische Rundschau

Gelsenkirchen. Für den kommenden Samstag hatte der Aufsichtsrat von Schalke 04 zu einer außerplanmäßigen Sitzung eingeladen. Einziger Tagesordnungspunkt: "Die Entlassung des Managers Rudi Assauer." Gestern Nachmittag wurde die Sitzung wieder abgesagt: Assauer trat nach 13 Jahren als Manager in Schalke mit sofortiger Wirkung zurück.

Das Ende einer Ära, ein Schlussstrich, der nicht mehr zu vermeiden war und sich seit Tagen abgezeichnet hatte. In der Nacht zum Mittwoch entschied der Schalker Aufsichtsrat auf einer Sonder-Sitzung in Rheda-Wiedenbrück einstimmig, dass die Zusammenarbeit mit Assauer zu beenden sei. Gestern ging es nur noch um die Formalitäten. Assauer wurde zum Rücktritt gedrängt und wird auch nicht wie geplant neuer Schalke-Präsident.

Am Vormittag hatte Clemens Tönnies (49), der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Assauer von dem Beschluss in Kenntnis gesetzt. Um dem 62-Jährigen eine unehrenhafte Entlassung zu ersparen, legte er ihm einen Rücktritt nahe.

Assauer beriet sich mit seinem Anwalt, ehe er sich nach einigen Stunden Bedenkzeit zum Rücktritt entschloss: "Wie sich jeder denken kann, ist mir die Entscheidung sehr, sehr schwer gefallen. Schalke war mein Lebensinhalt", sagte er in einer vom Verein verbreiteten Erklärung. Die dicke Zigarre auf Schalke ist aus.

Schalkes Aufsichtsrat hatte sich die Entscheidung nicht einfach gemacht, wie Tönnies im Gespräch mit der WR betonte: "Wir sind ein Unternehmen, das eine top-professionelle Führung braucht und nicht dieses Hickhack, das wir zuletzt hatten. Wiederholt haben wir mit ihm Vereinbarungen getroffen, an die er sich dann nicht gehalten hat. Das ist kein Umgang miteinander." Hinzu sei die bekannte Alkoholproblematik des 62-Jährigen gekommen: Schon seit längerer Zeit war bekannt, dass Assauers Tagesform Schwankungen unterworfen ist. Der Aufsichtsrat hatte dies bisher sorgenvoll beobachtet, sich jedoch davor gescheut, einzugreifen. Nun jedoch sei "eine Summe an Dingen" zusammen gekommen, "um an einer fruchtbaren weiteren Zusammenarbeit zu zweifeln."

Auch aus dem Vorstand seien zuletzt entsprechende "Signale" gesendet worden. Allerdings wurde betont, dass die Trennung allein eine Entscheidung des Aufsichtsrats war.

Das Thema wurde zuletzt forciert, weil Schalke laut Tönnies zu der Erkenntnis gekommen war, "dass der Verein leidet, und das geht nicht." Mehr als deutlich geworden war das in den vergangenen Tagen: Die WR hatte bereits am Montag exklusiv berichtet, dass Assauer von den Vereinsgremien verdächtigt wurde, geheime Daten an das Nachrichtenmagazin "Focus" verraten zu haben. Spätestens da war das Vertrauen vorbei, obwohl noch einmal ein Schulterschluss verkündet wurde. Doch nach WR-Informationen flogen auch bei dieser Sitzung die Fetzen. Assauer tobte: "Ich werde euch auch keinen Präsidenten machen. Ich mache diesen Scheiß nicht." Nachdem man ihm gestern dann die Trennung mitteilte, wollte Assauer doch wieder Präsident werden.

Doch da war es zu spät. Das zunächst bis 2008 befristete Vertragsverhältnis wurde bereits schriftlich aufgelöst.

Assauer verabschiedete sich am Nachmittag von der Geschäftsstelle: "Es war eine einzigartige Zeit, in der wir gemeinsam Großes aufgebaut haben." Danach verließ er das Vereinsgelände. Seinen Schreibtisch hat er aber noch nicht geräumt.

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17.05.2006 – Rauch verzieht sich - Assauer wirft hin - Quelle/© www.n-tv.de

Manager Rudi Assauer ist mit sofortiger Wirkung beim Fußball-Bundesligisten Schalke 04 zurückgetreten. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Nach Angaben des Blattes hat sich am Dienstag der Aufsichtsrat des Klubs einstimmig gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem 62-Jährigen ausgesprochen.

Assauer war erstmals von 1981 bis 1986 Manager, nach sieben Jahren Pause kehrte er 1993 nach Schalke zurück. Der größte Erfolg unter Assauer war der Gewinn des UEFA-Cups 1997. Ursprünglich sollte er das Amt des S04-Präsidenten übernehmen.

"Maulwurf"-Affäre

Beim Schalke hatte es in den vergangenen Tagen reichlich Trubel gegeben. Grund war die Weitergabe von Vereinsinterna durch einen Informanten an das Nachrichtenmagazin "Focus". Assauer war in diesem Zusammenhang in die Kritik geraten. Er hatte aber in einer Vorstandssitzung am Montag die gegen ihn gerichteten Verdachtsmomente ausräumen können. "Es ist von allen Seiten - auch von dem betreffenden "Focus "-Redakteur - glaubhaft versichert worden, dass Assauer die Zahlen nicht weitergegeben hat", sagte Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies am Dienstag.

Assauer hatte sich gegen Verdächtigungen gewehrt, er habe als "Maulwurf " fungiert. "Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich niemals für solche Dinge hergeben würde. Solche Unterstellungen enttäuschen mich zutiefst ", erklärte der 62-Jährige am Montag.

Assauer gab aber zu, sich mit einem Focus-Reporter getroffen zu haben. Das Nachrichtenmagazin berichtete am Montag über akute finanzielle Probleme des Bundesliga-Vierten, der nur durch Privatkredite seine Zahlungsfähigkeit gesichert habe. Laut Assauer sei der Schalker Vorstand über das Gespräch, das er zusammen mit seinem Anwalt geführt habe, informiert gewesen.

Finanzielle Misere

Schalkes Finanzchef Josef Schnusenberg hatte zugegeben, dass Privatdarlehen von Tönnies über 4,7, vom Aufsichtsratsmitglied Karl-Heinz Beul über drei Millionen und von Assauer über 500.000 Euro in Anspruch genommen worden seien, um die Liquidität von Schalke 04 zu sichern. Dennoch betonte der Diplom-Volkswirt: "Schalke ist definitiv nicht pleite, und die Insolvenz droht auch nicht." Der Klub hat aktuell rund 120 Millionen Euro Verbindlichkeiten, die Privatkredite seien als "Bevorschussung " auf zu erwartende Einnahmen in Höhe von 25 Millionen Euro im Sommer aus dem Dauerkartenverkauf und der Champions League 2005 gewährt worden.

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17.05.2006 – Assauer bei Schalke abserviert - Quelle/© www.spiegel.de - pav/sid

Rudi Assauer ist nicht mehr Manager bei FC Schalke 04. Der 62-Jährige tritt nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung mit sofortiger Wirkung beim Fußball-Bundesligisten zurück. Zuvor hatte ihm der Schalke-Aufsichtsrat das Vertrauen entzogen.

Gelsenkirchen - Der Aufsichtsrat des Clubs habe sich am Dienstagabend einstimmig gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Assauer ausgesprochen, berichtet "Bild".

Assauer war erstmals von 1981 bis 1986 Manager, nach sieben Jahren Pause kehrte er 1993 nach Schalke zurück. Der größte Erfolg unter Assauer war der Gewinn des Uefa-Cups 1997.
Ursprünglich sollte der langjährige Schalke-Macher am 1. August dieses Jahrs das Amt des Präsidenten beim Revierclub übernehmen.

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17.05.2006 – Schalke: Assauer tritt zurück - Quelle/© www.bild.de - Mittwoch, 17. Mai 2006, 15.09 Uhr

Manager Rudi Assauer tritt mit sofortiger Wirkung beim Fußball-Bundesligisten Schalke 04 zurück. Das berichtet die Bild-Zeitung in einer Vorabmeldung. Nach Angaben der Zeitung habe sich der Aufsichtsrat des Klubs einstimmig gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem 62jährigen ausgesprochen. Assauer war erstmals von 1981 bis 1986 Manager, nach sieben Jahren Pause kehrte er 1993 nach Schalke zurück. Der größte Erfolg unter Assauer war der Gewinn des UEFA-Cups 1997. Ursprünglich sollte der langjährige Schalke-Macher am 1. August diesen Jahres das Amt des Präsidenten beim Revierklub übernehmen.

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17.05.2006 – Schalke-Manager Assauer tritt zurück - Quelle/© www.sport1.de - 17.05.2006, 15:08

Manager Rudi Assauer tritt mit sofortiger Wirkung beim FC Schalke 04 zurück.
Nach Informationen der "Bild"-Zeitung habe sich der Aufsichtsrat des Klubs am Dienstag einstimmig gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem 62-Jährigen ausgesprochen. Ursprünglich sollte der langjährige Schalke-Macher am 1. August dieses Jahrs das Amt des Präsidenten beim Revierklub übernehmen.
Assauers größter Erfolg in 18 Jahren bei Schalke 04 war der Gewinn des UEFA-Cups 1997.

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16.05.2006 – Neues vom Faeustel - Quelle/© www.frank-rost.com

Liebe Onlinefreunde, liebe Schalker!

Alles was zu dieser Saison relevant war, habe ich am Samstag in der Arena schon gesagt.

Ganz speziell möchte ich mich jetzt bei all den Fans bedanken, die mir auch gestern wieder unzählige Mails geschickt haben. Sie sind angekommen und ich habe sie gelesen - und sie haben gut getan.Vielleicht muss man nicht alles verstehen aber für Fabian und Kevin tut es mir wirklich sehr Leid was gestern passiert ist. Genauso allerdings freue ich mich für Asa und Mladen, dass sie bei der WM dabei sein dürfen. Für mich und die meisten meiner Teamkollegen steht jetzt immerhin bald ein langer Urlaub an, den wir bestimmt genießen werden. Die Fragen, die ihr mir betreffend bestimmter Artikel gestern in der Presse gestellt habt, kann ich nicht beantworten. Ich habe da den gleichen Kenntnisstand wie ihr. Und in der Tierwelt kenne ich mich ehrlich gesagt nicht gut genug aus um mir da ein Urteil oder gar eine Gattungsfestlegung zu erlauben. Bin schon froh wenn